Ausgabe 
3.9.1931
 
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Aus der Provinzialhauptfiabt.

® Itfc tn, den 3. September 1931.

Obst als Kranlheitsvei-hüter.

Don Dr. med. W. Schweisheimer.

Krankheiten verhüten! Dicht darauf warten, ob die eingctrctentn geheilt werden können!

Der bedeutendste gesundheitliche Fortschritt der neuen Zeit ist nicht dem Insulin zu verdanken, nicht dem Lalvarsan, nicht einmal dem Diphtherie. Heilserum und der P»ckcnschuyimpfung, sondern der Erkenntnis, daß die Lebensweise maßgebend für die Gestaltung der Gesundheit ist. Die Ergeb- nisse cratter Naturwissenschaft, der Physiologie. Pathologie und klinischen Medizin finden in stei. gendem Mah praktische Berücksichtigung. Sin Hauptpunkt ist die richtige Ernährung^ Sie kann viel schaden, wenn sie von falschen Grundsätzen geleitet wird. Sie kann au Gesundheit, Wohlgesühl und langem Leben führen, wenn sie vernünftig und naturgemäß gestaltet wird. Kaum ein ariderer Punkt der täglichen Lebensführung offenbart sich so wirkungsvoll beim Ablauf gesundheitlicher Der- hältnisse

Dem Obst gebührt auS gesundheitlichen Gründen ein weit größerer Anteil an der Ernährung, als er ihm bisher zuteil wird. Bei der Beurteilung deS ObsteS als Nahrungsmittel muh man sich dar. über klar sein, daß sein Aährwert tauSgedruckt in Kalorien oder Verbrennungswerten) gering ist. Dur stark zuckerhaltige Früchte, wie sehr sähe Trauben, oder fetthaltige Früchte, wie Düsse und Mandeln, enthalten gröhere Nährwertmengen. Im übrigen besteht daS Obst zu über 80 Prozent auS Wasser: Fett ist gar nicht in ihm vorhanden, Siweihstoffe nur sehr wenig.

Wir haben aber längst gelernt, daß eS vollkom. men falsch ist, den Wert eineS DahrungSmittelS lediglich an Hand seines in Kalorien ausgedrückten Brennwertes au berechnen. Die Menge der neu. entdeckten SrgänzungSnährstoffe beispielsweise, die ein Mensch braucht, ist ganz auherordentlich ge­ring. Sin Viertelliter dieser Bitamine genüat für daS ganze Leben. 11 doch sind sie unentbehrlich: ihre Entziehung auS der Dahrung hat unweiger. lich schwere Krankheiten und den Tod zur Folge. Obst ist reich an Vitaminen, und daS ist vermutlich der Hauptgrund für seine allgemein erfrischende und belebende Wirkung. Auch Fruchtsäste sind reich an Bitaminen, während sie beim Kochen und Dörren verloren gehen. Der Gehalt an Fruchtsäuren (Apfelsäure, Zitronensäure, CDkln. säure usw.) bedingt wesentlich den angenehmen Geschmack deS ObsteS, dec durch Anwesenheit von Duststofsen gesteigert wird. Dieser angenehme Ge. schmack ist eS, der den Rat. viel Obst zu essen, so gern und leicht befolgen läht, und der besonders Kindern Obst zur willkommenen Dahrung macht.

Die Zähne und daS Zahnfleisch werden durch die leicht sauren Bestandteile des ObsteS günstig be- einsluht. Speisereste in Zahnlücken und in Zwi. schenräumen zwischen Zahn und Zahnsleisch wer. den herauSgescheuert. Die Fruchtsäuren wirken schädigend auf zahlreiche Krankheitserreger ein, die sich im Mund aufhalten. Heuere Deooachtun- gen haben gelehrt, daß eine sehr große Anzahl von Infektionskrankheiten von Mund und Dachen auS ihren Eintritt in den Körper nehmen. Oftmals wiederholtes Mundreinigen und Gurgeln am Tag wird deshalb als wertvolles Mittel zur Bermei. düng von Krankheiten, auch der sog. Erkältungs­krankheiten, betrachtet. Obstgenuß arbeitet in Der gleichen Dichtung der Deinigung der Mundhöhle und kann daher dem Gurgeln und Mundspülen ohne weiteres an die Seite gesetzt werden. Be- Schmutzte«, mit Erde versehenes Obst wird man vor )em Genuß mit Wasser reinigen. Dagegen ist die Angst, daß durch Obst Krankheitserreger in den Darmkanal gebracht werden können, im allgemei­nen nicht berechtigt. DaS trifft zu in Gegenden, in denen Duhr-, Typhus- oder Eholerakeime auf Obst einen besonders geeigneten Dährboden finden. In Gegenden, wo diese Krankheiten nicht Herr, schen, ist eine unbegründete Dazillenfurcht über­flüssig.

Der reiche Zellulofegehalt deS Obstes macht eS geeigncl zur Anregung der Darmtätigkeit. Biele Menschen, namentlich solche in den Städten, leiden an einer Verlangsamung der Darmtätigkeit. Es ist das für den ganzen Organismus von großem Nachteil. Der Darm hat die Ausgabe, die nicht verwertbaren Deststosse der Nahrung, sowie End- Produkte deS Stosswechsels aus dem Körper zu entternen. SS ist für die Gesundheit notwendig, daß daS innerhalb einer gewissen Frist geschieht, und daß die auSzuscheidenden Stosse nicht länger alS unbedingt notwendig liegen bleiben. Andern- dernsalls wird ein Teil von ihnen durch die Darm, wand hindurch inS Blut ausgenommen, gelangt mit ihm zu allen Zellen und Organen deS Körpers und ruft Erscheinungen hervor, die nicht anders alS Bcrgiftungszeichen zu bewerten sind. Das merkt am besten ein Mensch, dessen Verdauung sonst In Ordnung ist, der aber auS irgendeinem Grund einen Tag an verlangsamter Darmtätig, leit zu leiden hat, Kopfschmerzen und allgemeine Müdigkeit bedrücken ihn, seine körperliche und na. mentlich seine geistige Leistungsfähigkeit sind her- «t, in starken Fällen biS zur Arbeitsunfähig- nlust und Unfroheit lassen ihm alles schwärzer erscheinen, als es in Wirklichkeit ist. Chronische Darmträgheit hat körperliche Beschwer­den an den verschiedensten Stellen zur Folge, und wahrscheinlich leiden auch die Blutgefäße durch die aufgenommenen Stosse im Sinne eines vor- zeitigen Alterns. Degelmähiger Genuß von Obst am Wend oder morgens nüchtern vor jeder an­deren Nahrung vermag einer vorhandenen Nei­gung au Darmträgheit wirksam entgegenzutreten. Cs soll das zu einer Lebensgewohnheit werden, die man sich sest aneignen muß. Darmempfind­liche Personen müssen natürlich mit dem Genuß insbesondere von rohem Obst vorsichtig sein, wäh. rend sie gekochtes vielleicht gut vertragen. Bei manchen Krankheiten des Magens und Darms können Traubenkuren und andere Obstkuren von großem Nutzen werden.

Der reiche Wassergehalt des Obstes läßt es als erwünschtes Mittel zur Durchspülung des Kör­pers erscheinen. Dicht jeder kann große Flüssig­keitsmengen zu sich nehmen, während ihm der Genuß von größeren Obstmengen keine Schwierig­keiten bereitet. Bei gewissen Nierenerkrankungen, bei Gicht und Arteriosklerose hat sich das Obst als wertvoller Teil der notwendigen Spezialemäh- rung erwiesen, wozu sein geringer Siweißgehalt besonders beitragen mag. Die Kost bei Dieren- krankheiten in ihrer fah- und gewürzlosen Ein­förmigkeit wird durch Obstzusatz abwechslungsreich und oft für den Kranken erst genießbar gemacht.

Die modernen Bestrebungen auf Schlankbleiben, die gesundheitlich höchst begrüßenswert sind, er­fahren durch Obftzusatz zur Nahrung eine be. trächtliche Erleichterung. Bei allen ^»lankheitS-

Der Sternhimmel im September.

(Nachdruck verboten!)

Sonnenaufgang von 5.10 bis 6.00 Uhr. Sonnenuntergang von 1850 bis 17.40 Uhr. Lichtgestalten deS Monde» LetztesDier- tel am 5. um 8 Uhr, erstes Viertel am 18. um 22 Uhr, Vollmond am 30. um 21 Uhr

Qün 24. um 1.24 Uhr, alfo, wie immer In wahren vor Schaltjahren, ziemlich spät, über­

Wir benutzen die Gelegenheit, noch einen wei­teren Blick in diese Himmelsgegend zu werfen. DaS Sternbild der Fische, dessen ziemlich schwache Sterne annähernd eine gerade Linie erkennen lassen, ist augenblicklich dadurch ausgezeichnet, daß der für die ganze HimmelSeinteilung grund­legend wichtige Frühlingspunkt in ihm steht. Dach einigen Iahrtausenden wird eS wegen der

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Der dse 24 Stus^ensahlen von Minor- nacht bis Mitternacht hmi Tagt «iit* haltend/ Kreis und die dick punktiert Linie, der sore nannte Horizont. lind fest- tickend tu denken. Der Sternhimmel dreht eich tarnt dem auf Mitternacht seigenden geraden Pfeil gewissermaßen dem Zei­ger der Himmelsuhr in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinn« des gebogenen Pfeils einmal um innen Mittelpunkt. Der eingexrichnete Horizont umrahmt die tu der Stunde, auf die der gerade Pfeil seigt, um die Monatsmiete sicht­baren Sterne. Unsere Karte seigt also den Zustand um Mitternacht der Mo­natsmiete. VTill man su einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Be­obachtungsstunde seigt; dadurch werden die sn dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hin­eingedreht. Für jo 5 Tage vor der Mo­nats mitte ist der gerade Pfeil Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monats- mitte Vs Stunde später su stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellun­gen ein, trenn er die angedeutete Licht­gestalt seigt.

schreitet die Sonne den Himmelsgleicher in süd­licher Richtung, womit der Herbst und damit das Winterhalbjahr beginnt. Schon zwei Tage später, am 26., ist eine vollständige Mondfinster­nis, die, da der Mond ja dann der Sonne genau gegenüber stehen muß, sehr nahe dem Flühlingspunkt fällt, dessen Lage Im Sternbild der Fische und unterhalb deS sogenannten HimmelSquadrates man sich danach leicht cin- prägen kann. Die Finsternis beginnt um 18-54 Uhr, ist vollständig von 20.05 Uhr bis 21.30 Uhr und endet um 22.42 Uhr. Sie findet also zu be­sonders bequemer Abendstunde statt. SS ist zu hoffen, daß das wechselnde Farbenspiel deS voll­ständig verfinsterten Mondes, hervorgerusen durch die Lichtbrechung und Lichtauszchrung in der irdi­schen Luft, recht viele aufmerksame Beobachter finden möge. Die Finsternis beginnt, wie daS bei einer Finsternis in den frühen Abendstunden die Regel ist, links unten und endet rechts oben an der Mondscheibe.

langsamen Wanderung des FrühlingSpunkteS diesen Borzug an daS rechts von ihm, unter dem PegasuS liegende Sternbild deS Wassermann­abtreten müssen, von dem nur zwei ziemlich schwache Sterne zu vermerken sind.

Am Abendhimmel ziehen im Osten langsam die ersten Wintersterne heraus, während im Westen die Sommersteme wie namentlich die Wega und der Qlrctur noch sichtbar bleiben. Dort ist etwa von der Mitte deS Monats an der Merkur sichtbar, und am 22. und 23. dauert seine Sichb- barfeit etwa 45 Minuten. Auch der I u p i t e r taucht nun am Morgenhimmel auf. Rechts von ihm erstrahlt ungefähr gleich hoch und auch ungefähr gleich hell, aber in gänzlich anders­artigem, nämlich glitzerndem, funkelndem Licht der GiriuS, der hellste Fisstern. Späterhin übertrifft der Iupiter den SiriuS wesentlich an Helligkeit. Bon den übrigen Wandelsternen ist nur noch der Saturn am Abendhimmel zu sehen. st ermann.

beftrebuugen muh eine Einschränkung der Nah­rungsmenge mit im Vordergrund stehen. Ohne Beschwerden läßt sich das nur durchführen, wenn kein quälendes Hungergefühl besteht. Es müssen also in der Nahrung solche Nahrungsmittel ge­strichen oder wenigstens vermindert werden. Die In kleinem Raum sehr viel Nährwerte enthalten, aber doch durch ihren Umfang richtige Füllung des Magens, damit SättigungSaefühl Hervorrufen. Obst gehört zu den letzteren Nahrungsmitteln, und fein Genuß wird jede Lebensweise, bte auf Schlank- bleiben und Schlankwerden bedacht ist, unter­stützen. Allzu süße Obstsorten werden wegen ihre« hohen Zuckergehalts zu vermeiden fein, ebenso die fetthaltigen Nußtorten und Mandeln.

Die Wertschätzung des Obstes darf nicht dazu führen, einem absoluten Vegetarismus zu huldi- gen. Der Mensch ist ein Gemischtkostler, und nur bei gemischter Kost wird er sich am wohlsten fühlen und seiner Gesundheit den besten Weg schaffen. Tierisches Eiweiß ist notwendig, um den täglichen Siweißbedarf deS Menschen auf be­kömmliche Art zu decken. Obst dagegen und Ge­müse führen ihm andere notwendige Nährstoffe in besonder- förderlicher Form zu.

Gegen den Anklebe-Llnfug.

DaS Polizeiamt Gießen teilt mit: In letzter Zeit ist über das unberechtigte An­kleben und Anheften von Plakaten und Druckschriften an Häusern und Mauern wiederholt Beschwerde geführt wor­den. Ss wird darauf hingewiesen, daß nach Ar­tikel 48 des Hessischen Gesetzes, die Presse betref­fend, vom 1. August 1862, und § 23 Absatz 2 der Hessischen Ausführungsverordnung zur Gewerbe­ordnung Druckschriften ohne Unterschied, ob die- gewerbsmäßig geschieht oder nicht, nur an sol­chen Stellen öffentlich angeschlagen oder angeheftet werden dürfen, für die das Polizeiamt ausdrücklich seine Genehmigung erteilt hat. Zu­widerhandlungen werden bestraft. Auch wird darauf aufmerksam gemacht, daß das Anhesten oder Anschlägen von Druckschriften an verbote­nen Stellen eine Sachbeschädigung im Sinne deS § 303 deS Strafgesetzbuches dar stellt und Zuwiderhandelnde daher auch auS diesem Grunde bestraft werden können. Die Polizei­organe sind angewiesen, im Falle von Zuwider­handlungen unnachsichtlich Strafanzeige zu erstat­ten.

Bornotizen.

Tageskalender für Donnerstag. D. H. D.» 20.30 Uhr, Monatsversanunlung im Heim. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Ihre Hoheit befiehlt".

Aus dem Stodttheaterbureau wird uns geschrieben: Am Sonntag, 6. Sep­tember, findet als 10. Vorstellung un Commer- Abonnement die Erstaufführung deS Schauspiel« Alt-Heidelberg" von Meyer-Zörster in völlig neuer Inszenierung unter der Spielleitung von Karl 93 o Id statt. Zu dieser Darstellung erscheint eine neue uno letzte Ausgabe deS Programm­heftes von 1930 31, das einen Rückblick über das Spieljahr 1930,31 und einen Ausruf mit den neuen Abonnementsbedingungen (starker Preis­abbau) für die kommende Dinterfpielzeit 1931/32 enthält. Für die Vorstellung am kommenden Sonntag gelten ermäßigte Sommerpreise. Be­ginn 19 Uhr, Ende 22 Uhr.

3m Auto durch zwei Belten*. 3m Lichtspielhaus Bahnhofstraße gelangt am kommen­den Sonntag abermals ein Kulturfilm zur Auffüh­rung, der diesmal die Zuschauer nicht in ein enger begrenztes Gebiet, sondern in die weite Belt, rund um die Erde, in viele Länder, zu anderen DöUern

und in stet» wechselnde Landschaften führen wird. Der Film, den (Elärenore Stinnes auf einer Reise um die Erde, die sie im Auto in Gemeinschaft mit dem Filmregisseur Axel Söderström, ihrem jetzigen Gatten, zurucklegte, drehte, führt von Deutschland (von Frankfurt a. M. au») nach dem Balkan, nach Kleinasien, über Persien nach Sowjet» rußland, über die Mongolei nach China und 3apan, schließlich auf dem Seeweg nach Südamerika, in Die großen Hafenstädte Argentiniens und dann nach Nordamerika, nach Neuyork usw., um auf dem See­weg wieder zum alten Kontinent, nach Paris und Berlin zurückzuführen. Die filmische Ausbeute dieser Fahrt wird den Besuchern des Lichtspielhauses die unendliche Mannigfaltigkeit der Landschaften de» Erdballes eindrucksvoll vor Augen führen und außerdem die verschiedensten Menschenrasten mit ihren Sitten und Gebräuchen kaleidoskopartig vor­überziehen lasten. Die Kullurfilmoorstellung beginnt um 11.15 Uhr.

Gießener Wochcnmarktpreise.

Auf dem heutigen Wochenmarkte kosteten Butter 140 bis 150 Pfennig daS Pfund, Matte 30 biS 35, Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 8 bi« 10. Rote Rüben 10 biS 12, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis, 10, Dohnen 16 bis 25, Unter-Kohlrabi 5 bi« 6, Tomaten 15 biS 20, Zwiebeln 10 bi« 12, Kürbis 5 bi« 6, Pilze 20 bis 25. Kartoffeln 31/, bi« 4, Frühäpfel 10 bis 15. Falläpfel 4 bis 5, Dirnen 10 bi« 20, Dörrobst 30 bi« 35. Zwetschen 15 bi« 20, Mirabellen 40 bis 45, Reineclauden 10 bis 15, Pfirsiche 40 bi« 60. Preißelbeeren 35 bis 40, Brombeeren 30 bis 35, Honig 40 bis 50. Düsse 60 bi« 70, junge Hähne 90 bi« 110, Suppenhühner 90 bi« 100: Käse (zehn Stück) 60 bi« 140, Tauben 50 biS 70 Pfennig da« Sück. Sier 9 bi« 10, Blu­menkohl 30 bi« 70, Salat 5 biS 10, Salatgurken 10 bis 20. Sinmachgurken 2 bi« 4, Sndivien 10 bi« 15, Ober-Kohlrabi 8 bi« 10, Lauch 5 bi« 10, Rettich 10 bi« 15, Sellerie 10 bis 40; Radieschen 10 bis 15 Pfennig daS Bündel; Kartoffeln 3 bis 3,50 Mk. der Zentner.

LU. Von der Landes-Universität. Don der Pressestelle der Universität wird mit­geteilt : Iusturat Dr. Lu d w i g F u l d in Mainz, der sich durch zahlreiche Schriften auf fast allen Gebieten der Rechtswissenschaft einen angesehenen Damen erworben hat, feiert am 3. September sein 50jährige« Doktorjubiläum. Die Zaristische Fakultät der Hessischen LandeS-Universität in Gießen hat ihm aus diesem Anlaß da« Doktor­diplom mit ehrenden Worten erneuert.

"Die Führung österreichischer aka­demischer Würden. Das Hessische Kul­tusministerium hat durch Entscheidung vom 24. August allgemein bi« auf weitere« für Reichs­deutsche und österreichische Staatsangehörige die Genehmigung erteilt zur Führung folgender an ben Universitäten in Wien, Graz und Innsbruck erworbenen akademischen Würden: deS Dr. thcoL, Dr. jur., Dr. rcr. pol. und Dr. phil Der Einholung einer besonderen Genehmigung zur Führung dieser Würden in Hessen bedarf es daher nicht mehr. Auf den Dr. med. und sonstige öster­reichische Doktorgrade erstreckt sich die vor­stehende Genehmigung nicht.

Die Umgestaltung der Dämm­st r e ist nunmehr soweit gediehen, daß der »Stein des Anstoßes", das Haus an dem frühe­ren Engpaß an der Ecke Walltorstraße, völlig verschwunden und der Grundstücksplatz eingeebnet ist- Daß da- Ettahenbild in dem jetzigen Zu- stande nicht bestehen bleiben kann, ist natürlich llar. ES ist deshalb vom städtischen Hochbau- amt ein Projekt ausgearbeitet worden, da« die Errichtung eine« Wohnhauses an jener Stelle vor­

äinfrticbe Nachrichten.

Israelitische Gemeinden.

Israelitische RettgivnSgesellschast. Cabbatfetel ben 5 September. Freitag abend 6.35, SamStag vormittag 8.00, nachmittags 4 00. SabbatauSgang 7-50. Wochengottesdienst: Sonntag und Frei­tag morgens 5.00, an den übrigen Tagen mot» gen« 5.30, abends 6.30.

Gegen Wundlanfen Kl'M

Schweißabfonbes rung an Susen u. anderen Körperteilen (Wolf). Sonnen, v. (Heb scherbrand. Sofort schmerzstillend u. hellend Leo dar» Fettkrem, (blaue Packung) auch als Kosmetikum für Hände u. Gesicht. Tube 60 il 1 SJcl tn allen Chlorodout< Vertaufsstellen zu feabaL

steht, in dem eint Anzahl Wohnungen enthalteM fein feilen. Durch die Verwirklichung ble<e« Pro­jekte« würden auch neue Arden-Möglichkeiten er­schlossen, die in der heutigen Zeit für alle Teile der heimischen Wirtschaft besonder- zu begrüßen wären. Hoffentlich wird eS möglich sein, die Ini­tiative de« Hochbauamte- noch so zeitig in die Tat umzusetzen, daß der Bau bi« -um Beginn de« Winter- im Rohbau fertiggestellt werden kann. Natürlich wird bet diesem 'Bauvorhaben auf die Verbreiterung der Dammstraße an der Einmündung in die Walltorstraße Bedacht ge­nommen. Damit würde dann gleichzeitig der lang­gehegte Wunsch erfüllt werden, tn Zukunft den Durchgangsverkehr von dem Engpaß am frühe­ren .Einhorn" fernAuhalten und durch die Damm- straße über die Westanlage abzuleiten. Hoffentlich wird e« sich auch bald ermöglichen lassen, durch geeignete Maßnahmen den jetzigen Schandfleck an dieser Strahenstelle, die alte Scheuer, au beseiti­gen, damit da- Aussehen der Straße künftig kei­nen Anlaß zu Beanstandungen mehr bietet.

Frühodstoersteigerung der Stabt Dießen. 3n ben städtischen Obstgärten an ber Licher Straße fanb gestern oorrnttiag bie Versteige­rung de» Frühobstes statt. E» waren wenige 3nter> essenten erschienen. Für da» Obst wurden nur sehr niedrige Preise geboten, bie weit unter ben Be­tragen be» Vorjahre» lagen.

Krieger verein Gießen. Man schreibt un«: Die Mitglieder deS KriegervcreinS und deren Angehörige fühlen sich als eine Familie, wenn der Verein zu einer Veranstaltung ein­ladet. So war eS auch am Sonntag, 23. August, bei dem Familien-Au-flug nach dem Restaurant ..Dhilofophenwald". Bald war der Saal gefüllt, die Luftgewehre knallten bei dem angefetzten PreiSfchiehen, die Kinder machten wieder ihre übliche Verein-Polonaise, wofür sie mit je einer Brezel belohnt wurden. Zwischendurch wurde nach den abwechselnden Musikstücken getanzt. Sehr gemütlich verlief der Nachmittag, der einen be­sonderen Wert noch durch die ernste, mahnende Ansprache deS Vorsitzenden, LandgerichtSrat Trümpert, erhielt. Gegen 20.30 Uhr, al- bie besten Schützen I darunter auch Damen) ihre nütz­lichen und schönen Preise tn Empfang genommen hatten, wurde der Heimweg angetreten. Am vergangenen Sonntag waren die Meisterschützen der Kleinkaliber-Schützenabteilung de- Verein« -um BezirkS-Meisterschaft-schiehen der Krieger­kameradschaftHassia" angetreten, da« unter Lei­tung deS Derein-.Schießwarte« Aug. Wagner stand. Der Wettkampf war die-mal äußerst scharf, denn die Zahl der Kleinkaliberschützen ist seit vorigem Iahr um nahezu da« Vierfache gestiegen. Der DezirkS-Schiehwart Albin Klein konnte statt 6 Derein-gruppen in 1930 für diese« Iahr 21 Gruppen au- dem Bezirk Dießen melden. Soweit die Resultate biS jetzt vorliegen, haben die Schützen deS Kriegerverein- Gießen wieder mit der Gesamtringzahl von 598 sehr gut ab­geschnitten. DenHassia"-Wanderprei-, den sie zwei Iahre hintereinander errungen haben, wer­den sie voraussichtlich am 26. September bei dem Hassia-MeisterschastS-Schiehen verteidigen müssen.

** Winzerfest im Nauheimer Kur­haus. Am SamStag, 5. September, findet im KurhauS zu Dad-Nauheim daS Winzerfest statt. Den Besuchern wird, so schreibt man un», Gelegen­heit geboten sein, einige Stunden fröhlich zu ver­leben, zudem sich die Leitung die unterhaltsam» Ausgestaltung des Feste- sehr angelegen sein läßt. Sine besondere Bereicherung erfährt da- Pro- Sramm durch die Verpflichtung zweier Rundsunk- inftler: deS Daritonisten, Opern- und Konzert- Sänger« EarloS Llach und deS Vortrag-meister« und Schauspieler- Ernst Hartmann. Damen be« Balletts beS Mainzer Stabttheater« werden außerdem einige Tänze zur Aufführung bringen. Daneben wird für die Besucher reichlich &e(eaen- heit zum Tanz gegeben sein. Nähere- in der heu­tigen Anzeige.

Schöffengericht Gießen.

* Gießen, 2. Sept. Unter Au-schlutz bei Oefsentlichkeit wurde gegen einen auswärtigen Arbeiter wegen Notzucht verhandelt. Strafet 1 Iahr Gefängnis.

Sin Arbeiter stand unter der Anklage, am 5. Dezember 1930 in einer nationalsozialistischen Versammlung zu Bingenheim die versassunaS- mäßtg festgestellte republikanische StaatSsorm Dc« Reichs ober der Länder dadurch-willig und mit Ueberlegung verächtlich gemacht zu haben, daß er geäußert habe: .Sin anderer hat gesagt, bie Iustiz sei die Hure der Republik; ich sag» da- nicht." Dach der Auffassung de- Gerichts war auS tatsächlichen und rechtlichen Srwägun- den in dieser Redewendung keine Verächtlich­machung der republikanischen Staat- f o r m zu er­blicken; der Angeklagte wurde de-halb frelge- sprachen.

Ein Kaufmann aus dem Vogelsberg hatte aut einer von zwei Bürgen bereits unterschriebene» DürgschastSurkunbe bie Höhe der Bürgschaft«- summe unberechtigt von 500 Mk. in 6500 Mk. umgeändert und den so verfälschten Schein bei der Kasse eingereicht. Trotz seine- Leugnens durch die Beweisaufnahme einwandfrei über­führt, wurde et zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt.

Taten für Tonnerstag, 3. September.

Sonnenaufgang: 5.40 Uhr, Sonnenuntergang 19.10 Uhr. Mondaufgang: 20.57 Uhr, Mono- untergang: 12.29 Uhr.

1849: der Dichter Srnst Frhr. v. Zeuch ter« lebe» in Wien gestorben. 1883: der russische Dichte« Iwan Turgenjew in Dougival gestorben.

Aus dem Amtsverkünbigungsblatt.

Da« AmtSverkündigungsblatt Dr. 61 vom 1. September enthält: Die Srhebung einer Biersteuer in der Gemeinde Lindenstruth. Garbenteich und Trohe. Sonntagsruhe im Handelsgewetbe in den Landgemeinden des KreiseS Gießen. Dienstnachrichten.