Ausgabe 
3.8.1931
 
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Tageskalender

Eigener Freiwillige Feuerwehr. 20 LIHr, Haupt- übung - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Kinder

willige vanitätsko- der Lahn, auf dein

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2 Ratschläge für die Schönheitspflege auf der Reise

willigen SanitätSkolonne. Am 6omv tagvvrmittag hielt die Freiwillige SanitätSko lonne vom Roten Kreuz an k ' .

Haut, insbesondere 2. Zur Erlangung schöner weißer Zähne putze man früh und abends die Zähne mit der herrlich ____ , . , . ,afte Rötung eine erfrischenden Zahnpaste Chlorodont, die auch an den Seitenflächen mit Hilfe der CHI orodont-Zahn bürste fettfrei, rote Packung, fetthaltig, blaue Packung einen elfenbeinartigen Glanz erzeugt. Chlorodont-Zahnpaste, Tube 54 Pf. und 90 Pf., Chlorodont-Zahnbürste In allen Chlorodont-Verkaufsstellen zu haben. 1 Marl, CHIorodont-Kinderbürfte 60 Pf-, Thlorodont-Mundwasser 1 Mark.

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ben Haushaltungen, schärfste Revision der Zoll-, Steuer-, Gehalts-, Lohn- und Sozialpolitik unter möglichster Anpassung an die Verhältnisse der Vorkriegszeit.

Weiter nahm die

3ln»polUlt der Lanken

einen breiten Rahmen in den Verhandlungen ein. Unverständlich findet es der Vorstand der Kam­mer. daß die Danken auch die für den Mittelstand tätigen, sosort nach Erhöhung des ReichSbank- diSkvntS ihre Zinssorderunaen für gewährte Dar­lehen auf 50 v. H. über den Reichsbankdiskont heraus sehen, außer den Spesen usw. Zinsbe-

..äge von 15 v. H und mehr in Rechnung stellten.

Derm auch die Habenzinsen um 2 biS 3 v. H. erhöht worden sind, so bietet dies doch keines-

die wehmütige Weise begleitet ihn Tag, um ihm zu sagen:

Der Sommer fährt dahinI

Pornotizen.

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1. Zur natürlichen Bräunung der Haut fette man vor und nach der Besonnung die f Glicht und Hände, mit Creme Leodor gründlich ein; man erziest dann^ohne schmerzhafte Sfände, sonnengebräunte Hautfärbung. Creme Leodor * T ' ' .

tbe 60 Pf. und 1 Mark, Leodor.Edel-Seife 50 Pf. 3n allen Chlorodont-Verkaufsstellen zu haben.

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Handwerk und Finanzknsis

Sorfrerungen der Hondwerkskammer.

vor Gericht".

Aus dem Stadttheaterbureau wird unt geschrieben: Morgen Dienstag, 20 Uhr, 8. Vor­stellung des Sommcrabonnements mit einem ein­maligen Gastspiel des 28 Mann starken Chores der Kubankosakcn. Das Programm bringt aus der «rohen Jahl russischer Volks- und Soldatenlieder eine Auswahl der schönsten Lieder sowie vrchesterdar- dietungen russischer Balalaika-Musik und original russischer Tänze. Es gelten gewöhnliche Preise. Be- ginn 20 Uhr, Ende 22 Uhr.

Deim Wettschreiben wurde eine Höchst­leistung von 440 Silben in der Minute erzielt, und zwar von Fräulein Schließmann (Otnabrüd). In den Fremdsprachen wurden erzielt: In Espe­ranto 100 Silben, Italienisch 140 Silben, Pol­nisch 220 Silben, Lateinisch 160 Silben usw. Die Tagung schloß am Sonntag nitt einem Fest­abend, bei dem die Preisverteilung vorgenom­men wurde.

Ein scheuendes Pferd rast In eine Volksmenge.

Einen tragischen Ausgana nahm ein Fest in St. Li» (Frankreich). Zwei Gendarmeriebeamte, die sich auf dem Wege zur Stadt befanden, wurden vom Gewitter überrascht. Das Pferd des einen Beamten scheute, warf seinen Reiter zu Boden und stürmte in der Richtung de» Dorfe» davon. Hier raste e» mitten in dte Volks­menge, versetzte einem Soldaten einen Tritt, so daß der Unglückliche auf der Stelle tot liegen blieb. Da» Unglück wollte e», daß zu gleicher Zeit ein Kurzschluß in der Lichtzenttale ent- stand, so daß die ganze Stadt in tiefe» Dun- k c l gehüllt war. Das wild gewordene Pferd schlug weiter blindlings um fich und verletzte einen zweiten Soldaten lebensgefährlich. Ein Unteroffi­zier sowie mehrere Kinder erhielten ebenfalls Schläge und mußten in ein Krankenhaus überführt werden. Al» da» Licht wieder aufflammte, gelang e» endlich, da» Pferd zu bändigen.

Gelände des Marinevereins, eine Lebensrcttungs- übung ab, die erneut die Schlagfertigkeit der Kolonne auch auf diesem Gebiete unter Beweis stellte Ss war ein DootSunsall angenommen, bei dem drei junge Leute in die Gefahr gerieten, zu ertrinken. Vier Sanitäter, die besonder- als Ret­tungsschwimmer ausgebildet worden waren, brach­ten die Ertrinkenden innerhalb weniger Minuten an das Land. Im Anschluß daran wurden sofort W:ederbelbungsversuche geübt, die zum Teil mit einem sehr sinnreichen Atmungsapparat durch­geführt wurden. Das hohe Derantwortungsbe-

wußtsein. daS die hiesige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz auszeichnet, kam auch dadurch wie­der zum Ausdruck, daß an dieser Hebung nicht weniger als 40 Sanitäter teilnahmen.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

CO Klein-Linden, 2. Aug. Am Samstag konnte die In unserer Gemeinde tätige Hebamme, Frau Elisabethe Ulm, auf ihr 25jähriges Dienst- Jubiläum zurückblicken. Frau Ulm erfreut sich all- gemeiner Wertschätzung.

g. Klein-Linden, 2. Aug. Bei der heute durchgesührten Beigeordnetenwahl fielen auf Jakob H o f m a n n (SPD.) 310, auf Friedrich Schimmel (Gewerbeverein 242 und auf Philipp Klein V. (Landbund) 140 Stimmen. Zwischen Hos- mann und Schimmel wird nunmehr die Stichwahl zur endgültigen Entscheidung notwendig. Von ins­gesamt 1359 Einwohnern machten nur 722 von ihrem Stimmrecht Gebrauch.

Lollar. 2. Aug. Für die hiesigen Erwerbs­losen war ein V o r t r a g S ku r su s schon seit längerer Zeit eingerichtet worden. Die Themen wurden, um das Interesse wach zu halten, in wechselreicher Folge gewählt. Sie waren ge­nommen auS dem Gebiete der Literatur. Ver­fassung, Geschichte, Geographie, Naturkunde und des Kassenwesens. Don auswärtigen Rednern sprachen Herr Schulrat Fischer, Herr Weber lKrankenkasse) und Herr Dr. Ma lech von Gie­ßen. Da die hiesige Gemeinde nunmehr die Arbeitslosen zum größten Teile mit gemein­nützigen Arbeiten beschäftigt, wurde der DortragSkurfus zur Zeit einstweilen geschlossen.

$ Wirberg, 2. Aug. Die diesjährige Kon­firmandenstunde wurde mit einem Gottes­dienst schon im Iuli begonnen, damit bei den schwierigen Wegen im Winter, wenn schlechtes Wetter ist, gelegentlich im Interesse der Kinder einmal eine Stunde auSgefetzt werden kann. AuS dem engeren Kirchspiele sind es 9 Kinder und auS Saasen ein Kind. Damit ist die Zahl der Konfir- manden auf den tiefsten Stand seitBeginn des Register- gesunken. Das diesjährige Missi- o irB f e ft auf dem Dirberge findet am 16. August statt.

# Grüningen, 2. Aug. An den diesjährigen Reichsjugendwettkämpfen beteiligten sich wieder sämtliche Schüler der Oberklasse. Knaben und Mädchen zeigten wesentlich bessere Leistungen alS in den Vorjahren: dies gilt im besonderen für die Läufe. Richt selten wurden (biS zu 6) Lebcrpunkte erzielt. Rachftehend die ersten Sie­ger der einzelnen Gruppen: Fünfkampf der Gruppe I. Knaben: 1. Gerhard Bender, 94 Punkte. 2. Wilhelm Petri II, 92 P., 3. Helmut Marsteller, 78 P.. 4. Wilhelm Petri II, 74 P., 5. Wilhelm Drohhaus. 73 P. Dreikampf

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ee W ieder AuSweiSverfahren i m Zahlungsverkehr der Post. Wie WTB. zuverlässig erfährt, hat sich die Deutsche Reichs- post unter Zurückstellung ihrer Bedenken dazu entschlossen, das am 20. Iuli auf gehobene soge­nannte AuSweisversahren für Post- und Reichs- bankschecks sowie Post- und Reichsbanküberwei­sungen wieder zuzulassen. Bei dem Ausweisver- fchren handelt es sich bekanntlich um eine Er­leichterung im Zahlungsverkehr, und zwar der­gestalt, daß Irrhaber besonderer Ausweise mittel- Schecks Postanweisungen und Zahlkarten auflie» iern, Wertzeichen kaufen, Gebühren entrichten.

Postaufträge zur Deldeinziehung und Rachnah- men einlösen können, ohne daß Die Gutschrift der in Zahlung gegebenen Schecks abgewartet wird. Die Postverwaltung wird, sicherem Vernehmen nack das AuSweiSverfahren auch für Privat- bankscheckS wieder freigekvn, sobald die Verhält­nisse es irgendwie gestatten.

Marine-Konzert in 6er Dolks- Halle. DaS vom Hessenverein WilhelmShaven- Rüstringen am Samstagabend in der Volkshalle veranstaltete Marinekonzert hatte leider nicht den Besuch aufzuweisen, der in Anbetracht der guten Leistungen der Kapelle, der Veranstaltung au wünschen gewesen wäre. Die Flottenkapelle des LinienschiffesSchlesien", die in der schmucken Matrosenuniform erschien, wartete mit einer Reihe prächttger musikalischer Darbietungen auf. Ins­besondere in der Wiedergabe von Marschmusik leistete die Kapelle unter der zielsicheren Stab­führung des Obermusikmeisters W. W e I g c Vor­züglich^. Mit dem Marsch ..Deutschlands Ruhm" leitete die Kapelle den Abend ein und brachte dann die Ouvertüre zuWilhelm Teil", sowie das Steuermannslied und den Matrosenchor auS demFliegenden Holländer" zum Vortrag. Die Kapelle bewies damit, daß sie auch dieser Art Musik durchaus gerecht zu werden vermag. Die Fantasie auS der OperAida" gelangte nicht weniger gut zur Aufführung und veranlaßte das Publikum zu starkem Beifall. Der zweite Teil des Programms brachte eine charakteristische un­garische Rapsodie, den Donausagenwalzer, der außerordentlich gut gefiel, schließlich denAuf­zug der Stadtwache" und ein großes historisches Marlchpotpourri. in dem die Kapelle ihre gan­zen Fähigkeiten zu entfalten vermochte Der starke und verdiente Beifall des Publikums forderte zu mancher Beigabe heraus, und die Kapelle mußte sich nach fast jeder Programmnummer zur Wie­dergabe von weiteren Marschen verstehen. Die Kapelle hinterließ nicht nur durch ihre äußere, sondern auch durch ihre musikalische Disziplin, die bei jeder der Darbietungen nachdrücklich in Erscheinung trat, den denkbar besten Eindruck.

Lebensrettungsübung der Frei -

Preußen.

Kreis Wetzlar.

(D fit o f b o r f, 2. Aug. Der SchnittdesRog. gen», der in unserer Gemarkung sehr früh be­gonnen hatte, war infolge ber Auswinterungsschäben nickt sehr ergiebig. Nach vfcrzehntcigiger Dreschtätigkeit mit zwei Dreschmafchlen ist ole fein- tersrucht eingespeichert. Da» Ernteergebnis aus ber Sommerfrucht dürfte ein weit besseres werben. Die Hackfrüchte Haden sich bei ber feuchten Witterung gut entwickelt. Der Graswuchs auf ben Wiesen verspricht eine reichlicke Grummeternte.

Ä r o f bo r f, 2. Aug. Dem hiesigen Schützen­verein, der dem Lahn-Dill-Schützen- bund angehört.war auSAnlaß feines 30jäh- rigen Bestehens daS HauptbundeS- schießen übertragen, da- am Sonntag durch­geführt wurde. In den Morgenstunden schollen acht Vereine um die Schützenkette. Rach der Mittagspause zogen die Schützen unter Dorantritt der Krofdorfer Musikkapelür durch daS Dorf nach dem Schiehstand in denRoten Gräben", wo an acht Ständen das Ginzelfchießen seinen Fortgang nahm. Gegen Llbend sand auf dem Festplatz der Gastwirtschaft FrieS die Pret-Verteilung statt. Für daS Dundesschießen waren Geldpreise aus­gesetzt, während die Ginzelschühen wertvolle Gegenstände als Preise erhielten. Da- Ergeb­nis: Bundesschieben: 1. Schützenverein Hochel­heim mit 133 Ringen. 2. Wetzlar-Riedergirmes mit 126 Ringen, 3. Klein-Linden mit 121 Ringen, 4. BiSkirchen mit 118 Ringen, 5. Großen-Linden mit 113 Ringen, 6. Oberoiel mit 111 Ringen. EinAelsieger wurden 1. Friedrich Stein, Klein- Linden. 36 Ringe iStechschuß 12 Ringe): 2. Heinr. Humrich, Oberoiel, 36 Ringe: 3. Wtlh. Wagner, Oberbiel, 35 Ringe: 4. Wilh. Schnautz, Oberbiel, 35 Ringe: 5. Wilh. Schettler, Großen-Linden, 35 Ringe: 6. L. Pirr. Großen-Linden, 34 Ringe: 7. Wilh. Steinbach. Oberbiel, 34 Ringe: 8. Heinr. Dietrich, Steindorf, 34 Ringe,

Kreis Marburg.

WGR. Marburg, 2. Aug. SamSiagnachmit- tag gegen 6 Ufir wurde Geheimer Konfistorial- tat Professor D. Dornhäuser beim Lieber­schreiten des Wilhelm-Platzes von einem vvr- übcrfahrenden Auto zu Boden geworsen. Er erlitt eine klaffende Wunde am Hinterkopf, so bah man ibn mittel- AutoS in seine Wohnung brin­gen mußte.

WGR. Marburg, 2. Aug. Der Pächter der hiesigen Gtadtsäle will seine Gaststätte, die auch den größten Saal der Stadt umfaßt, wäh­rend der Ln.vettitätSferien vom 15. August biS 1. Oktober d. 2. schließen. Man führt a l S Grund Unrentabilität durch Rückgang der Festlichkeiten infolge der schlechten Wirt­schaftslage an.

Wegs einen Ausgleich, da den Danken nachweis­lich in großem Umfange vielfach Mittel aus billi­geren Kapitalquellen, wie die Gelder der RcichS- bank zur Verfügung stehen. Allein die Riesen­einlagen der Konten- und Spargeldinhaber er­forderten keine Geldbeschasfungskosten unb wur­den den Danken zu relativ niedrigen Einsätzen zur Verfügung gestellt.

Gerade die Mittelstandsbanken sollten sich über­legen, welches Unheil durch diese Zustande in den von ihnen betreuten Kreisen an gerichtet wird, aber auch welch» Folgen bei Rückkehr normaler Verhältnisse hieraus für die Danken entstehen können. WaS soll denn werden, wenn die ReichS- bank, wie jetzt geschehen, gezwungen wurde, ihren Diskont abermals zu erhöhen und auch die Dan­ken sofort abermals mit 30 biS 40 v. H. ZinS- aufschlag folgen?

Ter Borst and ist der Ansicht, daß zur Erhaltung unzähliger Existenzen deS gewerblichen Mittelstan­des durch eine besondere Rotvervrdnung die Dan­ken zu einer besonnenen ZinSpolitik zurückgeführt und zu einer Zurückrevision ihrer Z.nsaulschläge ab 15. Iuli angebalten werden müssen Es wurde beschlossen, diese Anregung dem Deutschen Hand­werk-- und Gewerbekammertag weiterzuleiten. Anschließend wurde ein Problem zum Dorttag gebracht, das die

Gründung einer Garantiegemelnschafl de» deutschen Handwerk»

im Rahmen der im Gange befindlichen Selbsthilfe der deutschen Wirtschaft handelt.

Maßgebend war der Gedanke, daß auch daS deutsche Handwerk als starker Wirtschaftskörper auf Grund seine- Anlage- und Betriebskapitals eine Garanttegerneinschaft bilden und entweder allein dem Reiche anbieten oder sich in die bereits bestehenden Gemeinschaften eingliedern sollte. Hierdurch dürfte daS Ansehen des Handwerk- ge­hoben, aber auch weiterhin das Derttauen in die deutsche Wirtschaft im In- und Ausland gefestigt werden. Sieht doch besonder- das Ausland hier­durch, daß es dem deutschen Volke selbst in den finanziell weniger gut gestellten Kreisen ernst ist, auS eigener Kraft sich emporzuringen und den Bestand deS Reiches zu fettigen.

DaS Problem fand allgemeine Zustimmung. GS wurde beschlossen, einen entsprech^den Antrag dem Deutschen Handwerks- und Gewerbekammer- tag vorzulegen.

Aus Oer prvvinzialha uptstadt.

Gießen, den 3. August 1931.

Schnittergesang!

Uns« Rachbar, einkleiner" Dauer, dengelt seine Sensen. Der Tag War windig und rauh, Wolken wurden am Himmel hin und her gejagt, kalte Regenschauer Famen herab, unb nur für Minuten schaute die Sommerfvnne auf die Erde bet ab. ®an» plötzlich aber legte sich der Wind, bet Himmel wurde klar und blank, die Sonne versank und hinterlieh einen goldenen Schein, alles Zeichen für die Dosierung des Werter-.

Da atmet der Landwirt auf, nun kann die umerbrochene Srntearbeit ihren Fortgang neh­men. 3m Abendsonnenlicht wird di« Sens« het- vorgeboit und geschärft. Das dauert oft bi­spät in die Rächt hinein. Aber Lieht braucht unser Rachbar nicht. Er sitzt Im Hof, einen Holz­klotz mit dem eisernen Kopf vor sich, und häm­mert und hämmert, prütt bann mit dem Dau­men die Schärfe und nimmt die andere Sense oder auch eine Sichel zur Hand.

Das gleichförmige Tack-Tack stört mich nicht. Es ifi eine Melodie, die noch auS meinen Kinder­tagen hcrüberklingt und mich zurückfübrt in eine andere Zeit. Damals hörte man in jedem Dorfe, in jedem Hause, zur Erntezeit dieses Tack-Tack: denn die Maschinen waren noch unbekannt. Herr und Frau, Knecht und Magd xogen am frühen Morgen mit Sicheln und Sensen aus, um die golbne Frucht zu schneiden. Das Dild hat sich heute geändert.

Knechte und Mägde haben sich nicht mehr ge­schmückt wie früher beim ersten Sensen schnitt. Die Pferde tragen keine Dlumensttäuße mehr beim Einfahren Der Frucht. Der Erntekranz, das Erntebier und der Tanz, sie sind dahin ...

Aber wie ehedem stehen die Getreidefelder im hellen Sonnenlicht, noch leuchten roter Mohn und blaue Kornblumen, am Rande wuchern Rittersporn, Kamille, Hirtentäschel und viele an­dere. Der Wind bewegt leise bie gelben Halme, unb ein leises Ahnen vom nahen Tode schwingt burch bas Feld.

Und noch ein# ist geblieben: da- Lied der Schnit­terinnen. DaS war da oben, am Abhang des lang­gestreckten HügelS, der zu einem großen Gute ge­bärt, daß ich wieder ein Schnitterlied hörte. Zwei Mähmaschinen umfuhren den ausgedehnten Acker unb legten bie Halme nieder. Dann kamen fleißige Mädchen, nahmen die Frucht, banden sie unb stell­ten bie Garben auf die Seite. Dabei sangen fie: Golbne Aehre, du muht fallen. Ich blieb stehen und lauschte den frischen Stimmen, die Maschinen knatterten in der Ferne unb störten da- liebliche Dild nicht.

Da standen bie Halme eben noch stolz und auf­recht, nur daS schwere volle Haupt leicht zur Erde geneigt. Run ein Schnitt, und bahin ist bie Herr­lichkeit. Gibt baS nicht jedem Menschenkind einen kleinen Stich durch das Herz? ®ing es den Mäd­chen anders? Uickewußt erklang auf einmal bie alte vertraute Weise, bie fie einst in ber Schule so oft gelungen hatten: Gold'ne Aehre, du mußt fallen, unb während der Arbeit wurden alle Stro­phen gesungen und wieder gelungen.

Der Lanomann summt unwillkürlich die Melo­die mit. wenn auch sein Het^ lackt über die reiche Erme. Gs ist ihm auch wie ein Abschiebnehmen, unb

Kunst und Wissenschaft.

Professor (Emil Warburg t-

® e r I i n, 2. Aug. Der frühere Präsident ber Phy­sikalisch Technischen Reichsonltalt, Prosessor Dr. Emil Warburg ist, wie dieDAZ." meldet, im 86. Le­bensjahr gestorben und bereits in aller Stille auf dem Stadtfriedhos in Bayreuth beigesetzt worden. Warburg verbrachte seine letzten Lebenstage auf seinem Gut (Brunau bei Bayreuth. Warburg wurde am 9. März 1846 in Altona geboren. Nach dem Be- such der Universitäten Heidelberg und Berlin war er 1870 Prioatdozent an der Universität Berlin, 1872 a. o. Professor an der Universität Straßburg im Elsaß unb 1876 o. Professor an der Universität Frei- bürg i. Br. 1895 wurde er an die Universität Berlin berufen und trat 1905 an die Spitze der Physikalisch- Technischen Reichsanstalt, deren Präsident er bis 1922 gewesen ist. Seine zahlreichen Aufsätze sind meist in den Annalen ber Physik unb ben Sitzungs­berichten ber Berliner Akabemie erschienen.

Verantwortlich für Lokales: L8. H. L Neuner.

von Dorstanb ber Hanbwerkskammer wird un» geschrieben:

Der Borftonb ber Hessischen Hanbwerk»kammer beschäftigt« sich in seiner «itzung vom 30. Juli neben anberen Dingen weitgehenb mit ber berzeitigen wirtschaftlichen Lage. Im einzelnen wurde bargelegt, in welcher Weise sich wohl die hessische Handwerks­kammer wie auch der deutsche Handwett», unb Ge­werbekamme rtag bemühten, Einfluß auf bie Rot- Verordnungen und deren Durchführung zu gewin­nen. Die Tätigkeit de» Kammertags in dieser schweren Zelt wurde besonder» anerkennend her- oorgehoben.

Der Kammertag hat seine schwersten Bedenken gegen die Att der Notverordnungen, vor allem ge- fien die scharfen Strafmaßnahmen bei Steuerrück- tänben nach dem 1. August d. 3. ber Reichsregierung rechtzeitig vorgetragen unb im Hinblick auf die Kapitaloerknappung auf die

Unmöglichkeit der Einbringung von Außen­ständen im Handwerk

die schonendste Behandlung dieser Derufsgruppe ge­fordert. In gleicher Sache aber auch wegen In- zahlungnahme von Kundenschecks seitens der Fi­nanzämter, Einlösung dieser Schecks durch Banken unb Sparkassen unb weitere Lockerung der Zah­lungssperre ist die Kammer bei den maßgebenden Stellen oorsteUig geworden.

Die Einschaltung der Kammer zur Ausstellung von Bescheinigungen zum Empfang von Geldern zu Lohn- und Gehaltszahlung auf Grund ber Notver­ordnungen hat sich durchaus bewährt. Konnten doch hierdurch in vielen Fällen Härten ausgeglichen wer- ben. Anerkannt wurde bie Ruhe unb Besonnenheit, mit ber bie Hanbwerksmeister bie einschneibenden Bestimmungen ber Notverordnungen in Kauf neh­men. Trotzdem die Betriebsinhaber nur bie Gelder für selbstschuldigen Lohn erhielten, für ben eigenen Lebensunterhalt kaum etwas abheben konnten, aber auch Zahlungen seitens ber Kunbschaft kaum ober nur in nicht einlösbaren Schecks oder Sparkassen­bücher erhielten, wickelte sich alle» verhältnismäßig ruhig ab. Der von ber Kammer burch bie Zeitungen an die Kundenkreise de» Handwerk» gerichtete Auf­ruf auf Barzahlung ber Rechnungen ist lelber fast ungehort verhallt.

Es besteht aber kein Zweifel darüber, daß die Ruhe unb Besonnenheit Im Handwett nur be­schränkt ist unb einer verzweifelten Stimmung Platz machen muß, wenn nicht in aller Kürze wesenlliche Lockerungen beS Zahlungsverkehrs eintreten, zumal allgemach bie Kosten durch bie Lohn- unb Steuerzahlungen erschöpft finb, neue Zuflüsse aber nicht erfolgen.

In ber Aussprache beurteilt ber Dorstanb bie weitere Entwicklung ber Dinge vessimistisch. Die verschiebenen Probleme zur Sanierung ber Ver­hältnisse, wie sie in ben Tageszeitungen vertre­ten werben, würben erörtert, ofyne bah man sich für baS eine ober anberc System btnbenb entschei- ben formte.

Dagegen würbe für unerläßlich gehalten, äußerste Sparsamkeit In öffentlicher Verwaltung, Zurückdämmung überspannter Ansprüche ber ein­zelnen DerufSzweige, sorgsamste Lebensweise auf allen Gebieten, auch In ber Privatwirtschaft unb

der Gruppe I. Mädchen: 1. Irmgard Schäfer. 65 P.. 2. Hilde Bender. 55 P., 3. Minna Leidtch, 54 P. 4. »lifc Marsteller. 45 P. Dreikainpi der Vorklafse, Knaben: 1. Albert Leidich. 70 P., 2. Alfred Marsteller. 67 P., 3 Äcr: vchwindt. SO P. 4. OmU Fay. 56 P. 5 Re.nhold (Silber:. 54 P. - Drei- kampfderVorklasfe. Mädchen: 1. Erna Größer. 65 P., 2. Frieda ttuler, 61 P-, 3. Martha Wolf. 59 P.. 4. Klara Peter. 54 P.. 5. Elisabethe Is he i in. 53 P

(_ Holzheim , 2. Aug. In den letzten Wochen waren die hiesigen Wodlfahrtserwerbslosen da­mit beschäftigt, etwa 200 Meter FriedhosSwege »u «haussieren. Die Instandsetzung stellte sich da­durch verhältnismäßig billig, daß die Steine zum Unterbau auS dem großen Va altfteinbruch der Gemeinde entnommen werden konnten unb die Plerdebesitzer bie Anfuhr umsonst leisteten.

Kreis Schotten.

Schotten. 2. Aug. Gs schweben zur Zeit Derhandlungen. ben Sängergau Vogels­berg - Süb, bce über 60 Vereine umfaßt, zu teilen. Die Gauvereine, bie sich um die grösse­ren Plätze Büdingen. Nidda. Gebern unb Schot­ten gruppieren, liegen räumlich so weit au-einan- bcr. daß Gauliebertage für die entfernten Teilnehmer immer finanzielle Opfer bedeuten. Zu­dem ist es schwierig, für 2000 Sänger Säle bereit zu stellen. Eine Teilung des Gaues stoßt gleich- fall- auf erhebliche Schwierigkeiten, weil einmal eine direkte Verkehrslinie Sq . iehlt

und zum andern die seitherigen Unterbände nicht zu zerreißen finb, da sie bie Ecksteine ber Gaue bllben. Sine außerordentliche Sänger- t a g u n g , die am 23. August in B l cki ck e n o a ch stattsindet, soll au diesen Fragen Stellung neh­men. Der Heisische Sängerbund wird durch fei­nen GeschäsiSsührer Roth (Darmstadt) und Den Prvvinzialvvrsitzenben Gengnagel (Grünberg) vertreten fein.

Arris Büdingen.

..T Bad Salz Haufen, 2. Aug. Die un­günstige Wttlschaftsiage macht sich auch in un­serem Badeorte bemerkbar. Trotz Hochsaison sind die privaten Pensionen und das Kurhau- nur mäßig besetzt Sine Au-nahme machen nur dieHetme (Blinden- und Kaufmann-crholung-- heim), bie, wie alljährlich, eine volle Besetzmtg ausweisen.

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