Ausgabe 
31.1.1936
 
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ttr.26 Drittes Blatt

GiehenerAnzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Zreitag, 31. Zanuar 1936

s

Der 30 Januar 1936 in Gießen

Reichsgrimdlmgsseier der Nn'verW Gießen

Feiern in den Schulen

mittelt worden; die Feiern in den übriaen Schulen, über die heute vormittag kein Bericht bei uns oor- lag, dürften im gleichen Rahmen verlaufen sein und damit durch die abgedruckten Berichte hin­länglich mit registriert sein, so daß sich eine weitere Berichterstattung erübrgt. Die Stürme der S A.- Standarte 116 versammelten sich gestern abend in ihren Sturmlokalen, um dort die Rundfunk- Uebertragung des großen SA.-Appells vor dem Führer im Berliner Lustgarten am gestrigen Don­nerstagmittag und anschließend den Rundfunk­bericht über den Fackelzug der alten Kämpfer der SA. am gestrigen Abend vor dem Führer mit dem zum Abschluß zum ersten Male gespielten SA.-Ruf, dem Zapfenstreich der SA., zu hören. Die Ueber- tragung der Berliner Veranstaltungen und ins­besondere die Rede des Führers, sowie die An­sprachen des Stabschefs Lutze und des Reichs­ministers Dr. Goebbels machten auf die SA.- Kameraden einen starken Eindruck. Das Treuegelöb­nis der Gießener SA.-Männer für den Obersten SA.-Führer erhielt durch dieses starke Erleben am Schlüsse der gestrigen Sturmabende noch eine be­sondere Kraft, die im weiteren Dienst für den Führer und Deutschland sich allezeit einsatzbereit auswirken wird.

Gauamtsleiter Heyse vor den Mitar­beitern der Gauleitung Hessen-Nassau.

RSG. In tausenden Betriebsappellen, in un­zähligen Gemeinschaftsempfängen, in zahlreichen Kundgebungen gedachten die Partei- und Volks­genossen Hessen-Nassaus des historischen Tages, an dem sich vor drei Jahren Deutschlands Schicksal zum Guten wandte.

Aus der Fülle der Kundgebungen ragt vor allem in der Kompaktheit des Eindrucks der Appell der Mitarbeiter der Gauleitung im Adolf-Hitler-Haus hervor. In Vertretung des Gau­leiters wies Gauamtsleiter H e y f e in durch ihre markante Kürze imponierenden Worten auf die Bedeutung des Tages hin. Wer die Ehre hat, im Gauhaus dem Werk unseres Führers an exponier­ter Stelle zu dienen, unterliegt einer erhöhten Ver­pflichtung, die schlechtweg nicht überschätzt werden kann. Nur einer Gefahr müssen wir entgehen: in der Parteiarbeit zu versinken mit knöcherner Amtsmiene. Es ist die höchste Ausgabe und zugleich das heiligste Gelöbnis aller Mitarbeiter der Gau­leitung, daß für uns wie auch für alle gilt: Wir müssen die Verbindung behalten zwi­schen der revolutionären Schwung­kraft als National soziali st en und dem täglichen, unumgänglichen Dien st für die Partei.

tum die Schlacht auf allen Linien verloren.

Die inneren Verhältnisse des Reiches zwangen Otto I. zu jener entscheidenden Wendung der Politik, das Schwergewicht nun auf die Reichskirche zu ver­legen. Dieses Ottonische System stellt den grandiosen Versuch dar, durch die Beherrschung und Einschal­tung der Kirche den Universalismus ihrer Idee dem Reichsgedanken dienstbar zu machen. Bis in die Zeiten Heinrichs III., etwa 70 Jahre, hat das System sich bewährt. Aber seine Grundlagen mußten er­schüttert werden, sobald das Papsttum sich wieder besann auf seine geistliche Macht. Mit der unge­heuren Ausweitung des Kampfgedankens und der zwangsläufigen Verlagerung des Schwerpunktes nach Italien werden schließlich dem imperialen Ge­danken die wichtigsten Grundrechte des deutschen Königtums geopfert. Und so reißt der Sturz des Imperiums auch die Königsmacht in die Tiefe. Das Heilige Römische Reich" bewahrt immer noch einen fahlen Glanz, so wenig es in der nüchternen Wirk­lichkeit Anspruch und Wesen dieser Idee erfüllt. Aber man gewöhnt sich daran, in den Kur- f ü r st e n nun die Säulen des Reiches zu sehen.

Es ist seltsam zu sehen, wie das 14. und 15. Jahr­hundert trotz der fortschreitenden Aufteilung der Macht, mit aller Anstrengung um Deutung und Inhalt des Reichsgedankens ringt, wie sich langsam in dieser Zeit der Begriff der Nation gestaltet. Aber der praktische Versuch einer eingreifenden Reform in der Zeit Maximilians scheitert an seiner inneren Unlösbarkeit. Einirreguläres Monstrum" nennt ein gelehrter Publizist nach dem Dreißig­jährigen Krieg das Reich und bedauert, es nicht einmal mehr in irgendeine Kategorie des Staats­rechts einreihen zu können. 150 Jahre danach zer­fällt das brüchige Gefäß falschen Glanzes.

Aus der tiefen Sehnsucht der Nation nach der größeren Einheit, die im Wirbelsturm der Freiheits­kriege geboren und auf den Schlachtfeldern von 1870 reif geworden ist, aus der staatenbildenden Kraft Preußens schmiedet Bismarck das neue Deutsche Reich. Und dieses Zweite Reich beweist in dem vien- jährigen Ringen gegen den Ansturm einer Welt, daß allen internationalen Verführungskünsten, allen auf­lösenden Liberalismen zum.Trotz der heilige Ge­danke des Reiches, das Erlebnis des Vater­landes, unvergessen ist. Nicht der mystische Ab­glanz eines Gottesreiches auf Erden, nicht der Wel­tenslug eines Imperators Augustus, nicht Kaiser und Reich, Legitimität und Dynastie sind uns heute In­halt und Bürge des Reichsgedankens, sondern in aller Schlichtheit und aller Größe jene schwer errungene EinheitFührer und Volk", die als un­ausrottbare Verpflichtung eingepflanzt ist jedem einzelnen mitten ins Herz!

Im Anschluß an die Rede brachte das Kamerad­schaftsbaus des NSDStB. nochmals einen Sprech­chorEiner baut einen Dom" zum Vortrag. Hier-, auf erhob sich

der JMfor der Landesuniversittii, Professor Dr. Pfähler,

zu einer Ansprache, in der er etwa folgendes sagte: Man kann auf zweierlei Weise die Erinnerung an die Entscheidungsstunden deutscher Geschichte feiern. Deutsche Geschichte ist den einen ein auf­gespeicherter Schatz, den sie an den nationalen Feiertagen beschauen, stolz und wohlgefällig wie etwas, das man ein für allemal besitzt und das einem niemand mehr rauben kann. Den anderen ist sie ein unaufhörlich fließender Strom, dem sie die Schleusen ihrer Herzen auftun. Wer in diesem Sinne in die Vergangenheit seines Volkes hinab­horcht, wird im Horchen zum Täter; während er mit der einen Hand in den Reichtum des Gewese­nen greift, strafft sich die andere bereits zum Griff in die Zukunft/ Wie anders ist jener 18. Januar 1871, geschaut von der Warte des 30. Januar 1933 aus, und damit hineingestellt aus dem Tot- und Fürsichfein in den lebendigen Strom. So fern scheint die Zeit und ist doch so nahe noch, in der auch beim besten Willen nationale Gedenktage für uns kaum mehr sein konnten als Museumsbesuche; wie sollte uns auch deutsche Vergangenheit zu lebendi­ger Kraft für die Zukunft werden, solange keiner da war, in dem Geschichte als Gewesenes und Geschichte als Kommendes zu einer Linie zusam­menstießen, weil beide in ihm zu Entschluß und Ziel wurden. 1924 schrieb Adolf Hitler in der Landsberger Kerkerhaft die Worte nieder: Wenn Menschenherzen brechen und Menschenseelen verzweifeln, dann blicken aus dem Dämmerlicht der Vergangenheit die großen Ueberwinder von Not und Sorge, von Schmach und Elend, von geistiger Unfreiheit und körperlichem Zwange auf sie hernie­der und reichen den verzagenden Sterblichen ihre ewigen Hände. Wehe dem Volk, das sich schämt, sie zu erfassen." Ein Begnadeter gibt den hellen wie den dunkelsten Stunden unserer Geschichte Sinn, indem er ihnen Gegenwartswirkung und Zukunftsträchtigkeit verleiht. Nicht, weil ihn die Ursachen an sichinteressierten", sondern weil ihre Erkenntnis in ihm Ursache geschichtlicher Ereignisse werden will. Einzig und allein Adolf Hitler hat uns die Möglichkeit geschenkt, die

nationalen Gedenktage wieder so zu feiern, daß das Geschichtliche in ihnen Kraft und Willen zur Zukunft gibt. Kein Geschlecht vor uns hat es so großartig erlebt, daß Sinn oder Unsinn des Ver­gangenen lebendig wird allein aus einer Gegen­wart, die stürmischen Willens auf eine Zukunft los­geht. Daß keiner den schlafenden Barbarossa aus dem Berge befreit, es fei denn, er stürme den Berg und mache selber Geschichte. Das hat Adolf Hitler für uns getan. In dieser seiner Tat liegt für die deutschen Universitäten ein besonderes Geschenk. Der Führer hat uns gezeigt, daß geschichtliche Kräfte nur der wirklich erkennt, der in das Dunkel der Vergangenheit mit dem Licht eines geballten Willens zu einem Ziel hineinleuchtet; über Wert und Unwert des Vergangenen nur entscheiden kann, wer zuvor sich für einen Weg in die Zukunft ein­deutig entschied. Damit hat er zugleich all unserem Forschen ein Ziel gesteckt. Vor allen Gedanken zum 30. Januar steht darum der eine: das Wort aus der Landshuter Kerkerzelle in heißer Dankbarkeit auf Adolf Hitler selbst anzuwenden:daß die Be­wunderung vor der Größe nicht nur einen Dankes- zoll an diese darstellt, sondern auch ein einigendes Band um die Dankenden schlingt." Damit aber, daß die Universität sich Mann für Mann dem vom Führer gewiesenen Weg und Ziel unterstellt, wird ihr die Feier des 30. Januar zur politischen Feier im tiefften Sinne des Wortes.

Der Rektor Pros. Dr. Pfähler übergab dann das Wort dem

Kreisleiter z. b. D.

Oberbürgermeister Witter, Gießen, als einem der alten Kämpfer der Bewegung, der u. a. folgendes ausführte:

Oberbürgermeister Ritter sagte zu Beginn, er freue sich, daß an den deutschen Universitäten die echte Volksverbundenheit und eine Volkwerdung im Marsche sei. Der Vortrag Professor von Gutten­bergs habe einen Auszug aus der deutschen G- schichte gegeben, und es habe sich gezeigt, daß im­mer einzelne Männer hervorgetreten seien, die als Mahner und Rufer vor das Volk getreten wären. Erft einige unerschrockene Männer, die an das deutsche Volk und seinen gesunden Sinn appellier­ten, hätten beseelt von einem unerschütterlichen Glauben an Deutschland, die neue Fahne vorange­tragen. Der Führer selbst habe in der ersten Zeit des Kampfes öfter gesagt:Und wenn ihr alle den Glauben verloren habt, gebt mir die Fahne, ich glaube an Deutschland". Ein Wille und ein Mut zu Wahrhaftigkeit habe dem Führer und seinen Getreuen den Austrieb gegeben, die anderen Par­teien allmählich zur Niederlage zu bringen. Nach­dem es dem Führer gelungen sei, den größten Teil der- Jugend an sich zu reißen, da sei die Stunde gekommen, wo der damalige Reichspräsident von Hindenburg sich über die anderen Parteien stellen konnte. Trotz vieler Befürchtungen habe der Führer die Regierung übernommen. Sofort sei das ganze Judentum in aller Welt geschlossen gegen diesen Mann aufgetreten. Der gesamte Weltmar­xismus und die Freimaurerei sei Sturm gelaufen, und die Not für das deutsche Volk schien immer größer zu werden, aber Adolf Hitler habe ge­wußt, daß ein unerschütterlicher Glaube Berge ver­setzen könne. Was wir aus unserem kleinen Ge­sichtswinkel seither an Erfolgen gesehen hätten, sei nur ein kleiner Bruchteil der großen Probleme, die in Angriff genommen worden seien. Seit der Machtübernahme sei nach keiner Hinsicht ein Rück­

schlag zu verzeichnen. Obwohl überall Krisen und Krieg die anderen Völker erschüttern, gehe Deutsch­lands Wirtschaft langsam voran. Von der großen Verschuldung der einzelnen Gemeinden seien in den letzten Jahren durch die besonderen Sparmaßnah­men der nationalsozialistischen Regierung viele Mil­lionen Mark Schulden schon getilgt worden. Wenn Parteigenossen an führenden Stellen eingesetzt wor­den seien, so sei dies eine Verpflichtung dem deut­schen Volke gegenüber, um möglichst schnell den Willen des Führers auf breitester Basis durchzu­fetzen. Durch die Wiedergabe der Wehrfreiheit fei es möglich geworden, eine machtvolle Politik zu gestalten. Es gelte noch, die letzten inneren Schwie­rigkeiten zu überwinden und den noch in einigen Köpfen spukenden Liberalismus gänzlich auszurot­ten. Jedem Volksgenossen sei die Möglichkeit ge­geben, an dem Wiederaufbau mitzuarbeiten. Das gewaltige Winterhilfswerk zeige ja jedes Jahr schon die immer größer werdende Geschlossenheit unseres Volkes. Auch sei für die deutsche Frau hier ein großes Arbeitsfeld gegeben. Selbst <>ei kleineren Uebelständen von Unterführern dürfe man sich nicht beschweren, weil immer einmal ein Irrtum möglich sei, denn jeder verantwortliche Führer handele aus Treue zum Führer. An den Gräbern ermordeter Kameraden habe sich gezeigt, wie sehr die Liebe zum Führer in den Herzen der einzelnen Menschen verankert sei, denn viele seien gestorben mit den letzten WortenFür dich, mein Führer, sterbe ich gern". Dies alles sei nur möglich gewesen, weil hier eine uralte Wahrheit zum Durchbruch gekommen sei, daß der, der nichts für sich will, sondern nur für die anderen arbeitet, die Sympathien des Vol­kes sich erwerben könne. Wenn alle dem Führer Folge leisten und gemeinsam ans Werk gehen und bei der Arbeit mithelfen wollten, dann könnten wir sagen:Heil uns, heil unserem Führer".

Nach dem vom Rektor ausgebrachten und von der Versammlung freudig aufgenommenen drei­fachen Sieg-Heil auf den Führer und Reichs­kanzler wurde die Reichsgründunqsfeier mit dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel-Liedes und des Deutschlandliedes sowie mit dem Ausmarsch der Fahnen und des Lehrkörpers beschlossen.

denen Uniformen der nationalsozialistischen Bewe­gung der Feier der Oeffentlichen Handelslehranstalt bei. Mit dem gemeinsamen LiedSiehst du im Osten das Morgenrot" wurde die Feier eingeleitet. Ein Gedicht:Steig' auf du Jahr der deutschen Schicksalswende" versetzte alle Anwesenden im Geist in die entscheidungsvolle Zeit des Jahres 1933 zu­rück. Dieses Erleben wurde veranschaulicht durch die feierliche Enthüllung eines großen BildesDeutsch­land ist erwacht", auf welchem der historische Marsch der SA. durch das Brandenburger Tor dargestellt ist. Gedichte und Sprechchöre leiteten zu der Ansprache des Leiters der Anstalt, Dozent Dr. Kruse, über. Er legte seinen Ausführungen die Worte zugrunde: Wir leben in einer Zeit, die so groß ist, daß wir es nicht ermessen können", und gab einen genauen Ueberblicf über den weiten Weg der Innen- und Außenpolitik des Führers. Er schilderte dann im einzelnen die großen Erfolge auf dem Gebiete der Sozial- und Kulturpolitik des neuen Reiches, das in jugendlicher Frische ein Hort des Friedens und der Kultur in der bewegten Welt darftellt. So un­ermeßlich groß, wie die Zeit ist, in der wir leben, so unermeßlich groß und stark erscheint uns der eine Mann, der alles meistert, unser Führer. Nach wei­teren Gedichtvorträgen und gemeinsamen Liedern wurde die Feier nach dem Deutschland-Lied und dem Horst-Wessel-Lied mit einem feierlichen Bekenntnis zum Führer beschlossen.

Bogtsche Pnvat-Handelsschule.

In der Vogtschen Privat-Handelsschule wurde gestern wie man uns schreibt entsprechend der Würde des Tages der 30. Januar feierlich begangen. Eingeleitet wurde die Schulfeier mit dem Lied Volk ans Gewehr". Es folgte dann ein Gedicht von Friedrich Wilhelm Hausmann:Das Grab im Sachsenwald" sowie ein GedichtDem Führer" von Heinrich Anacker. Nach dem SprechchorWille ist Macht" zeigte Dr. Henning den Schülern den 30. Januar als Wendepunkt in der deutschen Ge­schichte und nannte diese Feierstunde den Geburtstag des Dritten Reiches. Die Geschichte der Deutschen in den letzten tausend Jahren und der Kampf der Deutschen bis zur Schaffung des Dritten Reiches gab ein klares Bild über die deutsche Volkwerdung. Stammesgegensätze, religiöse und soziale Gegensätze, kardinale Fehler der Deutschen müssen erkannt und beseitigt werden. Aus den Fehlern des Ersten und des Zweiten Reiches wollen wir lernen und daran arbeiten, dem Dritten Reiche, dem Reiche des Füh­rers und Volkskanzlers Adolf Hitler, ewige Dauer zu verleihen. Die Mitarbeit eines jeden einzelnen Deutschen ist hier heiligste Pflicht. Marschieren müssen wir mit Horst Wessel dem Siege entgegen Nachdem der Schulleiter das Treuegelöbnis unö Sieg-Heil auf den Führer und Kanzler des Dritten Reiches ausgebracht hatte, schloß die Feier mit dem Horst-Wessel-Lied und dem Deutschlandlied.

In der mit den Fahnen des Dritten Reiches und mit der Büste des Führers würdig geschmückten Neuen Aula fand gestern vormittag die Reichs- grünbungsfeier der Ludwigs-Univer­sität statt. Nach dem Einzuge des Lehrkörpers und der feierlichen Einbringung der Fahnen unter Rührtrommelklang wurde die Feier durch einen machtvollen Chorgefang des Akademischen Gesang­vereins eingeleitet. Nach einem erhebenden Sprech- chor des Kameradschaftshauses des NSDStB. unter dem TitelDer Führer" betrat

Archivrat

Dozent Freiherr von Guttenberg

das Podium zu feiner Festrede über das Thema 23 o m Werden und Wandel des Reichs­gedanken s", in der er u. a. etwa folgendes ausführte:

Am 13. Januar gedenken wir der befreiten Brü­der an der Saar, heute am 30., jährt sich zum vierten Male der Tag, da wir Deutschen des Dritten Reiches durch den Willen unseres großen Führers und den Marschschritt seiner Gefolgen nicht nur ein einheitliches Reich, sondern ein einheitliches, in sich geschlossenes Volk geworden sind. Das deutsche Volk mit dem Reichtum seiner aus Stamm und Land­schaft erwachsenen kulturellen Gaben hat eine Ein­heit gewonnen in feiner staatlichen Geschlossenheit des neuen Reiches. Wenn wir heute diesen Tag als einen Tag der Erfüllung des deutschen Schicksals mit Freude begehen, dann sind wir uns bewußt, daß ein langer, beschwerlicher Weg auf den Gipfel geführt hat. Geschichte erleben und werten ist ein Weg zur völkischen Selbsterkenntnis. Die Worte des Führers sind uns oft genug Zeuge dafür, wie er selbst mit dem Sinn der Geschichte gerungen hat, wie er ihre tiefsten Werte bewahrt und würdigt. In diesem Sinne spreche ich heute vom Werden und Wandel des Reichsgedankens. Reich und Reichsgedanke, ein vieldeutiger und wechselvoller geschichtlicher Begriff. Warum sprechen wir von den Reichen der Goten, Vandalen und Langobarden und schließlich von Frankenzeit und zur gleichen Zeit noch nicht von Reichen der innerdeutschen Stämme der Bayern, Alemannen und Sachsen? An der Schwelle der Reichsbildungen steht der Führergedanke in seiner schärfsten Ausprägung. Am deutlichsten vollzieht sich die Wandlung zur Alleinherrschaft eines starken Einzelnen im Licht der Geschichte bei den Franken. Der überlegene Machtwille des Merowingers Chlod­wig ist Voraussetzung für Reichsgründung und Königsherrschaft.,

Mit rücksichtsloser Härte beseitigt Chlodwig die verschiedenen Teilkönige seines Stammes und Ge­schlechtes; mit harten Kriegsschlägen schafft er die räumliche Grundlage für sein Reich. Diese fränkische Reichsgründung ist ganz auf den Machtgedanken, auf die überlegene Kratt der Persönlichkeit gestellt. Dieses mervwingische Königtum nimmt aber auch die Mittel, wie sie sich bieten. Aber noch liegt die Vorstellung einer Erneuerung des römischen Reichs­gedankens fern. Als Ueberwinder fühlt sich der Franke. Aber dieses erstarkte Volksgefühl ist reines Stammesbewußtfein. Nur die Königsmacht bindet die in das Reich gezwungenen Stämme. Und als ein neues und kraftvolleres Geschlecht die Karolin­ger die selbstherrlichen Stammesherzogtümer wie­der hineinzwingt in eine neue staatliche Einheit, da wahrt es noch lange den Schein dieses Mero- wingischen Königsrechtes. Pivpins Sohn, der ge­waltige Karl, erneuert das Werk seiner Väter, be­seitigt in rücksichtsloser Strenge die letzten Träger der Absonderungsgelüste, die Stammesherzöge und zwingt in jenen furchtbaren und blutigen Sachsen­kriegen, in denen das Kreuz an das Schwert ge­bunden wird, auch den germanischen Norden in den Raum dieses Riesenreiches von der Nordsee bis über die Alpen. Er verkörpert noch einmal den Reichsgedanken als Machtgedanken. Aber nun kommt' ein Neues hinzu. Räumlich wird ein neues Reich, das eroberte Langobardenreich in Italien, an das fränkische Regnum gebunden.

Die Kaiserkrone Karls des Großen war der Ab­schluß dieser Entwicklung des 8. Jahrhunderts. Nicht dem Papst verdankter die Kaiserkrone, Gott gilt als Spender. Die germanische Kraft willensstarker Führerpersönlichkeiten hat dieses Reich geschaffen! Unter den schwachen und streitsüchtigen Spätlingen des karolingischen Hauses zerbrach das weiträumige Frankenreich, die Kaiserkrone wird zum Zankapfel der Teilkönige. Weder die Kaiferidee des Imperiums noch die völkische Blutsverwandtschaft bewährt in dem gefahrdrohenden Augenblick, als die oftfrankl- schen Karolinger mit einem Kinde ins Grab sinken, eine einigende Kraft, sondern das alte funkische Regnum und die Erinnerung an eine gebaute Macht unter Karl dem Großen. Und schließlich erneuert der Sachsenkönig Otto I. das Kaisertum, nicht aus dem Anspruch auf Weltherrschaft, sondern als fränkisches Erbe Karls des Großen. Es sind die Gipfelpunkte der Macht, die sich an die Namen der größten deut­schen Kaiser knüpfen, an den Sachsen Utto Den Großen, den Salier Konrad II. und den Hohen­staufen Friedrich den Rotbart. Aber am Ende des stausischen Zeitraumes hat das König- und Kaiser-

Der gestrige Jahrestag der Machtübernahme durch den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler wurde in Gießen würdig begangen. In den Straßen sah man ein Meer von Fahnen, das sichtbar zum Ausdruck brachte, in welcher Ge­schlossenheit unsere Gießener Bevölkerung sich zum Führer und seinem großen Werk bekennt. In den Betrieben hörte man von 8.30 Uhr ab die Rundfunkübertragung einer Feier in dem Reichs­bahn-Ausbesserungswerk in Frankfurt a. M.-Nied. Die Leiter der Behörden versammelten ihre Mitarbeiter um sich und wiesen in Ansprachen auf die hohe Bedeutung dieses Gedenktages hin. Bei unserer Garnison fanden Gedenkfeiern inner­halb der einzelnen Truppenteile statt, bei denen die Soldaten Ansprachen der Kommandeure hörten. Die Universität beging in eindrucksvoller Weise ihre Reichsgründungsfeier in Verbindung mit dem Gedenken des 30. Januar, über die nach­stehend berichtet wird. In den Schulen gedachten Lehrer und Schüler in gemeinsamer Feierstunde gleichfalls des Führers und feines Aufbauwerkes mit vielseitig ausgeftalteten Feiern, deren Höhepunkt die Ansprache des Reichsministers Dr. Goebbels war; aus dem Bereich dieser Veranstaltungen sind uns die nachstehend wiedergegebenen Berichte über-

Landaraf-LudwigS-Gyninasium.

Der dritte Geburtstag des Dritten Reiches wurde in unserem Gymnasium in einer stimmungsvollen Feierstunde begangen. Ein flotter Marsch, Lieder und Sprechchöre leiteten die Stunde ein. Im Mittel­punkt stand die Gedenkrede von Studienrat Dr. Buß. Er gedachte des Reiches Bismarcks und feiner Schicksalsstunde im November 1918. Mit dem 30. Januar 1933 war die Zeit des Niedergangs zu Ende. In dreijährigem Kampfe schuf der Führer den deutschen Einheitsstaat, gab allen Volksgenossen Arbeit und Brot, erweckte im ganzen Volke eine neue Geisteshaltung und befreite Deutschland von den Fesseln des Versailler Diktats. Das Treue­bekenntnis am Schluß klang aus in dem Gruß an den Führer und dem Gesang der deutschen Lieder.

Goetheschule.

Zur Feier des Gründungstages des Dritten Reiches fanden sich fo berichtet man uns die Oberklassen in der Turnhalle zusammen. Die mu­sikalische Ausgestaltung der Feier lag in den be­währten Händen von Lehrer Dietrich. Lehrer Otto Müller gab zunächst einen Ueberblicf über die vergangenen Reiche. Das Erste Reich mußte zu Grunde gehen an der Uneinigkeit der deutschen Fürsten. Das Zweite Reich Bismarcks brachte zwar von außen gesehen die langersehnte Einheit, aber im Innern blieb das Volk zerrissen durch Grenz­pfähle, Parteien und Klassenunterschiede. Als der Führer am 30. Januar 1933 die Macht übernahm, setzte er sich das Ziel, nach seinem gewaltigen Kampf um die deutsche Seele in einem noch gewal­tigeren Kampf all jene liebel und Mißstände zu beseitigen, an denen das deutsche Volk seit Jahren gelitten und die eine wahre Einheit verhindert hatten: Auflösung der Parteien, Beseitigung der kommunistischen Gefahr und des zersetzenden Ein­flusses der jüdischen Internationale. Es folgte der innere Aufbau: Beseitigung der Arbeitslosigkeit, Einsetzung der Reichsstatthalter im Zuge der Reichs­reform, Betreuung der Aermsten des Volkes durch das Winterhilfswerk. Heute, nach drei Jahren, zei­gen sich überall die Erfolge der Arbeit unseres Führers. Den inneren Aufbau begleitete die Wie- derwehrhaftmachung und damit die Wiederherstel­lung der Ehre und Freiheit nach außen. Die Rede wurde wirksam unterstützt durch Gedichtvortrag, Gesang und Sprechchor. Als Abschluß der Feier­stunde hörten wir die Rede des Reichsministers Dr. Goebbels, der über alle deutschen Sender zu der Schuljugend sprach.

Oeffentliche Haudeislehranstatt Gießen

Man berichtet uns: In dem mit den Fahnen der Bewegung und Lorbeerbäumen geschmückten Fest- raum wohnten Lehrer und Schüler in den verschie-