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Das Kabinett Garraut vor -er Kammer.
Oie französische Außenpolitik bleibt bei derIorderung nach kollektiver Sicherheit.
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Die britische Regierung ist beim ägyptischen Ministerpräsidenten wegen der Unruhen verletzten Tage vorstellig geworden. Der britische Oberkommissar wies besonders auf den Zwischenfall hin, bei dem ein Motorradfahrer der britischen Nachrichtentruppe von Studenten in den Straßen Kairos aufgehalten wurde. Der britische Vertreter habe zum Ausdruck gebracht, daß die Aufrechterhaltung der Ordnung notwendig sei. Auf dem Konsulatsgebäude in Damanhur ist die e n g l i s cb e Flagge, die heruntergerissen worden war, am Donnerstagnachmittag feierlich wieder gehißt worden. Eine Abteilung ägyptischer Infanterie erwies ihr in Anwesenheit des britischen Generalkonsuls die Ehrenbezeugung.
Sicherungen gegen die Regenzeit.
Mussolini spricht im Ministerrat.
Rom, 30. Jan. (DNB.) Im italienischen Ministerrat erläuterte Mussolini die Bedeutung der Siege an der Somali- und Eritreafront und schilderte den Mut der italienischen Truppen, deren Stimmung und Gesundheit vorzüglich seien. Außerdem wies Mussolini auf die in Gang befindlichen Transporte von 50 000 Arbeitern hin, die die Verkehrsverbindungen für den Nachschub sicherstellen und vervollkommnen würden, um sie auch während der großen Regenfälle des Sommers instand zu halten, bei denen übrigens im vergangenen Jahre 100 000 italienische Soldaten ohne nennenswerte Beschwerden gearbeitet und gelebt hätten. Das italienische Volk fahre fort, der Welt das Schauspiel einer kalten und ruhigen, aber unerschütterlichen Entschlossenheit zu bieten.
Der Ministerrat hat dann eine Reihe militärischer Maßnahmen beschlossen. So wird für jeden Staatsbürger ein Stammbuch eingerichtet, in dem regelmäßig amtliche Angaben über Gesundheitszustand und Stand und Gang der militärischen Ausbildung eingetragen werden. Für jeden, der Arbeit und Anstellung sucht, ist das Stammbuch unentbehrlich. Weitere Maßnahmen betreffen Aenderungen im Aufbau des Landheeres, besonders auch der Carabinieri und in der Einteilung Italiens in Militärzonen, die von fünf auf acht erhöht werden, ferner die Aufstellung einer fünften Alpendivision einschließlich eines neuen 10. Alpenregiments und eines 5. Regiments Gebirgsartillerie. Schließlich soll die Dauer der Militärdienstzeit einheitlich geregelt werden. Heber die Dauer selbst ist noch nichts bestimmt. Ganze oder teilweise Befreiung bleiben je nach den Familienverhältnissen auch weiterhin möglich. Unter den wirtschaftlichen Beschlüssen ist die für Heeres- zwecke erforderliche Beschlagnahme der gesamten. inländischen Wolleerzeugung des Jahres 1936 besonders erwähnenswert.
einig und schreitet unbeirrt auf seinem Wege fort. Deutschland weiß nicht nur, was es will, sondern auch, wie es seinen Willen durchzusetzen gedenkt. Deutschland hat diese neue Stellung in der Welt ganz allein einem Manne zu danken — Adolf Hitler. In der Reihe der Auserwählten, die seit dem Kriege zur Spitze emporgestiegen sind, hat er mehr vollbracht als irgendeiner, und sein Werk war ganz persönlich.
Oie Glückwünsche der deutschen Künstlerschast.
Berlin, 30. Jan. (DNB.) Der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, und der Vizepräsident, Staatssekretär Walter Funk, überbrachten dem Führer und Reichskanzler die Glückwünsche der gesamten deutschen Künstler und des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda und überreichten ihm dabei ein Gemälde von Feuerbach als Geschenk der Reichskulturkammer zum heutigen Tage zum Ausdruck des Dankes für die warmherzige und verständnisvolle Förderung, die der Führer der deutschen Kunst und den deutschen Künstlern in so überreichem Maße jederzeit zuteil werden läßt. Der Führer war über dieses Geschenk außerordentlich erfreut und dankte in herzlichen Worten für diese Gabe der deutschen Künstlerschaft.
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Donnerstag vormittag wurde aus Anlaß der Wiederkehr des Jahrestages der nationalsozialistischen Revolution der Befehlshaber der deutschen Polizei, Generalleutnant und SS.-Obergruppenführer D a l u e g e, vom Führer und Reichskanzler empfangen.
DieVetteuungherKriegergräber
Berlin, 30. Jan. (DNB.) Im Dezember d. I. ist vom deutschen, britischen und französischen Bevollmächtigten ein Abkommen unterzeichnet worden, daß die Einsetzung eines gemischten Ausschusses für die Betreuung der deutschen Kriegergräber auf britischem Gebiet und auf britischen Friedhöfen in Frankreich, sowie der britischen Kriegergräber in Deutschland vorsieht. Dieser Ausschuß ist nun gebildet worden. Als Ehrenmitglieder sind in ihn berufen worden: Der deutsche Botschafter in London, v. Hoesch, und Generaloberst v. Seeckt, der britische Botschafter in Berlin, Sir Eric P h i p p s, und der Marschall der britischen Luftstreitkräfte, Lord Trenchard, sowie der französische Botschafter in Berlin, Fran- vois Poncet. Im übrigen setzt sich der Ausschuß aus den Vertretern der mit der Kriegergräberfürsorge betrauten deutschen, britischen und französischen Stellen zusammen.
Die „Times" schreibt, daß das Abkommen zwar einem praktischen Zweck diene, aber gleichzeitig auch ein hohes Ideal verkörpere. Es verbinde Frankreich, das Britische Reich und Deutschland zu gemeinsamen Gedenken für die im Krieg Gefallenen ohne Rücksicht darauf, auf welcher Seite sie gekämpft haben. Diejenigen, die ihr Leben für ihr Land gelassen hätten, würden gemeinsam geehrt werden. Hierdurch würden die drei Völker in einer Weise zusammengebracht werden, die niemand vergessen könne.
Zwischenfall an der mandschurisch- sowjetrussischen Grenze.
Moskau, 31. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Die Telegraphen-Agentur der Sowjetunion meldet aus Chabarowsk: Donnerstag bemerkte eine Sowjetgrenzpatrouille drei Kilometer von der Grenze entfernt auf sowjetrussischem Gebiet vier unbekannte Japaner und Mandschuren in Zioilkleidern. Als die Patrouille versuchte, sie festzunehmen, eröffneten die vier Unbekannten das Feuer. Gleichzeitig tauchten noch zwei Gruppen bewaffneter Japaner und Mandschuren in Stärke von 30 Mann auf, und eröffneten gleichfalls das Feuer. Dom Sowjetgrenzposten herbeieilende Verstärkung begann unter Kämpfen, die auf Sowjetgebiet eingedrungenen Japaner und Mandschuren gegen die Grenze zurückzudrängen. Während dieser Zeit kamen neue Abteilungen Japaner und Mandschuren. Nach längerem Kampf, bei dem es zum Handgemenge kam, mürben die Japaner und Mandschuren gezwungen, sich auf mandschurisches Gebiet zurückzuziehen.
Rücktritte m her österreichischen Regierung.
Wien, 31. Jan. (DNB.) Der Bundespräsident hat den Bundesminister ohne Geschäftsbereich Dr. Karl B u r e s ch auf seinen Wunsch von seinem Amt entbunden, ferner den Staatssekretär für Land- und Forstwirtschaft August Kraft. Buresch soll zum Gouverneur der österreichischen Postsparkasse ernannt werden. Er war ursprünglich Landeshauptmann von Niederösterreich und dann lange Jahre Finanzminister. Bei der letzten Regierungsumbildung war an seine Stelle Dr. Draxler in dieRegierung eingetreten. Der zurückgetretene Staatssekretär Kraft war mit der besonderen Aufgabe, die Belange der Bergbauernschaft wahrzunehmen, in das umgebildete Kabinett Schuschnigg- Starhemberg berufen worden. Dieser Posten war damals geschaffen worden. Es heißt, daß Kraft zu- rückgtreten sei, weil die Bergbauernhilfe in dem neuen Staatshaushaltsentwurf gestrichen wurde, was große Unzufriedenheit bei den Bauern hervorgerufen habe.
Das neue ägyptische Kabinett.
Kairo, 31. Jan. (DNB.) Am Donnerstagabend wurde das neue ägyptische Kabinett durch A l i Mäher Pascha gebildet. Der Ministerpräsident Übernimmt gleichzeitig auch die Leitung des Außenministeriums. Zum Finanzminister wurde Abdel W a h a b Pascha ernannt. Freitag wird eine Abordnung für die V e r t r a g s v e r h a n d- lungen mit England gebildet werden. Die Abordnung wird ihre Tätigkeit am 15. Februar aufnehmen. Wie verlautet, soll die Abordnung aus sechs Mitgliedern des Wafd und fünf Mitgliedern der Nationalen Front bestehen. Die Führung der Abordnung wird in den Händen von Nahas Pascha, dem Parteileiter des Wafd, liegen. Die neue Regierung wird voraussichtlich bis zum 2. Mai, dem Taa der ägyptischen Parlamentswahlen, im Amte bleiben.
wachsen roetben.
Oer Führer dankt.
3 e r H n, 30. Jan. (DNB.) Dem Führerund Reichskanzler sind zum heutigen Jahrestag der Machtübernahme fo zahlreiche Glückwünsche, Dankschreiben und sonstige Bekundungen der Anhänglichkeit aus allen Schichten der Bevölkerung zugegangen, daß es ihm leider nicht möglich ist, darauf im einzelnen zu antworten Der Führer spricht daher allen Volksgenossen, die seiner am 30. Januar in Treue gedacht haben, insbesondere auch den Einsendern der ihm aus diesem Anlaß gewidmeten Gedichte, aus diesem Wege seinen herzlichen Dank aus.
OerFühreranGeneralvonHindenburg/ Popen und Hugenberg.
Berlin, 30. Jan. (DRV.) Der Führer hat anläßlich der Erinnerungsfeier des 30. Januar a n Herrn Generalmajor von Hindenburg, an Herrn von Papen und Herrn Geheimrat hugenberg telegraphifch Worte des Gedenkens gesandt.
Dem Gedenken der Toten des 30. Januar.
Gedenkstunde in der Maikowskistratze.
Berlin, 31. Jan. (DNB.) Vor dem Hause Maikowski-Straße 52 in Charlottenburg, an der Stelle, an der vor drei Jahren Sturmführer Hans Eberhard M a i k o w s k i und Oberwachtmeister Zauritz von Rotmord erschossen wurden und, im Augenblick des Sieges ihr Leben ließen, fand in der Nacht zum Freitag eine Gedenkstunde statt. Spalier bildeten SA.-Männer. Aus hohen Opferschalen loderten Flammen und warfen ihren Schein auf die am Haus angebrachte Gedenktafel, die von Lorbeerbäumen flankiert war. Blumen und Kränze mit Hakenkreuzschleifen bildeten einen Sockel. Noch in später Stunde kamen Bewohner der umliegenden Häuser und legten Blumengebinde nieder.
Kurz vor Mitternacht rückten unter Trommelwirbel die Ehrenformationen an. Die Feldzeichen und Fahnen nahmen vor dem Hause Aufstellung. Vor der Gedenktafel hatten die Eltern Hans Eberhard Maikowskis und die nächsten Angehon- gen mit General Daluege und dem Kommandeur der Berliner Schutzpolizei Aufstellung genommen.
Ein Choral und Trommelwirbel leiteten bie Weihestunde ein. Dann erklang leise das Lied vom guten Kameraden. In seiner Gedenkrede entwarf Standartenführer Hahn ein getreues Bild des Kämpfers Hans Eberhard Markowski dessen Schicksal das Schicksal der kämpfenden SA., war. Wahrend die Ehrenhundertschaft der Polizei die Karabiner präsentierte, sich die Fahnen und Standarten neigten, erklang noch einmal das Lied vom guten Kameraden. Mit dem Losungswort Markowskis „Nichts für uns, alles für Deutschland und einem Bekenntnis der ewigen Treue zum Führer schloß
Lebhafter Meinungsaustausch in London.
London, 30. Jan. (DNB.) König Eduard VIII. empfing am Donnerstagnachmittag den amerikanischen Sonderbotschafter Norman Davis sowie den Prinzen Zeid (Irak) in Audienz. Außenminister Eden hatte weitere Besprechungen mit ausländischen Staatsmännern, die sich noch in London aufhalten. Am Vormittag besuchte er den Prinzregenten Paul von Südslawien, nachmittags hatte er eine Besprechung mit dem sowjetrussischen Außenminister Litwinow, den er bereits am Mittwoch bei einem privaten Frühstück zu Gast hatte. Eden empfing ferner den türkischen Außenminister Dr. Aras und bie Außenminister von Albanien und Litauen.
Die Gerüchte, wonach in den Unterredungen zwischen Eden und Litwinow die Frage einer A n« leihe für Sowjetrußland aufgeworfen worden fei, werden amtlich als falsch bezeichnet. Amtlich wird vielmehr mitgeteilt: „Die Atmosphäre, in der sich in den letzten Tagen die Staatsmänner in London getroffen haben, war für in s einzelne gehende Verhandlungen nicht geeignet. In gut informierten Kreisen besteht jedoch der Eindruck, daß dieser Meinungsaustausch allgemeinen Charakters, den der Staatssekretär des Aeußeren mit den ihn besuchenben Ministern hatte, sich als fruchtbar für bie Förberung einer allgemeinen Verständigung und die Schaffung eines gegenseitigen Vertrauens erwiesen hat, das eine wesentliche Grundlage für die auf dem Felde der internationalen Politik gestellten konstruktiven Aufgaben darstellt.
Auf dem Boden einer weitgehenden europäischen Verständigung erklärt sich auch der gute Wille Des republikanischen Frankreichs, auf alle anderen friedlichen Willen einzugehen, in Deren erster Reihe das französische Land aufrichtigerweise den guten Willen Deutsch- I a n b s zu finden hofft. So würde der Wunsch unserer Helden aus dem Kriege in Erfüllung gehen, die in der Annäherung der Völker die höchste Belohnung ihrer Opfer erblicken. Die Regierung schenkt dem ganzen Volk das Vertrauen, daß es die Abenteurer beiseite schiebt, bie aus einer inneren Unorbnung bie Gefahr an ber Grenze heraufbeschwören würben.
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Die beiben rechtsgerichteten Abgeordneten Laurent und Franklin-Bouillon kritisierten bie Zusammensetzung des Kabinetts scharf und hoben bie Widersprüche in der grundsätzlichen Einstellung der einzelnen Kabinettsmitglieder hervor. Laurent bestritt, baß die Regierung Sarraut ein Kabinett ber Aussöhnung sei. Der Burgfriede sei von der Linken gebrochen worden an dem Tage, als 5) e r r i o t Seite an Seite mit führenden Kommuni st en an einer kommunistischen Kundgebung teilgenommen habe. Franklin- Bouillon erklärte, das Kabinett Sarraut stelle den er st en Sieg der Volksfront über bie nationale Einigung dar. Dieser Sieg sei zum Teil der tätigen Hilfe des Auslandes zu verdanken. Zum Schluß sprachen noch ein Radikalsozialist und zwei Kommunisten.
Man ist sich darüber im klaren, daß Sarraut am Freitagabend feine Mehrheit haben wird. Die S o z i a l i st e n werden für das Kabinett st i m m e n , und damit ist der Bestand der Regierung gesichert. Die Unterstützung der Sozialisten wirb wahrscheinlich nicht ohne Gegen! eist u n g e n erfolgen. Sarraut gerät auf alle Fälle in ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis zu L6on Blum und verscherzt sich für die Zukunft jede Möglichkeit, auf eine wohlwollende Haltung der | Mitte rechnen zu können.
Ohne Furcht und Scheu.
Während in London verborgen vor aller Welt politische Gespräche gewechselt wurden, sprach Adolf Hitler, der Führer und Kanzler, im Herzen Berlins in Offenheit und Freiheit zu feiner SA., zu feinem Volk, zur ganzen Welt. Es war ergreifend, wie Adolf Hitler zu Beginn des vierten großen Kampfjahres der nationalsozialistischen Regierung mit dem flachen Wunderglauben der poli- ttschen Kinder und ewigen Außenseiter abrechnete. Es gibt keine Wunder, bie unoerbient, gleichsam aus einer Zufallslotterie bes Jenseits bie Menschen treffen. Was in ben letzten brei Jahren, was in den letzten achtzehn Jahren durch Adolf Hitler in Deutschland verändert wurde, ist schwer errungen, ist mit Blut und Opfern erkämpft und Gegenmächten abgetrotzt worben, die lange Zeit den meisten Deutschen unüberwindlich schienen. Selbst heute ist bie lange Kampfzeit bes täglichen Einsatzes, der beständigen Hingabe noch fast unvorstellbar. Und doch liegt in diesem Opfersinn die eigentliche Bedeutung und Weihe bes nationalsozialistischen Strebens. Der Nationalsozialismus hat nach ben Opfern bes Weltkrieges, bie einmalig waren, ein neues Deutschlanb ber ständigen Opfer geschaffen, daß keiner Wundertaten bedarf, weil es im Opfer selbst ein Wunder und in der Pflicht der ständig neuen Hingabe geradezu die Voraussetzung feines Daseins erlebt. Wenn dieses neue Deutschland ein Fest begeht, so kann bie Gesinnung biefes Festes nichts anderes als ein neuer Entschluß z u Kampf und Hingabe sein. Und da bie Welt ernst ist, so ist auch ein solches Fest ernst, stolz und ernst wie bie Rede des Führers, bie auf ihm erklang und die machtvoll wirkte, weil sie aus dem wirklichen Horizont unserer Tage und nicht aus einem falschen Festtaumel heraus gesprochen wurde.
Dabei ist es erstaunlich und doch so gut für jeden Deutschen begreiflich, daß in dieser Rede kein Satz stand, der im Stil der üblichen politischen Erörterung geformt war. Es gab keine vorsichtige Formulierung zu einem bestimmten Tagesproblem. Keine Erwähnung fremder Mächte oder eines fremden Staatsmannes, überhaupt kaum ein Wort, das einen besonderen, erkennbaren Personenkreis des Auslandes ansprach. Alles, was ber Führer sagte, schien nur ein Bekenntnis der eigenen Brust. Und doch wäre es falsch, diese Worte im Lustgarten nur aus der rein weltanschaulichen Ebene zu erklären. In ihnen lag das Wissen um die Realitäten der Weltpolitik, aber ihnen wurde in den Führerworten ein Gegenbild entgegengehalten, das gerade so bedeutsam ist, weil es im Großen die verwirrende Fülle der „Details" zusammenfaßte. Was alles in der Welt geschieht, Deutschland hat darauf nur eine Antwort, den Willen, ohne Furcht und Scheu die Entschlüsse zu treffen, die getroffen werden müssen. Für diese Entschlüsse aber wird immer ber volle Einsatz erfolgen, weil sie niemals aus Laune ober einem blinden Machtfanatismus hervorwachsen, sondern weil sie Ausdruck des Stolzes, des Ehrgefühls, aber auch der Friedensliebe ber deutschen Nation sind.
War dieses Bekenntnis des Führers der große Beitrag, den Adolf Hitler für den Festtag des 30. Januar lieferte, so waren die Worte über bie Erziehung ber deutschen Menschen zum reinen und aufrechten Nationalsozialismus ein Vermächtnis, das weit über den Tag hinaus griff. Wer es noch nicht wußte, konnte es erneut erfahren, wie ernst Adolf Hitler fein großes deutsches Erziehungswerk nimmt. Er denkt Dabei nicht nur an die gegenwärtige Generation, sondern weit mehr noch und stärker an die Geschlechter, die in kommenden Jahrzehnten in Deutschland heran-
bens erheischt.
Frankreich wünscht vor allem die Sicherheit und den Frieden. Wir wollen beides durch eine tets wachsame nationale Verteidigung und durch eine beständige internationale Zusammenarbeit sichern. Die Regierung will die Politik weiter verfolgen, die sich Frankreich feit bald 20 Jahren angelegen ein läßt: Aufrechterhaltung bes Friebens durch Achtung der internationalen Verpflichtungen und Förderung der kollektiven Sicherheit nach ben Grundsätzen des Völkerbundes. Die Regierung wird sich bemühen, alles zu begünstigen, was unter der Aegide bes Völkerbundes und in einem Geist freundschaftlichen Verständnisses die Regelung desitalienisch-abessinischen Streitfalles und die Einstellung ber Feindseligkeiten beschleunigen kann.
Standartenführer Hahn feine Gedenkrede. Nach der nächtlichen Feierstunde beschloß ein Vorbeimarsch in der Richard-Wagner-Straße die Gedenkfeier.
Der 30. Januar in Frankfurt und Darmstadt.
LPD. Frankfurt a. M., 30. Jan. Reicher Flaggenschmuck in den Straßen Frankfurts gab auch der alten Mainmetropole einen würdigen Rahmen zur Feier des dritten Jahrestages ber Machtergreifung burch den Nationalsozialismus. In den Betrieben und Schulen, bei den städtischen und taatlichen Behörden, überall fanden eindrucksvolle Feiern statt. Mit klingendem Spiel zog um die Mittagszeit die neue Wache ber Schutzpoli- z e i und der Feldjäger durch die Straßen, während auf dem Polizeipräsidium die Reichsdienst- lagge gehißt wurde. Die Johann-Wolfgang-Goethe- Inioer fität beging den Tag der nationalen Erhebung in Verbindung mit dem Gedenken an die Reichsgründung mit einem Festakt im großen Saal des Saalbaues. Nach dem Einzug der Fahnen des Studentenbundes und des Lehrkörpers hielt der Leiter des Instituts für Rassehygiene und Erb; biologie, Professor Dr. Freiherr von Bersch u e r, die Festrede über das Thema „Rassenhygiene als Wissenschaft und Staatsaufgabe". Der Rektor, Professor Dr. Platzhof f, gab die Er- gebnisse der Preisaufgaben bekannt und verkündete die neuen Preisaufgaben.
In Darmstadt versammelten sich die Beamten und Angestellten der Gerichtsbehörden zu einer Feierstunde, in deren Mittelpunkt die Ansprache des Oberlandesgerichts-Vizepräsidenten Dr. Werner stand. — In der Ottv-Berndt-Halle der Technischen Hochschule hatten sich Lehrkörper, Studentenschaft und Vertreter von Partei und Behöben eingefun- den. Nach Dem Einzug der Fahnen hielt der Rektor Professor Dr.-Jng. Hübener die Festrede über bas Thema „Ausgaben aus bem Kriegsschiffsbau." Nach bem eindrucksvollen Sprechchor „Freiheitsfahne, wir grüßen dich" sprach der Führer des NSDStB. Darmstadt, Hellwig.
Das Scho des Auslands.
„Deutschland wird seinem Führer k-lgen."
Paris, 31. Jan. (DNB. Funkspruch) Die großen Berliner Feiern werden in Der Pariser Presse eingehend gewürdigt. Der Berliner Berichterstatter des „Journal" stellt fest, daß das deutsche Volk wieder einmal mit seinem Führer em unzertrennbares Ganzes dargestellt habe. Der Berichterstatter Des „Matin" ist von Der Dauerhaftigkeit Des nationalsozialistischen Regimes überzeugt. 'Die Worte Hitlers seien wie Die eines Chefs zu feinen Männern gewesen. Man wisse nicht, ob bie Meckerer unb Kritikaster sich bei derartigen Gelegenheiten unter das Volk mischten oder es vorzögen, an Hand von Statistiken nachzuweisen, daß Das Regime nicht mehr lange Dauere. Was man aber wisse, sei, daß sie sich tauschten. Der Anblick dieser begeisterten Menge, die stundenlang und unermüdlich ihrem Führer zugejubelt habe, müsse sie davon überzeugen. Ungeachtet der schweren Opfer, die auf dem deutschen Volke lasteten, werde es feinem Führer folgen. Der Berichterstatter des „Jour" betont, , daß bas Dritte Reich noch nie auf so feierliche Weise den Jahrestag der Machtergreifung gefeiert habe. Gestern habe die nationalsozialistische Regierung ein en zufriedenen Blick aus das Jahr 1935 werfen können.
„Deutschland allem ist einig."
Amerikanische Stimmen.
Neuyork, 30. Jan. (DNB.) Die amerikanische Presse hebt am dritten Jahrestag Der nationalsozialistischen Revolution hervor, Daß bas Deutsche Reich heute stärker sei als jemals seit Dem Weltkrieg. Dies sei in erster Linie Der Schaffung Des neuen Heeres, Der Kriegsmarine unb ber Luftflotte zu danken. Frederik T. B i r ch a 11 schreibt in der „Newyork Times" u. a.: Die besten Trumpfkarten im diplomatischen Spiel scheinen a u f der deutschen Seite des Tisches gespielt zu werden. Das Reich ist auf dem besten Wege dazu, wenn nicht bereits dabei, bas Gleichgewicht bes burch inneren Zwiespalt zerrissenen europäischen । Kontinents zu halten. Deutschland allein ist
Paris, 30. Jan. (DNB ) Die Kammer wies am Donnerstagnachmittag bas übliche Bilb ber Regierungsvorstellung auf: Dicht gebrängte Zuschauer auf den Tribünen, fast vollständige Anwesenheit ber Ab- georbneten. Ministerpräsident Sarraut verlas bie Regierungserklärung ohne Störung unb nur vom Beifall ber Linken unterbrochen. Seine Ausführungen würben von Der Linken unb einem Teil ber linken Mitte beifällig aufgenommen. In ber Regierungserklärung hieß es u. a.: Die natürliche Aufgabe biefer Regierung scheint zu sein, ber großen Volksbefragung zur Erneuerung ber Kammer alle Bürgschaften der Abstimmungs- und Meinungsfreiheit zu sichern, bie bie Erhaltung ber Einrichtung ber Republik barstellen.
Die Wirtschaftskrise erforbert entschlossenes Hanbeln. Unsere Lanbwirtschaft unb unser Weinbau, bereu Erzeugung als Hauptreichtum
Frankreichs geschützt unb burch Regelung ber Schulden erleichtert werden muß, unser Handel und un- ere Industrie, unsere Kolonialwirtschaft, sie alle hegen günstige Zukunftserwartungen. Wir müssen die Sicherheit des französischen Kredits wahren, ber Vorbedingung einer wirtschaftlichen (Erneuerung, die auch Die fruchtbare Zusammenarbeit der Völker unb eine Atmosphäre bes Frie-


