Ausgabe 
2.7.1931
 
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IS vhr wurde flüden von brr Vollstreckung des Todesurteils Mitletlung gemocht. Die letzte Rachi verbrachte sein Verteidiger bei Kürten.

51. Deutscher Hleischerverbandslag.

Stuttgart steht seit einigen lagen im Zeichen des 51. Deutschen Fleischeroerbandstages. Tausende von Fleischermeistern sind au» allen Teilen Deutschlands eingetroffen, um über aktuelle wirtschaftliche und standespolitische Fragen zu beraten. Nach einer Be­grüßung des Vorstandes durch die Stadtverwaltung trat die Fleischerei - Berufsgenofsen- schäft zu einer Generalversammlung zufammen.

Arn Mittwoch wurde in die Berbandstagsverhand- lungen eingetreten. Regierungsrat Dr. Dietrich- Berlin überbrachte die Glückwünsche des Reichs- ernahrungsministers Dr. Schiele. Der Derbandsvor- fiUenbe Lamertz - Köln erstattete dann den Tätig- keitsbericht für das Geschäftsjahr 1930,31. In orga­nisatorischer Beziehung sei eine erfreuliche Weiter­entwicklung des Verbandes zu verzeichnen. An Mit­gliedern habe der Verband 1369 Innungen, darunter 212 Zwangsinnungen, 15 gemischte Innungen urb 54 alleinstehende Meister. Die Gesamtmitgliederzall betrage 53 756, gegenüber der vorjährigen Zusam­menstellung eine Zunahme von 912 Mitgliedern, lieber denExistenzkampf des Fleischergewerbes* sprach Derbandssnndikus Dr. Weidehaus - Ber­lin. Der Existenzkampf habe immer schwerer« For­men angenommen. Schuld daran sei die große Abwanderung der Fleischoerbraucher zu den Hon» surnoereinen und Warenhäusern, dann, die kata­strophale Lage auf den Fettmärkten und endlich die Vermehrung der Kostenelemente, die dauernde An» ziehung der Steuerschraube.

Die amerikanischen IDdfflleger am Ziel.

Hie beiden Weltflieger P v stund Ca11y sind um 1.45 Uftr WGZ. auf dem Roosevelt-Field bei Reuhvrk glatt gelandet und haben damiß ihren Weltrundflug beendet.

Aus der Provinzialhauptstadt.

(ließen, den 2. 3uli 1931.

Meder Auiobusfahrien nach dem Hoherodskopf möglich.

Die Lanbesfvrstverwaltung hatte vor einigen Monaten die Oberwald st ratzen im Bv- gelsbetg, soweit sie Eigentum der staatlichen Forst Verwaltung sind, für den OmnibuS- und Lastkraftwagenverkehr ge- s p e r r t, da die Straften durch das Befahren mit Autobussen zu stark abgenutzt würden unb die Forstverwaltung keine ausreichenden Geldmittel zur Unterhaltung der Straften habe. Mit Rück­sicht daraus, datz die Oberwaldstraften für den Fremdenverkehr in Autobussen von größter Bedeutung sind und die Sperre dieser Straften den Fremdenbesuch im Dogeisberg schwer beeinträchtigen, ja sogar unmöglich machen würde, haben die Lchottener Kreisverwaltung, der Der- kehrsbund Oberhessen, der Gesamtvorstand des Dogelsberger Hohen-Clubs, der Derkehrsverein Bad-Rauheim, eine Anzahl Stadtverwaltungen und weitere Derkehrsvereine die Landessorstver- toaltung wiederholt um Aufhebung der Straftensperre ersucht. Den gemeinsamen Bemühungen ist nunmehr ein Erfolg beschieden gewesen, der nicht gering zu veranschlagen ist. Gelegentlich der jüngsten Sitzung deS Gesamtvvr- stands des Dogelsberger Höhen-Clubs, die auf dem Hvhcrodskopf stattfand und an der als Vertreter der Forstverwaltung Landes­forstmeister Hesse tetlnahm, wurde auch die Straftensperre zur Sprache gebracht. Es wurde dabei betont, daft durch diese Sperre der ge­samte obere Dogeisberg von den Rundfahrten aus den benachbarten Bädern Bad-Nauheim, Bad Homburg und Bad Salzschlirf vollständig abgeschnit- ten werde, sehr zum Schaden der am Fremdenver­kehr interessierten Bevölkerung. Landesforstmeister Hesse crHärtc, die hessische Forstoerwaltung sei durchaus nicht verkehrsfeindlich eingestellt, er selbst wisse auch sehr wohl, daß der Bevölkerung des obe­ren Vogelsbergs durch Sondermaftnahmen geholfen werden müsse, aber Förderung des Verkehrs fei nicht Aufgabe der Forstoerwaltung, sondern des In­nenministeriums und der Provinziaioerwaltungen. Außerdem habe auch der Hessische Landtag den Wegebaufonds der Forstoerwaltung von 400 000 Mark auf 200 000 Mark gekürzt, so daß irgendwelche Sonderaufwendungen sich von selbst verbieten wür­den. Um jedoch zu zeigen, daft er grundsätzlich bereit fei, den an ihn gerichteten Wünschen entgegenzukom­men, soll zunächst die Strafte Breunges­hain H o h e r o d s k o p f für den gesam­ten Verkehr frcigegeben werden. Die Forstoerwaltung will den Weg von der Breunges- Hainer Gemarkungsgrenze bis an den Waldrand an die Provinz abgeben und sich verpflichten, die Strecke vom Waldrand bis zu den Klubhäusern des DHC. auf dem Hoherodskopf stets für leben Verkehr frei zu geben und in Stand zu halten. Da der Provinz durch die Uebernahme der kurzen Wegstrecke (1,7 Kilometer) keine allzuhohen Kosten erwachsen dürf­ten und die Forstoerwaltung bereit ist, die Stoffen- Verteilung erst nach mehrjähriger Benutzung fest­zulegen, ist damit zu rechnen, daft die Strafte nach dem Hvhcrodskopf schon in den nächsten Tagen für den Omnibus- und Lastkraftwagenverkehr frei­gegeben wird.

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140-150, Matte 30-35 Pf. das Pfund, Sier 89 Ps. das Stück, Käfe 10 Stück 60140 Pfennig: Wirsing 1520, Weißkraut 1520, Spinat 2530, Römischkohl 1012, Bohnen 30 bis 35. Spargel 3060, Erbsen 2025, Misch- gemüsc 1012, Tomaten 3050, Zwiebeln 12 bis 15. Rhabarber 10-12, Pilze 25-30, Kartoffeln, alte, 56, Kartoffeln, neue. 1215, Aevsel, aus­ländische. 50- 60, Dörrobst 30-35. Kirschen 20 biS 40, Sauerkirschen 3540. Heidelbeeren 30 bis 35. Stachelbeeren 2025, Johannisbeeren 2025, Erdbeeren 3560, Aprikosen 4050, Pfirsiche 55 bis 60, Honig 4050, Junge Hähne 90100, Suppenhühner 90100 Pf. das Pfund: Tauben 5070, Blumenkohl 3070, Salat 515, Salat- guijL'n 25 35, Einmachgurken 1015, Ober-Kohl- raff 1012, Rettich 10-15 Pf. das Stück: Gelbe Rüben 1215, Rote Rüben 1215, Radieschen 1015 Pf. das Bund: Walderdbeeren 30 35 Pf. der Schoppen: Himbeeren 4555 Pf. das Pfund: Kartoffeln 45 Mk. per Zentner.

Jahresfeier der Landesuniversität.

Unsere Hessische Ludoviciana beging gestern in althergebrachter Weise die Feier iyres ÄahreSfestes. 3n der stark besetzten Aula be­merkte man u. a. als Vertreter der Hessischen Slaa!<tegierung S aa-Präsidenten D. k. c. A de­in n g. Ministerialrat Dr. b. e. L ö h l e i n . ferner Se. Magnttizenz den Rektor der Technistden Hoch­schule Darmstadt, Prof. Dr. Wöhler, sowie Se. Magnifizenz den Rektor der Universität Mar­burg, Professor Dr. De r s 6 . aufterbem zahlre.che Vertreter der Behörden und eine Reihe namhafter Persönlichkeiten aus der Düraerschaft.

Die Feier wurde mit einem EinzugSmarfch ein- geleitet, während gleichzeitig der akademische Lehrkörper feierlich in die Aula ein-og. Unter Leitung des Universitäts-Musikdirektors Dr. Le­rn e s v a r y trug der Akademische Gesangverein einen Hymnus von Temesvary unter Musik­begleitung vor. Hierauf hielt

Se. Magnifizenz her Rektor, Prof. 0r. Eger,

nachdem er die Fest Versammlung, insbesondere die Vertreter der hessischen Staatsregierung und die Rektoren der Rachbaruniversitäten willkommen gereiften hatte, die Festrede über das Thema Recht und Wirtschaflsmach t, wobei er etwa folgendes ausführte: Riesige Einzelunter- nehmungen, Konzerne. Interessengemeinschaften. Kartelle und Syndikate stellen heute gewalttga wirtschaftliche Wachtlörper dar. Für den Juristen ergibt sich angesichts dieser wirtschaftlichen Phä- nomene das Problem, wie sie sich in daS Rechts- system einordnen. Das geltende Recht hat nicht etwa durch Derbote Schranken gegen eine solche wirtschaftliche Entwicklung aufgerichtet. Für grobe Einzelunternehmungen erscheint die Aktiengesell» schaft als geeignete Rechtsform. Aber gerade bei Grotzunternehmungen ergeben sich Schwierigkeiten, die zu Kämpfen um die Herrschaft in der Gesell­schaft führen. In diesen sind mitunter nicht zu billigende Wittel angewandt worden, wobei sog. Herrschastsaktten der Derwaltung eine bedeutende Rolle spielen. Eine starke Derwaltung ist aller­dings für eine Groftunternehmung unbedingt not­wendig. Andererseits ist stets der Grundgedanke deS geltenden Rechts zu beachten, wonach tnc Aktiengesellschaft sich in aller Regel ails ein privates Erwerbsunternehmen darstellt, in dem fremdes Vermögen im Interesse der Aktionäre verwaltet wird, wobei aber auch von den Leitern soziale ^Betätigung und Rücksichtnahme aus die Interessen der Allgemeinheit gefordert wird. Bei den Konzernen kann die Derpslechtung auf sehr verschiedene Weise herbeigesührt werden, wie Abschluß eines Intcressengemei'nschastsvertrags, Akttentausch, einseitige kapitalistische Beteiligung. Das Derhältnis von Mutter- und Tochtergesell­schaft ßu einander birgt schwierige Probleme in sich, tote überhaupt gerade im Konzernrecht noch vieles in Fluft ist. Einfacher liegt die Frage der RechtSform bei den Kartellen, da chier nun gesellschaftliche Rechtsformen in Betracht kom­men. Als neue Gebilde der Praffis erlcheineri dabei die Doppelgesellschaft und die Einheits- kartell-G. m. b. H. Die Kartellverordnung vom 2. Rovember 1923 hat öffentlichrechtliche Bestim­mungen gebracht, die den Staat (Reichswirf- schastsminister) ermächtigen, in di« wirtschaft­liche Betätigung der Kartelle bei einer Gefähr­dung der Gesamtwirtschaft ober des Gemeinwohls einzugreifen. Dies gilt aber nicht (für groftti Einzelunternehmungen, auch nicht für Trusts und konzernmäftige Gebilde. Eine Ergänzung enthält die Kartellnotverordnung vom 26. Juli 1930. Auch die Kartellverorbnung von 1923 ist ein Produkt der Rot. und es ist ein nicht normaler Zustand, datz in das Wirtschaftsleben tief einschneidende RechtSsätze feit Jahren auf Grund einer Verord­nung gehandhabt werden, die unter ganz außer­ordentlichen Umständen erlassen ist. Eine Rege­lung der Materie durch ein Gesetz wäre dringend notwendig.

Im Anschluß an die Rede verlas Se. Magni­fizenz einen Auszug aus der Iahreschronik der Universität und gab bann die

Ergebnisse der Bearbeitung der Preisaufgabe

bekannt. Preisträger wurden: 1. stud. theol. Fr. Arnold mit einer Arbeit über das Thema Das Verhältnis von Wort und Schrift in der so­genannten dialektischen Theologie": 2. stud. med.

vet. Karl Helm mit einer Arbeit über da- Thema .Es ist zu prüfen, ob die Schwangerschaft bei der Hündin durch den RachweiS deS Ovarial- hormvnS im Harn mit Sicherheit festgestellt werden kann": 3. stud. phil. Heinrich Lehr mit einer Arbeit über .Religion und Kult bei Vergil'; 4. stud. Phil. Karl Pfeffer mit einer Arbeit über .DaS Sprichwort und feine Verwendung bei Ben Ionfon": 5. Forstassefsor Adolf Kalbhenn mit einer Arbeit über daS Thema .Die in hessischen Forstrevieren neuerdings auftretenten Pilzlranll) iten der Bach? sind durch Untersuchungen am Standort in ihren Symptomen und nichtpara'itären Vorbedingungen näher zu ergründen, die Rolle der auf den er­krankten Pflanzen festgestellten Pilze durch Kul­tur» und InsekttonSverfuche zu klären". Vier Preisträgern ist von den Fakultäten der volle, einem Preisträger der halbe Preis zuerkmrnt worden Den Diez-Preis erhielt cand. phil. Friedrich D i ck aus Darmstadt auf Grund einer Arbeit »Bezeichnungen für Saiten- und Schlag­instrumente in der altfranzösischen Literatur". Das Karl-Friedrich-Hcimburger-Stipendium erzielte cand. phil. Ernst Rink auS Braunfels.

Don der Osann-Beulwitz-Stiftung wurden nach den Gutachten der Fakultäten fol­gende Preise zuerkannt: dem stud. theol. Willi Schein e l für die eingereichte Preisarbeit aus dem Gebiet der Theologischen FakultätDie Be­lehrung im Reuen Testament" ein halber Preis: dem Tierarzt Eberhard Schwarzmeier für die eingereichte Preisarbeit aus dem Gebiet« der Deterinärmedizinischen FakultätLassen sich auf Grund histologischer und biologischer Unter­suchungen typische Unterscheidungsmerkmale zwi­schen Dakzine, Hühner- und Taubenpocken auf» stellens" ein voller Preis: dem stud. rer. nat. Wilhelm Walter für die eingereichte Preis­arbeit aus dem Gebiet der Philosophischen Fa­kultätDie Theorie des LichtdurchgangS durch eben geschichtete Halbleiter ist auf kugelförmig geschichtete Medien zu erweitern" ein halber Preis: dem cand. phil. Heinrich Ellermann für die eingereichte PreisarbeitDer Einfluß RietzscheS auf Ludwig Klages" ein voller Preis.

Don den für andere wissenschaftlich gebildete Bewerber ausgeschriebenen Preisen wurde ein solcher zuerkannt: dem Privatdozenten Lic. theoL Dr. phil. Adolf Allwohn für eine Preisarbeit: Die Stellung der praktischen Theologie im Sy­stem der Wissenschaften" und dem Volontä'v- assistent Friedrich Stindt für eine Preisarbeit aus dem Gebiet der Medizinischen Fakultät Die Katalase des Blutes beim Kind".

Se. Magnifizenz sprach allen Preisträgern seine herzlichen Glückwünsche aus. Anschließend brachte der Akademische Gesangverein unter Leitung von Uni- versitätsmusikdirektor Dr. Temesvary den von Temesvary vertontenSpruch" von Goethe zum Vortrag. Unter den Klängen des Schluftmarsches verlieft der Lehrkörper die Aula. Damit hatte der Festakt seinen Abschluft gesunden.

Oie Einweihung

des Llniverfitäis - Sporthauses.

Unter ftarfer Beteiligung der Studentenschaft farti) gestern nachmittag die Einweihung des umgebauten und erweiterten Universi tätS- Sporthauses auf dem Universitätssportplah statt. Gemeinsame Freiübungen der Studenten eröffneten die Veranstaltung. Staatspräsident Dr. h. c. Adelung hielt eine kurze Ansprache und übergab das Haus Seiner Magnifizenz dem Rek­tor, Professor Dr. Eger, der im Romen der Universität der Stadtsregierung herzlichen Dank für das Geschaffen« au^prach und dem Leiter des Instituts für Leibesübungen an der Uni­versität, Dr. Mockelmann, das Haus in treue Obhut übergab. Reben Dr. Mockelmannsprach dann nod> der Vorsitzende des Studenttschen Aus­schusses für Leibesübungen, Herr Loh, und dankte am Ramen der Studentenschaft für das schöne Sportheim. DaS gemeinsam gesungene LiedDur- sichen heraus" beschloß die Weihefeier.

Im Anschluß daran kamen die Universi- tätsmeisterschaftensür 19 31 und gleich­zeitig ein Wettkampf zwischen den Universi­täten Marburg und Gießen zum Austrag. Den Wettkampf vermochten die Gießener Studenten, trenn auch mit geringem Punktunterschied, für sich zu entscheiden. Ueber dieses sportliche Ereignis werden wir noch berichten.

Bornotizen.

TageSkalender für Donnerstag. Flugplatz-Cafe: Konzert, 20.15 Uhr. DHV: VortragRotverordnung und Arbeitslosenver­sicherung", 20.30 Uhr im Heim. Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Der Tanzhusar".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Als sechste Vorstellung im Sommer-Abonnement werden die Berliner Büh­nenkünstler Ernst Ludwig Franken vom Lessing- Theater, Lottina Baar: von der Volksbühne und Curt Unser vom Reuen Theater am Zoo am Dienstag, 7. Juli, mit einer aus drei Einaktern bestehenden .Lustspiel-Revue" in Gießen zu Gaste sein. Beginn der .Lustspiel-Revue" 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Ermäßigte Svmmerprcisel Beginn dcs Vorverkaufs Samstag, 4. 3uli,

Der Verein für das Deutschtum im Ausland (Ortsgruppe Gießen) veranstal­tet in Gemeinschaft mit dem Deutschen Ost­bund ^Ortsgruppe Gießen) am Samstag, 4. Juli 19 30 Uhr, im Casö Leib einen Deutschen Abend. Reben den Ansprachen von Pfarrer Pelz. Kassel, und Dr. König, Gießen, gelangt ein Bühnenstück aus der Ostmark, sowie eine An­zahl musikalischer und gesanglicher Darbietungen zum Vortrag. RähereS in der gestrigen Anzeige.

Der Gleiberg - Verein veranstaltet am nächsten Sonntagnachmittag auf der Burg Gleiberg sein diesjähriges Sommerfest. Zur Un­terhaltung der Besucher sind Konzert, allerlei Volksbelustigungen, und Tanz vorgesehen. Von 14 Uhr ab ist Fahrgelegenheit mit Autobus von Gießen aus vorhanden. Räheres in der Anzeige vom DienStag.

Walter - Fleff - Abend deS S k am - mes Langem arck. Man schreibt uns: Der

Stamm Langemarck, Gießen, im Bund deutscher Iugendvereine veranstaltet am morgigen Freitag, im Caf6 Leib einen Gedächtnisabend für den im Weltkrieg gefallenen Iugenddichter Walter F le ff. Dabei gelangenDie Bauernsührer", eine dra­matische Skizze in vier Akten, zur Aufführung. Der Aufführung geht em kurzer Vortrag über Walter Fleff und seine Werke voraus, der auch die Einfüh­rung in die .Dauemführer" geben wird. Gedichte und Dauernljeder geben den Rahmen der Veran­staltung. (Siehe heutige Anzeige.)

** Sitzung des Provinzialausschus- ses. Am Samstag, 4. Juli, 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaale des Regierungsgebäud«s zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzial- ausschusses der Provinz Oberhesten statt mit folgender Tagesordnung: Entziehung des Füh­rerscheins des Wilhelm Wilke in Gießen: hier: Berufung gegen das Urteil des KreisausfchusseS des Kreises Gießen vom 31. Januar 1931.

Ernennung zum Handelsgericht. Ernannt wurde der Fabrikant Karl Georgi in Gießen zum Ergänzungsrichter für die Kam­mer für Handelssachen des Landgerichts der Provinz Oöerhe'sen für die Zeit bis 31. Dezember W33 einschließlich.

3 0. M i e t j u b i l ä u m. Fräulein Wallach, deren Eltern am 1. Juli 1901 in das Haus des Herrn Otto Von Eiff, Bismarckstraße 14, ein­zogen, wohnt nunmehr seit dreißig Jahren im gleichen Hause. Dieses Mietjubiläum ist ein Zeichen guten Einverständnisses zwischen Ver­mieter und Mieterin.

" 30jähriges Geschästsjubiläum. Am Freitag, 3. Juli, kann der Schuhmachermeister Johannes Glitsch am Lindenplatz 12 auf ein

30jährigeS Bestehen seines Geschäfts zurstckbllckeiL

Todesfälle in Gießen. In der Zeit vom 16. diS 30. Juni verstarben in Dietzen» 16. Wilhelmine RüSpeler, geb. Gilbert, 53 Jahr«, Walltorstraße 81. 17. Elisabeth« Binz, geb. Sehrt, 50 Jahve. Frankfurter Strafte 142. Ingeburg Frieda Schneider, 10 Monate, Lowengafse 26. Marrin Stocken, Kellner. 58 Jahre, Sei tert« weg 50. 18. Karolinc Kroll, geb. Schmidtbvrn, Witwe. 80 Jahre, Seltersweg 12. 20. Rolf Horst ^Hornberger, 2 Jahre. Müblstratze 20. 21. Karv- line Rau. geb. Hoffmann. 61 Jahre, Mar­burger, Strafte 22. Johannes Wagner, Oberpoft* schaffner, 62 Jahre, Mittelweg 15. 24 Georg Dorr. Postassistenl i. R.. 65 Jahre, Stephan- strafte 51. Kun Wagner ohne Beruf, 17 Jahr«, Grabenftrafte 4. 27. August Saame. Kaufmann, 82 Jahre. Ludwigstrafte 41

* Oefsentliche Bücherhalle. 3mJuni wurden 1249 Bände aulieben. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 914, Zeitschriften 23, Iugendschriften 64, Literaturgeschichte 3, Gedicht« und Dramen 11, Länder- und Völkerkunde 82, Kulturgeschichte 7, Geschichte und Biographien 84. Raturwifsenschaft und Technologie 24, Heer- und Seewesen 2, HauS- und Landwirtschaft 2, Ge­sundheit Slehre 1, Religion und Philosophie 10, Staatswissenschaft 11. Sport 6. Fremdsprachliches 5 Bünde. Rach auswärts kamen 2 Bände.

Die Gemeindefeier der Markus- ge mein de. die am vorigen Sonntag auf der Hardt gehalten wurde, war vom besten Wetter begünstigt und hatte einen groften Teil der Ge­meinde auf der schönen Terrasse zusammengeführt. In festlich geschmücktem Zug. von Musik begleitet, kamen die Kinder der Kinderkirche beton, ein fro­hes Bild an diesem leuchtend schönen Sommertag! Freie Spiele auf der Spielwiese, unter Leitung der Helferinnen, mutige Hebungen am Kletterbaum mit verlockenden Preisen beschäftigten die Mäd­chen und Buben der Kinderkirche, nachdem sie alle ihre Brezel empfangen hatten. Ein schönes Spiel der KinderSaat und Ernte" und alte Volkstänze der Mädchenvereinigung, von den Hel- fertönen Fräulein Staudt und Fräulein D e n - der in langer Vorbereitung eingeübt, erfreutem die große Versammlung, zumal diese Ausführun­gen auf einer neuerrichteten, günstig gelegenem Bühne bargeboten werden formten. Gute Musik, von dem Verein für christliche Musik auSgesührt, und gemeinsame Lieder bereicherten daS Pro­gramm. Ein kurzes Schlußwort und das gemein­sam gefungene Deutschlandlied stellte in die große Gemeinschaft unseres deutschen Volkes hinein und lieft in Dankbarkeit des deutschen Staatsmannes Freiherm vom und zum Stein gedenken, der ge­rade vor hurrdert Jahren gestorben ist und der besonders auch in der gegenwärtigen deutschem Rotzeit ein leuchtendes Vorbild sein kann durch seine starke evangelische Frömmigkeit und seine treue, opferbereite Liebe zu unserem deutschem Volk und Vaterland. Diese Stunden an dem schö­nen Svinmersonntag waren eine frohe Gemeinde­feier und auch ein rechtes Volksfest.

Glisabeth-GedächtniSfeier im Marburg. Man schreibt uns: Als Gedächtnis­feier anläßlich des 700. Todestages der Heiligem Elisabeth veranstaltet der Marburger Konzert­verein am 9. Juli im Schloßpark-Theater zu Mar­burg die Aufführung des OratoriumsDie Le­gende der Heiligen Elisabeth" von Franz Liszt nach Otto Rvguettes Dichtung. Die Darstellung dec Heiligen Elisabeth durch Frau Amalie Merz- Tunner (München) hat bei der gleichen Auffüh­rung auf der Wartburg allgemein eine glänzende Beurteilung gefunden. Ein gleich hoher künstleri­scher Ruf geht Herrn Paul L o h m a n, Berlin (Bariton), Eva Jürgens, Dannen (Alt) und ^yerm Marc-Andrö S ouchay, Berlin voraus. Zur Mitwirkung ist die Staatliche Kapelle vom Staatstheater in Kassel verpflichtet worden. Der Chor des Marburger Konzertvereins hat eine we­sentliche Verstärkung durch den Marburger Lie­der verein und die Sängerschaft Hohenstaufen er­fahren, auftertem wirkt der Elisabeth-Chor mit, Im Rahmen der einzigartigen Marburger Schl oft- Parkbühne steht eine weihevolle Darbietung bevor. Der Beginn für die Hauptausführung am 9. Juli ist auf 18 Uhr festgesetzt, so daß auch auswärttge Besucher nach allen Richtungen die Möglichkeit zur Rückfahrt haben. Tags zuvor, am 8. Juli, findet abends bei Beleuchtung pünktlich 19,30 Uhr die öffentliche Generalprobe statt. (Man beachte die heutige Anzeige.)

(Sine Postagentur ausgeraubt.

WSR. Dieburg, 1. Juli. In der Rächt zum Mittwoch wurde auf die Postagentur Ernsthofen (Kreis Dieburg) ein Raub- überfall ausgeführt. Im GasthausZur Post" führt Der Wirt Philipp Axt die Postagentur. Am Dienstag war Axt in Bensheim und Darm­stadt, und seine Frau versah während dieser Zeit allein die Wirtschaft und die Agentur. Ge­gen 23 Uhr, als alle Gäste die Wirtschaft ver­lassen und die Frau die Tür bereits verschlofsen hatte, klopfte es am Fenster. Ein Unbekann- t e r verlangte Einlaft und ein Glas Bier. Die Wirtsfrau gab ihm das Verlangte und ging darauf in die nebenanliegende Postagentur, um die letzten Eingänge zu ordnen. Plötzlich stand der unbekannte Gast neben ihr, bedrohte sie mit einer Pistole und raubte 800 Mark, be­stehend aus 50-, 20- und 10-Mark-Scheinen, etwa 50 Mark in Silbergeld und für etwa 500 Mark Wertmarken, Briefmarken, 3noaliben» Versicherungsmarken usw. Der Dieb suchte darauf­hin sofort das Weite. Der Täter ist etwa 35 Jahre alt, 1,70 Meter groft, schlank, trägt langes, gescheiteltes dunkleS Haar, kurz gestutz- - ten dunklen Schnurrbart, spricht hessische Murrd- art, trug dunklen Sakkoanzug, lange Hose, wei­chen Sporttragen mit Selbstbinder, dunkle, weiß- gesprenkelte Sportmütze, auf dem Arm einen dunkelkarierten Wettermantel und eine gefüllte Ledevmappe.

Was ist eineGcfiaumbrille*? Hierzu teilt uns die Firma Schwarzkopf mit: ,Tie neue Schwarzkopf Schaumbrille umhüllt jetzt jede Packung von ,Schwa^kopf-Extra", dem Haar- glanz-Schaumpon. Tie Schaumbrille hält bei der Haarwäsche Schaum und Wasser den Augm fern eine neue Annehmlichkeit und Erleichte­rung, die jede Frau schätzen wird. Für Kinder wird die Haariväsche mit der Schaumbrille -um Vergnügen! *

2 Ratschläge für die Schönheitspflege auf der Reise

1. Zur natürlichen Bräunung der Haut feite man vor und nach der Besonnung die Haut, insbesondere Gesicht und Hönde, mit Creme Leodor gründlich ein; man erhielt bann ohne schmerzhafte Rötung eine gesunde, sonncngebrüunte Hmttfärbung. Creme Leodor fettfrei, rote Pachmg, fetthaltig, blaue Packung Tube 60 Ps. und 1 Matt, Leodor-Edel-Seife 50 Pf. 3n allen Chlorodonl-Verkaufsstellen zu haben.

2. Zur Erlangung schöner weiftet Zahne putze man früh und abend« die Zähne mit der herrlich erfrischenden Zahnpaste Chlorodont, die auch an den Seitenflächen mit Hllse der Chlorodont-Zahnbürste einen elfenbeinartigen Glanz erzeugt. Chlorodont-Zahnpaste, Tube 54 Pf. und 90 Ps., Chlorodont-Zahnbürste l.Matt, Chlorodont-Kinderbürste 60 Pf-,.Thlorodont-Mundwasser 1 Mark.