Ausgabe 
2.7.1931
 
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Die Islandfahrt desGraf Zeppelin"

fflrof Zeppelin- über einer isländischen Bucht. Das Bild stammt von einer früheren Island-Fahrt de» Graf Zeppelin".

Oie Wetterlage.

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plan gerichtete Torpedierung.E cho de Pa­ris" fällt ein scharfes Urteil Cs spncht von derziemlich armseligen Logik emeS Horners der sich darüber wundere, dah Frankreich atS Verteidiger des Voungplans jetzt eine Aenderung vornehmen wolle, als ob nicht vielmehr Frank­reich die von Washington zertrümmerten Stucke des Gefäßes zusammenzusuchen hatte. Dieses Blatt beschwert sich ebenso wieJournal über den Ton. den Hoover gegenüber Frankreichs anschlage.

,<Sraf Zeppelin^ auf dem Rückfluge.

In Reykjavik trafGraf Zeppelin", früher als erwartet, um 1/2Z Uhr ein. Die Bevölke­rung wurde durch das Dröhnen der Motoren ge­weckt. Das Luftschiff flog n a ch Do r g a r f j o r d weiter und kehrte gegen 8 Uhr nach Reyk­javik zurück, wo Po st ausgewechselt wurde. Um VoQ Uhr trat ..Graf Zeppelin" den Rück­flug an. Das Luftschiff sah sich mit Rücksicht auf die Wetterlage zur Rückkehr d i r e k t ü b e r Iütland gezwungen. Die Auswechslung d « r P o st von und an Bord desGraf Zeppe­lin" erfolgte auf einer Eben« des Oeskjukfid, der für diesen Zweck hergerichtet worden war. Rach dem ersten Erscheinen desGraf Zeppelin" strömte die Bevölkerung zu Fuß und mit allen möglichen Derkehrsmitteln nach dem Hügel, und

als gegen V28 Uhr das Luftschiff zurückkehrte, war di« Hälfte der 28 000 Einwohner Reyk­javiks versammelt. Auf dem Hügel war ein Feuer angezündet worden. Das^ Luftschiff flog ganz niedrig -und warf die Postsäcke m i t - telst Fallschirm ab. drehte dann nach Sü­den und kehrte bald wieder zurück. Es wurde eine Leine ausgeworfen, an der die aufzuneh­menden Postsäcke befestigt werden sollten. Die Fahrt war jedoch ziemlich schnell, so dah d i e Befestigung der Postsäcke nicht ge­lang. Beim nächsten Versuch wurden die Mo­toren gestoppt und die Aufnahme der Säcke ging nunmehr unter dem Iubel der Meng« glatt vor sich. Di« aufgenommene Post umfaßt etwa 20 000 Briefe. Das Wetter war ruhig und leicht bewölkt.

Die Bekämpfung des Kommunismus.

Das Spartakiade - Komitee aufgelöst. - Maßnahmen gegen die systematische Anstiftung von Unruhen.

Di« Polizeidirektion München erließ auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zur Be­kämpfung politischer Ausschreitungen mit sofor­tiger Wirksamkeit eine Anordnung, wonach das Tragen von einheitlicher Kleidung oder Abzeichen von politischen Ver-

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OerHooverplan und die Ostreparationen

Griechenland macht Einwendungen. - VeniseloS fordert Abänderung für die Oststaaten.

mistischFigaro" erklärt, daß nunmehr noch dte Veröffentlichung des Memorandums die fran- zösisch-amerikamschen Verhandlungen u n t e r w e- Niger ungünstigen 2luiÄh $ t« a fort* gesetzt werden könnten.LAmi du Peuple findet, die Aussichten der Verhandlungen seien nicht so schlecht, wie man behauptet.

Etwas anders wird das amertkanische Memo­randum von den Blättern beurteilt, die von Anfang an der amerikanischen Intteatwe miut Mißtrauen gegenüberstanden. So erklärtI o u r- na l", Hoovers Schritt sei eine gegen den Voung-

Ole Pfeile fliegen mit dem winde Oie Deinen Stationen stenenden zan« len geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichem euf Meeresniveau umgerechneten Luftdruck

Wettervoraussage.

Mit der Verlagerung des zentraleuropäischen Hochs nimmt auch der Einfluß seiner kontinentalen Luftmassen für unser Gebiet ab, und die Schön­wetterlage geht ihrem Ende zu. Die neue Atlantik­störung im Raume zwischen den britischen Inseln und Island schreitet weiter vor. so daß ihr Kern heute morgen über Schottland lag. Dabei hat sich an der Südseite ein Ausläufer entwickelt, der sich über Deutschland erstreckt und in Form von Be­wölkung unser Wetter beeinflußt. Beim weiteren Vordringen der Störung gelangen wir zunächst in den Bereich feuchtwarmer Südwestluft, der später kühlere Ozeanluft aus höheren Breiten nachfolgt, was Anlaß zu Gewitterstörungen, oder einzelnen Rtederschlägen geben wird.

Aussichten für Freitag: Mehr wol­kiges Wetter mit Gewitterneigung, oder einzelne Riederschläge, warm.

einigungen für Wach- und Ehrenposten aller Art verboten ist. Ferner ist das Tragen ein­heitlicher Kleidung und Abzeichen bei den Stand- musiken vor der Feldherrnhalle, im Hofgarten und im Rathaushof, vor dem Wehrkreiskominando und vor der Regierung von Oberbayern zu be­stimmten Zeiten verboten.

Aus aller Welt.

Massenmörder Kürten hingerichtet.

Köln. 2. Juli. (WTB. A.unkspnich.) Der Düssel­dorfer Massenmörder Peter Kürten ist heute früh um 6 Uhr im Hofe des Gefängnisses von Köln m i t dem Fallbeil hingerichtet worden. Die Anordnung der Vollstreckung der Todesstrafe wurde gestern um 15 Uhr durch einen Ministerialrat nach Düsseldorf gebracht. Kürten wurde darauf gegen 16 Uhr in einem Gefangenenauto nach Köln ü b e r g e f ü h r t. Rach den gesetzlichen Bestimmun­gen müssen zwischen der Mitteilung und der Voll­streckung selbst 12 Stunden liegen. Zwischen 17 und

Athen, 2. ML (WTB. Funkspruch.) Fn der griechischen Kammer wurde Ministerpräsident VeniseloS Iber die durch die Hooversche Aktion geschaffene Lage Griechenlands interpelliert. 3n seiner Erwiderung gab er e nen interessanten Kom­mentar zur griechischen Antwortnote an Amerika. Der Schritt Amerikas, so erklärte er, bedeute eme großzügige Geste zu Gunsten Deutschlands, aber er erstrecke s ich auch auf die Ost r « Pa- rationen, die sicher aus dem Spiel gelassen worden wären, wenn Amerika die Folgen über­sehen könnte, die durch diese Miteinbeziehung der Ostreparativnen entständen.Ich din sicher, fügt« VeniseloS hinzu,dah die amerikanische Re- gierungseicklärung in Unkenntnis des Umstandes erfolgt ist, daß Griechenland 76,5 Prozent der von Ungarn und Bulgarien erlegten Zahlungen erhalt zum Wiederaufbau seines durch einen lOiährigen Krieg und mannigfaltige Katastrophen schwer ge­schädigten Staates. So wird der amerikanisch« Vorschlag, der doch ein« Erleichterung für die heimgesuchten Länder bedeuten soff, dazu die­nen, daß zwar die wirtschaftlich so außerordentlich gefestigte Tschechoslowakei 70 Millionen Drachmen (= 3,8 Mill. Mark) jährlich e i ns Part und Ungarn, dessen E:at im Gleichgewicht ist, 140 Millionen, Bulgarien immerhin eine Er­mäßigung von 160 Millionen Drachmen erhall während Griechenland 230 MillionenDrack- men (etwa 12,5 Mill. Mark) in diesem Fewriahr a n V e r l u st haben würde." .

VeniseloS wies darauf hin, dah die griechische Antwortnote darstellt, Griechenland kenne den amerikanischen Vorschlag nur dann akzeptieren, wenn er für Griechenland modifiziert würde bzw. dem Land« dieselben Erleichterungen gewähre wie allen anderen. Ich bin mir dessen bewußl sagte der Ministerpräsidenl dah ein solch schwerwiegender Schritt eilte Opposition gegen den Hooderplan be­deute.

Auch Rumänien opponiert.

Bukarest, 2. Mi. (WTB.) Die rumänische Regierung hat heute ihre Antwort auf den Hoo­ver-Vorschlag erteilt. Rumänien nimmt in seiner Antwort den Vorschlag i m P r i n z i P an, macht jedoch wesentlich« Einwendungen. So viel aus dem Inhalt der rumänischen Rote verlautet, stellt die rumänische Regierung fest, daß sie durch die Verwirklichung des Moratoriumsvorschlages eine Einbuße von 86 Millionen Lei (etwa 2,1 Millionen Mark) und des Gegenwertes der laufenden Re para t i onsbe st ellun gen erleiden würde.

Oie Vorgeschichte des Hoover-Plans.

Reuyork, 1. ML (TU.) Ueber die Vor­geschichte des Hooverplanes werden jetzt einige interessante Einzelheiten mitgeteilt. Danach wur­den die Einzelheiten des Vorschlages auf einer Konferenz vor etwa 7 Wochen ausgear­beitet, an der etwa ein Dutzend von Dankleuten und Finanzleuten aus dem mittleren Westen teilnahmen, die unter Führung des Senators Iames C. Watson (Indiana) berieten. Rach- dem der Plan festgelegt war, gelang es dieser Gruppe von Politikern und Finanzleuten, dte großen amerikanischen Danken für ihn zu ge­winnen. Er wurde hierauf in seiner endgültigen Formulierung dem Präsidenten Hoover vor­gelegt, der ihn nach längerer Beratung an­nahm. Der Senator Iames E. Watson ist der Führer der Republikaner im Senat und ein« der bedeutendsten Persönlichkeiten der republikani­schen Partei.

(Streif um Ostgrönland.

Wird Norwegen zur Annexion schreiten?

Kopenhagen, I.Iuli. (TU.) Das dänische Außenministerium hat heute eine norwegische Note über Ostgrönland erhalten. Der außenpolitische Aus­schuß des Neichstaaes ist für morgen nachmittag zu einer Beratung zusammenberufen.

Aus Oslo wird telegraphiert, daß die norwegische Regierung heute von Devold, dem Führer der norwegischen Jäger in Ostgrönland, die telegraphi­sche Mitteilung von der A n n e x i o n eines lei« les von Ostgrönland erhalten hat Devold teilt der Regierung mit, daß er das besetzte Gebiet Erich-des-Roten-Land genannt habe und fordert die Regierung auf, die Besitzergreifung offi­ziell anzuerkennen, da diese zur Wahrneh­mung der norwegischen wirtschaftlichen Interessen in Ostgrönland dringend notwendig sei. In norwe­gischen politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß die Regierung nunmehr die Annexion nicht mehr als Privatangelegenheit betrachtentön ne.

Die Kopenhagener ZeitungAftenposten" ent­nimmt einem Artikel des norwegischen Regierungs­blattesNationen", daß die Osloer Regierung De­votes Annexion nicht anerkennen werde, dah sie aber selbst die Annexion amtlich vornehmen werde, wenn Dänemark die norwegische Forderung nicht annehme, daß Ostgrönland alsNiemands- land erklärt wird.Aftenposten" bezeichnet es als sicher, daß Dänemark die norwegische Note nicht annshmen könne, und rechnet damit, daß nun die amtliche Annexion durch Norwegen nahe bevorstehe, und daß dann die Angelegenheit dem Haager Schiedsgerichtshof vorgelegt werden solle. Die norwegische Regierung hält zur Zeit einen Mi­nisterrat ab. Sie will ihre Entscheidung beschleuni­gen, dadiedäntscheExpedition unter Lauge- Koch bereits -am kommenden Montag in Ostgrön­land eintreffen wird.

Der Oberpräsident der Provinz Hessen-Rcrssau hat die in Wiesbaden erscheinende national­sozialistisch« TageszeitungR h e i n w a ch t" (Rassauer Beobachter) und deren Kopfblatt, Frankfurter Volksblatt" (Frankfurter Beobachter), wegen Uebertretung der Verord­nung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen auf die Dauer von sechs Wochen verboten.

Kleine politische Nachrichten.

Das Plenum des Hessischen Land­tags ist auf Dienstag, 7. Mi, vormittags 10 Uhr eunberufen. Auf der Tagesordnung stehen nur kleinere Gesetzesvorlagen und die Gemeinde­ordnung. Dte Tagung, die voraussichtlich die letzte dieses Landtags sein wird, soll in einer Woche beendet sein.

In M a i n z findet am Sonntag, dem 5. Mi, 11.15 Uhr, die Einweih ung des Strese- mann-Ehrenmals statt. Der Bau trägt an der Vorderseite die Inschrift:Dem Andenken! Gustav Stresemanns". Rechts und links:Der Freiheit der Rheinland«". Die Westseite des Baues trägt die Inschrift:Der Größe des deut­schen Vaterlandes. Errichtet von dem dankbaren deutschen Volke 193031". Die Weiherede bei der Feier am Sonntag hält der Führer der DVP., Reichstagsabgeordneter Dingeldey. Reichs­minister Dr. C u r t i u s, der den Reichspräsiden­ten, die Reichsregierung und den Völkerbund ver­tritt, wird ebenfalls das Wort ergreifen. Am Vorabend findet ein« Kundgebung statt, dte vom Denkmalsausschuß veranstaltet wird.

Täter versuchte auf einem Fahrrad zu entkommen, konnte jedoch verhaftet werden. Er räumte nach anfänglichem Leugnen «in, einen Feuerwerkskörper in den Raum geworfen zu haben, bestritt aber, daß dieser Körper Tränengas enthalten habe. Der Täter ist ein 19jähriger Student, der, wie es in der Poli­zeimitteilung heißt, dem Nationalsozialistischen Stu­dentenbund angehört.

Kommunistenüberfall in Peine.

Peine, 1.Mi. (TU.) In Peine wurde ein Zug der Rationalsozialisten und die begleitenden Polizeibeamten im Arbeiterviertel von Kom­munisten überfallen und u. a. mit Steinen und Totschlägern angegriffen. Einigen Beamten wurde auch Pfeffer in die Augen ge­worfen, um sie für Augenblicke kampfunfähig zu machen. Als aus den Reihen der Kommunisten ein Schuß gefallen war, erwiderten die Beamten das Feuer. Hierbei wurden 14 Personen zum Teil schwer verletzt. Auch Rationalsozia­listen wurden, da beide Parteien weiße Hem­den trugen und so in dem Tumult eine Unter­scheidung erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht war, durch Schüsse verletzt, darunter zwei Rationalsozialisten so schwer, dah mit ihrem Ab­leben wohl zu rechnen ist. Rachdem die Polizei das Alarmkommando herangezogen hatte, konnte die Ruhe wtederhergestellt werden.

In einer Darstellung von nationalsozialistischer Seite zu dem Lieberfall heißt es, daß die Po­lizei nur mit drei Mann vertreten gewesen und der sie erwartenden Aufgabe nicht gewachsen gewesen sei. Sie habe die ersten Schüsse abgegeben, wodurch zwei SA.-Leute durch Bauch­schüsse schwer verletzt worden seien. Beide lägen im Krankenhaus darnieder. Von den Kommunisten seien mehrere Schüsse abgegeben worden. Die Zahl der Leichtverletzten auf Seiten der Rational­sozialisten betrage 25, wovon 13 ins Krankenhaus eingeliefert werden mußten.

Berlin, 1. ML (ERB.) Von unterrichteter . Veite der preußischen Regierung erfahren wir, I daß der Polizeipräsident das Spartakiadekomitee unb all« anderen Organisationen, die zur Vor­bereitung der Spartakiade gebildet worden sind, aufglöst hat. Das Tragen der Spartakiade- abzeichen ist verboten worden. Die Polizei bat heut« vormittag in dem Bureau des Sparta- t.adekomitees eine Haussuchung abgehalten und Material beschlagnahmt, das noch geprüft Wird.

Im Zusammenhang mit den gestrigen blutigen Zwischenfällen im Osten Berlins äußert man in Kreisen der preußischen Regierung dte Ansicht, döH dte Vorfälle nicht spontane Kund­gebungen Unzufriedener oder Hungernder waren, sondern dah es sich um planmähige Veranstaltungen radikaler Ele­mente handelte, mit denen auch in den kom­menden Tagen und Wochen zu rechnen sein wird. Dies ergibt sich insbesondere aus einer Anzahl von Rundschreiben und sonstigem Material, das sich in den Händen der Polizeibehörde befindet und aus dem eindeutig hervorgeht, dah m i t legalen und illegalen Demonstra­tionen gearbeitet werden soll, um die Polizeikräfte zu zermürben. Wenn auch in diesem Material teilweise nur in theo­retischer Form vonbewaffnet geschützten" und bewaffneten" Demonstrationen dte Rede ist und Vorschläge gemacht werden, wie Polizeiautos durch Ausstreuen von Rägeln und Glasscherben sowie Spannen von Drahtseilen aufgehalten wer­den, so kann daraus doch auf die systema­tische Vorbereitung von Unruhen und Störungen der öffentlichen Ord­nung geschlossen werden.

In Kreisen der Reichsregierung und der preußi­schen Regierung wird ausdrücklich mit aller Ent­schiedenheit betont, daß die Machtmittel des Staates ausreichen werden, um alle Stö­rungen sofort im Keime ersticken zu können. Die Tatsache, daß sich das erwähnte Material in Hän­den der Behörden befindet, beweist, daß die Regie­rung über die Absichten ihrer radikalen Gegner genau unterrichtet ist und ihnen mit allen Mitteln begegnen wird. Die Polizei wird nötigenfalls auch rücksichtslos von der Schußwaffe Ge­brauch machen. Das preußische Innenministe­rium wird, wie der Börsenkurier berichtet, in den näcMten Tagen einen neuen Erlaß über das Schießrecht der Polizei herausyeben. Es dürfte darauf hingewiesen werden, daß em Zurück­halten in dem Gebrauch der Schußwaffe nicht an- «ist, wenn es sich um Anariffe auf das Le- Polizeibeamten handelt, ferner bei Angrif­fen auf die unter dem Schutz der Beamten stehenden Personen, wie auch bei Angriffen gegen den Staat. Wenn z. B. die Beamten in Zukunft bei ihrem Vor­gehen mit Steinen beworfen werden, oder sich mit der Schußwaffe bedroht sehen, dann ist es nicht nur ihr Recht, sondern ihre Pflicht, sich mit der Waffe ihrer Haut zu wehren.

Tränengasbombe in einer politischen Stndenten-Versammlnng.

Ans dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags.

WHP D a r m st a d t, 30. 3uni. Im Finanz­ausschuh wird eine Eingabe des hessischen Einzel­handels, die gewerblichen Räum« von der Sondergebäudesteuer freizulassen, durch die Regie­rungsantwort für erledigt erklärt. Don der Re­gierung wurde darauf hingewiesen, dah dies« Be­steuerung des Gewerberaumes auch in den ande­ren Ländern erfolgt und eine Freilassung einen untragbaren Ausfall in den hessischen Finanzen verursachen würde. Ein« Aenderung könn« nur vom Reich vorgenommen werden. Der Vor­schlag der Regierung, auch in diesem Iahr« den in der Exekutive überaus angestrengten Poli­zeibeamten eine monatlich« Zehrzu- l a g e zu gewähren, rief ein« längere Aussprache hervor. Die Länder haben vereinbarl diese Zu­lage auf monatlich 4,50 Mk. festzusehen. Hessen will die dazu erforderlichen 200 000 Mk. von dem Gehaltsabzug, der bei der Polizei 890 000 Mk. ausmacht, einbehalten. Trotz der finanziellen Be­lastung wurde von allen Parteien dem Vorschlag zugestimmt. In der Debatte kam zum Aus­druck, dah man über ein gewisses Mah der hessi­schen Polizei nicht anmuten könne, Tag für Tag Demonstrationszüge zu überwachen. Es sollten entweder einschneidende Verbote Platz greifen oder eine S t«m pe lg«bühr für Demon -

1 strativnserlanbnisse erhoben werden.

Kiel, 1. Juli. (WTB.) Hier fand gestern abend ein Vortrag Professor Schueckings statt, der vor der demokratischen Studentengruppe sprach. Im Verlauf des Abends wurde plötzlich ein aus mehre­ren Tränengasbomben zusammengesetzter Spreng- körper in den Saal geworfen, der explo­dierte und ein Reizgas verbreitete. Die Versamm- lungsteilnehrner suchten den Saal zu räumen. Drei Personen wurden durch Sprengstücke verletzt. Der

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