Die Islandfahrt des „Graf Zeppelin"
fflrof Zeppelin- über einer isländischen Bucht. Das Bild stammt von einer früheren Island-Fahrt de» „Graf Zeppelin".
Oie Wetterlage.
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plan gerichtete Torpedierung. „E cho de Paris" fällt ein scharfes Urteil Cs spncht von der „ziemlich armseligen Logik emeS Horners der sich darüber wundere, dah Frankreich atS Verteidiger des Voungplans jetzt eine Aenderung vornehmen wolle, als ob nicht vielmehr Frankreich die von Washington zertrümmerten Stucke des Gefäßes zusammenzusuchen hatte. Dieses Blatt beschwert sich ebenso wie „Journal über den Ton. den Hoover gegenüber Frankreichs anschlage.
,<Sraf Zeppelin^ auf dem Rückfluge.
In Reykjavik traf „Graf Zeppelin", früher als erwartet, um 1/2Z Uhr ein. Die Bevölkerung wurde durch das Dröhnen der Motoren geweckt. Das Luftschiff flog n a ch Do r g a r f j o r d weiter und kehrte gegen 8 Uhr nach Reykjavik zurück, wo Po st ausgewechselt wurde. Um VoQ Uhr trat ..Graf Zeppelin" den Rückflug an. Das Luftschiff sah sich mit Rücksicht auf die Wetterlage zur Rückkehr d i r e k t ü b e r Iütland gezwungen. Die Auswechslung d « r P o st von und an Bord des „Graf Zeppelin" erfolgte auf einer Eben« des Oeskjukfid, der für diesen Zweck hergerichtet worden war. Rach dem ersten Erscheinen des „Graf Zeppelin" strömte die Bevölkerung zu Fuß und mit allen möglichen Derkehrsmitteln nach dem Hügel, und
als gegen V28 Uhr das Luftschiff zurückkehrte, war di« Hälfte der 28 000 Einwohner Reykjaviks versammelt. Auf dem Hügel war ein Feuer angezündet worden. Das^ Luftschiff flog ganz niedrig -und warf die Postsäcke m i t - telst Fallschirm ab. drehte dann nach Süden und kehrte bald wieder zurück. Es wurde eine Leine ausgeworfen, an der die aufzunehmenden Postsäcke befestigt werden sollten. Die Fahrt war jedoch ziemlich schnell, so dah d i e Befestigung der Postsäcke nicht gelang. Beim nächsten Versuch wurden die Motoren gestoppt und die Aufnahme der Säcke ging nunmehr unter dem Iubel der Meng« glatt vor sich. Di« aufgenommene Post umfaßt etwa 20 000 Briefe. Das Wetter war ruhig und leicht bewölkt.
Die Bekämpfung des Kommunismus.
Das Spartakiade - Komitee aufgelöst. - Maßnahmen gegen die systematische Anstiftung von Unruhen.
Di« Polizeidirektion München erließ auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen mit sofortiger Wirksamkeit eine Anordnung, wonach das Tragen von einheitlicher Kleidung oder Abzeichen von politischen Ver-
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OerHooverplan und die Ostreparationen
Griechenland macht Einwendungen. - VeniseloS fordert Abänderung für die Oststaaten.
mistisch „Figaro" erklärt, daß nunmehr noch dte Veröffentlichung des Memorandums die fran- zösisch-amerikamschen Verhandlungen u n t e r w e- Niger ungünstigen 2luiÄh $ t« a fort* gesetzt werden könnten. „LAmi du Peuple findet, die Aussichten der Verhandlungen seien nicht so schlecht, wie man behauptet.
Etwas anders wird das amertkanische Memorandum von den Blättern beurteilt, die von Anfang an der amerikanischen Intteatwe miut Mißtrauen gegenüberstanden. So erklärt „I o u r- na l", Hoovers Schritt sei eine gegen den Voung-
Ole Pfeile fliegen mit dem winde Oie Deinen Stationen stenenden zan« len geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichem euf Meeresniveau umgerechneten Luftdruck
Wettervoraussage.
Mit der Verlagerung des zentraleuropäischen Hochs nimmt auch der Einfluß seiner kontinentalen Luftmassen für unser Gebiet ab, und die Schönwetterlage geht ihrem Ende zu. Die neue Atlantikstörung im Raume zwischen den britischen Inseln und Island schreitet weiter vor. so daß ihr Kern heute morgen über Schottland lag. Dabei hat sich an der Südseite ein Ausläufer entwickelt, der sich über Deutschland erstreckt und in Form von Bewölkung unser Wetter beeinflußt. Beim weiteren Vordringen der Störung gelangen wir zunächst in den Bereich feuchtwarmer Südwestluft, der später kühlere Ozeanluft aus höheren Breiten nachfolgt, was Anlaß zu Gewitterstörungen, oder einzelnen Rtederschlägen geben wird.
Aussichten für Freitag: Mehr wolkiges Wetter mit Gewitterneigung, oder einzelne Riederschläge, warm.
einigungen für Wach- und Ehrenposten aller Art verboten ist. Ferner ist das Tragen einheitlicher Kleidung und Abzeichen bei den Stand- musiken vor der Feldherrnhalle, im Hofgarten und im Rathaushof, vor dem Wehrkreiskominando und vor der Regierung von Oberbayern zu bestimmten Zeiten verboten.
Aus aller Welt.
Massenmörder Kürten hingerichtet.
Köln. 2. Juli. (WTB. A.unkspnich.) Der Düsseldorfer Massenmörder Peter Kürten ist heute früh um 6 Uhr im Hofe des Gefängnisses von Köln m i t dem Fallbeil hingerichtet worden. Die Anordnung der Vollstreckung der Todesstrafe wurde gestern um 15 Uhr durch einen Ministerialrat nach Düsseldorf gebracht. Kürten wurde darauf gegen 16 Uhr in einem Gefangenenauto nach Köln ü b e r g e f ü h r t. Rach den gesetzlichen Bestimmungen müssen zwischen der Mitteilung und der Vollstreckung selbst 12 Stunden liegen. Zwischen 17 und
Athen, 2. ML (WTB. Funkspruch.) Fn der griechischen Kammer wurde Ministerpräsident VeniseloS Iber die durch die Hooversche Aktion geschaffene Lage Griechenlands interpelliert. 3n seiner Erwiderung gab er e nen interessanten Kommentar zur griechischen Antwortnote an Amerika. Der Schritt Amerikas, so erklärte er, bedeute eme großzügige Geste zu Gunsten Deutschlands, aber er erstrecke s ich auch auf die Ost r « Pa- rationen, die sicher aus dem Spiel gelassen worden wären, wenn Amerika die Folgen übersehen könnte, die durch diese Miteinbeziehung der Ostreparativnen entständen. „Ich din sicher, fügt« VeniseloS hinzu, „dah die amerikanische Re- gierungseicklärung in Unkenntnis des Umstandes erfolgt ist, daß Griechenland 76,5 Prozent der von Ungarn und Bulgarien erlegten Zahlungen erhalt zum Wiederaufbau seines durch einen lOiährigen Krieg und mannigfaltige Katastrophen schwer geschädigten Staates. So wird der amerikanisch« Vorschlag, der doch ein« Erleichterung für die heimgesuchten Länder bedeuten soff, dazu dienen, daß zwar die wirtschaftlich so außerordentlich gefestigte Tschechoslowakei 70 Millionen Drachmen (= 3,8 Mill. Mark) jährlich e i ns Part und Ungarn, dessen E:at im Gleichgewicht ist, 140 Millionen, Bulgarien immerhin eine Ermäßigung von 160 Millionen Drachmen erhall während Griechenland 230 MillionenDrack- men (etwa 12,5 Mill. Mark) in diesem Fewriahr a n V e r l u st haben würde." .
VeniseloS wies darauf hin, dah die griechische Antwortnote darstellt, Griechenland kenne den amerikanischen Vorschlag nur dann akzeptieren, wenn er für Griechenland modifiziert würde bzw. dem Land« dieselben Erleichterungen gewähre wie allen anderen. Ich bin mir dessen bewußl sagte der Ministerpräsidenl dah ein solch schwerwiegender Schritt eilte Opposition gegen den Hooderplan bedeute.
Auch Rumänien opponiert.
Bukarest, 2. Mi. (WTB.) Die rumänische Regierung hat heute ihre Antwort auf den Hoover-Vorschlag erteilt. Rumänien nimmt in seiner Antwort den Vorschlag i m P r i n z i P an, macht jedoch wesentlich« Einwendungen. So viel aus dem Inhalt der rumänischen Rote verlautet, stellt die rumänische Regierung fest, daß sie durch die Verwirklichung des Moratoriumsvorschlages eine Einbuße von 86 Millionen Lei (etwa 2,1 Millionen Mark) und des Gegenwertes der laufenden Re para t i onsbe st ellun gen erleiden würde.
Oie Vorgeschichte des Hoover-Plans.
Reuyork, 1. ML (TU.) Ueber die Vorgeschichte des Hooverplanes werden jetzt einige interessante Einzelheiten mitgeteilt. Danach wurden die Einzelheiten des Vorschlages auf einer Konferenz vor etwa 7 Wochen ausgearbeitet, an der etwa ein Dutzend von Dankleuten und Finanzleuten aus dem mittleren Westen teilnahmen, die unter Führung des Senators Iames C. Watson (Indiana) berieten. Rach- dem der Plan festgelegt war, gelang es dieser Gruppe von Politikern und Finanzleuten, dte großen amerikanischen Danken für ihn zu gewinnen. Er wurde hierauf in seiner endgültigen Formulierung dem Präsidenten Hoover vorgelegt, der ihn nach längerer Beratung annahm. Der Senator Iames E. Watson ist der Führer der Republikaner im Senat und ein« der bedeutendsten Persönlichkeiten der republikanischen Partei.
(Streif um Ostgrönland.
Wird Norwegen zur Annexion schreiten?
Kopenhagen, I.Iuli. (TU.) Das dänische Außenministerium hat heute eine norwegische Note über Ostgrönland erhalten. Der außenpolitische Ausschuß des Neichstaaes ist für morgen nachmittag zu einer Beratung zusammenberufen.
Aus Oslo wird telegraphiert, daß die norwegische Regierung heute von Devold, dem Führer der norwegischen Jäger in Ostgrönland, die telegraphische Mitteilung von der A n n e x i o n eines lei« les von Ostgrönland erhalten hat Devold teilt der Regierung mit, daß er das besetzte Gebiet Erich-des-Roten-Land genannt habe und fordert die Regierung auf, die Besitzergreifung offiziell anzuerkennen, da diese zur Wahrnehmung der norwegischen wirtschaftlichen Interessen in Ostgrönland dringend notwendig sei. In norwegischen politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß die Regierung nunmehr die Annexion nicht mehr als Privatangelegenheit betrachten„tön ne.
Die Kopenhagener Zeitung „Aftenposten" entnimmt einem Artikel des norwegischen Regierungsblattes „Nationen", daß die Osloer Regierung Devotes Annexion nicht anerkennen werde, dah sie aber selbst die Annexion amtlich vornehmen werde, wenn Dänemark die norwegische Forderung nicht annehme, daß Ostgrönland alsNiemands- land erklärt wird. „Aftenposten" bezeichnet es als sicher, daß Dänemark die norwegische Note nicht annshmen könne, und rechnet damit, daß nun die amtliche Annexion durch Norwegen nahe bevorstehe, und daß dann die Angelegenheit dem Haager Schiedsgerichtshof vorgelegt werden solle. Die norwegische Regierung hält zur Zeit einen Ministerrat ab. Sie will ihre Entscheidung beschleunigen, dadiedäntscheExpedition unter Lauge- Koch bereits -am kommenden Montag in Ostgrönland eintreffen wird.
Der Oberpräsident der Provinz Hessen-Rcrssau hat die in Wiesbaden erscheinende nationalsozialistisch« Tageszeitung „R h e i n w a ch t" (Rassauer Beobachter) und deren Kopfblatt, „Frankfurter Volksblatt" (Frankfurter Beobachter), wegen Uebertretung der Verordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen auf die Dauer von sechs Wochen verboten.
Kleine politische Nachrichten.
Das Plenum des Hessischen Landtags ist auf Dienstag, 7. Mi, vormittags 10 Uhr eunberufen. Auf der Tagesordnung stehen nur kleinere Gesetzesvorlagen und die Gemeindeordnung. Dte Tagung, die voraussichtlich die letzte dieses Landtags sein wird, soll in einer Woche beendet sein.
In M a i n z findet am Sonntag, dem 5. Mi, 11.15 Uhr, die Einweih ung des Strese- mann-Ehrenmals statt. Der Bau trägt an der Vorderseite die Inschrift: „Dem Andenken! Gustav Stresemanns". Rechts und links: „Der Freiheit der Rheinland«". Die Westseite des Baues trägt die Inschrift: „Der Größe des deutschen Vaterlandes. Errichtet von dem dankbaren deutschen Volke 1930—31". Die Weiherede bei der Feier am Sonntag hält der Führer der DVP., Reichstagsabgeordneter Dingeldey. Reichsminister Dr. C u r t i u s, der den Reichspräsidenten, die Reichsregierung und den Völkerbund vertritt, wird ebenfalls das Wort ergreifen. Am Vorabend findet ein« Kundgebung statt, dte vom Denkmalsausschuß veranstaltet wird.
Täter versuchte auf einem Fahrrad zu entkommen, konnte jedoch verhaftet werden. Er räumte nach anfänglichem Leugnen «in, einen Feuerwerkskörper in den Raum geworfen zu haben, bestritt aber, daß dieser Körper Tränengas enthalten habe. Der Täter ist ein 19jähriger Student, der, wie es in der Polizeimitteilung heißt, dem Nationalsozialistischen Studentenbund angehört.
Kommunistenüberfall in Peine.
Peine, 1.Mi. (TU.) In Peine wurde ein Zug der Rationalsozialisten und die begleitenden Polizeibeamten im Arbeiterviertel von Kommunisten überfallen und u. a. mit Steinen und Totschlägern angegriffen. Einigen Beamten wurde auch Pfeffer in die Augen geworfen, um sie für Augenblicke kampfunfähig zu machen. Als aus den Reihen der Kommunisten ein Schuß gefallen war, erwiderten die Beamten das Feuer. Hierbei wurden 14 Personen zum Teil schwer verletzt. Auch Rationalsozialisten wurden, da beide Parteien weiße Hemden trugen und so in dem Tumult eine Unterscheidung erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht war, durch Schüsse verletzt, darunter zwei Rationalsozialisten so schwer, dah mit ihrem Ableben wohl zu rechnen ist. Rachdem die Polizei das Alarmkommando herangezogen hatte, konnte die Ruhe wtederhergestellt werden.
In einer Darstellung von nationalsozialistischer Seite zu dem Lieberfall heißt es, daß die Polizei nur mit drei Mann vertreten gewesen und der sie erwartenden Aufgabe nicht gewachsen gewesen sei. Sie habe die ersten Schüsse abgegeben, wodurch zwei SA.-Leute durch Bauchschüsse schwer verletzt worden seien. Beide lägen im Krankenhaus darnieder. Von den Kommunisten seien mehrere Schüsse abgegeben worden. Die Zahl der Leichtverletzten auf Seiten der Rationalsozialisten betrage 25, wovon 13 ins Krankenhaus eingeliefert werden mußten.
Berlin, 1. ML (ERB.) Von unterrichteter . Veite der preußischen Regierung erfahren wir, I daß der Polizeipräsident das Spartakiadekomitee । unb all« anderen Organisationen, die zur Vorbereitung der Spartakiade gebildet worden sind, aufglöst hat. Das Tragen der Spartakiade- abzeichen ist verboten worden. Die Polizei bat heut« vormittag in dem Bureau des Sparta- t.adekomitees eine Haussuchung abgehalten und Material beschlagnahmt, das noch geprüft Wird.
Im Zusammenhang mit den gestrigen blutigen Zwischenfällen im Osten Berlins äußert man in Kreisen der preußischen Regierung dte Ansicht, döH dte Vorfälle nicht spontane Kundgebungen Unzufriedener oder Hungernder waren, sondern dah es sich um planmähige Veranstaltungen radikaler Elemente handelte, mit denen auch in den kommenden Tagen und Wochen zu rechnen sein wird. Dies ergibt sich insbesondere aus einer Anzahl von Rundschreiben und sonstigem Material, das sich in den Händen der Polizeibehörde befindet und aus dem eindeutig hervorgeht, dah m i t legalen und illegalen Demonstrationen gearbeitet werden soll, um die Polizeikräfte zu zermürben. Wenn auch in diesem Material teilweise nur in theoretischer Form von „bewaffnet geschützten" und „bewaffneten" Demonstrationen dte Rede ist und Vorschläge gemacht werden, wie Polizeiautos durch Ausstreuen von Rägeln und Glasscherben sowie Spannen von Drahtseilen aufgehalten werden, so kann daraus doch auf die systematische Vorbereitung von Unruhen und Störungen der öffentlichen Ordnung geschlossen werden.
In Kreisen der Reichsregierung und der preußischen Regierung wird ausdrücklich mit aller Entschiedenheit betont, daß die Machtmittel des Staates ausreichen werden, um alle Störungen sofort im Keime ersticken zu können. Die Tatsache, daß sich das erwähnte Material in Händen der Behörden befindet, beweist, daß die Regierung über die Absichten ihrer radikalen Gegner genau unterrichtet ist und ihnen mit allen Mitteln begegnen wird. Die Polizei wird nötigenfalls auch rücksichtslos von der Schußwaffe Gebrauch machen. Das preußische Innenministerium wird, wie der Börsenkurier berichtet, in den näcMten Tagen einen neuen Erlaß über das Schießrecht der Polizei herausyeben. Es dürfte darauf hingewiesen werden, daß em Zurückhalten in dem Gebrauch der Schußwaffe nicht an- «ist, wenn es sich um Anariffe auf das Le- Polizeibeamten handelt, ferner bei Angriffen auf die unter dem Schutz der Beamten stehenden Personen, wie auch bei Angriffen gegen den Staat. Wenn z. B. die Beamten in Zukunft bei ihrem Vorgehen mit Steinen beworfen werden, oder sich mit der Schußwaffe bedroht sehen, dann ist es nicht nur ihr Recht, sondern ihre Pflicht, sich mit der Waffe ihrer Haut zu wehren.
Tränengasbombe in einer politischen Stndenten-Versammlnng.
Ans dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags.
WHP D a r m st a d t, 30. 3uni. Im Finanzausschuh wird eine Eingabe des hessischen Einzelhandels, die gewerblichen Räum« von der Sondergebäudesteuer freizulassen, durch die Regierungsantwort für erledigt erklärt. Don der Regierung wurde darauf hingewiesen, dah dies« Besteuerung des Gewerberaumes auch in den anderen Ländern erfolgt und eine Freilassung einen untragbaren Ausfall in den hessischen Finanzen verursachen würde. Ein« Aenderung könn« nur vom Reich vorgenommen werden. — Der Vorschlag der Regierung, auch in diesem Iahr« den in der Exekutive überaus angestrengten Polizeibeamten eine monatlich« Zehrzu- l a g e zu gewähren, rief ein« längere Aussprache hervor. Die Länder haben vereinbarl diese Zulage auf monatlich 4,50 Mk. festzusehen. Hessen will die dazu erforderlichen 200 000 Mk. von dem Gehaltsabzug, der bei der Polizei 890 000 Mk. ausmacht, einbehalten. Trotz der finanziellen Belastung wurde von allen Parteien dem Vorschlag zugestimmt. In der Debatte kam zum Ausdruck, dah man über ein gewisses Mah der hessischen Polizei nicht anmuten könne, Tag für Tag Demonstrationszüge zu überwachen. Es sollten entweder einschneidende Verbote Platz greifen oder eine S t«m pe lg«bühr für Demon -
1 strativnserlanbnisse erhoben werden.
Kiel, 1. Juli. (WTB.) Hier fand gestern abend ein Vortrag Professor Schueckings statt, der vor der demokratischen Studentengruppe sprach. Im Verlauf des Abends wurde plötzlich ein aus mehreren Tränengasbomben zusammengesetzter Spreng- körper in den Saal geworfen, der explodierte und ein Reizgas verbreitete. Die Versamm- lungsteilnehrner suchten den Saal zu räumen. Drei Personen wurden durch Sprengstücke verletzt. Der
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