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31.8.1936
 
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Nr. 203 Erstes Blatt

186. Jahrgang

Montag, 3l.August 1936

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schien, flohen sie.

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Lon d o n, 31. Aug. (DRV. Funkspruch.) In einem Sonderbericht aus Valencia berichtet die Times" über den in Madrid herrschenden roten Terror. Ieden Morgen könne man im Manzanares- Fluh die nackten Leichen von Ermorde- t e n sehen. Manche Erschossenen würden sogar am Tage mitten in der Stadt von fahrenden Kraftwagen auf die Strahe geschleu­dert. Die Mauern des Retiro, des berühmten Madrider Parks, in der Nähe der britischen Bot­schaft und viele andere Plätze seien über und über mit Blut bespritzt. Krankenhäuser am Rande Madrids hätten sich sogar bei der Regierung beklagt, dah die Kranken infolge der Schreie der Opfer, die jede Nacht in den Vororten Madrids umgebracht werden, nicht schlafen könnten. Der Berichterstatter führt dann aus, wie einzelne angesehene Spanier ohne Gerichts­verfahren von den Roten hingemehelt worden seien.

lieber die Schreckensherrschaft der Marxisten in

aus Grund einfacher Denunziationen bei den drei syndikalistischen Zentralen zusammengestellt. Der wirkliche Herrscher von Malaga sei ein Bar­bier. Er sitze in Hemdsärmeln im Salon des Zi­vilgouverneurs, wo er die Denunziationen lese und von 8 Uhr morgens bis spät abends die Todes- listen unterzeichne.

Die französischen Kommunisten lasten nicht locker.

Paris, 31. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die kommunistischeHurnanite" hatte am Sonntag zu einer Massenkundgebung im Freien nach dem Pariser Vorort Garches aufgerufen. Dor mehr als 200 000 Kommunisten sprachen u. a. der Generalsekretär der kommunisttschen Partei Frank­reichs, T h o r e z , und der französische Kommuni- stenhäuptling C a ch i n. In ihren Hetzreden ver» kündeten sie, die Solidarität mit den spanischen Marxisten. Cachin forderte die französischen Kom­munisten auf, die Reihen fest um die kom­munistische Fahne und um Stalin, denChef

mußte, in Bewegung gesetzt, da wurde der Prie­ster von den Roten erschossen. Der Führer des Wagens alarmierte sofort die französische Grenzpolizei, die eine Abteilung Mobilgarde an den Tatort schickte. Die Roten hatten inzwischen den Leichnam des Priesters mit Benzin begossen und an gezündet. Als die Mobilgarde

Die Rationalisten kündigen Beschießung vonJrun an

Die Stadt von Krauen und Kindern geräumt.-Ein Klüchtlingsstrom im Grenzort Hendaye. Nichtmarxisten von den Roten als Geiseln zurückbehalten.

Diese Vermittlung würde im Namen des gesamten Diplomattschen Korps in Madrid mit den in jedem einzelnen Fall am besten geeigneten Mitteln erfol­gen, besonders durch die Entsendung von Sonderbeauftragten durch Vermittlung von Militärattaches und durch die Anrufung des Roten Kreuzes.

Das auf Anregung des Doyens des Diplomati­schen Korps, des argentinischen Botschaf­ters sowie des italienischen Botschaf­ters in Madrid übergebene Schriftstück ist unter­zeichnet von den diplomatischen Vertretern Italiens, Englands, Frankreichs, Belgiens, der Tschechei, Hollands, Norwegens, Finnlands und Schwedens. Die Vereinigten Staaten und Japan haben sich dem Schritt nicht angeschloffen. In den beteiligten Krei­sen wird Wert auf die Feststellung gelegt, daß es sich hierbei in keiner Weise um einen Vermittlungs­versuch zwischen den beiden kämpfenden Parteien handelt, sondern lediglich um die Absicht, die Kriegsführung humaner zu gestalten.

SpamschesFlugzeugbombardierl amerikanischen Zerstörer.

Amerikanischer Protest in Madrid und Burgos.

Neu york, 31. August. (DNB. Funkspruch.) Auf seiner Inspektionsreise durch das von der Dürre betroffene Gebiet erhielt Präsident Roosevelt in der Stadt Rapid in Süddakota

eine Mitteilung, daß der amerikanische 3er {toterK a n e" 38 Meilen von der spani­schen Küste entfernt von einem spanischen Flugzeug angegriffen worden sei. Das Flugzeug, dessen Beschriftung nicht festgestellt werden konnte, warf mehrere Bomben ab, ohne jedoch den Kreuzer zu treffen. Kane erwi­derte sofort das Feuer. Dem Flugzeug gelang es aber, zu entkommen. Präsident Roose­velt veranlaßte das Staatsdepartement sofort, Protest bei den Regierungen in Ma­drid und in Burgos einzulegen.

Ein französischer Priester in Andorra von Marxisten ermordet und verbrannt.

Paris, 31. Aug. (DNB.) Ein französischer Priester war vor einigen Tagen mit einem Kraft­omnibus in d i e Republik Andorra auf dem Berg Euvalira gekommen, wo der Omnibus von einer Gruppe roter Milizfoldaten angehalten wurde. Die Marxisten prüften die Papiere der Reifenden und nahmen den Priester fest. Kaum hatte sich der Omnibus, der zurückfahren

Roter V wiener in Madrid und Maga

Englische Berichte von den marxistischen Greueln.

sunksendungen des Senders von vill a angehört hätten. Die Todeslisten wurden

Neue Regierung in Rumänien ohne Titulescu.

Außenpolitik bleibt unverändert.-Freundschast zu Frankreich besonders betont.

Verstärkung der Rüstungen. - Auflösung aller Wehrformationen.

ganzen Lande herrsche Ruhe. Die Massen der Bauern und Arbeiter genössen bereits die Vorteile der beginnenden Wirtschaftsbelebunb, die auf die dreijährige Aufbauarbeit der Regrerung zurückzuführen fei. Die alten Quellen der Unzu­friedenheit seien fast völlig verstopft. Indessen sei in letzter Zeit eine k ü n st l i ch g e s ch a f f e n e Un­ruhe zu bemerken gewesen, die die Neigung zeige, sich in eine ständige Kette von Ausschreitungen und Gewalttätigkeiten umzuwandeln. Diese Strömungen würden im Zaume gehalten werden. Alle politischen Organisationen würden sich weiterhin im Rahmen der bestehenden Gesetze entwickeln können, aber alle Ausschreitungen würden unterdrückt wer­den. Die Regierung werde die Entwaffnung alle W e h r f o r m a t i o n e n, sei es der Rechten, sei es der Linken, durchführen. Der Ministerprast- dent fügte hinzu, daß es einer der ersten Schritte der Regierung sein werde, die Politik aus den Universitäten zu verbannen.

Auf die Außenpolitik übergehend, drückte Tata- rescu zunächst dem scheidenden Außenminister Titulescu den Dank für die großen Dienste aus, die er dem Lande geleistet habe. Rumäniens Außenpolitik, die unverändert weiterge« führt werden würde, fei keine Politik rein persönlichen Charakters und fei auch keine Oppor» tunitätspolitik. Sie fei keineswegs die Politik eines einzelnen Menschen, noch die Politik einer Parte', sondern die Politik der ganzen Ration. Die ständi­gen Ausgaben der rumänischen Außenpolitik seien die Sicherung der Grenzen und die Auf-

Bukarest, 29. Aug. (DNB.) Ministerpräsident Tatarescu teilte dem Ministerrat mit, daß er dem König die Demission des Kabinetts überreicht habe und vom König mit der Neu­bildung der Regierung betraut worden sei. Das neue rumänische Kabinett, das am Sonntag um 1 Uhr morgens auf Schloß Pelesch König Carol den Treueid leistete, hat folgende Zu­sammensetzung: Ministerpräsident: Georg Tata­rescu: Staatsminister und stellvertretender Mini­sterpräsident: Z n c u l e tz; Inneres: Luca; Aeuhe- res: Antonescu: Finanzen: Cancicov; Ju­stiz: Djuvara: Handel: Baler P o p; Oesfent- liche Arbeiten und Verkehr: F r a n a s o v i c i; Ar­beit: Ni stör: Landwirtschaft: Sassu: National- oerteidigung: General Paul Angelescu: Ge­sundheitswesen: Dr. Costinescu: Kunst und Wissenschaft: Jam an di; Oeffentlicher Unterricht: Dr Angelescu; Staatsminister ohne Porte­feuille: L a p e d a t u und N e h u r a.

Ministerpräsident Tatarescu hat der Presse eine Erklärung über die Politik der neuen Regie­rung abgegeben. Dabei führte er u. a. aus, daß fein Kabinett in der neuen Zusammensetzung d l e ­se l b e Innen» und Außenpolitik verfol­gen werde wie in den letzten drei Jahren, in denen er bereits die Führung der Regierung innehatte. Die größere Geschlossenheit des neuen Kabinetts werde ein Höchstmaß von Einheitlichkeit beiallenRegierungshandlungen sicher» stellen. In erster Linie werde die Ordnung im Innern aufrechterhalten werden. Im

rechterhaltung immer enger werden­der Bezieh ungenzuden Verbündeten, zur Kleinen Entente, zur Balkan-Entente, zu Polen, England und vor allem zu Frankreich, mit dem Rumänien durch unlösbare Bande verbunden sei. Freundschaftliche Beziehungen zu allen Staa­ten, zur Sowjetunion und zu allen Nachbarn seien das ständige Ziel. Zum Schluß erklärte der Ministerpräsident, daß die Regierung mit größter Energie die Verstärkung der Wehrmacht fördern werde, und kündigte an, daß sich der Mi­nisterrat in seiner ersten Sitzung sofort mit der Frage neuer Kredite in Höhe von fünf Mil­liarden Lei für Heereszwecke beschäftigen müsse.

Titulescu ertranft

Paris, 31. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der ehe­malige rumänische Außenminister Titulescu, der sich seit dem Abschluß der Verhandlungen von Montreux in Kap Martin an der franzosi» schen Riviera aufhält, wo ihn auch die Nach­richt oon seiner Ausbootung aus der rumänischen Regierung erreichte, ist plötzlich erkrankt. Am Sonntagabend hatte er hohes Fieber, so daß man sich in feiner Umgebung ernste Sorge machte. Ein Arzt aus Monte Carlo wurde an das Kranken­lager gerufen. Der neu ernannte Unterstaats­sekretär im rumänischen Außenministerium Radu­lescu ist in Kap Martin eingetroffen.

tteberraschuug in Paris.

Die Ausbootung Titulescus verursacht Besorgnis.

Das Hauptquartier der spanischen Militär- Gruppe teilt in später Abendstunde des Sonntag mit, daß die nationalen Truppen m A st u r i e n Dich des Ortes Espuna bemächtigt und fünf Lastwagen mit Waffen und Munition erobert hätten. In der Gegend von Saragossa sollen die Marxisten bei Atienza zuruck gewor­ren worden fein. An der Guipuzcoa-Front (San Sebastian) hätten die Nationalisten die Hohen er Dbert, die die Umgegend von Lasarte beherrschten. Den nationalen Kräften, Die a u f X o»le*> o mar» sichreren, soll es gelungen sein, bis auf Gartera mnb Torriojo vorzudringen. Beide Orte seien b e - sieht worden.

Für Schuh der Zivilbevölkerung.

Ein Schritt des Diplomatischen Korps.

Hendaye, 31. Aug. (DNB.) Der Madrider Regierung ist von den in Madrid beglaubigten di­plomatischen Vertretern, die sich zur Zeit in dem ffranzösischen Badeort SamtJean be Cup auf- halten, folgende Note überreicht worden.Auf An regunq des Doyen des Madrider Diplomatischen Korps hat ein Gedankenaustausch ftaügefunöen, der beweist, mit wie tiefem Schmerz öieBipIomaten die beiden der spanischen Zlvilbevo . lerung während der gegenwärtigen Ereignisse Mitempfinden. Diese Leiden eraeben f'ti aus ber Ginterterung der Geiseln und nicht Sümpfender Zivilpersonen, aus dem Mangel an Medikamenten, Leb e n s - Mitteln und aus dem Verlust an Menschenleben infolge der Bombardierung unoertei- Digter Städte. ....

Um diese Leiden der spanischen Bevölkerung zu mildern, erklärt das Diplomatische Korps sich be­reit, sich an die Regierung der spanischen Republik BU wenden, feine Vermittlung anzubie» len, um in beiden Lagern Maßnahmen und Ver­einbarungen zu treffen, die fern von jeder Politischen ober militärischen Einmischung b i e Aivilbevölkeruna gegen die obenerwähnten iinb gegen andere Leiden schützen könnten.

Paris, 31.Auq. (DNB.) DerJntransigeant" behauptet, Titulescu soll stets für den Frieden em» getreten sein. Seine Anhänglichkeit an Frankreich sei bekannt. Er habe in politischen Kreisen Europas einunvergleichliches Ansehen" genossen. Da er auch innerhalb Rumäniens eine besondere Stellung zu den verschiedenen Parteien habe, könne man sein Ausscheiden nur als vorläufig ansehen. Anderseits dürfe aber auch die Anhänglichkeit des neuen Außenministers Antonescu an Frank­reich nicht in Zweifel gezogen werden. Der außenpolitische Korrespondent desParis Soir", Sauerwein, nennt die Nachricht von der Um­besetzung im rumänischen Außenministerium über­raschend. Seit mehr als 17 Jahren habe Titu­lescu die Diplomatie seines Landes geleitet. Als er feine Absetzung erfahren habe, habe er feiner Ueberraschung und feinem Unwillen Ausdruck ge­geben; denn er habe niemals gedacht, daß man ihn während feiner Abwesenheit und ohne ihn zu befragen, so brutal seines Postens berauben würde.Das ist ein Kom - p l o 11", habe er ausgerufen,ich kenne die Hinter­gründe und ich behalte mir meine ganze Handlungs­freiheit vor." Ohne annehmen zu wollen, fo sagt Sauerwein weiter, daß Rumänien nun das franzö­sische Bündnis aufgeben würde, wofür allein schon die Person des neuen Außenministers eine Ge­währ gebe, könne man doch vielleicht von einer gewissen Entwicklung sprechen, die sich in der ru­mänischen Jnnenpolitk und wohl auch parallel bazu in der Außenpolitik abspielen werde. Es sei eine starke Bewegung entstanden, die ihre Sym­pathien auf Deutschland richte, die im übrigen ihre kommerzielle und intellektuelle Pro­paganda mit einer großen Meisterschaft führe und eine starke Opposition gegen eine (En­tente mit den Sowjets vertrete. Wenn B r a t i a n u zahlreiche Broschüren und Schriften veröffentlicht habe, in denen die Möglichkeit des Durchmarsches eines Teiles der roten Armee durch Rumänien im Kriegsfälle er­örtert werde, fo feien gegen diese Idee zahlreiche Kritiken aufgetaucht.

DerTemps" schreibt, die Erklärung, die man für Titulescus Ausbootung gebe, fei die, daß Tatarescu und der Chef der Liberalen Partei Bratianu sich darüber einig gewesen seien, eine homogene liberale Regierung zu bilden. Das andere Gerücht, daß Titulescu wegen feiner persönlichen Sympathien für eine aktive Zusammen­arbeit mit Svwj etrußland nicht in die neue Regierung miteinbezvgen worden fei, könne man wohl nicht ganz glauben. (?) Anschließend lobt derTemps" den neuen Außenminister Antonescu als Freund Frankreichs. Sehr betrübt über die Ab­schiebung Titulescus zeigt sich dasJournal des- bats". Die Nachricht habe, fo heißt es in dem Blatt, in allen französischen Kreisen größte lieber» rafdjung hervorgerufen.

polnische Stimmen.

Warschau, 31. Aug. (DNB. Funkspruch.) Zum Sturz des rumänischen Außenministers Titulescu schreibtKurjer Poranny", Titulescu habe seine Politik lediglich unter persönlichen und egoistischen Gesichtspunkten ge­führt. Wenn man überhaupt von einem Leitgedan­ken der Politik Titulescus sprechen könne, so habe er die Tendenz befolgt, ein solches Gewirr gegenseitiger Garantien zu schaffen, daß sich schließlich niemand mehr darin zurecht finden konnte. Am schmerzlichsten werde für Titulescu wohl der Verlust der Dispositionsfonds fein, über die er als Außenminister verfügte, und mit denen er einen Luxus getrieben habe, w i e ein indischer Nabob, weit über die wirt­schaftlichen Möglichkeiten seines Vaterlandes hinaus. Wenn es Titulescu nicht gelinge, in die politische Arena zurückzukehren, so werde das ein Beweis fein, daß das verbündete Rumänien in feine Außen­politik durchaus andere Grundsätze auf« genommen habe, als die, zu denen Tttulescu sich bekannto.

Front vor Jrun, 31.Aug. (DNB.) In den späten Abendstunden des Sonntags hat die F ü h - ru n g der nationalistischen Truppen einen Aufruf abwerfen lassen, in dem mitgeteilt wird, daß die Stadt Jrun, falls sie sich nicht bis Mitternacht ergebe, am Montag um 5 Uhr von 22 Geschützen der Landartillerie, der Schiffs- artillerie und von Flugzeugen aus bombar­diert werden müsse. Es wird empfohlen, die Stadt von Frauen und Kindern räu- menzulassen.

Tatsächlich hat am Sonntag um 22 Uhr die Räu­mung Jruns begonnen.

Das sich beim Schein des Vollmondes an der internationalen Brücke abrollende Bild ist sehr traurig. Frauen und Kinder kommen i m endlosen Auge von Greisen und Knaben begleitet Die waffenfähigen IHänner bleiben in Jrun, zum äußersten Widerstand gegen die Nationalisten entschlossen. Frauen schleppen Matratzen und Betten für ihre Kinder, die mitten aus dem Schlaf gerissen, großenteils in ihren Nachthemdchen gegen die Kühle der Rächt notdürftig mit Decken geschützt, sich weinend an den Röcken ihrer Mütter sesthalten. Fran­zösische Gendarmen bringen die Flüchtlinge am Bahnhof von hendaye in einem Güter­schuppen unter, der notdürftig in aller Eile zu einem Massenquartier hergerichtet worden ist.

Bei den Landwirten in der Umgebung von Hendaye mürbe Milch für die Kinder bestellt. Bis 1 Uhr morgens haben etwa 1000 Frauen, Kinder und greife die Grenze überschritten, weitere 1500 werden bis zum Morgengrauen noch erwartet.

Eharakteristisch für die auf dieser Seite der Grenze «herrschende Stimmung in einem großen Teil der Bevölkerung ist die Haltung ber franzo- siischen Bolksfrontleute, bie in lauten Protestkunbgebungen gegen biefaschistischen Mör- toer" ihrer Sympathie für bie spanischen Marxisten ungehemmt unb unzweibeutig Ausbruck geben. Ohne »ort ber Polizei im geringsten gestört zu werben, Konnten biefe Leute in unmittelbarer Nähe bes i Wahnhofs vor ben bärtigen Hotels haltenbe fpa- ; mische Kraftwagen, bie bie Zulassungsnummer von Navarra tru^n, anpöbeln unb belästigen. Die Er­legung in ben antimarxistischen Schichten ber fran­zösischen Bevölkerung über dieses Verhalten 'st «ußerorbentlich groß.

Besonders fällt hier auf, dah unter den aus­gewanderten Frauen, Kindern und Greisen sich auch nicht ein Angehöriger der spanischen nicht­marxistischen Bevölkerung von Jrun befindet. Ls scheint, dah die roten Machthaber alle Richtmarxisten zurückgehalten ha­ben, um ihren Bestand an Geiseln, der schon seit vielen Wochen in den Kellern des Forts von Guadalupe schmachtet, noch um ein be­deutendes zu erhöhen. Rach glaubwürdigen Be­richten wollen die Marxisten sämtliche Geiseln ihre Zahl hat inzwischen viele Hunderte er- reicht rücksichtslos ermorden, falls die nationalen Truppen Jrun beschießen.

Malaga berichtet der Sonderkorrespondent des Daily Telegraph" In Gibraltar. Dort wurden viele Personen aus geringfügigsten Gründen er- ......v ,

schossen, teilweise nur deshalb, weil sie sich Rund- des Proletariats", zu schließen.