bett Die Kreblkbeblngungen werden mit Wirkung vom gleichen Tage auflöprozentp. a. Sollzinsen zuzüglich Kredilprovision festgesetzt.
Oie Kapitalerhöhung der Dresdner Bank.
Die Beteiligung des Reichs in Höhe von 3VV Millionen Reichsmark.
Berlin, l.QIug. (LU. Amtlich.) Um jeden Zweifel zu beheben, dah die Dre sdner Dank in der Lage ist, auch nach Wiederaufnahme deS vollen Zahlungsverkehrs ihre Funktionen zu erfüllen und ihren Einlegern die höchste b a n k- mäßige Sicherbert zu bieten, beteiligt sich die Reichsregierung an der Dresdner Bank mit einem voll ein* zahlten Kapital von 300 Millionen Mark. Das Reich übernimckt zu diesem Zweck 300 Millionen Mark Vorzugsaktien, die mit einer kumulativen Dorzugsdrvidende von 7 v. 5). ausgestattet sind. Da die Zustimmung des Aufsichtsrats zu der Schaffung der Vorzugsaktien heute erfolgt ist und die Mehrheit für die Durchführung der Beschlüsse durch die Generalversammlung gesichert ist, stellt das Reich die für den Bezug der Vorzugsaktien erforderlichen Mittel der Dresdner Bank s ch 0 n j e h t zur Verfügung. Die Vorstandsmitglieder der Dresdner Dank haben im Hinblick darauf, dah der weit- <mä größte Aktienbesitz sich beim Reich befinden wird, dem neuen Großaktionär die Dereitwillig- keit erklärt, ihre AemterzurVerfügung *u stellen. Das Reich hat sich seine Entschei- oung hierzu Vorbehalten.
Von der Dredsner Dank wird über die amtliche Mitteilung der Reichsregierung hinaus noch mitgeteilt: Q3et der Beteiligung des Reiches an der Dresdner Bank geht das Reich davon aus, dah eS nicht dauernd im Besitz der Aktien bleibt. Es besteht vielmehr die Absicht, von diesen Aktien Teilbeträge interessierten Kreisen zu überlassen.
Vorbesprechungen in Basel.
Basel, 2. Aug. (WTB.) Die für morgen vorgesehene Äugusttagung des Derwaltungsrats der $33. bat mit den üblichen internen Vorbesprechungen zwischen den bereits am Sitz der Bank eingetroffenen Gouverneuren und Präsidenten der Zentralnotenbanken ihren Anfang genommen. Die wichtigste Frage ist die Festlegung des Datums und des Ortes des Zusammentritts des am Freitag gebildeten Studtenkomitees aus zehn der bedeutendsten Bank«, Wirtschaft-- und Finanz- männern der ganzen Welt. Den Besprechungen wohnten von deutscher Seite bei: Geh. Oberfinanzrat Dr. Schäfer in Vertretung des Reichsbank' Präsidenten Dr. Luther, der wegen Unabkömmlichkeit diesmal nicht nach Bafel kommen wird, sowie die deutschen Verwaltungsratsmitglieder Bankier Dr. Melchior und Kommerzienrat R e u f ch. Mit dem Zusammentritt des Sachverständigenkomitees rechnet man am kommenden Samstag in Basel am Sitz der B3Z. Im übrigen ist das Komitee namentlich hinsichtlich der materiellen Fragen vollkommen cherr seiner Entschlüsse. Dazu gehören nicht nur die Wahl des Präsidenten des Komitees, für die wohl der Präsident der Chase Rational Bank A. W l g g i n in Frage kommen wird, sondern auch die Frage des einzuschlagenden Arbeitsverfahrens.
Neues Abkommen zwischen Krankenkassen und Aerzten.
Senkung der Kosten für ärztliche Behandlung von Kaisenmitgliedern.
Berlin, 1. Aug. (TU.) Amtlich. Am 31. Juli verhandelten bie Spitzenverbände der Aerzte und Krankenkassen im Reichsarbeitsministerium über die Arzthonorare. Man war sich darüber einig, daß im Hinblick auf die schwere wirtschaftliche Lage die Kosten für ärztliche Behandlung alsbald gesenkt werden müssen. Da eine Dauerlösung wegen der zahlreichen, hiermit zusammenhängenden Fragen noch eingehend beraten und vorbereitet werden muß, trafen die Verbände eine vorläufige Vereinbarung, die bis zur endgültigen Regelung gelten soll.
Es ist vorgesehen, daß unter Zugrundelegung der den Kassenärzten im Jahre 1930 pro Kassenmitglied gezahlten Honorare (einschließlich Sachleistungen und Weggebühren) ein Abschlag gewährt wird, der je nach der Höhe des auf den Kopf des Versicherten entfallenden Betrages von 10 0.H. bis 2 0 v.H. gestaffelt ist. Die Regelung gilt vom 1. Juli 1931 ab bis auf weiteres. Es wurde ver- einbart, daß während der Dauer dieses Abkommens die Anträge von Kassen auf Beschränkung der Neuzulassung von Aerzten ruhen und daß von dem Recht der Vertragsliquidierung nach § 370 der Reichsversicherungsordnung kein Gebrauch gemacht wird. Die Verhandlungen über eine endgültige Lösung sollen alsbald fortgesetzt werden.
Durch dieses Abkommen werden alle andersartigen Vereinbarungen oder Entscheidungen der Schiedsinstanzen ersetzt, die bei einzelnen Krankenkassen seit dem 1-. September 1930 bereits erfolgt sind. Ein weitergehender großzügiger Vorschlag der Aerzte wurde von den Kassenverbänden vorläufig abgelehnt. Er bezweckte, die Vergütungen für die Kassenärzte ein für allemal in ein bestimmtes festes Verhältnis zur Grundlohnsumme, also zum Arbeitseinkommen der Versicherten zu setzen, und damit die Einkünfte der Kassenärzte selbsttätig der jeweiligen Leistungsfähigkeit der Versicherten und der Wirtschaftslage anzupassen. Die Reichsregierung legt den größten Wert auf eine baldige befriedigende Dauerlösung, um bei der Sanierung der gesamten Sozialversicherung von diesen besonderen Schwierigkeiten entlastet zu sein. Die ärztlichen Dpihen- organisationen hoffen, dah dabei ihre umfassenden Pläne zu einer Reuregelung des Verhältnisses zwischen Krankenkassen und Aerzten berücksichtigt werden, die sie dem Reichsarbeitsministerium in einer ausführlichen Denkschrift vorgelegt haben.
Edison ernstlich erkrankt.
Der greife, 84jährige Erfinder Edison hat einen schweren körperlichen Zusammenbrucy erlitten. Er liegt zur Zeit noch in tief st er Ohnmacht. Man hat durch Flugzeuge zwei bekannte Aerzte nach seinem Heim in Westorange (Neujersey) geholt und befürchtet in Anbetracht des hohen Alters jeden Augenblick das Schlimmste.
Der so M.-psmid Kredit sür England gesichert.
Gemeinsame französisch • amerikanische Krediiakiion zur Sicherung des englischen Pfundes.
London, 1.Aug. (WTB.) Die Dank von England gibt bekannt, daß die Bonk von Frankreich und die Federal Reserve Bank of New York der Bank von England je einen Kredit in höhe von 25 Millionen Pfund Sterling zur Verfügung gestellt haben. Das britische Schahamt hat die Bank von England gebeten, sie möge gemäß Gesetz von 1928 ihre Ermächtigung dazu erteilen, daß für die Zeit von drei Wochen Banknoten in höhevon 15 Millionen Pfund Sterling emittiert werden. Die Gesarntemifsion der Banknoten würde dann 275 Millionen Pfund Sterling betragen. Die zwifchen Kindersley und dem Gouverneur der Bank von Frankreich, Morel, erzielte Einigung wird durch ein kurzes Kommunique der Bank von Frankreich amtlich bestätigt. Morel gab seinerseits eine ergänzende Erklärung ab und sagte etwa folgendes: Man wird in unserer Intervention ein Beispiel für den Geist der engen Zusammenarbeit zwischen den Zentralbanken finden, der uns hier bereit, und ich hoffe, dah unsere Geste im Sinne der Schaffung eines wichtigen Elementes des in dieser unruhigen Zeit besonders unentbehrlichen vertrauens ausgelöst werden wird. Die Federal Reserve Bank of New York hat der Bank von England die gleiche Hilfe gebracht, und zwar in eng ft et Verbindung mit uns. Die Bedingungen des Vertrages mit unseren Londoner Freunden ent- prechen vollkommen den Bedingungen unseres eigenen Vertrages.
Genugtuung in Paris.
Paris, 2. Aug. (TU.) Der Abschluß der ranzösisch-englischeu Finanzverhandlungen wird in der französischen Presse mit großer Genugtuung ausgenommen. Man unterstreicht, dah dieser neuer Ausdruck der internationalen Solidarität icherlich nicht vhnepsychologische Auswirkungen bleiben werde. Die genauen Modalitäten des Kredites werden nun in einigen Blättern dargelegt. ES handelt sich demnach um einen Rediskontkredit auf vorläufig drei Monate, der aber im Bedarfsfälle verlängert werden tarnt. Der Zinsfuß beträgt 3,3 v. H. 3n franzo- ischen Finanzkreisen ist man der Auffassung, >aß die Dank von England den ihr zur Der- ügung gestellten Kredit nur zu einem geringen Teil in Anspruch nehmen werde. Der „3ntranfi- geant" meint, man könne auch in Deutschland mit dem Abschluß der Verhandlungen zu - rieben sein, da das Reich in England nun
nicht mehr einen bedrängten Gläubiger vor sich habe, der auf der baldigen Rückgabe seiner Kredite bestehe. Deutschland könne nun in aller Ruhe an die Wiederaufrichtung seiner Finanzen gehen, um recht bald wieder den Platz in der internationalen Finanzwirtschaft einzunehmen, aus dem es vorläufig verdrängt worden sei. Die „Ere Rouvelle" erklärt, bei der Londoner Konferenz sei darauf hingewiesen worden, daß die FinanzlageEnglandses nicht erlaube, sich an einer Hilfsaktion für Deutschland zu beteiligen. Man müsse zunächst die englischen Finanzen sanieren, ehe man an eine gemeinsame Hilfe für Deutschland denken könne. Heute sei nun alles geschehen, um die englischen Finanzen zu retten. Man könne gespannt die Verwirklichung des Hilfsplanes für Deutschland erwarten.
Frankreichs Beteiligung an dem Gtillhaltekonsortium.
Günstiger Stand der Verhandlungen.
Paris, 1. Aug. (TU.) Zwischen dem Gouverneur der Bank von Frankreich, M 0 r e t und dem Pariser Vertreter der Deutschen Bank, E l i a t haben Verhandlungen über die Beteiligung der französischen Banken an dem S tillhaltekonsortium stattgefunden. An diesen Besprechungen im Gebäude der Dank von Frankreich nahm vorübergehend auch der Generaldirektor der Banque de Paris et des Pays Das, Moreau, teil. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, hat letzterer die Erklärung abgegeben, daß er als Mitglied der Sachverständigenkonferenz entschlossen sei, die bedingungslose Teilnahme der französischen Danken an dem Stillhaltekonsortium mit allen Mitteln zu fördern. Bei den Verhandlungen sind irgendwelchr Fragen politischer Ratur nicht aufgeworfen worden, da es sich in diesem Zusammenhang um rein bankmäßige und technische Probleme handele. Das Ergebnis soll g ü n ft i g sein und eine starke Förderung der bisher noch ausstehenden französischen Beteiligung bedeuten. Was die Einzelheiten an* belangt, so hat sich in Paris bereits ein aus vier Vertretern der französischen Großbanken gebildeter Ausschuß konstituiert, dem die Vorschläge des deutschen Reichsbankpräsidenten Dr. L u t he r in bezug auf die D ldung des Stillhaltelonsor iumS vorgelegt wurden. Abgesehen von einigen Gegenvorschlägen wurde die deutsche Auffassung von französischer Seite grundsätzlich gebilligt. Als bevollmächtigter Vertreter der Deutschen Dank ist Direktor Schlieper in Paris eingetroffen, um an den Besprechungen teilzunehmen.
Oer rote 1. August.
Schwere Ausschreitungen in Berlin.
Keuerüberfall auf die Polizei.
Berlin, 1.Aug. (OB.) Am Samstag kurz nach 15 Ahr wollten an der Ecke der Mainzer Straße und der Frankfurter Allee fünf Polizeibeamte einet mehrhundertköpsigen Menge von Antik riegs- tagsbemonftranten entgegentreten, um den Zug aufzulösen. Insbesondere handelte es sich um einen Ittann, der vor dem Lokal „Mainzer (Ktfc“ Hetzreden hielt, kaum waren die Beamten auf die Menge zugegangen, als plötzlich von allen Selten Schüsse fielen. Zwei Schützen hatten sich in der Mitte der Straßenkreuzung ausgestellt, ein Schütze hatte sich hinter einem Zeitungskiosk verschanzt. Innerhalb weniger Minuten wurden etwa 20 Schüsse auf die Beamten, die von der Menge eingekreist waren, abgegeben. Der polizeiwacht- meifter Bie big, verheiratet und Vater mehrerer Kinder, sank blutüberströmt zu Boden. Seine vier Kameraden wurden von der Menge m i l Steinen beworfen und niedergeschlagen. Sie konnten sich schließlich unter Abgabe von Schüssen befreien. Als einer von ihnen Verstärkung heranholen wollte, setzte der elektrische Strom aus. Ein unbekannter Täter hatte sich in das Lokal geschlichen und die Fernsprechleitung durchschnitten. Schließlich konnten sich die Beamten, nachdem sie eine Reihe von Schüssen abgefeuert hatten, Luft machen. Zwei Demonstranten sind von den Kugeln getroffen worden. Die Polizei hat die gesamte Gegend abgesperrt und in allen benachbarten Hausern Durchsuchungen vorgenommen. Ls ist bereits gelungen, den Haupträdelsführer, der zuerst festgenommen werden sollte, aber von der Menge mitgerissen wurde, festzustellen und zu verhaften.
Der Berliner Polizeipräsident nimmt zu den Zusammenstößen in einem (Kommunique Stellung, in dem es heißt, daß die Demonstranten „vorheriger Anweisung gemäß" nicht in der üblichen „Kommuni st entrach t“, sondern in besserer bürgerlicher Kleidung erschienen seien. Am besser zielen zu können, seien die Täter in „K n i e ff e l - lung“ gegangen und hätten viebig, wie seinerzeit kuhfeldt, regelrecht abgeschossen. Daß der Meber- faU planmäßig vorbereitet gewesen sei, zeige auch die Störung der Telephonleitung in der Gastwirtschaft, von der aus die Polizisten Verstärkung herbeirufen wollten. — Das (Kommunique schließt mit der Feststellung, daß unweit der Ueber- sallstelle kommunistische p 0 sten ausge- ft e 11 ( gewesen seien, die hin und her patroullierten und den Demoffranten Anweisung erteilten. Dies lasse die bei den Kommunisten betriebene militärische Ausbildung erkennen.
Aniikriegsiag in Nürnberg wird abgeblasen.
Rürnberg, 1. August. (TU.) 3nfo(ge umfangreicher Polizeimaßnahmen hatte bie Kommunistische Partei im letzten Augenblick die für Samstag vor dem Nürnberger Arbeitsamt geplante Hauptkundgebung aus Anlaß des 3nternativnalen Antikriegstages abgebla- s en. Die Menge zerstreute sich und versuchte nun,
in einzelnen Gruppen in den Straßen zu demonstrieren. Um 11.15 Uhr mußte die Polizei in der Ledergasse eine Räumungsaktion vornehmen, wobei auch der Gummiknüppel zur Anwendung kam. Die polizeilichen Vorkehrungen erstreckten sich auch auf dieSchließung sämtlicher kommunistischer Bureaus. Ferner wurde eine Reihe von kommunistischen Führern fest genommen. Die kommunistische Propaganda ist sehr rege. Die Arbeiterbevölkerung wird mit Flugblättern überschwemmt.
Llnruhiges Wochenende in Frankfurt und Offenbach.
Frankfurt a. M., 2. Aug. (WSR.) Der Samstag stand in Frankfurt im Zeichen der kommunistischen Antikriegspropaganda und einer nationalsozialistischen Kundgebung für den Volksentscheid. Während letztere ruhig verlief, hatte die Polizei gegenüber den Komnrunisten mehrmals Anlaß zum Einschreiten, da diese immer wieder versuchten, Massenumzüge zu veranstalten. Bei dem Versuch, in der Kaiserstr a ß e einen Zug zu bilden, wurden neun Personen verhaftet. 3n der Berger st raß« wurde ebenfalls eine kommunistische Ansammlung von der Polizei zerstreut. An verschiedenen andern Stellen, namentlich an der Konstabler Wache und in der Altstadt, muhte die Polizei ebenfalls wiederholt einschreiten. Erst in d^n späten Abendstunden war die Ruhe vollständig wiederhergestellt.
3n Offenbach kam es in der 3nnenstadt zu Zusammen st ößen zwischen der Polizei und Kommunisten. Einige Handzettelverieiler hatten Schriften aufreizenden 3nhalts verbreitet, die nicht der Polizei vorgelegt worden waren. Das herbeigerufene Überfallkommando nahm einige Verhaftungen vor. Einer der Beteiligten wurde sofort dem Schnellrichter vorgeführt. Er erhielt wegen verbotswidriger Flugzettelvertei- tung 14 Tage Haft.
Oie „Kok Kahne^ und ihre Kopfblätter verboten.
Berlin, 2. Aug. (WTB.) Die „Rote Fahne" einschließlich ihrer Kopfblätter „Volksmacht" und „Volksecho" find heute auf Grund der Notverordnung zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen verboten worden. Die genannten Blätter haben unter der Ueberschrift „Großes Dolkstreffen der Werktätigen" Kampfforderungen der Korn- muniftifchen Partei veröffentlicht, die gleichbedeutend find mit der A 11 f f 0 r d e r u n g z u Gewalttätigkeiten.
Zwei Todesopfer einer politischen Schlägerei.
Berlin. 3. Aug. (ERB.) 3n Witt stock an der Dosse kam es am Sonntag zu einem blutigen Straßenkampf zwischen Kommunisten und Rationalsozialisten. Dabei wurden zwei Personen, ein Rationalsozialist und ein Unbeteiligter, durch Kopf- und Brustschüsse getötet; drei Personen erlitten Verletzungen. . Die Rationalsozialisten wollten am Sonntag eine Versammlung zum Volksentscheid abhalten. Gegen 18 Uhr versammelte sich ein größerer Trupp von ihnen in dem Parteilokal „Gasthaus zum Kronprinzen", um von da aus geschlossen den Versammlungssaal aufzusuchen. Gleich nach dem Abmarsch begegneten sie einem größeren Trupp Kommunisten. Es kam zu einer heftigen Prügelei. Plötzlich fielen
mehrere Schüsse, die unter allen Beteiligten große Verwirrung anrichteten. Beide Parteien liefen nach den entgegengesetzten Richtungen auseinander. Auf dem Strahenpfläster blieben zwei Personen, der Chauffeur Schröder aus Kehrberg bei Pritzwalk, Mitglied der RSDAP., und der unbeteiligte Runzur aus Wittstock tot liegen. Drei Verletzte konnten sich bis in nahegelegene Häuser retten, wo sie dann zusammenbrachen. Sie haben Arm- und Beinschüsse davongetragen.
Oer 1. August in polen.
Warschau, 2. Aug. (WTB.) Der AntikriegS- tag der Kommunisten in Polen hat zu zahlreichen Ausschreitungen geführt. 3n Warschau selbst kam es am Samstagnachmittag zu einem Zusammenstoß zwischen etwa 300 Demonstranten und einigen Polizisten, die von der Schußwaffe Gebrauch machten. Ein Arbeiter wurde getötet, vier Arbeiter wurden verletzt. 3m Kohlenbecken von Dombrowa ereigneten sich mehrere Zusammenstöße. 3n Dombrowa selbst konnten die Kundgebungen schnell unterdrückt werden. 3n der Arbeiterkolonie Schulno bei Dombrowa dagegen griffen ungefähr 1000 Arbeiter die Polizisten mit Steinen an. Vier Polizisten wurden durch Stein-/ würfe, fünf Demonstranten durch Schüsse verletzt. 3n D e n d z i n wurden von den-dersonstrierenden Arbeitern einer getötet und fünf verwundet, in Ostrzenieszhne einer getötet und einer verwundet.
Ruhiger Verlauf in Frankreich.
Parts. 1. August. (TU. Funkspruch.) Der 1. August, für den die französischen Kommunisten zahlreiche Kundgebungen angesagt hatten, ist bis in die Abendstunden in Paris vollkommen ruhig verlaufen. Das Straßenbild ist unverändert. 36 Personen, die Flugblätter ankleben oder verteilen wollten, wurden verhaftet. Unter ihnen befanden sich einige Ausländer. — Auch aus Marseille und den übrigen Provinzstädten werden keine Zwischensälle gemeldet. Der.TernpS" bezeichnet die Moskauer Kampfparole als vollkommen gescheitert.
Aus aller Wett.
Besteigung der Rordwand des Matterhorns.
Am 31. Juli ist die feit 80 Jahren unzählige Male in Angriff genommene, aber bis jetzt immer gescheiterte Besteigung der Nordwand des Matterhorns zwei deutschen Akademikern aus München geglückt. Sie wurden vom Ausgangspunkt der Besteigung am Tiefenmattengletscher (2900 m) bis zur Höhe der Schulter beobachtet, die sie um 20.30 Uhr erreichten. Seitdem hat man die beiden nicht mehr gesehen, da der obere Teil des Matterhorns in Nebel gehüllt ist. Man vermutet aber, daß die beiden Bergsteiger die Nacht in der 4000 m hohen Solvay-Hütte verbracht haben.
Unfall eines Fallfchirmpilolen.
Bei den auf dem Flugplatz in Maxglan bei Salzburg veranstalteten Kunst- und Schauflügen sprang der 23jährige Fallschirmpilot Wilhelm Markgraf aus München aus einer Höhe von 500 Meter jpro- grammäßig aus dem Flugzeug, um mit dem Fallschirm niederzugeben. Der Fallschirm öffnete f i ch aber nicht sogleich, sondern erst in einer Höhe von 50 Meter über dem Erdboden, was aber den scharfen Sturz nickst mehr aufhalten konnte. Markgraf blieb bewußl 0 s liegen und wurde mit mehreren Knochenbrüchen und inneren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.
9. Slenographenlag dec Schule Slolze-Schrey.
Rachdem auf dem 9. Stenographentag der Schule Stolze-Schrey in Breslau der Samstag rein geschäftlichen Sitzungen gewidmet war, wurde am Sonntagvormittag die Festversammlung im Konzerthaus abgehalten, an die Vertreter der Stadt Breslau, der Universität und deck Technischen Hochschule Begrüßungsworte richteten. Sodann hielt Oberstudienrat a. D. Professor Dr.Morgenstern, Berlin, einen Vortrag über das Thema „Kurzschrift und Kultur".
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Wettervoraussage.
Die flache Störung über Frankreich und Westdeutschland hat stärkere Bewölkung verursacht, und auch in unterem Bezirk zu vereinzelten Niederschlägen geführt. Mittlerweile rückt das Tief weiter südlich ab, so daß wir mehr in den Bereich de« Hochdruckgebietes gelangen, welches über der Nord, see und Südskandinavien lagert. Seine an der Südseite ausschließenden ßuftmaffen werden uns in bei nächsten Tagen wieder 'chönes Wetter bringen. Die Bewölkung geht zurück, und bei meist heiterem Himmel herrscht sommerliches Wetter mit zunehmender Erwärmung vor.
Vorhersage für Di enstag: Uebergang zu meist heiterem Wetter, warm und trocken.
Vorhersage für Mittwoch: Heiter, warn, und trocken.
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