baä Elend desgleichen. Der Pengö sinkt, und vielleicht wird er moraen sogar schon stürmen, das Vertrauen ist erschüttert. Was wunder, dah sich da Leute finden, mit den verschiedensten Interessen, die gemeinsam schlagen und nachher getrennt marschieren wollen, um sich dann wieder zu vereinigen, aber nur zu dem Zweck, sich gegenseitig die Äötfe einzuschlagen? Legitimisten hat man verhaftet, aber keinen ihrer Füh- re r. Wan hat auch verschiedene Elemente fest- genommen, die seinerzeit unter dem Freischärler Hrijäs Ungarn von den Kommunisten säuberten und dabei des Guten auch oft ein wenig zu viel taten, die dann später auch im Burgenland gegen Oesterreich hetzten, die aber alles andere waren als Legitimisten. Und unter den Verhafteten sind auch zweifellos Menschen, die nur nach einem großen Kriege, in einer Zeit allgemeiner Unsicherheit anzutresfen sind, die Geschöpfe dieser Zeit sind, ja vielleicht sogar ihr
sleischgewordener Inbegriff: Abenteurer.
Phantasten. Landsknechte der Weltkrise.
Die Legittmiften wollen Otto von Habsburg die Stephans kröne au's Haupt sehen. Die Hejjäsleute wollen eine Rückkehr der ungarischen Politik zu jener nationalen Linie herbeifuhren, die bezeichnend für die magyarische Politik der Rachkr.egs- geit — bi- vor kurzem — gewesen. Und ganz ohne Zweifel macht sich in Ungarn eine Reaktion auf das Liebäugeln mit Frankreich bemerkbar, da- seit dem Sturz der (Regierung Vethlen ofsenkundig geworden ist. Da- S.ndrin- gen des französischen Kapitals, die Schwächung des Pengö. die man mit Recht auf sranzölischen Einfluß zurücksührt. da Ungarn auf diele Weise, ähnlich wie man es mit Oesterreich versucht hat und versucht, mürbe gemacht werden soll, das alle- stößt aus einen immer stärker werdenden Widerstand. Dieser Widerstand ist nicht allein der ungarischen Regierung aufge'ollen, man hat
ihn vielmehr auch tn Paris recht gut gemerkt und au'erordentiich gut verstanden. Drängt sich da nicht die Vermutung auf, dah mit diesem .Putscherl". mit dieser Hausung von Unlinn. Kinderei und Schwachsinn, die irgendwie bezahlt worden sein muh, denn in Ungarn selbst hat man für so was kein Geld übrig, die Protestbewegung gegen die Pariser Hegemoniebestrebungen im Dv- nauraum kam promittiert werden sollte. GS genügte, dah einige bezahlte Abenteurer das Maul aufrissen, um sie schnell mit einer kleinen Anhängerschaft unverantwortlicher Art au- dem Lager Hab-burgs, au- dem Lager von Hejjas und den anderen zu versehen. Aber der Spuk ist so schnell verflogen, wie er entstanden ist. Und im Vergleich zu ihm hatten die Pläne der Heim» wehrführer im steiermärk scheu Iudenburg wahrhaft napoleonischen Eharakter.
Siedlung als Nolstandöhilfe.
Eine Rundfunkrede -es Reichsarbeiisministers Siegerwald.- Sirukiurwandlung in der Land- wirischast des deutschen Ostens.- Vom Großbetrieb zur Bauernwirischast. - Oie neuen Formen der Ausbau- und Gruppensiedlung.
Berlin. 30.Rov. (TU.) Der Reichsarbeitsminister Stegerwald hielt im Rundjunk einen Vortrag über die Bedeutung und Aufgabe der landwirtschaftlichen Siedlung, in dem er u. a. ausführte: Brachliegende Menschenkräste in neu zu bildende bäuerliche Siedlerstellen w eder bemtotri- schaftlichen Arbeilsprozeh einzug ledern, scheint vielen Kreisen heute ein wesentliche- Mittel zu sein zur Behebung der Rot unseres Volkes. Soziale und bevölkerungspolitische wie wirtschaftliche und agrarpolitische Erwägungen, vor allem aber auch n a t i onalpoli tische Gründe drängen gleichmähig aus diesen Weg. Für die brennende Rot unseres Volkes, die ungeheure Arbeitslosigkeit, bringt die landwirt» schaftliche Siedlung eine fühlbare Gntlastung. Man kann zwar nicht mit einem Schlage die Städte von ihrem arbeitslosen Beoöike.ungsübcr chuh b:- freien. Immerhin schiebt aber die Siedlung der Abwanderung vom Lande einen kräftigen Riegel vor und eryält die Landbevölkerung der Scholle. Die neuen SiedlungZdirrser bedeuten ein Ausblühen von Handel und Wandel tn der ganzen Umgegend.
Besonders bedeutungsvoll ist die landwirtschaftliche Siedlung auf dem Gebiet der Agrarpolitik. Wir erleben gegentoärtig eine Strukturwandlung des östlichen Agrargehie- teS. Zahlreiche Großbetriebe sind lebenS- unsähig geworden. Sie müssen durch krisen- festere Bauernwlrtschasten erseht werden. Die deutsche Agrarpolitik wird freilich dieser Entwicklung Rechnung tragen müssen. Sied- lungSpoliiik fördern heißt bäuerliche Poli - t i k treiben. DaS Reich hat feit Iahren mit großen Summen die landwirtschaftliche Politik gefördert. Die vorhandenen Mittel bringen aber nur dann Erfolg, wenn gerade die Kreise mit ansiedeln, in denen daS Siedlung-bedürfniS am stärksten nach Erfüllung drängt. DaS sind d i e minderbemittelten Schichten der ländlichen Bevölkerung. daS sind insbesondere die Landarbeiter und Handwerker, die vor allem der vorerwähnten Strukturwandlung zum Opfer fallen. Daher müssen wir unsere Siedlungsformen wie auch das Siedlungsversahren umstellen. Da- wesentliche ist. daß dem Bewerber
nicht mehr eine in jeder Beziehung vollkommene Baustelle übergeben wird, sondern ihm nur das zur Verfügung gestellt wird, was die Wirtschaftlichkeit einer Stelle In den ersten Iahren fordert (Ausbausiedlung). Au - eigener Kraft wird sich der Siedler emporarbeiten müssen. Daher sind mehr als früher die Siedler mit aller Sorgfalt au-zuwählen. Der SiedlungSaufbau
Berlin, 30.Roo. (111) Reichsbankpräsident Dr. Luther sagte dem Berliner Vertreter der „Associated Preß" u.a.: Das sog. Stlllhalte- abkommen enthalte so viele Lücken, daß sich daraus die ungünstige Entwicklung des Gold- und Devisenbestandes der Reichvbank zum größten Teil erkläre. Jn der Zeit vom 1 September bi» 15. Rooemder entfielen von 1,92 Milliarden Mark Devisenabgaben der Reichsbank nur 900 Millionen auf den Warenverkehr, dagegen 1,02 Milliarden auf den kapltalver- kchr. Von letj'.erem feien 7 2 0 Millionen Kreditrückzahlung. Ohne diese kredltrückzahlyn- gen hätte die Reichsbank statt eines Devisen- verlustes von 5 10 Millionen einen Z u - gang von 210 Millionen aueroclfen können, hieraus ergebe sich Deutschlands guter Wille zur Erfüllung feiner Verbindlichkeiten, der jedoch allein das Problem nicht lösen könne, wenn, was an sich ganz unmöglich fei, in der genannten Zeitspanne der Außenhandelsüberschuß in voller höhe sich in Deviseneingang umgemau- dell hätte, selbst dann hätten noch 100 Millionen Mark gefehlt, um die Zahlungen aus dem fta-
mutz aus dem innersten Willen des Siedlers sein Lebensziel sein. Dem dient vor allem auch die Gruppensiedlung. Widerstandsfähigkeit und Kraft, Gesundheit und Lebenswille sind im Volk stet- aus seiner Verwurzelung mit dem Boden zu ziehen. Die SiedlungS- frage ist eine Schicksalsfrage deS deutschen Volkes geworden.
pilalverkehr in höhe von 1,02 Milliarden Mark zu decken, kein noch so günstiger Deviseneingang könnte also auf die Dauer Kreditzahlungen im bisherigen Tempo ermöglichen. Die Annahme, daß ein Außenhandelsüberschuß sich sofort in Devisenanfall verwandele, fei selbstverständlich ganz unzulässig, denn zwischen d.m Grenzübertritt der Ware und dem hereinkommen des Ausfuhrerlöse» vergingen mehrere Monate. Deutschland sei dem Ziel einer vollen Devisenersassung recht nahegekommen. Die Lösung des Problem» aber liege nicht hier; vielmehr spiegele sich in den sehr hohen Kreditrückzahlungen, die die Ursache der dauernden Devisenverluste seien, die politische Gesamten l w i ck l u n g und die weltwirlschasttiche Lage, die noch immer, wenn auch jetzt in begrenztem Umfange, jenen Run der Gläubiger auf Deutschland sich fortsehen läßt, der Anfang Juni begonnen habe. Eine Lösung, die wirklich Helse, zu finden, sollte um so eher möglich sein, als Deutschland feit vorigem Herbst annähernd fünf Milliarden an da » Ausland zurückgezahlk habe.
Warum Oeviserischwund trotz aktiver Handelsbilanz?
Eine Unterredung mit dem Reichöbankpräsidenten. - Oie Kreditrückzahlungen gehen in unvermindertem Tempo weiter. — Lücken im Stillhalteabkommen.
Das Ende der prosperM in Amerika.
Weiteres starkes Absinlen von Beschäftigung, Löhnen, Preisen, Aktienkursen, Ein- und Ausfuhr. — Steigen der öffentlichen Schuld. — OaS Volkseinkommen um l Milliarden Oo.lar gesunken.
Washington, 80. Noo. (WTB.) Der Jahresbericht des j)anbc(ominlfter» über das Ende Juni 1931 abgeschlossene Haushaltsjahr zeigt ein weitere» Sinken der Prosperität, das besonder» deutlich wird, wenn man den letzten Etats- monat 1931 mit Juni 1930 vergleicht. Dem Bericht zufolge stiegen die Läger an einheirni- schenRohstoffenurn 17 Prozent, während Beschäftigung und Löhne weiterbin sanken. Legt man für die Haushaltsjahre 1923 Dl» 1925 eine Indexziffer von 100 zugrunde, so betrug sie Im Juni 1931 für die Beschäftigung in den Fabriken 76 (Juni 1930 bis 90), für die Lohnzahlung 68 (91), für den Großhandelspreis 69,5 (86,2) und für die Lebenshaltung 84,4 (94,8). Der Wert der Ausfuhr fiel im Berichtsjahr um 34, der der Einfuhr um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Beschäftigung in den Industrien ging um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahre zurück Die A k 11 e n p r e i | e an ber Neu- Oorter Fondsbörse sanken um 38 Prozent oder um 10,4 Milliarden Dollar. Die Eisenbahnaktien fielen sogar im Durchschnitt um 41 Prozent. Die
öffentliche Schuld, die bisher in jedem Jahr verringert werden konnte, stieg im Berichtsjahr um 461 Millionen Dollar. Die Zahl der Einkorn- men über eine Million Dollar ist seit 1929 um 504 auf 149 gesunken. Das Netto-Volkseinkommen zeigt im Vergleich zu 1929 für das Jahr 1930 eine Abnahme um 7076 Millionen Dollar.
Zu dem beoorft ’nben Zusammentritt des amerikanischen Kongreßes bemerkt der „Tlmes"-Korre- (ponbent in Washington, bie Lage sei sehr entmutigend Die früher erfolgten Einschätzungen bes zu erroartenben Defizits im Budget feien zwar hoch gewesen, stellten sich aber koch als z u niedrig heraus, und das Schatzamt werde viel Geldzu verhältnismäßig hohen Zinssätzen borgen müssen, bis der Kongreß sich widerwillig bereltfinben werde, neue Steuern aufzulegen. Die Aussichten des Präsidenten Hoover leien schlecht und ebenso schlecht seien die Aussichten auf eine liberale Haltung des Kongresse» in der Frage der Schulden zwischen den Regierungen.
Der neue Fehlbetrag im Reichshaushalt.
Die geplante Verdoppelung der Llmsahsteuer würde uns das reine Etatsdefizit von 400 Mi lionen Reichsmark decken.
Berlin, 30. Roo. (VDZ.) Ku» den Minister- bejprechungcn über die G c st a l k u n g de» R e l ch »- hau»halt»pian» für 1932 sind mancherlei Einzelheiten in die Oeffentilchkeit gelangt, die an unterrichteter Stelle al» falsch bezeichnet werden. Zu der Behauptung, daß beabsichtigt sei, öle ft a p l - talertrageftcuec auf einen Sah von 30 Prozent der Kupon» festzusehen, wird gesagt, dah ein solcher Lntwurs nicht vorliege. Vie Proteste, die ver- schiedene wirtschastsoerbSnde gegen die Umsatzsteuer bei der Reichsreglerung eingereicht haben, stellten den üblichen Aussiuh jede» neuen Steuer- plane» dar. Jür die Reichsregierung ergebe sich aber öle Schwierigkeit, öah keine anöeren brauch- baren Vorschläge gemacht würden. Da» Reich müsse sür 1931 mit einem voraursichtNchen Etatsdefizit von 400 Millionen rechnen, ohne daß man seht schon sagen könne, ob diese Summe sich nicht noch weiter erhöhe, würden die
gegenwärtigen Sähe der Umsatzsteuer verdoppelt, so wäre damit da» reine 6tat»öefl)lt j u decken. E» wäre aber dann Immer noch nicht eine Ausgabemöglichkeit für dIe weiteren zwangsläufigen Aufwendungen, die dem Reiche entfielen, geschaffen. Die Reichsregierung wolle versuchen, in die parlamentarischen Verhandlungen über den Etat mit einem gedeckten Haushaltsentwurf hereinzugehen. Jlormalerroelfe müßten öle Vorbereitungen für Öen Reichshaushaitsplan für 1932 schon jetzt ziemlich weit geöiehen sein. Dltfe» Verfahren fei der Reichsregiemng aber anläßlich ber völligen Unübersichtlichkeit öer Einnahmen im Jahre 1932 unmöglich. Die Rcichrregierung halte e» nicht für zweckmäßig, Berechnungen im leeren Raum aufzustellen. Tatsäch- llch stehe man Im Reich vor der Tatsache, daß man nicht wlsie, woher für 1932 die Mittel für die
zwangsläufigen Ausgaben des Reich» genommen werden sollten.
E» ist gesagt worden, daß der neue preußische Haushaltsplan ein Defizit von 500 Millionen aufweisen werde. hier'U hört das Rachrichtenbureau des VDZ.» daß dieser Betrag als überholt gellen könne. Rach Uebernahme de» preuß jchcn Finanzministerium» durch Öen neuen Finanzminister Klepper sei öer gesamte Haushaltsplan noch einmal gründlich überprüft worden. Man habe weitere radikale Kürzungen oorgenommen, mit dem Ziele, e» zu ermöglichen, daß ein ausgeglichener Haushaltsplan für 1932 vorgelegt werden könne.
Aus oller Well.
Selbstmord des Generaldirektors Schünlng.
Der Im Sklarekprozeß schwer belastete Generaldirektor der Berliner Hasen - und Lagerhausgesellschaft, Schünlng, hat sich am Montagvormittag In seiner Wohnung erschof - len. Er hatte einen Brief an feine Angehörigen hinterlassen, tn welchem er zum Ausdruck bringt, dah er die ganze Sklarek-Asfäre, in die er hinein- gezogen worden sei, satt hätte und darum aus dem Leben scheiden wolle.
Die Lrnst-oon Jhne-Krlegsbllnden-Blbllothek.
Bei Frau von Ihne In Berlin, Dlktorlastraße 12, fand am Sonntapvormittag eine Feier aus Anlaß des 15,ädrigen Bcsrihens der Ernst von-Jhne-Krlegs- blinben-Bibliothek statt, an der neben Vertretern von Reichs- und Staatsbehörden der preußische Kultusminister Grimme und Staatssekretär Dr. Weißmann teilnahmen. Die Bibliothek, die zur Zeit 8000 Bände umfaßt, wird von zahlreichen Kriegsblinden aus ganz Deutschland eifrig gelesen.
Ein Pionier de» Deutschtum, In Persien.
Der frühere deutsche Konsul Wilhelm Waß - mut ist im Alter von 51 Iahren gestorben. Waßmus hat sich während des Krieges i n Süd- Persien außerordentlich ausgezeichnet. Er war 1915 mit der Afghanistan-Expedition nach Persien gegangen, wurde aber mit einigen Herren nach Lüdpcrsien abgezweigt, um die sudpersischen Pässe für einen etwaigen englischen Vormarsch nach Rorden zu sperren. Obgleich Waßmus seine Ausgabe ohne Wassen und Geld übernommen hatte, gelang es ihm dank seiner Sprachkenntnisse und seiner besonderen Fähigkeiten, die wilden süüpersstchen 'Bergstämme zur Ge- folgschast zu verpflichten. So konnte er sich trotz größter Entbehrungen und unablästiger Verfolgung durch die Engländer während voller 3'/»2ahregegeneln«vielfacheUeber- m a ch t in Südpersien halten. Auf den englischen Generalstabskarten, die während de- Kriege- Ver- wendungsanden, stand auf Südpersten nur ein Ramc: WaßmuS. Die außerordentliche Lei
stung dieses Deutschen und seine ritterliche Kamp- scsweise haben die troll« Anerkennung der Engländer gesunden. Sie haben ihn al- ihren großen Gegner in Südpersien gefeiert. 1918 geriet Watz- mus in englische Gesangenschaft, aus der er erst 1919 nach Deutschland zurückkehrte. Rach vorübergehender Betätigung schied er 1923 auf seinen Wunsch aus dem Auswärtigen Amt aus und kehrte nach Persien xutüd, wo er einen landwirtschaftlichen Betrieb im Süden deS Landes einrichtete.
Der Einbruch im Rcichsocrsicherungsamt.
SS hat sich nun herausgestellt, daß sich di« , Lumme, die den Einbrechern im ReichSversiche- rungsamt in die Hände gefallen ist, nicht auf 40000, sondern nur a us 20 000 Mk. beläuft. Exemplarische Zuchthausstrafe für einen Branöfllfirt.
In Lübeck rouröc Öer Landwlrtschastsgehlife Grömann wegen Verbrechens der Brandstiftung in elf Fällen, sowie wegen Verbrechen» der versuchten Erpressung zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Auch wurde auf die Zulafsigkett öer Polizeiaufsicht erkannt. Erdmann mar beschuldigt, zahlreiche Brände in der Umgebung von Lübeck b ö»ro i l- l i g angelegt und den Geschädigten vorher Drohbriefe geschrieben zu haben. Der Angeklagte, der bei seinen ersten Vernehmungen die Brandstiftungen zugegeben und sich auch als den Schreiber der Drohbriefe bekannt hatte, widerrief feine Geständnisse, al» öie Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn erhoben hatte In der Verhandlung beflritt er ebenfalls bie Brandstiftungen, gab jedoch zu, Drohbriefe verschickt zu haben, und zwar weil ihn der Gedanke gereizt habe, dah die Zeitungen „Briefe des Brandstifters- bringen würden.
kostspieliger verkehr mit öer Geisterwett.
Die Staatsanwaltschaft hat gegen den in Untersuchungshaft befindlichen Schriftsteller Mapro- witz, gegen die Schriftstellerin Fahrenkamp und eine Frau Nartog Anklage wegen Urkundenfälschung und Betrug» erhoben. Es handett sich dabei um Personen, die die s pi ritt st l sch e n Neigungen der kürzlich verstorbenen 70jährigen Kunstmalerswitwe G r ö n w a I d dazu benutzten, um ihr Geld zu entlocken. So hat Mayrowih, nachdem er ber 70jährigen Witwe ein Gedicht überbrachte, bas mit dem Namen „Der liebe Berndt", dem Vornamen des verstorbenen Kunstmalers Grönwalb unterzeichnet war. Frau Grönwalb 15000 Mark entlockt. Er hatte ferner einen „Deutschen Minnebunb" ge- grünbet, in bcm mit ber Geisterwelt in Verbindung getreten werben sollte. Auch in einem dazu gegrün- beten „M arlenbunb" sollten bie Geister Verstorbener zu Rate gezogen werben. Die Staatsanwaltschaft hat auch bas Ermittlungsverfahren weaen bes lobe 5 ber Greisin noch nicht abgeschlossen. Ein noch nicht ermittelter Bekannter Frau fflrön- roalbs halte sie aufgeforbert, 10 Tage lang ohne zu essen zu knien und zu beten. Erst bann würbe sie mit bcm Geist ihre» verstör- denen Mannes in Berblnbung treten können. Die alte Frau ist dabei an Entkräftung ae stör- b e n. Frau Grönwalb soll u m weitere fOÖOOO Mark geschädigt worben sein. Ein Betrüger, ber Schriftsteller Bistuba, ber von ihr Gelder erschwinbelt hatte, ist bereits vor einigen Wochen vom Schöffengericht Berlin-Mitte zu 1 Jahr 9 Mo- naten Gefängnis verurteilt worben.
Drei junge Leute ermordet aufgefunbtn.
Bei dem holländischen Ort Echt in der Räh« des benachbarten belgischen Ortes Maescyck wurde ein mysteriöser Moro entdeckt, dem drei Personen zum Opfer gefallen sind. Drei junge Leute aus dem Dörfchen Putbroek bet Echt, die sich zum Wildern in den benachbarten Wald begeben hatten, waren nicht zuräckaekchrt. Bet einer Durchsuchung der Umgebung sand man in einer mit frischem Moos bedeätni Grube die Leichname ber drei jungen Leute. Ihre Körper waren von vielen Kugeln durchbohrt, lieber Täier. Umstände um) Bewegzrande der Tat herrscht noch vollkommenes Dunlel.
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Wettervoraussage.
Der hohe Druck, ber seinen Einfluß weiter über Deutschianb entfaltet, lieh bas Frostwetter fort- bestehen. Dabei gingen in ber verflossenen Nacht in Norbbeulschlanb bie Temperaturen bis 12 und 13 Grab unter Null zurück. Wohl sind im Sterben flache Störungen zu erkennen, bie aber zunächst für bie Gestattung unserer Wetterlage noch nicht maß- gebend ein bürsten.
Aussichten für Mittwoch: Dunstig und wolkig, Frost, meist trocken.
Aus ichten für Donnerstag: Vorwie- genb bewölkt, im ganzen wahrscheinlich etwa» milder, aber noch Nachtfrost.
Lufttemperaturen am 30. November: mittags — 0,8 Grab Celsius, abend» —2,1 Grad; am 1. Dezember: morgen» —2,6 Grad. Maximum —0,4 Grad, Minimum —2,9 Grad. — CErbtemperoturcn in 10 cm liefe am 30. November: obenbs 2,8 Grab; am 1. Dezember: morgen» 1,8 Grab Celsius.


