betrieben wird und niemals danach gefragt hat, ob sie zum Besten der Gesamtwirtschaft ausschlägt. An Stelle des Steuerabbaus, der an der Schwelle des Jahres 1930 wiederum die Hoffnung der Wirtschaft war. ist ein weiterer Steueraufbau getreten: denn nicht weniger als 14 Steuern und Abgaben sind im Berichtsjahre erhöht bzw. neu eingeführt worden. Auch auf dem Gebiete der Sozialpolitik find die Rufe nach einer durchgreifenden Acnderung in der Zielsetzung wirkungslos verhallt. Die lediglich von parteipolitischen Gesichtspunkten beherrschte Einstellung der gesetzgebenden Körperschaften Iaht auch heute noch nicht den richtunggebenden Gedanken zum Durchbruch kommen, daß auch die Sozialpolitik als ein Bestandteil der Wirtschaftspolitik sich der Leistungsfähigkeit der Llnternehmungen und den sonstigen allgemeinen Erfordernissen anpassen muh. Ebenso muhten auf dein Gebiete der Lohn - und Tarifpolitik die Arbeitgeber im Berichtsjahre wiederum die trübe Erfahrung machen, dah der Staat bei seinen Eingriffen in die Lohnstreitigkeiten in der Regel zugunsten der Arbeitnehmer entschied und wenig danach fragte, ob der Llnternehmer auch imstande sei, die Mehrkosten, welche sich aus der Erhöhung der Löhne und aus der Verkürzung der Arbeitszeit ergeben, zu tragen. Wohl ist in den letzten Monaten des Berichtsjahres ein kleiner Anfang zur Umkehr auf diesem Wege gemacht worden, es hat sich aber immer wieder der staatliche Schlichtungsapparat mehr als ein Hindernis denn als ein Fortschritt erwiesen. Es muh anerkannt werden, dah unsere großen Verkehrsinstitute, P o st und E i s e n b a h n, bei ihrer Tarifpolitik in' der Richtung einer Verkehrserleichterung tätig gewesen sind: doch reichen die getroffenen Mahnahmen bei weitem noch nicht aus, um der Wirtschaft die wünschenswerte Erleichterung und Entlastung zu bringen. Auch die wenig erfreuliche Auseinandersetzung zwischen Eisenbahn, Schifffahrt und Kraftwagen hat bewiesen, wie weit wir im Grunde noch von einer Verkehrspolitik entfernt sind, deren Ziel es sein sollte, die heute zum Schaden der Wirtschaft noch bestehenden starken Interessengegensätze zwischen Eisenbahnen, Wasserstraßen und Landstraßen in harmonischer Weise zu ül e b ücken und auszug eichen. Die alte Forderung der Wirtschaft nach einer Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung in Reich, Ländern und Gemeinden ist auch im Berichtsjahre keinen Schritt vorwärts gekommen. Es muh vielmehr allen Ernstes befürchtet werden, dah die Bestrebungen nach einer grundlegenden Reuordnung unserer staatsrecht- lichen Verhältnisse im Partirularismus der Länder, im Egoismus der Parteien und im Dureaukratismus der Behörden stecken bleiben. So sind es der Wünsche und Forderungen, welche der Erfüllung harren, noch gar viele. Run darf man freilich nicht alles auf einmal von der Gegenwart verlangen. Andererseits muh aber doch offen ausgesprochen werden, daß in den letzten Jahren kein Doll soviel Geduld gezeigt hat wie das deutsche — es darf daher wohl auch Anspruch darauf erheben, daß seine Langmut nicht länger auf eine allzu harte Probe gestellt wird."
Oie steuerlichen Auswirkungen der Notverordnung.
Die Versammlung nimmt ferner einen außerordentlich lehrreichen Vortrag des Herrn Steuer- shndikus Will über die steuerlichen Auswirkungen der Rotverordnung vom 1. Dezember 1930 entgegen. Aus der Fülle des Stosses sei nur folgendes erwähnt:
Der vielumstrittene § 7 des LImsatzsteuergesehes wird in Zukunft nur auf den Großhandel abgestellt. Bisher genoß auch der Kleinhandel weitgehende Llnrsahsteuerfreiheit, nämlich bahn, wenn die Voraussetzung erfüllt war, dah bei Beginn der Beförderung durch den Zwischenhandel die Ware schon von den Kunden bestellt war. Der Einzelhändler wird diese Verschlechterung des bisherigen Zustandes gewiß bald empfindlich verspüren und auf die Dauer nicht ruhig hinnehmcn. — Die Vorschriften zur Wahrung des Steuergeheimnisses sind wesentlich verschärft worden. In Zukunft wird bei jedem Finanzamt nur ein Steuerausschuh bestehen, wodurch eine wesentliche Vereinfachung und erhebliche Einsparung erzielt wird. — Eine Derichtigungsveranlagung k.mn kü. f- tig auch dann stattfinden, wenn durch eine Duch- vder Betriebsprüfung vor dem Ablauf der Verjährungsfrist neue Tatsachen als Beweismittel bekannt werden, die eine niedrigere Veranlagung rechtfertigen: auf eine solche Berichtigung hat der Steuerpflichtige jetzt einen Rechtsanspruch. — Die eidesstattliche Versicherung darf nicht auf alle möglichen Fälle wahllos angewandt werden: sie muß sich vielmehr auf Fälle von wesentlicher Bedeutung beschränken: es ist deshalb ihre Zulässigkeit in jedem einzelnen Falle an die Genehmigung des Landesfinanzamts geknüpft. Eidrssta'.t iche Versicherungen Rinnen nur von Steuerpflichtigen verlangt werden. Dritte Personen fallen also nicht unter die gesetzlichen Vorschriften, wohl aber gesetzliche Vertreter, insbesondere die Vorstandsmitglieder juristischer Personen. Rach Abgabe der eidesstattlichen Versicherung durch den Steuerpflichtigen ist die versicherte Tatsache als feststehend anzusehen, und es müssen demgemäß weitere Ermittlungen unterbleiben. — Gegen Berufungsbescheide des Finanzgerichts ist in Zukunft die Rechtsbeschwerde nur dann gegeben, wenn der Wert des Streitgegenstandes höher ist als 200 Mk., oder wenn das Finanzgericht wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Streitsache die Rechtsbeschwerde zugelassen hat. Es ist von dieser Einschränkung der Rechtsbcschwerde eine Beschleunigung des Derufungsverfahrens zu erwarten. — Eine VerschärfungderKosten- pflicht ist insofern eingetreten, als in Zukunft der Steuerpflichtige im Falle des Unterliegend die Kosten des gesamten Rechtsmittelverfahrens zu tragen Hal. — Der Veranlagungszeitraum für das Gesamtvermögen ist auf 3 Iahre ausgedehnt worden. Zur Vermeidung von Härten sind die Doiraussetzun gen für eine Reufestsetzung dahin erleichtert worden, daß Reufest- stcllung zulässig ist, wenn sich der Wert des Ge- samtveirmögenS um mehr als den zehnten Teil oder um mehr als 50 000 Mk. geändert hat. Die Steuerveranlagung ist jedoch jetzt nur auf den Beginn des auf Die Wertveränderung folgenden Kalenderjahres zulässig. — Der Hauptfeststellungszeitraum bei der E i n h e i t s b e w e r» tung wird für das landwirtschaftliche und für ba% Grundvermögen, wozu in Zukunft noch die Detriebsgrundstücke zählen, a f sechs Iahre, und für daS Betriebsvermögen auf drei Iahre ausgedehnt: die Reufeftstollung der SinheitSwerte
kann nur noch zu Beginn eines KcckendeitzahreS erfolgen. — Die wichtige Reuerung des Grund- erwerbssteuergesehes besteht darin, dah an die Stelle des bisherigen gemeinen Wertes der Einheitswert tritt. — Die Wertzuwachssteuer darf in Zukunft nicht mehr erhoben werden, wenn Grundstücke in eilte Kapitalgesellschaft gegen GBvährung von Gesellschaftsrechten eingebracht werden: diese Vergünstigung gllt jedoch nicht für Grundstücksgesellschaften. — Eine der wichtigsten Reuerungen besteht in der Vereinheitlichung der Grund- und Gewerbesteuern der Länder und Gemeinden, allerdings erst vom 1. 4. 1932 ab. — Die Gewerbesteuer bleibt trotz Rahmenregelung eine Landessteuer: als Desteuerungsinahstab soll künftig nur der Gewerbeertrag gelten; das Gewerbe- kapital soll nur als Ergänzung herangezogen' werden: die Lohnsummensteuer soll neben der Gewerbeertragssteuer zusätzlich nach Landesrecht erhoben werden. Dem Gewerbeertrag sind hin- zuzurechnen die Zinsen für nicht aus laufenden Verbindlichkeiten bestehende Schulden, Gehälter, Tantiemen oder Vergütungen. Miet- und Pacht-
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
LJ Großen-Linden, 2. Febr. Der hiesige Turnverein (DT.) feierte am Samstag sein Wintervergnügen. Der Vorsitzende Dr. Ernst Römer hielt die Begrüßungsansprache. Den vom Turnverein Schwanheim erschienenen Gästen, die die Vortragsfolge mit einigen Einlagen bereicherten, galt fein besonderer Gruß. Turnerische und theatralische Vorführungen, umrahmt von Musikvorträgen, boten abwechselungsreiche Unterhaltung. Den Höhepunkt der Darbietungen stellte das Kunstturnen der ersten Riege am Reck dar. Die gezeigten Leistungen fesselten die Aufmerksamkeit der Zuschauer in hohem Maße.
= Lang-Göns, 2. Febr. Der hiesige Radfahrerverein „All Heil" feierte am SamS- tag sein 10. Stiftungsfest. Der zweite Vorsitzende, Heinrich Faber, hielt die Degrüßungsansprache und dankte dem ersten Vorsitzenden Willi Weil für seine unermüdliche Arbeit. Rach dem Vortrag eines Gedichtes und Ueber-
Adreßbuch derStadt und des Kreises Gießen 1931
Die Hauslisten werden jetzt bei den Hausbesitzern oder ihren Stellvertretern abgegeben. Zur Erlangung einer einwandfreien Einwohneraufnahme ist es erforderlich, daß jeder selbständige Hausbewohner seinen Eintrag eigenhändig vornimmt, und zwar mutz der Eintrag in der Reihenfolge der Stockwerke erfolgen; der Hausbefitzer tragt sich jedoch zuerst ein. Rach einigen Tagen werden die Listen von der gleichen Stelle wieder eingefordert, bei der sie niedergelegt wurden. — Die Einwohnerschaft Bietzens wird dringend darum gebeten» die Aufnahmearbeit durch sorgfältige Einträge und pünktliche Derei stellung der Listen freund, lichst zu unterstützen. Rur so kann die dem Vorteil der Allgemeinheit dienende Genauigkeit des wichtigen Nachschlagewerkes erzielt werden. Der Bezug des Adreßbuches wird nur durch vorherige Bestellung bei den Vertretern gesichert.
Der Geschäftswelt
zur Benachrichtigung, datz neben der Hausliste eine Firmenliste abgegeben wird, die den geschäftlichen Notwendigkeiten für die neue Adrehbuchausgabe eingehend Rechnung trägt. Der eigene Vorteil aller Geschäftsleute ist es, datz sie diese Sonderliste sofort und vollständig ausfüllen; fie wird gleichfalls nach einigen Tagen wieder abgeholt werden. Wie in großstädtischen Adreßbüchern werden Zusatz- und Fettdruckzeilen sowie Empfehlungskästchen im Einwohner- und im Gewerbeverzeichnis eingefügt werden. Darüber hinaus steht geschäftlichen Unternehmungen der Anzeigen-Anhang offen.
Die Vereins- und Kassen-Borstände
sowie andere am Vereinswelen Beteiligte wahren die Belange ihrer Vereine durch entsprechende Einträge in die dafür vorgesehene Abteilung der Hausliste oder durch unmittelbare schriftliche Meldung beim Adretzb chverlag. Diese Meldungen müssen mindestens enthalten: 1. Name des Vereins oder der Kasse, 2. Namen des Vorsttzenden, Schriftführers und Kassiers, 3. Angaben über Zusammenkünfte, Uebungsstunden u. dgl. m. Bis zu 5 geilen find kostenlos.
Oberhessischer Adretzbuchverlag
Brühl'sche Univ.-Buch- und Steindruckerei R. Lange, Gießen Schulstraße 7. Fernsprecher 2251.
Unsen werden dagegen nur hinzugerechnet, wenn Die gezahlten Betrage übermäßig groß find. — Wenn der Gewerbeertrag nicht 6 v. H. des Gewerbe kapitals erreicht, so ist als steuerpflichtiger Mindestertrag dieser Prozentsatz des Ge- wcrbekapitals in Ansatz zu bringen, wobei allerdings zu beachten ist, daß Detriebsgrundstücke nicht mehr zum Gewerbekapital gehören. — Dem Verlust vortrag des Einkommensteuergesetzes entspricht bei der Gewerbesteuer der Gewerbe- vevlust. Der Verlustvortrag ist grundsätzlich von dem Gesamteinkommen abzuziehen und nicht erst von dem gewerblichen oder landwirtschaftlichen Gewinn. — Zum Schluß seines Vortrages weist der Herr Referent noch kurz auf die Abweichung der Handelsbilanz und der Steuerbilanz bei den körperschaftSsteuerpllichtigen CrwerbSgesellschaf- ten hin.
Dor Dori ag löste eine lebhafte Aussprache aus, welche die Umsatzsteuer, die Körperschaftssteuer, die Einheitsbewertung sowie die Handelsund Steuerbllanz betraf.
Oer Abschluß der Tagung.
Unter der Position „Eingänge" der Tagesordnung berichtet der Syndikus noch über die von der Handelskammer in Gemeinschaft mit der Handwerkskammer unternommenen Schritte in Sachen der städtischen Gewerbesteuer. Herr Horn ergänzt diesen Bericht noch durch vertrauliche, die ganzen Vorgänge so recht beleuchtende Ausführungen.
Daten für Mittwoch, 4. Februar.
Sonnenaufgang 7.35 Uhr, Sonnenuntergang 16.54 Uhr. — Mondaufgang 19.03 Uhr, Monduntergang 8.41 Uhr.
1682: Friedrich Döttger, der Erfinder des Porzellans geboren: — 1871: Friedrich Ebert. Präsident dös Deutschen ReichÄ, geboren.
reich ung einer finnigen Gabe sprach Frl. Hedwig Schmidt den eigentlichen Pro.og. Cs folgten musikalische Daroietungen des Orchestervereins, Gesangscinlagen und einige lebende Bilder. Besonderen Beifall lösten zwei Theaterstücke aus.
-r. Lang-Gons, 2. Febr. Der Gef lügel- und Kaninchenzüchterverein hatte zu einem Famllicnabend in die Turnhalle eingeladen. Der erste Vorsitzende, Wagnermeister Otto M a Y, begrüßte die Gäste. Theateraufführungsn und Duette füllten in abwechselungsreicher Folge den Abend aus und fanden herzlichen Beifall. Den musikalischen Teil der Veranstaltung bestritt die Kapelle des hiesigen Orchestervereins.
? Lich , 2. Febr. Bei der jüngsten Brenn- Holzversteigerung im Licher Stadtwald wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheit 25 Mark, Kiefernscheit 12 Mk., Fichtenscheit 12 Mk., Buchenknüppel 18 Mk., Fichtenknüppel 8 Mk., Buchenstöcke 9 Mk., Cichenstöcke 6 Mk. je 2 Raummeter: Buchenwellen 10 Mk., Eichenwellen 6,50 Mark je 50 Stuck.
<5 211le n b o r f a.b. ßba., 2. Febr. Bei der zweiten Holzversteigerung in den hiesigen Stadtwaldungen wurden folgende Preise erzielt: Duchenscheitholz 20 bis 24 Mark, Buchenknüppel- Holz 15 bis 18 Mark, Duchenstockholz 12 bis 14 Mark, Fichtennutzknüppel 16 bis 21 Mark je zwei Raummeter: Buchenreisholz 10 bis 15 Mark je fünf Raummeter. Für das gleichfalls mitver- fteigerte Fichtenstammholz wurden durchschnittlich 80 Prozent des Tarifpreises erlöst. — Bei der Reuverpachtung der städtischen Fischerei wurden für den 1. Bezirk 60 Mark und für den 2 Bezirk 55 Mark pro Iahr erzielt. — Für die Bau- und Rutzholzsubmis- f i o n waren nur vier Angebote eingegangen. Da die gebotenen Preise weit hinter dem Tarifpreis zurückblieben, wurde der Zuschlag nicht erteilt
? Rabertshausen, 2. Febr. Der Kriege toerein hielt in der Gastwirtschaft Scherer einen UnterhaltungSabend ab, der zum
größten Teil durch einen Vortrag des ehemaligen Obermaats Kratz, Freienseen, ausgefüllt war. Der Redner erzählte in fesselnder Weise von feinen Fahrten zur See und gab eine eindrucksvolle Schilderung der Skagerrak-Schlacht Gute Lichtbilder unterstützten den Vortrag, der von den Zuhörern mit großer Aufmerksamkeit aufgenommen wurde. Der Abend wurde durch einige Chorlieder verschönt
Kreis Schotten.
* Laubach, 30. Ian. Hier fand im „Solmser Hof" eine Vers ammlung der Handelsund Gewerbetreibenden statt, in welcher Handelskammersyndikus Dr. Göbel (Friedberg) über „Aktuelle Steuer- und Wirtschaftsfragen" sprach. Unser derzeitiges Steuersystem müsse unbedingt im Sinne einer weiteren Lastensenkung) insbesondere auf dem Gebiete der Realsteuern, geändert werden. Mit der neuen Rotverordnung, über die der Vortragende eingehend referierte, habe man einen kleinen Schritt vorwärts getan. Auch spezielle Steuerfragen, wie Einheitsbewertung, Gewerbesteuer, Filialsteuer, Dürgersteuer, Derbrauchsbesteuerung usw. fanden Erörterung. Im zweiten Teil seiner Darlegungen behandette Dr. Göbel die Aufgaben und Tätigkeit der Industrie- und Handelskammer auf den Gebieten der Wirtschafts- und Finanzpolitik und betonte besonders, dah es in diesen Zeiten der schwersten! Wirtschaftskrise für eine amtliche Derufsvertre- tung mehr denn je gelte, die Interessengegensätze auszugleichen. Die Ausführungen des Redners fanden den ungeteilten Beifall der Versammlung, was auch in den Dankesworten des Versammlungsleiters, Zigarrenfabrikant Hohmann sen. (Laubach) zum Ausdruck kam. In der ergiebigen Aussprache wurden neben Steuersachen auch örtliche Verkehrsfragen, wie Landpo'stverkrastung, Fahrplanangelegenheiten usw. besprochen.
wg. Gedern, 2. Febr. In der Kirche wurde durch Misfionar L a u k, Frankfurt a. M. der Film „An den Urwaldströmen Borneos" für Erwachsene und Schüler vorgeführt. Die beiden Vorführungen wurden dankbar aufgenommen.
Kreis Alsfeld.
-o- Rieder-Gemünden, 2. Febr. Der Ges angverein „Eintracht" hielt am Samstagabend in der Gastwirtschaft der Witwe Schäfer seine Generalversammlung ab. Der Verein umfaßt z. Z. 76 Mitglieder. Rach dem Iahresbericht wurden 53 Singstunden ab- gehalten. Den Höhepunkt im Vereinsleben des vergangenen Iahres stellte das Fahnenweihefest dar, das einen glänzenden Verlauf nahm. Der Rechnungsbericht gab einen lleberschuh. das Der- einsvermögen beträgt insgesamt 1600 Mark. Sodann wurde auf Vorschlag des Vorstandes daS langjährige Mitglied Karl Pabst I. in Anbetracht seiner Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Als Ersah für Pabst wurde O. Schlosser in den Vorstand gewählt. Im werteren Verlauf der Versammlung wurde beschlossen, den Monat Februar als Werbemonat gelten zu lassen und aus diesem Anlast von neu hinzutretenden Mitgliedern kein Cin- trittsgÄd zu erheben. Eine längere Aussprache entspann sich über die Beitragshöhe.
Preußen.
Oer Gemälde- und Silberdrebstahl in Sindlingen.
WSR. Frankfurt ai M, 2. Febr. Zu dem Diebstahl in der Villa des Generaldirekto S Dr. Caspar in Sindlingen, bei dem wertvo .e Oelgemälde gestohlen wurden, wird noch bekannt: Die Diebe, die über die Oertlichkeilln gut orientiert waren, sind mittels Rachschlüssels in die Parterreräume der großen, nahe am Main gelegenen Villa eingedrungen. Hierbei machte ib .cn auch das Oeffnen des Sicherheitsschlosses am Haupteingang keine Scywierigkeiten. In den unteren Räumen des Hauses wurde viel Silbergerät aufbewahrt: dieses haben sich die Spitzbuben fast re st los angeeignet. Sie wandten aber gleichzeitig ihre Aufmerksamkeit den in den verschiedenen Räumen untergebrachten Oelgemälde n zu. Die Täter waren offenbar übet den Wert der zahlreichen Originalkunstwerke unterrichtet. Sie schnitten die Bilder mit Sachkenntnis aus dem Rahmen und machten sie zum Abtransport zurecht. Sie sind aber bei der Arbeit schließlich durch den Besitzer, Generaldirektor Caspar, gestört worden, gingen flüchtig und mußten noch sehr wertvolle Beutestücke zurück- lassen. Die Einbrecher hatten die Telephonleitung durchgeschnitten. Dis jetzt fehlt noch jede Spur von ihnen.
Kreis Wetzlar.
-^Hochelheim, 30. Ian. Die Spar-und Darlehnskasse veranstaltete hier einen landwirtschaftlichen Vortragsabend. Diplom- landwirt H a a k vom Raifseisenverband in Frankfurt hielt einen Vortrag über den „Anbau von Sommerroggen und Sommerweizen". Der Vortrag löste eine lebhafte Aussprache aus. Den zweiten Vortrag hielt der Vorsitzende der Vieh- verwertungsgenossenschaft Butzbach über „Genossenschaftliche Vieh verwert ung und genoffen- schaftlicher Milchabsah". Der Referent berichtete über die günstige Entwicklung der Diohverwer- tungsgenossenschaft Butzbach, deren älmsatz im ersten Vierteljahre ihres Bestehens 74 488,83 Mk. betrug. In bezug auf die Milchabsahfrage wi S der Redner auf die Erfahrungen der Genossen- schaftsmolkerei Ostheim hin, die über 400 Mitglieder zählt und der 15 Ortschaften angeschlossen sind. Im Schlußwort betonte der Vorsitzende, daß eS an der Zeit fei, auch im Kreise Wetzlar die dringend notwendigen Absatzorganisationen inS Leben zu rufen.
Maingau.
WSR. Frankfurt a. M., 2. Febr. Heute früh wurde in der Trierschen Gasse die Frau des Mehgermeisters Eggerth überfallen und an der linken Kopfseite verletzt. Dabei wurde ihr die Aktentasche mit 9000 Mark Inhalt geraubt. In bewußtlosem Zustand wurde die Frau, aus einer Kopfwunde blutend, aufgefun- den. Der Täter ist unerkannt entkommen. Für die Wiederbefchaffung des Geldes ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt worden. — Ein tragischer U n g l ü d «f a 11 ereignete sich heute morgen in der Schillerstraße. Eine Angestellte eines Fischhauses war in der Küche am Feuer beschäftigt, als ihre Kleider durch umhersprühende Funken in Brand gerieten. Lichterloh brennend rannte das 18jäh- rige Mädchen auf die Straße, wo die Flammen von Passanten erstickt wurden. In hoffnungslosem Zustande wurde die Bedauernswerte in das Dürgerhofpital eingeliefert.


