Ausgabe 
3.1.1931
 
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Schwere Streikunruhen am Niederrhein.

Keuergcfccht mit der »olizer. Ein Todes­opfer der Lchictzerei.

Moers, 2. Januar. (IBIB.) Auf der Zeche ^Niederrhein" in Neukirchen kam es heute nachmittag zu Unruhen. 3n roher und unflätiger weife wurden die arbeitswilligen Berg­leute, die einfahren wollten, von etwa 5 0 0 Streikenden belästigt. Die Arbeitswilligen wurden geschlagen und mit Steinen be­worfen. Auch riß man ihnen die Kaffeekannen weg. Die Ncukirchener Polizei, die zu schwach war. sah sich schließlich gezwungen. Verstärkung von Duisburg anzusordern. Mit Gejohle und Schlmps- wortea wurde das Polizeiaufgebot empfangen. Da der Aufforderung, den Platz zu räumen, nicht Folge geleistet wurde, machten die Beamten vom Gum­miknüppel Gebrauch und trieben die Menge auseinander. Die Polizei ist nach wie vor in Alarm­bereitschaft und überwacht jeden Schichtwechsel. Starke Polizeistreifen patrouillieren in der. Ge­meinde Neukirchen, um die arbeitswilligen Berg­leute auf dem Wege zur Zeche zu schützen.

Belm Einfahren der Nachtschicht kam c» vor Schacht V der ZecheR h e i n p r e u h e n" in Moers wieder zu großen Menschenansammlungen. Al» die Polizei die Streikenden zurückdrängte. wurde plötzlich au» der Menge geschossen. Die Polizei erwiderte da» Feuer und e» kam zu einem regelrechten Feuergesecht. da» mehrere Minuten andauerle. Ein Unbeteiligter, der Lohnarbeiter Hackstein, wurde von mehreren Kugeln getroffen. Um Mitternacht ist er im Krankenhaus seinen schweren Verletzun­gen erlegen, wie verlautet, sollen mehrere Per­sonen leichte Verletzungen bei der Schießerei erlit­ten haben.

Nach den bi» jetzt vorliegenden Meldungen hat sich die Streiklage in dem Bezirk von Moers Samstag früh noch weiter verschärft. Die Zahl der zur Frühschicht eingefahrenen Beleg- schäften hat sich verringert. Ein Gesamtbild der Streiklage im Ruhrbergbau laßt sich noch nicht geben, do die Meldungen der einzelnen Schacht- anlagen noch ausstehen.

Husemann warnt.

Die kommunistische Streikaktion wird bald zusammenbrechen.

Berlin. 2. Jan. (CNB.) Der Vorsitzende des Verbandes der Bergbouindustriearbeiter Deutsch­lands (Deutscher Bergarbeiterverband). Fritz huse­mann. hat sich in einer Unterredung mit dem Bochumer Mitarbeiter desTempo" über d i e durch die Streikaktion der revolutio­nären G e w e r k s ch a f t s o p p o i i t i o n ent­standenen Lage im Ruhrgebiet dahin geäußert, daß das Endziel der Bewegung seiner Ansicht nach bie Gründung eines kommuni st ischen Dergarbeiterverbandes bezwecke, huse­mann glaubt, daß die kommunistische Streikaktion schon in kurzer Zeit zusammenbrechen werde, weil die überwiegende Mehrheit der Bergarbeiter einsähe, daß ihr mit derartigen Bewegun­gen nicht gedient sei. Trotz der kommunisti­schen Ueberrumpelungserfolge auf einzelnen Schacht- anlagen könne jedenfalls die Masse der Bergarbeiter- schast als fest in der Hand ihrer verantwortungs- bewußten Führer bezeichnet werden.

Wilder Streik in Remscheid.

Remscheid. 2. 3an. Die kommuni st lsche Gewerkschaftsopposition des Deut­schen Metallarbeiterverbandes in Remscheid beschloß heute als Protest gegen denletztenSchiedsspruch, der einen sechs- .Prozentigen Lohnabbau vorsieht, in denS t rei k zu treten. 3m Laufe des Tages kam es bereits bei mehreren Fabriken zu Stillegungen. 3m Augen­blick erscheint es aber noch fraglich, ob sich alle * 23 000 Metallarbeiter in Remscheid am Streik beteiligen. Die Streikenden veranstalteten heute zusammen mit den Erwerbslosen große Kund­gebungen, bei denen es zu kleineren Zwi­schenfällen mit der Polizei kam. Die Streikenden haben bereits Ausschüsse gebildet und wollen gewaltsam durchsetzen, daß alle Rem­scheider Fabriken st i l l g e l e g t werden.

Dor Stillegungen in der peiner Großindustrie.

Peine. 2. Ian. (WTB.) Zur Beilegung des Tarifstreits beim feiner Walzwerk und der Ilseder Hütte hatte der Regierungspräsi- dent in Hildesheim die Parteien für Mittwoch zu einer Besprechung gebeten. Die Verhandlungen brachten keine Verständigung. Die Werk- leitung macht heute durch Anschlag in den Betrieben bekannt, daß die Zahl der Unterschriften derjenigen Arbeiter, die sich zur Weiterarbeit zu den im Schiedsspruch festgesetzten Bedingungen (8-o. h.- Lohnkürzung) bereit erklären, nicht genüge, um den Betrieb wirtschaftlich aufrechtzuerhalten, und daß demnach die Stillegung der Werke am 3. Januar erfolgen müsse.

Lohnsenkung in der Wuppertaler Textilindustrie.

Wuppertal, 2. Ion. (WTB.) Der staatliche Schlichtungsausschuß fällte unter dem Dor- Jitz des Beigeordneten Bragard einen Schieds- pruch. der eine Senkung der Löhne in der Wup­pertaler Textilindustrie um 7 Prozent vorsieht Gleichzeitig wird eine Anzahl Zulagentarife für die ßüftrierer. Gummibandwirker sowie auch in der Kunstseidenindustrie gekürzt oder gestrichen. Der Schiedsspruch tritt am 16.Januar in Kraft und schafft eine Regelung bis zum 15. Juli d. I. Er gilt für mehr als 45 000 Arbeiter.

Nationalsozialistische Anträge gegen Wirth und Groener.

Berlin. 2. 3an. (TU.) Wie dieRationalsvzia- listische Par', amen tsdienst mltteilt, haben die Ra- tionalsvzialisten einen Qlntrag im Reichstag ein» gebracht, wonach der Reichsinnenminister Dr. Wirth und der Reichswehrminister Dr. Groe- n e r wegen Verletzung der Reichsverfassung vor dem S taatsger i ch tshof für das Deutsche Reich angeklagt werden sollen, sowie ferner ein Untersuchungsausschuß zur Auf­klärung darüber eingesetzt werden soll, inwieweit bestimmte Summen des Haushaltes für par-

Vor -er Ratstagung in Genf.

Die deutsche Minderheitenbeschwerde gegen Polen.

Henderson übernimmt den Ratsvorsih.

Die Auffassung des Auswärtigen Amts.

Berlin, 2.3an. (TU.) wie die Telegraphen- Union zuverlässig erfährt, ist mit dem englischen Außenminister Henderson bereits endgültig der Tausch des Ratsvorsihe» vollzogen worden, während Henderson den Vorsitz der 3a- nuartagung übernimmt, wird Reichsaußenminister Eurtiu» der nächsten Ratstagung präsidieren.

wenn an diesem wechsel eine Kritik geübt wird, so wird von amtlicher Seite dem entgegengehalten, daß der deutsche Reichsaußenminister durch diese Maßnahme eine nicht zu unterschätzende Hand­lungsfreiheit gewonnen hat, so daß der deutsche Vorstoß in dem Konflikt mit Polen bedeu­tend wirkungsvoller fein kann. Ueberdies verspreche eine Ratsleitung unter Henderson eine objektive verhandlungssührung. wa» gerade in diesem Falle von außerordentlichem Nutzen sein werde. Denn England könne Polen gegenüber einen vollkommen unabhängigen Standpunkt ein- nehmen, wodurch die Arbeit de» Rotspräsidenten eine große Erleichterung erfahre. Eine Ratsleitung deutscherseits würde dagegen im gegenwärtigen Augenblick eine hemmende Einschränkung der verhandlungssreiheit für den deut­schen Delegationssührer bedeuten.

Eine Fnierpettation der Deutschnaiionaten.

Werden durch den Verzicht von Curtins deutsche Interessen geschädigt?

Berlin, ?. Ian. (TU.) Die deutschnationalen Abgeordneten Dr. Freiherr von Frey» tagh-Loringhoven und Dr. O b e r f o h - ren haben folgende Interpellation eingebracht.

Rach Zeitungsmeldungen beabsichtigt der Herr Reichsaußenminister auf den ihm nach der alphabetischen Reihenfolge zustehenden Tot» sitz in der Ianuartagung des Völkerbundsrates zu verzichten. Als Begründung wird in der Presse darauf hingewiesen, daß die Führung des

Vorsitzes mit der Vertretung der deut­schen Interessen bei der Verhand­lung über die Polengreuel nicht ver­einbar sei. Der von dem Herrn Außenminister angeblich beabsichtigte Verzicht aus den Vorsitz stünde im Widerspruch zur Praxis des Völkerbundes. Bisher hat kein Rats­mitglied auf den ihm zufallenden Vorsitz ver­zichtet. Auch wenn Fragen zur Beratung standen, die seine Interessen berührten. Es entsteht daher der Eindruck, als sei die Absicht des Herrn Außenministers, falls sie vorliegt, auf aus­wärtige Einflüsse oder gar aus­wärtigen Druck zurückzuführen, deren ^Ur­heber eine Schwächung der deutschen Stellung im Auge haben.

Wir fragen die Reichsregierung, ob tatsächlich eine solche Absicht des Herrn Außenministers besteht und ob bejahenden Falles die Reichsregierung sie billigt, obgleich durch einen solchen Schritt d i e deutschen Interessen geschädigt würden und obgleich ein Präze­denzfall für ihn nicht besteht?"

polen arbeitet auf Verschleppung hin. Warschau wird Nachprüfung deS

Anklagematerials verlangen.

G e n f, 2. Ian. ($11.) In Genfer unterrichteten Kreisen verlautet, daß diepolnischeRegie- r u n g auf der Ianuartagung des Völkerbunds­rats die französische Unterstützung zu­nächst in dem Sinne versuchen werde, daß durch Anzweiflung der Zuverlässigkeit des in den drei deutschen Be chwerlenoten vorgebrach­ten Anklagematerials eine sofortige Entscheidung unmöglich gemacht wird. Man erwartet daher, daß in den Genfer Ver­handlungen im Januar vor der sachlichen Behand­lung der deutlichen Deschwerdenoten von polni­scher Seite die Frage aufgeworfen wird, ob und wie eine Rachprüfung des deutschen Anklagematerials erfolgen müsse, obwohl eine derartige Prüfung im Hinblick auf das um­fangreiche, auf der sofortigen Untersuchung der Vorfälle aufgebaute und völlig einwandfreie deutsche Material überhaupt nicht not­wendig sein dürfte.

Revolution in Panama.

Präsident Arosemena abgeseht. Oie Revolutionäre in der Haupstadt siegreich. - Wird Nordamerika eingreifen?

Washington, 2. Ian. (WTB.) Nach einer dem hiesigen Gesandten der Republik Panama zuge- gangenen Nachricht ist d i e Regierung des Präsidenten Arosemena von einer natio­nalen revolutionären Bewegung, die vom ganzen Volk unterstützt wird, g e ft ü r 3 t. Der Aufstand brach unerwartet aus. Er wurde von der A c c i 0 n C 0 m u n a l gefördert, einer patriotischen Organi­sation, die die angebliche Korruption der Regierung unter den Präsidenten Chiari und Arosemena scharf angegriffen hatte. Heute früh fuhr eine Gruppe von etwa 100 Mann zum Hauptquartier der Staatspolizei, die Panamas einzige stehende Armee bildet und besetzte nach Abgabe einiger Schüsse die Polizeistation. Präsident Arosemena und mehrere andere Regierungsbeamte wurden verhaftet.

Wie das dem Gesandten von Panama ^ge­gangene Telegramm weiter besagt, wird die revo­lutionäre Bewegung von Dr. Amorio Arias aeführt. Der Gesandte erklärte, Arias sei ein Anwalt, der bisher seine hervorragenden Dienste friedlichen Zwecken widmete. Der Präsident soll am Nachmittag Dr. Amorio Arias zum Pre- mierminifter ernannt haben und dann seinen Rücktritt bekanntgegeben haben. Arose­mena hat somit Dr. Arias die Präsidentschaft und die Neubildung des Kabinetts überlassen.

Nach den ersten Meldungen aus Panama sind zehn Personen getötet und etwa 20 ver­wundet worden. Der Platz um das Präsidentschafts, palais jeigt Blutspuren. Der Aufstand verlies jedoch verhältnismäßig ruhig. Außer in der unmittelbaren Umgebung der Polizeistation und des Palais erfuhren die Einwohner erst von dem Auf­stand, als sie morgens erwachten. Meldungen aus Colon besagen, daß der dortige Gouverneur G a l i n d 0 versucht habe, mit einer Abteilung Polizei und bewaffneter Zivilisten nachPanarna zu marschieren, daß der Gouverneur der Kanalzone aber abgelebt habe, der bewaffne­ten Truppe den Durchzug durch die Kanal-

z 0 n e zu gestatten. Telephon und Telegraph arbeiten nicht-, deshalb ist es nicht bekannt, wie das I n n e r e des Landes die Bewegung ausgenommen hat. Die provisorische Regierung verbot vorläufig alle Zeitungen, jedoch werden die nach dem Ausland gehenden Berichte keiner Zensur unter­worfen.

Bestürzung in Washington.

Die USA. zu einer Intervention berechtigt.

Die Sicherung der Kanalzone.

Washington, 2.3an. (WTB.) Der Ausbruch der offenen Revolution in Panama hat die hiesige Regierung mit schweren Sorgen erfüllt Staatssekretär S I i m f 0 n hatte heute lange Be­sprechungen im weihen Hause und mit dem Krieg»- miniffer. Er erklärte in einer anschließenden Presse­konferenz, die vereinigten Staaten wären durch den vertrag von 1903 z u einer Intervention berechtigt, falls die Regierung in Panama die Ordnung nicht aus eigener Kraft aufrecht- zuerhalten vermöchte, hierzu käme, daß die Siche­rung des Panama-Kanal» für eine un­gehinderte Schiffahrt im Kriege und im Frieden eine Frage von vitaler Bedeutung für die vereinigten Staaten wäre. Trotzdem würde die Washingtoner Regierung nicht eingreifen, ohne die Lage sorgfältig studiert zu haben. Erst wenn die Verhältnisse so chaotisch geworden sein sollten, daß eine Intervention im allgemeinem Jntereffe unvermeidlich wäre, würde ein Eingreifen erfolgen. Die Ursache der Revolution wäre darin zu suchen, daß die für 1932 bevorstehenden Neu­wahlen durch gewiße Umbesetzungen im Kabinett ihre Schatten vorausgeworfen hätten und daß eine Mißstimmung bei den Anhängern der abgesetz- ten Politiker erzeugt worden wäre.

teipolitische Zwecke, tote für die 11 eber­wach u n g der RSDAP. durch Ministerial­direktor a. D. Spiecker oder für die Bespitze­lung des LandesThüringen verausgabt worden seien. Die Dersassungsvertetzung Dr. Wirths wird in der nach Ansicht der Ra­tionalsozialisten bewußt unwahren Behauptung gesehen, die RSDAP. verfolge hochverräterische Ziele und Mitglieder der RSDAP. dürften in­folgedessen nicht als Polizeibeamte verwandt werden, sowie ferner in der Sperrung der Reichs­zuschüsse für Polizeizwecke für das Land Thürin­gen. Die Rechts- und Verfassungswidrigkeit seines Vorgehens habe Dr. Wirth s e l b st z rn- gegeben, indem er am 22. Dezember 1930 die Sperre der Polizeigelder habe wieder a u f h e b e n müssen. Die Derfassungsverlehung des Reichswehrministers G r 0 e n e r wird in dem Erlaß vom Jahre 1929 gesehen, wonach alle in Reichswehrbetrieben beschäftigten Arbeiter und Angestellten, die der RSDAP. ongehörten, zu entlassen seien. Die Verfassungswidrigkeit dieses Erlasses sei in einem Urteil des Amts­gerichtes Wilhelmshaven von Anfang Dezember 1930 festgestellt worden.

Marschall Ioffre gestorben.

pari», 3. Ian. (HL Drahtmeldung.) Marschall Iossre. der erste Generalissimus der französischen Armee im Weltkriege und Führer in der Marne- schlacht. Ist heute morgen um 8.23 Uhr seinem langen und schweren Leiden erlegen. Iossre hatte sich bekanntlich eine Venenentzündung zugezogen.

die die Amputation eines Beines not­wendig machte. Die Operation, zunächst gut ver­lausen, führte später zu Komplikationen, gegen die alle ärztlichen Bemühungen erfolglos blieben.

Aus oller Wett.

Schwerer Bankraub in Ostfriesland.

Am Freitag kurZ nach 18 Uhr hielt etwa 20 Meter von der Spar- und Darlehnskafse von Marienhafe bei Emden entfernt ein Kraf- wagen, dem drei maskierte Männer entstiegen, die in den Kassenraum der Dank ein- drangen. Mit vorgehaltenen Revolvern einer der Räuber verfügte sogar über zwei Waffen drangen sie auf die anwesenden Beamten ein und holten etwa 10000 Mark aus dem Z a h l t i s ch. Während zwei der Räuber mit dem geraubten Gelde zum Auto zurückeilten, hielt der dritte die im Kassenraum weilenden Beamten mit der Waffe im Schach. Der dritte der Ban­diten sprang erst im letzten Augenblick in den Wagen. Den Bankbeamten, die über keine Waffen verfügten, blieb nichts weiter übrig, als den Landjäger zu benachrichtigen, der die ver- chiedenen Polizeistationen von dem Raub über­all sofort in Kenntnis setzte, damit die Land- trahen abgeriegelt würden. Richt lange nach dem Heberfall wurde das Auto der Banditen zwischen Marienhafe und Gngerhave, nur einige Kilometer vom Tatort entfernt, auf gefun­den. Es handelt sich um einen in der vergange­

nen Rächt gestohlenen Wagen. Sämtliche Landjägerposten und Polizeistationen in der Um­gebung von Marienhafe sind die Rächt über mit der Suche nach den drei Unbekannten beschäftigt. Die Flüchtlinge haben ihre Kopfbedeckungen in dem in Bad Zwischenahn in Oldenburg gestoh­lenen Auto liegen gelassen. Der Raubüberfall hat manche Aehnlichkeit mit dem auf die Filiale der Deutschen Dank und Diskontogesellschaft in Köln- Lindental verübten. Es heißt, daß einer der Bankräuber in der vergangenen Woche bei der bestohlenen Dank holländische Gulden ge­wechselt haben soll, wahrscheinlich um sich Über die Lokalitäten zu informieren.

Verhängnisvoller Irrtum.

In dem Glauben, einen Einbrecher vor sich zu haben, erschoß der Gutspächter Straßburger in Biestern bei Loetzen seine Hausange­stellt e. Straßburger erwachte gegen Morgen von einem verdächtigen Geräusch. In der Annahme daß Einbrecher am Werke seien, nahm er eine Taschen­lampe und einen Revolver und begab sich auf den Flur. Als er dort eine Person sah, die auf die Frage: Wer da?" keine Amtwort gab, schoß Straß, burger, der sich in großer Erregung befand, in bas Dunkel des Flurs. Wie er zu feinem Entsetzen entdecken mußte, hatte er seine eigene Hausangestellte Fräulein Drubba erschossen.

Eine Flaschenpost derCujltanla**.

Auf der Hallig Langeneß ist ein« Flaschen­post angetrieben, die von der während des Krie­ges torpedierten und untergegangenenLusi- tania" stammen soll. Die Flasche, die über und über mit Algen und Muscheln bedeckt war, ent­hielt einen Zettel mit der Mitteilung, daß die2uf i tan i a inzehn RVin-u t en sin­ken werde. Die Mitteilung ist von zehn Fahr­gästen unterschrieben. Da die Flaschenpost al- echt angesehen wird, ist der Zettel der Cunard Line zugeschickt worden.

Führerkonferenz

der Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner.

Die Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner hat In Berlin erneut in einer Führerkonserenz sich mit den Maßnahmen beschäftigt, die die Deutsche Reichsbahn in ihrem Personalkörper durchführt. Die Konferenz machte der Gewerkschaftsleitung weiter zur Pflicht, die seit Jahren betriebenen Arbeiten, die in der Forderung der Revision der Verträge gipfeln, die aus dem Friedensvertrag resultieren, mit allen Kräften fortzusetzen. Für den Poungplan muß neben der Forderung nach Abbau seiner ab­soluten Belastungshöhe die Forderung nach In­kraftsetzung derGoldwertklausel durch­gesetzt werden, deren Fehlen uns 15 v. H höhere Tributleistungen abzwingt, wie ursprünglich vorge­sehen waren. Fürdie Reichsbahn z. B. würde die Wiedereinführung der Goldwertklausel eine Ersparnis von 99 Millionen jährlich bedeuten.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Die gestern südlich von Irland erkennbare Stö­rung ist bereits so weit östlich vorgedrungen, daß ihr Kern heute morgen über dem Kanal lag, und die Vorderseite in unserem Bezirk schon Nieder­schläge brachte. Unter dem Einfluß tiefen Druckes werden durch die Südwestluft die Temperaturen zunächst ansteigen und vorerst weitere Niederschläge auftreten, welche auch in unserem Bezirk in Regen übergehen werden. Nach dem Vorüberzug der Warmluft drehen die Winde mehr nach Westen zu, so daß dadurch wieder Temperaturrückgang eintritt und der Witterungscharakter im ganzen wechselhaft bleibt.

Aussichten für Sonntag : Zunächst nach bedeckt mit zeitweisen Riederschlägen, wärmer, später mehr wechselnd wolkig und wieder kühler.

Lufttemperaturen am 2. Januar: mittags 4 Grad Celsius, abends 6,1 Grad; am 3. Januar: morgens 0,7 Grad. Maximum 4,6 Grad, Minimum0,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Januar: abends 2 Grad , am 3. Januar: morgens 1 Grad Celsius. Niederschlag 0,9 mm. Sonnen- scheindauer 1% Stunde.

Amtliche Wintersportnachrichken.

Vogelsberg. Hoherodskops: Starker Schneefall, 2 Grad, 8 cm Sch-.ee, Pulverfchn e; Sportmöglichkeit für Ski und Rodeln vorhanden.

Taunus, Kleiner Feldberg: Leichter Schneefall, 3 Grad, 9 cm Schnee, Pulverschnee-, Sportmöglichkcit für Ski und Rodeln gut.

Sauerland, Winterberg: Witterung bewölkt, 3 Grad, 25 cm Schnee, 3 bis. 5 cm Reuschnee. Pulverschnee; Sportmöglichkeit für Ski und Rodeln gut

Rhön, Wasserkuppe. Witterung: be* wölkt, 4 Grad, 15 cm Schnee, Beschaffenheit: bedeckt: Sportmöglichkeit für Ski und Rodeln mäßig. . ,

Alpen, G armisch-Partenkircherr. Witterung: bedeckt, -s-1 Grad, 1 cm Schnee, schasfenheit: verharscht: Sportmöglichkeit für 6n und Rodeln gut *