Ausgabe 
31.8.1936
 
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Die Mchen der neuen Terrorwelle in Sowjelrußland

werde wahrscheinlich denselben Standpunkt

vertreten.

in Gowjetrußland vor?"

Das

Auch die Witwe Lenins verhaftet?

11 p m i e i t Benins unmnieiuar ueuui. .......-

ugeLe Verhaftun- , ch a f k a n d e r v e r s ch w ° r u n g g e g ° n d a s

Leben Stalins beschuldigt.

litauische Staatspräsident hat vier

S4« 9fnf nun 1935 au ana-

Der

bleiben somit noch 57 in Haft.

London. 30. Aug. (DRV.) Rach einer TNel- dung desPeople" steht die Verhaftung der Witwe Lenins unmittelbar bevor. Sie sei der Mittäter-

Sie Stalin-Sittalm.

Meinungswandel der englischen Arbeiterpartei.

da draußen vor der Stadt, denen mit der schwieli­gen Faust und dem treuen Herzen, denen, die mit dem Leben ringen und deren höchstes Gut die Ar­beit ist. Er liebt die Musik und einen derben Tanz mit einer drallen Deern.Zuviel Salon und Par- kett, sagt er einmal, da ziehe ich mir doch den derben Bauerntanz vor, wo einem doch wenigstens Die Tanzlust in die Beine fährt." Wer kennt fein Lied nicht, welcher deutsche Soldat hat es im Welt­krieg nicht gesungen:

Schatz, mein Schatz, reise nicht so weit von hier, Im Rosengarten will ich deiner warten, Im grünen Klee, im weihen Schnee...

Kundgebung her Haus- und Grundbesitzer.

Buenos Aires, 9. 2Iug. () Di- Ge­heimpolizei der Bundeshauptstadt und der Provinz ' r 3-.,. . .t___n Gnitaiitfriiinn in

Meuterei in der Roten Armee.

Sowiettruppen müssen Bauernaufstände in der Ukraine unterdrücken.

aufschlußreicher Pläne über die beabsichtigte Zer­setzung der Truppen von Heer und Marine im ko mmun isti sch e n Sinne. Als Auftraggeber wurde einwandfrei der kommu­nistische Zentralausschuß festgestellt. Die Fäden der Verschwörung liefen nach fast allen Garnisonen Argentiniens. Bisher wurden 18 Personen verhaftet. Weitere zahlreiche Ver­haftungen im ganzen Lande sind zu erwarten.

Flugzeugen.

Moskaus Faden in Südamerika.

Kommunistische Verschwörung

Das ist Hermann Löns, der Dichter, Jäger und Mensch, der Deutsche, wie wir ihn kennen und lieben der die Natur in sein Herz geschlossen hat und ihre Geschöpfe, der die Menschen liebte in ihrer ungebrochenen und unverbildeten Kraft und denen er ihr Leben ablauschte, um es in seinen Gedichten und Romanen hell ausstrahlen zu lassen zum Ruhm der Heimat.Der Lehm mag wohl daran schuld gewesen sein, daß ich Sandlandleute schreiben muhte, und die geduckten Nacken, daß es mich danach hungerte, wirkliche Manner hinzu- stellen." __________

Heue Sladtthealermllglieder stellen sich vor.

Hansi Prinz.

Kiel, 29. Aug. (DNB.) Den Höhepunkt der 57. Derbandstagung des Zentralverbandes deutscher Haus- und Grundbesitzervereine, zu der etwa 2000 Vertreter aus allen Teilen des Reiches in Kiel weilen, bildete am Samstagabend eine Kundgebung in derWaldwiese".

Der Kieler Oberbürgermeister Behrens wies darauf hin, daß die Arbeit der Haus- und Grund­besitzer einen großen Schritt auf dem Wege des Ausgleiches der gegenseitigen Interessen aller deut­schen Menschen weiterführen müsse.

Ministerialrat Dr. K n o l l, der Leiter der Haupt­abteilung für Städtebau, Siedelungs- und Woh­nungswesen im Reichsarbeitsministerium, sprach in Vertretung des verhinderten ReichsmiNlsters S e l d t e über das ThemaDer deutsche Hausbe­sitz in Wirtschafts- und Sozialpolitik". Der Redner erläuterte im einzelnen die Bedeutung der Stel­lung des Hausbesitzes im deutschen Wirtschaftsleben. Der Hausbesitz habe vor allem als Auftrag­geb e r eine wichtige Aufgabe im Kampf gegen bi» Arbeitslosigkeit. Die vier Millionen deutscher Hausbesitzer hätten M i l l i a r d e n b e t r a g e v o n Kapitalien zu verwalten die das z T. mühsam ersparte Vermögen von Millionen deustcher

Es sind die letzten Zeilen, die Hermann Löns am 25. September 1914 schrieb. Den nachs- folgenden Taa überlebte der Kriegsfreiwillige «ich wehr. Beim Angriff des Füsilierregiments Nr 73 auf der Straße Berry au BacReims erlag Lons

der Heide unb Sän. ger deutschen Bauerntums hat sich einen.Ehrenplatz un deutschen Volk errungen. Umfangreich ist seme geistige Hinterlassenschaft und mehr noch hatte der knapp Achtungvierzigjährlge uns geschenkt, wenn das Schicksal es anders gewollt hatte. Lons bekennt, daß er, ohne durch Bücherstudium befangen zu sem vor die Natur trat und - »ich lernte sie so besser kennen, als wenn ich vor der Zeit mich mit Einzelheiten beschwert hatte; und daß ich nicht em kalter, weltkluger Mensch geworden bm, das ha mir oft geschadet, aber im Grunde bm ich froh

Elefanten - die Tanks des Altertums.

Daß die Kriegselefanten der Antike Vorgänger der heutigen Tanks waren, ist eine Behauptung, die Dr. Frieling in der LeipzigerJllustrirten Zei­tung" durch verschiedene Vergleichspunkte zu be­gründen sucht.Beide nehmen jedesi Gelände, beide jagen durch ihren unvermuteten Anblick lahmen­den Schrecken in das feindliche Heer, und hinter beiden rückt gut gedeckt .die -Infanterie heran ..." Die Frage, was für Elefanten es waren, die in der alten Kriegsführung benutzt wurden, ist oft umstritten worden. .Die indischen Elefanten werden ja noch heute m .Asien als Lastenträger verwendet, sie sind ungemein anstellig und lassen sich leicht abrichten. Der afrikanische Elefant wird heute dagegen kaum als Haustier verwendet, und man hat vielfach bestritten, datz er sich dressieren läßt. Historiker und.Zoologen haben nun aber nachgewiesen,.daß beide Arten als Kriegswaffen dienten. Beide Elefantenarten standen im Jahre 217 v. Ehr. in der Schlacht bei Raphia in Syrien einander gegenüber, die Syrer mit 102 indischen Elefanten waren den AegYMr mit ihren 73 afrikanischen Elefanten west über legen, und seitdem galt der indische Elefant als besser verwendungsfähig für den Krieg. Schon

Jahr vor dieser Schlacht, 217 vChr warmer Hannibal mit seinen Elefanten ^er die Pyrenäen und Alpen gezogen, und diese stammten Afrika. In Karthago gab es Smllungen für o Kriegselefanten.

stellen vorgenommen.

5000 Flugzeuge jährlich.

Paris,29. Aug. (DNB.) Der französische Flug­zeugkonstrukteur Breguet der von einer Stu­dienreise durch die sowjetrusilsche Flugzeug- und Flugzeugmotorenwerke zuruckgekehrt ist, erklärte einem Vertreter des Jntransigeant: Sowsetruß- land könne mit seinen 200 000 in der Flugzeugin­dustrie beschäftigten Arbeitern e t w a 20m al s o viel Flugzeuge, Motoren und Fluyzeugemzelteile Herstellen wie Frankreich. Er habe sich überzeugen können, daß die fünf großen Motorenwerke und die vier hauptsächlichsten Flugzeugwerke m ber Sage seien, 5000 Flugzeuge Iahrlich herzustel^ len. In den Werken würde im Laufe vo n 24 Stunden in d r e i S ch, ch ten gearbeitet Bei­spielsweise würden m dem Werk XXII 25 000 Arbeiter in drei Schichten beschäftigt und vier Flugzeuge verließen täglich das Werk st artbereit. Es handele sich hierbei um Aweimotorige leichtere Bombenflugzeuge, die eine 'Stundengeschwindigkeit von 400 Kilometer erreichen könnten. In Nischnmowgorod wurden sogar fünf moderne Jagdflugzeuge täglich hergestellt. Wester baue man zwei Typen von viermotorigen schweren

Unter den Mitgliedern der sowiFEschen Kolonie Londons herrsche die^ starke Befürchtung daßdie nachLondon entsandtenVertr e t e rve r G D U die Absicht hätten, eine vorher best mmte Anzahi von Opfern auszuwählem Kem Mitglied der fowjetrussischen Kolonie in London wisse, wer als'nächster nach Moskau abberufen" werde um dort möglicherweise einen schnellen Tod zu erleiden.

Moskau _ ... fordert Ausweisung Trotzkis.

Diplomatischer Schritt m Oslo.

Hermann Löns zum 70. Geburtstag.!

3m Vaterländischen Museum in Celle befindet sich ein Stück Papier, das diese Zeilen enthalt.

Es steht auf blankem Haibrink

Am grauen Findelstein Ein alter, hoher Machangel So Hagestolz und allem. Der Stein, der wird zerschossen, Der Baum der Axt verfästt. Der Brink wird abgegraben. Sie passen nicht mehr in die Welt----

0 Ber Slang zur Einsamkeit, der sich in Dielen ie>- ner Dichtungen stark ausprägt, bringt ihn der über alles geliebten Natur immer naher. Seme 3a-ü>-, Tier- und Natur,childerungen .atmen e Liebe zur Landschaft, sie künden ine innige .Ver­bundenheit mit dem Hennatbadeni seine Leiden- schäft aber gilt der Heide.Ich konnte vor Freude nahe Augen bekommen über die Pracht des maigrünen Buchenwaldes, aber die Heiden, Kiefernwälder, Moore und Bruche lockten mich doch mehr." Von den Menschen sagt er, daß ihn auch bei ihnen das Ursprüngliche lockte; er sucht Um- aang mit schlichten Waldarbeitern, mit Fstcher- ?n«§ten und Hütejungen, so daß er sich als Schiner einst von einem Lehrer sagen lassen muß:Ge­wöhnen Sie sich die Tendenz nach unten ab ! Löns selbst sagt, daß ihm die Befolgung dieses Hinweises nicht gelungen ist; sein Werk beweist es am besten, daß dem o ist. Die großen Auflagezif- kern seiner vielen Liederbücher und seiner Romane, um nur .Das zweite Gesicht" und den Wehrwolf als die bekanntesten zu nennen, sprechen für die

Volkstümlichkeit des Dichters, der m seinen Schil- . derungen immer das Herz seines Lesers zu treffen weiß.Mein Interesse oder mein Herz ist bei dem breiten Unterbau meines Boltes geblieben, au dem das Leben der Nation schließlich beruht, bei den Bauern, Handwerkern und Arbeitern. Mir schmeckt es stets besser, wenn ich am gescheuerten Ti ch über den Daumen frühstücke, als wenn ich mich in Frack und Lack zwischen weißen Schultern durch zehn Gänge durchesse und Konversation m2knn feinen Volke sagt er:Leben muß man darin, ganz darin aufgehen, sich als eins mit feinem Volke fühlen, um etwas Großes zu schaffen, wie es Jeremias Gotthelf glückte". Welche nahe legenden Parallelen ergeben sich aus dieser Auffassung des Volkstums, des Menschseins, welche große Gute spricht aus diesen, mit schlichter Selbstverständlich­keit geprägten Worten und wieviel Starnrnesbe- wußtsein und Mannesturn liegt darin. Den sungen Studenten packt nach Absolvierung des Gymna­siums Heißhunger nach Bildung. Aber- sein Wissens­durst gilt zuerst und immer der westfalischen Ge- sckickste. und es waren kaum zwei Jahre vergangen, da war ich bewußt das, was ich unbe­wußt immer gewesen war, Niedersachse.

Der Lönsbiograph Griebel sagt von Löns, daß, wenn dieser erst in Münster ferne Stammes­zugehörigkeit zu empfinden und sich als Nieder sachfe zu fühlen begann, dann im Pulsschlag seines Herzens und feines Blutes ein Gleichklang mit ber Sinnes- und Lebensart des Volkes, mit der Seele der Stadt und der Landschaft entstanden sein mutz, und daß zugleich aber auch eine seelische Verbun­denheit mit ber geschichtlichen Vergangenheit bieses Lanbes in ihm Wurzel geschlagen haben muß, denn Stammesbewußtsein ohne geistiges unb seelisches Heimatgefühl ist nicht gut möglich.

Unverkennbar ist, wie Persönlichkeit unb (H)a= ratter den Menschen und seine Kunst beeinflussen, und es ist unabweisbar, daß das Schaffen Hermann Löns' untrennbar ist von feiner rahebebingten Bodenverwurzelung, Löns' Kunst ist Zugleich fein Charakter; die Geradheit und Sauberkeit der von ihm geschaffenen Gestalten, mögen sie Helmu Hagenrieder oder Göde Hehlmann heißen, entspricht der Aufrichtigkeit unb Wahrheitsliebe ihres Schöp­fers Den Acker zu bestellen, das ist der wahre ^D^'M-nschen'L, Wb .er frei ist vom Werk- dienst, zieht es hinaus in die Natur, zur Heide, deren Lied er singt. Dort lebt er, einfach, schlicht, ohne Pose unb erfreut sich ber Anteilnahme feiner Freunde aus dem Volke. Sein Herz gehört denen

Die englischen Morgenblätter beschaf- tigen sich mit dem Ersuchen der Sowietregi-rung, Trobki aus Norwegen auszuweisen.Daily Tele oravk" meint daß England zwar uberfteferungs- gemaß feine Neigung den perfolgten Persönlich^

Paris, 30. Aug. (DNB.) Nach einer Havas- Meldung aus Moskau haben Truppen der Roten Armee in Rjasan (250 Kilometer von Moskau entfernt) den Gehör s am v e r w e i - gert. Die Meuterei soll sedoch sch n e l l un ter drückt worden sein. Ferner heißt es m der Mel^ düng, daß in verschiedenen . Testen ber Uframe 58 au er nauf ft änbe ftattgefunben hatten. Die Truppen hätten äußerst scharfe Befehle zur Unter­drück u n g dieser Aufstande erhalten. In einer anderen Meldung aus Moskau wird berichtet, daß die Reinigungsaktion weiter anhalte. Obwohl die Verhaftung des Londoner Handelsv^- treters Ozerski dementiert worden sei, herrsche über dessen Schicksal größte eit

Weiterhin würden dauernd oorbeugeni. . ,

gen in den höheren Beamten- und Kommisiariats-

vor, die der deutsche Hausbesitz als Eig-ntll. mer von rund 17 Millionen Wohnun- gen zu erfüllen habe. Dem Schutz der Mieter diene auch di- vorläufige Einstellung des weiteren Abbaues des Mieterschutzes, die durch die Deifchar- sunq der Lage des Wohnunasmarktes notwendig geworden sei Das Hauptziel der Regierung bleibe die möglichst baldige Beseit, gung der Woh- nungsknappheit durch Siedelungs- und ESe7"St°rialdirekt°r im Reichsjustiz. Ministerium Dr. V o l k m a r überNeuerungen un Grundstücks- und Hypothekenrecht gesprochen hatte, schloß Präsident T r i b i. u s die Kundgebung. Er wurde einstimmig auf weitere ^rer Jahre in seinem Amte vom Reichsausschuß seines Ver banbes bestätigt.

Oer Ehrentag

her heutigen Felhariitterie.

Der Oberbefehlshaber des Heeres bei der Enthüllung des Ehrenmals in Köln.

Köln, 30. Aug. (DNB.) Das. große Treffen der ehemaligen Feldartilleristen, die anläßlich der Weihe des Ehrenmals der deutschen Feld artiüerie nach Köln gekommen sind, wurde am Samstag mit einer großen H e b e n g e b e n k ° - feier für die im Weltkrieg Gefallenen aller Na- tionen auf dem Südfriedhof eingeleitet. Den Höhe­punkt bildete am Sonntaa die feierliche Weihe und Enthüllung des neugeschaffenen E h r e n m a l s ber beutschen felbartillerie am Nieberlanber User. Tau senbe von Zuschauern umsäumten ben am

Nieberlänber Ufer. In langen Kolonnen waren Aborbnungen ber Wehrmacht, SA., SS., NSKK., NSKOV. des Soldatenbundes, des Kyffhauseroun- bes bes Bunbes ber Waffenringe, Subwestasrika- unb Chinakämpfer unb bie alten Solbaten ber ehe- maligen beutschen Felbartillerie mit ihren Fahnrn- kompanien aufmarschiert. Von verschiebenen Ka- meradschaften der alten Regimenter wurden Kriegspferde ber Felbartillerie rnitgeuhrt Fuh. renbe Persönlichkeiten ber Wehrmacht unb ber alten Armee, ber Partei unb ihrer Formationen, ber staatlichen unb stäbtischen Behörben nahmen an ber Weihestunbe teil.

Nach einer kurzen Begrüßungsansprache von Generalmajor a. D. Dr. Sammer, bem Führer bes ßanbesuerbanbes Rheinlanb ini Kyffhauser- bunb, unb bem Vortrag eines von Rudolf Her. zog verfaßten Prologs ergriff der Führer des Waffenringes der ehemaligen deutschen Feldartille. rie, Generalleutnant a. D. Freiherr von W a t« ter, das Wort zur Weiherede. Er feiertedie Treue und Kameradschaft der ehemaligen deutschen Feldartillerie, die stets bereit gewesen sei, für jhr Vaterland das Letzte hinzugeben. Für btese Hal­tung sei bas Denkmal Symbol. Wahrenb Fackeln entzünbet würben unb ein Musikzug ber Wehr macht bas Lied vom guten Kameraden intonierte, die Fahnen sich senkten und Salutschüsse ertönten, fiel die Hülle des Denkmals. , , ..

Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherrvon Fritsch sprach dann 5" seinen alten Kameraden von der Feldartillerie. Es sei ihm, so sagte er, eine besondere große unb auf­richtige Freube, baß er am heutigen Ehrentag seiner alten Stammwaffe teilnehmen könne. Im Auftrage bes Oberbefehlshabers ber Wehrmacht, Generalfeldmarschalls v o nJBlo m b e r o[, ^rTnit- teile er dellen besondere Gruße. Die deutsche Ar tillerie, in öfteren Namen er jetzt einen Kranz me- derlege, werde in diesem Ehrenmal eine erhebende unb mahnenbe Verpflichtung s^n. Zum Abschluß der Weihestunde nahm der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, den Vorbeimarsch ber Formationen ab.

Moskau, 29. Aug. (DNB.) Wie bieTaß mitteilt, hat ber sowjetrussifche Gesanbte Jakubo­witsch bem norwegischen Auhenminister erklärt, daß die Sowjetregierung auf Grund der Ergebnisse de Prozesses Sinowjew und seme Mitangeklagten da. mit rechne, daß die norwegische Regierung Trotzki bas weitere Zufluchtsrecht auf nor­wegischem Gebiet entziehe Trotzki sei der Organisator und Leiter der terroristischen Hand- lungen9 die die Ermordung der Mitglieder der Sowjetregierung und der Führer des s?mietru si- schen Volkes zum Ziele hätten. Erne weitere Auf- enthaltsbewilligung für Trotzki wurde der zeitge­mäßen Auffasiung über bie Normen internationaler Beziehungen wibersprechen. Man könne sich erin- neni, daß in Verbindung mit der Ermordung des @nni(i5 Alerander von Jugoslawien unb des fran zösstchen Außenministers Barüjou ber 5ßölterbunb5-- rat als Pflicht ber Völk-rbunbsm.tglieber festgestellt bade f i d> gegenfeitig im Kampf gegen den Terrorismus zu helfen. Der n°rw ° gifche Außenminister hat ben foroJe,trl!*tI^mnrme- fanbten barauf aufmerkfam gemacht, bafe ^orrne' gen kein einschlägiges internationa­les Abkommen unterzeichnet habe. Der einzige Gesichtspunkt, ber also nach internationalem Recht in Betracht gezogen werben könne, der aber auch in Betracht sy»gen roerben fei bas

Weiterbestehen der freundschaftlichen Beziehungen zu Sowjetrußland. *

London, 31. äug. (DNB. Funkspruch), Blatt ber ArbeiterparteiD aily Her ald> , das bisher demSowjetparadies große Sympathien entgegengebracht hat, greift heute die ^^ormah nahmen Stalins in scharfer Form an. Der gegem märtige Terrorfeldzug erinnere m einem Um ang an den roten Terror des Jahres 1918. Die Ansicht, daß die Sowjetunion sich rasch einem neuen Zeit­alter der Freiheit nähere, müsse man letzt a us° neben; er werde nicht durch Tatsachen gerecht­fertigt. Auch die neue Verfassung ändere nichts an dem Fortbestehen der Stalindiktatur.

Ist der Terror", so fragt bas Blatt,die Ant­wort auf eine weitverbreitete Verschwörung gegen Stalin, die in ganz Sowjetruhland Inh gefaxt hat, sämtliche Zweige der Regierung und der Armee durchdringt, die verlahlichsten Bol- ichewisten ansteckt und so gefährlich ist, dah man ihr mit den Methoden von 1918 entgegentreten muh? Wenn ja, dann muh etwas in der ganzen inneren Ordnung in Sow­jetruhland von Grund auf falsch sein. Oder handelt es sich etwa um die E r o ff - nung eines neuen Abschnittes, der dem Bolschewismuh ein Ende seht und der die Entstehung eines neuen Bonapartismus einleitet?

bamen. Trotzbem ist meine Spielfreube nicht ge­ringer geworben. Ich freue mich schon sehr auf mein brittes Jahr beim Theater! In Gießen!

Hans Geitzler.

Ich bin ebenso wie meine Eltern geborener Ham­burger, habe bie Oberrealschule besucht, bann eine zweijährige kaufmännische Lehrzeit in einer Ham« burger Firma absolviert unb meine bramatiscye Ausbilbung burch meinen Vater erhalten, ber 30 Jahre lang Mitglied bes Stabttheaters Altona (Elbe) war. 1916 ging ich als Freiwilliger ms Feld, würbe 1917 in ber Flanbernschlacht verwunbet, war bald barauf bis 1918 an ber Front unb wurde 1919 bei ber Demobilmachung entlassen. Meine Engage» ments waren Neiße und Schweidnitz als Anfänger, bann Liegnitz, Beuthen-Kattowitz, Heidelberg, ab 1925 Schillertheater Altona als Regisseur unb Schauspieler (zugleich Oberspielleiter), später Thalia- theater und 1935/36 Neues Theater Hamburg.

Ich bin Wienerin. Natürlich habe ich als Kind so reizend Gedichte aufgesagt, daß meine Tanten einstimmig der Ansicht waren, es würde einen un- fchätzbaren Verlust für das deutsche Theater be- deuten, wenn ich nicht zur Bühne ginge. So wür­ben in der Volksschule sämtliche Schulfeiern durch meinen Bortrag oerfchönert. Meine Eltern legten mir nicht das Geringste m den Weg. Nur brachten sie meinen beruflichen Erfolgen und Mißerfolgen anfangs große Gleichgültigkeit entgegen. Das lahmte meine Energie. Schauspieler sollen sich m *br*r Jugend mit ihrer Familie verkrachen, das gehört zum guten Ton! Plötzlich entschloß ich mich, eimge Theaterkanzleien aufzusuchen, und ich hatte Gluck. Gleich in der Scala wurde ich für Die Operette

Die verliebte Königin" verpflichtet und kam noch in demselben Jahre an bas Raimunbtheater als jugenbliche Liebhaberin. Für bie vergangene Spiel- zeit schloß ich nach Aussig an der Elbe abl ich habe gespielt: Naive, Soubretten und jugendliche Salon-

Volksgenossen darstellten. Ministerialrat Dr. Knoll

ging bann auf bie Ma^mhmen & riattonalf 3 ^udithausftrafen verurteilt worben waren,

Paris, 31. Aug. (DNB. Funkspruch.)Was geht in der Sowjetunion vor? , fragt der rechts­stehendeJour" und beantwortet diese Frage mit dem Hinweis auf die Massenverhaftungen Meute- reien, Selbstmord-, Auflösung^ des Syndika - der Intellektuellen. DerFigaro £9?

Meldung, in der behauptet wird, daß d,e 16 Hm richtungen im Sinowjew-Prozeß 'N Wirk­lichkeit nicht stattgefunden batten Sas aanAe fei nur eine geschickt aufgezogene Ko ^ödie gewesen. Die 16 zum Tode Berurte,len würden in einem Ponzerzug über Samara und,11 a nach Irkutsk transportiert roo sie angeblich m einem militärisch bewachten Dorfe äaiischen bem Lena-Fluß unb Dem Baikal-See untergebracht wer­den sollen.

(eiten zuwenbe, erinnert aber gleichzeitig a n b« s

p-"-!'-?!- -«LS- Programmpunkte sei es gewesen, baß bi meeunter seiner Führung M°rd und Brand durch Europa tragen solle. Jnzwiscyen leien in Moskau die blutigen Maßnchmen gegen die An­hänger Trotzkis im Gange. Em Sow^tbeamter, der gegenwärtig aufgeforb^t werbe, nach Moskau au kommen brauche möglicherweise keine Ruck Uat'e\u lösen Stalin bedauere es ohne Äif-l s-hr, daß er Trotzki aus seinem ursprung- ücben Verbannungsgebiet an der Grenze von 6bme>

W-Turkestan entlassen habe. Daß der englischen Regierung nahestehende Blatt stellt dann d,° Frag , w a o n u n m i t T r o tz k i geschehen, solle, und w°l- ches Land ihn wohl aufnehmen wurde. Eme der wenigen klugen Maßnahmen, die bie arb eiter partei­liche Regierung Gnglanbs seinerzeit ergriffen habe, fei bie Verweigerung der Einreiseer­laubnis nach England für Trotzki gewesen. Der jetzige englische Innenminister Sir John Simon