Einzelbild herunterladen

eingesetzt hat und ferner die Arbeit des VHC. zur Werbung für den Besuch des Voaelsbergs kräftig unterstützte. Schließlich wurde der Voranschlag ein­stimmig angenommen, ebenso einstimmig wurde weiter beschlossen, eine V H C. - W er b e s chr i f t für den Vogelsberg herauszuHeben.

Bei der Vorstondswahl wurde der bisherige Gesamworstand mit Dr. med. Bruchhäuser- Ulrichstein als Vorsitzendem unter Bekundung herz­licher Dankbarkeit und lebhafter Anerkennung für die bisherige Arbeit einstimmig wiedergewählt. Ebenso einstimmig wurde an die Stelle des ver- storbenen Äugendobmannes, Professor Bender, Rektor D e r n - Offenbach als Obmann der VHC.- Jugend in den Gesamtoorstand gewählt.

Die nächstjährige Hauptversammlung soll auf dem Hoherodskopf stattfinden, der diesjährige Herbstausflug soll nach Darmstadt füh- ren, der nächstjährige Herbstausflug die Herchen- fjdiner Höhe zum Ziele haben.

Ginstimmig wurde zum Beschluß erhoben, daß die Durchführung der vom Reichsverband der Deutschen Gebirgs-- und Wandervereine gefor­derten Wand er statt st ik den Zweigvereinen des VHC. zur Pflicht gemacht wird.

Zum Schluß der Versammlung überbrachte Bender. Berlin, noch die Grüße des Zweig- veveiksHeimattreue" Berlin und ver­band damit die Einladung, 1 9 3 4 die Haupt­versammlung in Berlin abzuhalten. Der hessische Gesandte und der Hessenverein in Ber­lin hatten bereits weitgehende Llnterstühung zu­gesagt. Die Versammlung nahm gerne von dem Vorschlag Kenntnis und beauftragte den Vor­stand, sich eingehender mit der Frage zu befassen.

Der Abend vereinigte die Schottener Bevöl­kerung und die zahlreichen Gäste auf dem ideal gelegenen FestplahAm Markt" zu einem

Begrüßungs- und deutschen Abend, den Bürgermeister Menge! mit einer humor­gewürzten Begrüßung eröffnete. Er entbot den Wikkommen der Stadt Schotten, während Apo­theker S c r i b a mit einem geschichtlichen Rückblick und einer Würdigung der DHC.-Arbeit namens des Zweigvereins Schotten die Gaste aufs herz­lichste begrüßte.

Eine bunte Vortragsfolge, von Bürgermeister Menge! umsichtig vorbereitet und geleitet, sorgte dann für abwechslungsreiche Llnterhal- tung. Der Schottener Männerchor, der Rad­fahrer-Verein 1896, der Männerchor des VHC. Butzbach, eine Gruppe des Gederner VHC. wett­eiferten mit ihren dankbar auf genommenen Dar­bietungen, und humorbegabte Mitglieder und Freunde des VHC. stellten sich mit Einzel­vorträgen in den Dienst der Sache. Starken An­klang fanden vor allem die mundartlichen Grüße, die die Heimatdichter Gg. Heß (Leihgestern) und Rudolf Dietz (Wiesbaden) der Feststadt und dem Jubelverein entboten.

Der Sonntagmorgen begann mit einer ein­drucksvollen

Gedächtnisfeier

auf dem Schottener Friedhöfe. Sie galt den ver­storbenen VHC.° Führern, die sich im Gesamt­vorstand betätigt haben. Karl Lin ck würdigte ihre Verdienste um den Gesamtverein in warm­empfundenen Rachrufen und legte in treuem Gedenken Kranze an den Gräbern nieder.

Auf dem Festplah sand dann in Gegenwart einer großen Festversammlung die

Akademische Feier

statt. Der erste Vorsitzende, Dr. med. Bruch- häus er, wies zunächst auf die Bedeutung die­ser Halbjahrhundertfeier hin und begrüßte dann eine große Anzahl von Ehrengästen, darunter als Vertreter des Staatspräsidenten und des f.Kultusministers den Referenten im Kultusmini­sterium. Schulrat H a s s i n g e r , Darmstadt, als -Vertreter des Vogelsbergkreises Kreisdirektor Dr. Sann, Schotten, als Vertreter des Reichs­verbandes Deutscher Wandervereine. Pfarrer Löscher. Wöllnitz. Weiter entbot er der großen Festgemeinde die herzlichen Grüße des Gesamt­vorstandes. Er konnte hierauf berichten, daß zahl­reiche Glückwünsche schriftlich und telegraphisch eingegangen seien, darunter auch ein Telegramm von dem Protektor, dem früheren Grohherzog Ernst Ludwig. Hieraus gab der Redner in

Gießener Gtadttheater.

Benefizvorstellung:Lumpenparadies".

Diese Vorstellung am Samstagabend war von be­sonderer Art, sie versammelte noch einmal einen großen Teil des Ensembles auf der Bühne und einen verhältnismäßig nicht ganz fo großen Teil des Stammpublikums im Parkett. Für die Schau­spieler bedeutete diese Aufführung einen Abschied für immer oder doch für drei lange Sommermonate. Für die Zuschauer sollte Gelegenheit gegeben sein, durch ein möglichst zahlreiches Erscheinen dem En­semble den Dank abzustatten für treu geleistete Ar­beit und für viele schöne, ernste, heitere, unterhal­tende und anregende Abende im Theater durch eine ausgedehnte und hohe Anforderungen stellende Win­terspielzeit.

Und da der Ertrag dieser Benefizvorstellung dem Personal zugute konzmt, hätte man eigentlich auf ein von oben bis unten und von vorn bis hinten aus­verkauftes Haus rechnen können. Das war nun bedauerlicherweise nicht der Fall; wir haben jeden­falls im Parkett und in den Rängen empfindliche Lücken bemerkt, und wir wollen nur hoffen, daß der materielle Ertrag dieses Abends den Erwartungen der Veranstalter einigermaßen entspricht; sie haben es verdient und können es brauchen.

*

Nachdem somit der Sinn und Charakter dieser Sondervorstellung gekennzeichnet ist, haben wir nicht mehr besonders viel vorzubringen, denn es ist wohl selbstverständlich, daß bei derartigen Gelegenheiten der kritische Federhalter dahinten bleibt. Es handelt sich hier um die Wohltätigkeit und nicht um die Literatur.

Alsdann wäre rein referierend sestzustellen, daß dasL u m p e n p a r a d i e s" von Alex. Engel und Julius Horst, Schwank in drei Akten, eine äußerst wilde Sache ist, ein Schwank in der Po­tenz sozusagen, ein Stück der hanebüchenen Si­tuationen, welche sich daraus ergeben, daß der Ge­fängnisdirektor feine eigene Familie in Sträflings­kleider steckt und in die Zellen sperrt an Stelle von etlichen entflohenen Gaunern, um für die drohend bevorstehende Revision seines Instituts ge­rüstet zu sein. Di- Handlung, vomFledermauss- Libretto augenscheinlich beeinflußt, tot denn auch prompt die erwartete Wirkung, und das dankbare Publikum schien sich vortrefflich zu amüsieren.

*

Spielleitung und Hauptrolle hatte Heinrich Hub; >r machte den Gefängnisdirektor und versammelte

großen Zügen einen Lleberblick über die Ge­schichte des VHC., über die der Sprecher im Gießener Anzeiger" vom vorigen Freitag einen aufschlußreichen Artikel veröffentlichte. Mit dem Wunsche, daß der altbewährte und vorbildliche VHC.-Geist auch in Zukunft im Verein allezeit wirksam sein möchte zum Besten des deutschen Vaterlandes, der hessischen Heimat und insbeson­dere des Vogelsberges schloß der Redner seine mit sehr starkem Beifall aufgenommene An­sprache.

Es folgte hierauf eine lange Reihe von Be­grüßungsansprachen. in denen durchweg neben herzlichen Glückwünschen an den Jubilar höchste Anerkennung für dessen bisheriges Wir­ken im Dienste wahrer Heimatliebe, echten Volks­tums mit engster Erdverbundenheit und der Er­weckung und Vertiefung tat- und opferfrohen Schaffenswillens zum Besten der Heimat ausge­sprochen wurde. Es sprachen Schulrat H a s s i n - ger, Darmstadt, namens des Staatspräsidenten und Kultusministers Dr. Adelung, Kreisdirektor Dr. 3 a n n, Schotten, für den Kreis Schotten, Bürgermeister Menget namens der Stadt Schotten, Pfarrer Löscher, Wöllnitz, als Ver­treter des Reichsverbandes Deutscher Gebirgs- und Wandervereine, Bürgermeister Dr. Döl­st n g , Alsfeld, für den Verkehrsbund Oberhessen, Professor Dr. Balser, Friedberg, für den Ski­gau Vogelsberg; weiter sprachen noch Vertreter des Odenwaldklubs, Gesamt-Taunusklubs, Rhön- klubs. Spessartbundes, Homburger Taunusklubs. Bergwacht Rhein-Maingau und Frankfurt, Ober- hessischen Geschichtsvereins Marburg und des VHC.-Mainz. Von mehreren Rednern wurden dern Jubilarverein schöne Iubiläumsgeschenke übermittelt.

Sodann wurden zahlreiche Ehrungen von Mitgliedern bekanntgegeben. Unter stürmi­scher Zustimmung der Festversammlung wurden zu Ehrenmitgliedern des Gesamt­vereins ernannt: der Vorsitzende Dr. med. Bruchhäuser, Ulrichstein, Karl Link, Schot­ten, Ludwig Dern, Offenbach, Karl Finger, Lauterbach, Ludwig Jochim, Gießen (der ein­zige noch lebende Gründer des Vereins), Schulrat Hassinger. Damstadt. Dem Ehrenmitglied Engel, Schotten, wurde die Ehrenmitgliedschaft unter Ueberreichung eines Diploms und einer Ehrennadel erneuert. Weiter wurde eine sehr große Zahl von VHC.ern für Verdienste um die VHC.-Sache mit dcr EhrennadelFür Verdienste" ausgezeichnet. Aus dieser lan­gen Liste seien folgende bekanntere Ramen ge­nannt: Emil Hitz, Schotten, Karl Glock, Schot­ten, Th. Scriba, Schotten, Zahnarzt Jäger, Gießen, der frühere Klubwirt Johs. Stein, jetzt in Breungeshain, Kreisdirektor Dr. Jann, Schotten, Landgerichtsrat Dr. Wodaege, Gie­ßen, Beigeordneter Dr. Hamm, Vorsitzender des Verkehrsbundes Oberhessen in Gießen, Professor Dr. Esselborn, Darmstadt, Oberforstmeister Professor Dr. Baader, Darmstadt, Oberberg­rat Dr. Schottler, Darmstadt, Geh. Justiz­rat Dr. R ö m he l d, Ridda, Oberreallehrer Buß, Schotten, Bürgermeister Dr. Dölsing, Alsfeld, Amtsgerichtsrat Gros, Gießen, Lehrer Heu- sv h n, Lohrbach, Geheimrat Doeckmann, Darmstadt, Lehrer Schmoll, Elpenrod, Prof. Dr. Ferdinand Werner, Butzbach, Apotheker Vesemeher, Gedern, Klemmrath, Gießen, Faber, Gießen, Georg, Gießen, Haibach, Gießen, Angelberger, Gießen, Ritter, Gießen, Georg Heß, Leihgestern, Bergen, Heuchelhevn, Fendt, Hungen, Elpe, Laubach. In der vorstehenden Aufzählung haben wir eine kurze Auslese der bekanntesten Ramen registriert, daneben wurden noch viele weitere wackere VHC.er aus den verschiedensten Orten Ober­hessens verdientermaßen mit diesem Ehrenzeichen dekoriert.

Rach der Mittagspause bewegte sich am Rach­mittag in Gegenwart vieler Schaulustiger

der Zestzug

durch die Straßen der Stadt. Der Reiterverein Schotten bildete die Spitze, dann kam hinter der flotten Marschmusik als markante Gruppe unter der Führung von Georg Heß, Leihgestern, die TrachltengruppederHeimatvereini- gung Schiffenberg (junge Mädchen und Burschen aus Leihgestern), sodann zahlreiche

die Lacher auf seiner Seite. Sein Gegenspieler, der Gerichtspräsident, war Jochen Hauer; fein Fakto­tum, der Gefängniswärter Putz, Ludwig Link- mann. Die nähere und fernere Verwandtschaft: Luise Schubert-Jüngling; Elisabeth Wie­lander; Karl Ritter; Eduard W e f e n e r; Pe­ter Fafsot t.

Karl Bruck erschien als Wortführer der schweren Jungen und leichten Damen: Paul Nieren; Rai­mund Schelch er; Friedrich Zingel; Agathe Walther-Lederer; Maria Koch. Beatrice Doering endlich als niedliches kleines Probier­fräulein. Bühnenbild: Karl Löffler.

*

Der Beifall schwoll zur Stärke einer herzlichen Ovation für das Ensemble an; die Bühne glich zu­letzt einem Blumenladen. hth.

Das quadratische Duell.

Anna Pawlowa, die Unvergessene, bezeichnete selbst als ihr Vorbild die russische Tänzerin I st o - m i n a , deren Leistungen in der Geschichte des russi­schen Balletts ohne Beispiel dastehen. Audotia Isto­mina debütierte im Jahre 1815 als Galathea in dem BallettAcis und Galathea" auf der Bühne der Kaiserlichen Hofoper in Petersburg. Sie war die Tochter einer Leibeigenen. Als Istomina auf der Bühne erschien, besiegte sie den ganzen Saal sowohl durch ihre ungeheure Tanztechnik als auch durch ihre ungewöhnliche Schönheit. Nach jeder Vorstellung spannten Gardeoffiziere die Pferde vor dem Wagen der Tänzerin aus, sich selbst ein und fuhren die gefeierte Primadonna nach Haus. Der größte Lyriker Rußlands, Puschkin, gehörte zu den feurigsten Anbetern der Istomina. Erst vor kurzem hat die Akademie der Wissenschaften in Leningrad den bisher unbekannten Entwurf zu einem Roman dieses Dich­ters entdeckt, der eine romantische Episode aus dem Leben der Tänzerin zum Inhalt hat. Die sich darauf beziehenden Dokumente sind im Archiv des Auswär­tigen Amtes erhalten.

Der russische Dichter Gribojedow, ein Attache des Auswärtigen Amtes und 2Iutor einer heute zu dem eisernen Bestand des Spielplans sowjetrussischer Bühnen gehörenden KomödieUnheil von der Vernunft" gehörte zu der sogenanntengoldenen Jugend" Petersburgs. Die Istomina hatte den Gardeoffizier Fürsten Scheremetew zum Freund. Am 3. November 1817, so lautet der Bericht der Untersuchungskommission, hatte die Tänzerin einen furchtbaren Streit mit dem Fürsten, der sie schlecht behandelte und schlug. Sie suchte nun Gribojedow

Wand'ervereinSgruppen- und -Darbietungen der verschiedensten Art. Aus den Gruppen klang den Zuschauern froher Gesang entgegen, ferner war besonders beachtenswert die V H C. - Gruppe von Butzbach mit einem schneidig spielenden Mundharmonika-Orchester, in dessen Mitte man auch einen Butzbacher VHCer bemerkte, der als hessischer rechtsstehender Landtagsabgeord­neter im politischen Leben kräftige Töne zu bla­sen weih, hier aber unter Beweis stellte, daß er auch im Mundharmonikaspiel schneidig und an­erkennenswert mitzuspielen versteht. Äebrigens entpuppte sich dieser VHC.er später im Rahmen des ausgezeichneten Butzbacher DCH.-Sänger- chors auch noch als prächtiger Tenor. Allen Gruppen des Zuges, die mancherlei originelle Einfälle darstellten, wurde lebhaftes Interesse entgegengebracht, und das mit Recht.

Rach dem Festzug fand auf dem Festplatze froh- gestimmtes

DHC.-Iest

statt, bei dem vor allem Georg Heß mit seiner Trachtengruppe durch die gewohnten guten Dar­bietungen gute Unterhaltung brachte und dafür mit seinen jungen Leuten verdientermaßen reichen

Beifall erntete. In einem Gartenlokal der Stadl erfreute die Butzbacher VHC.-Sängerschar über­dies noch durch feine Gesangsdarbietungen, die mit Recht warme Anerkennung fanden.

Zwischen 18 und 19 Uhr setzte, als Wiederholung eines am frühen Morgen niedergegangenen Re­gens, erneut die Spritze aus den dunklen Wolken wieder ein, sie konnte aber das Fest nicht mehr beeinträchtigen. Als ganzes gesehen ist zu sagen, daß diese VHC.°Jubiläumsfeier unter der glän­zenden Führung von Dr. Druchhäuser und der regen Mitarbeit aller Herren des engeren Ar­beitskreises, nicht zuletzt aber auch dank der hin­gehenden Unterstützung durch Schotten und seine Bewohner, zu einem denkwürdigen Ereignis in der VHC.-Geschichte und des Dogelsberges wurde, an das man sich immer mit Freuden erinnern wird.

Taten für Montag, 1. Juni.

Sonnenaufgang 4.16 Uhr, Sonnenuntergang 20.30 Uhr. Mondaufgang 22.28 Uhr, Monduntergang 4 Uhr.

1899: der niederdeutsche Dichter Klaus Groth in Kiel gestorben; 1920: der Provinz Posen wird in Kongreßpolen einverleibt.

9.1-fpori

Fußball der Gießener Mannschaften.

Die Liga des VfB. weilte am Sonntag in Fulda und errang ein, den Verhältnissen entspre­chend, sehr ehrenvolles Ergebnis. 5:2 für Borussia Fulda (Halbzeit 5:0 für Fulda). Die Borussen tra­ten verstärkt burd) den westdeutschen Repräsenta­tiven Leugers vonBorussia" Rheine an, der sich als ein Spieler von erster Qualität erwies und seinen Gegnern schwer zu schassen machte. Die Liga- reserve war spielfrei. Die dritte Mannschaft spielte in Oberbiel gegen die dortige erste und verlor er­wartungsgemäß 2:0. Die Alten Herren erkämpften gegen die Alten Herren des Wiefecker Turn- und Sportvereins ein Unentschieden von 4:4. Die erste Jugend spielte auf eigenem Platze gegen die erste Jugend des VfB. Aßlar unentschieden 3:3, nachdem sie in der Halbzeit mit 3:1 geführt hatten. Die zweite Jugend spielte in Dutenhofen gegen die dortige erste Jugend und gewann mit 3:0. Die erste Schüler- rnannschaft trat gegen die Schüler von Steinbach an und gewann nach schönem Kampfe mit 3:0. Das Spiel der zweiten Schüler kam nicht zustande.

Die Ligamannschaft der Spielvereinigung 1 9 0 0 war in Butzbach zu Gast und besiegte die erste Mannschaft des dortigen VfR. sicher mit 4:2 Toren. Die Ligareserve trat am Samstagabend auf eigenem Platze gegen die erste Mannschaft von Leih­gestern an und mußte sich mit einem Unentschieden von 4:4 zufrieden geben.

Die 1. Jugendmannschaft verlor in Alsfeld höchst unnötigerweise das Spiel gegen die dortige erste Mannschaft mit 1:0. Die 2. Jugend mußte sich von der 1. Jugend Lollars überraschend hoch mit 10: 2 Toren geschlagen bekennen.

Um die Deutsche Fußballmeisterschaft.

München 60 und herlha B5(E. im Finale.

Nach mannigfachen Schwierigkeiten sind endlich die Kämpse um die Deutsche Fußballmeisterschaft soweit gediehen, daß in München 1860 und Hertha- BSC. Berlin die Endspiel-Teilnehmer feststehen. Es ist für Süddeutschland, das durch die Terminpolitik des DFB. besonders benachteiligt wurde, eine Freude, daß wenigstens ein süddeutscher Vertreter sich die Teilnahme am Finale erkämpft hat. Mün­chens Sieg von 2:0 (0:0), der in Duisburg vor 12 000 Zuschauern errungen wurde, konnte von den Kielern nie gefährdet werden. Holstein Kiel verdankt es seinem Torhüter Kramer, daß die Niederlage nicht noch höher ausfiel. In Leipzig kämpften vor 35 000 Zuschauern Hertha-BSC. und der Hambur­ger SV. um die Vorentscheidung. Mit 3:2 fiel der Sieg an die technisch besseren Berliner, nachdem am Schluß der normalen Spielzeit das Treffen mit 2:2 noch unentschieden war. Bis zur Pause hatte Hertha mit 2:0 geführt.

Das Endspiel zwischen München 1860 und Hertha- BSC., dem Titelverteidiger, wird nun am 14. Huni

ausgetragen werden. Es ist wahrscheinlich, daß die­ser Kampf in Köln vor sich geht.

Gübdeutschlaud siegt mit 9:4.'

Westdeutschland unterliegt in Düsseldorf.

Das Spiel einer süddeutschen Repräsentativmann« schäft zweiter Garnitur gegen eine westdeutsche Rheinstaffelelf brachte den Süddeutschen im Düssel­dorfer Rheinstadion einen sehr schönen Erfolg, vor 8000 Zuschauern wurden die Rheinländer von der spielkulturell wesentlich überlegenen Elf des Südens hoch mit 9:4 (3:2) Treffern geschlagen. An den To­ren beteiligte sich der gesamte, sehr ausgeglichene Sturm der Süddeutschen. Die süddeutsche Mann­schaft war ihrem Gegner durch größere Einheitlich­keit und solideres Einzelkönnen überlegen. Gisbert im Tor arbeitete ruhig, auch die Verteidigung war gut. In der Läuferreihe fiel Tiefel auf, im Angriff war Panzer der Beste.

Westdeutschland schlägt Ostholland 3:0 (2:0).

Die westdeutsche Repräsentative kam am Sonn­tag vor 8000 Zuschauern in Arnheim gegen Ost­hollands Vertretung zu einem glatten 3:0-Sieg. Die Westdeutschen lieferten in allen Reihen ein gutes Spiel. Die durchbruchartigen Vorstöße der Hollander scheiterten an dem soliden Können der westdeutschen Hintermannschaft.

Oer(Stab' mit 6:3 (4:2) geschlagen

Der 1. FC. Nürnberg erlitt am Sonntag vor 6000 Zuschauern gegen den Frankfurter F u ß- ballsportoerein eine eindeutige ^-Nieder­lage. Nürnberg zeigte ein schönes, aber unproduk­tives Spiel. Keck, Rohr und Armbrüster brachten den FSV. mit 3:0 in Führung, Reimann holte ein Tor auf. Armbruster schoß das vierte Frankfurter Tor, Friedel stellte kurz vor Halbzeit das Ergebnis auf 4:2. Nach dem Wechsel kam Frankfurt durch Herr­mann und Brettville noch zu zwei Erfolgen, Nürn­berg fchoß noch durch Schmitt einen Gegentreffer.

Rheinstaffellauf in Düsseldorf.

Der größte Staffellauf Westdeutschlands, die von Neuß nach Düsseldorf über 15,3 km führendeRhein- stafsel" fand am Sonntag starkes Publikumsinter- effe. Die Hauptanteilnahme konzentrierte sich natür­lich auf die erste Klasse, bei der der Düsseldorfer SC. 99 in 38:25 Std. erfolgreich blieb.

Die Ergebnisse: Klasse I (30 Läufer): 1. Düsseldorfer SC. 99 38:25 Std., 2. Schwarzweiß Essen 38:56 Std., 3. Deutscher SC. Düsseldorf 38:59, 4. Duisburg 99 39:12 Std. Klasse Ib (30 Läufer): 1. Stadtmannschaft Bochum 39:38 Std., 2. DJK. Stadtmannschaft Dortmund 40:57 Std., 3. Stadt­mannschaft Jülich (Turner und Sportler).

auf und bat ihn um Beistand. Gribojedow brachte die Tänzerin in die Wohnung einer Kollegin, um sie dort zu verstecken. Fürst Scheremetew erfuhr da­von und forderte Gribojedow zum Duell. Da auch noch andere Personen an derEntführung der Tän^ zerin" teilnahmen, ließ Fürst Scheremetew noch einen gewissen Jakubowitsch durch seinen Freund Sawadowsky fordern. Es sollte ein sog.quadratisches Duell" stattfinden, d. h. gleichzeitiger Zweikampf zwischen je zwei Gegnern. Am 12. November er­schienen vier Duellgegner mit ihren Sekundanten auf dem Wolkowfeld in der Nähe Petersburgs. Die ersten Schüsse wurden gewechselt, wobei Scheremetew eine tödliche Wunde erhielt. Gribojedow wurde am Handgelenk leicht verletzt. Die blutige Geschichte er­regte in den damaligen Kreisen der Petersburger Gesellschaft ungeheures Aufsehen. Puschkin entwarf den Plan eines Romans und skizzierte sogar die Tänzerin, wie sie in lustiger Gesellschaft Sektflaschen mit den Fußspitzen vom Tische wirft. Diese roman­tische Persönlichkeit, deren Ballettkunst im zarischen Rußland zu einer Tradition geworden ist, machte auf die junge Schülerin der Kaiserlichen Ballettschule Anna Pawlowa den stärksten Eindruck. Sie schwor sich, genau so berühmt zu werden, wie die Istomina. Sie hat ihr Wort gehalteu.

Zeitschriften.

Es entspricht Deutschlands Kampf für die Idee des gleichen Rechts für Alle, wenn im Aprilheft derEuropäischen Gespräche" (Verlag Dr. Walther Rothschild, Derlin-Grune- wald) ihr Herausgeber A. Mendelssohn-Bartholdy untersucht, wie sich der Gedanke des Mandctts- systems auf afrikanischem Boden auswirken kann und muß. Er verdeutlicht die Schwierigkeiten der englischen Position in Tanganhika-Kenha- ilganba und weist überzeugend nach, daß das von den besten englischen Kolonialpraktikern mit zweifellos sachlichen Gründen befürwortete Pro- iekt der engeren Verwaltungsgemeinschast für Ostafrika die britische Kolonial Politik an einen Scheideweg geführt hat. England wird einen historischen Cnffchlutz fassen müssen, der den An­stoß dazu geben könnte, den zersplitterten Raum Mittelafrikas in der Form einer europäischen Mandatsgemeinschaft zusammenzufassen. Wählt England aber den gewohnten imperialistischen Weg, der für Tanganhika wie für Uganda nicht ohne Vertragsbruch denkbar ist, so wird es damit eine Kette gefährlicher Auseinandersetzungen um afrikanischen Besitz cinlelten.

Der Mensch ist, was er ißt, und seine Ge­sundheit wie feine Genesung von Krankheit hängen in entscheidender Weise von der Ernährung ab. Es war denn ein vortrefflicher Gedanke derSüd­deutschen Monatshefte", in einem Sonder­heftDiätkuren" die verschiedenen zur Zeit im Vor- bergrunb stehenden Ernährungssysteme von fach- kunoiger Seite bebandeln zu lassen. Daß das Thema einem ungewöhnlichen Interesse entgeaentommt, ist klar: in allen Beoölkerungskreisen wird heute mehr von Ernährungsffagen gesprochen als jemals früher von Kindererziehung, Urlaubsplänen und Rabin- dranath Tagore zusammen. Von jeher war es gerade das Streben derSüddeutschen Monatshefte", ein Problem dadurch klar aus der Dunkelheit herauszu­heben, daß von verschiedensten Seiten her erhellende Scheinwerfer darauf gerichtet wurden Diese Zusam­menarbeit macht aus dem neuen Heft einen Führer zur richtigen Ernährung, wie man ihn in solcher Prägnanz und Vielfarbigkeit kaum sonst irgendwo finden wird.

Der Erdball". Illustrierte Monatsschrift für bas Gebiet der Länder- und Völkerkunde. Her­ausgegeben von Leo Frobenius. 5.Jahrgang, Heft 5. Preis vierteljährlich 3 RM., Einzelheft 1,25 Reichsmark. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lich­terfelde. Die Nummer beginnt mit einem Artikel von Millacsek über die Internationale Persische Kunstausstellung in London. Der Wert der hier aus­gestellten Kunstgegenstände, die zum Teil mit faust­großen Smaragden und Rubinen besetzt sind, ist so groß, daß selbst die größten Versicherungsgesellschaf­ten sich weigerten, für den Tansport die Haftpflicht bis zur vollen Höhe des faktischen Wertes zu über­nehmen. Von Kairuan, der heiligen Stadt Afrikas, spricht Dr. F. Wallisch. Dieweiße Stadt", die selten von einem Europäer betreten wird, liegt inmitten des Vorlandes der Sahara und ist seit mehr als einem Jahrtausend die heilige Stadt des Islams auf afrikanischer Erde. Eine für jeden deutschen Volks­kundler hochinteressante und aufschlußreiche Abhand­lung bringt Dr. Wilh. Peßler mit seiner ArbeitKul- turfreis und Kernland Niedersachsen". Don Chilenen und Argentiniern und den stark ausgeprägten Unter­schieden ihrer Cbaraktere erzählt Kurt Wirth. Zum Schluß erscheint ble Fortsetzung des aufsehenerregen­den Aufsatzes von Leo Frobenius überDes Men­schen Scyicksal auf dieser Erde". In dieser Arbeit ist eine Weltanschauung niedergelegt, die uns die letzten 15 Jahre verstehen läßt, die aber auch eine Ent- Wicklung der Völker in bisher nicht gekannter Weise für die Zukunft voraussieht. Das Heft bietet wie immer eine Fülle interessanter Bilder.