Ausgabe 
31.1.1936
 
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Das Kabinett Garraut vor -er Kammer.

Oie französische Außenpolitik bleibt bei derIorderung nach kollektiver Sicherheit.

Die britische Regierung ist beim ägyptischen Mi­nisterpräsidenten wegen der Unruhen verletz­ten Tage vorstellig geworden. Der britische Ober­kommissar wies besonders auf den Zwischenfall hin, bei dem ein Motorradfahrer der britischen Nach­richtentruppe von Studenten in den Straßen Kairos aufgehalten wurde. Der britische Vertreter habe zum Ausdruck gebracht, daß die Aufrechterhaltung der Ordnung notwendig sei. Auf dem Konsulats­gebäude in Damanhur ist die e n g l i s cb e Flagge, die heruntergerissen worden war, am Donnerstagnachmittag feierlich wieder ge­hißt worden. Eine Abteilung ägyptischer Infan­terie erwies ihr in Anwesenheit des britischen Gene­ralkonsuls die Ehrenbezeugung.

Sicherungen gegen die Regenzeit.

Mussolini spricht im Ministerrat.

Rom, 30. Jan. (DNB.) Im italienischen Mi­nisterrat erläuterte Mussolini die Bedeutung der Siege an der Somali- und Eritreafront und schilderte den Mut der italienischen Truppen, deren Stimmung und Gesundheit vorzüglich seien. Außer­dem wies Mussolini auf die in Gang befindlichen Transporte von 50 000 Arbeitern hin, die die Verkehrsverbindungen für den Nachschub sicherstellen und vervollkommnen würden, um sie auch während der großen Regenfälle des Sommers instand zu halten, bei denen übri­gens im vergangenen Jahre 100 000 italienische Soldaten ohne nennenswerte Beschwer­den gearbeitet und gelebt hätten. Das italienische Volk fahre fort, der Welt das Schauspiel einer kal­ten und ruhigen, aber unerschütterlichen Ent­schlossenheit zu bieten.

Der Ministerrat hat dann eine Reihe militärischer Maßnahmen beschlossen. So wird für jeden Staats­bürger ein Stammbuch eingerichtet, in dem regel­mäßig amtliche Angaben über Gesundheitszustand und Stand und Gang der militärischen Ausbildung eingetragen werden. Für jeden, der Arbeit und An­stellung sucht, ist das Stammbuch unentbehrlich. Weitere Maßnahmen betreffen Aenderungen im Aufbau des Landheeres, besonders auch der Cara­binieri und in der Einteilung Italiens in Militärzonen, die von fünf auf acht erhöht werden, ferner die Aufstellung einer fünften Alpendivision einschließlich eines neuen 10. Alpenregiments und eines 5. Regiments Gebirgsartillerie. Schließlich soll die Dauer der Militärdienstzeit einheitlich geregelt werden. Heber die Dauer selbst ist noch nichts bestimmt. Ganze oder teilweise Befreiung bleiben je nach den Familienverhältnissen auch weiterhin möglich. Unter den wirtschaftlichen Beschlüssen ist die für Heeres- zwecke erforderliche Beschlagnahme der ge­samten. inländischen Wolleerzeugung des Jahres 1936 besonders erwähnenswert.

einig und schreitet unbeirrt auf seinem Wege fort. Deutschland weiß nicht nur, was es will, son­dern auch, wie es seinen Willen durchzusetzen ge­denkt. Deutschland hat diese neue Stellung in der Welt ganz allein einem Manne zu dan­ken Adolf Hitler. In der Reihe der Aus­erwählten, die seit dem Kriege zur Spitze empor­gestiegen sind, hat er mehr vollbracht als irgend­einer, und sein Werk war ganz persönlich.

Oie Glückwünsche der deutschen Künstlerschast.

Berlin, 30. Jan. (DNB.) Der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, und der Vizepräsident, Staats­sekretär Walter Funk, überbrachten dem Führer und Reichskanzler die Glückwünsche der ge­samten deutschen Künstler und des Reichs­ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda und überreichten ihm dabei ein Gemälde von Feuerbach als Geschenk der Reichs­kulturkammer zum heutigen Tage zum Aus­druck des Dankes für die warmherzige und ver­ständnisvolle Förderung, die der Führer der deut­schen Kunst und den deutschen Künstlern in so über­reichem Maße jederzeit zuteil werden läßt. Der Führer war über dieses Geschenk außerordentlich erfreut und dankte in herzlichen Worten für diese Gabe der deutschen Künstlerschaft.

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Donnerstag vormittag wurde aus Anlaß der Wiederkehr des Jahrestages der nationalsozialisti­schen Revolution der Befehlshaber der deutschen Polizei, Generalleutnant und SS.-Obergruppenführer D a l u e g e, vom Führer und Reichskanzler empfangen.

DieVetteuungherKriegergräber

Berlin, 30. Jan. (DNB.) Im Dezember d. I. ist vom deutschen, britischen und französischen Be­vollmächtigten ein Abkommen unterzeichnet worden, daß die Einsetzung eines gemischten Ausschusses für die Betreuung der deutschen Krieger­gräber auf britischem Gebiet und auf bri­tischen Friedhöfen in Frankreich, sowie der bri­tischen Kriegergräber in Deutschland vorsieht. Die­ser Ausschuß ist nun gebildet worden. Als Ehren­mitglieder sind in ihn berufen worden: Der deutsche Botschafter in London, v. Hoesch, und General­oberst v. Seeckt, der britische Botschafter in Ber­lin, Sir Eric P h i p p s, und der Marschall der britischen Luftstreitkräfte, Lord Trenchard, so­wie der französische Botschafter in Berlin, Fran- vois Poncet. Im übrigen setzt sich der Ausschuß aus den Vertretern der mit der Kriegergräberfür­sorge betrauten deutschen, britischen und franzö­sischen Stellen zusammen.

DieTimes" schreibt, daß das Abkommen zwar einem praktischen Zweck diene, aber gleichzeitig auch ein hohes Ideal verkörpere. Es verbinde Frankreich, das Britische Reich und Deutschland zu gemeinsamen Gedenken für die im Krieg Gefallenen ohne Rücksicht darauf, auf welcher Seite sie gekämpft haben. Diejenigen, die ihr Leben für ihr Land gelassen hätten, würden gemeinsam geehrt werden. Hierdurch wür­den die drei Völker in einer Weise zusammenge­bracht werden, die niemand vergessen könne.

Zwischenfall an der mandschurisch- sowjetrussischen Grenze.

Moskau, 31. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Die Telegraphen-Agentur der Sowjetunion meldet aus Chabarowsk: Donnerstag bemerkte eine Sowjet­grenzpatrouille drei Kilometer von der Grenze ent­fernt auf sowjetrussischem Gebiet vier unbe­kannte Japaner und Mandschuren in Zioilkleidern. Als die Patrouille versuchte, sie fest­zunehmen, eröffneten die vier Unbe­kannten das Feuer. Gleichzeitig tauchten noch zwei Gruppen bewaffneter Japaner und Mand­schuren in Stärke von 30 Mann auf, und eröffne­ten gleichfalls das Feuer. Dom Sowjetgrenzposten herbeieilende Verstärkung begann unter Kämpfen, die auf Sowjetgebiet eingedrungenen Japaner und Mandschuren gegen die Grenze zurückzu­drängen. Während dieser Zeit kamen neue Ab­teilungen Japaner und Mandschuren. Nach längerem Kampf, bei dem es zum Handgemenge kam, mür­ben die Japaner und Mandschuren gezwungen, sich auf mandschurisches Gebiet zurückzuziehen.

Rücktritte m her österreichischen Regierung.

Wien, 31. Jan. (DNB.) Der Bundespräsident hat den Bundesminister ohne Geschäftsbereich Dr. Karl B u r e s ch auf seinen Wunsch von seinem Amt entbunden, ferner den Staatssekretär für Land- und Forstwirtschaft August Kraft. Buresch soll zum Gouverneur der österreichischen Postspar­kasse ernannt werden. Er war ursprünglich Landes­hauptmann von Niederösterreich und dann lange Jahre Finanzminister. Bei der letzten Regierungs­umbildung war an seine Stelle Dr. Draxler in dieRegierung eingetreten. Der zurückgetretene Staats­sekretär Kraft war mit der besonderen Aufgabe, die Belange der Bergbauernschaft wahrzu­nehmen, in das umgebildete Kabinett Schuschnigg- Starhemberg berufen worden. Dieser Posten war damals geschaffen worden. Es heißt, daß Kraft zu- rückgtreten sei, weil die Bergbauernhilfe in dem neuen Staatshaushaltsentwurf gestrichen wurde, was große Unzufriedenheit bei den Bauern hervorgerufen habe.

Das neue ägyptische Kabinett.

Kairo, 31. Jan. (DNB.) Am Donnerstagabend wurde das neue ägyptische Kabinett durch A l i Mäher Pascha gebildet. Der Ministerpräsident Übernimmt gleichzeitig auch die Leitung des Außen­ministeriums. Zum Finanzminister wurde Abdel W a h a b Pascha ernannt. Freitag wird eine Ab­ordnung für die V e r t r a g s v e r h a n d- lungen mit England gebildet werden. Die Abordnung wird ihre Tätigkeit am 15. Februar auf­nehmen. Wie verlautet, soll die Abordnung aus sechs Mitgliedern des Wafd und fünf Mitgliedern der Nationalen Front bestehen. Die Führung der Abord­nung wird in den Händen von Nahas Pascha, dem Parteileiter des Wafd, liegen. Die neue Regierung wird voraussichtlich bis zum 2. Mai, dem Taa der ägyptischen Parlamentswahlen, im Amte bleiben.

wachsen roetben.

Oer Führer dankt.

3 e r H n, 30. Jan. (DNB.) Dem Führerund Reichskanzler sind zum heutigen Jahrestag der Machtübernahme fo zahlreiche Glück­wünsche, Dankschreiben und sonstige Bekundun­gen der Anhänglichkeit aus allen Schichten der Be­völkerung zugegangen, daß es ihm leider nicht mög­lich ist, darauf im einzelnen zu antworten Der Führer spricht daher allen Volksgenossen, die seiner am 30. Januar in Treue gedacht haben, insbesondere auch den Einsendern der ihm aus die­sem Anlaß gewidmeten Gedichte, aus diesem Wege seinen herzlichen Dank aus.

OerFühreranGeneralvonHindenburg/ Popen und Hugenberg.

Berlin, 30. Jan. (DRV.) Der Führer hat anläßlich der Erinnerungsfeier des 30. Januar a n Herrn Generalmajor von Hinden­burg, an Herrn von Papen und Herrn Ge­heimrat hugenberg telegraphifch Worte des Gedenkens gesandt.

Dem Gedenken der Toten des 30. Januar.

Gedenkstunde in der Maikowskistratze.

Berlin, 31. Jan. (DNB.) Vor dem Hause Maikowski-Straße 52 in Charlottenburg, an der Stelle, an der vor drei Jahren Sturmführer Hans Eberhard M a i k o w s k i und Oberwachtmeister Zauritz von Rotmord erschossen wurden und, im Augenblick des Sieges ihr Leben ließen, fand in der Nacht zum Freitag eine Gedenkstunde statt. Spalier bildeten SA.-Männer. Aus hohen Opferschalen loderten Flammen und warfen ihren Schein auf die am Haus angebrachte Gedenktafel, die von Lorbeerbäumen flankiert war. Blumen und Kränze mit Hakenkreuzschleifen bildeten einen Sockel. Noch in später Stunde kamen Bewohner der um­liegenden Häuser und legten Blumengebinde nieder.

Kurz vor Mitternacht rückten unter Trommel­wirbel die Ehrenformationen an. Die Feldzeichen und Fahnen nahmen vor dem Hause Aufstellung. Vor der Gedenktafel hatten die Eltern Hans Eberhard Maikowskis und die nächsten Angehon- gen mit General Daluege und dem Kommandeur der Berliner Schutzpolizei Aufstellung genommen.

Ein Choral und Trommelwirbel leiteten bie Weihestunde ein. Dann erklang leise das Lied vom guten Kameraden. In seiner Gedenkrede entwarf Standartenführer Hahn ein getreues Bild des Kämpfers Hans Eberhard Markowski dessen Schick­sal das Schicksal der kämpfenden SA., war. Wah­rend die Ehrenhundertschaft der Polizei die Kara­biner präsentierte, sich die Fahnen und Standarten neigten, erklang noch einmal das Lied vom guten Kameraden. Mit dem Losungswort Markowskis Nichts für uns, alles für Deutschland und einem Bekenntnis der ewigen Treue zum Führer schloß

Lebhafter Meinungsaustausch in London.

London, 30. Jan. (DNB.) König Eduard VIII. empfing am Donnerstagnachmit­tag den amerikanischen Sonderbotschafter Norman Davis sowie den Prinzen Zeid (Irak) in Audienz. Außenminister Eden hatte weitere Be­sprechungen mit ausländischen Staatsmännern, die sich noch in London aufhalten. Am Vormittag be­suchte er den Prinzregenten Paul von Südslawien, nachmittags hatte er eine Besprechung mit dem sowjetrussischen Außenminister Litwi­now, den er bereits am Mittwoch bei einem pri­vaten Frühstück zu Gast hatte. Eden empfing ferner den türkischen Außenminister Dr. Aras und bie Außenminister von Albanien und Litauen.

Die Gerüchte, wonach in den Unterredungen zwischen Eden und Litwinow die Frage einer A n« leihe für Sowjetrußland aufgeworfen worden fei, werden amtlich als falsch bezeichnet. Amtlich wird vielmehr mitgeteilt:Die Atmosphäre, in der sich in den letzten Tagen die Staatsmänner in London getroffen haben, war für in s ein­zelne gehende Verhandlungen nicht geeignet. In gut informierten Kreisen besteht jedoch der Eindruck, daß dieser Meinungsaustausch allgemeinen Charakters, den der Staatssekretär des Aeußeren mit den ihn besuchenben Ministern hatte, sich als fruchtbar für bie Förberung einer allgemeinen Verständigung und die Schaffung eines gegenseitigen Vertrauens erwiesen hat, das eine wesentliche Grundlage für die auf dem Felde der internatio­nalen Politik gestellten konstruktiven Aufgaben dar­stellt.

Auf dem Boden einer weitgehenden europäischen Verständigung erklärt sich auch der gute Wille Des republikanischen Frankreichs, auf alle ande­ren friedlichen Willen einzugehen, in Deren erster Reihe das französische Land aufrich­tigerweise den guten Willen Deutsch- I a n b s zu finden hofft. So würde der Wunsch unserer Helden aus dem Kriege in Erfüllung gehen, die in der Annäherung der Völker die höchste Belohnung ihrer Opfer erblicken. Die Regierung schenkt dem ganzen Volk das Vertrauen, daß es die Abenteurer beiseite schiebt, bie aus einer inneren Unorbnung bie Gefahr an ber Grenze heraufbe­schwören würben.

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Die beiben rechtsgerichteten Abgeordneten Lau­rent und Franklin-Bouillon kritisierten bie Zusammensetzung des Kabinetts scharf und hoben bie Widersprüche in der grundsätzlichen Ein­stellung der einzelnen Kabinettsmitglieder hervor. Laurent bestritt, baß die Regierung Sarraut ein Kabinett ber Aussöhnung sei. Der Burgfriede sei von der Linken gebrochen worden an dem Tage, als 5) e r r i o t Seite an Seite mit füh­renden Kommuni st en an einer kommuni­stischen Kundgebung teilgenommen habe. Franklin- Bouillon erklärte, das Kabinett Sarraut stelle den er st en Sieg der Volksfront über bie nationale Einigung dar. Dieser Sieg sei zum Teil der tätigen Hilfe des Auslan­des zu verdanken. Zum Schluß sprachen noch ein Radikalsozialist und zwei Kommunisten.

Man ist sich darüber im klaren, daß Sarraut am Freitagabend feine Mehrheit haben wird. Die S o z i a l i st e n werden für das Kabinett st i m m e n , und damit ist der Bestand der Regie­rung gesichert. Die Unterstützung der Sozialisten wirb wahrscheinlich nicht ohne Gegen! ei­st u n g e n erfolgen. Sarraut gerät auf alle Fälle in ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis zu L6on Blum und verscherzt sich für die Zukunft jede Möglichkeit, auf eine wohlwollende Haltung der | Mitte rechnen zu können.

Ohne Furcht und Scheu.

Während in London verborgen vor aller Welt politische Gespräche gewechselt wurden, sprach Adolf Hitler, der Führer und Kanzler, im Herzen Berlins in Offenheit und Freiheit zu feiner SA., zu feinem Volk, zur ganzen Welt. Es war ergreifend, wie Adolf Hitler zu Beginn des vierten großen Kampfjahres der nationalsozialistischen Re­gierung mit dem flachen Wunderglauben der poli- ttschen Kinder und ewigen Außenseiter abrechnete. Es gibt keine Wunder, bie unoerbient, gleichsam aus einer Zufallslotterie bes Jenseits bie Menschen treffen. Was in ben letzten brei Jahren, was in den letzten achtzehn Jahren durch Adolf Hitler in Deutschland verändert wurde, ist schwer er­rungen, ist mit Blut und Opfern erkämpft und Gegenmächten abgetrotzt worben, die lange Zeit den meisten Deutschen unüberwindlich schienen. Selbst heute ist bie lange Kampfzeit bes täglichen Einsatzes, der beständigen Hingabe noch fast un­vorstellbar. Und doch liegt in diesem Opfersinn die eigentliche Bedeutung und Weihe bes national­sozialistischen Strebens. Der Nationalsozialismus hat nach ben Opfern bes Weltkrieges, bie einmalig waren, ein neues Deutschlanb ber ständigen Opfer geschaffen, daß keiner Wundertaten bedarf, weil es im Opfer selbst ein Wunder und in der Pflicht der ständig neuen Hingabe geradezu die Voraussetzung feines Daseins erlebt. Wenn dieses neue Deutsch­land ein Fest begeht, so kann bie Gesinnung biefes Festes nichts anderes als ein neuer Entschluß z u Kampf und Hingabe sein. Und da bie Welt ernst ist, so ist auch ein solches Fest ernst, stolz und ernst wie bie Rede des Führers, bie auf ihm erklang und die machtvoll wirkte, weil sie aus dem wirklichen Horizont unserer Tage und nicht aus einem falschen Festtaumel heraus gesprochen wurde.

Dabei ist es erstaunlich und doch so gut für jeden Deutschen begreiflich, daß in dieser Rede kein Satz stand, der im Stil der üblichen politischen Erörte­rung geformt war. Es gab keine vorsichtige For­mulierung zu einem bestimmten Tagesproblem. Keine Erwähnung fremder Mächte oder eines fremden Staatsmannes, überhaupt kaum ein Wort, das einen besonderen, erkennbaren Personenkreis des Auslandes ansprach. Alles, was ber Führer sagte, schien nur ein Bekenntnis der eigenen Brust. Und doch wäre es falsch, diese Worte im Lustgarten nur aus der rein weltanschaulichen Ebene zu er­klären. In ihnen lag das Wissen um die Reali­täten der Weltpolitik, aber ihnen wurde in den Führerworten ein Gegenbild entgegengehalten, das gerade so bedeutsam ist, weil es im Großen die verwirrende Fülle derDetails" zusammenfaßte. Was alles in der Welt geschieht, Deutschland hat darauf nur eine Antwort, den Willen, ohne Furcht und Scheu die Entschlüsse zu treffen, die getroffen werden müssen. Für diese Entschlüsse aber wird immer ber volle Einsatz erfolgen, weil sie niemals aus Laune ober einem blinden Machtfanatismus hervorwachsen, sondern weil sie Ausdruck des Stolzes, des Ehrgefühls, aber auch der Friedens­liebe ber deutschen Nation sind.

War dieses Bekenntnis des Führers der große Beitrag, den Adolf Hitler für den Festtag des 30. Januar lieferte, so waren die Worte über bie Erziehung ber deutschen Menschen zum reinen und aufrechten Nationalsozialismus ein Vermächtnis, das weit über den Tag hinaus griff. Wer es noch nicht wußte, konnte es erneut er­fahren, wie ernst Adolf Hitler fein großes deutsches Erziehungswerk nimmt. Er denkt Dabei nicht nur an die gegenwärtige Generation, sondern weit mehr noch und stärker an die Geschlechter, die in kommenden Jahrzehnten in Deutschland heran-

bens erheischt.

Frankreich wünscht vor allem die Sicherheit und den Frieden. Wir wollen beides durch eine tets wachsame nationale Verteidigung und durch eine beständige internationale Zusammenarbeit sichern. Die Regierung will die Politik weiter verfolgen, die sich Frankreich feit bald 20 Jahren angelegen ein läßt: Aufrechterhaltung bes Friebens durch Achtung der internationalen Ver­pflichtungen und Förderung der kol­lektiven Sicherheit nach ben Grundsätzen des Völkerbundes. Die Regierung wird sich be­mühen, alles zu begünstigen, was unter der Aegide bes Völkerbundes und in einem Geist freundschaft­lichen Verständnisses die Regelung desita­lienisch-abessinischen Streitfalles und die Einstellung ber Feindseligkeiten beschleunigen kann.

Standartenführer Hahn feine Gedenkrede. Nach der nächtlichen Feierstunde beschloß ein Vorbeimarsch in der Richard-Wagner-Straße die Gedenkfeier.

Der 30. Januar in Frankfurt und Darmstadt.

LPD. Frankfurt a. M., 30. Jan. Reicher Flaggenschmuck in den Straßen Frankfurts gab auch der alten Mainmetropole einen würdigen Rahmen zur Feier des dritten Jahrestages ber Machtergreifung burch den Nationalsozialismus. In den Betrieben und Schulen, bei den städtischen und taatlichen Behörden, überall fanden eindrucksvolle Feiern statt. Mit klingendem Spiel zog um die Mittagszeit die neue Wache ber Schutzpoli- z e i und der Feldjäger durch die Straßen, während auf dem Polizeipräsidium die Reichsdienst- lagge gehißt wurde. Die Johann-Wolfgang-Goethe- Inioer fität beging den Tag der nationalen Erhebung in Verbindung mit dem Gedenken an die Reichsgründung mit einem Festakt im großen Saal des Saalbaues. Nach dem Einzug der Fah­nen des Studentenbundes und des Lehrkörpers hielt der Leiter des Instituts für Rassehygiene und Erb; biologie, Professor Dr. Freiherr von Ber­sch u e r, die Festrede über das ThemaRassen­hygiene als Wissenschaft und Staatsaufgabe". Der Rektor, Professor Dr. Platzhof f, gab die Er- gebnisse der Preisaufgaben bekannt und verkün­dete die neuen Preisaufgaben.

In Darmstadt versammelten sich die Beam­ten und Angestellten der Gerichtsbehörden zu einer Feierstunde, in deren Mittelpunkt die Ansprache des Oberlandesgerichts-Vizepräsidenten Dr. Werner stand. In der Ottv-Berndt-Halle der Technischen Hochschule hatten sich Lehrkörper, Studentenschaft und Vertreter von Partei und Behöben eingefun- den. Nach Dem Einzug der Fahnen hielt der Rektor Professor Dr.-Jng. Hübener die Festrede über bas ThemaAusgaben aus bem Kriegsschiffsbau." Nach bem eindrucksvollen SprechchorFreiheits­fahne, wir grüßen dich" sprach der Führer des NSDStB. Darmstadt, Hellwig.

Das Scho des Auslands.

Deutschland wird seinem Führer k-lgen."

Paris, 31. Jan. (DNB. Funkspruch) Die gro­ßen Berliner Feiern werden in Der Pariser Presse eingehend gewürdigt. Der Berliner Berichterstatter desJournal" stellt fest, daß das deutsche Volk wieder einmal mit seinem Führer em unzertrennbares Ganzes dargestellt habe. Der Berichterstatter DesMatin" ist von Der Dauerhaftigkeit Des nationalsozialistischen Regimes überzeugt. 'Die Worte Hitlers seien wie Die eines Chefs zu feinen Männern gewesen. Man wisse nicht, ob bie Meckerer unb Kritikaster sich bei der­artigen Gelegenheiten unter das Volk mischten oder es vorzögen, an Hand von Statistiken nachzu­weisen, daß Das Regime nicht mehr lange Dauere. Was man aber wisse, sei, daß sie sich tausch­ten. Der Anblick dieser begeisterten Menge, die stundenlang und unermüdlich ihrem Führer zuge­jubelt habe, müsse sie davon überzeugen. Ungeach­tet der schweren Opfer, die auf dem deutschen Volke lasteten, werde es feinem Führer folgen. Der Berichterstatter desJour" betont, , daß bas Dritte Reich noch nie auf so feierliche Weise den Jahrestag der Machtergreifung ge­feiert habe. Gestern habe die nationalsozialistische Regierung ein en zufriedenen Blick aus das Jahr 1935 werfen können.

Deutschland allem ist einig."

Amerikanische Stimmen.

Neuyork, 30. Jan. (DNB.) Die amerikanische Presse hebt am dritten Jahrestag Der nationalsozia­listischen Revolution hervor, Daß bas Deutsche Reich heute stärker sei als jemals seit Dem Weltkrieg. Dies sei in erster Linie Der Schaf­fung Des neuen Heeres, Der Kriegsmarine unb ber Luftflotte zu danken. Frederik T. B i r ch a 11 schreibt in derNewyork Times" u. a.: Die besten Trumpfkarten im diplomatischen Spiel scheinen a u f der deutschen Seite des Tisches gespielt zu werden. Das Reich ist auf dem besten Wege dazu, wenn nicht bereits dabei, bas Gleichgewicht bes burch inneren Zwiespalt zerrissenen europäischen Kontinents zu halten. Deutschland allein ist

Paris, 30. Jan. (DNB ) Die Kammer wies am Donnerstagnachmittag bas übliche Bilb ber Regie­rungsvorstellung auf: Dicht gebrängte Zuschauer auf den Tribünen, fast vollständige Anwesenheit ber Ab- georbneten. Ministerpräsident Sarraut verlas bie Regierungserklärung ohne Störung unb nur vom Beifall ber Linken unterbrochen. Seine Ausführungen würben von Der Linken unb einem Teil ber linken Mitte beifällig aufgenommen. In ber Regierungserklärung hieß es u. a.: Die natürliche Aufgabe biefer Regierung scheint zu sein, ber großen Volksbefragung zur Erneuerung ber Kam­mer alle Bürgschaften der Abstimmungs- und Mei­nungsfreiheit zu sichern, bie bie Erhaltung ber Ein­richtung ber Republik barstellen.

Die Wirtschaftskrise erforbert entschlossenes Hanbeln. Unsere Lanbwirtschaft unb unser Weinbau, bereu Erzeugung als Hauptreichtum

Frankreichs geschützt unb burch Regelung ber Schul­den erleichtert werden muß, unser Handel und un- ere Industrie, unsere Kolonialwirtschaft, sie alle hegen günstige Zukunftserwartungen. Wir müssen die Sicherheit des französischen Kre­dits wahren, ber Vorbedingung einer wirtschaft­lichen (Erneuerung, die auch Die fruchtbare Zusam­menarbeit der Völker unb eine Atmosphäre bes Frie-