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und des Fahnenträgers der deutschen Revolution: Adolf Hitler. Der Redner wies sodann auf den starken Glauben an Adolf Hitler hin, betonte die Friedensliebe des deutschen Lölkes, unterließ aber auch nicht, hervorzuheben, daß das Deutschland des Dritten Reiches nichts mit den Pazifisten zu tun hat. Dieses Deutschland des Dritten Reiches werde den Kampf bestehen im friedlichen Aufbau unter seinem Führer Adolf Hitler, der das ganze deutsche Volk glücklich machen wolle, der einen Staat der Zucht und Ordnung, der Gleichberechti­gung und ein Reich mit Arbeit und Brot für alle deutschen Volksgenossen schaffen werde. In Deutschland wisse jedermann, daß noch viel zu tun sei, aber mit froher und starker Kraft gehe jeder­mann an das Werk. Für uns alle in Deutschland

Was der Sauerstoff für unsere Lunge, ist dieArbeitsbeschaffung fürunserVolk.

sei maßgebend, daß wir immer in Einigkeit zusammen st ehen und uns nur als Deutsche fühlen. Das auch in Gießen unseren deutschen Brüdern und Schwestern an der Saar die Herzen warm entgegenschlagen, be­weise diese Kundgebung. Für jeden deutschen Volks­genossen gelte das Wort des Führers:Das Saargebiet gehört uns und wir ge­hören dem Saargebie t." Unser Führer Adolf Hitler werde dafür sorgen, daß das Saar­gebiet wieder zum deutschen Vaterland zurückkehre. In diesem Kampfe stehe das ganze deutsche Volk treu hinter dem Führer Adolf Hitler, dem Ver­künder des deutschen Sozialismus, der als Herzensache aller deutschen Volksgenossen in der nationalsozialistischen Bewegung seinen Ausdruck findet und für den es immer nur heißt: Deutsch­land muß leben und wenn wir sterben müssen! Der Redner schloß seine eindrucksvollen Worte mit dreimaligen, begeistert aufgenommenen Sieg-Heil-Rufen auf die deutsche Revolution, auf die herrliche Bewegung des Nationalsozialismus, auf den Reichspräsidenten von Hindenburg und auf unseren Führer Adolf Hitler. An­schließend wurden gemeinsam die ersten Verse des Horst-Wessel-Liedes und des Deutschland-Liedes ge­sungen.

Sodann sprach noch kurz ein Vertreter des Sportvereins 07 Saarbrücken, der auch hier für die herzliche Aufnahme in Gießen dankte und dann ein kräftiges Bekenntnis zu dem Manne ablegte, der das Chaos in Deutschland verhütet und ein einiges deutsches Volk geschaffen hat: unserem Führer Adolf Hitler! Das dreimalige Sieg- Heil des Sprechers aalt dem Führer Adolf Hit- l e r und dem Reichspräsidenten von H i n d e n - b u r g. Die Menge stimmte dieser Huldigung unserer Brüder und Schwestern von der Saar für das neue Deutschland und seinen Führer kräftig zu.

Damit fand die Kundgebung ihren Abschluß. Hierauf folgte der sportliche Wettkampf des Tages, über den wir in unserem heutigen Sportteil be­richten.

Gaarkundgebung in Bad-Nauheim.

= Bad-Nauheim, 2. April. Am ersten Öfter» feiertag weilte der Sportverein 07 Saar­brücken als Gast in unserer Vadestadt. Der hie­sigen Ortsgruppe gab das Anlaß zu einer großen Saarkundgebung. Sie begann Samstagabend mit dem feierlichen Empfang der Saargäste am Bahn­hof, wobei Bürgermeister Dr. Ahl namens der Stadt den Willkommensgruß entbot und der Füh­rer der Saarmannschaft mit herzlichem Dank er­widerte. Ein stattlicher Fackelzug, gebildet von der NSDAP, und ihren sämtlichen Organisationen und den Vereinen es waren etwa 4000 Teilnehmer geleitete die Volksgenossen von der Saar nach dem Horst-Wessel-Platz, woselbst das Deutschland­lied und das Horst-Wessel-Lied begeistert gesungen wurden.

Am Ostersonntag fand nach einem festlichen Um­zug durch die Stadt auf dem Sportplatz eine Saarkundgebung statt, bei der Kreisleiter Seipel namens der NSDAP, die Saargäste in herzlicher Weise begrüßte. Er führte unter starkem Beifall aus, daß wir im Reiche alles tun würden, die Heimkehr des Saarvolkes ins Reich , zu unter­stützen. Deutschland lasse nicht ab von der Saar, die deutsch war, deutsch ist und deutsch bleiben werde immerdar. Auch hier sand ein Vertreter der Saar-Mannschaft herzliche Worte des Dankes. Die­ser Dank galt nicht nur der Kreisleitung der NSDAP., der Stadtverwaltung und dem Sport­

verein, sondern vor allem auch dem Führer Adolf Hitler, der allein es verstanden habe, aus einem in Parteien zerrissenes Deutschland ein einiges Vaterland zu schaffen. Das Sieg-Heil auf den Volks­kanzler wurde begeistert erwidert und freudig sang die große Gemeinde das Saarlied, das Deutschland­lied und das Horst-Wessel-Lied.

Das anschließende Freundschaftsspiel der Saar­gäste mit der ersten Elf des seitherigen Sportver­eins endete 3:0 für die Saarmannschaft. Don hier aus begaben sich die Gäste, die mit Worten beson­derer Anerkennung für die gastliche Aufnahme von hier schieden, nach Gießen.

an beiden Feiertagen war der Ausflüglerverkehi) besonders stark. In Feld und Wald suchten denn auch viele Stadtmenschen Erholung von den Mühen des Alltags und Stärkung für neues Schaffen. Da­bei blieben aber erfreulicherweise auch die großen Ereignisse in der Stadt (Empfang unserer Brüder und Schwestern von der Saar) Gegenstand der Be­teiligung großer Teile unserer Bürgerschaft. Die Gottesdienste in unseren Kirchen waren an den Feiertagen ebenfalls gut besucht. Erfreulicherweise verliefen die Feiertage nach den bis jetzt vorliegen­den Berichten ungestört in schönster Weise.

**. Ehrung für Frau Wilhelmine Kramer. Der Vorstand des Aliceschuloereins hat in Anerkennung ihrer großen Verdienste Frau Wil­helmine Kramer aus Anlaß ihres Ausscheidens aus der Vereinstätigkeit zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt.

** Dienstjubiläum. Am vorigen Sams­tag konnte der Betriebsleiter Ingenieur Karl M ül- l e r, Lessingstraße 15, auf eine 25jährige Tätig­keit bei der Fittingsfabrik Bänninger G. m. b. H., Gießen, zurückblicken. Dem Jubilar wurden von der Direktion, sowie von der Belegschaft herzliche Glück­wünsche dargebracht und Geschenke überreicht.

* * 25jähr iges Geschäftsjubiläum. Kufermeister Philipp Sommerkorn, Bleichstr. 12, konnte am 1. April auf das 25jährige Bestehen seines Geschäftes zurückblicken.

* * Der Amtstag des Kreisschulamts Gießen, der für den morgigen Mittwoch, 4. April, vorgesehen war, fällt aus.

* * Schwerer Motorrad Unfall. Am Samstagvormittag gegen 11 Uhr ereignete sich in der Ludwigstraße, Ecke Bleichstraße, ein schwerer Motorradunfall. Der 20jährige Fritz Neuburger aus Siegen, der sich auf der Heimreise von Berlin nach Siegen befand, fuhr mit seinem Motorrad mit großer Wucht gegen einen Lastkraftwagen. Mit schweren Verletzungen an den Armen und am Kopfe mußte der bedauernswerte junge Mann in die Chirurgische Klinik eingeliefert werden, wo er sehr ernst darniederliegt.

Aus der proviuzialhaupistadi.

Die Osterblumen blühen!

Der Wald schmückt sich. Noch ehe sich die zarten Blättchen der Bäume entfalten, kommen die ersten Blumen. Aus den braunen, welken Blättern lugen sie hervor und grüßen uns als Osterblumen. Aus halb vermodertem Laub steigen sie empor, als Zei­chen der lebendigen Natur, der Auferstehung.

Ja, ist es nicht wie ein Gruß aus einer schöne­ren Welt, wenn auf dem Grund des dunklen Wald­bodens die Hellen Sterne erscheinen? Zierliche Sten­gel, leicht gebeugt, tragen die weißen, an der Spitze rosig angehauchten Blütenblätter. Jedem winzigen Lüftchen geben sie nach. Wie kleine Fähnchen win­ken sie uns. Sie erscheinen nicht einzeln, sie sind keine Sonderlinge. In Gruppen und ansehnlichen Scharen treten sie an.

Wie haben wir einst als Kinder mit jubelndem Ruf ganz dicke Sträuße Anemonen aus dem Walde geholt und sie heimgetragen, um auch unfern Eltern zu sagen: Seht, der Frühling ist auch in den Wald gekommen.

Wir nannten sie Osterblumen, wußten noch nichts von dem rechten Namen. Oder ist es doch der rechte Name? Sicher! Jauchzende Kinder mit einem Strauß der rosigweißen Blüten, den roten Sten­geln und dem dunklen Grün der Blätter, sind um Namen nicht verlegen.

Und so wollen wir auch in diesen Tagen hinaus- ziehen in den Wald und uns an den blühenden, leuchtenden, schön gerundeten Glöckchen erfreuen. Ein paar aber wollen wir vorsichtig pflücken, denn es sind sehr zarte Wesen und lassen leicht die Köpfe hängen, und in unserem Zimmer sollen sie den Tisch schmücken und sollen das sein, was sie uns einst in der Kinderzeit waren: Die rechten Oster­blumen!

Nat.-Soz. Kriegsopferversorgung.

Ortsgruppe Gießen.

Mit Wirkung vom 1. April wird die seither be­standene Mitgliedersperre wieder auf- gehoben. Anmeldungen können auf der Geschäfts- relle der Ortsgruppe, Bismarckstraße 24, während der Geschäftsstunden erfolgen.

M ö l l, Obmann.

Daten für Dienstag, 3. April.

1897: der Komponist Johannes Brahms in Wien gestorben (geboren 1833).

Grober Unfug auf dem Gleiberg.

Wie uns vom Gleiberg berichtet wird, haben dort am Karfreitag Besucher, die offensichtlich kein Ver­ständnis für Arbeit und Mühen im Dienste des Ge­meinwohls haben, groben Unfug schlimmster Art verübt. Diese üblen Zeitgenossen haben die erst kürzlich unter Aufwand großer Geldmittel herge- richteten Wände in dem neugestalteten Teile der Burg so stark beschädigt, daß qine nochmalige Her­richtung erforderlich wird. Auch sonst ist von Be­suchern, von denen man am allerwenigsten Rowdy­taten erwarten dürfte, allerlei Schaden angerichtet worden. Daß derartige Handlungen von allen an­ständig denkenden Menschen entschieden verurteilt werden, ist selbstverständlich, ebenso aber auch die Tatsache, daß gegen diese Schädlinge am Gut der Allgemeinheit mit schärfsten Strafen vorgegangen werden muß. Man darf wohl hoffen, daß die Sühne für diese Freveltaten nicht ausbleiben wird.

Bei dieser Gelegenheit sei übrigens mitgeteilt, daß der Gleiberg keineswegs wie verschiedentlich an­genommen wird für den öffentlichen Verkehr

gesperrt ist, sondern daß der Besuch der Burg jedermann offensteht.

Bornottzcn.

Tageskalender für Dienstag: Stadtheater, 20 bis 22.30 UhrKatte". Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Skandal in Budapest". Aftoria-Lichtspiele, Seltersweg:Heute kommt's drauf an."

Gießener Wochcrrmarktpreise

* Gießen, 3. April. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 9, Weißkraut, das Pfund 15 bis 18, Rotkraut 15 bis 20, Gelbe Rüben 12 bis 15, Rote Rüben 10, Spinat 20, Unterkohlrabi 6 bis 8 Pf., Feldsalat 1, Mark, Zwiebeln 10 Pf., Meer­rettich 35 bis 40, Schwarzwurzeln 20, Kartoffeln 3/4 Pf., der Zentner 3, Mark, Blumenkohl, das Stück 40 bis 50 Pf., Salat 20 bis 25, Endivien 20 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Radies­chen, das Bund 15 Pf.

** Herrliche Dfterfeiertage waren uns in diesem Jahre beschieden. Bei dem prächtigen Frühlingswetter mit wunderbarem Sonnenschein1

EkstttÄsolg desAeichsbenlsswettkampses

Deutschlands Jugend bekennt sich in allen Berufen zur Leistung.

Zum erstenmal wird in Deutschland dieser Reichs- berufswettkampf durchgeführt, der die Jugend auf allen Gebieten der Berufsarbeit ihre Kräfte messen läßt. Er war ein Wagnis der Veranstalter, und nur der der Hitlerjugend von jeher eigene Elan konnte das Wagnis zum Erfolg gestalten. Nach einer Zeit tiefsten Verfalls jeder Berufsgesinnung, nach einer Zeit, in der die Jugend Jahre und Jahre hindurch keinerlei Erfolg ihrer beruflichen Be­mühungen sah und niederschlagende Enttäuschungen erlebte, wurde die deutsche Jugend aller Berufe auf­gerufen, Ufr Bekenntnis zur Arbeit und zur Leistung in einem gigantischen, eine Woche dauernden Wett­kampf abzulegen. Schon heute zeigen sich die ersten Erfolge.

Starke Beteiligung am Reichsberufswettkampf.

Kaum waren die Aufrufe zur Beteiligung am Wettkampf öffentlich ergangen, als auch schon eine rege Nachfrage nach Anmeldescheinen einsetzte. Nicht nur, daß Jugendliche aller Berufe sich zahlreich am Wettkampf beteiligen wollten, sie propagierten auch von sich aus bei ihren Arbeitskameraden die Aktion. So setzte in kurzer Zeit teilweise ein wahrer Massen­sturm auf die Anmeldestellen ein. Viele dieser Stel­len mußten bereits ihre Tore schließen, da die höchst- zulässige Zahl von Wettkämpfern erreicht wurde. Aus organisatorischen Gründen ist für alle Berufe eine sechzigprozentige Beteiligung aller in den be­treffenden Berufen tätigen Jugendlichen vorgesehen. Nach jetzt vorliegenden Meldungen ist dieser Pro­zentsatz in vielen Orten bei verschiedenen Berufen zum Teil weit überschritten worden. Es kann dem­nach schon jetzt von einer äußerst starken Wett­kampfbeteiligung gesprochen werden. Nach Meldun­gen vom 19. März waren bereits weit über 800 000 Wettkämpfer gezählt worden. So meldeten die So­zialämter der Hitlerjugendgebiete:

Ostpreußen 21000

Schlesien 40 000

Berlin-Brandenburg

125 000

Nordmark

35 000

Pommern

9 000

Niedersachsen

50 000

Westfalen

120 000

Rheinland

85 000

Hessen

90 000

Südwestdeutschland

80 000

Bayern

25 000

Sachsen

92 000

Mitteldeutschland

47 000

Teilnehmer. Diese Zahlen allein beweisen, welche Wandlung sich in der Jugend zu vollziehen beginnt. Allein die Gruppe der Angestellten umfaßt etwa 170 000 jugendliche Teilnehmer.

Es kann also mit Sicherheit gesagt werden, daß rund 1)4 Millionen Jugendliche am Reichs- berusswettkamps teilnehmen werden.

Weber die Beteiligung in den einzelnen Berufsgruppen im Verhältnis zur Gesamtzahl der in diesen Be­rufsgruppen tätigen Jugendlichen liegt eine Zäh- lung aus Westfalen, gleichfalls vom 19. März, vor. Danach hatten sich in der Gruppe

Graphiker Textil Nahrung Metall

60 v. H.

45

70

60

Bau

90

Holz

35

Leder

40

zum Reichsberufswettkampf angemeldet. Zur selben Zeit meldete Kassel bereits eine Gesamtbeteiligung von 65 v. H. aller berufstätigen Jugendlichen.

Das Entscheidende tfti diesen erfreulichen Ergeb­nissen ist, daß die Jugend von selbst die Initiative ergriffen und dieses Werk in die Wege geleitet hat. Die Ergebnisse sind auf die unermüdliche Werbe- arbeit der Jugend selbst zurückzuführen. In Danzig

Der Olympiasieger der archäologischen Wissenschaft. Don unserem stündigen 6. R.-Äenchterstatter.

Olympia, im Frühling 1934.

Durch den herrlichen, grünen Pinienhain blickt die griechische Frühlingssonne. Ihre milden Strah­len verklären die großen und schönen Ruinen. Be­glückend zieht sie auch heute über dem alten und dem neuen Olympia ihre Bahn. Der griechische Himmel ist so wundersam blau, und unter ihm atmet der abgeschiedene Ort, dessen Name im Sturmlauf einst über die Welt sich ausbreitete, der un. Munde aller liegt und bei jedem Volke der Erde Heimatrecht gewann, eine lichte Fröhlichkeit, denn heute gilt es einen zu feiern, dem Olympia und unsere liebe deutsche Heimat viel zu danken haben. Ernst Cur t i us und Wilhelm Dörpf eld sind die beiden Namen, die Deutschland auf immer und erotg mit dem Namen Olympia verbanden und Olympia mit der gesamten Welt.

Ernst C u r t i u s war der Mann, der vor etwa hundert Jahren die Idee faßte, zäh an ihr hielt unö nicht nachgab, bis ihm die Verwirklichung ge­lang: Olympia auszugraben. Und heute feiert Olympia den Vollender des Werkes, soweit es zu vollenden bisher möglich war: Wilhelm Dörpf eld als Olympiasieger der archäologischen Wissenschaft, ^r verdient mit vollem Recht den Oelzweig, wie er einst in der Antike den Olympiasiegern im Zeus- tempel vor der siebenmal lebensgroßen, auf einem rIUn,Je'! ruhenden Riefen-Zeus-Statue desgött-

$ünltlcr5 Phidias geschah, den Neider in 21tben der Veruntreuung von Geldsummen bezich- tigten, bis er in Olympia Schutz und Aufnahme sano. Die Zeiten sind vergangen, die Tempel ver-

, Machen dahin, aber die olympische ^oee blieb auch heute noch lebendig. So nahm Professor Dorpfeld den Oelzweig aus den Händen °es griechischen Ephoren Kyparissis entgegen, wahrend 'ihm Architekt B a l a n o s , der Wieder­aufbauer des Parthenon in Athen, das Großkreuz des griechischen Phoenixordens als Vertreter der Regierung in deren Namen verlieh. Ministerpräsi- deut T s a Idari s und seine Frau, alte Bekannte ^gresten. Forschers, konnten leider nicht zu dem Feste erscheinen da die Aerzte Herrn Tsaldaris eine solFs Reise nicht gestatteten. Nach kurzen eindrucks- vollen Worten unseres deutschen Gesandten in Athen, Dr. Eis e n lohr, fiel das weiße Tuch, das die von dem Berliner Künstler Harald I f e n ft c i n

geschaffene Büste verhüllt hatte. Professor Dr. Karo vom Athener deutschen Institut würdigte in längerer Ansprache die Verdienste feines großen Lehrers, und nak ihm ergriff der Ephorus der Altertümer Olympias, M i l i a d e s , das Wort, der eine weitere würdige Ehrung der Allgemein­heit verkündete: Olympia ernannte unseren deut­schen Gelehrten zu seinem Ehrenbürger. Dann aber sprach Dörpfeld felbft in seiner schlichten Art. Er gedachte der Kameraden, die einst mit ihm hier den Spaten führten, die bis auf drei nicht mehr unter den Lebenden weilen, und die ebenso wie er auf der Suche nach der Wahrheit waren. Er gedachte Griechenlands als feiner zweiten Heimat: aus feinen Worten hörte man aber auch die tiefempfundene Liebe zu feiner deutschen Heimat, die er auch hier unter der Sonne Homers, niemals vergaß.

Unter der Menge, die sich in Olympia eingefun­den hatte, stand auch ein Greis. Stolz war er in seiner Nationaltracht erschienen, herniedergestiegen trotz seiner 91 Jahre aus feinem 1500 Meter hoch gelegenen Dorfe Angelis Kosmopulos. Ein schlichter Bauer, der im Jahre 1875 Beschäftigung suchte und bei den deutschen Grabungen als Arbeiter einge­stellt wurde. Er brachte es durch seinen Fleiß bald zum Aufseher und blieb der treue Begleiter Dörp- felbs. An fast allen deutschen Grabungen in Grie­chenland bat er, zweimal von Kaiser 'Wilhelm II. ausgezeichnet, teilgenommen. Viele Augen wurden feucht, als der greife deutsche Professor auf feinen alten treuen Freund zuschritt und ihn umarmte. Unvergeßlich für alle Teilnehmer bleiben die Worte, die Dörpfeld dabei sprach:Und wäre er nicht herabgestiegen zu mir, so wäre ich hinaufgezogen zu ihm". Darin spiegelt sich das schöne Verhältnis, das Gelehrte und Arbeiter verbindet.

Für uns alle, die wir an dieser Feier teilnah- men, war das der höchste und eindrucksvollste Augenblick, als Dörpfeld diese Worte sprach und seinem alten Freunde einen Lorbeerkranz auf das Sjaupt setzte. Es war so natürlich und tiefempfunden, daß es wirklich nichts mit theatralischem Tun ober gor.lleEunsteUer Pose zu tun hatte. Es zeigte zwei aufrichtige Männer, die ihren Lebensweg in Ge- unbCauterteit gingen, ber Gelehrte zur Ehre Deutschlands, ber Arbeiter zur Ehre Griechen­lands!

Und zum Schluß ein Wunsch: Der schöne Zeus- Tempel, in dem einst die Olympiasieger den heiß- umstrittenen Siegespreis erhielten, liegt in £rüm= mern. Nach Professor Dörpfeld sollte man drei auf bauen, um dem Besucher Olympias eine

Vorstellung von dem schönen Bauwerk zu vermitteln, denn diese drei Säulen in dem rauschen­

den Pinienhaine würden die Größe ahnen lassen, die einst über diesen glücklichen Gefilden lag. Nun aber fehlen die Mittel und da fragt man sich: Wäre es nicht vielleicht möglich, durch eine kleine Sonder­steuer auf die Eintrittskarten zurOlympiade 1936" in Berlin jbiefen Traum des Gelehrten Wirklichkeit werden zu lassen? Nicht zur Erfüllung eines Her­zenswunsches eines alten würdigen Mannes, son­dern als Krönung des deutschen Grabungswerkes in Olympia!

Ein Vorläufer des Kinos.

Bewegte. Szenen,lebende" Bilder den Menschen vorzuführen, ist man seit langem bestrebt gewesen, bevor der Film diesen Gedanken in vollkommener Weise verwirklichte. Eine der interessantesten Per­sönlichkeiten unter den Vorläufern der modernen Kinematographie war der elsässische Maler Philipp von Lutherburg, dessen bisher zu wenig be­achtetes künstlerisches Werk jetzt in einigen Proben in London gezeigt wird. Lutherburg erblickte 1740 in Straßburg das Licht der Welt, wurde 1762- in die französische Kunstakademie ausgenommen und verbrachte bann ben größten Teil seines Lebens in England. Er war ein unermüblicher Reisenber, ber eine zehnjährige Wanberschaft in Deutschland Oesterreich, Rußland unb ber Schweiz bazu be­nutzte, um bie verschiebenartigsten Lanbschaftsein- drücke in sich aufzunehmen unb in seinen Silbern zu verwerten. Als er bann nach Lonbvn kam, entwarf er Dekorationen für bie Oper unb erwarb sich einen so angesehenen Namen, baß er 1780 in bie Akabemie ausgenommen würbe. Dann aber be­schäftigte er sich eine Zeitlang ausschließlich mit einem Unternehmen, an bem er seit 20 Jahren ge­arbeitet hatte. Es war dasE i d o p h u s i k o n", ein Vorläufer des Kinos, das großes Aufsehen er­regte. Lutherburg eröffnete sein Theater am 26. Februar 1781 in einem großen Raum seines Hauses, der prachtvoll ausgeschmückt und sehr ele­gant eingerichtet war. Er zeigte in der ersten Vor­teilung eine Ansicht von London im Morgen­tauen, das dem Aufgang der Sonne weicht: man ah die Stadt im Hellen Licht, sah Kühe, die im Greenwich-Park grasten, sowie Boote, die auf der Themse auf unb nieber fuhren. Nach einem musi­kalischen Zwischenspiel folgten anbere bewegte Bil­der, Sturmszenen auf dem Meer, ländliche Idyllen, Winterbilder aus der Schweiz, auf denen Bauern sich gegen Wölfe verteidigten usw. Diese primiti­venFilme" wurden auf einer kleinen Bühne von 3 :2 Meter durch einen sinnreichen Mechanismus vorgeführt. Ganz London sprach von diesem Wun­

der, und der Zuschauerraum war stets dicht ge­füllt. Das nächste Jahr brachte bann ein neues noch großartigeres Programm, in bem man bieWas­serfälle bes Niagara" berounbern konnte, fotpie eine phantastische Szenerie nach Milton:Satan orbnet seine Truppen am Ufer bes Feuerfees". Dabei würbe auch bereits von ber Mitwirkung bes Tones reicher Gebrauch gemacht.Legionen von Dämo­nen", heißt es in einer zeitgenössischen Schilderung, ergeben sich auf Befehl ihres Fürsten, unb es ent­faltet sich eine Szene von granbiofem Schauder. Feuerausbrüche, verbunben mit Donner unb Blitz, lobern aus einem Vulkan auf, ber ben See mit einem Strom flüssiger Glut versorgt. Blitz unb Donner sind so natürlich, baß man von Entsetzen gepackt wirb." Das Eibophusikon bilbete viele Jahre eine vielbesuchte Sehenswürbigkeit, bis sich Luther- burg bavon abroanbte unb sich auf Wunderheilun- gen verlegte. Er war augenscheinlich ein Phantast, bem aber jebe betrügerische Absicht fernlag und dessen Ruf unangetastet blieb. Nach 1790 roibmete er sich roieber ber Malerei unb hinterließ bei seinem Tobe 1812 ein großes Lebenswerk an Silbern, bas bisher in öffentlichen Sammlungen nur ungenü­gend vertreten ist unb von ber Kunstgeschichte wohl noch nicht entsprechenb geroürbigt würbe.

Tollkühne Schwimmer im Haifischmeer.

Die Sorno-Sorno-Straße bei ben Fidschi-Inseln wimmelt von ben gefährlichsten Menschenhaien, bie bislang bekannt geworben sind. Um so eindrucks­voller ist die Tat einiger Eingeborenen, die eine ganze Nacht hindurch hier schwimmend gegen ben Sturm unb bie starke Strömung kämpften. Es handelte sich um brei Indianer unb zwei Fidschi- Änsulaner, bie mit ihrem Boot ihre Produkte über bie gefürchtete Somo-Somo-Straße bringen wollten unb mitten auf See von ber reißenben Flut um­geworfen würben. Die Labung versank, aber es gelang ihnen, das Boot roieber so aufzurichten, baß es, wenn auch zum großen Teil mit Wasser vollgelaufen, wenigstens einen alten Mann, ber ie begleitete unb ber nicht schwimmen konnte, auf­nehmen konnte. Die ganze Nacht hinburch schwam­men bie Leute nun neben unb hinter dem Boot und brachten es allmählich durch Stöße immer näher an bas Ufer. Trotz ber sie von allen Seiten umlauernben Gefahren, trotz Nacht, Sturm und Haien gelang es ihnen, doch das rettende Ufer zu erreichen, wo sie in ber Morgendämmerung von ihren Serroanbten und Freunden beglückt in Emp- ang genommen werden konnten.