Ausgabe 
1.7.1931
 
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9Jl.-$pott

Handball der Stadtmannschast.

Wetzlar 7:4 (3:2) geschlagen.

Ein Muhender Erfolg war der Stadtelf beim Rückspiel in Wetzlar beschieden; konnte sic doch die Domstädter in überzeugender Welse ver­dient schlagen. Die Mannschaft, die außer Salz, für den alL linker Läufer Schorrkopf ewsprang. in der vorgesehenen Aufstellung spreite, war ihrem Gegner während des ganzen Spieles glatt überlegen und hätte leicht hoher gewinnen kön­nen. Erst kurz vor Schluß, als es schon 7:2 für Die Hiesigen lautete, raffte sich Wetzlar etwas auf und schoß mit viel Glück 2 Tore. Trotz der aroßen Hitze sah man ein schnelles Spiel. Die Gießener enttäuschten nach der angenehmen Seite: sic spielten wie aus einem Guß und waren m Abwehr und Aufbau gleich gut. Der Sturm war sehr schußfreudig und mir viel Schußpech ver­hinderte vor der Pause einen höheren Torstand. Die Läuferreihe, in der Gehard als Mittel­läufer einen ganz großen Tag hatte, zerstörte gut und unterstützte den Sturm in jeder ^lsc. Die Verteidigung mit Valser im Tor ließ die Wetz­larer kaum eine Schuhmöglichkeit ausnutzen.' D^n guten Zusammenspiel waren die Gastgeber nicht gewachsen. Der sonst so gefährliche Sturm kam nicht zur Entfaltung und muhte ost mit vertei­digen helfen.

Dein Gießener Ansturm konnte die Hmter- Mannschaft auf die 'Dauer nicht standhalten. Ein Glück, daß Müller im Tor gut hielt unö viele Schüsse schlecht placiert wurden: was besonders vor der Pause der Fall war. Der 7:4°Sieg war vollauf verdient. Schiedsrichter Schauermann von Frankfurt leitete einwandfrei. Die Stadt­mannschaft wird die nächsten Spiele in gleicher Aufstellung bestleiten. Das nächste Spiel findet am 15. Juli gegen die Univcrsitätsrnannschaft statt.

Oie Ergebnisse der leichiaihletischenZugendwetikämpfe

i.

2.

Sek.

800 Meter: 1. Goldschmidt. VfB.. 2.25': 2. St- Simon, VfB.. 2,28-: 3. Salzberg, 1900, 2,32^ Win.

Hochsprung: 1. Hermann, 1900, 1,50 ; 2. Radon. VfB.. 1,45; 3. Weimer, VfL. Wetzlar, 1,43 Meter.

«Meter.

4xl00-Meter-Staffel: 1. 1900, '48,2; 2. VfB.. 50,1; 3. 1900, II, 52,3 Sek.

Jugend-Klasse B;

Jugend-Klasse A:

100 Meter: 1. Koch II., 1900, 11.9; 2. Kirch- Heimer, VsB.. 12,1; 3. W. Paulus, VfB., 12,2

200 Meter: 1. Koch II., 1900, 24,1; 2. Paul, 1900, 25,3; 3. W. Paulus, VfB., 25,8 Sek.

800 Meter: 1. Baumstieger, 1900, 2,13 ; 2. Mootz, 1900, 2,17; 3. Wörenkäinper, 1900,

Hochsprung: 1. Schlarb, 1900, 1,50 ; 2. Auer, 1900, 1 50 (durch Stechen entschieden); 3. Keul, VsB. Aßlar, 1,48 Meter. , wA

Weitsprung: 1. Lippert. 1900, 5,73 ; 2. Koch II., 1900, 5,37; 3. Kirchheimer, VfB., 5,04 Meter.

Kugelstoßen: 1. Luh. 2-

Schlarb, 1900, 10,86; 3. Keul, VfB. Aßlar, 9,99 Meter. _

Diskuswerfen: 1. Luh, VfB.. 38,10; 2. Paul. 1900, 28,89; 3. Schlarb, 1900, 26,55 Meter.

Speerwerfen: 1. Lippert, 1900, 45,30; 2. Auer, 1900, 44,30 ; 3. Wittich, 1900, 27,50

100 Meter: 1. Wagner, VfB., 12,7;

Hermann, 1900, 12,8 ; 3. Goldschmidt, VfB., 13,6

Kugelstoßen: 1. Laudon, VfB., 10,47; 2. Weimer, VfL. Wetzlar, 9,92; 3. Schemel, 1900, 9,11 Meter. -

Diskuswerfen: 1. Laudon, VfB.. 29; 2. K. Simon, VfB., 24,94; 3. Goldschmidt, VfB., 22,10 Vieler.

4X100-Meter-Staffel: 1. BsB., 52,5; 2. 1900, 55,1 Sek.

Jugend-Klasse C:

5 0 Meter: 1. Volk, 1900, 7,4; 2. Schmitz, 1900, 8; 3. Härder. VfB., 8,1 Sek.

W eitsprung: 1. Volk, 1900, 4,25; 2. Här­der VfB.. 4,15; 3. Schmitz. 1900, 3,75 Meter.

Kugelstoßen: 1. Volk, 1900, 6,85; 2. Baum, VfB.. 6,18; 3. Schmitz. 1900, 5,46 Meter.

4x50°Meter°Staffel: 1. 1900, I, 302; 2. 1900, II, 30t 3. 1900, III, 345 Sek.

Dre i kampf (50 Meter, Weitsprung, Kugel­stoßen) : 1. Volk, 1900, 1622; 2. Härder, VfB., 1347; 3. Schmitz. 1900. 1285; 4 .Koch HI., 1900, 1216; 5. H. Fischer, VfB., 1145 Punkte.

Jugendklasse D:

Dreikampf (50 Meter, Wcitsprung a. d. St.. Ballweitwurf): 1. Goß. 1900, 1360; 2. Baum, VfB., 1280; 3. Schreier, 1900, 1255; 4. Theiß, VfB., 1125; 4. Eisenhuth, 1900, 1125 Punkte.

Die erzielten Ergebnisse dürfen als sehr gut be­zeichnet werden. Besonders drei Leistungen ver­dienen hervorgehoben zu werden. Der Diskus­wurf von Luh über 38,10 Meter, und die Lei­stung im Kugelstoßen mit 13,22 Meter stellen die besten Leistungen des Tages dar. Mit diesen bei­den Leistungen riß der talentierte Sportler we­nigstens zwei 1. Plätze in der A-Klosse für den VfB. an sich, während die übrigen 1. Siege den 1900ern überlassen bleiben muhten. In der A- Klassc erzielte Koch II. (1900), der sich in sehr guter Form befand, eine vorzügliche Zeit über 100 Meter, die er in 11.9 Sek. lief. In den Jugendklassen C und D fielen die ersten Siege ebenfalls sämtlich an die überaus starke leicht- achletische Jugendabteilung der Spielvereinigung 1900. Etwa 100 Wettkämpfer beteiligten sich ins­gesamt an den Wettbewerben.

Kegelsporiwoche in Bad-Nauheim.

Der seit 1923 bestehende hiesige Keglerverbond. der zur Zeit in 11 Klubs 160 Mitglieder zählt, hat unter der Bauleitung von Architekt Rausch (Friedberg) in der Frankfurter Straße ein moder­nes Kegelsporthaus erstehen lassen. Die neue Sporthalle umfaßt vier Bahnanlagen, nach den neuesten Vorschriften erbaut. Reben drei Asphaltbahnen ist eine internationale Parkettbahn geschaffen worden. Die letztere wird von besonderer Bedeutung für den hei­mischen Kegelsport werden, findet sich diese Dahn- art zur Zeit doch erst in 14 deutschen Städten. Ursprünglich alsschwäbische Lattenbahn" nach Amerika gekommen, ist sie von dort wieder in die alte Welt zurückgekehrt und hat ihren Siegeszug angetreten. Diese internationale Kegelbahn ist es auch, auf der der Kegelsport bei der nächsten Olympiade vertreten sein wird. Man hat hier den Zehnkegelstand im Gegensatz zu dem Reuner- stand der anderen deutschen Systeme. In Ame­rika ist das Kegeln auf dieser Bahngattung Volks­sport geworden.

Am Sonntag wurde die neue Sporthalle mit einer Eröffnungsfeier ihrer Bestimmung übergeben. Rach wirkungsvollen Liedvorträgen des GesangvereinsLiedertafel" konnte der Vor­sitzende des hiesigen Keglerverbandes. Stadtrat Stoll, zahlreiche Vertreter der Behörden und Sportverbände als Gäste begrüßen. Den Will­kommengruß der Stadt Dad-Rauheim entbot Bürgermeister Dr. Ahl. Die Weihe der Halle nahm der Vorsitzende des Süddeutschen Kegler-

Gaues, Hartmann (Frankfurt a. M.) vor.

Die Einweihung bildete den Auftakt zu einer großen K c g e l f p o r t - W o ch e, in deren Der- lauf sich Süddeutschlands Keglerelite hier ein Stelldichein geben wird. Das Sportprogramm der Woche weist eine Fülle von Wettbewerben auf. Besondere Bedeutung haben die Großkämpfe auf der internationalen Bohn. Gemeldet sind 9 Stadt­verbände des Süddeutschen Gaues mit Zehner- Mannschaften. Ferner liegen vor 50 Meldungen von Bundesvereinen des DKB. Mm das Sport­abzeichen werden sich 70 Kegler bewerben. 2m ganzen werden etwa 500 Kegler, darunter auch solche aus dem Saargebiet, im Laufe der Woche in Bad-Rauheim zu Gast sein.

Arbeiter-Turn und Sportbund.

wehlar I Lich I 5:2.

Trotz der großen Hitze entwickelte sich ein flottes Spiel. Wehlar war den Gästen technisch überlegen. Die Licher konnten zunächst zu keinem Erfolg kom­men. Die Einheimischen waren fünfmal erfolgreich, während sich Lich mit zwei Treffern begnügen mußte.

Großen-Buseck I Heuchelheim I 2:1.

Heuchelheim war am Sonntag zu einem Freund­schaftsspiel in Großen-Duseck zu Gast. Die Ein­heimischen strengten sich mächtig an und gingen bald in Führung. Heuchelheim ließ viel von seinen

sonstigen Leistungen vermissen. Halbzeit 1:0. Rach dem iScitenwechsel kamen die Einheimischen zum zweiten Erfolg. Sodann drängten die Gäste mit aller Macht, konnten aber nur ein Tor aufholen und mußten die erste Riederlage als Spitzenführer der ersten Dezirksklasse hinnehmen. Vorher spiel­ten die zweiten Mannschaften beider Vereine. Hier konnten die Gäste nur einen knappen 0:1- Sieg landen.

Klein-Linden I Launsbach l 0:3.

Launsbach war in Klein-Linden zu Gast. Die Plahbesitzer brachten nur neun Mann auf das Feld, die nur wenig zu bestellen hatten. Launs­bach blieb stets überlegen.

Wieseck Jugend (tomb.) Rödgen II 15:0.

Rödgen II stand auf dem Wiesecker Platz einer kombinierten Jugend der Plahbesitzer gegenüber. Die Einheimischen waren den Gästen technisch weit überlegen und erzielten Tor auf Tor.

Handball im T. V. Klein-Linden.

Die erste Handballmannschaft des Tv. Klein- Landen weilte am Sonntag in Lich, um gegen die erste Mannschaft des Tv. Lich ein Wettspiel aus­zutragen. Das Spiel endete 7:7 unentschieden. Die zweite Mannschaft spielte auf eigenem Platze gegen die zweite des Tv. Lützellinden und konnte infolge größerer Beweglichkeit das Spiel init^4:3 für sich entscheiden.

Bootslaufe und Bootshausweihe der akademischen Ruderer.

Vor dem Bootshaus des RuderklubsHassia" fand gestern abend die Dootstaufe und zugleich die Einweihung des Bootshauses der akademischen Ruderergruppe der Landesuniversität statt. Bei dem prächtigen Wetter hatten sich, viele Gäste hier­zu eingefunden. Die drei neuen Boote, denen an diesem Abend die Taufe galt, waren mit grünen, blumendurchflochkenen Girlanden geschmückt und die Studentinnen und Studenten im kleidsamen blauweißen Sportdreß und mit dem Wappen der Universität auf der Brust warteten darauf, die Boote dem Wasser und ihrem Zwecke übergeben zu können. An der Feierlichkeit nahmen außerdem die Vertreter der hiesigen Rudervereine teil und bekundeten damit die sportliche Verbundenheit mit den akademischen Ruderern. Auf dem Platze ge­genüber, auf dem anderen Ufer der Lahn, rüsteten die Ruderer der Gießener Rudergesellschaft von 1877 zur Dootsauffohrt und auch beim Ruder­sportverein traf man die notwendigen Vorberei­tungen.

Die Abendsonne glänzte in den lackierten Flä­chen der Riemen, die Studenten hatten sich um die Boote gruppiert, als Prof. Dr. Lehmann das Wort zu einer Ansprache ergriff, in der er die Bedeutung des Tages für die Universität darlegte. Er bezeichnete die Bootstaufe und die Uebernahme des Bootshauses als einen Markstein in der Ge­schichte der Entwicklung der Universität, dem er­höhte Bedeutung deshalb beizumessen sei, weil man oft der Meinung gewesen sei, die Universität Gießen könne den Vorsprung, den andere Univer­sitäten Deutschlands auf dem Gebiete der Leibes­übung unserer alma mater voraus hätten, nicht aufholen. Run aber sehe- man aber mit etwas mehr Zuversicht in die Zukunft. Wenn man heute mit Vertrauen auch in dieser Hinsicht in die Zukunft blicken könne, dann sei daS in erster Linie ein Verdienst der hessischen Staatsregierung, die die Anschaffung der Boote und des Hauses ermög­licht habe. Dank müsse man besonders dem Staats­präsidenten Dr. h. c. Adelung wissen, der sich dafür eingesetzt habe, daß heute auch die Gießener Universität über ein Bootshaus und die dazu­gehörigen Boote verfüge. Ebenso sei man Prof. Dr. Sommer zu Dank verpflichtet und den Stu­denten, die durch ihre Opferwilligkeit ihr Teil

dazu beigetragen hätten . Zugleich dürfe man nicht vergessen, Dr. Möckelmann für seine vielseitige Arbeit, die er für die akademische Ru­dergruppe geleistet habe, zu danken. Der Redner ermahnte weiterhin die Studenten, neben der Aus­bildung des Geistes auch die des Körpers zu pfle­gen und die freien Stunden zum Rüdem zu be­nützen. Die Studenten hätten nun auch Gelegen­heit, auf der Lahn die Kräfte in edlem Wett­streit zu messen und so ein Teil dazu beizutragen, an der Ertüchtigung unseres Volkes zum Rutzen unseres Vaterlandes.

Sodann wurden die drei Boote, zwei Gigvierer und ein Doppelzweier von drei jungen Damen auf die RamenOberhessen".Rheinhessen" und Starkenburg" getauft. Prof. Dr. Lehmann über­gab sodann dem Leiter des Instituts für Leibes­übungen Bootshaus und Boote. Dr. Möckelmann gelobte, alles in treuer Obhut zu behalten. Sodann wurden die Boote zu Wasser gebracht und im Anschluß daran fand die Auffahrt statt, an der sich auch die Gießener Rudervereine GRG., Rudersportverein undHassia" mit je eini­gen Booten beteiligten, so daß geraume Zeit ein frisches Leben und Treiben auf der Lahn herrschte, das den Teilnehmern an dieser Feier zugleich ein prächtiges Bild bot.

Den Schluß der Veranstaltung bildete ein Ren­nen um einen vom Institut für Lclbesübung an der ilnfejerfität Marburg gestifteten Wanderpreis, der aus Anlaß der Bootstaufe zum ersten Male ausgefahren wurde. In den Wettbewerb traten je eine Mannschaft der Universitäten Marburg und Gießen, die in den neuen Gigviercm über eine Strecke von 1200 Meter starteten. Das Rennen entschied die Mannschaft der Universität Mar­burg in der Zeit von 4:08,6 Minuten vor den Gie­ßener Studenten (4:15,0 Min.) für sich

Taten für Mittwoch, l.Juli.

Sonnenaufgang 4.13 Uhr, Sonnenuntergang 20.44 Uhr. Mondausgang 22.30 Uhr, Monduntergang 5.08 Uhr.

1646: der Philosoph Gottfried Wilhelm v. Leibniz in Leipzig geboren; 1867: die Verfassung des Norddeutschen Bundes tritt in Kraft.

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2. 3uli 1931

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3uli 1931

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Für die anläßlich unserer Vermahlung erwiesmen Aufmerksamkeiten sagen wir auf diesemWege unfern herzlichsten Dank

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Lang-Göns, den 1.3uli 1931

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