Ausgabe 
30.12.1936
 
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erstens vergewissern, fn welcher Steuerstufe sein Grundstück liegt. Das kann er entweder beim Ka­tasteramt erfahren, er kann es sich aber noch leichter selber errechnen, indem er den veranlagten Haus- zinssteuersollbetrag durch den Betrag der Friedens- miete teilt. Ein Beispiel: Ein Hausbesitzer zahlt 306 Mark Hauszinssteuer pro Monat und hat eine mo- monatliche Friedensmiete von 1000 Mark, dann zahlt er für 1 Mark Friedensmiete 0,306 Mark oder 30,6 Pf. Hauszinssteuer, d. h. er zahlt die höchste Steuerstufe von 30,6 v. H. der Friedensmiete. Er braucht also den Hauszinssteuersollbetrag nur um ein Sechstel zu kürzen, um seine, spätere Steuer­schuld zu erfahren. In diesem Beispiel zahlt er also 306:6 = 51 Mark weniger.

Wer zu einer niedrigeren Steuerstufe gehört, also weniger als 30,6 Pf., aber mehr als 25,5 Pf.

Hauszinssteuer pro Mark Friedensmiete bezahlt, dessen Rechnung ist genau so einfach, denn sein zu­künftiger Hausrnnssteuerbetrag senkt sich für diese Steuerstufen allgemein auf den Satz von 25,5. Er multipliziert also seine Friedensmiete mit 25,5 und hat dann den Steuerbetrag. Für 1000 Mark Frie­densmiete zahlt er also 255 Mark Hauszinssteuer.

Und schließlich: Wer heute schon weniger als 25,5 Pfennige Hauszinssteuer für 1 Mart Friedensmiete bezahlt, dessen Hauszinssteuerbetrag ermäßigt sich ab 1. April 1938 nicht. Wie Staatssekretär Rein­hardt mitteilte, ist beabsichtigt, die Steuer später er­neut zu senken, ein fester Zeitpunkt ist dafür aber im Gesetz noch nicht festgelegt. Jedenfalls würde die Erwägung einer weiteren Senkung erstmalig für das Jahr 1939 in Betracht kommen.

Wirtschaft.

Ankauf von Auslosungsrechten.

DNB. Die zur Einlösung am 1. April 1937 gezo­genen Auslosungsrechte der Anleiheablösungsschuld des Deutschen Reiches werden bereits vor dem Fäl­ligkeitstag, und zwar vom 2.1.1937 ab, unter Ab­zug eines zum jeweiligen Reichsbankdiskontsatz zu berechnenden Diskonts, frei von Provision, ange- kaust. Der Ankauf der Auslosungsscheine erfolgt durch die Reichsbankanstalten. Die Inhaber der Auslosungsscheine, die vor dem 1.4.1937 in den Besitz des Auslosungsbetrages gelangen wollen, kön­nen schon jetzt ihre Stücke der nächstgelegenen Reichsbankanstalt zum Ankauf übergeben. Die Aus­zahlung des Einlösungsbetrags, unter Abzug des Diskonts, erfolgt nach Prüfung der Stücke vom 2.1.1937 ab. Der Ankauf der ausgelosten Schuld­buchforderungen erfolgt zu denselben Bedingungen durch die Reichsschuldenoerwaltung.

Deutsche gewerbliche Genossenschaften am Jahresende.

Fwd. Das Jahr 1936 war für die rund 4000 im Deutschen Genossenschaftsoerband vereinten gewerb­lichen Genossenschaften ein Jahr der weiteren Stär­kung der eigenen Kraft und damit der erweiterten Möglichkeit aktiver Unterstützung der mittelständi­schen Wirtschaft. Zwei bedeutende Ereignisse sind für das gewerbliche Genossenschaftswesen hervor- zuheben. Einmal konnte die durch die Bankenkrise erforderlich gewordene Aktion zur Wiedergesundung der gewerblichen Kreditgenossenschaften erfolgreich abgeschlossen werden. Zum anderen sind die ge­werblichen Genossenschaften nunmehr endgültig in die Neuordnung der gewerblichen Wirtschaft einge- aliedert worden. Dabei wurde der Deutsche Genos­senschaftsoerband unter Umgestaltung im Sinne des Führergedankens als alleiniger oberster Prüfungs­verband anerkannt. Ihm obliegt außer der genos­senschaftlichen Prüfung die Betreuung seiner Mit­glieder in allen übrigen genossenschaftlichen Ange­legenheiten. Damit sind dem Verband, der auf eine 77jährige Tätigkeit zurückblicken kann, auch für die Zukunft wichtige Aufgaben gestellt. Materiell wie ideell gefestigt, überschreiten die gewerblichen Ge­nossenschaften die Schwelle des neuen Jahres. Lie­gen auch abschließende Geschäftszahlen noch nicht vor, so kann doch aus Teilergebnissen mit Sicher­heit angenommen werden, daß die gewerblichen Kreditgenossenschaften bei über 2,1 Milliarden Mk. gesamter Betriebsmittel Auslechungen von über 1,6 Milliarden Mark vorgenommen haben. Der Waren­umsatz der Warengenossenschaften, der in 1935 = 1,7 Milliarden Mark betrug, dürfte ebenfalls er­heblich gewachsen sein.

Hhein-Mainische Börse.

Hlitfagsbörfe im Verlaufe schwacher.

Frankfurt a. M, 29. Dez. Die Börse war nach nicht ganz einheitlichem Beginn nach den ersten Kursen fühlbar schwächer. Zunächst lagen in einigen Spezialpapieren weitere Käufe, offenbar für Sperr­markrechnung, vor, während später Glattstellungen im Zusammenhang mit dem Jahres-Ultimo einsetz­ten, auch verwies die Börse heute stärker auf das Gesetz zur Erfassung der Abwertungsgewinne. Die Umsatztätigkeit war verhältnismäßig lebhaft.

Am Aktienmarkt lagen besonders Montan-, Che­mie- und Elektro- bzw. Tarifwerte im Angebot. IG. Farben 174 bis 172,50 (174), Deutsche Erdöl 148,90 bis 148,50 (149,25), Scheideanstalt und Metallge- fellfchaft lagen noch je 0,50 v. H. höher. Von Mon­tanwerten waren besonders Verein. Stahl ange­boten mit 123,75 bis 122,90 (125), auch Klöckner verloren 1,65 v. H., Harpener 2 v. H., Hoesch und Mannesmann bis 0,75 v. H., wogegen Rheinstahl und Buderus zunächst behauptet blieben. Von Kali­aktien Aschersleben 140,25 bis 139,50 (138,75), Westeregeln 135,25 (136). Am Elektromarkt lagen RWE. matt mit 138,75 bis 137,50 (140), ebenso schwach AEG. mit 38,65 (39,75), Schuckert und Elektr. Lieferungen verloren bis 1,50 v. H., dagegen

notierten Siemens 1,50 v. H. fester mit 201,50. Ma­schinenaktien lagen unter dem Einfluß des günftigen Jahresberichtes mit einem auf 3 Milliarden erhöh­tem Umsatz zunächst 0,50 bis 1,25 v. H. fester, gingen aber später ebenfalls zurück, besonders Muag mit 135,50 bis 134 (135,40). Von Zellstoffaktien ver­loren Aschaffenburger 1,25 v. H., dagegen kamen Feldmühle nach Pause 2,50 v. H. höher zur Notiz mit 146. Fester lagen ferner Reichsbank-Anteile mit 188,50 (187). Sonst ließen noch nach: AG. für Ver­kehr 1 v. H., Holzmann 0,50 v. H., Hapag 0,25 v. H.

Am Rentenmarkt war das Geschäft bei meist weichenden Kursen klein. Altbesitz 116,70 (117), Kom- munal-Umschuldung 90,25 (90,30). Von Auslands­renten waren Mexikaner weiter gesucht.

In der zweiten Börsenstunde setzten sich die Rück­gänge in Spezialwerten fort, auch auf den übrigen Gebieten des Aktienmarktes ergaben sich meist leichte Abschwächungen. IG. Farben 171,25 nach 172,50, RWE. 136,50 nach 137,50, Verein. Stahl 122 nach 122,90, Buderus 123,50 nach 124,50, Rhein­stahl 155 nach 155,75, Mannesmann 118,50 nach 119,65, Siemens 200 nach 201,50. Schwach lagen von später notierten Werten Cement Heidelberg mit 161,50 (165). Am Kassamarkt waren Südd. Eisen­bahn zu ca. 50 (zuletzt 63) angeboten.

Don Renten gingen Kommunal-Umschuldung auf etwa 90,15 nach 90,25 zurück. Städte-Altbesitzan- lechen und zertif. Dollar-Bonds lagen unverändert. Am Pfandbriefmarkt ergaben sich nur geringe Ver­änderungen bei Liquidationswerten, in Goldpfand­briefen war das Angebot heute kleiner. Stadtan- leihen lagen meist voll behauptet. Von Auslands­renten zogen Mexikaner weiter an; 5 v. H. äußere Gold 10,40 (9,90), 4V2 v. H. Irrigation 7,30 (6,90), 5 v. H. Tehuantepec jedoch unverändert 5,90. Im Freiverkehr lagen neue Türken weiter fest, II. 64,75 bis 66, (63,50), I. 52 (50,50).

Freioerkehrsaktien lagen still und eher schwächer. Tagesgeld unverändert 3 v. H.

Abendbörfe gehalten.

An der Abendbörse kam die Abwärtsbewegung der Aktienkurse zum Stillstand. Auf der ermäßigten Basis setzten kleine Rückkäufe ein, auch wurde noch vorhandenes geringes Angebot durch niedrige Limite ausgeglichen. Das Geschäft hatte nur kleinen Umfang, auch war die Kursgestaltung gegen den Berliner Schluß noch etwas unregelmäßig, über­wiegend aber doch behauptet, insbesondere gegen die 0,25 bis 0,50 v. H. unter dem Schluß liegenden Nachbörsenkurse. Weiter abgeschwächt waren RWE. mit 135,75 (136,50), Westdeutsche Kaufhof mit 57,25 bis 56,75 (57,25), Schuckert mit 158,65 (159,25), Holzmann mit 135,50 (136). Montanwerte fanden Nachfrage, Verein. Stahl 122,13 (122), Mannes­mann 118,50 (118,25), Buderus 124 (123,50). IG. Farben blieben mit 171,25 gut behauptet. Am Rentenmarkt kamen Altbesitz mit unverändert 116,70 und mexikanische Anleihen zu ebenfalls unver­änderten Mittagskursen zur Notiz. Kommunal- Umschuldung nannte man im Freiverkehr mit 90,13 bis 90,25 und Rhein. Städte-Altbesitz mit 114,50. U. a. notierten: Altbesitz 116,70, 3,50 v. H. Schweizer Bundesbahn 84, 1883er Steg 17,65, 5 v. H. äußere Goldmexikaner 10,40, 5 v. H. innere Silbermexikaner 9,50, 3 v. H. innere Silbermexikaner 9, Commerz­bank 109, DD.-Bank 111, Dresdner Bank 107,50, Buderus 124, Harpener 154,50, Mannesmann 118,50, Rheinstahl 154, Verein. Stahl 122,13, AKU. E 53, Bemberg 106, Daimler 122, Scheideanstalt 273, Licht & Kraft 149,50, IG. Farben 171,25, Gesfürel 145,50, Holzmann 135,50, Junghans 118,25, RWE. 135,75, Schuckert 158,65, Siemens E 200, Westdeutsche Kaufhof 57,25 bis 56,75.

Frankfurter Obst- und Gemüfemackt.

Fwd. Frankfurt a. M., 29. Dez. Arn G e - müsernarkt war das Angebot von einzelnen Sorten, wie Rosenkohl, Feldsalat und Eskarol, in­folge des Frostes schwächer, dagegen blieb es von Kohlgemüsen und Wurzelgewächsen gut Die Preise haben durchweg etwas angezogen. Ü. a. notierten: Blumenkohl Steige 24 Stück 3,00, do. 12 und 18

Stück 3,50 bis 4,00 Kat, Eskarol Stück 8 bis 20, Steige 12 bis 40 Stück 2,25 bis 2,80 ital., Feld­salat groß 60 bis 70, do. klein 75 bis 100, Gelbe­rüben 3 bis 4, Karotten 4 bis 6, gelbe Kartoffeln 50 Kilogramm 3,00 bis 3,15, Kohlrabi ober 4 bis 6, do. unter 4 bis 5, Lauch 2 bis 5, Meerrettich 30 bis 45, Rettich 8 bis 15, Rosenkohl 24 bis 30, Rote Rüben 3Vt bis 6, Sellerie je nach Größe 8 bis 30, do. 50 Kilogramm 7,00 bis 12,00, Spinat 20 bis 25, Schwarzwurzel 15 bis 25, 22 bis 25 holl., Weißkraut 3 bis 6, Wirsing 5 bis 8, Winterkohl 9 bis 10, Zwiebeln 6 bis 6V2.

Am Obftmarkt war die Nachfrage nach dem Fest schwächer, auch das Angebot von Aepfeln und Birnen war gering. Für Dirnen zogen die Preise an. Von ausl. Erzeugnissen blieben Nüsse, Feigen und Bananen reichlich angeboten, wogegen Apfel­sinen nicht am Markt sind. Bei festen Preisen nahm das Geschäft in Aepfeln und Bananen einen zu­friedenstellenden, im übrigen einen ruhigen Ver­lauf. U. a. notierten Aepfel I 30 bis 35, II 20 bis 28, Wirtfchaftsäpfel 16 bis 20, Landsberger 25 bis 30, Renetten 25 bis 32, Schafsnasen 16 bis 22, Amerik. Aepfel 20-Kilogramm-Kiste netto 18,75 bis 20,75, Birnen I 30 bis 35, II 24 bis 28, Kochbirnen 15 bis 18, Ital. Birnen 22 bis 25, Bananen 12V--

Kilogramm-Kiste netto 6,00 bis 6,50 Kam., Kranz- Feigen 25 Kilogramm 10,50 bis 12,00, Haselnüsse 30 bis 38 ital., Walnüsse 25 bis 30 bulg., 42 bis 46 Sorrento, Zitronen 300 und 360 Stück 10,00 bis 11,00.

Die Frankfurter Pferdemärkte.

Für die Frankfurter Pferdemärkte im Jahre 1937 sind folgende Termine festgesetzt worden: 5. Ja­nuar, 2. Februar, 9. März, 13. April, 11. Mai, 8. Juni, 6. Juli, 17. August, 5. Oktober, 7. Dezem­ber. Der nächste Pferdemarkt findet somit bereits am kommenden Dienstag statt.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 30. Dez. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 850 Rinder, 1100 Kälber, 120 Schafe, 4700 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mk., Bullen 35 bis 43, Kühe 15 bis 43, Färsen 35 bis 44; Käl­ber (Sonderklasse) 25 bis 65; Lämmer und Häm- mel 35 bis 46; Schafe 25 bis 32; Schweine 48 bis 57 Mark. Marktoerlauf: Rinder und Schweine zugeteilt, Kälber ruhig, Hämmel und Schafe lang­sam.

Organisiere dich selbst!

Großreinemachen des Haushaltsvorstandes zum Zahresfchluß.

Behördlicherseits hört man immer wieder Klagen darüber, daß Volksgenossen, die mit irgendeinem Anliegen kommen, auch die ein­fachsten Formalitäten nicht erfüllen. In den wenigsten Fällen ist der Haushaltungsvor­stand in der Lage, seine polizeiliche Anmel­dung beizubrinZen. Und tritt. einmal ein Unfall oder gar ein Todesfall ein, so gehört es zu den Seltenheiten, wenn die Hinter­bliebenen die nötigen Urkunden sofort vor­weisen können.

Lachen Sie nicht, aber es gibt Menschen, die einen Riefenkonzern leiten, die in einer Hand Fäden zusammenhalten, die zu den Hauptstädten der gan­zen Welt gehen. Es gibt Menschen, die die ver­fahrensten Kistenschmeißen", die Millionenpleiten über Nacht liquidieren können, die eine Gläubiger­versammlung mit 200 Köpfen in einer halben Stunde unter einen Hut bringen, die wahrhaft phänomenales Organisationstalent besitzen, und ... die zu Hause sich in ihrem eigenen Schreibtisch nicht auskennen. Das gibt es, genau so wie es Menschen gibt, durch deren Hände tätlich Milliön­chen gehen und die nicht wissen, wie man eine Postschecküb erw eisung vornimmt. Jawohl, das gibt es, und wir kennen auch die gewaltigen Herren dieses Schlages, die mit Energie auf ihr Ziel los­steuern und eifern die schwierigsten Dinge meistern und... jetzt wollen wir mal aus der Schule plaudern, die Angst haben, fünf Minuten zu spät nach Hause zu kommen. Aber wir wollen hier nicht von Nabobs und Millionären sprechen, die lernen wir genügend im Kino kennen. Paul Wegener spielt berarHge Rollen gern und ausgezeichnet. Bleiben wir also mit den Beinen auf der Erde und fangen wir mit den einfachsten Dingen an.

Herr Meyer schreibt zwei Postkarten und einen Bries. Nicht täglich, aber alle zwei, drei Tage. Und alle zwei, drei Tage schimpft er, daß ihm drei Briefmarken fehlen. In seinem Haushalt sei auch nichts vorhanden. Also bleiben die Postkarten liegen, und am nächsten Tag freut sich der Bäcker oder der Metzger, wenn er Frau Meyer drei Brief­marken verkaufen kann. Das wiederholt sich seit 24 Jahren wie gesagt alle zwei, drei Tage.

Der gleiche Herr Meyer braucht einen Bleistift. Wenn er Glück hat, findet sich einer ... ohne Spitze. Also hinaus in die Küche. Ein Bleistiftspitzer (für 10 Pf. in jedem Papiergeschäft zu haben) war im Haushalt nie vorhanden, also muß ein Messer her­halten. Also übern Ausguß! Das macht besonderen Spaß, wenn es sich um einen Kopierstift handelt. Wir wollen gar nicht davon reden, daß alle Messer stumpf wie die Böcke find, und es Meyers nicht bekannt ist, daß jeder Eisenwarenhändler für wenige Pfennige sehr handliche Schleifapparate hat. In diesem Falle geht es dieser Familie genau so, wie derFamilie Hase". Hases wissen auch immer von nichts.

Briefpapier fehlt gewöhnlich auch in Meyers Haushalt. Aber Gott fei Dank sind ja so viele Briefe mit Respektbogen von Bekannten da, und die müsien dann herhalten.

Und nun fragen Sie einmal bei Meyer an, wo er feinen Mietvertrag hat.Wieso Mietvertrag, ich wohne doch seit 24 Jahren hier und will auch nicht kündigen!" Fragen Sie ihn doch einmal nach feiner polizeilichen Anmeldung, nach der Police für die Krankenkaffe und die Lebensversicherung. Gewöhn­lich haben aber Leute wie Meyers keine Lebens­versicherung, da diese Anno 23 flöten ging, und sie bestimmt feit vier Jahren mit einer neuen In­

flation rechnen. Aus diesem Grunde haben auch Meyers, wenn die HI. anfragen sollte, keinerlei Altmetall im Haufe, denn dieses behält doch feinen Wert in schlechten Zeiten. Fragen Sie nach Formularen und Quittungen, und dann können Sie Zeuge fein, wie Meyer in feinen Schreibtisch steigt und wühlt, daß es eine Lust ist, zuzusehen. Und fragen Sie ihn, warum er es nicht gleich findet, dann sagt er allen Ernstes sicher mit bedauerndem Achselzucken:Ja, da wird wohl meine Frau den Schreibtisch aufgeräumt haben!" Und so schiebt der Meyer alles auf die Meyerin. In zwei Dingen aber hat er seine Ordnung. Er weiß genau, wo die Kiste mit der dicken Bremer zu 15 steht, und, wenn Sie auf das Sparkassenbuch zu sprechen kommen sollten, wo der Karton mit den Rotgestempelten sicht. Die zeigt Meyer allen.Meine Ersparnisse!" sagt er, und die Handbewegung dazu spricht Bände.

Aber Sie werden doch sonst noch Ersparnisse haben, Herr Meyer? Und jetzt kommen wir auf des Pudels Kern Sie haben doch sicher auch ein Testament gemacht? Schweigen! Eisiges Schwei­gen! Aber dann geht es los. Wozu ein Testament gut wäre?! Bei feinen paar Kröten! Das bekommt meine Frau und das der Große, und der Bernd bekommt das, und die Erika wird ja doch eines Tages heiraten. Und man wüßte schon, wie man es richtig verteilt, und man könne wohl gar nicht den Tag abwarten, wo er erst unter der Erde wäre, und in seiner Familie gäbe es keinen Zank und Streit, und was man sich wohl einbildete, seine Kinder seien keine Gauner, und so fort.

Und nun Hand aufs Herz, hast du, lieber Leser, schon dein Testament gemacht? Hast du dir schon einmal überlegt, wie ungeheuer wichtig es ist, daß du noch zu deinen Lebzeiten und die können morgen schon vorüber sein bestimmst, wie du deinen Nachlaß, und wenn er gleich nicht in die Hunderttaufende geht, gerecht und ohne Härten ver­teilst?

Wird es auch so fein, daß, wenn du heute einen Unfall hast und nun auf längere Zeit in das Kran­kenhaus mußt, alles, aber auch alles in deinem Haufe so bestellt ist, daß es feinen geregelten Gang geht? Große Schätze haben wir nicht, aber wird deine Frau, fein geordnet, eine Mappe vorfinden, in der alle Belege der Krankenkasse liegen, wird eine andere Mappe vorhanden sein mit der Police und der letzten Prämienquittung der Lebensver­sicherung? Hast du in einer weiteren Mappe den Mietvertrag, die Mietquittungen und die polizei­liche Anmeldung? Hast du eine Mappe mit den Geburts-, Tauf-, Heirats- und gegebenenfalls Sterbeurkunden deiner Familie angelegt? Hast du einen Ordner mit den bezahlten und einen mit den unbezahlten Rechnungen?

Hast du wirklich Ordnung nicht nur in deinen geschäftlichen Dingen, die werden schon weiter gehen in allen deinen privaten Angelegenheiten? Weiß deine Frau, wieweit der Radioapparat und die Schreibmaschine abbezahlt sind? Hast du allen überflüssigen Kram, der längst erledigt ist, fortge­worfen, oder sieht es in deinem Schreibtisch genau so aus, wie in einer Makulatursammelstelle? Wenn ja, dann mach' schleunigst auch bei dir selbst einen Jahresabschluß! E. D.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

W. Sch. in k. Die Adresse ist uns leider nicht bekannt.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befch losfenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H.

Datum

6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 by2% Boung-Anlelhe von 1930 .. Deutsche Ant.-Ablös.-Schuld mit

Auslos.-Rechten ............

4Yi% Deutsche Retchspostschatzcm Weisungen von 1934, I.......

4/t% elfem. 8% Hessischer Bosts- staat 1929 (rückzahlb. 102%) ..

*Yi% ehem.8% Hessische Landes banl Darmstadt Gold R. 12...

b/i% ehem. 4H% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau.

4]/i% ehem. 8% Darmst. Komm

Landesb.Goldichuldverschr. R.k Oberhessen Provinz-Anleche mit

Auslos.-Rechten ............

Deutsche Komm. Eammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten

4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935

bVi7o ehem. 4%% Franks. Hyp.

Bank-Liqu.-Pfandbriese......

6y3% ehem. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ...

<71°o ehem. 8% Pr. Landespfand­briefanstalt, Pfandbriefe R. 19

*Vz% ehem. 7% Pr. Landespfcmd

briefanst., Gold Komm. Obl. 20 tzteuergutsch.Berrechnungsk. 34-38

4% Ossterretchische Goldrente...

4,20% Oesterretchtsche Stlberrente 4% Ungarische Goldreate.......

4% Ungarische Staatsrente v. 1910 42% desgl. von 1913..........

5% abgest. Gold Mexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleche Serie l.....................

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß- kurs

Gchlußk. Abend­börse

Schluß­kurs

Schluß! Mitiag- börse

28 12-

29 12-

28 12.

| 29 12

101,1

100,75

100,75

100,75

97,8

97,8

97,8

97,8

102

102

102,4

102,13

117

116,7

117,13

116,75

99,9

99,9

99,8

99,8

98,75

98,75

98,75

97

97

97

100,4

100,4

93,4

93,5

121,75

121,25

121,5

121,75

97,25

97,25

97,25

97,25

100,45

100,5

101

101

100,75

100,75

97,5

97,5

97,5

97,5

95

95

95

95

109,8

109,75

109,8

109,8

18

17,75

1,3

1,35

5,55

6

5,7

6,13

4,9

5,45

5

5,3

5,25

5,6

9,9

10,4

9,75

10,25

__

Frankfurt clUI.

Berlin

Schluß­kurs

Schluß!. Abend­börse

Schluß­kurs

Schlußk. Mittag- börse

Datum

28.12.

29.12.

28-12.

29-12.

4% oesgl. Serie 11 ............

_

_

_

_

5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903

_

-

5,9

5,9

4V»%Numan.vereinh.Rentev.l913

9,05

9

9,13

9,13

4% Rumänische vereinh. Rente .

5,025

4,9

5,05

5

2*4% Anatolier ..............

22

22

22

22

Hamburg-A mersta-P aket .....0

15,5

15,25

15,65

15,5

Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0

-

39,25

39,13

Norddeutscher Lloyd .........0

15,5

15,5

15,25

15,25

A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0

124,75

123

124,13

121,5

Berliner Handelsgesellschaft ... 6

124,5

124

124.25

Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto«

109

109

109

109

Gesellschaft................ 4

111

111

111

111

Dresdner Bank..............4

105,5

107,5

106,5

107,5

Reichsbank ..................

187

188

188,25

186,5

A.E.G.......................

Bekula.....................g

Elektr. LieferungSgeselhchast... 6

Licht und Kraft ............. 7

Felten & Guilleaume......... 4

Gesellfch.f.Elektr.Unternehmung. 6

Rheinische Elektrizität ........ 6

Rhein. Wests. Elektr..........6

Schuckert L Co...............g

Siemens L Halske............g

Lahmeyer L Eo.............. 7

Buderus ................... 4

Deutsche Erdöl ..............4

Harpener................ . 2ya

Hoesch EisenKöln-Neuessen .. 3

Ilse Bergbau ...............6

Ilse Bergbau Genüsse........6

Klöcknerwerle ...............3

Mannesmann-Röhren........8

165

165,25

165,5

165,75

139

138

139

138

150,65

149,5

150,25

149,4

141,5

140,5

145,5

142,65

140,25

146

146,5

145,5

133,5

133,5

135

140

135,75

139,5

136,25

161,5

158,65

161,5

159,25

200

200

201,5

200

126,25

125,75

126,65

125,25

124,25

124

124,5

124,75

149,25

149

149,25

149

158

154,5

158

154,5

120,75

120,9

118,65

189,5

188,5

152

149

151,5

149,5

128,65

126,25

128,5

125,9

120

118,5

119,9

118,25

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß­kurs

Gchlußk. Abend- börse

Schluß« kurs

Gchlußk. Mittag« dürfe

Datum

28.12

29.12.

28 12

29.12.

Mansfelder Bergbau ..

..... ey,

159

158,5

160,5

158

Kok-wcrke...........

.......6

144,5

142

Rheinische Braunkohlen

.....12

226,25

229

231

229

Rheinstahl ...........

.......4

155,75

154

155,25

154,5

Bereinigte Stahlwerke.

..... 8%

125

122,13

125

122

Otavi Minen ........

.......O

22,65

22,5

22,75

22,65

Kaliwerke Aschersleben.

.......5

138,75

139

139

138

Kaliwerke Westeregeln.

.......5

136

135,25

136,25

134,5

Kaliwerke Salzdetfurth

.....7J4

184

183,5

183

181,5

3. G. Farben-Jndustrte .

......7

174

171,25

173,9

171,5

Scheideanstalt.........

.....9

273

273

Goldschmidt ..........

.....6

132

128,5

132

128

Rütgerswerke.........

...... 6

141

140,75

141

141

Metallgesellschaft.......

......5

154

154,5

154

154,25

Philipp Holzmcmn........... 4|

Zementwerk Heidelberg ...... 71

Cementwerk Karlstadt.........6|

Schultheis Patzenhofer ...... 4

Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0

Bemberg...................5

Zellstoff Waldhof ............6

Zellstoff Aschaffenburg .......0

Dessauer Gas......... 7

Daimler Motoren............0

Deutsche Linoleum...........8

Orenstein & Koppel ..........0

Westdeutsche Kaufhof.........0

Chade......................9

Accu m ul atoren-Fabrik.......12

Eonti-Gummi.............. 11

136,5

165

135,5

161,5

161

137,25

136

_

102,5

101,4

53

53

53

53

107,5

106

108

106,25

163,5

164

163,5

162,75

143,5

142 25

143,75

142,5

109,25

107,25

123,25

122

123,13

121,65

164

164,5

163,75

164,5

89,9

89,4

60

56,75

60

57,25

227

227

227

227

198

199

167,25

167

167

166,75

«ritzner.................... 01 34,25 |

Mainkraftwerke Höchst 0.8JL... 4 95,5

Süddeutscher Zucker........10j 207,5 |

34I 33,75

208 I 207,5 I 208

Devisenmarkt Berlin -

Frankfurt a.M.

28. Dezember

29.Dezember

Amiliche

Geld

Notierung Brief

Amtliche Geld

Notierung Brief

Buenos Aue Brüssel ....

Rio de 3an.

Sofia.....

Kopenhagen Danzig ....

London.... Helsingfors. Paris .....

Holland ... (Italien .... Japan......

Jugoslawien Oslo..... :

Men.......

Lissabon...

Stockholm...

Schweq ....

Spanien...

Prag.......

0,758 41,98 0,151 3,047 54,57

47,04 12,22

5,395 11,625 136,26

13,09 0,709 5,654 61,42 48,95

11,10 63,00 57,18 18,98 8,701

2,488

0,762

42,06 0,153

3,053

54,67

47,14

12,25

5,405

11,645

136,54

13,11 0,711

5,666

61,54 49,05

11,12

63,12

57,30

19,02

0,758 41,99 0,149

3,047

54,64

47,04

12,235

5,405

11,64

136,20

13,09

0,707

5,654

61,50

48,95

11,11

63,08

57,17

18,98

8,691

2,488

0,762

42,07

0,151

3,053

54,74

47,14

12,265

5,415

11,66

136,48

13,11 0,709

5,666

61,62

49,05

11,13

63,20

57,29 19,02

8,709

2,492

Budapest ...

Reuyork ...

2,492

Banknoten.

Berlin,29.Dezember

Geld

Amerlkanpche iltoten..............

Belgische Roten..................

Dänische Roten .................

Englische Roten .................

Französische Roten...............

Holländische Roten...............

Italienische Roten................

Norwegische Noten ..............

Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten...............

Schwedische Noten...............

Schweizer Noten.................

2,45

41,84

54,48

12,21

11,59

135,87

61,34

62,91

57,02

2,47

42,00

54,70

12,25

11,63

136,41

61,58

63,17

57,24

Spanische Noten..........

Ungarische Noten .........

.......