ArauenweMmpfe aus dem Waldspielplatz.
Die zweiten leichtathletischen verbandSoffeiren Fraucnwettkämpfe des VfD. Gießen, die am vergangenen Sonntag auf dem Waldspielplatz zum Austrag gelangten, nahmen einen sehr schönen Verlauf. Allerdings muß vorausgeschickt werden, daß die Veranstaltung auch im Zeichen der wirtschaftlichen Rot stand, denn die Beteiligung, die noch im Vorjahre weit über 100 Teilnehmerinnen verzeichnete, war in diesem Jahre nicht so groß. Die Vereine von Köln und Düsseldorf, die zwar Ausschreibungen anforderten, hatten nicht gemeldet. auch die Kurhessen von Marburg entsandten keine Vertretung. An den Wettkämpfen nahmen die Vereine Z.-G.-Spv. Frankfurt. FSV. Frankfurt, VfL. Wetzlar, der Gießener Männer turn verein sowie die beiden hiesigen Vereine Spielvereinigung 1900 und der Plahbesiher, der Veranstalter mit großem Aufgebot teil. Etwa 90 Wettkämpferinnen stellten sich dem Starter. Die Vorkämpfe wurden bereits am Sonntagvormittag ausgetragen und brachten zum Teil spannende Läufe und hartnäckige Konkurrenzen. Die Entscheidungen fielen am Nachmittag und die 22 Konkurrenzen konnten in der Zeit von zwei Stunden durchgeführt werden. Die Organisation ließ nichts zu wünschen übrig. Den Löwenanteil der Siege rissen die Turnerinnen des hiesigen Märmerturn- Vereins und die Sportlerinnen des (5.-G.-Sportv. Frankfurt an sich. Jeder der beiden Vereine stellte vorzügliche Leichtathletinnen in den Kampf, die denn auch je acht erste Preise zu erringen vermochten. Die Vertreterinnen des gastgebenden Vereins konnten sich zwar in den meisten Fällen in die Endrunde durchschlagen, ohne jedoch auch nur einen einzigen ersten Sieg landen zu können, während die Vertreterinnen der Spielvg. 1900 wenigstens in der 4x50-Meter-Stasfel der Mädchenklasse B einen 1. Preis zu erringen vermochten. Nachstehend die
Ergebnisse:
Frauenklasse I.
10 0 Meter: 1. Bickelhaupt, Mtv., 13,2Sek.; 2. H. Kalk, J.-G., 14,1; 3. Hermann, J.-G.. Handbreite. Eine sichere Angelegenheit von Fräulein Dickelhaupt.
800 Meter: 1. Dender, J.-G. 2:51,3 Min.; 2. Etzelmüller. 1900, 2:54 8: 3. L. Müller, VfB, 3 Minuten. Ein großes Feld stellt sich dem Starter, aber nur drei Teilnehmerinnen gehen durchs Ziel. Fräulein Ehelmüller erringt einen guten 2. Platz.
Weitsvrung: 1.Dickelhaupt, 5,08Meter: 2. Althaus. 4,76; 3. Amend, .4,59; (alle drei vom Mtv.). Fräulein Dickelhaupt überschritt, erstmals die 5-Meter-Grenze und wurde sichere Siegerin.
Kugelstoßen: 1. Kalk, J.-G.. 10.58 Meter; 2 Dickelhauvt. Mtv., 10.11; 3. Stichler, VfB. 8,90. Hier entwickelte sich ein scharfer Kampf. Die Frankfurterin siegte verdient.
4 X 100 -Meter- Staffel: 1. Mtv. Gießen 54,3 Sek.; 2. J.-G.-Spv. Ffm. 57,0; 3. 1900 Gießen 58,5. Frl. Amend verhilft ihrer Mannschaft zum Sieg.
Frauen II.
50 Meter: 1. Kalk, J.-G., 7,0 Sek.; 2. Draun. J.-G., 7.1; 3. Kuhn. VfL., 7,2 Sekunden.
100 Meter: 1. Kalk, 14,4 Sek.; 2. Hermann, 14.5; 3. Draun, Handbreite; (alle drei vom J.-G.).
Hochsvrung: 1. Nöhmig, Mtv., 1,35 Meter; 2. Abb6. VfL.. 1.35 Meter durch Stechen: 3. Kalk, J.-G., 1.30 Meter. Die Siegerin wurde durch Stechen festgestellt.
Weitsprunq: 1. Kuhn, VfL., 4.69 Meter; 2. Hermann, J.-G., 4,52; 3. Schneider 4.50 Meter.
Diskuswerfen: 1. Abbe. VfL.. 28.65 Meter; 2. Dömeland, J.-G., 24.98; 3. Schwan. Mtv., 23,11. Hier überraschte Fräulein Abb6 mit einer vorzüglichen Leistung. Frl. Luh, die vorjährige Dezirksmeisterin, fiel sehr zurück.
Kugelstoßen: 1. Draun, J.-G. 9.29 Meter; 2. Abbs, VfL.. 9,04; 3. Hermann. J.-G., 8,92.
4 X 50 < Meter - Staffel: 1. J.-G.Sdv. Ffm. 28,2 Sek.; 2. 1900 Gießen (1. Mannschaft) 28.6; 3. Mtv. Gießen 29,5 Sekunden. Die erste Mannschaft der Spielvereinigung 1900 sicherte sich einen guten zweiten Platz.
Mädchen A.
50 Meter: 1. Domeland, J.-G. 7,4Sek.: 2. K. Abt, FSpv., 7,8; 3. Schmidt, VfD, 7.9 Sek. Der Lauf war eine Angelegenheit drr Frankfurterin.
10 0 Meter: 1. Nöhmig. Mtv., 140 Sek.; 2. Dömeland, J.-G., 14,2; 3. K. Abt, FSpv., 14,4.
Die talentierte Mtverin setzte sich sicher an erster Stelle.
Weitsprung: 1. Nöhmig, Mtv., 4,41 Meter; 2. Dömeland, J.-G., 4,69; 3. L. Abt, FSpv., 4,12 Meter. Fräulein Nöhmig gab der Frankfurterin knapp das Nachsehen.
Kugelstoßen: 1. Dömeland, J.-G., 9,55 Meter; 2. Nöhmig, Mtv., 8,75; 3. Schmidt, VfD, 8,33 Meter. Hier erwies sich die J.-G.-Sportlerin als die weitaus Dessere.
4 x 50 -Meter-Staffel: 1. 1900 Gießen 30,3 Sekunden; 2. VfB. Gießen 30,7 Sekunden. In diesem Zweikampf gefielen die 1900erinnen sehr gut.
Mädchen B.
5 0 Meter: 1. L. Abt, FSpv., 7,5 Sek.; 2. Körner, Mtv., 7,7; 3. Doll, Mtv., 7,8 Sekunden. Die Frankfurterin lag nur knapp in Front.
75 Meter: 1. L. Abt, FSpv., 10,8 Sek.; 2. Lösch, 1900 Gießen, 11,0; 3. Abt, Mtv., 11,1 Sek.
Weitsprung aus dem Stand: 1. Abt, Mtv., 2,27 Meter; 2. Körner, Mtv., 2,26; 3. Guth, 1900 Gießen, 2,20 Meter. Sämtliche Teilnehmerinnen übersprangen die 2-Me ter-Grenze.
Dallweitwerfen: 1. Schmidt, Mtv., 54,32 Meter; 2. Lösch 1900 Gießen, 51,85; 3. Knorz, VfL., 42,40 Meter. Fräulein Schmidt überrascht durch eine schöne Leistung. Fräulein Lösch warf im Dorkampf 51,85 Meter.
4x50-Meter-Staffel:l. Mtv. Gießen, 29,0 Sek.; 2. 1900 Gießen (1. Mannschaft) 30Sek.; 3. VfD. Gießen 32 Sekunden.
Reichsarbeiisgemeinschast deutscher Föderalisten.
Am Sonntag hielt die N e i ch s a r b e i t s - gemeinschaft deutscher Föderalisten im Hotel „Hindenburg" zu Gießen ihre diesjährige Frühjahrstagung ab.
Der Vorsitzende Alpers, Dremervörde, wies zunächst auf die überparteiliche Einstellung der Neichsarbeitsgemeinschaft hin. Als erster Redner sprach sodann Geh. Medizinalrat Professor Dr. Sommer, Gießen, über das Thema „Die Verfassungen des Deutschen Reiches von 1871 und 1919 mit Dezug auf die Reichsgliederung im Südwesten des Reiches (Hessen) . Er betonte, es gelte, die deutsche Geschichte herauszuheben aus dem Streit der Parteien und der Parteiwirtschaft. Er sprach weiter über die Geschichte der Hessischen föderalistischen Dewegung, die Arbeit des Hessischen Dolksbundes und ging dann in großen Zügen auf die Konstitution des Deutschen Reiches ein, wie sie sich nach 1871 und nach 1919 ergeben habe. Er betonte, daß eine Neuordnung in der Gliederung des Deutschen Reiches nicht von Preußen und seinen machtpolitischen Wünschen ausgehen dürfe, sondern organisch auS dem Dolksbewußtsein heraus wachsen müsse.
Prof. Dr. S ch m i t t m a n n, Köln, regte an, die Konsequenzen aus dem Vortrag zu ziehen und einen Ausschuß zu beauftragen, einen Vorschlag zu einer neuen Reichsgliederung herauszuarbeiten.
Als zweiter Redner sprach Herr W. Kunz, Kassel, über die „Einheit Hessens und Hessen- Nassaus". Der Redner charakterisierte das Land Hessen in allen seinen Gebieten als das Land, das eine Drückenstellung zwischen Nord und Süd innehabe. Er ging dann im wesentlichen auf die Widerstände ein, die bisher einer Ver- einigung im Wege standen, sprach von den Einflüssen einer Staats-, einer Wirtschafts- und einer kommunalen Dureaukratie und dem Kampf preußischer Interessen gegen die bisherigen Cini- gungsbestrebungen. Zum Schluß forderte er eine Verständigung zwischen Frankfurt, Kassel, Darmstadt und Mainz, die eine durchgreifende Einigung möglich erscheinen lasse.
Referendar Becker, Gießen, sprach in neutralen wissenschaftlichen Ausführungen über die verschiedenen Staatsformen und wies u. a. den Unterschied zwischen Volks- und Staatsföderalismus auf.
Den vierten und letzten Vovtrag hielt Professor Dr. Pfeiffer, Emmendingen (Baden), über das Thema: „Die Reichsreform als preußische oder deutsche Lösung". Der Vortragende sprach gegen den Zentralismus, forderte die Beseitigung des verhängnisvollen Dualismus „Reich und Preußen", der eine grundlegende Reichsreform verhindere, wies weiter darauf hin, daß es keinen Zweck habe, Fesseln um die einzelnen Volksteile zu schmieden, wenn sie nicht mit
dem Herzen einander zustrebten. Der Reichs- gedante verbinde, der Gedanke der Zentralisation bedeute Trennung, der Zentralismus bedeute gleichzeitig Obrigkeitsregime. Die Forderung nach Neugliederung sei gleichzeitig eine Forderung der einzelnen Reichsgebiete nach Eigenlebensrecht im Rahmen des Reichest Das Recht der Persönlichkeit müsse wieder geachtet und alle Glieder des Volkes zu lebendiger Mitarbeit herangezogen werden.
Im Anschluß an die Vorträge faßte man einstimmig folgende
Entschließung:
„Aus dem Fehlen einer tragenden Staats- und Sozialidee erklärt sich Deutschlands große Volksund Wirtschaftsnot. Zu ihrer Lieberwindung erstreben wir den organischen Staat und eine organische Wirtschaft. Deshalb lehnen wir jede Hegemonie eines Teiles über das Ganze, mag sie wirtschaftlicher oder politischer Art sein, ab. In Wirtschafts- und sozialpolitischer Hinsicht gilt darum unser Kampf den unverantwortlichen, monopolistischen Wirtschaftsgewalten, die eine Sperre des Eigentums bewirken und damit einen sozialen Aufstieg im Volke unmöglich machen.
In staatspvlitischer Hinsicht erstreben wir, beseelt von dem Willen zu einem Reich, stark und mächtig nach innen und außen, angesichts der erneut um die Macht in Preußen ein-
sehenden politischen Machtkämpfe, die Beseitigung der Loppelregierung Preußen-Reich und damit der Hegemoniestellung Preußens, die das Reich nicht zu Ruhe und Kraft kommen läßt, und 40 Millionen Deutsche von einer unmittelbaren Mitwirkung an der Reichsgestaltung ausschlieht und damit zu Staatsbürgern zweiter Klasse erniedrigt.
So bekennen wir uns angesichts der immer unhaltbarer werdenden Lage im Reich erneut zu einer Emporwicklung preußischer Provinzen zu wahren Ländern mit eigner Landesverwaltung und finanzieller Selbstverantwortung, wir verlangen zugleich eine den wirtschaftlichen und kulturellen Notwendigkeiten entsprechende Neugliederung des Reichs, die es auch den kleinen und mittleren Ländern ermöglicht, sich in freier Selbstbestimmung einzuordnen als Teilglieder unter Wahrung ihres Eigenlebens. — Alle Parti- kularistische Eigenstaatlichkeit und bundesstaatliche Rückwärtsrevision lehnen wir ab. An Stelle des von anderer Seite angestrebten zentralistischen Einheitsstaates mit willenlosen Provinzen verlangen wir den Länderst aat mit wahrer Dezentralisation der innerstaatlichen Aufgaben; anstelle des volksfremden, von anonymen Wirtschaftsmächten beherrschten Obrigkeitsstaates, getragen vl»m Machtwahne einer omnipotenten Zentralbürokrakie erstreben wir den wahren sozialen Dolksstaat, der sich gründet auf dem in Freiheit geeinten Willen der in wahrer Eigenverwaltung freien Reichsländer.
Wirtschaft
* Der Großhandelsindex. Die vom Sta. tistischen Reichsamt für den 27. Mai errechnete Indexziffer der Großhandelspreise ist mit 112,9 gegenüber der Vorwoche um 0,2 v. H. zurückgegangen. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 108,7 (— 0,3) v. H., Kolonialwaren 95,0 (— 0,2) v. H., industrielle Rohstoffe und Halbwaren 102,9 (—0,4) v. H. und industrielle Fertigwaren 136,9 (—0,1) v. H.
* Konkurse und Vergleichsverfahren im Mai. Rach Mitteilung des Statistischen Reichs, amtes wurden im Mai durch den Reichsanzeiger 956 neue Konkurse — ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 655 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für April stellten sich auf 972 bzw. 656.
Nindermarkt in Gießen.
Auf dem heutigen Rinder- (Nutzvieh.) markt in Gießen standen 990 Stück Großvieh und 238 Stück Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 450 bis 550 Mark, 2. Qualität 300 bis 400 Mark, 3. Qualität 175 bis 250 Mark; Schlachtkühe 80 bis 300 Mark; Rinder: bis ^«jährig 100 bis 175 Mark, bis
zweijährig 150 bis 250 Mark, tragend 300 bis 420 Mark; Kälber, das Pfund Lebendgewicht 35 bis 40 Pf. Ausgesuchte Tiere erbrachten Preise über Notiz. — Marktverkauf: schleppend, geringer lieber- stand.
Frankfurter Börse.
F r a n k fu r t a. M., 2. Juni. Tendenz: weiter schwächer. An der heutigen Börse machten die Ab. schwächungen weitere Fortschritte, doch nahmen die Kursverluste zu Beginn keine größeren Ausmaße an, trotzdem die vorliegenden 'Nachrichten sehr ungünstiger Natur waren. Da aber das herauskom- mende Material, das besonders wieder in Farben, aktien Vorgelegen hat, glatt Aufnahme fand, wurde das Angebot später zurückhaltender, und auch die Kulisse hielt mit Abgaben zurück. Als verstimmende Momente seien vor allem die ungünstige inner« und außenpolitische Situation, ein ziemlich pessimistischer Wirtschaftsbericht der Commerzbank und die durchweg flauen Auslandbörsen genannt. Auch der Bericht der preußischen Industrie-- und Handelskammern, wonach die Gesamtwirtschaftslage im Monat Mai keineswegs gebessert sei, und der angespannte Ultimoausweis der Reichsbank wirkten retardierend. Die Umsätze zu den ersten Notierungen waren gering, so daß die Kursfestsetzung sehr langsam vor sich ging. IG.-Farben eröffneten im Hinblick auf die morgen stattfindende Generalversammlung kaum schwächer, da man weitestgehende Marktfürsorge beobachtete; daher waren auch die Abschwächungen an dem Markte nur gering, und nur wenig Papiere gaben über 1 v. H. nach. Am Elektromarkte lagen AEG. und Siemens bis 1 v. H. höher, dagegen Licht & Kraft und Geffürel 2 v. H. niedriger. Bis 1,5 v. H. nachgebend lagen noch Deutsche Linoleum, Aku, Wayß & Freytag, Rheinstahl und Bankaktien. Sehr schwach lagen auch heute Svenska, die selbst unter
Berücksichtigung des Dividendenabschlags etwa 14,— Mark einbüßten. Am Anleihemarkt Altbesitz weiter angeboten. Von fremden Werten Mexikaner und Ungarn schwach, auch am übrigen Anleihemarkt war etwas Angebot vorhanden, so daß meist kleine Rückgänge bis 0,5 v. H. eintraten. Reichsschuldbuchforde- rungen etwa behauptet. Im Verlaufe kam im Zu- sammenhang mit der erneut schwachen Amsterdamer Börse wieder mehr Material an die Märkte, das jetzt nur zögernd ausgenommen wurde. Gegen die Anfangskurse Abschwächungen bis 1,5 v. H., auch für JG.-Farben. Svenska büßten weitere 5,— Mark ein. Tagesgeld angeboten und 4,5 v. H. Am Devisen- markt lag das Pfund international fest. Madrid auf Interventionen kräftig erholt. Man nannte Mark gegen Dollar 4,21, gegen Pfund 20,4841, London gegen Neuyork 48,66, gegen Paris 124,16.
Berliner Börse.
Berlin, 2. Juni. Den Erwartungen des he"- tigen Vormittagsverkehrs entsprechend, eröffnete die Börse in etwas schwächerer Haltung, infolge der anhaltenden Rückgänge an den Auslandbörsen und zumal Anregungen völlig fehl, ten. In einzelnen Werten soll es fick bei den Verkäufen um kleine Exekutionen gehanoelt haben. Die inner- und außenpolitische Lage hat sich feit gestern kaum verändert. Man nahm Chequers gegenüber eine abwartende Haltung ein. Eine weitere Kupferpreisermäßigung um 0,25 Dollar auf 8,77% Dollar verstimmte mindestens ebenso, wie der ungünstige Daimler-Abschluß. Auch der Ultimoausweis der Reichsbank mit feiner Anspannung um 486 Millio- nen und seiner verringerten Deckung auf 55,6 resp. 59,9 o. H. konnte höchstens als normal angesehen werden. Trotzdem das herauskommende Material nicht so umfangreich war, erlitten die meisten Werte doch Verluste um 1 bis 2 v. H. Ilse waren mit minus 3 v. H., Feldmühle und Wicking- Zement mit ebenfalls je 3 o. H. rückgängig, und Laurahütte mit minus 2,75 v. H. waren als besonders schwach zu nennen. Vollkommen aus dem Rahmen fielen Svenska, die selbst unter Berücksichtigung des Dividendenabschlags von 11,25 um 44,25 Mark zurückgingen. Anleihen ruhig. Von Ausländern besonders Mexikaner schwach und rninus-rninus. Pfandbriefe außerordentlich still, aber ebenfalls eher schwächer. Reichsschuldbuchforderungen ziemlich gehalten. Am Geldmarkt setzte sich eine Erleichterung für Tagesgeld auf 4,75 bis 6,75 v. H. fort, die übrigen Sätze unverändert. Nach vorübergehenden geringen Erholungen, die eine Folge kleiner Deckungen waren, bröckelten die Kurse später langsam bis 1 v. H. unter Anfang ab. Bei Salzdetfurth und Deutsche Linoleum, AEG., Siemens und Ilse betrugen die Rückgänge bis zu 2 v. H. Svenska verloren weitere 5 Mark.
Daten für Dienstag, 2. Juni.
1850: der Maler Fritz August von Kaulbach in München geboren; — 1863: der Komponist und Diri. gent Felix von Weingartner in Zara gehören.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosfenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H., Lombardzinsfuß 6 v. H.
•
Frankfurt a. Ul.
«Berlin
Frankfurt a. 2)t,
Lettin
Schluß- kure
1-Uhr- Äurd
Schluß-i Anfang« furd Kurs
Schlußkurs
1-Uhr- Kurs
Schlußkurs
Anfang- Kurs
Datum
1.6.
2.6.
1.6.
2.6.
Dalum
1.6.
2.6.
1.6.
2.6.
6% Deutldje ReichScmleihe Yon 1927 .........
84,25
98,5
52,8
4,5
93,5
51
51
100,4
95
88,9
100,5
96,5
16,75
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7
13
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4,45
16
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20
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16
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3,15
2,95
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5,35
। i i «-* i i i i i r .i । i i s? 111 11 1 52
___
Homburg-Amerika 'Datei ... 7
Hamburg-Südam. Dampfschiss. 8
Hansa Dampfschlss.....10
Norddeutscher Lloyd.....8
Allgemeine DeutscheCredttanst. 10
Barmer Bankverein .... 10
Berliner Handelsgesellschaft . 12
Commerz- und Privat-Bank. 11
Darmstädter und Nationalbank 12
Deutsche Bank und
DiSconto-GeseUschaft, ... 10
Dresdner Bank..... 10
Reichsbank........12
48,75
49,75
105
101
117,5
101
100,5
84,5
96 70
90
106 135,5
102,5
38
62,5 5OJ>
142,5 47
62,9
29
45 —
—
181-81 1 1 1 1 1 1 I 1 1 1 I I 1 1 % 1 1 1 I £ 1 £ 1 I % 1 1 S 1 1 1 1 1 1 1
48,25
88,75
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105
101
117,5
101
101
128,25
84,9
68
98,5
95,75 69
90,4
92,75
106,5 135,25
102,25
37,75 57,75
61,5
50,5 46,75 142,5 47,25
51
62,75 31
63,75 45,75 137,5 64,65
47,75
87,5
49,25
105
100,5
116,5
100,5
100,25
127,13
85
66
97,5
94,25
68,25
88,5
105
135,5
102,25
37,25
57,5
61
48,5
139,5
46
50,13
62,75
30,25
63,5 44,9
136,75 63
7% ieutfrfje Reichsanlethe Bon 1920 ..........
teilt,dje Anl.-Ablöl.-Schuld mit
Helgi. ohne Aullo1.-Recht- . . . B% He«. Bolltflaat Bon 1929 (rüdialitb. 102%) ......
DbfttjcHcn Provinz-Anleihe mit
Ausloi.-Rechten.......
Deutsche Äumm. Sainmelabl.
8% Frank,. Hyp.-Bank Goldpfe XIII unkündbar bis 1934 .. .
7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe unkündbar 618 1932 .....
A.E.G............8
Bergmann.........9
Elektr. LlelerungSgesellschafk. 10
Licht und Kraft......10
Selten & Guilleaume . . .
Gesellschaft für Elektrische
Unternehmungen .... 10
Hamburger ElektrizitätS-Werle 10
Rheinische Elektrizität .... 9
Schlesische Elektrizität. ... 10
Sdiudctt & Co.......11
Siemens & Halske.....16
Transravio ......... 8
Labmeyer & So.......10
Buderus...... .... 6
Deutsche Erdöl ....... *
Essener Steinkohle ...... k
Gelsenkirchener ....... 8
Harpener. . ........ 0
Hoesch Eilen........ey*
1 y,% Rheinische Hyp.-Vank
Clqu. Goldple.........
B% Br. LandeSpsandbries anstatt, Pfandbriefe R il......
8% Pr LandeSpiandbriesaustatt, Komm^Lbi. R. 80......
7% Br. Landeepiandbriesanstatt, Pfandbriese 91. 81......
1-6.®. abg. BortriegS-ObUgatio- nen. rückzahlbar 1938 .....
4% Oesterretchische ©olorente . . 1,20% Ocsterreichische Siiberrente i% 0esterreichilche Einheitliche Rente...........
1% Ungarische ©olbrente . . . . 1% Ungarische Staatsrente B. 1910 Wt% beigLBon 1913.....
1% Ungarische Kronenrente . . . 4% TürMche Zollanleihe Bon 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl
Serie 1...........
Köln-Neuessen........ 7
ManncSmann-Rdhrr» .... 7
<o/_ brlal (Serie 11.......
Oberschies. Eilenbedors .... 6
Oberschles. Koküwerke. .... 7 PHSnir Bergbau...... Wt Rheinische Braunkohle» . . IC Rbelnllabl . ........
8% Rumänische vereinh. Renke
<y,% Rumänische vereinh. Renke von 1918 ..........
4% Rumänische vereinh. Renk-
5,3
1 Riebe6 Montau ...... 7,2
Frankfurt a. M.
Lettin
Bankno
len.
Schlußkurs
k-Uhr- Kurs
Schluß- furd
Anfang- Kurs
Lettin, 1 Fun!
Geld
Ättef
Amerikanische Note» . .
4,195
58,38
4,215
58,62
Datum
1-6.
2.6.
1.6.
2.6.
Dänische Noten.....
112,36
112.80
Englische Noten ....
• e •
20,437
6,448
168,88
21,99
112,35
59,08
2,50
20,517
16,508
169,56
22,0'
112,79
59,32
2,52
Bereinigte Stahlwerke.....
Otovi Minen......16'/.
Kaliwerke Aschersleben ... 10
Kaliwerke Westeregeln ... 10
Kaliwerke Salzdetfurth ... 16
45,25
21
115
121
171
IIIIS
45,25
20,75
115,5
121
172,25
44,5
20,25
119
171
yranzontwe ’Jtoren.......
Holländische Noten.......
Italienische Noten........
Norwegische Noten.......
Deutsch-Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten.......
127
Schwedische Noten . . .
112,53
112,97
I. ®. Farben-Industrke ... 12
128,4
128
128,75
Schweizer Noten ....
81,44
81,76
Dynamit Nobel ...... 6
—
—
—
—
Spanische Noten ....
33,23
33,37
Scheideanstatt........9
116
—
—
—
Tichechoslowakifche Noten.
12,435
12,495
Goldschmidt..... 6
37,75
—
—
37,25
Ungarische Noten ....
73,13
73,43
RütgerSwerke...... . 6
Mekallgelellschask.......8
45
58
57,5
45,4
58,75
45
58
Deoifenmartl Berlin
- Frankfurt
a. M.
Philipp Holzmann......
Zementwerk Heidelberg . . 10
67
66,5
67,5
1.3unl
2-Funi
52,13
—
Amtliche Jlotierun
Amtliche Notierung
Tementwerk Karlstadt. ... 10
«Banfe & fitentag......8
89
23
21,75
—
Meld
Arle
Geld
Arles
Amst.-Rott.
169,28
169,62
169,28
169,62
Schultheis Patzenhoser ... 15
—
—
125
123
Buen.-AireS Brss.'Antw.
1,278 58,56
1,282
58,68
1,265
58,57
1,296
58.69
Lstwerie.........J8
—
—
—
—
Cbristianta.
112,64
112,65
112,86
112,64
112,84
Aku...........}8
59
58
59,75
58
Kopenhagen
112,87
112,67
112,89
Bemberg. . .......14
—
69,75
70
67,25
67,9
Stockholm ■
112,75
112,97
112,74
112.96
Zellstols Waldhos .... 18*/,
—
—
Helstngfors.
10,584
10,604
10,584
10,604
Zellstos! Aschaffenburg ... 12
—
—*
60,25
—
Stallen. . .
22,015
22,055
22,005
22,045
Charlottenburger Wasfe» ... 8
—
—
—
London. . .
20,46
20,50
20,466
20,506
Dessauer ...........9
—
—
107,75
105,25
Neunork . .
4,2065
4,2145
4,206
4,214
Daimler Motoren......0
22
—
21,9
22
Paris....
16,475
16,515
16,475
16,515
Deutsche Linoleum ......
57,5
55,75
56,5
55
Schweiz ».
81,57
81,73
81,60
81,76
Maschinenbau A.-G. ..... 0
—
—
—“
—
Spanien. .
33.92
33,98
37,96
38,04
Nat. Automobil ...... 0
—
—
—
—
Japan . . . Mio de Jan.
2,079
2,083
2,080
2,084
Orenstein & Koppel . .... 6
—
—
39
38
0,286
0,288
0,272
0,294
Leonhard Tietz ...... 10
89
—
89,5
88
Wien in D-»
SvenSka....... . • .
■—
190
214,5
190
Oett. abgest.
59,12
59,24
59,105
59,225
Prag Belgrad . .
12,465
12,485
12,464
12,484
Frankfurter Maschine» .... 4
9,75
—
10,4
—
7,438
7,452
7,438
7,452
29
—
29
—
Budapest - •
73,315
73,415
73,34
73,48
Heyliyenstardt ....... 0
—
—
Bulgarien. Lissabon • . Danzig.,. .
3,045
18,91
81,80
3,051
18,95
81,96
3,048
18,91
81,81
3,054
18,95
81,97
Lechwerke..........8
——
—
—
Mainkraskwerke Höchst S.M.. . 8
60,5
—
—
——
fionftLintm.
1,784
1,789
1,784
1,789
Miag...........1(
—
_
—
Athen. .
5,456
5,466
5,455
5,465
Gebr. Roeder ....... 10
—
—
—
Sanaba . .
4,203
4,211
4,203
4,211
Voigt & Haeffner......9
Süddeutsche Zucker .... 10
—
—
_
Uruguay.
2,418
2,422
2.507
2,513
108,75
—
107
106
Tatro . »
20,98
21,02
20,98
21,02


