Ausgabe 
1.6.1931
 
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eine Art von Aenderung oder Verschie­bung der Voungplanzahlungen zu suchen. Diese dringende Frage wird sicher in Chequers erörtert werden. Die französischen Be­sorgnisse vor einem Zusammenbruch der Repara­tionen mühten die Möglichkeiten einer freund­schaftlichen Regelung leichter gestalten.

tSann wird endlich der Vorhang über der bitteren Komödie der Kriegsschulden nieder­gehen?

Einen anderen Ton schlägt der politische Korrespondent des Blattes an, der britische Zu­geständnisse für unwahrscheinlich hält. Er be­merkt, die Zubilligung eines Moratoriums oder anderer Zugeständnisse würde für England sehr schwer sein. Der Premierminister und seine Kol­legen würden in dein Reparationspunkt sehr fest fein.

RuchObserver" betontdie ernsten Schwie­rigkeiten Deutschlands". Der diplomatische Kor^ respondent des Blattes führt aus: Die deutschen Minister hätten eine Erklärung vorbereitet, die wahrscheinlich einen tiefen Eindruck auf Macdonald und Henderson machen werde". Die Hauptfrage, deren Beantwortung Brüning Mac­donald und Henderson überlassen werde, scheine folgende zu sein: Nachdem die deutschen Verpflichtungen unter dem Voung- plan automatisch infolge des allgemeinen Fal­lens der Preise um einen 'beträchtlichen Prozentsatz erhöht -worden sind und es klarerweise unwahrscheinlich sei, daß zwi­schen Juni und Oktober die deutsche Regierung in der Lage sein werde, ihre vollen Verpflichtungen ohne finanzielle Hilfe in der einen oder anderen Gestalt zu erfüllen sei es dann prak­tische Politik von seilen der Kriegsgläubiger Deutschlands, einerseits Deutschland an die er­höhten Verpflichtungen zu halten und anderseits sich dem einzig vorhandenen Mittel, die deutsche Zahlungsfähigkeit zu vergrößern, zu widersetzen? Der Korrespondent bemerkt, diese letztere Frage beziehe sich auf die geplante

österreichisch-deutsche Zollunion.

Die besondere Schwierigkeit, die für die britische Regierung aus einer derartigen Frage entstehen werde, sei auf die Tatsache zurückzufühven, daß die Rußenpolitik der britischen Regierung die Herabsetzung der Zolltarife als Be­dingung für das allgemeine Wiederauf­leben des Handels fordere. Uni) trotzdem habe die geplante Beseitigung der Zolltarife zwischen Oesterreich und Deutschland noch nicht von der britischen amtlichen Meinung irgendeine überzeugende Anerkennung ihrer Zusammenhänge mit der von Henderson selbst dargelegten Politik erhalten. Der Korrespondent schließt: Bei dem gegenwärtigen Rnlaß erkennen die meisten rea­listisch urteilenden Leute, daß

die deulschen Schwierigketten kaum über­trieben werden können.

und daß Dr. Brüning, ein Staatsmann von Mut und Weitblick, eher als irgendein anderer neben den deutschen den allgemeinen Interessen Euro­pas dienen werde.

Oie englischen Verirrter in Chequers.

London, 1. Juni. (TU.)Sunday Dispatch" meldet, daß außer dem Außenminister H e n d e r - so n und dem Ersten Lord der Admiralität Alexander auch der Kriegsmini st er Tom Shaw und der Handelsmini st er Graham bei den Besprechungen Macdonalds mit Reichs­kanzler Brüning und Außenminister C u r t i u s in Chequers anwesend sein werden.

Eine Art Oawesausschuß für Europa?

London, I.Juni. (TU.) DieSunday Times" weiß von der Einsetzung einer Art Dawesaus­schusses zu melden, der sich aus Wirtschaft- I e rn zusammensetzen werde. Die Aufgabe des Aus­schusses werde darin bestehen, die allgemeine Wirt­schaftslage in Europa zu untersuchen und p r a k - tische Schritte zur Wiederbelebung der Wirtschaft zu ziehen. Dementsprechend werde man den Aufgabenkrei» des Ausschusses so­weit wie möglich ziehen.

Oer Sozialdemokratische Parteitag.

L « i p z i g , 31. Mai. (WTB.) Die Eröffnungs- feievlichkeiten des Sozialdemokratischen Parteitages begannen mit einer Massen­kundgebung auf dem Meß-Platz. An- und Ab­marsch nahmen viele Stunden in Anspruch. Die Zahl der Teilnehmer wird auf 100 000 geschäht. Reichstagsabgeordneter Lipinski eröffnete die Kundgebung. B o u g e t (Paris) erklärte unter lebhaftem Beifall, daß, wenn die Abrustungs» konferenz die Befriedung der Welt nicht bringen sollte, diese Frage den Hauptgegenstand bei den nächsten Wahlen in Frankreich bilden werde. Der Präsident der Sozialistischen Arbeiterinternationale, Vandervelde (Brüs­sel), bekundete das Verständnis der Internatio­nale für die gegenwärtige Politik der Sozial­demokratie. Weiterhin trat er für eine gerechte Lösung der Reparativnsfrage ein. Rach ihm sprachen Austerlitz (Oesterreich) und Vertreter der tschechoslowakischen Sozialdemokratie.

In der Eröffnungssitzung sprach der Parteivorsihende Wels, der nach einer Ge­dächtniskundgebung für Hermann Müller das Hauptthema des Parteitages, den Kampf ge­gen den Faschismus, behandelte. Wenn der Nationalsozialismus versuchen sollte, die von ihm verkündete reaktionäre Gewaltherr­schaft über das deutsche Volk zu errichten, dann werde die deutsche Arbeiterklasse den Kampf zu führen wissen mit allen zu Gebote stehenden Mit­teln.Es war nicht etwa Furcht vor den Prah­lereien der Nationalsozialisten", so fuhr Wels fort,die unsere taktische Haltung nach dem 14. September veranlaßten, sondern es entsprach durchaus den Grundsätzen der Sozialdemokrati­schen Partei, daß jeder Versuch unternommen wer­den muh, um die schweren wirtschaftlichen und politischen Probleme auf friedliche Weise zu lösen.

Die Politik der Regierung Brüning ist nicht unsere Politik.

Wir haben niemals einen Zweifel darüber ge­lassen, daß wir jede Verantwortung für ihre Handlungen ablehnen müssen. Es ist das Verdienst der Sozialdemokratie, wenn es gelungen ist, die Angriffe des Unternehmertums auf die Sozialgesetzgebung im allgemeinen bis­

her abzuschlagen. Zur Reparativnsfrage erklärte der Redner, es müsse alles getan wer- den, um eine

weitere Herabsetzung und schließliche Beseitigung der Reparationslasten

herbeizuführen. ,,

Der Parteitag wählte dann zu Vorslhenden des Parteitages den Parteivorsihenden Wels und den Abgeordneten Lipinski, ferner unter stür­mischem Beifall, zum Ehrenvorsitzenden den Junior der Partei, Bock, Gotha.

Um die Nachfolge Hermann Müllers.

Leipzig, 1. Juni. (TU.) Im Reichspartei­ausschuß der Sozialdemokratischen Partei ist an­läßlich des Parteitages auch die Frage der Be­setzung des P a r t e i v o r s i tz e s, der nach dem Ableben Hermann Müllers freigeworden ist, erörtert worden. Der Parteiausschuh hat es ab­gelehnt, von sich aus einen Vorschlag zu machen. Als Anwärter wird jedoch vielfach der Abge­ordnete Hans Vogel (Franken) der zur Zeit Beisitzer im Parteivorstand ist, genannt.

Rücktritt des österreichischen Justizm'nisters.

Wien, 30. Mai. (WTB.) Der österreichische Justizminister Dr. S ch ü r f f ist von s e i n e m Ä m t z u r ü ck g e t r e t e n. Die Verhandlungen, die ge­stern und heute zwischen Bundeskanzler Dr. E n d e r und der Großdeutschen Dolkspartei geführt wurden, haben dazu geführt, daß dieser Rücktritt ohne un­mittelbare Wirkungen auf die Gesamt­situation des Kabinetts bleiben wird. Die wirtschaftliche Lage und die Uebernahme der Staats-

Dr. Schürff

der Justizminister des österreichischen Kabinetts.

garantie für die der Kreditanstalt gewährten Kredite lassen es wünschenswert erscheinen, daß eine Aen- derung in der Regierung im gegenwärtigen Augen­blick nicht eintritt. Vizekanzler Dr. Schober, der ebenfalls zuerst daran gedacht hat, aus dem Kabi­nett auszuscheiden, wurde von der Großdeutschen Partei ersucht, diese Absicht nicht mehr auszuführen. Die Großdeutschen werden für alle Teile des Er- sparungsproaramms ihre Stimme geben, mit Aus­nahme des Gesetzes über die Kürzung der Beamten­gehälter.

topfen aus den Fenstern und mit Stroßenkot be­worfen. Bei einem Ueberfall der Kommunisten, die sich meist in Stärke von 200 bis 300 Mann gesam­melt hatten, wurden mehrere Stahlhelmleute leicht und einer durch Stichverletzungen im Rücken und im Gesicht schwer verletzt. In der Tauentzienstraße wurde der Bauarbeiter Wierzewsky aus Hindenburg überfallen. Er flüchtete, wurde aber niederge­schlagen und mußte mit einer Kopfverletzung in das Krankenhaus eingeliefert werden. Die Angreifer waren K o m m u n i st e n , die eine Uniform tru­gen, die der Stahlhelmuniform ähnlich war. Sie waren mit einer braunen Hose, Windjacke und einem schwarzweißroten Binder bekleidet. Insgesamt wurden bisher 33 Personen 4n das Poli­zeigefängnis eingeliefert, unter ihnen einer wegen Mordverdachts und neun wegen Landfrie­densbruches.

Eine vorbereitete Aktion.

Breslau, I.Juni. (SH.) Bei dem Mord * an dem Stahlhelmmann Gustav Müller in der Nacht zum Sonntag handelt es sich nach den Feststellungen der Polizei um eine vorberei­tete Akt ibn. In dem Hauptversammlungs- k)kal res Antifaschistischen Kampf­bundes stand am Samstag der Stahlhelmtag zur Debatte. Der Stachlhebn sollte eine sog. Abreibung erhalten. Nach Mitterckckcht erhielt der Bund die Nachricht von dem Kommen einer etwa 120 Mann starken Stahlhelmgruppe. Die Mitglieder des Antifaschistischen Kampfbundes stürzten aus dem Lokal und fielen den Stahlhelmleuten in denNücken. Gleich­zeitig wurden Schüsse abgefeuert. Als der Stahl­helmmann Müller stürzte, fielen mehrere - Kampfbundmitglieder über ihn her und miß­handelten ihn auf gröbste Weise.' Darauf flohen sie und entkamen im Dunkeln. Als sich

Der Stahlhelm-Aufmarsch in Breslau

wieder mit vorbildlicher Treue zu unserer Idee per­sönliche Opfer und Entbehrungen auf euch genom­men, um für die Kraft und das Recht des Stahl- Helms zu zeugen. Ihr steht hier im Zentrum eines schwer umkämpften Grenzlandes.

wir fordern an dieser Stelle, daß kein Mittel der Innen- und Außenpolitik unbenutzt bleibt, das geeignet ist, der bedrängten Ostmark wirk­same Hilfe und Kräftigung zu bringen. Unser Kampf um Preußen, den wir mit dem Volks­begehren begonnen haben uyd den wir mit dem Volksentscheid durchführen werden, ist eine wirksamere Osthilfe als all die Pflästerchen, mit denen man bisher die Nöte der Ostmark zu verkleistern versucht hat.

Aus alter Welt.

Piccard und Kipfer in Augsburg.

Au gsb urg, 31.Mai. (WTB.) Prof. Pic­card und Dr. Kipfer trafen heute um 19.40Uhr im Kraftwagen aus Dbergurgl hier ein. Trotz des strömenden Regens hatten sich in den Zufahrts­straßen und vor dem Hotel Tausende von Menschen angesammelt, die in begeisterte Hochrufe ausbrachen. Als sich die Forscher am Balkonfenster des Hotels zeigten, gab die Menge erneut ihrer Freude Aus-- druck. Im Vestibül des HotelsBayerischer Hof" begrüßte Oberbürgermeister Dr. Bohl die beiden Höhenforscher herzlich.

Dem Sonderberichterstatter derNeuen Augs­burger Zeitung" antwortete Piccard auf die Frage, ob er noch einen Flug in die Stra- t o s p h ä r e unternehmen wolle, mit einem be­stimmten Nein. Er habe Frau und mehrere Kin­der: er habe jetzt erkannt, daß der Flug doch weit gefährlicher gewesen sei, als er angenommen hatte. Piccard äußerte die Ansicht, daß der Luft- verkehr in der Stratosphäre sehr vorteilhaft sein werde, daß er aber mit den heutigen Mitteln sich nicht über einer Höhe von 16 Kilometer hinaus be­wegen könne.

Do X auf den Kap verdischen Inseln gelandet.

Praia, 30. Mai. Das Flugboot Do X ist um 15.25 Uhr hier gelandet.

Oie Wetterlage.

Skagerrak-Gedenkfeier.

Breslau, 31. Mai. Als zweite große Der- anftaltung des 12. Reichsfron tsvlöatentages des Stahlhelm fand am Samstag im Breslauer Sta­dion unter starker Beteiligung der Bevölkerung die Stahlhelm-Skagerrak-Feier statt. Etwa 50 000 Personen hatten in dem weiten Rund des Stadions Platz genommen. Dabei hielt der zweite Dundesführer

Oberstleutnant a. O. Oüsterberg.

eine Ansprache, in der er u. a. sagte:

Am Vorabend der 15. Wiederkehr des Sieges­tages der deutschen Flotte vor dem Skagerrak gedenken wir in Ehrfurcht der Gefallenen. Cs ist ein Gebot geschichtlicher Wahrheit, in diesem Zusammenhang des in Verbannung lebenden deutschen Kaisers ehrend zu gedenken, der sich den Ausbau der deutschen Flotte als Lebens­aufgabe gestellt hatte. In der entscheidungsvoll- sten Stunde versagten sich Teile der Flotte dem Datevlande. Keine irdische Strafe kann dieses ungeheure Verbrechen sühnen. Unsere Flotte ging kampflos vn britische Hände über. Ihre freiwillige Versenkung hat diesen Schandfleck getilgt. Heute streiten wir für eine Verstärkung der deutschen Land- und Luftstreitkräfte, aber auch der deut­schen Flotte. Der Stahlhelm tritt für die Wie­dergewinnung der deutschen Wehr­hoheit ein.

wenn ein Staat den moralischen Anspruch hat, von Sicherheit zu reden, so ist es Deutschland. Den vertraglichen Bindungen zum Trotz haben die angeblichen Siegerstaaten nicht ab-, sondern ausgerüstet.

Im Westen ist ein Viertel unseres Vaterlandes noch heute unter einer Bewachung durch fremde Mächte. Im Osten lauern die Polen auf die Möglichkeit, weitere deutsche Gebiete an sich zu reißen. Die Ver­stärkung der deutschen Wehrmacht gibt uns Schutz der uns gebliebenen Grenzen, vermindert die Arbeitslosigkeit, führt Industrie und Landwirt­schaft zu fruchtbringenden Aufträgen, zur Wiederbe­lebung sterbender deutscher Städte durch Garnisonen und fördert schließlich die Volksgesundheit und Volkserziehung. Allen Völkern der Welt wird das Selbstbestlmmungsrecht zugebilligt, nur dem deutschen nicht. Deutschland und Oesterreich werden als Nationen zweiter Klasse behandelt.

Niemals hat die Dell eine so verlogene Sieger­diplomatie wie heute im Zeichen des Völker­bundes gesehen.

Aber wir kennen auch die Schwächen unserer Be- drücker. Heute kämpft England selbst um seine Zukunft. Die Vorherrschaft Frankreichs ist zu Ende, wenn Afrika zu erwachen beginnt. Die drei­einhalb Millionen Sudetendeutschen in der T s ch e- choslowakei bleiben trotz aller Unterdrückung ihrem Deutschtum treu. Die Polen sollten aus ihrer Geschichte erkennen, daß sowohl der russische Riese, als auch Deutschland zum Erstarken kommen. Der polnische Staat ist kein Nationalstaat. Deutsch­lands Stunde wird kommen, wenn wir zu Deutsch- land zurückfinden und ihm treu bleiben. Nur aus dem innersten Deutschtum heraus hat sich allen Unterdrückten zum Trotz der Kern einer neuen deut­schen Nation gebildet.

Deutscher Nationalismus will nur gleichberech­tigtes Deutschtum unter den Völkern.

Der im Stahlhelm herrschende Geist ist der Geist des deutschen Zukunftsstaates. Kampf ist die Lo­sung unserer Zeit, bis der nationale G e - danke die Vorherrschaft auf allen Gebieten unte­res Volks- und Staatslebens zurückgewonnen hat, bis Deutschland wieder frei i st.

Appel! der 140 000 Stahlhelmer

Am Sonntagnachmittag fand auf der Brückenau der Appell des 12. Reichsfrontsoldatentages statt, zu dem etwa 140000 Stahlhelmer auf­marschiert waren. Nachdem die Kapelle den Choral Wir treten zum Beten" gespielt hatte, ergriff Divisionspfarrer a. D. Dr. Hoinka das Wort zu einer Ansprache, die besonders dem Gedächtnis der Gefallenen gewidmet war. Nach dem LiedGroßer Gott, wir loben dich" hielt Superintendent N o t h eine Rede, die gleichfalls dem Gedenken an die Ge­fallenen galt. Unter den KlängenIch hatt' einen Kameraden" verharrte die Menge sodann einige Minuten in Schweigen, woraus der

erste Bundesführer Seldie

das Wort zu einer Rede ergriff. In dieser heißt es u. a.: Mit gleicher Zahl und Geschlossenheit wie vor acht Monaten in Koblenz seid ihr heute in der Hauptstadt des bedrohten schlesischen Landes auf- marschiert. Trotz aller wirtschaftlichen Nöte habt ihr

Unser Kampf ist ein guter Kampf. Er gilt der Frei­heit und der Ehre und dem Wohlergehen unseres deutschen Vaterlandes. Wir werden nie die Grenzziehung von Versailles aner­kennen. Wir haben nie verkannt: das deutsche Recht, die deutsche Notwendigkeit, das deutsche Ziel!

Nach dem gemeinsamen Gesang des Deutschland­liedes erfolgte die Weihe von 25 neuen Fah­nen durch den

zweite Bundesführer Oüsterberg

In feiner Weiherede erklärte der Redner, daß der Stahlhelm, sein Freiheitsziel vor Augen, unabhängig und unbeirrt seinen ihm vom Schicksal vorgeschrie­benen Weg gehe. Seit 12 Jahren bemühe sich der Stahlhelm, den Geist der Frontsoldaten in seinen Reihen lebendig zu erhalten und auf die Äugend zu übertragen. Die Flagge unserer stolzen und sieg­reichen Kriegsschiffe habe der Stahlhelm wieder zu Ehren gebracht. Der Redner schloß seine Ansprache mit dem Wunsch, daß diese neuen Fahnen allen denen voranwehen müßten, die

stets bereit seien, mit her; und Hand sich für das Vaterland einzusehen.

Düsterberg übergab sodann die geweihten Fahnen den schlesischen Stahlhelmgruppen mit dem Weihe­spruch: Vorwärts für Ehr und Wehr.

Nach der Fahnenweihe schritten die Bundesführer die Front der aufmarschierten Stahlhelmzüge ab, worauf bann der Vorbeimarsch der 140 000 Stahlhelmer erfolgte.

Treugelöbnis an Hindenburg.

Breslau, 31. Mai. (TH.) Die BundeSfüh- rer des Stahlhelm haben anläßlich des 12. Reichs-Frontsoldatentages in Breslau folgen­des Telegramm an das Ehrenmitglied des Stahl­helms. den GeneralfeldmarschaU von Hinden­burg, gerichtet:

Die zum 12. Reichs-Frontsoldatentag in Bres­lau versammelten Frontsoldaten übersenden ihrem hochverehrten Ehrenmitglied, Generalfeldmarschall und Reichspräsident von Hindenburg in Treue die ausrichttgsten Grüße aus der Ost­mark."

Generalfeldmarschall von Hindenburg dankte mit folgendem Antworttelegramm:Herz­lichen Dank für freundliches Meingedenken und allen Frontsoldaten meine kameradschaftlichen Grüße."

Sperre des Rundfunks für den Stahlhelm.

Breslau, 30. Mai. (CNB. Gig. Meldung.) Der vorgesehene H ö r b e r i ch t der Schlesischen Funk- stunde über den Stahlhelmtag, der bereits in bas Programm ber Funkstunbe ausgenommen wor­ben war unb auf bie übrigen beutschen Senber über­tragen werben sollte, ist auf Weisung ber Berliner Zentralstelle nicht genehmigt worben.

Ueberfälle durch Kommunisten

Breslau, 31. Mai. (TU.) In ber Nacht zum Sonntag wurden im Anschluß an die Skagerrak­feier des Stahlhelms an zahlreichen Stellen ber Stabt kleinere Stahlhelmgruppen unb einzelne Stahlhelmer sowie anbere Personen von Kommuni st en überfallen. Bei einem Ueberfall auf eine Gruppe von Stahl­helmleuten in ber Mehlgasse würbe ber Stahlhelm- mann Gustav Müller aus Grünberg durch einen Bauch- unb Wirbelsäulenschuß löblich verletzt. Bisher finb, wie ber Polizeibericht melbet, sechs Personen, bie sich an bem Ueberfall beteiligt haben unb von benen nach ben bisherigen Festste!- lungen einige ber KPD. angeboren, f e ft g e n o m men. Der Regierungspräsident hat auf bie Ergrei­fung ber Täter eine Belohnung in Höhe von 1000 Mark ausgesetzt. In zahlreichen anberen Fällen würben Stahlhelmfahrzeuge mit Stein­würfen überschüttet. Oft würben auch bie Polizisten beschimpft. Sie würben überall mit einem Steinhagel empfangen, mit Blumen­

O wolkenlos O neuer. <> han> DedeckL 9 wolkig. bedeckt. Regee,

* Sehnet cGrauoelrt Nebel K<iewitter.(g)Windstille-O-' 5«hf «eichte- o$i massige» sodsoowest q stürmische» «ordWesK öle Piene fliegen mit dem Winde. Pie 00 den Stationen stehenden Zah­len geben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit gleichet» tu» Mecresniveau umgerechneten Luftdruck

Wettervoraussage.

Die Rinne tiefen Druckes, bie sich gestern quer über Deutschlanb erstreckte, unb beren Störungs- gelylbe unbeständiges Wetter teilweise mit starkem Regen brachten, Hat sich mehr nörblich verlagert. Wir liegen nunmehr in bem Bereich ber Sübseite, so baß bei meist westlichen Winben unter bauernber Zufuhr ozeanischer Luftmassen ber Witterungscharak- ter vorerst wechselhaft bleibt, Dabei treten oorüber- gehenbe Reaenschauer auf, bie teilweise geroitter» Hafter Art finb. Da ber Luftbruck jeboch bauernd änfteiat, ist für später mit einer Wetterberuhigung zu rechnen.

Aussichten für Dienstag: Wechselnd wolkiges Wetter mit Aufheiterung, mäßig warm, vereinzelte Regenschauer, teils gewitterhafter Art.

Lufttemperaturen am 31. Mai: mittags 19,6 Grad Celsius, abends 15,2 Grad; am 1. Juni: morgens 14,8 Grad. Maximum 20,6 Grab, Minimum 12,6 Grad.

der mißhandelte Stahlhelmer aufzurichten ver­suchte, gab einer von den Geflüchteten aus dem Hinterhalt weitere Schüsse auf Müller ab. Auf der Suche nach dem Täter wurde der erwerbslose Landwirt F. aus Breslau festge­nommen. Der Verhaftete hatte eine Pistole , gleichen Kalibers bei sich wie die, aus der die . verhängnisvollen Schüsse abgegeben worben t waren. F. gibt auch zu, Schüsse abgefeuert zu i haben. In der Angelegenheit sind bisher neun Festnahmen erfolgt. Fast alle Verhafteten sind Mitglieder des Kampfbundes, einer der Kommunistischen Partei nahestehenden Or­ganisation.

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