Was wird in Genf aus der Zollunion?
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Oie Wetterlage.
Erscheinung treten werden, wenn sich eine Gelegenheit bietet, die gesamte innere und auswärtige Politik der nationalen Regierung zu enthüllen.
Amerika drängt aus Abrüstung.
Starker Gegensatz zur französischen These.
Paris, 2. Sept. (WTB.) Havas berichtet aus Washington, das Staatsdepartement sei eifrigst mit der Vorbereitung der Abrüstungskonferenz beschäftigt. Es lehne jede Vertagung der Konferenz ab. Die amerikanische Regierung habe noch keinen bestimmten Plan ausgearbeitet, sie beschränke sich vielmehr gegenwärtig darauf, die Lage der verschiedenen Mächte eingehend zu prüfen. Sie werde wahrscheinlich er st im letz- tei»Augenblick ihre Stellungnahme festlegen, jedoch scheine es, dah Präsident Hoover beabsichtige, die A b r ü st u n g als Vorspiel sowohl für die Schuldenregelung als auch für die Organisierung der Sicherheit zu kennzeichnen. Man glaube zu wissen, dah Hoover durchaus dagegen sei, die Sicherheit durch eine effektive gegenseitige Hilfeleistung im Falle eines Angriffes zu garantieren, wie das französische Memorandum vorschlage. Gr glaube, daß dies einer Art Allianz, die der amerikanischen Auffassung zuwiderlaufe, gleichkommen würde. Ebenso würde die amerikanische Regierung gegen eine weitere Annäherung an den Völkerbund zum Zwecke der Abrüstung und der Sicherheit sein, wie es Paul-Voncour vorgeschlagen habe. Die Einstellung der Regierung und des Landes gegenüber Genf bleibe unverändert. Auf jeden Fall suchen die Vereinigten Staaten eine Lösung für das Abrüstungsproblem auf einem ganz anderen Wege als dem, den das französische Memorandum vorschlägt, das in offiziellen amerikanischen Kreisen keine günstige Aufnahme findet.
Oie Verzichtformel.
Zurückstellung zugunsten einer allgemeinen zollpolitischen Angliederung.
Genf, 2. Sept. (ÖIB.) Der Europaaus- schuh wird morgen um 11 Uhr zu feiner vierten Tagung zusammentreten und voraussichtlich auch am Freitag öffentliche Sitzungen abhalten. In der allgemeinen Aussprache am Donnerstag werden der deutsche und der österreichische Vertreter das Wort ergreifen und wie angekündigt, auch das deutsch-österreichische Zollunionsprojekt behandeln. Auf deutscher und österreichischer Seite hält man den Luropaausschuh für das gegebene Forum, um diese Angelegenheit, die von Ansang an einen rein wirtschaftlichen Charakter hatte, zu erörtern. 3n dem Bericht der Wirtschaftssachverständigen des Europaausschusses, der heute von dem Koordinationskomitee an das Plenum weitergeleitet worden ist, wird ja der Zollunionsgedanke als ein Wittel der organischen Warkterweiterung mit dem Endziel einer europäischen Zollunion erwähnt. Es wäre also unnatürlich, in diesem Zusammenhang nicht von der Frage zu sprechen, die schon seit Monaten die europäische Oesfentlichkeit bewegt. Es hat über das Verfahren ein Meinungsaustausch zwischen den interessierten Delegationen stattgefunden. Es sind aber keine formulierten Erklärungen vereinbart worden. Der deutsche und der österreichische Vertreter werden ihre Wittellungen vielmehr in voller Freiheit machen. 3n diesen Erklärungen wird, wie man hört, zum Ausdruck kommen, dah seit dem Abschluh des deutsch- österreichischen Zollprotokolls eine grundlegende Umgestaltung in der gesamten europäischen Lage cingelreten fei und die beiden Regierungen daher beschlossen hätten, im Hinblick auf die vom Europaausschuh verfolgten Ziele einer allgemeinen europäischen Z o l l a n g l e i ch u n g und einer Erweiterung des europäischen Marktes den Plan der zweiseitigen deutsch-österreichischen Zollunion zurück;» stellen. Ein irgendwie gearteter Verzicht auf den Gedanken der deutsch-öslerreichi- fchen Zollunion für die Zukunft soll in den beiden Erklärungen nicht zum Ausdruck kommen. Es ist ferner vereinbart worden, dah die Verhandlungen im Rat über das Haager Gutachten nunmehr er st am Wontagnachmit- t a g nach der zweiten Sitzung der Vollversammlung
Die nationale Regierung tritt am 8. September vor das Unterhaus Man rechnet im Parlament mit einer Mehrheit von 50 Stimmen für Macdonald. Keine außenpolitische Abstinenz des neuen Kabinetts.
Das Ende der Diktatur in Südslawien.
König Alexander verkündet eine neue Verfassung.
Belgrad, 3. Sept. (WTB.) Gestern um 19 Ähr fand im Königlichen Palais ein Kronrat statt. Der König teilte mit, er sehe die Zeit für dis Rückkehrzumparlamenta risch en Sh - stem für gekommen. Die neue Verfassung sichere die Gewissensfreiheit, die Pressefreiheit und die Änverlehlichkeit der Wohnung. Das Abgeordnetenhaus wird auf Grund des allgemeinen Wahlrechts gewählt. Die Hälfte der Senatsmitglieder wird auf Grund des allgemeinen Stimmrechts ge. wählt, während die andere Hälfte ernannt wird. Die Lebensdauer des Abgeordnetenhauses beträgt vier Jahre, die des Senats sechs Jahre. Das Abgeordnetenhaus erhält weitgehende Rechte „ zur Äeberprüfung des Budgets. Das Königreich wird in neue Banatgebiete eingeteilt. Die Banat-Räte werden auf Grund des allgemeinen Stimmrechts gewählt, während die Exekutive durch einen Rat ausgeübt wird, dessen Mitglieder vom Bonus ernannt werden. Als amtliche Sprache gilt serbisch, kroatisch und slowenisch. Alle Bürger sind vor dem Gesetz gleich. Gesetzesvorlagen müssen durch Senat und Abgeordnetenhaus angenommen sein.
Macdonatd
und die Labourpartei.
Eine gute Antwort.
London, 2. Sept. (WTB.). Auf eine vom Bezirksverband Seaham der Labour Party an Macdonald ergangene Aufforderung, er möge seinen Änterhaussitz zur Verfügung stellen, erfolgte heute die Antwort des Premierministers. Macdonald erklärt, dah er bereit sei, sein Mandat zu einem geeigneten Z e i t p u n k t in die Hände seiner Wähler zurück- zulegen, er wünsche aber klar zum Ausdruck zu bringen, daß ereineDemissionnichtohne weiteres vorzunehmen gedenke, da darin Fahnenflucht erblickt werden könnte. Er sehe in dem Pflichtgefühl, das ihn erfülle, das bindende Mandat, die großen Massen der britischen Arbeiterschaft weiterhin vor dem schweren Änheil, das sie bedrohe, zu schützen.
Nachdem der sozialistische Minister für die Dominions und für die Kolonien, Thomas, am Montag der Eisenbahnergewerkschaft nicht ganz freiwillig seinen Rücktritt von derStel- lung als Generalsekretär mitgeteilt hatte, hat ihm die Gewerkschaft nach 21jährigen Diensten nicht nur das Gehalt, sondern auch seine Alterspension, zu der er nach Erreichung seines 60. Lebensjahres berechtigt war, gestrichen. Thomas erklärte der „Rews Chro- nicle", dah diese Maßnahme ein harter S ch! a g für ihn sei, und zwar um so mehr, als sie nicht etwa wegen einer unehrenhaf- te n H a n d l u n g oder wegen Änfähigkeit getroffen worden sei, sondern weil er, Thomas, in der Stunde der Rot seinem Lande habe dienen wollen. Die Entscheidung der Gewerkschaftsführer, nicht einmal seine Dienste anzuerkennen, schmecke sehr nach niedriger Rachsucht. Das Wohnhaus Thomas' in Dulwich ist ein Geschenk der Eisenbahner an ihn. Es wurde vor einigen Jahren mit Hilfe eines Beitrages von 10 Pfennigen, der von allen Gewerkschaftsmitgliedern erhoben wurde, gekauft.
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Wettervoraussage.
Von den britischen Inseln hat sich in nordöstlicher Richtung eine Rinne tiefen Druckes herausgebildet, in der heute morgen ein Kern über Dänemark und ein weiterer über England und Irland lag. Warmluft ist dabei über Deutschland vorgedrungen, und stellenweise treten Riederschläge auf. Da mit dem Vorüberzug der Eng- landstörung eine weitere Staffel warmer Luft . folgt, so bleibt das Wetter vorerst warm und regnerisch. Später wird kühle Luft weiter nach dem Festland vordringen und noch unbeständiges Wetter verursachen, wobei Temperaturrückgang einseht und Gewitterstörungen nicht ausgeschlossen sind.
Aussichten für Freitag: Regnerische- und wolkiges Wetter mit aufkommender Gewitterneigung, Temperaturen noch wenig verändert. '
London, 2. Sept. (WTB.) Das Unterhaus ist zum 8. September einberufen worden. In einer fast fünfstündigen Sitzung hat die Regierung die Beratungen über den Finanzplan abgeschlossen. Sofort nach Eröffnung des Unterhau- ses wird Macdonald, ohne aus diesen Plan cinzu- gehen, eine Erklärung abgeben, in der er das Haus bitten wird, über das Schicksal der nationalen Regierung sofort zu entscheiden. Die Abstimmung nach der ersten Sitzung wird von der Regierung als Vertrauens- oder Mißtrauensvotum betrachtet werden. Wahrscheinlich wird der Schatzkanzler erst am 9. September den Finanzplan der Regierung bekanntgeben.
Politische Kreise sind der Meinung, daß die Regierung über eine Mehrheit von mehr als 50 Stimmen verfügen wird, denn die Regierung gewinne jeden Tag neue Anhänger unter den Abgeordneten. Die Regierung wird zweifellos einen Antrag zur Bildung eines Finanzausschusses vorlegen. Macdonald wird die Debatte eröffnen, nach ihm werden Baldwin und Samuel das Wort ergreifen. Obwohl man die Einzelheiten der neuen Steuern, die später durch Snowden mitgeteilt werden sollen, noch nicht kennt, so weiß man doch, daß die Regierung der Industrie helfen und ihr keine neuen L a st e n auferlegen will. Man hofft, daß die Behörden keine überstürzten Sparmaßnahmen ergreifen würden, die die Zahl der Arbeitslosen stark erhöhen würden.
Der innerpolitische Charakter der jetzt erörterten Fragen scheint notwendigerweise d a s P r 0 - blem der Außenpolitik der nationalen Regierung indenHintergrund zu drängen. Inzwischen findet keinerlei Abweichung von der Politik der jetzigen Regierung statt. Dies bedeutet jedoch nicht, dah auswärtige Angelegenheiten vernachlässigt werden. Man erwartet im Gegenteil, daß der Staatssekretär des Aeuhern nicht auf den Zusammentritt des Parlaments warten und daß er schon vorher eine Erklärung abgeben wird. Die Regierung verliert die finanzielle Lage in ihrer Auswirkung auf andere Länder nicht aus dem Auge, und es besteht alle Aussicht, dah die Sorge um die Lage und der Wunsch, an der Lösung der Probleme unserer europäischen Freunde mit^u» wirken, die von der Ärbeiterr^gierung Ende Juli an den Tag gelegt wurden, ebenso voll in
klärt hat, die im Auslande laufende Fassungen mit der deutschen Fassung in Uebereinstimmung zu bringen, sind die Gründe entfallen, die das Reichswehrministerium bisher veranlaßt hatte, auf ein Verbot des Films zu dringen. Trotzdem findet auchdie jetzige Form des Films als Darstellung des Krieges in keinerWeise dieZu- st immun g der Wehrmachtsleitung. Sie bietet aber für ein Verbot auf Grund des Lichtspielgesetzes der Filmprüfstelle keine Handhabe
räumungsarbeiten begannen, konnten b i S jetzt zwei Tote und 35 Verletzte, darunter zahlreiche Schwerverletzte, bergen. Die Zahl der noch unter den Trümmern liegenden Opfer ist noch unbekannt. Da aus den Trümmern fortgesetzt Stöhnen dringt, hofft man, einen Teil der Verschütteten noch lebend bergen zu können. Erschwert werden die Bergungsarbeiten dadurch, dah sofort nach der Explosion Feuer ausbrach. Eine benachbarte Fahrstuhlfabrik ist durch die Explosion schwer in Mitleidenschaft gezogen worden.
Graf Arco tritt von der Leitung der Telesunken- Gesellschaft zurück.
Wie die Telefunken-Gesellschaft für drahtlose Telegraphie m. b. H. mitteilt, hat sich Graf Arco ent chlcssen, von Der Leitung zurückzutreten und sich in Zukunft persönlichen Studien zu widmen. Es ist Vorsorge getroffen, dah Graf Arcos große Erfahrung und die Ergebnisse seiner zukünftigen Arbeiten auch weiterhin der Telefunken-Gesell- schaft, der er von der Gründung an — also seit 1903 — angehört, zur Verfügung stehen.
Wegen Spionage zum Tode verurteilt.
Der polnische Leutnant Humni.cki ist in Brest- Litowsk vom Kriegsgericht wegen Spionage zum Tode verurteilt worden. Der Verurteilte war im Jahre 1926 und 1927 Leiter der Kanzlei des Mobil i s i e r u n g s r e f e r a t s im Warschauer Korpskommando gewesen. Sein Spionagefall steht im Zusammenhang mit der sensationellen Affäre des Majors D e m k 0 w s k i, der wegen hoch, verräterischer Beziehungen zum sowjetrussischen Mi- litärattachö im Juli d. I. erschossen worden ist. Im Zusammenhang mit dieser Spionageaffäre ist noch ein pensionierter Hauptmann namens Rud- Nicki verhaftet worden. Das Todesurteil an dem Leutnant Humnicki wegen Hochverrats wurde bereits vollstreckt.
58. Versammlung Deutscher Philologen und Schulmänner.
Vor 94 Jahren wurde unter Teilnahme der Gebrüder Grimm, Alexander v. Humboldts und anderer, deren Rainen auch heute noch hell klingen, die „Versammlung der Philologen und Schulmänner" in Göttingen gegründet und ist seitdem 57mal zusammengetreten, zuletzt 1929 in Salzburg. Sie ist gedacht als regelmäßige Schau über den Stand der Wissenschaften auf allen Gebieten und bringt daher in verschiedenen Abteilungen eine Fülle von Vorträgen. In diesem Jahre findet sie vom 28. September bis 2. Oktober in Trier statt und steht unter der Leitung von Prof. Dr. Dickel in Bonn.
1. Internationaler Kongreß für Zahnheilkunde.
In Budapest wurde der 1. Internationale Kongreß für Zahnheilkunde eröffnet. Der Präsident des Vereins ungarischer Zahnärzte, Dr. Joseph Sturm, begrüßte die Vertreter der Äni- versitäten und der wissenschaftlichen Körperschaften. Professor Dr. Heinrich Salomon wies auf die große Bedeutung des Einflusses der Erkrankungen des Mundes und der Zähne auf die übrigen Organe des Menschen hin. Im Ramen Deutschlands sprach Professor Dr. Moral von der Universität Rostock, der drei Ehrendoktordiplome seiner Hochschule für den ungarischen Professor Szabo und die Italiener C a v i a n aus Bologna und Perna aus Rom überbrachte.
57. Hauptversammlung des Deutschen und Oesterrelchischen Alpen-Vereins.
In der Zeit vom 2. bis 7. September hält der Deutsche und Oesterreichische Alpenverein in Baden bei Wien seine 57. Hauptversammlung ab. Das Programm umfaßt außer einer Reihe von gesellschaftlichen Veranstaltungen und Ausflügen in die Umgebung von Baden am Freitag die Hauptausschußsihung im Badener Rathaus. Höhepunkt der Veranstaltung ist am Sonntag die Hauptversammlung im Badener Stadttheater, bei der Dr. D u r e s ch die Festrede halten wird.
Die Beisetzung des nationalsozialistischen Abgeordneten Gemeinder.
Der an einem Schlaganfall in einer nationalsozialistischen Kundgebung in Mainz verstorbene Reichs- tagsabgeordnete Peter Gemeinder ist auf dem Waldfriedhof in Darmstadt bestattet worden. Die Trauerfeier begann in der Kapelle des Waldfried- Hofs, wo die Angehörigen des Verstorbenen, Mitglieder der Reichsleitung der RSDAP^ Reichstags-
Aus aller Welt.
Der Film „3m Westen nichts Neues" freigegeben.
Die Deutsche Universal-Filmgesellschaft hat den zuständigen Reichsbehörden eine Erklärung übermittelt, daß die Weltfassung des Films „Im Westen nichts Neues" mit der in Deutschland für geschlossene Veranstaltungen freigegebenen Fassung in U e b er- einstimmung gebracht werden wird. Der Film wird künftig auch im Ausland a u s s ch l i e ß - lich in der gekürzten deutschen Fassung gezeigt werden. In Uebereinstimmung mit den Gutachten der zuständigen Behörden ist der Film daraufhin von der Filmprüfstelle zur öffentlichen Vorführung in Deutschland frei gegeben worden. Der Widerstand des Reichswehrministeriums gegen die Zulassung des Films in Deutschland gründete sich auf die Tatsache, daß der Film im Ausland in einer dem Ansehen der deutschen Armee ungünstigen Fassung gezeigt worden war. Da die meisten Szenen, die zu Beanstandungen Anlaß gaben, in der jetzigen deutschen Fassung fortgefallen oder erheblich gekürzt sind, und die Herstellerfirma sich bereit er«
abgeordnete^ Vertreter auswärtiger Gaue sowie zahlreiche Kranzabordnungen versammelt waren. Minister a. D. Frick als Vertreter der Reichs- leitung widmete dem Verstorbenen warme Nachrufe für die der Partei geleisteten Dienste. Der hessische Propagandaleiter Tresz widmete dem Verstorbenen einen kameradschaftlichen Nachruf. Nach weiteren Nachrufen bewegte sich dann der Trauerzug nach der letzten Ruhestätte, wo etwa 300 Kranzniederlegungen erfolgten.
Schweres Explosionsunglück in einer chemischen Fabrik.
In einer chemischen Fabrik in Bezons bei Paris ereignete sich heute vormittag ein schweres Explosionsunglück. Die Explosion war so heftig, daß daS Gebäude völlig in Trümmer gelegt wurde. Ein großer Teil der in dem Fabrikgebäude beschäftigten Arbeiter wurde unter den zusammenbrechenden Mauern begraben. Feuerwehr und Polizei, die alsbald die Auf
Oer Friede mit dem Vatikan wiederhergestellt.
Einigung über die Katholische Aktion in Italien.
Rom, 2.Sept. (WTB.) Besprechungen zwischen -dem Vatikan und der italienischen Regierung über dieAuflösungderJugendoereinigun- '■ gen der Katholischen Aktion führten zu _ einer Einigung auf folgenden Grundsätzen: ' Die Katholische Aktion wird als reine Diözesanangelegenheit behandett, die direkt den Bischöfen unterstellt ist. Durch die Bischöfe erfolgt auch die Bestellung der kirchlichen und weltlichen Führer. Als Führer sind Personen, die der Opposition gegen das Regime angehören, ungeeignet. Ihren religiösen Zielen entsprechend beschäftigt sich die Katholische Aktion nicht mit Politik. In ihren äußeren Organisa» ttonsformen enthält sie sich infolgedessen auch aller Dinge, die überkommenermaßen für politische Parteien charakteristisch sind. Als Fahne der Lokalver- bände der Aktion dient die Nationalfahne. Zum Programm des Verbandes gehört nicht die Bildung von B e r u f s v e r b ä n d e n und Gewerkschaften. Sie beschäftigt sich infolge- dessen auch nicht mit gewerkschaftlichen Fragen und Zielen. Soweit innerhalb des Verbandes Zusammenschlüsse nach Berufsgruppen zur Zeit bestehen, gelten sie als ausschließlich zur Verfolgung religiöser Ziele gebildet und verpflichten sich ferner, daran mitzuarbeiten, daß die legale Gewerkschaft, der sie angehören, in immer umfassenderem Maße den Prinzipien der Zusammenarbeit der Klassen und den vom Staat gesetzten sozialen und nationalen Zielen gerecht wird. Die der Katholischen Aktion angehörigen Jugendoerbände dürfen Plakate und Abzeichen führen, die genau den von der Aktton zu verfolgenden religiösen Zielen entsprechen. Als Fahne ist keine andere Fahne zugelassen als die Nationalflagge mit Ausnahme von Prozessionsfahnen. Die Lokalverbände enthal- len f i ch aller sportlichen und Körperausbildung gewidmeten Tätigkeit und beschränken sich auf Zusammenkünfte, die den Charakter der Erholung und Erziehung auf der Grundlage der Religion zu tragen haben.
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des Völkerbundes flattfinden werden. Der deutsch- österreichifche Zollunionsplan wird hierbei den einzigen Punkt der Tagesordnung bilden. Das Gesuch Oesterreichs beim Völkerbund um Finanzhilfe wird dagegen im Rat bereits am Freitag und somit bezeichnenderweise nach der Abgabe der österreichischen Erklärung über die Zurückstellung des Zollunionsplanes zur Sprache gelangen.
Paris noch nicht zufrieden.
Schober sotten die Daumenschrauben angezogen werden.
Paris, 3. Sept. (ERB. Funkspruch.) Der Außenpolitiker des «Echo de Paris" behauptet zu wissen, dah das Urteil des Haager Gerichtshofes ungünstig für Frankreich ausgegangen sei, daß die von Dr. Curt ins und Dr. Schober vorbereiteten Arbeiten in Genf keinen endgültigen Verzicht auf den Zollunionsplan enthielten und daß sich infolgedessen der französische Ministerpräsident veranlaßt gesehen hätte, der französischen Delegation die Anweisung zu geben, zu erklären, dah sich die französische Regierung in der Entschließung volle Handlungsfrei heit Vorbehalte und eintretendenfalls den Dölkerbundsrat mit Artikeln des Dölkerbundsstatutes befassen werde. Das Blatt hofft übrigens, dah unter diesen Umständen die französische Regierung sich nicht darauf einlassen werde, Oe st er. reichs K r e d i t f 0 r d e r u n g e n zu entsprechen. — Es handelt sich hier um den zweiten Absatz des Artekels 11 der Dölkerbundssatzung, der folgendermahen lautet: „Cs wird weiter festgestellt, dah jedes Dundesmitglied das Recht hat, in freundschaftlicher Weise die Aufmerksamkeit der Bundesversammlung oder des Rates auf jeden Umstand zu lenken, der einen Einfluh auf die internationalen Beziehungen hat und daher den Frieden oder das gute Einvernehmen der Rationen, von denen der Friede abhängt, zu stören droht."
Am 26/27. September findet der französische Besuch in Berlin statt.
Gens, 2. Sept. (TU.) Die ftanzösische Regierung Hal am Mittwochabend durch den Botschafter Francois Poncet dem Reichsauhenminister mitteilen lassen, dah der Besuch des Minister- präsidenten und des Außenministers vriand in Berlin am 2 6. und 2 7. September fiattsinden wird.
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