Ausgabe 
3.8.1931
 
Einzelbild herunterladen

bett Die Kreblkbeblngungen werden mit Wirkung vom gleichen Tage auflöprozentp. a. Sollzinsen zuzüglich Kredilprovision festgesetzt.

Oie Kapitalerhöhung der Dresdner Bank.

Die Beteiligung des Reichs in Höhe von 3VV Millionen Reichsmark.

Berlin, l.QIug. (LU. Amtlich.) Um jeden Zweifel zu beheben, dah die Dre sdner Dank in der Lage ist, auch nach Wiederaufnahme deS vollen Zahlungsverkehrs ihre Funktionen zu er­füllen und ihren Einlegern die höchste b a n k- mäßige Sicherbert zu bieten, beteiligt sich die Reichsregierung an der Dresdner Bank mit einem voll ein* zahlten Kapital von 300 Millionen Mark. Das Reich übernimckt zu diesem Zweck 300 Millionen Mark Vorzugsaktien, die mit einer kumulativen Dorzugsdrvidende von 7 v. 5). ausgestattet sind. Da die Zustimmung des Auf­sichtsrats zu der Schaffung der Vorzugsaktien heute erfolgt ist und die Mehrheit für die Durch­führung der Beschlüsse durch die Generalversamm­lung gesichert ist, stellt das Reich die für den Bezug der Vorzugsaktien erforderlichen Mittel der Dresdner Bank s ch 0 n j e h t zur Verfügung. Die Vorstandsmitglieder der Dresdner Dank haben im Hinblick darauf, dah der weit- < größte Aktienbesitz sich beim Reich befinden wird, dem neuen Großaktionär die Dereitwillig- keit erklärt, ihre AemterzurVerfügung *u stellen. Das Reich hat sich seine Entschei- oung hierzu Vorbehalten.

Von der Dredsner Dank wird über die amtliche Mitteilung der Reichsregierung hinaus noch mit­geteilt: Q3et der Beteiligung des Reiches an der Dresdner Bank geht das Reich davon aus, dah eS nicht dauernd im Besitz der Aktien bleibt. Es besteht vielmehr die Absicht, von diesen Aktien Teilbeträge interessierten Kreisen zu überlassen.

Vorbesprechungen in Basel.

Basel, 2. Aug. (WTB.) Die für morgen vor­gesehene Äugusttagung des Derwaltungsrats der $33. bat mit den üblichen internen Vorbe­sprechungen zwischen den bereits am Sitz der Bank eingetroffenen Gouverneuren und Präsidenten der Zentralnotenbanken ihren Anfang genommen. Die wichtigste Frage ist die Festlegung des Datums und des Ortes des Zusammentritts des am Frei­tag gebildeten Studtenkomitees aus zehn der bedeutendsten Bank«, Wirtschaft-- und Finanz- männern der ganzen Welt. Den Besprechungen wohnten von deutscher Seite bei: Geh. Oberfinanz­rat Dr. Schäfer in Vertretung des Reichsbank' Präsidenten Dr. Luther, der wegen Unabkömmlichkeit diesmal nicht nach Bafel kommen wird, sowie die deutschen Verwaltungsratsmitglieder Bankier Dr. Melchior und Kommerzienrat R e u f ch. Mit dem Zusammentritt des Sachverständigenkomitees rechnet man am kommenden Samstag in Basel am Sitz der B3Z. Im übrigen ist das Komitee namentlich hinsichtlich der materiellen Fragen vollkommen cherr seiner Entschlüsse. Dazu gehören nicht nur die Wahl des Präsidenten des Ko­mitees, für die wohl der Präsident der Chase Ra­tional Bank A. W l g g i n in Frage kommen wird, sondern auch die Frage des einzuschlagenden Ar­beitsverfahrens.

Neues Abkommen zwischen Krankenkassen und Aerzten.

Senkung der Kosten für ärztliche Behand­lung von Kaisenmitgliedern.

Berlin, 1. Aug. (TU.) Amtlich. Am 31. Juli verhandelten bie Spitzenverbände der Aerzte und Krankenkassen im Reichs­arbeitsministerium über die Arzthonorare. Man war sich darüber einig, daß im Hinblick auf die schwere wirtschaftliche Lage die Kosten für ärztliche Behandlung alsbald gesenkt werden müssen. Da eine Dauerlösung wegen der zahlreichen, hiermit zusammenhängenden Fragen noch eingehend beraten und vorbereitet werden muß, trafen die Verbände eine vorläufige Vereinbarung, die bis zur endgültigen Regelung gelten soll.

Es ist vorgesehen, daß unter Zugrundelegung der den Kassenärzten im Jahre 1930 pro Kassenmitglied gezahlten Honorare (einschließlich Sachleistungen und Weggebühren) ein Abschlag gewährt wird, der je nach der Höhe des auf den Kopf des Ver­sicherten entfallenden Betrages von 10 0.H. bis 2 0 v.H. gestaffelt ist. Die Regelung gilt vom 1. Juli 1931 ab bis auf weiteres. Es wurde ver- einbart, daß während der Dauer dieses Abkommens die Anträge von Kassen auf Beschrän­kung der Neuzulassung von Aerzten ruhen und daß von dem Recht der Vertrags­liquidierung nach § 370 der Reichsversicherungs­ordnung kein Gebrauch gemacht wird. Die Verhandlungen über eine endgültige Lösung sollen alsbald fortgesetzt werden.

Durch dieses Abkommen werden alle anders­artigen Vereinbarungen oder Entscheidungen der Schiedsinstanzen ersetzt, die bei einzelnen Kranken­kassen seit dem 1-. September 1930 bereits erfolgt sind. Ein weitergehender großzügiger Vor­schlag der Aerzte wurde von den Kassenverbän­den vorläufig abgelehnt. Er bezweckte, die Vergütungen für die Kassenärzte ein für alle­mal in ein bestimmtes festes Verhält­nis zur Grundlohnsumme, also zum Arbeitseinkommen der Versicher­ten zu setzen, und damit die Einkünfte der Kassenärzte selbsttätig der jeweiligen Leistungs­fähigkeit der Versicherten und der Wirtschaftslage anzupassen. Die Reichsregierung legt den größten Wert auf eine baldige befriedigende Dauer­lösung, um bei der Sanierung der gesamten Sozialversicherung von diesen besonderen Schwie­rigkeiten entlastet zu sein. Die ärztlichen Dpihen- organisationen hoffen, dah dabei ihre umfas­senden Pläne zu einer Reuregelung des Ver­hältnisses zwischen Krankenkassen und Aerzten berücksichtigt werden, die sie dem Reichsarbeits­ministerium in einer ausführlichen Denkschrift vorgelegt haben.

Edison ernstlich erkrankt.

Der greife, 84jährige Erfinder Edison hat einen schweren körperlichen Zusammenbrucy erlitten. Er liegt zur Zeit noch in tief st er Ohnmacht. Man hat durch Flugzeuge zwei bekannte Aerzte nach seinem Heim in Westorange (Neujersey) geholt und befürchtet in Anbetracht des hohen Alters jeden Augenblick das Schlimmste.

Der so M.-psmid Kredit sür England gesichert.

Gemeinsame französisch amerikanische Krediiakiion zur Sicherung des englischen Pfundes.

London, 1.Aug. (WTB.) Die Dank von Eng­land gibt bekannt, daß die Bonk von Frankreich und die Federal Reserve Bank of New York der Bank von England je einen Kredit in höhe von 25 Millionen Pfund Sterling zur Verfügung gestellt haben. Das britische Schahamt hat die Bank von England gebeten, sie möge gemäß Gesetz von 1928 ihre Ermächtigung dazu erteilen, daß für die Zeit von drei Wochen Banknoten in höhevon 15 Millionen Pfund Ster­ling emittiert werden. Die Gesarntemifsion der Banknoten würde dann 275 Millionen Pfund Ster­ling betragen. Die zwifchen Kindersley und dem Gouverneur der Bank von Frankreich, Morel, erzielte Einigung wird durch ein kurzes Kommunique der Bank von Frankreich amtlich bestätigt. Morel gab seinerseits eine ergänzende Erklärung ab und sagte etwa folgendes: Man wird in unserer Intervention ein Beispiel für den Geist der engen Zusammenarbeit zwischen den Zentralbanken finden, der uns hier be­reit, und ich hoffe, dah unsere Geste im Sinne der Schaffung eines wichtigen Elementes des in dieser unruhigen Zeit besonders unentbehrlichen ver­trauens ausgelöst werden wird. Die Federal Re­serve Bank of New York hat der Bank von England die gleiche Hilfe gebracht, und zwar in eng ft et Verbindung mit uns. Die Bedingungen des Vertrages mit unseren Londoner Freunden ent- prechen vollkommen den Bedingungen unseres eige­nen Vertrages.

Genugtuung in Paris.

Paris, 2. Aug. (TU.) Der Abschluß der ranzösisch-englischeu Finanzverhandlungen wird in der französischen Presse mit großer Genug­tuung ausgenommen. Man unterstreicht, dah dieser neuer Ausdruck der internationalen Solidarität icherlich nicht vhnepsychologische Aus­wirkungen bleiben werde. Die genauen Mo­dalitäten des Kredites werden nun in einigen Blättern dargelegt. ES handelt sich demnach um einen Rediskontkredit auf vorläufig drei Monate, der aber im Bedarfsfälle verlängert werden tarnt. Der Zinsfuß beträgt 3,3 v. H. 3n franzo- ischen Finanzkreisen ist man der Auffassung, > die Dank von England den ihr zur Der- ügung gestellten Kredit nur zu einem geringen Teil in Anspruch nehmen werde. Der3ntranfi- geant" meint, man könne auch in Deutsch­land mit dem Abschluß der Verhandlungen zu - rieben sein, da das Reich in England nun

nicht mehr einen bedrängten Gläubiger vor sich habe, der auf der baldigen Rückgabe seiner Kre­dite bestehe. Deutschland könne nun in aller Ruhe an die Wiederaufrichtung seiner Finanzen gehen, um recht bald wieder den Platz in der internationalen Finanzwirtschaft einzunehmen, aus dem es vorläufig verdrängt worden sei. DieEre Rouvelle" erklärt, bei der Lon­doner Konferenz sei darauf hingewiesen worden, daß die FinanzlageEnglandses nicht erlaube, sich an einer Hilfsaktion für Deutsch­land zu beteiligen. Man müsse zunächst die englischen Finanzen sanieren, ehe man an eine gemeinsame Hilfe für Deutschland denken könne. Heute sei nun alles geschehen, um die eng­lischen Finanzen zu retten. Man könne gespannt die Verwirklichung des Hilfsplanes für Deutsch­land erwarten.

Frankreichs Beteiligung an dem Gtillhaltekonsortium.

Günstiger Stand der Verhandlungen.

Paris, 1. Aug. (TU.) Zwischen dem Gouver­neur der Bank von Frankreich, M 0 r e t und dem Pariser Vertreter der Deutschen Bank, E l i a t haben Verhandlungen über die Beteiligung der französischen Banken an dem S tillhaltekonsortium stattgefunden. An diesen Besprechungen im Gebäude der Dank von Frankreich nahm vorübergehend auch der General­direktor der Banque de Paris et des Pays Das, Moreau, teil. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, hat letzterer die Erklärung abgegeben, daß er als Mitglied der Sachverständigenkonferenz entschlossen sei, die bedingungslose Teil­nahme der französischen Danken an dem Stillhaltekonsortium mit allen Mitteln zu för­dern. Bei den Verhandlungen sind irgendwelchr Fragen politischer Ratur nicht aufgeworfen wor­den, da es sich in diesem Zusammenhang um rein bankmäßige und technische Probleme handele. Das Ergebnis soll g ü n ft i g sein und eine starke För­derung der bisher noch ausstehenden französischen Beteiligung bedeuten. Was die Einzelheiten an* belangt, so hat sich in Paris bereits ein aus vier Vertretern der französischen Großbanken gebilde­ter Ausschuß konstituiert, dem die Vorschläge des deutschen Reichsbankpräsidenten Dr. L u t he r in bezug auf die D ldung des Stillhaltelonsor iumS vorgelegt wurden. Abgesehen von einigen Gegen­vorschlägen wurde die deutsche Auffassung von französischer Seite grundsätzlich gebilligt. Als be­vollmächtigter Vertreter der Deutschen Dank ist Direktor Schlieper in Paris eingetroffen, um an den Besprechungen teilzunehmen.

Oer rote 1. August.

Schwere Ausschreitungen in Berlin.

Keuerüberfall auf die Polizei.

Berlin, 1.Aug. (OB.) Am Samstag kurz nach 15 Ahr wollten an der Ecke der Mainzer Straße und der Frankfurter Allee fünf Polizeibeamte einet mehrhundertköpsigen Menge von Antik riegs- tagsbemonftranten entgegentreten, um den Zug aufzulösen. Insbesondere handelte es sich um einen Ittann, der vor dem LokalMainzer (Ktfc Hetzreden hielt, kaum waren die Beamten auf die Menge zugegangen, als plötzlich von allen Sel­ten Schüsse fielen. Zwei Schützen hatten sich in der Mitte der Straßenkreuzung ausgestellt, ein Schütze hatte sich hinter einem Zeitungskiosk ver­schanzt. Innerhalb weniger Minuten wurden etwa 20 Schüsse auf die Beamten, die von der Menge eingekreist waren, abgegeben. Der polizeiwacht- meifter Bie big, verheiratet und Vater mehrerer Kinder, sank blutüberströmt zu Boden. Seine vier Kameraden wurden von der Menge m i l Steinen beworfen und niedergeschla­gen. Sie konnten sich schließlich unter Abgabe von Schüssen befreien. Als einer von ihnen Verstärkung heranholen wollte, setzte der elektrische Strom aus. Ein unbekannter Täter hatte sich in das Lokal ge­schlichen und die Fernsprechleitung durch­schnitten. Schließlich konnten sich die Beamten, nachdem sie eine Reihe von Schüssen abgefeuert hatten, Luft machen. Zwei Demonstranten sind von den Kugeln getroffen worden. Die Polizei hat die gesamte Gegend abgesperrt und in allen be­nachbarten Hausern Durchsuchungen vorgenommen. Ls ist bereits gelungen, den Haupträdels­führer, der zuerst festgenommen werden sollte, aber von der Menge mitgerissen wurde, festzustellen und zu verhaften.

Der Berliner Polizeipräsident nimmt zu den Zu­sammenstößen in einem (Kommunique Stellung, in dem es heißt, daß die Demonstrantenvorheriger Anweisung gemäß" nicht in der üblichen Kommuni st entrach t, sondern in besserer bürgerlicher Kleidung erschienen seien. Am besser zielen zu können, seien die Täter inK n i e ff e l - lung gegangen und hätten viebig, wie seiner­zeit kuhfeldt, regelrecht abgeschossen. Daß der Meber- faU planmäßig vorbereitet gewesen sei, zeige auch die Störung der Telephonleitung in der Gastwirtschaft, von der aus die Polizisten Verstär­kung herbeirufen wollten. Das (Kommunique schließt mit der Feststellung, daß unweit der Ueber- sallstelle kommunistische p 0 sten ausge- ft e 11 ( gewesen seien, die hin und her patroullierten und den Demoffranten Anweisung erteilten. Dies lasse die bei den Kommunisten betriebene militärische Ausbildung erkennen.

Aniikriegsiag in Nürnberg wird abgeblasen.

Rürnberg, 1. August. (TU.) 3nfo(ge um­fangreicher Polizeimaßnahmen hatte bie Kommu­nistische Partei im letzten Augenblick die für Samstag vor dem Nürnberger Arbeitsamt ge­plante Hauptkundgebung aus Anlaß des 3nternativnalen Antikriegstages abgebla- s en. Die Menge zerstreute sich und versuchte nun,

in einzelnen Gruppen in den Straßen zu demon­strieren. Um 11.15 Uhr mußte die Polizei in der Ledergasse eine Räumungsaktion vornehmen, wo­bei auch der Gummiknüppel zur Anwendung kam. Die polizeilichen Vorkehrungen erstreckten sich auch auf dieSchließung sämtlicher kom­munistischer Bureaus. Ferner wurde eine Reihe von kommunistischen Führern fest ge­nommen. Die kommunistische Propaganda ist sehr rege. Die Arbeiterbevölkerung wird mit Flugblättern überschwemmt.

Llnruhiges Wochenende in Frankfurt und Offenbach.

Frankfurt a. M., 2. Aug. (WSR.) Der Samstag stand in Frankfurt im Zeichen der kommunistischen Antikriegspropaganda und einer nationalsozialistischen Kundgebung für den Volks­entscheid. Während letztere ruhig verlief, hatte die Polizei gegenüber den Komnrunisten mehr­mals Anlaß zum Einschreiten, da diese immer wieder versuchten, Massenumzüge zu veran­stalten. Bei dem Versuch, in der Kaiser­str a ß e einen Zug zu bilden, wurden neun Per­sonen verhaftet. 3n der Berger st raß« wurde ebenfalls eine kommunistische Ansamm­lung von der Polizei zerstreut. An verschiedenen andern Stellen, namentlich an der Konstab­ler Wache und in der Altstadt, muhte die Polizei ebenfalls wiederholt einschreiten. Erst in d^n späten Abendstunden war die Ruhe voll­ständig wiederhergestellt.

3n Offenbach kam es in der 3nnenstadt zu Zusammen st ößen zwischen der Polizei und Kommunisten. Einige Handzettelverieiler hatten Schriften aufreizenden 3nhalts verbreitet, die nicht der Polizei vorgelegt worden waren. Das herbeigerufene Überfallkommando nahm einige Verhaftungen vor. Einer der Beteiligten wurde sofort dem Schnellrichter vorgeführt. Er erhielt wegen verbotswidriger Flugzettelvertei- tung 14 Tage Haft.

OieKok Kahne^ und ihre Kopfblätter verboten.

Berlin, 2. Aug. (WTB.) DieRote Fahne" einschließlich ihrer KopfblätterVolksmacht" und Volksecho" find heute auf Grund der Notverord­nung zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen verboten worden. Die genannten Blätter haben unter der UeberschriftGroßes Dolkstreffen der Werk­tätigen" Kampfforderungen der Korn- muniftifchen Partei veröffentlicht, die gleich­bedeutend find mit der A 11 f f 0 r d e r u n g z u Ge­walttätigkeiten.

Zwei Todesopfer einer politischen Schlägerei.

Berlin. 3. Aug. (ERB.) 3n Witt stock an der Dosse kam es am Sonntag zu einem blutigen Straßenkampf zwischen Kommunisten und Rationalsozialisten. Dabei wurden zwei Personen, ein Rationalsozialist und ein Unbeteiligter, durch Kopf- und Brustschüsse getötet; drei Personen erlitten Verletzungen. . Die Rationalsozialisten wollten am Sonntag eine Versammlung zum Volksentscheid abhalten. Gegen 18 Uhr ver­sammelte sich ein größerer Trupp von ihnen in dem ParteilokalGasthaus zum Kronprinzen", um von da aus geschlossen den Versammlungssaal aufzusuchen. Gleich nach dem Abmarsch begegne­ten sie einem größeren Trupp Kommunisten. Es kam zu einer heftigen Prügelei. Plötzlich fielen

mehrere Schüsse, die unter allen Beteiligten große Verwirrung anrichteten. Beide Parteien liefen nach den entgegengesetzten Richtungen ausein­ander. Auf dem Strahenpfläster blieben zwei Personen, der Chauffeur Schröder aus Kehrberg bei Pritzwalk, Mitglied der RSDAP., und der unbeteiligte Runzur aus Wittstock tot liegen. Drei Verletzte konnten sich bis in nahegelegene Häuser retten, wo sie dann zusammenbrachen. Sie haben Arm- und Beinschüsse davongetragen.

Oer 1. August in polen.

Warschau, 2. Aug. (WTB.) Der AntikriegS- tag der Kommunisten in Polen hat zu zahlreichen Ausschreitungen geführt. 3n Warschau selbst kam es am Samstagnachmittag zu einem Zusam­menstoß zwischen etwa 300 Demonstranten und einigen Polizisten, die von der Schußwaffe Ge­brauch machten. Ein Arbeiter wurde getötet, vier Arbeiter wurden verletzt. 3m Kohlenbecken von Dombrowa ereigneten sich mehrere Zusam­menstöße. 3n Dombrowa selbst konnten die Kund­gebungen schnell unterdrückt werden. 3n der Ar­beiterkolonie Schulno bei Dombrowa dagegen griffen ungefähr 1000 Arbeiter die Polizisten mit Steinen an. Vier Polizisten wurden durch Stein-/ würfe, fünf Demonstranten durch Schüsse verletzt. 3n D e n d z i n wurden von den-dersonstrierenden Arbeitern einer getötet und fünf verwundet, in Ostrzenieszhne einer getötet und einer verwundet.

Ruhiger Verlauf in Frankreich.

Parts. 1. August. (TU. Funkspruch.) Der 1. August, für den die französischen Kommunisten zahlreiche Kundgebungen angesagt hatten, ist bis in die Abendstunden in Paris vollkommen ruhig verlaufen. Das Straßenbild ist un­verändert. 36 Personen, die Flugblätter ankle­ben oder verteilen wollten, wurden verhaftet. Un­ter ihnen befanden sich einige Ausländer. Auch aus Marseille und den übrigen Provinzstädten werden keine Zwischensälle gemeldet. Der.TernpS" bezeichnet die Moskauer Kampfparole als voll­kommen gescheitert.

Aus aller Wett.

Besteigung der Rordwand des Matterhorns.

Am 31. Juli ist die feit 80 Jahren unzählige Male in Angriff genommene, aber bis jetzt immer ge­scheiterte Besteigung der Nordwand des Matterhorns zwei deutschen Akademikern aus Mün­chen geglückt. Sie wurden vom Ausgangspunkt der Besteigung am Tiefenmattengletscher (2900 m) bis zur Höhe der Schulter beobachtet, die sie um 20.30 Uhr erreichten. Seitdem hat man die beiden nicht mehr gesehen, da der obere Teil des Matter­horns in Nebel gehüllt ist. Man vermutet aber, daß die beiden Bergsteiger die Nacht in der 4000 m hohen Solvay-Hütte verbracht haben.

Unfall eines Fallfchirmpilolen.

Bei den auf dem Flugplatz in Maxglan bei Salz­burg veranstalteten Kunst- und Schauflügen sprang der 23jährige Fallschirmpilot Wilhelm Markgraf aus München aus einer Höhe von 500 Meter jpro- grammäßig aus dem Flugzeug, um mit dem Fall­schirm niederzugeben. Der Fallschirm öffnete f i ch aber nicht sogleich, sondern erst in einer Höhe von 50 Meter über dem Erdboden, was aber den scharfen Sturz nickst mehr aufhalten konnte. Markgraf blieb bewußl 0 s liegen und wurde mit mehreren Knochenbrüchen und inne­ren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

9. Slenographenlag dec Schule Slolze-Schrey.

Rachdem auf dem 9. Stenographentag der Schule Stolze-Schrey in Breslau der Sams­tag rein geschäftlichen Sitzungen gewidmet war, wurde am Sonntagvormittag die Festversamm­lung im Konzerthaus abgehalten, an die Vertre­ter der Stadt Breslau, der Universität und deck Technischen Hochschule Begrüßungsworte richte­ten. Sodann hielt Oberstudienrat a. D. Profes­sor Dr.Morgenstern, Berlin, einen Vor­trag über das ThemaKurzschrift und Kultur".

vie Wetterlage.

o

90

'4

Oslo

ito

AOcrdeen-

Still!

Tours

E

^§19

Icetii

Qwoixenioi. Oneuer. ® naro oedeext. ® woixig. neuem <Ktgtfc ¥ Scnnet a Graupeln, a NcDel K Gtwitter.(g)wmdstille.«O^ sehr «irmer Osi -nissiger Südiodweit, 1h stormecner nordwesfc

Oie »feile fliegen mit dem winde. Pie neiden Stationen stenenden Zäh­en geden die Temperatur an. Pie Linien Vernindeo Orte mit gleichet* tut neeresmveau umoereehneU* Luftdruck

Wettervoraussage.

Die flache Störung über Frankreich und West­deutschland hat stärkere Bewölkung verursacht, und auch in unterem Bezirk zu vereinzelten Nieder­schlägen geführt. Mittlerweile rückt das Tief weiter südlich ab, so daß wir mehr in den Bereich de« Hochdruckgebietes gelangen, welches über der Nord, see und Südskandinavien lagert. Seine an der Süd­seite ausschließenden ßuftmaffen werden uns in bei nächsten Tagen wieder 'chönes Wetter bringen. Die Bewölkung geht zurück, und bei meist heiterem Him­mel herrscht sommerliches Wetter mit zunehmender Erwärmung vor.

Vorhersage für Di enstag: Uebergang zu meist heiterem Wetter, warm und trocken.

Vorhersage für Mittwoch: Heiter, warn, und trocken.

_ jr 440 ItifWM pH Frc

abend, de' *»>*

001 Ramien f eimn » (|Urn

hoPTae

dab % H Mw die' stand, P || ö, 'M* W. Soldaten ?{ sowie wehr

Serben. wS e8 endlich'

Aus der s

e

Unser 2* seine Sensemr Wolken wurden kalte W* Minuten schaute berab. Sanz Pw E «J w wifant wi dm dH S-'M M Da ahnet der Mmrochene S> Abend v°V-olt und spar in bie Aa ui'it Aachbar n LH mit dem ei nett und hämn men die Schars oder auch eine L Das gleichst ist eine Melo, tagen herüberklin andere Zeit. San in jedem Hause, beim die Waschin und Stau, Knech Morgen mit 6i goibne Frucht b heute geändert..

Knechte und ' schmückt wie \ Die Pferde tr beim Einfahren Erntebier und

Aber wie ch hellen Sonnen! uni Haut Rtr. Mtershorn, Kar dere. Der Wind und ein leises < durch das Feld. Und noch eins terimien. Das tr gestreckten Hüge. hört, daß ich wi Mähmaschinen i und legten die H Mädchen, nähme len die Garben woldne Aehre, d md lauschte den datierten in der Mld nicht.

Da standen die recht, nur das sch Tun ein MM Gibt bas kleinen Süch tut anders? & J«e Vertraute ? 0ft gesungen Men, und wäh gesungen Lanömar Wtoerni a J-* Es ist ihn 5* wehmütige

ihm 3U vomnier |

der [(hör

Tagesf ms krSerich^'^ BöoJa5 bem 1 fwr Sueben- D i" 1'- 6-mr

Wofafcn, 7in,

M

*>» un W*l