so rief Arlandi, „baß ihr bie verbrecherische Propaganda der reaktionären Presse gegen eure spanischen Brüder zum Schweigen bringt und daß ihr auf die Regierung einwirkt, damit sie ihre Pflicht als demokratische Regierung erfüllt, d. h. ohne Verletzung eines internationalen Gesetzes der regelrechten spanischen Regierung Kriegsmaterial verkauft. Die Feinde des Volkes und der Freiheit haben keine rechtlichen Gewissensbedenken."
Der kommunistische Senator Cachez trat warm für Arlandis Standpunkt ein. Zur gleichen Stunde hatten sich in einem anderen Saal die Anhänger der französischen Volkspartei um deren Gründer, den ehemaligen Kommunisten D o r i o t versammelt, der sich im Gegenteil gegen jede französische Einmischung in die spanischen Angelegenheiten aussprach und nach dem „Journal" erklärte, wir bedauern den blutigen Bürgerkrieg in Spanien.
Dir haben dort nicht Partei zu ergreifen, vor allem dürfen wir der Sowjetregierung nicht bei ihrem verbrecherischen Unternehmen helfen.
Der Berichterstatter der Zeitung „Le Jour" in Oran behauptet, daß am 28. Juli zwei marokkanische Schiffe mit 25 bzw. 50 Tonnen Munition an Bord ausgelaufen seien. Die Munition stamme aus dem Artilleriepark von Oran. Als Bestimmungsort der Schiffe fei Algier, Bone und Bougie genannt worden. Aber dort sei bisher
keines der beiden Schiffe angekommen.
Der Berichterstatter fragt, was aus diesen Ladungen unter den gegenwärtigen Verhältnissen geworden sei.
Wieder ein spanisches Goldflugzeug.
Paris, 30. Juli. (DNB.) In Le Bourget ist am Donnerstagmittag wiederum ein spanisches Regierungsflugzeug aus Madrid mit 1500 Kilogramm Gold an Bord eingetroffen.
„Zum Zwecke der Verbrüderung/'
Hendaye, 30. Juli. (DRB.) Der französische kommunistische Abgeordnete Vaillant- Couturier hat sich drei Tage zu „Propaganda- und Verbrüderungszwecken" in San Sebastian aufgehalten. Er wurde am Donnerstag im Auto nach Hendaye zurückgeführt. Auf der Fahrt zwischen den beiden Orten wurde sein Fahrer von den Car- listen schwer angeschossen.
Wettere französische Gehetm- pläne für die Sowjets?
Paris, 31. Juli. (DNB. Funkspruch.) „Le Jour" will wissen, daß der französische Kriegsmarineminister Gasnier-Duparc Weisung gegeben habe, den Sowjetrussen die Pläne und Zeichnungen eines neuen Flugabwehrgeschützes auszuhändigen, das zur Zeit auf zwei Kreuzern ausprobiert werde. Es handele sich um ein von den Dienststellen der französischen Kriegsmarine hergestelltes Geschütz, dessen Geheimnis so streng gewahrt worden sei, daß die Herstellung und Zusammensetzung der Einzelteile an verschiedenen Orten erfolgt sei.
Die Hilfe der deutschen Kriegsschiffe.
Berlin, 30. Juli. (DNB.) Nach Meldungen des Kreuzers „Köln" hat der spanische Kreuzer „A l m i r a n t e C e r v e r a" am vergangenen Mittwoch den kommunistischen Stadtteil von Gijon in Nordspanien beschossen. Durch einige Fehlschüsse wurden, noch bevor der Kreuzer mit der Einschiffung begonnen hatte, auch deutsche Staatsangehörige verletzt. Ein Deutscher Heinz Voß aus Hamburg ist seinen Verletzungen erlegen, während Heinrich Schmidt aus Duisburg, Karl W e v e r aus Barmen, Ernst B l u e m e l aus Hirschberg, Friedrich Wittum aus Pforzheim und Philipp Frick aus Wiesbaden schwer verletzt an Bord der „Köln" genommen wurden.
Der Kommandant des Kreuzers, Kapitän zur See Backenköhler legte sofort bei dem Kommandanten des spanischen Kreuzers scharfen Protest gegen die Verletzung deutscher Staatsangehöriger ein, worauf der spanische Kommandant dem deutschen Kommandanten sein Bedauern aussprach. Der Befehlshaber der Linienschiffe, Konteradmiral Carls, wiederholte diesen Protest auch im Namen der Oesterreicher, Schweden und Schweizer, deren besonderer Schutz ihm übertragen sei, den spanischen Behörden gegenüber, die ihm darauf ihr Bedauern über den Tod und die Verletzungen deutscher Reichsangehöriger zum Ausdruck brachten. Außer den schwer verletzten Deutschen hat der Kreuzer „Köln" auch die übrigen deutschen Staatsangehörigen aus Gijon und Musel hn Bord genommen, ferner einige Oesterreicher, Schweizer, Schweden und Cubaner.
Der deutsche Dampfer „W essel" ist nach Uebernahme der vom Panzerschiff „Deutschland im Hafen von Santander aufgenommenen Rückwanderer am Mittwochabend mit insgesamt 378 Flüchtlingen, darunter 202 Deutschen von Bilbao, nach St. Jean de Luz abgefahren.
Die Torpedoboote „Seeadler" und „A l b a - t r o s" der 2. Torpedobootsflotille befinden sich jetzt auch in den spanischen Gewässern und begeben sich nach Santander bzw. Portugalete.
Der Befehlshaber der Linienschiffe, Konteradmiral Carls, meldet, daß die letzten deutschen Rückwanderer aus San Sebastian, Renteria und Passajes inzwischen durch den Dampfer „Bellona" und ferner 82 Flüchtlinge aus Bilbao durch den Dampfer „Krono" nach St. Jean de Luz in Sicherheit gebracht worden feien.
Das unter dem Befehl des Kapitäns zur See Marschall stehende Panzerschiff „Admiral Scheer^ übernahm aus Barcelona 31 Deutsche, die der italienische Zerstörer „Grecale" in Lloret-de-Mar ausgenommen hatte. Es begibt sich von dort nach Tarragona und anschließend nach Valencia. Die deutschen Dampfer „Urania" und „Uckermark" haben weitere 500 Deutsche und 20 Ausländer aus Barcelona nach Genua gebracht.
In verschiedenen Berichten kommt der Dank der Rückwanderer für die vorbildliche Betreuung und Hilfeleistung sowohl an Bord der deutschen Kriegsschiffe als auch der Handelsdampfer zum Ausdruck.
Olympische Fackel in -er Tschechoslowakei
Prag, 31. Juli. (DNB. Funkspruch.) Eine Stunde vor Mitternacht traf das Olympische Feuer, getragen von dem alten tschechischen Olympiakämpfer vom Jahre 1896 H o a z a t k a , in Prag ein. Außenminister Dr. K r o f t a hielt eine. Ansprache; nach ihm sprachen der Primator der Stadt Prag, Dr. B a x a, der Vertreter des Olympischen Komitees Ingenieur Sauris, der Vorsitzende der tschechoslowakischen Leichtathletikunion Ingenieur F i k l. Alle Redner feierten begeistert die völkerversöhnende und friedenfördernde olympische Idee. Eine kurze, eindrucksvolle Gedenkfeier ehrte die Gefallenen. Um 1 Uhr früh entfachte der Olympiateilnehmer Plietha seine Fackel am Olympischen Feuer und verlies die historische Stätte. Das Feuer nimmt nun seinen Weg nach Norden in der Pichtung zur reichsdeutschen Grenze, wo es gegen Mittag in Hellendorf eintreffen wird. Der Feier in Prag wohnte auch der deutsche Geschäftsträger Freihe.rr von Stein mit zahlreichen Mitgliedern der Prager deutschen Gesandtschaft bei.
Einige Zeit vor Eintreffen der Fackel in Tabor erschien der tschechoslowakische Staatspräsident Dr. Benefch in Begleitung seiner Gemahlin und des Chefs des Protokolls Gesandten Strimpl Bald darauf erschien der Läufer; er lief auf. den Staatspräsidenten zu, der eine kurze Ansprache hielt. Die Olympischen Spiele in Berlin seien nicht nur eine Erneuerung der antiken Ideale, sondern auch eine Kundgebung für den Frieden.
Ehe das Feuer nach Deutschland einzieht, ist es wohl angebracht, in einigen Worten des Schöp- fersder Ide edes Fackellaufes zu geden
ken. Der Generalsekretär der XI. Olympischen Spiele in Berlin Dr. Karl Diem hatte diese Idee auf einer griechischen Landstraße gefaßt, als er zur Tagung des Olympischen Komitees nach Olympia reifte. In der Stadt Tegea auf dem Peloponnes machte er mit Dr. Lewald in den Frühlingstagen 1934 den Vorschlag, einen Fackelstaffellauf von Olympia nach Berlin zu veranstalten, der sich nun in so großartiger Form abspielt.
Oer griechische Thronfolger in Berlin
Auf dem Flughafen Tempelhof traf in einer Sondermaschine der Präsident des griechischen Olympia-Komitees Prinz Paul von Griechenland ein. Zu Ehren des Gastes hatte die Lufthansa die griechische Nationalflagge, die in der Gösch die Krone zeigt, am Hauptflugplatz aufae- zogen. Der griechische Gesandte Rizo R a n g a b 6 hieß den Gast, in dessen Begleitung sich u. a. der ehemalige Vizeministerpräsident Graf Theotokis befand, willkommen. Namens der Reichsregierung begrüßte ihn der Chef des Protokolls Gesandter von Bülow-Schwante. Das deutsche Organisationskomitee war durch Generalsekretär Dr. Diem vertreten. Erschienen waren ferner die Olympia - Mannschaft Griechenlands mit ihrem Ehrenmitglied dem Marathon-Sieger von 1896 Spiridon Louis, sowie sämtliche Mitglieder des Griechischen Olympia-Komitees, der ehemalige Ar- beitsminister K a r t a l e s , Admiral a. D. M a l a - mos und General a. D. Spyridomos. Nach Abschreiten der Front der Olympia-Kämpfer mußte sich der griechische Thronfolger dem Kreuzfeuer der Filmoperateure und Photographen ausfetzen.
Kranz Liszts 50. Todestag.
Etz M Mc, K'tztz
Am 31. Juli jährt sich zum 50. Male der Todestag des großen deutschen Tondichters Franz Liszt. Unsere Leser finden im heutigen Familienblatt eine eingehende Würdigung. — Das Bild zeigt den Teil einer Statue des Komponisten, die von dem Bildhauer Josef Limburg geschaffen wurde. (Scherl-M.)
Wetterbericht
bes Reichswetferdiensfes. Ausgabeort Frankfurt.
Das Azorenhoch hat seine Ausläufer über das europäische Festland hin erstreckt. In seinem Bereiche hat sich in fast ganz Deutschland in der Nacht zum Freitag bei absteigender Luftbewegung Aufheiterung durchgesetzt. Die über Nordeuropa hinwegführende lebhafte Wirbeltätigkeit bringt aber immer wieder stärkere Unbeständigkeit bis in die Küstengebiete der Nord- und Ostsee hin, die in abgeschwächtem Maße auch dem Binnenlande mitgeteilt wird. Im ganzen genommen wird jedoch der Witterungscharakter freundlicher sein als bisher.
Aussichten für Samstag: Zunächst Bewölkung, Zunahme der Regenneigung auch besonders nach Norden hin, anschließend aber Besserung, Mittagstemperaturen zwischen 20 bis 25 Grad Celsius, südliche bis westliche Winde.
Lufttemperaturen am 30. Juli: mittags 17,3 Grad Celsius, abends 13,6 Grad; am 31. Juli: morgens 10,3 Grad. Maximum 19,3 Grad, Minimum heute nacht 6,8 Grad.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertr. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder i. V.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. D. Hans Thein. D. A. VI. 36: 9400. Druck und Verlag: Brühl'fche Unioersitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
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Die Trauerfeier findet in aller Stille statt — Von Beileidsbesuchen
bitten wir abzusehen
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Hermann Becher
Gestern nacht verschied nach langem, schwerem, mit großer Geduld er
tragenem Leiden unsere liebe, herzensguteTochter,Schwester,Schwieger
tochter, Schwägerin und Kusine
Frau Anna Henkel Wwe
geb. Becher


