Einzelbild herunterladen

müssen. Man kann deshalb annehmen, daß noch eine Reihe von Beratungen notwendig sein wird, ehe das Kabinett zur definitiven Regelung kommt. Das ist um so eher zu erwarten, als man Natürlich zunächst einmal absehen muh, wie die bank- und zahlungsmähige Entwicklung nach der vollkommenen Wiedereröffnung der Schalter läuft. Aus politischen Kreisen erfahren wir, daß u. a. an ein Ausfuhrverbot der Reichs­mark, ferner an ein Verbot, ausländische Wert­papiere zu handeln, und endlich an eine Zwangsbewirtschaftung für Devisen gedacht wird, für die ein R eich s ko mm is sa r bestellt werden soll. Man erwartet, dah noch im Laufe des Samstags eine entsprechende Rot- vervrkmung erlassen werden wird.

Reichsbeteiligung an der Dresdner Bank.

Kapitalerhöhung um 300 Millionen Mark.

Berlin, 31. 3ull (TA.) Bereits seit Tagen schweben Verhandlungen zwischen dem Reich und der Dresdner Dank mit dem Ziele, die Kapitalkraft der Dresdner Dank ganz erheblich zu st ä r k e n. Es hat sich dies als not­wendig erwiesen, weil durchaus unbegrün­dete Gerüchte über eine besondere Illiquidität der Dresdner Dant.die seit Wochen in allen Teilen des Reiches umliefen, die Gefahr einer besonders starken Inanspruchnahme der Dank bei der Wiederherstellung des freien Verkehrs herauf­beschworen hatten. Wie der DHD. erfährt, sind die Verhandlungen hierüber jetzt im wesentlichen abgeschlossen. Es ist beabsichtigt, das Ka­pital der Dresdner Dank um 3 0 0 Millionen Mark z u erhöhen durch Ausgabe von 300 Millionen Mark Vorzugsaktien, die das Reich übernehmen soll. Die einzelnen Mo­dalitäten der Aktienausgabe stehen noch nicht fest, doch ist, wie anderweitig vielfach behauptet wird, nicht beabsichtigt, die neuen Aktien zunächst nur mit 25 v. H. einzuzahlen. Die neuen Mittel sollen vielmehr von vornherein der Dresdner Dank voll zur Verfügung stehen. Der Status der Dresdner Dank wird durch diese Transaktion so außerordentlich gestärkt, dah die fälligen Verbindlichkeiten der Dank alsdann nureinenDruchteil der zur Ver­fügung stehenden flüssigen Mittel ausmachen. Ob die Reichskreditgesellschaft in die Transaktion eingeschaltet wird, steht noch nicht fest. Es soll die Möglichkeit vorgesehen sein, das Dorzugs- kapital schrittweise wiederabzubauen. Wie wir erfahren, steht die endgültige Regelung dieser Transaktion unmittelbar bevor. Der Auf­sichtsrat der Dresdener Dank tritt im Laufe des Samstagnachmittag zusammen, um über die Transaktion Beschluß zu fassen.

Wer wirdWirtschastskommissar? Das Handwerk bittet um Berücksichtigung des gewerblichen Mittelstandes.

Berlin, 31. Iuli. (TA.) Der Deut sche Handwerks -undGewerbekammertag und der Reichsverband des Deutschen Handwerks haben an den Reichskanzler eine Eingabe gerichtet, in der es heißt:

Die Reichsregierung beabsichtigt nach Presse­nachrichten die Bestellung einesReichs- kvmmissars für Finanz- und Wirt­schaft. Die Ramen, die im Zusammenhang hier­mit in der Presse genannt werden, lassen erkennen, dah dieser Kommissar wiederum aus den Kreisen der Grohwirtsch aft entnom­men werden wird. Um so notwendiger erscheint uns die Herbeiführung einer unmittelbaren Füh- . lungnahme von Handwerk und Gewerbe mit der Reichsregierung. Wir halten es in diesen Aus- V nahmezeiten für eine staatspolitische Rotwendig- keit, dah dem gewerblichenMittelstand " das bittere Gefühl derDernachlässi- gung und Vereinsamung genommen wird, das in den letzten zehn Iahren mehr und mehr in diesen Schichten Platz gegriffen hat. Dem Herrn Reichskanzler unterbreiten wir daher in unserer ernsten und Wohl verständlichen Sorge um die Aufrechterhaltung der Wirtschaft des gewerb­lichen Mittelstandes die dringende Ditte, darauf bedacht zu sein, dah bei allen Maßnahmen, die in der Reichsregierung für die Aeberwindung der Wirtschaftskrise vorbereitet werden, ein s a ch - verständiger Vertrauensmann der mittel st ändischen Wirtschaft betei­ligt wird."

Ferner wird in der Eingabe darauf hingewiesen, daß wir vor allem in dem Gefühl der Masse und in der öffentlichen Meinung des Volkes eine Re­habilitierung des Erwerbsstrebens und der wirtschaftlichen Leistung so­wie eine gerechtereDewertung derIni- tiative des persönlich schaffenden Anternehmers brauchen.

Deutschland braucht Selbstvertrauen.

Eine Unterredung mit Sprague.

D e r l i n, 31. Iüli. (ERD.) Professor Spra­gue, der amerikanische Finanzsachverständige und Berater der Dank von England, der zur Zeit in Berlin weilt, gewährte einem Mit­arbeiter desBerliner Börsencouriers" eine An- terredung, in der er zur Frage der Still- halteaition erklärte, es sei nicht notwendig, daß jede kleine Dank in dem Stillhaltekonsor- tium vertreten sei. Es genüge, daß der Lö­wenanteil gesichert sei und daß 90 Pro­zent der Verpflichtungen eingehalten werden. Eine weitere Zusammenlegung deutscher Danken hält Sprague für nicht durchführbar. Auf die Frage, ob Deutschland genügend Sicher­heiten für ein« langfristige Anleihe biete, antwortete Sprague, die deutsche In­dustrie befinde sich in zufriedenstellendem wirt­schaftlichem Zustande. Die deutsche Export- und Jmportbilanz sei bei den jetzigen Verhältnissen sehr günstig. Auf der jetzigen Grundlage könne eine aktive Bilanz zwischen einer und zwei Milliarden erreicht werden. Das Wichtigste, dessen Deutschland gegenwärtig bedarf, ist, so erklärte Sprague, Selbstver­trauen, Vertrauen zu den eigenen Danken, zur Regierung und zur Finanz. Wenn die De- völkerung zu sich selbst kein Vertrauen hat, kann niemand helfen. Was augenblicklich ge­tan werden muß, ist die sofortige Wieder­eröffnung des Zahlungsverkehrsder Danken und die Aufhebung der Restriktion. Das Verhalten des deutschen Volkes würde dann der Prüfstein sein, ob es zu sich selbst Vertrauen hat. Es würde vernünftig sein, zu erwarten,

Die Bildung des Basler Sachverständigen-Komitees. Ein amtliches Kommunique der BZJ.

Dasel, 31. Iuli. (WTD.) Die Dank für Internationalen Zahlungsausgleich hat heute fol­gendes Kommunique ausgegeben:

Die Londoner Konferenz vom Iuli 1931 hat die Dank für Internationalen Zahlungsausgleich aufgefordert, ohne Verzögerung ein Komitee von Fachleuten zu ernennen, um die not­wendigen weiteren Kreditbedürfnisse Deutschlandszu prüfen und die Möglich­keit einer Konvertierung eines Teiles der kurzfristigen Kredite in langfristige zu ver­suchen. Gemäß dieser Einladung gibt die Dank für Internationalen Zahlungsausgleich bekannt, dah das im Verfolg dieser Resolution einzusehende Komitee, das heute gewählt wurde, aus folgenden zehn Mitgliedern besteht:

Alberto Beneduce, Presidente del Consorcio Credito per le Opera pubbliche, Rom.

Dr. R. B- B indsch edler, Präsident des Der. waltungsrates der Schweizerischen Kreditanstalt in Zürich.

P. Hofstede de Groce, Generaldirektor der Amsterdamschen Bank.

Emile F r a n c q u i, Bizegouverneur der 8oci6t6 g£n£rale de Belgique, Bruxelles.

Sir Walther T. Sagten, Redakteur desEco­nomist" London.

Dr. Karl Melchior, Teilhaber der Firma War­burg & Co., Hamburg.

Emile Moreau, Präsident des Derwaltungs- rats der Banque de Paris et des Pays-Bas.

Oskar Rydbeck, Direktor der Skandinavisk Creditaktiebolaget, Stockholm.

T. Tanaka, Vertreter in London der Bank von Japan.

Albert H. Wiggin Präsident des Verwaltungs­rates der Chase National Bank, Reuyork.

Datum und Ort der ersten Sitzung des Komitees wirb im Laufe der Sitzung der Gou­verneure der Zentralbanken besprochen werden, welche am Sonntag, dem 2. August, in Dasel stattfindet. Das amerikanische Mitglied des Ko­mitees wird Reuyork am 1. August verlassen.

öer amerikanische Banksachverständige.

Wallstreet begrüßt die Ernennung WigginS

Reuyork, 31. Iuli. (TA.) In Wallstreet» kreisen betrachtet man di« Ernennung Albert W i g g i n s, des Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Chas« Rativnalbank, zum amerikanischen Mit- ?lied des in London vorgeschlagenen Fina nz- v m i t e e s aus zwei Gründen für «inen über­aus glücklichen Griff: erstens sei Wiggins seit

langem derwärmsteDefürwortereiner Aufrvllung des gesamten Schulden- Problems, zweitens dürften seine Empfehlun­gen unter den amerikanischen Kollegen am meisten gelten, da er der Leiter der größten Dank der Dere inig ten Staaten sei, die sich gleichzeitig auherordentlich stark für die deutsche Wirtschaft interessiere. Obgleich hervorgehoben wird, dah Wiggin keinerlei Voll­machten der Federal Reservebank mitnimmt, ist es doch beachtenswert, dah seine Ernennung von George Harrison, dem Gouverneur der Reu- Yorker Federal Reservebank bekanntgegeben wurde. Wiggin reist morgen mit dem Dampfer Ile de France" nach Dasel. Wiggin erklärt, er könne Einzelheiten über die Aufgaben des Komitees nicht vor seiner Ankunft in Guropa erörtern. Heute konferiert« er den ganzen Tag über mit führenden Dankiers.

Wallstreet erwartet schnelles Handeln.

Reuyork, l.Aug. (WTD. Funkspruch.)Anter den Dankiers, die gestern mit Albert Wiggin eine Besprechung hatten, befanden sich Parker Gil­bert, Dussel Lefsingwell, Thomas Co­ch r a n , sämtlich von I. P. Morgan & Co. sowie Paul Warburg. Wiggin wirb am Ende der Woche in Basel eintreffen. Die Morgenblätter, die sich eingehend mit den Aufgaben des DIZ.- Komites beschäftigen, nehmen an, der Ausschuh werde bald zu Entscheidungen kommen, da ein erheblicher Teil der Vorarbeiten bereits durch Deutschland erledigt worden sei. Ein Blatt nimmt an, dah daS Programm des Komitös innerhalb eines Monats fertig ausgearbeitet fein werde.Herald Tribüne" erklärt, in Bankkreisen erwarte man, dah das Kornits, da es aus führen­den Bankwelten bestehe, großen Cinfluh aufdie DildungderöffentlichenMei- nung zu der Frage einer langfristigen Anleihe für Deutschland haben werde.

Irn Zusammenhang damit wird in Dankkreisen erneut betont, daß es durchaus notwendig sei, eine baue rnde und nicht nur eine vorüber­gehende Losung der deutschen Probleme zu finden. Deutschland könne als ein durchaus guter Schuldner für langfristige Anleihen ange­sehen werden, wenigstens unter der Vor­aussetzung, dah die Reparationen wesentlich herabg «setzt würden. Für die jetzt dringende Frage der kurzfristigen Kredite wurde ein Ausschuß der Reuyorker Danken gewählt, in dem alle Danken mit größeren deut­schen Kreditbeteiligungen vertreten sein werden.

daß bann die DIZ. Wege find«, um einen Teil der kurzfristigen Kredite zu finanzieren.

Die angebliche Pfändung deutscher Kunstwerte.

Paris, 31. Iuli. (TA.) Rachforschungen über den von Havas gemeldeten angeblichen Plan, Deutschland eine Anlei he von einer Mil­liarde Franken gegen die Verpfän- dung deutscher Kunst werte zu gewahren, ergaben, daß in den hierfür in Frage kommenden Kreisen von einem solchen Plan nichts bekannt tft Man ist der Auffassung, daß die französischen Kunsthändlerkreise selbst viel zu wenig bemittelt wären, als baß sie über­haupt daran denken könnten, deutsche Kunstwerte zu beleihen.

Englands Sparprogramm.

Das Kabinett prüft die Borfchläge.

L o n d o n, 31. Iuli. (WTD.) Der Dericht des Rationalen Wirtschaftskomitees wird, wie Pre­mierminister Macdonald heute im Unterhaus« mit­ten te, einem von der Regierung eingesetzten Fünf - Männer - Ausschuß" zum Stu­dium während der Parlamentsferien überwiesen werden. Der Ausschuß besteht aus dem Premier- minister selbst, ferner aus Snowden, Henderson, dem Staatssekretär der Dominions Thomann und dem Präsidenten des Handelsamts Graham. Die wichtigste vorgeschlagene Sparmaßnahme ist die Herabsetzung der Arbeitslosenun- terstützungssäh« um 20 Prozent und die Erhöhung der wöchentlichen Bei­träge um je 10 Pence. Gleichfalls um 20 Prozent sollen die Gehälter der Lehrer gekürzt werden, die der Polizisten um 12,5 Pro­zent. Di« Entlohnung der Truppen soll nach den Sähen des IahreS 1925 erfolgen. Auch die Pensionen der Offiziere zu kürzen wird vor» geschlagen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Anregung, die Kosten der Flottenver- tetbigung zu vermindern, ohne, wie der Be­richt sagt, die nationale Sicherheit zu gefährden. Daneben werden noch eine Reihe von kleineren Einsparungen anempfohlen.

An sozialen Lasten sollen 1,75 Milliarden Mk. eingespart werden. Die weiter vorgeschlagenen Einsparungen bringen die Gesamterspamis auf 9,17 Milliarden Mark. Der Bericht rechnet mit einem Fehlbetrag im laufenden Haushalt von 2,4 Milliarden Mark und glaubt, daß unter Amstän- den auch ein Anziehen der Steuer­schraube notwendig ist, um den Haushalt zu balancieren, da sich die erwähnten Sparmaßnah­men zunächst nicht voll auswirken werden. Der Bericht hat in der englischen Öffentlichkeit ein erhebliches Aufsehen erregt. Die beiden Arbeiter­mitglieder des Sparkomitees haben in einem Mrn- derheitsbericht gegen verschiedene Punkt« Protest erhoben.

Briand geht zur Erholung aufs Land.

Paris, 31. Iuli. (TA.) Der Gesundheits­zustand des französischen Außenministers Briand scheint trotz der beruhigenden Mittei­lungen der behandelnden Aerzt« außer­ordentlich stark angegriffen zu sein. Briand, der von den Londoner Besprechungen schon krank zurückkehrte, fühlte sich bereits am Mittwoch viel zu schwach, um an dem Minister- rat teilzunehmen. Itz seiner Umgebung betont man, baß ber Außenminister seelisch und körperlich gebrochen sei unb es sich im Augenblick noch nicht voraussehen lasse, ob er an ber Septembertagung des Völkerbundes teit- nehmen können wird oder nicht. Die Aerzte ha­

ben ihm strengste Diät angeordnet und jeglichen Tabakgenuß untersagt. Briand wirb vorläufig fern von den politischen Wirren mehrere Wochen auf seinem Lanb- g u t verbleiben unb sich von dort an die Küste begeben, wo er eine Fischerbarke erstanden hat. Seine Rückreise nach Paris ist vorläufig noch ganz unbestimmt. Auch fein Besuch in Ber­lin dürfte unter diesen Amständen fraglich ge­worden sein. Während seiner Abwesenheit wer­den, da eine offizielle Vertretung nicht vorgesehen ist, die Geschäfte von Ministerpräsident Laval gemeinsam mit dem Generalsekretär Derthe- lv t geführt werden.

Aufruf der Dolkspartei zum Volksentscheid in Preußen Für ein kraftvoll regiertes Preußen als feste Stütze nationaler Politik im Reich."

Berlin, 31.Iuli. (DDZ.) Der Vorstand der Deutschen Volkspartei hielt heute im Reichstag eine Sitzung ab, an ber auch Außen­minister Dr. Curtius teilnahm. Rach einem Bericht des Parteiführers Dinge lbey über die politische Lage wurde beschlossen, einen Auf­ruf für den Volksentscheid herauszugeben, der folgenden Wortlaut hat:

An unsere Freunde! Am 9. August 1931 findet in Preußen der Volksentscheid über die Frage der Aufhebung des Landtags statt. Die Deutsche Dolkspartei, die fast sieben Iahre gegen die Politik der herrschenden Partei­gruppierung im Preußischen Landtag gekämpft unb deshalb von Anfang an dem Volksbegehren zugestimmt hat, erwartet von ihren Anhängern, daß sie ihrer Ablehnung gegen bi« bisherige Kvalitionspolitik durch ihre Stimmabgabe für die Auflösung des Landtags Ausdruck geben. Wir treten ein für ein sachlich und kraftvoll regiertes Preußen, das eine feste Stütze nationaler Politik im Reich« fein muß. Der Parteivorstand der DVP.

Eine Llnterredung Oingeldey-Hiiler,

Berlin, 31. Iuli. (VDZ.) Dem Nachrichten­bureau des VDZ. wird von maßgebenden Kreisen der DVP. bestätigt, daß eine Unterhaltung zwi­schen dem Vorsitzenden der DVP. Dinge ldey unb Adolf Hitler stattgefunden habe. Das Ge­spräch sei aber ohne Zeugen vor sich gegan­gen, so baß alle bisherigen Pressenachrichten über den Inhalt jeder Grundlage entbehrten. Es sei nicht über finanzielle Dinge verhandelt wor­den, sondern über rein politische Fra­gen mit dem Zweck, sich über die gegenseitige Auffassung zu den politischen Angelegenheiten zu unterrichten. Die Rationalliberale Korrespon­denz erklärt, di« Unterredung habe weder etwas mit ber Stellung ber Deutschen Volkspartei zum Volksentscheid in Preußen, noch irgendetwas mit der grundsätzlichen Politik der Deutschen Volks­partei zu tun. Cs war eine al lgemeineAus- fprache über die politisch« Sage, wie sie in der Parlamentszeit im Reichstag oft täglich zwischen den Führern der verschiedensten Parteien vorkommt.

Kleine politische Nachrichten.

Der Herr Reichspräsident hat den Reichsminister a. D. Dr. Ge ßler zum Kom­missar der freiwilligen Kranken­pflege ernannt, nachdem der langjährige In­haber dieses Ehrenamtes, Fürst v. Hatzfeld, wegen hohen Alters um Entbindung von sei­nen Diensten gebeten hatte.

Reichskanzler Dr. Brüning hat dem Fürst» erzbischof von Breslau, Kardinal Dr. Bertram, anläßlich seines goldenen Priesterjubiläums und des 25jährigen Bischofsjubiläums, zugleich im Ramen ber Reichsregierung, telegraphisch die herzlichsten Glückwünsche ausgesprochen.

*

Vorstand unb Fraktion der Deutschen Staatspartei traten zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen, in ber ber Vorsitzende ber Reichstagsfraktion. Abg. Weber, die politische Lag« erörterte. Auch ber preußisch« Finanz- minister Dr. Hopker-Aschoff machte Aus­führungen zur finanz- unb wirtschaftspolitischen Situation. Es würbe besonders der Wunsch nach einem klareren innen- unb außenpolitischen Kurs ber Reichsregierung laut.

Das Desinben Lloyd Georges hat nach einer ruhig verbrachten Rächt eine weitere Bes­serung erfahren. Man rechnet damit, daß er sich jetzt außerhalb ernstlicher Gefahr befindet, vor­ausgesetzt, baß keine unvorhergesehenen Kom­plikationen ein treten.

Aus aller Welt.

Elisabeth-Feier der Fuldaer Difchofskvnferenz.

Heut«, Samstag, treffen bie bayrischen unb preußischen Bischofs -wie alljähr­lich, in Fulda zur Dischofskonferenz ein, bie am Montag ihre Beratungen aufnimmt. Am Sonn­tag, 2. August, wirb in Gegenwart bes Epis­kopats die 700-Iahrseier ber Heiligen Elisabeth. Landgräfin von Thüringen, begangen. Im Dom wirb unter Assistenz aller übrigen Bischöfe ber Vorsitzende der Fuldaer Dischoftskonferenz, Kar- dinalsürsterzbischoft Bertram von Breslau, «in feierliches Pontifikalamt zelebrieren. Rach dem Evangelium wird Kardinalerzbischof Faul­haber von München bie Festpredigt halten. Rachmittags folgt in dem Festsaal unter Teil­nahme des gesamten zur Konferenz versammelten Episkopats die Festvcrsammlung. Sie Festrede hält der Universitätsprofessor unb Domprobst D. Donders aus Münster i. W.

Goldenes Dofforjubiläum Professor kossinnas.

Der Gründer der Gesellschaft für Deutsche Vor­geschichte, Geheimrat Profestor Dr. Gustaf Kos- s i n n a , feiert am 2. August sein goldenes Dok- torjubUäum. Kossinna ist als der Bahn­brecher der deutschen Archäologie anzusprechen, da er überhaupt erst den Anstoß zu vorgeschichtlichen Studien unb damit zu der Wissenschaft des Spatens in Deutschland gegeben hat. Diese Arbeit hat er systematisch organisiert. Lange Iahre leitete Kossinna den archäologischen und prähistorischen Apparat der Universität Ber­lin. Bekannt sind seine Werk«Die deutsche Vor­geschichte" undIndogermanen". Sie geben einen Ueberblick über bie in Deutschland bereits geleistete Forscherarbeit auf diesem Gebiet. Die Gesellschaft für Deutsche Vorge­schichte überreicht ihrem Gründer an feinem Ehrentage eine Adresse, die das Porträt des Iubilars zeigt, das von dem Berliner Maler Dusoni hergestellt ist.

Ein italienischer Bewerber um bas Blaue Band.

In Genua soll am Samstag ber neue große italienische Ueberfee-SchnellbampferR e x'^ der Ravigazione Generale Italiana vom Stapel laufen, ber für bie Linie GenuaReuyork be­stimmt ist. DerRex" soll bis 28 Knoten entwickeln können, wäre also ein gefährlicher Konkurrent um das Blaue Band für bieBremen" unb bieEu­ropa". Der auf ber Ansolda-Werft gebauteRex" ist seiner Wasserverdrängung von über 50 000 Tonnen nach etwa zwischen bieDerengaria" unb bieBremen" zu setzen, wäre also baßer ber biertgrößte Ueberseedampfer ber Welt. In ber italienischen Handelsmarine wirb er mit sei­nem SchwesterschiffGraf von Savoyen, ben der Lloyd Sabando gebaut hat, den ersten Platz einnehmen. DerRex" war am 27. April 1930 auf Kiel gelegt, ist also sehr schnell bis zum Stapellauf gediehen. Das über 268 Meter lange Schiff wiegt zum Stapellauf mit allem Drum und iSran über 16 000 Tonnen.

Oie Wetterlage.

\irc n

5U

'5<ydiSf|or<r

Tnorshavn*

[10

tt56.

Aberdeen-

4

ourS'

1

O

~ Still

11

© £

777^7 ^Xinofl

ir

nwoixenios. O neuer. <> narb bedeext. Q woixig, ® oewecxi

w Schnee a Graupeln, e Mebel K Gewitter,(§)win«ttlie.O seh» «icnter Ost «lässiger Südsüdwest. <5 stürmische» nordwesl oie Pfeile fliegen mit dem winde Die beiden Stationen stehenden Zat> ten geben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mll gleichet* auf Meeresniveau umoercxhnele» Luftdruck

Wettervoraussage.

Flacher hoher Druck hat über Deutschland an Ausdehnung gewonnen, der in unserem Bezirk eine wesentliche Besserung verursachte. Obwohl über der Biscaya eine Storung lagert, so dürfte sie keinen nennenswerten Einfluß auf die Wetter­lage gewinnen. Im wesentlichen bleibt für uns der gegenwärtige Witterungscharakter bestehen.

Vorhersage für Sonntag: Stellen­weise dunstia ober bewölkt, sonst vielfach aufhei­ternd, tagsüber warm und trocken.

ßufttemperaturen am 31. Juli: mittags 23,5 Grad Celsius, abends 16,8 Grad: am 1. August: morgens 14,6 Grad. Maximum 23,5 Grad, Minimum 13,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 81. Juli: abends 23 Grad; am 1. August: morgen? 13,4 Grad. Sonnenscheindauer 9% Stunden.