Nr. 26 Erster Blatt
186. Jahrgang
Aeitag, 31 Zanuar M6
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Deutschlands Opfer werden nicht vergeblich gebracht.
„Solange hie Bewegung rein und aufrichtig ihrem Ziel nachstrebt, wird Deutschland stark sein und stark bleiben."
Berlin, 30. Jan. (DNB.) Um 11 Uhr setzten sich in vier großen Marschsäulen die 30 000 oienstältesten SA. - Männer aus dem ganzen Reich in Bewegung zum Appellplatz, dem umgestalteten Lustgarten. Zum erstenmal ist hier durch die Abgrenzung der Grünfläche durch die Verschiebung der Brunnenschale und des DenkmalsFriedrichWilhelm III. die Sicht auf den prachtvollen Schinkelbau des alten Museums freigeworden, auf dessen Stufen, mit Tuch verkleidet, das Rednerpult errichtet ist. Das weite Rechteck ist mit hohen Fahnenmasten begrenzt. Stunden vor Beginn haben sich die braunen Kolonnen der alten Garde in Bewegung gesetzt. Nun stehen sie mustergültig ausgerichtet über die ganze Breite des Appellplatzes bis zum Schloß hin. Den Anschluß an die alte Garde bilden die Abordnungen der Gliederungen der Bewegung der Reichshauptstadt, die vor der ganzen Schloßfront Aufstellung genommen haben, während die Terrassen für HI. und BDM. freigehalten sind. Eine halbe Stunde vor Beginn erscheinen, barhäuptig, die Träger des Blutordens, von der Menge mit aufgehobener Rechten begrüßt, um ihren Ehrenplatz einzunehmen. Mit brausenden Heilrufen werden die SA.-Ober- gruppensührer Göring, der Berliner Gauleiter Dr. Goebbels, Reichsinnenminister Dr Frick, die Reichsleiter und Gauleiter und die höchsten Würdenträger des Reiches, soweit sie von der Menge erkannt werden, empfangen. Unter Vorantritt des Musikzuges der Gruppe Berlin-Brandenburg marschieren die 44 ältesten Standarten und die alten Sturmfahnen, die den Namen gefallener Freiheitskämpfer der Bewegung tragen, auf den Appellplatz. Die Standarten bleiben rechts und links vom Rednerpult stehen, während die Sturmfahnen zwischen die mächtigen Säulen und auf die innere Freitreppe treten.
Wenige Minuten später verkünden Heilrufe d i e Ankunft des Führers. Langsam schreitet er, gefolgt von Stabschef Lutze, durch die Reihen seiner ältesten und treuesten Mitkämpfer. Begeisterte Jugend hat sich bis zur Freitreppe vorgeschoben, um dem Führer Blumen zu überreichen. Als der Führer die Freitreppe betritt und nun von den ungezählten Tausenden, die den Appellplatz umsäumen, erkannt wird, donnern ihm jubelnde H e i l r u f e entgegen. Der Stabschef meldet die angetretene alte Garde Dann tritt der Führer ans Mikrophon, um ihnen seinen Gruß zu entbieten, der mit einem donnernden „Heil, mein Führer!" beantwortet wird. Der Ruf klingt von allen Seiten des Platzes als mächtiges Echo zurück
Der Appell begann mit einer Ansprache des Stabschefs der SA., Lutze, er erklärte: Heute vor drei Jahren um dieselbe Zeit wurde gemeldet, daß der greife Generalfeldmarschall den Führer der NSDAP, zum Kanzler und damit z u m Führer des deutschen Volkes gemacht hatte. Nach all den Jahren des Kampfes, nach all den Opfern und nach all der Arbeit endlich d i e Erlösung! Meine SA.-Männer, wenn Ihr nun hier um dieselbe Zeit auf dem historischen Platz in Berlin steht, dann finden wir dabei einige Kameraden nicht mehr, die früher jahrelang mit uns marschierten, die Kameraden, die den Kampf mitmachten, mit uns in unseren Reihen, die aber die erste Etappe des Sieges nicht mehr erreichen konnten und nicht mehr miterleben durften: U n se r e gefallenen Kameraden, die jetzt in der Horst- Wessel-Standarte marschieren und auch diese Stunde mit uns erleben. Der Stabschef besieht: Mützen ab! Senkt die Fahnen. — Das Lied vom guten Kameraden ertönt. SA.-Männer, wir haben unserer Toten gedacht und stehen jetzt wieder mit Sturmriemen herunter, um die Parole für das vierte Jahr nach dem nationalsozialistischen Kampf in Empfang $u nehmen.
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Ein Schnappschuß von dem großen SA.-Appell im Lustgarten in Berlin. Mädchen des BDM. begrüßen den Führer bei seiner Ankunft im Lustgarten.
(Scherl-Bilderdienst-M.)
Darauf begrüßte Reichsminister Dr. Goebbels als Berliner'Gauleiter die SA.-Männer im Namen der wieder deutsch gewordenen Reichshauptstadt. Er erinnert an den Tag vor drei Jahren, der die Entscheidung und den Sieg des Nationalsozialismus brachte und an die Aufbauarbeit, die in diesen drei Jahren geleistet worden ist. Er dankt noch einmal den alten SA.-Männern, den Trägern des nationalsozialistischen Gedankens, die gekommen sind, um dem Führer heute aufs neue Treue zu geloben. Mit dem Berliner Gauleiter rufen die 30 000 alten Kämpfer nun dem Führer, der jetzt an das Rednerpult tritt, ihren Schlachtruf zum Gruß entgegen: „Führer befiehl — wir folgen!"
Der Führer fvrichl.
In wundervoller Klarheit hallt dann die Stimme des Führers über den weiten Platz. Schon mit den ersten Sätzen, in denen der Führer an die Zeit des Kampfes erinnert, hat er wieder das Ohr und die Herzen feiner alten SA.-Männer in Bann geschlagen. Der Führer sagt:
SA.-Männer! Nationalsozialisten! Parteigenossen!
Wenn wir an diesem Tage einen Rückblick halten, dann kann er nicht enden im Jahre 1933, sondern er muß weiter zurückgehen. Denn was für viele, die unsere Bewegung nicht kannten, damals ein Augenblick der Ueberraschung war, war für uns und für Sie, meine alten Kämpfer, nur b i e Stunde der Erfüllung. Viele, besonders außerhalb Deutschlands, sie mochten am 30. Januar und in den folgenden Wochen und Monaten erstaunt gewesen fein über das Wunder,
das sich vor chren Augen vollzogen hatte. Ich aber und Ihr, meine Kameraden, wir haben zusammen über ein Jahrzehnt auf diese Stunde gewartet, an sie geglaubt und auf sie gehofft. Für uns war das keine Ueberraschung, sondern es war nur die Erfüllung eines 14jährigen schweren Kampfes. Wir sind nicht blind ausgezogen, sondern sehend und glaubend.
Und so erfaßt mich, wenn ich auf diesen Tag zurückblicke, eine tiefe Dankbarkeit, eine Dankbarkeit denen gegenüber, die es mir ermöglichten, diesen Tag vor drei Jahren erleben zu können. Sie sind als Pioniere und Bannerträger unserer Bewegung aus deck! ganzen Deutschen Reich heute hier versammelt, je zwei der ältesten aus einem Sturm. Sie haben das Werden unserer Bewegung, das Werden ihres Ringens, ihres Kampfes und ihrer (Erfolge alle miterlebt.
Und ich selbst habe 14 Jahre lang über diesem Kamps gestanden. Ich habe ihn 14 Jahre lang geführt, habe auch diese SA. einst gegründet und bin in ihren Reihen und an ihrer Spitze 14 Jahre lang der Bewegung vorangegangen. Ich habe euch kennengelernt. Ich weiß: Alles, was ihr seid, seid ihr durch mich, und alles, was ich bin. bin ich nur durch euch allein geworden. (30000 SA.-Rlänner jubeln dem Führer begeistert zu.) Es kann in der Geschichte kein engeres Band gegeben haben, das Führer und Gefolgschaft zusammenfügte, als das unsere! Gemeinsam sind wir einen Weg gewandert, aus dem Nichts heraus und empor zu dieser stol
zen Größe Das, was die andere Welt nicht begreift, es einfach als ein Wunder oder als einen Zufall ansehen möchte, das kennen wir als einen endlosen Kampf, als endlose Sorgen, als endloses Ringen. Dieser 30 Januar ist uns nicht als ein Geschenk des Himmels in den Schoß gefallen, sondern er ist blutig, schwer und bitter erkämpft worden! Und diese Zeit des Kampfes, sie hat uns zusammengefügt, sie hat Führer und Gefolgschaft sich gegenseitig verstehen und kennenlernen lassen.
Und als daher dieser 30. Januar kam, da trafen wir nicht eine Macht an, um hinter dieser Macht das Volk zu erobern, sondern im Besitz des deutschen Volkes sind wir damals bereits g e - wesen. Der beste Kern der deutschen Nation stand an diesem Tage bereits in unseren Reihen. Das Beste unseres Volkes hat an diesem Tage uns bereits erwählt gehabt. Nur kleinliche Zweifler ober Unverständige, sie standen noch seitwärts. Aber auch in diesen Reihen sind nun tiefe. Breschen gelegt worden. Denn das, was heute gegen uns steht, das steht nicht gegen uns, weil wir Nationalsozialisten sind, sondern weil wir Deutschland wiederfrei und stark gemacht haben. (Tosender Beifall.) Das sind, die Feinde unseres Volkes in unserem eigenen Lande, die wir kennen aus der Zeit des großen Krieges, aus der Zeit der traurigen Revolte im Jahre 1918, und die mir kennen aus der Zeit unseres schlimmsten Verfalls. Sie sind die einzigen, die nicht nur den Wea zu uns nicht finden wollen, sondern die ihn auch niemals mehr finden können und auf die wir selbst Verzicht leisten.
So stehen wir heute nach einem dreijährigen Kampf in der Macht wieder vor dem Kampf für unser deutsches Volk in der Zukunft, ein Kampf, der niemals enden wird. So, wie das deutsche Volk im ewigen Lebensringen bisher seine Stellung behaupten mußte auf dieser Welt, so wird es auch in der Zukunft sein. Dieser Kampf wird ihm nur leichter gemacht werden durch diese Bewegung. Denn was früher uns so oft in innerer Zerrissenheit die Kräfte verbrauchen ließ, das ist jetzt beseitigt.
Das deutsche Volk hat durch die Bewegung ein Element der Einheit und der Einigkeit bekommen, das weiter wirken wird bis in die fernste Zukunft. Sie alle täuschen sich, die glauben, daß diese Bewegung heule noch gebunden wäre an eine einzelne Person. Ich war ihr Ruser. Allein aus einem Rufer sind heute bereits Millionen geworden. Wer auch von uns heute das Auge schließt, der weih: hinter ihm stehen 10 andere! Diese Bewegung wird nicht mehr vergehen. Sie wird Deutschland weiterführen und, wenn auch unsere Feinde das nicht wahr haben wollen, Deutschland wird nicht mehr zurückfallen in den Ausland dieser frauriaen Schmach, die wir erleben mußten. Und daß dies so ist, dafür seid Ihr mir, meine ältesten Parteikämpfer, SA.-, SS.-7Nänner und politische Soldaten, die Garanten! (Begeisterte Zustimmung.) Ihr seid die Garanten dafür, daß dieser Geist nicht ausstirbt. Wenn Ihr hier steht, aus dem ganzen deutschen Volke, aus allen Berufen, aus allen Ständen, aus allen klaffen heraus, aus allen Konfessionen, zusammengefügt zu einer Einheit, nicht mehr kennend als dieses Deutschland und den Dienst an ihm, so wird aus Euch heraus eine junge Generation wachsen. vom gleichen Geist beseelt, in Euch das
Vorbild sehend und Euch nachfolgend.
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Der Führer während feiner Rede. Rechts und links die Standarten auf der großen Freitreppe des Alten Museums im Berliner Lustgarten. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Der Aufmarsch der SA. auf dem neugestalteten Lustgarten in Berlin zum großen Appell vor dem Führer. Im Hintergrund sieht man das Alte Museum, von dessen Stufen aus der Führer sprach.
ä (Scherl-Bilderdienst-M.)


