Aus der Provinzialhauptstadt.
Aerdunkelungsübung in Stadt und Kreis Gießen.
3m Anschluß an die gestrige Veröffentlichung weisen wir noch einmal darauf hin, daß am Man- tag, 13. Januar, in der Stadt und im ganzen Kreis Gießen eine große Derdunkelungsübung statt- findet.
Volksgenossen, die sich bisher mit den Verdunke- lungsmahnahmrn nur sehr behelfsmäßig befaßten, oder die Verdunkelung ihrer Wohnung dadurch her- beiführten, daß sie einfach kein Licht brannten, seien cheute erneut darauf aufmerksam gemacht, daß die Hebung am 13. Januar sich über eine Dauer von mehr als vier Stunden erstrecken wird und gerade die Abendbrotzeit mit erfaßt. Es ist daher unumgänglich notwendig, rechtzeitig und von langer HaiÄ her für ausreichende Verdunke- lungsmaßnahmen Sorge zu tragen. Dazu gehört die Beschaffung von Verdunkelungs- material; insbesondere empfehlenswert ist dafür nach den bisherigen Erfahrungen schwarzes Material. Niemand schiebe diese Vorsorge bis zum letzten Tag, oder gar bis zur letzten Stunde auf! Jedermann handle schon unmittelbar nach Neujahr, damit er zur gegebenen Stunde in vollem Umfange gerüstet ist.
Ä we deutsche Rrbcifofront
n.S.=OcmcinfdLifi „firaft durch Freude"
„Wir tanzen ins neue Jahr." Am Samstag, 2. Januar, abends 8.30 Uhr, findet im Cafs Leib ein Abend für jung und alt statt, der dem Tanz und geselligen Beisammensein gewidmet ist. Die Polizeistunde ist verlängert. Eintritt einschl. Tanz- gelb 50 Pfennig. Karten sind an der Abendkasse zu haben.
Gießener Wochen Marktpreise.
* Gießen, M. Dez. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasse A 13, Klasse B 12, ungezeichnete 10, holländische, Kl asst B 11, Wirsing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 28 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 60, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln, kg 5 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,40 Mk., Aepfel, kg 15 bis 20 Pf., Tafeläpfel 25 bis 30, Birnen 10 bis 20, Nüsse 45 bis 60, Hähne 1 vis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 80 Pf. bis 1,10 Mk., Tauben, das Stück 50 Pf., Blumenkohl 30 bis 70, Endivien 5 bis 10, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf.
** Sterbefälle in Gießen. Es starben in Gießen am 23. Dezember: Gertrud Altmann, 14 Stunden alt, Schillerstraße 19. — 24. Dez.: Karo- line Klees, geb. Rossel, 54 Jahre, Stephanstraße 3. — 26. Dez.: Margarete Emilie Müller, 80 Jahre, Friedensstraße 47. — 27. Dez.: Willi Albach, Packer, 17 Jahre, Kleine Mühlgasse 10; Philipp Pfaff, 68 Jahre, Neuenweg 29. — 28. Dez.: Ka- roline Storck, geb. Crombach, 76 Jahre, Kaiserallee 11. — 29. Dez.: Katharine Altmann, geb. Becker, 83 Jahre, Ebelstraße 30; Auguste Büttner, geb. Henrich, 56 Jahre, Landgraf-Philipp-Platz 12. — 30. Dez.: Frieda Brauer, geb. Zimmermann, 39 Jahre alt, Asterweg 12. — Auswärtige: 23. Dez.: Johannette Kraft, geb. Schmidt, Zigarrenarbeiterin, Krofdorf, 33 Jahre alt. — 24. Dez.: Emmi Weller, geb. Külbach, 22 Jahre, Wieseck; Elli Schmidt, 52 Jahre, Lich. 26. Dez.: Hermann Richard Hörstel, 13 Tage, Lollar; Karl Körbächer, Arbeiter, 42 Jahre, Allertshausen. — 27. Dez.: Wilhelm Wagner, Wagnermeister, 41 Jahre, Londorf. — 28. Dez.: Karl Oßwald, 48 Jahre, Wieseck. — 29. Dez.: Heinrich Zehner, Bergmann, 35 Jahre, Rodheim a. d. Bieber.
** Reichsverbilligungsscheine für Speisefette zugunsten der minderbemittelten Bevölkerung. Im heutigen Anzeigeteil ruft das Wohlfahrtsamt alle bei ihm zum Bezug von Fettverbilligungsfcheinen berechtigten Volksgenossen zur Abholung der Scheine für Januar, Februar und März 1937 auf. Auf diese Bekanntmachung und die darin für Bezugsberechtigte und Verkaufsstellen enthaltenen Hinweise werden alle Interessenten aufmerksam gemacht.
** Reichsbezugsscheine für Konsum- Margarine. Im heutigen Anzeigenteil befindet sich eine Bekanntmachung des Oberbürgermeisters (Wohlfahrtsamt) über die Zuteilung von Reichsbezugsscheinen für Konsummargarine (ohne Der- billigung) an solche in der Stadt Gießen wohnhafte Volksgenossen mit geringem Einkommen, die seither nicht bezugsberechtigt für die Reichsfettverbilligungsscheine waren. Auf diese Bestimmungen werden Bezugsberechtigte und Verkaufsstellen für Konsummargarine zur Beachtung hingewiesen. Auch alle Arbeitgeber werden gebeten, diese neue Maßnahme der Reichsregierung zur Fettversorgung der minderbemittelten Bevölkerung zur Kenntnis zu nehmen, da Bescheinigung des Einkommens und der gesetzlichen Abzüge für die Antragsteller erforderlich ist.
** Die Ergebnisse der Bodenschätzung bzw. deren Offenlegung betrifft eine Bekanntmachung des Finanzamtes Gießen im heutigen Anzeigenteil. Es fei besonders darauf aufmerksam gemacht.
LPD. Die Reichspost unterstützt das Winterhilfswerk. Nach einer Verordnung des Reichspostministeriums wird bis Ende März 1937 für Postanweisungen und Zahlkarten über Beträge an das Winterhilfswerk von den Landzu- stellern keine besondere Annahmegebühr erhoben. Solche Postanweisungen und Zahlkarten müssen entweder an das Winterhilfswert oder seine Ver- tretungen, oder an die NSV. oder ihre Beauftragten gerichtet oder zur Gutschrift auf deren Postscheckkonto bestimmt sein. Auf den Abschnitten muß der Vermerk „Gaben für das Winterhilfswerk" ober „Winterhilfe stehen.
Amtsgericht Gießen.
Dem 44jährigen H. Kl., wohnhaft in Gießen, war von einem hiesigen Gastwirt das Betreten des Lokals verboten worden. Trotzdem erschien er kurz darauf wiederum in der Wirtschaft und kam der wiederholten Aufforderung des Wirtes zum Verlassen des Wirtsraumes nicht nach. Er setzte sich zur Wehr, drückte den Gastwirt gegen das Büfett und stieß Drohungen gegen diesen aus. Wegen Hausfriedensbruchs und Bedrohung wurde der erheblich vorbestrafte Angeklagte zu fünf Wochen ®efäng« n i s und zur Kostentragung verurteilt.
o.ji.-tfpOTt
Rosemeyer im Kamps um den Großen preis von Südafrika.
M „Kraft durch Freude" ius ueue lahr.
Das ersteVierteljahrs-programm des Gießener Sportamts „Kraft durch Freude*
Sportes und des Reichsbundes für Leibesübungen gewonnen worden fein.
Eine gesteigerte sportliche Tätigkeit bahnte sich bei Hitler-Jugend, B D M. und Jungvolk an, die ja für die Zukunft größeren Einfluß auf die sportliche Betätigung der Jugend nehmen werden. Bann- und BDM.-Sporttage gestatteten einen Ueberblick über die Arbeit, die im Dienste der kör- perlichen Ertüchtigung von den Formationen der Jugend geleistet wird. — Auch in den Schulen gewann der Sport breiteren Raum. Im Korbball-, im Fußball- und im Handballspiel wurde um den Sieg und um die Titel in Kreisen, Bezirken und Provinz gekämpft. , v
Selbstverständlich standen auch die Studente» unserer Universität in sportlichen Wettbewerben unf kämpften mit in den Runden um die Hochschul, Meisterschaften im Fußball und Handball. Wenn bat Ergebnis auch nicht immer auf Sieg lauten konnte so tat das dem Eifer und der Hingabe keinen Ak» bruch.
Es ist erfreulich, daß sich nicht nur die Vereins der Stadt eine intensive Pflege der Leibesübung an» gelegen sein lassen, sondern vielmehr auch auf dem Lande die Leibesübung mehr und mehr zur Selbst- Verständlichkeit wird. Es gibt kaum mehr ein Dorf, in dem nicht ein oder mehrere Vereine ihre Arbeit der Leibesertüchtigung widmen. Im Fuß- und int Handballspiel, wie auch in turnerischen Wettbewerben, ist den Mannschaften der Stadt eine wertvolle Konkurrenz erwachsen, die man nie mehr missen möchte. „ ,
Für das Jahr 1937 bestimmt wohl alle jene, bte der Leibesübung Helfer und Förderer sind und auch weiterhin sein wollen, der Gedanke, den Sport nn- mer noch mehr hineinzutragen in die noch dichten Reihen derer, die mit der gesunden Kraft in der Leibesübung noch kein festes Verhältnis verbindet. In der Zusammenfassung aller Kräfte und in der Auswirkung des Zusammenschlusses im deutschen Sport durch den Reichsbund für Leibesübungen liegen die großen Hoffnungen begründet, mit denen auch wir in unserem heimischen Sportkreis Gießen dem Jahre 1937 entgegensetzen. N.
als Letzter starten; fast eine Stunde — genau 53:24 Minuten — vor ihm macht der Südafrikaner Mills mit einem 1,5 Liter Aston Martin den Anfang, dem man mit 117,4 km/st den geringsten Durchschnitt zuttaute. Ernst von Delius als Zweitschnellster soll 170,5 km/st schaffen und erhält 2:06 Minuten Vorgabe vor Rosemeyer. Es folgen der unter dem Pseudonym „Mario" startende letzte Sieger Massa- curatti (3,7 Liter Maserati) und der Schweizer Hans Rüesch (3,3 Liter Alfa Romeo) mit je 6:34 Minuten Vorgaben auf Rosemeyer oder 4:28 Minuten auf v. Delius. Earl Howe (Bugatti) wurde als Fünfter gesetzt mit 16:30 Minuten Vorgabe vor Dick Seaman, der erfolgreichen Kleinwaaensahrer der vergangenen Rennzeit, auf seinem 1,5 Liter Delage mit 17:54 Minuten Vorgabe.
Die beiden Deutschen sind dabei allerdings schlecht weggekommen. Hinzu kommt noch, daß die Auto- Union auf den wenigen und kurzen Geraden ihre Höchstgeschwindigkeit nicht voll einsetzen kann.
Die Teilnehmerliste ist mit 25 Gemeldeten in der noch jungen Geschichte dieses Großen Preises umfangreich und gut wie noch nie ausgefallen. Allein neun Fahrer kommen aus Europa.
Eines der eigenartigsten Autorennen ist das um den Großen Preis von Südafrika, der am Neu- jahrstag bei der Küstenstadt East London ausgetra- aen wird. Eigenartig wegen seiner Austragsweise. Zugelassen sind Rennwagen aller Klassen, die jedoch zusammengewertet werden. Als Ausgleich für die verschiedenen Motorenstärken werden Vorgaben gegeben, die sich auch nach dem Können des Fahrers richten. Nun glückt es aber nicht immer die richtige Formel zu finden.
Das Rennen führt auf einer 17,8 Kilometer langen Rundstrecke über 18 Runden = 320 Kilometer. Die längste der spärlich eingeflochtenen Geraden erstreckt sich nur etwa über 1,2 Kilometer. Zuerst wird der am wenigsten schnell eingeschätzte Wagen auf die Reise geschickt, dann der nächst schnellere und so fort, bis als letzter der Favorit abgeht. Sieger ist, wer zuerst durchs Ziel kommt. Mit der Meldung der Auto-Union-Wagen waren die Favoriten von vornherein gegeben. Tatsächlich diktierte man dem Europameister Bernd Rosemeyer die höchste Geschwindigkeit zu. 173,8 km/st werden von ihm verlangt, das beoeutet, daß Bernd das Rennen in 1:50:06 beenden müßte. Er wird also
und in den Sommermonaten viel ausgeübt, die eigentliche Wettkampftätigkeit trat in den Hintergrund.
Trotz aller Ungunst der Witterungsverhältnisse in unserem heimischen Vogelsberg, hat der Wintersport, insbesondere der Skisport einen großen Aufschwung genommen. Zweifellos haben sich hier die Ereignisse von Garmisch-Partenkirchen ausgewirkt, lieber die Arbeit im Skiklub Gießen haben wir in jüngster Zeit des öfteren ausführlich berichtet. Unter sehr ungünstigen Umständen wurde die Erinnerung an den Eislauf wachgehalten. Es ist sehr schade, daß die neuen schönen Anlagen an der Wolfstraße zu wenig ihren Zweck erfüllen können. Die neu angelegte Rollschuhbahn wurde von den Eisläusern als Ergänzung gerne in Anspruch genommen, als ein voller Ersatz für den Eislauf kann der Rollschuhsport aber doch nicht angesehen werden.
Das Paddeln, der Ergänzungssport der Skiläufer im Sommer, litt zwar ebenfalls unter ungünstiger Witterung, manche kleinere und größere Wanderfahrt wurde aber doch unternommen. Der Rennsportbetrieb konnte aber durch den Ausfall einiger bewährter Sportpaddler kaum ausgeübt werden. v. .
Die Mitglieder der W a n b e r o e r e i n e, die ja ebenfalls dem Reichsbund für Leibesübungen angeschlossen sind, haben auf mancher langen Wanderung die Kenntnis um die Schönheiten der Heimat erweitert. Einen Höhepunkt stellte die Feier des 50jährigen Bestehens der Ortsgruppe des Deutsch- Oesterreichischen Alpenoereins dar.
Eine rege allgemein-sportliche Tätigkeit auf fast allen Gebieten der Leibesübung entfaltete das Sportamt der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude", das in zahlreichen Kursen viele Volksgenossen erfaßte und ihnen die Leibesübung lieb und wert machte. So mancher Volksgenosse dürfte auf diesem Weg der Sache des
macht ausdauernd, mutig und gewandt und ftärft innere und äußere Organe in ungewöhnlichem Maße. Neben dem Training steht der Kampf Mann gegen Mann. Handschuhe usw. werden zur Verfügung gestellt.
Tisch-Tennis, ein Spiel für die langen Wintermonate. Schärft das Auge, erzieht die Nerven Aur Ruhe und Sicherheit. Hallen-Tennis — für Männer und Frauen gemeinsam. Der „weiße" Sport wird ebenfalls volkstümlich. Gegen geringen Beitrag haben die Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront heute die Möglichkeit, Tennis spielen zu lernen oder im Spiel sich fortzubilden.
Sportfechten — für Männer und Frauen mit den leichten Waffen, wird ebenfalls betrieben. Aus der Vielseitigkeit der Sportarten ist zu ersehen, daß der KdF.-Sport auch in Gießen marschiert, daß immer mehr Volksgenossen für die Leibesübungen sich bekennen und so die Segnungen der körperlichen Ertüchtigung am eigenen Leibe verspüren.
Die neuen Sport-Programme sind auf der Dienststelle der NSG. „Kraft durch Freude", Gießen, Schanzenstraße 18, erhältlich. Auch fernmündlich wird gerne Auskunft über Beginn, Uebungftätte und Gebührensätze erteilt.
Aus dem Reichsbundgau XII Hessen.
Der Gaupressewart des Gaues XII, Hessen, im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen, Dr. ßeidjer (Kassel), hat zum stellvertretenden DRL.- Gaupressewart den DRL.-Kreispressewart H. Oßwald (Bad-Nauheim) ernannt, den Gaupressewart des früheren Turngaues Hessen und jetzigen Gaufach- amtspressewart des Fachamtes 1: Turnen.
Zugendspiele der Spv. 1900.
1900 1. Igd. — Sporkv. 05 Dehlar 1. 3gb. 4:2.
Dor dem Spiel der Liga gegen Hanau 93 standen sich die beiden ersten Jugendmannschaften Wetzlars und 1900 gegenüber. Beide Mannschaften muhten mit Ersatz antreten, was sich besonders bei den Blauweißen bemerkbar machte. Jedoch erfüllten beide Mannschaften die in sie gesetzten Hoffnungen. Die 1900er konnten dabei den Gegner zum erstenmal in diesem Jahre einwandfrei schlagen. Schon bei Halbzeit führte 1900 mit einem Tor und im Laufe der zweiten Halbzett gelang es, den Vorsprung sogar noch zu vergrößern.
1900 3. Igd. — Sporkv. 05 Wehlar 2. Igd. 0:3.
Die dritte Jugend war den Wetzlarern körperlich zu stark unterlegen um zu einem Sieg kommen zu können. Bis zur Halbzeit wehrte sie sich auch tapfer und konnte das Spiel offen gestalten.
1900 4. Igd. — Sporkv. 05 Vehkar 3. Igd. 1:1.
Auch die vierte Jugend hatte gegen die dritte Wetzlars keinen leichten Stand. Jedoch ging diese Mannschaft mit Eifer an die Sache heran, uno zeigte das ganze Spiel hindurch eine leichte lieber- legenheit. Die Blauweißen waren den Gästen in technischer Hinsicht überlegen und bei etwas mehr Glück muhte das Spiel gewonnen fein.
Das Sportprogramm der NSG. „Kraft durch Freude", Kreis Gießen, liegt für die Zeit von Januar bis März 1937 vor. Die Möglichkeit der vielseitigen körperlichen Betätigung für unsere Volksgenossen ist erfreulich. Die Erkenntnis, daß dem schaffenden Menschen eine regelmäßige sportliche Bewegung in erster Linie nottut, bricht sich immer mehr Bahn. Die NSG. „Kraft durch Freude" kann es als besonderes Verdienst ansehen, durch ihre Kurse dem Sport eine große Anzahl neuer Anhänger zugeführt zu haben. Wie der KdF.-Sport im Ansteigen begriffen ist, beweist, daß die Teilneh- merzahl im ersten Vierteljahr 1936 mit 1,5 Millionen fast die Hälfte der Besucherzahl des Jahres 1935 erreichte, so daß für 1936 mit einer Gesamt- besucherzahl von etwa 6 Millionen gerechnet wer- den kann. Wie im Reich, so hat sich auch prozentual die Besucherzahl in Gießen gehoben. Selbst im Monat Dezember, der meist einen Rückgang bringt — bedingt durch die Weihnachtszett — haben sich die Besucherzahlen gegenüber dem November wesentlich gehoben. Das ist erfreulich. Es zeigt sich immer mehr das Bedürfnis des schaffenden Menschen, frisch, frei und fröhlich auf den Turnboden herumzuspringen aber im Wasser herumzuplanschen.
Das neue Sportprogramm bringt Kurse in „A l l- gemeiner Körperschule" für Männer und Frauen gemeinsam. Sie dienen der grundlegenden Körperertüchtigung. Sie sind darum vor allem auch Anfängern zu empfehlen. Auch die Aelteren, die den Entschluß fassen, nochmals mit Turnen, Spielen und Schwimmen anzufangen, gehören in diesen Kursus.
„Fröhliche Gymnastik und Spiele" sind Kurse nur für Frauen. Leichte, mit Musikbegleitung durchgeführte gymnastische Hebungen für jedermann, fröhliches Tummeln und Spielen mit und ohne Ball, und zur Abwechslung zwischendurch ein frisches Lied geben diesen Kursen das Grpräge.
Die Schwimm-Kurse für Männer und Frauen gemeinsam und für Frauen getrennt, vermitteln die Braukunst, die einem selbst und anderen einmal das Leben retten kann. Es bietet auch höchsten gesundheitlichen Wert. Nach modernsten Methoden und Grundsätzen wird das Schwimmen gelehrt. Darüber hinaus werden die Fortgeschrittenen in die verschiedenen Schwimmarten und in die Kunst des Springens eingeweiht.
Die Ski-Trockenkurse dienen der Hebung der grundlegenden Bewegung und Fertigkeiten des Skilaufes in der Halle. Sie erleichtern dem, der das erstemal draußen im Schnee auf den Brettern steht, das Lernen ganz wesentlich. Die Schneeschuhe werden sogar gestellt. Weiter sind vom Sportamt T a g e s - S k i k u r s e in den Vogelsberg und Tau- nus vorgesehen.
„Das höchste Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde". Dieses Sprichwort zu erproben, gibt das Sportamt ebenfalls Gelegenheit. War das Reiten früher ein Vorrecht der Begüterten, so ist es heute auf dem Wege, volkstümlich zu werden.
Boxen ist ein typisch männlicher Kampfsport. Er erzieht zur Härte im „Geben und Nehmen",
Sa« Mr 1936 im Spiegel de« pemischenSport«
Das vergangene Jahr stand für die heimischen Vereine der Leibesübung weniger im Zeichen großer eigener Veranstaltungen, sondern vielmehr im Glanze der Ereignisse von Garmisch-Partenkirchen und Berlin. Aus der Kraftfülle der vielen Vereine in Stadt und Land bauten sich die großen Erfolge auf, mit denen unser Vaterland repräsentativ vor die Welt trat. Jeder Verein und alle seine Mitglieder trugen bei zum großen Geschehen der Olympischen Spiele. Heber Jahre ging die Vorarbeit, gemeinschaftlich im weitesten Sinne war das Mit- erleben, strahlenförmig ist die Rückwirkung der Ereignisse auf die Vereine, die durch die olympischen Erfolge neue Zuversicht und Selbstbewußtsein gewannen und ihre großen Aufgaben neu erkannten.
Wenn mit Rücksicht auf die Olympischen Spiele große Heerschauen in den Gauen des Reichsbundes nicht abgehalten wurden, so war doch die Tätigkeit der Träger der Leibesübung auch in unserer Stadt ungemein vielfältig und auf manchem Gebiete wurden schöne Fortschritte und ausgezeichnete Leistungen erzielt.
Für die Turner gab es das Jubiläum des Turnvereins 1846, der mit feinem 90jährigen Bestehen die Erinnerung an würdige Traditionen wachrief. — Lebhaft war die Lehrgangsarbeit ge- rade in diesem Fachamt und die Turnerinnen und Turner unterzogen sich willig einer Schulung, die bewußt auf körperliche Ertüchtigung und völkische Erziehung der Jugend eingestellt war. In zahlreichen Mannschaftskämpfen wurden mit den ländlichen Geräteturnern die Kräfte geprüft. In vielen volkstümlichen Wettbewerben traten Turnerinnen und Turner zu Hunderten an. Höhepunkte: das Kreisturnfest in Wieseck, das Hoherodskopfbergfest.
Der Fußballsport zog auch in diesem Jahre wieder viele Sportfreunde in seinen Bann, obwohl gerade in diesem Jahre besondere Erfolge nicht er- zielt werden konnten. Die ersten Mannschaften der Spielvereinigung 1900 wie auch des VfB.-Reichsbahn kämpften wenig glücklich, da es kaum möglich war, eine Mannschaft in ihrer Besetzung kon- ftant zu halten. Viele bewährte Kräfte gingen den Vereinen durch (Einberufungen verloren und dauernde Hmstellungen waren die Folge. So schnitten die hiesigen Ligamannschaften in den Meisterschaftsspielen nicht sehr gut ab und haben gar in der laufenden Spielserie alle Anstrengungen zu machen, vom Tabellenende fortzukommen. Erfreulich ist jedoch, daß es beiden Vereinen möglich ist, zahlreiche Mannschaften zu halten. Insbesondere die Jugend ist mit unverbrüchlicher Treue bei der Sache und erzielt Leistungen, die sich vor denen der Aktiven nicht zu verstecken brauchen. Der Turnverein 1846 trat, wenn auch nicht sehr von Glück begünstigt, ebenfalls mit eifrigen Mannschaften auf den Plan.
Der Handballfport in unserer Stadt bewegt sich auf beachtlicher Höhe. Mtv. und Spielvereinigung 1900 sind die hauptsächlichsten Träger und die Mannschaften beider Vereine standen sich auch in manchem interessanten Kampf gegenüber. Leider mußte die Mannschaft von 1900 aus wirtschaftlichen Gründen (hohe Fahrtkosten) aus der Gauliga zurücktreten. Auch in den Handballmannschaften konnte der Spielerbestand kaum ständig erhalten werden; die Spielvereinigung konnte von ihrer Gauliga- Mannschaft nur zwei Mann übernehmen. Reger Spielverkehr herrscht zwischen den Vereinen der Stadt und der Umgebung.
In der Leichtathletik wurde in den Vereinen 1900, VfB.-R. und Mtv. eine stetige, sorgfältige Trainingsarbeit geleistet, die ihre Auswirkung in der (Erringung manches Gaumeistertitels fand. Die Leichtathleten beteiligten sich selbstverständlich und mit gutem Erfolg an den Meister- schaftswettbewerben, darüber hinaus wurde aber manche auswärtige Veranstaltung besucht. Der An- lagen-Staffellauf sah die Leichtathleten in breitester Oeffentlickkeit. Heber die Jahresarbeit der Leichtathletik treibenden Vereine berichteten wir bereits zusammenfassend und ausführlich.
Der Schwimmsport hat, nach wie vor durch den Mangel an einer sportgerechten Schwimm- Kampfbahn, nicht so zur Entfaltung kommen können, wie es die Schwimmer sehnlichst wünschen. Man mußte sich darauf beschränken, scharfes Training zu halten. Die Erfolge, die bei den wenigen hiesigen Veranstaltungen, wie auch bei einigen auswärtigen Veranstaltungen erzielt wurden, ließen aber erkennen, daß die bewährten Kämpen des Gießener Schwimmvereins hochachtbare Gegner für die Offenbacher, Frankfurter und Kasseler Konkurrenz sind. Nachwuchsschwimmer taten sich etliche besonders hervor.
Der R u d e r s p o r t lag im vergangenen Jahre sehr darnieder. Die Gießener Rudergesellschaft, die noch vor den Olympischen Spielen eine Olympiazelle stellte, deren Achter vor zwei Jahren mit zu den Besten Deutschlands zählte, konnte in der vergangenen Saison nur mühsam eine Achterbesetzung für den Städteachter aufstellen. Auch der Ruderklub Hassia hatte mit seinen Ruderern wenig Glück. Der Rennsport lag fast völlig darnieder.
Bei den Radfahrern trug in erster Linie der Gießener Radfahrerverein von 1885 die Initiative für sportliche Veranstaltungen. Zwar war das Programm in der vergangenen Rennsaison nicht so reichhaltig wie im Jahre vorher, in dem der Radfahrverein fein 50jäbriges Bestehen feierte, immerhin gab es ein abwechslungsreiches Bahnradrennen, und die Freunde des Radsports bekamen auch einige Straßenrennen zu sehen.
Bei den Schützen beschränkte man sich an örtlichen Veranstaltungen auf die traditionellen Veranstaltungen innerhalb der Vereine, bei auswärtigen Titelwettkämpfen stellten die Gießener aber auch diesmal wieder, wie all die Jahre vorher, ehrenvoll ihren Mann. Die älteren Schützen warteten auch diesmal wieder mit ihren zuverlässigen Ergebnissen auf, aber auch einige Jungschützen machten von sich reden. Die beiden Gießener Schützenvereine stellten ihre Anlagen auch den nationalen Verbänden zur Verfügung und fast Sonntag für Sonntag knallten auf den Ständen die Büchsen aller Kaliber.
Der Reitsport fand auch in diesem Jahre seine Krönung durch die schöne Hubertusjagd, die von der hiesigen Abteilung des Artillerie-Regiments durchgeführt wurde.
Der Kraftfahrsport brachte für die heimischen Kraftfahrer die Beteiligung an etlichen Geländefahrten des NSKK., bei den sich neben einigen Mitaliedern der Motorstandarte 147 auch die Wehrmachtfahrer hervortraten.
Das Tennisspiel wurde in engstem Kreise


