5, 294 Punkte; 3. W. Schwarz, Gefsch. 2, 280 Punkte.
Linzelkämpfe der HI., Klasse A:
10 0. Meter-Lauf: 1. E. Kley, Gefsch. 1/116, 11,5 Sek.; 2. Moos, Gefsch. 10 (Großen-Bufeck) 11,5 Sek.; 3. Ott, Gefsch. 10, 11,9 Sek. Das Rennen brachte zum Schluß einen sehr interessanten Brust-an-Brust-Kampf zwischen Kley und Moos.
3000-Meter°Lauf: 1. Jmmel, Gfsch. 4/116, 9:50,0 Min.; 2. Rinn, Gefsch. 5 (Heuchelheim) 9:56,0 Min.; 3. Schirmer, Gefsch. 2, 9,57 Min. Ein prächtiger Sauf, der in der letzten Runde eine dramatische Steigerung erfuhr. Jmmel, der fast über sämtliche Runden führte, und nur zweimal die Führung kurz verlor, hatte im Endkampf heftia mit seinem schärfsten Gegner, Rinn-Heuchelheim, schwer zu kämpfen. In einem erstaunlich langen Endspurt, der fast über die ganze letzte Runde führte, kam Rinn aus den letzten 200 Meter zum Brust-an- Brust-Kampf mit Jmmel. In der Zielkurve wurde der Kampf entschieden. Rinn vermochte Jmmel nicht zu überholen und erreichte, da er sich anscheinend sehr verausgabe hatte, nur mühsam das Ziel. Es war der schönste Kampf des Tages.
Weitsprung: 1. Kleiy, Gefsch. 1/116, 6,26 Meter; 2. Viel, Gefsch, 10 (Lollar), 6,14 Meter; 3. Moll, Gefsch. 1, 6,04 Meter.
Hochsprung: 1. Schleenbecker, Gefsch. 10 (Lollar), 1,65 Meter; 2. Koos, Gefsch. 10, 1,60 Meter; 3. Moll, Gefsch. 1, 1,55 Meter.
Kugel st oßen: 1. Schleenbecker, Gefsch. 10, 13,84 Meter; 2. E. Kley, Gefsch. 1, 13,80 Meter; 3. Ries, Gefsch. 1, 12,97 Meter.
Keulenwerfen: 1. Schleenbecker, Gefsch. 10, 66 Meter; 2. Keil, Gefsch. 7 (Londorf), 60 Meter; 3. Düringer (Treis-Horloff) 56 Meter.
4X 100-Meter-Staffel: 1. Gefsch. 1 (Gießen-Süd) 47,5 Sek.; 2. Gefsch. 10 (Lollar) 48 Sek.; 3. Gefsch. 6 (Großen-Bufeck) 49,7 Sek. Eine Mannschaft des MG.-Bataillons beteiligte sich an diesem Wettbewerb außer Konkurrenz und erzielte die Zeit von 48,3 Sek.
200-Meter-hi ndern is-Gepäck lauf: 1. Gefsch. 1; 2. Gefsch. 2; 3. Gefsch. 3/116.
Kleinkaliberschießen, Mannschaf t s - wertung: 1. Gefsch. 1/116, Gießen - Sud, 381 Ringe; 2. Gefsch. 7 (Londorf) 372 Ringe; 3. Gefsch. 2 (Gießen-Rord) 370 Ringe. Einzelwertung: 1. Weber, Gefsch. 7, 108 Ringe; 2. Müller, Gefsch. 7, 105 Ringe; 3. Klingelhöfer, Gefsch. 2, 102 Ringe.
Die Kämpfe in der 8-Klasse.
100-Meter-Lauf: 1. Goß, Fähnlein 2, Gießen, 12,0 Sek.; 2. Göbel, Gefsch. 2, 12,5 Sek.; 3. Pletsch, M.-HI., 12,6 Sekunden. Berthold Goß sicherte sich hier einen klaren Sieg.
3000 -Meter-Lauf: 1. Rinn, Gefsch. 5/116, 10,21 Min.; 2. Gemmer, 4/116, 10,23 Min.; 3. Bachmann, Gefsch. 2, 10,38 Minuten. Der Sieger lies das Rennen unangefochten mit erheblichem Vorsprung nach Hause. Lediglich im Mittelfeld entspannen sich Kämpfe um den 2. und 3. Platz, da hier einige gleichwertige Läufer im Wettbewerb lagen.
Weitsprung: 1. E. Rinn, Gessch. 5 (heuchel- heim), 6,01 Meter; 2. B. Goß, Gefsch. 2, 5,79 Meter; 3. E. höchstem, Gefsch. 6 (Großen-Bufeck), 5,68 Meter.
Hochsprung: 1. Schwarz, Gefsch.2, 1,55 Meter; 2. Schreier, Gefsch. 1, 1,50 Meter; 3. A. Bin- zel, Gefsch. 4, 1,50 Meter.
Kugel st oßen: 1. B. Goß, Fähnlein 2, 14,03 Meter; 2. W. Rinn, Gefsch. 5 (Heuchelheim), 11,36 Meter; 3. h. Adolf, Fähnlein 13, 11,0 Meter. Goß' Leistung ragt hervor. Er warf besser als der Erste der Klasse A.
Keulenwerfen: 1. B. Goß, Fähnlein 2, 56 Meter; 2. Emmel, Gefsch. 4, 52 Meter; 3. Walter, Gefsch. 6, 51 Meter.
Zeltbau des Jungvolks: 1. Fähnlein 1, 2,45 Minuten; 2. Fähnlein 21, 2,46 Min.; 3. Fähnlein 2, 3,04 Minuten.
Jungvolk -Mannschafts -Kampf: 1. Fähnlein 4, 297,8 Punkte; 2. Fähnlein 21, 296,1 Punkte; 3. Fähnlein 22, 289,8 Punkte.
Der Marsch durch die Stadt.
Um 18 Uhr begann von der Dolkshalle aus der Marsch durch die Stadt. Als Ehrenformationen marschierten an der Spitze in straffem Marsch Abordnungen der Wehrmacht, des Reichsarbeitsdienstes mit geschultertem Spaten, der SA., des NSKK. und der Politischen Leiter. Dann folgten unter Trommel- und Pfeifenklang und mit dem Gesang ihrer Lieder die starken Formationen der Hitler- Jugend unter ihrem Bannführer he im,, sowie das Jungvolk unter Führung des Jungbannführers Taesler, nach den Klängen der Üandsknechts- trommeln und der Fanfaren.
Der Marsch ging von der Dolkshalle aus durch die Kaiserallee, Moltkestraße, hitlerwall, Walltorstraße, Kirchenplatz, Schulstraße, Sonnenstraße, Kreuzplatz, Seltersweg, Frankfurter Straße, Alicenstraße, Lud-
wigstraße. Vor der Universität fand ein Vorbeimarsch statt, bei dem die Wehrmacht, der Reichsarbeitsdienst, SA., RSKK. und PL. vor ihren unmittelbaren Vorgesetzten erschienen, während Hitler-Jugend und Jungvolk vor dem Gebietsführer Brandt vorbeimarschierten. Bei dem Vorbeimarsch stellten der Spielmannszug und der Musikzug der Standarte 116 in bekanntem Schneid die Marschmusik. Von der Ludwigstraße aus ging es über Ludwigsplatz, Gartenstraße, Neuen Bäue. Sonnenstraße zum Brandplatz. Auf der ganzen Marschstrecke und beim Vorbeimarsch waren die Formationen Gegenstand des starken Interesses und der herzlichen Sympathie einer großen Menschenmenge.
Line eindrucksvolle Feierstunde.
Nach dem Aufmarsch der Formationen auf dem Brandplatz begann gegen 19.30 Uhr die Feier- st u n d e , deren Verlauf in Gegenwart einer großen Zuhörermenge allen Teilnehmern starke Eindrücke von dem vortrefflichen Wollen und dem starken Willen der Jugend des Führers gab.
Zunächst grüßte, nach der Meldung durch Bannführer heim, Gebietsführer B r a n d t seine jungen Kameraden. Dann folgte eine feierliche chorische Aufsüh-rung, bei der Sprecher, der Gesang von kleinen Einheiten, Fanfaren, Spielmannszug, Lands- knechttrommeln in prächtiger Folge zusammenwirkten und Zeugnis ablegten für den wunderbaren Geist in unserer deutschen Jugend und für ihre hohe und alle deutschen Menschen begeisternde Zielsetzung im hingebungsvollen Dienst für Führer, Volk und unser ewiges Deutschland. Anschließend sprach
Gebietssührer Brandt.
Er ermahnte einleitend seine jungen Kameraden, nach der Rückkehr in ihre Heimatorte das Erlebnis der Verunstaltungen dieses Tages nicht als ein einmaliges anzusehen, er ermahnte sie auch, nicht etwa zu glauben, daß mit dem regelmäßigen Diensttun in ihren Fvrmationen und mit dem Anziehen der
Uniform alles getan sei. Die Jugend des Führers wolle etwas ganz anderes als alle anderen früheren Jugendorganisationen. Nachdrücklich sagte er seinen Kameraden:
„Wir sehen vor uns als höchstes Ziel, daß jeder, der bei uns milmarfchierl, zuerst hiller- junge fein muh, mit Leib und Seele, und dann erst kommt alles andere. Vergeht nicht, daß es keine Phrase ist, wenn euch gesagt wird: Auf euch kommt es an, ihr seid die Zukunft Deutschlands!"
Er betonte, daß die nationalsozialistische Bewegung, die alte Garde der Partei und die Kämpfer des großen Krieges voll Hoffnung und Stolz auf die junge Generation blicken. Die ganze deutsche Jugend müsse zusammenstehen und Tag für Tag an sich selbst arbeiten, damit sie vor den Führer hintreten könne mit reinem Gewissen, ihm stolz und frei in die Augen blicken und sagen könne:
Führer, du gabst dein Alles für Deutschland, du gabst das Letzte für das deutsche Volk. Deine Jugend, die jetzt nachmarschiert, will dasselbe tun!
Eindringlich warnte der Gebietsführer die junge Mannschaft, ihr Ohr den glcklicherweise überwunde
nen Anschauungen von Spießbürgern zu lechen, denen jeoes Kämpfen und Vorwärtsstürmen zuwider sei. Dagegen müsse es für die rechte Jugend des Führers immer nur eines geben: Vorwärtsstreben, Kämpfen, Arbeiten, immer den Blick auf neue Aufgaben richten. Vor der Jugend stehe eine große Aufgabe, die sich nicht von heute auf morgen lösen lasse, sondern nur durch Generationen:
Der deutschen Ration ein hartes, stolzes und geschloffenes Geschlecht zu geben, damit ein neues deutsches Volk entsteht, in dem kein einziger von dem vom Führer gewiesenen Weg abzubringen ist.
Den früheren Typ des deutschen Jungen dürfe es nie mehr geben; er sei überwunden. In der Arbeit der letzten Jahre sei die Hitlerjugend mit ihrer Neugestaltung des Types des deutschen Jungen bereits ein großes Stück Wegs erfolgreich vorangekommen. Dabei poche sie aber nicht auf Verdienste, denn sie sei eine bescheidene Jugend. Sie kenne nur eine große Aufgabe:
Die grohe Dankesschuld an den Führer und seine Bewegung, sowie an die Männer des grohen Krieges auf sich zu nehmen und sie abzutragen durch Arbeit und Leistung für Deutschland!
Wenn die Jugend so arbeite und weiterstrebe, dann werde der Führer ihr froh die deutsche Zukunft anvertrauen. So müsse die Jugend ihren Weg gehen im Geiste des Führers, ohne nach links oder rechts zu schauen. Es dürfe für sie immer nur eines geben:
Der Führer und seine SA. haben sich eingesetzt und die Fahne über Deutschland hochgezogen, die heute über dem Reich weht. Die Jugend darf von dieser Fahne nicht weichen. Immer nur voran, immer weiter, von einer Aufgabe zur andern, niemals Stillstand, immer nur Kampf. Damit folgen wir dem Führer als treue Gefolgsmänner, damit werden wir treue Soldaten des Dritten Reiches fein!
Nach kurzem Sprecherwort und Sprechchor übergab der Gebietsführer im Namen der Bewegung und der HI. dem Bann und Jungbann 116 zehn neue Fahnen, die er feierlich weihte.
Kreisletter Dr. Hildebrandt
betonte dann in feiner Ansprache, daß es kaum jemals einen Staat gegeben habe, der solchen Wert auf die Erziehung der Jugend legte, wie der heutige deutsche Staat. Er wies dabei auf die Versäumnisse und Sünden der früheren Zeit hin und machte in überzeugenden Worten den gewaltigen Wert der gründlichen Jugenderziehung unter dem Gesichtspunkt der Notwendigkeiten des Staates und feiner gedeihlichen Zukunft klar. Er hob hervor:
„Wir wissen, daß es Stückwerk wäre, wenn Wänner einen Staat aufbauen und wenn nicht gleichzeitig daran gearbeitet wird, daß die Jugend des Volkes diesen Staat weitertragen kann."
Der Nationalsozialismus habe deshalb sofort nach der Machtübernahme mit aller Konsequenz den einzig möglichen Weg eingeschlagen, durch die Erziehung der Jugend dafür zu sorgen, daß das R"ich das unser Führer geschaffen, nicht nur wenige Jahre dauere, sondern es sei der Grundstein qeleqt, daß unser Drittes Reich die Jahrhunderte überdauere, weil unsere deutsche Jugend dafür erzogen werde, welche auch die jetzt noch im Anfang der Entwicklung stehende wirkliche nationalsozialistische Volksgemeinschaft voll und ganz zur vollendeten Tat machen solle.
Wir müssen unsere ganze Hoffnung auf unsere deutsche Jugend sehen, wenn wir unsere Jugend im Geiste des Führers haben, dann wissen wir, daß unsere Erwartungen in Erfüllung gehen werden.
Der Redner betonte sodann u. a. die Friedensliebe b_e s deutschen Volkes, sprach aber auch klar aus, daß die Frage: Krieg oder Frieden? nicht allein von uns abhängig ist, sondern daß dabei die Strömungen jenseits unserer Grenzen stark mitbestimmen. Er wies in diesem Zusammenhang auf die in unserem Reiche glücklicherweise überwundenen, aber in anderen Ländern wirkenden ordnungs- und staatszerstörenden Machenschaften hin, die zum Ziele haben, den
Unbekannte Fracht.
Roman von Zrank z.vrann.
28. Fortsetzung. Nachdruck verboten!
Gegen Abend bei einer Besorgung stahl sie sich einen Augenblick zu ihrem Freund Fred. Sie klingelte unten. Oben ging die Tür auf. Frau Lorenz sah niemand draußen stehen und rief in den Flur: ,Es hat unten geklingelt, das wird wohl für Sie fein, Herr Lorenzen."
Fred Lorenzen kam im Augenblick. „Ja, hast du denn heute Ausgang, Antje, das ist aber schön, daß du gekommen bist."
„Ich habe nur ganz wenig Zeit, du wohnst jetzt au weit weg von uns Fred." Sie war außer Atem. „Ich muß gleich mit der Bahn zurückfahren."
„Ist etwas geschehen?" Er sah ihrem Gesicht an, daß sie Wichtiges zu sagen hatte.
Sie senkte den Kopf. Das Geständnis beschämte ie. „Frau Billing hat mir gekündigt. Ich soll ofort ausziehen. Vielleicht, wenn Sie darauf be- teht, muß ich noch heute Abend nach dem Essen aus dem Haus."
Er starrte sie perplex an. „Weshalb denn?" Mehr brachte er nicht heraus. Antje sah auf ihre Uhr. Dann entschloß sie sich und berichtete die Vorgänge doch noch. „Ich komme zu spät. Sie werden merken, daß ich nicht nur die Besorgungen gemacht habe. Aber das ist nun alles ganz gleich."
Fred Lorenzen vernahm erstaunt, was sich zugetragen hatte. Er unterbrach Antje zwei-, dreimal mit erregten Zwischenrufen. „Wie ist das möglich? Gibt es so etwas also wahrhaftig?" Aber dann begann er zu überlegen. „Es hat gar keinen Zweck", erklärte er, „daß du dort bei Billings zu Kreuze kriechst. Wenn der Alte womöglich ein Kleptomane ist, hast du denselben Spuk acht Tage später noch einmal. Ich will dir etwas sagen, du packst auf der Stelle deine sieben Sachen und gehst. Ich suche dir ein kleines, billiges Zimmer in der Friedrichstadt, und morgen früh bringe ich dich bei den Graphischen Werken A.-G. als Anlegerin unter. Die Leute suchen gerade für die nächsten Wochen intelligente Hilfsarbeiterinnen. Die Arbeit ist leicht, Metallbuchstaben ansetzen, du
lernst es rasch." Er war ganz siegesgewiß. Antje wagte schüchtern die Anfrage: „Werden sie mich bei den Graphischen Werken so ohne weiteres nehmen? Ich weiß gar nicht, ob mir Frau Billing ein Zeugnis ausstellt."
„Das muß sie, aber davon ganz abgesehen, ich kenne den Personalchef gut, weißt du, er täte mir den Gefallen."
„Warum stellt er dich nicht an?"
Fred Lorenzen lachte verlegen. „Das ist eine andere Sache, Antje. Ich würde eine sogenannte gut bezahlte Kraft sein. Ueber solche Einstellung aber darf er nicht allein entscheiden."
Sie nickte ihm zu. Das hieß: abgemacht, Fred, ich verlasse mich auf dich.
Er begleitete sie zur Haltestelle der Straßenbahn.
Ihr längeres Ausbleiben war bemerkt worden. Frau Billing sah sie böse an, sagte aber nichts. Antje aß zum letzenmal in diesem Hause zu Abend. Sie packte ihre Sachen zusammen. „Morgen früh können Sie gehen", jagte Frau Billing. Das war ihr letztes Wort an Antje. Die Lohnzahlung und die Zeugnisübergabe am andern Morgen erledigte Herr Billing. Er war uninteressiert, daher freundlich, korrekt. Das Zeugnis war farblos lobend. Da der Knabe Hellmuth schon in seinem Kindergarten war, konnte sich Antje von niemand richtig verabschieden. Als sie auf die Straße trat, sah sie sich noch einmal um. Die Gardine des Herren- oder Bibliothekzimmers bewegte sich ein bißchen. Da wußte sie, daß ihr der Hofrat nachsah. Lachte er, rieb er sich erfreut die Hände? Sie wandte den Kopf wieder nach vorn. Auch das war ihr gleichgültig; sie vermochte schon ohne Groll an den alten Mann zu denken.
11. Kapitel.
Antje Oelkens brauchte die Arbeit. Sie brauchte ihre Arbeit so nötig wie das tägliche Brot. Wenn sie die Tage mit Nichtstun hätte hinbringen sollen, wäre sie gestorben wie ein Fisch auf dem Trockenen, dem die Wellen fehlen und die stete Bewegung.
Sie stand vor Herrn Birkmaier, dem Personalchef der Firma Graphische Werke AG. Der Mann sprach. Er redete ihr von fleißiger Arbeit; von nicht leichter Arbeit, die andere Meinung fei ein Irrtum. Antje nickte. Sie hatte Herrn Birkmaier angesehen, einmal im Anfang; das Gesicht hatte
ihr nicht gefallen. Zahnlücken störten ihn beim Sprechen. Jetzt hörte sie ihm zu, ohne die Augen von ihren Schuhen zu erheben.
Herrn Birkmaier gefiel solche Schüchternheit; sie mochte in Berlin sonst selten sein. Er beendete seine Rede. „Also wenn Sie wollen, Fräulein, können Sie gleich hierbleiben und anfangen." Im Ton lag eine Frage. Antje fuhr zusammen. „Ja", agte sie, „ich kann anfangen." Herr Birkmaier treckte ihr die Hand hin. „Also dann", sagte er innlos und starrte ihr ins Gesicht, denn er war kurzsichtig.
Antje nahm die Hand. „Vielen Dank", sagte sie, „Sie sind sehr freundlich."
„Nichts zu danken. Ich tue Herrn Lorenzen gern den Gefallen. Es ist das einzige, was ich für ihn tun kann."
„Ach?" Antje blieb nun doch stehen. „Können Sie nicht die feste Anstellung befürworten, Herr Birkmaier?"
Theodor Birkmaier verzog das Gesicht. „Selbst wenn ich es könnte, täte ich es trotzdem nicht, Fräulein Oelkens. Unter uns. Sie sind ja eine kluge Person und werden das nicht wiedererzählen." Er hatte ein Lächeln in den Mundecken, das sein Gesicht verzog; hübscher wurde er dadurch nicht.
Antjes Hand zuckte zurück und blieb in der Luft stehen. „Warum sagen Sie das, Herr Birkmaier? Fred Lorenzen ist doch ein tüchtiger Mensch, immer auf dem Posten, hinter neuen Ideen her, stets unermüdlich fleißig. Sie müßten die Stapel von Entwürfen seyen, die er versucht
Herr Birkmaier lächelte stärker. „Das ist es ja", sagte er, „Sie leisten ihm einen schlechten Dienst, wenn Sie mir das auch noch berichten." Er verschüchterte sie vollends und bemerkte es nicht ohne Zufriedenheit. „Sorgen Sie sich nicht, Fräulein, ich hätte ihn sowieso nicht genommen. Fred Lorenzen ist ein Phantast, wissen Sie, einer, der seinen Ideen nachläuft, kein ernsthafter, fachlicher Arbeiter. Reklamezeichner, das ist kein Kunstmaler; er verwechselt das. Womit keineswegs gesagt ist, daß ihm nicht hin und wieder ein guter Wurf gelingt. Wir bringen ja auch einiges gern von ihm. Nur in feine Gesamtproduktion können wir nicht soviel Vertrauen setzen, daß wir ihn fest anstellen möchten."
Bolschewismus an die Stells der Ordnung I zu setzen.
Dieser Gefahr wird am wirksamsten begegnet, wenn unsere Jugend im nationalsozialistischen Geiste erzogen wird. Daß die nationalfoziali- stische Jugendarbeit von Erfolg begleitet war, muh jeder zugeben, der mit offenen Augen durch die deutschen Lande geht und überall die prächtige Jugend in der HI. sieht. Die Ausländer, die zur Olympiade zu uns kamen und nun durch unser Vaterland fahren, beneiden uns um unsere Jugend, um unsere Ordnung im Reich, um unsere nationalsozialistische Bewegung. Ohne sie hätte Deutschland nicht zu den Erfolgen kommen können, die wir jetzt mit Stolz sehen: ohne sie hätten wir keine neue, starke Wehrmacht; ohne sie hätten wir Im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit nicht so gewaltige Erfolge erzielt: ohne sie hätten wir uns nicht wieder den hochgeachteten Platz in der Welt errungen.
Weil mir wissen, daß die nationalsozialistische Bewegung nicht Selbstzweck ist, sondern eine Not- wendigkeit für Deutschland, deshalb stehen wir auch immer fester zusammen. Wir wer. den in Treue den Weg weitergehen, auf dem unser Führer führt. Wir haben nur einen Glauben: Deutschland! Wir folgen nur einem Manne: Adolf Hitler!, den wir in Treue grüßen mit dem Rufe: „Sieg-Heil!"
Brausend erklang der dreimalige Ruf der Tausende von Menschen über den weiten Platz, anschlie. ßend wurden die Nationallieder gesungen. Damit fand die Kundgebung der Hitler-Jugend ihren Ab- schloß.
Aus der provinzialhauptsta-t,
Profefforen-Zubi'äum.
Am 1. (September kann Professor Dr. Hein- r i ch Jakob, Direktor der Medizinischen und forensischen Veterinärklinik der Veterinärmedizini- schen Fakultät der Universität Gießen, auf eine 25jährige, sehr erfogreiche Lehr- und Forschungs- tätigfeit als ordentlicher Professor zurückschauen. Er wurde 1911 zum ordentlichen Professor an der damaligen Tierärztlichen Hochschule, jetzigen Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Utrecht ernannt. Dort konnte er nach seinen Plänen und Angaben eine mustergültige Klinik für kleine Haustiere erbauen und aufs beste einrichten lassen. Nach 19- jährigem, höchst anerkanntem Wirken in Utrecht folgte Jakob 1930, nachdem er 1923 einen ehrenvollen Ruf an die Universität Leipzig abgelehnt hatte, einer Berufung an die Veterinär-medizinische Fakultät der Universität Gießen als o. ö. Professor. Neben der Direkion der Medizinischen Vete-- rinärfünif obliegen ihm die Lehrgebiete der allgemeinen Therapie, speziellen Pathologie und Therapie, gerichtlichen Tiermedizin, Arzneiverordnungs- lehre, Pharmakognosie, Gas- und Tierschutz. Außer einer sehr großen Zahl von wissenschaftlichen Abhandlungen schrieb er als größere Werke: „Diagnose und Therapie der inneren Krankheiten des Hundes", 1913 und 1924, „Tierärztliche Augenheilkunde", 1920, „Tierärztliche Pharmakotherapie", 1922 und „Allgemeine Therapie", 1932. Am Festtag des hochgeschätzten Jubilars gedenken in Dankbarkeitt und Verehrung seine Schüler und Kollegen in Holland und dessen Kolonien, wie im Deutschen Reich ihres geliebten Lehrers und erfolgreichen Mitarbeiters mit den herzlichsten Wünschen.
Dornotizen.
Tageskalender für Wonlag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Weiberregiment". -• Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Königswalzer".
Gleisumlegung auf der Main-Weserstrecke.
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In diesen Tagen wird auf der Strecke der Main- Weserbahn das Gleis auf der Strecke zwischen» Gießen und dem Rodtberg erneuert. Die AroeiL kann nur zu bestimmten Zeiten des Tages ausgeführt werden, und zwar in den Stunden des geringsten Verkehrs auf dieser an sich verkehrsreichen Strecke. Nahezu 100 Arbeiter werden deshalb während des zur Verfügung stehenden Zeitraumes eingesetzt. Der Betrieb der Bahn roirN während der Arbeitszeit nur eingleisig fortgeführt.
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Antjes Gesicht war blaß geworden. Nur am den Backenknochen, wo die Haut sich spannte., brannten rote Flecke.
Herr Theodor Birkmaier sah sie an aus einen Mischung von Überlegenheit und Bedauern. Ei überprüfte die Wirkung feiner Worte. Durchaus war er sich klar, daß sie Fred Lorenzen von diese» Unterredung berichten würde. Jede Frau hallt zu dem Mann, den sie liebt. Versprechungen., etwas nicht zu verraten, sind da ganz zwecklos verlangt. Er hoffte und rechnete sogar, daß AntjL dem Lorenzen die gehörte Meinung sagen würden So blieb es ihm erspart, sie dem sonst so netten und angenehmen Fred Lorenzen selber ins Gesicht sagen zu müssen. Er fügte nichts mehr hinM Als eine Angestellte durch das Zimmer ging, rtel er sie an und bat sie, Antje an ihren Wirkung^ kreis zu geleiten. Er verabschiedete sich freunblidl so freundlich, daß sich Antje wundern mußte.
Die Arbeit siel ihr dann doch nicht schwer. Das lag an ihr. Sie war schwerere Tätigkeit gewohnt
Am Abend saß sie in ihrem Zimmer am Schiss' bauerbamm; es ging nach vorn heraus, und des Fenster ließ den Blick auf den schwärzlichen Block des Bahnhofs und auf die ebenso dunkelfarbig Spree frei. Antje hatte sich bereits umgezogen Das Kostüm kam wieder zur Geltung. Aber tV sie ging, stand sie am Fenster und sah sinnend an! die Straße. Sie wußte nicht, wie sie sich verhaltet sollte. Eine Stimme riet ihr, die Unterredung mit Birkmaier auch vor sich selber zu vergessen. 2WI Menschen konnten ihre Meinungen ändern. gab da sehr sonderbare und rasche Wandlungen.! Vielleicht galt Fred Lorenzen morgen oder w einer Woche schon als eine Kraft, die man un» I bedingt für die Graphischen Werke gewinnet mußte! Wozu demnach etwas erzählen von denn, was Birkmaier gesagt hatte!
Aber dann mußte sie sich wieder sagen, daß m1 , dem Zufall einer Meinungsänderung nicht ®* | rechnen fei. Fred Lorenzen hoffte auf diese 2In« । stellung, die in Wirklichkeit in weiter Ferne mar. ] Er rechnete damit und baute seine Pläne daraus auf. Mußte sie ihn da nicht warnen? War nicht beinahe ihre Pflicht, ihm reinen Wein ein» zuschenken, wenn dieser Herr Birkmaier felbec zu feige dazu war und Fred Lorenzen mit leeret ■ Versprechungen hinhielt! Was bedeutete Freuno» ’ schajt, wenn sie hier versagen würde!
(Fortsetzung folgt!)
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