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gelehnt. Was war aber ihr Kunstrichtertum denn anderes als -eine Zensur? Brachten denn die Kunstkritiken eine Meinung des Volkes zum Ausdruck? Auch die Kunstkritik war weiter nichts als eine Zensur. Nur verhängte sie nicht der
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Die neue Ausgabe.
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Berlin, 28.Nov. (DNB.) Nach der dritten Iahrestagung der Reichskulturkammer trat am Samstag der Reichskultursenat, „der Repräsentant des zeitgenössischen Kunst- und Kultur- gewlssens der Nation", im Thronsaal des Reichs- propagandaminlsteriums zu seiner dritten Arbeitstagung zusammen. Der Vizepräsident, Staatssekretär Funk, gab bekannt, daß diese Ar- beitstagung ganz im Zeichen des Themas .Kunst- kriti k" stehen werde. Der Staatssekretär wandte sich dann an Reichsminister Dr. Goebbels und erklärte- „Wir sind davon überzeugt, daß das Problem, das Sie gestern mit einem kühnen Schritt, wie es Ihre Art ist, anaepackt haben, den Belangen des natio- nalfozialistischen Staates entsprechend beispielgebend gelöst wird." Staatssekretär Funk erteilte darauf dem stellvertretenden Pressechef " Reichsregierung, Ministerialrat Berndt, Wort zu seinem Vortrag „Die Geschichte und Wesen der Kunstkritik."
Ehrfurcht vor dem Werk als Grundlage neuer deutscher Kunstbetrachtung Ministerialrat Berndts Rede über Vergangenheit und Gegenwartsaufgabe der Kritik
Unsere heutige Auffassung ist nicht aus der Meinuna geboren, daß jede kritische Würdigung eines Kunstwerkes unterbleiben müsse, sondern daraus entstanden, daß unser Jahrhundert an Geistesheroen so arm und an großen Aufgaben so reich ist, daß dem Genie eine vielfältige Wirkungsmöglichkeit geboten ist, die jede Möglichkeit zur kritischen Betätigung ausschließt. Wir räumen nun den Schutt von 150 Jahren fort und machen Schluß mit der Auffassung, daß der Kritiker wichtiger oder genau so wichtig wie das Kunstwerk sei. Mittler soll er sein zwischen Kunstwerk und Volk, nicht Richter in einer Zeit, in der keine anonymen Kräfte mehr das Recht der Einwirkung auf das Volk haben, sondern jede Betätigung an einen Auftrag der Gemeinschaft gebunden ist. Diese Gemeinschaft wird nur durch die Dolksführung repräsentiert; diese aber hat keine Kunstrichter ernannt.
Herr Reichsminister Dr. Goebbels hat daher in seiner Verordnung die notwendigen Anordnungen zur Neuordnung der Kunstkritik getroffen, und an die Stelle der Kunstkritik die Kunstbetrachtung, an die Stelle des Kritikers den Kun st- schriftleiter gesetzt.
Die Betrachtung von Kunstwerken ist ein sehr verantwortungsvolles Abgabengebiet. Es setzt sehr viel voraus: Gesinnung, Charakter, innere Vornehmheit, Bildung, Takt, Respekt vor der fremden Leistung, Gewissenhaftigkeit, Güte, Herzenswärme und eine sorgsame Hand. Aufgabe der Kunstbesprechung ist es, jede junge Pflanze zu hegen und zu pflegen, bis sich zeigt, ob sie ein stolzer Baum wird ober von selbst eingeht, und nicht Salzsäure darüber gießen, weil sich das als unbekömmlich erwiesen hat. Gewiß muß — um im Bilde zu bleiben — auch das Unkraut gejätet werden. Wir sind aber in der Pflanzenkunde unserer Jahre noch nicht so weit oorgedrungen, um unmiß-
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Es kam weiter Heinrich L a u b e , der abwechselnd Kritiker und Theaterdirektor war, und es kam der Jude Otto B r a h m, der eigentlich Otto Abraharn- sohn hieß und ebenfalls nach einer langjährigen kritischen Tätigkeit zum Theater ging unb bas Deutsche Theater in Berlin übernahm. Seine jü- bische Herkunft unb Einstellung hat er in seiner Arbeit niemals verleugnen können. Seine Kritiken sinb Musterbeispiele für negative Kritik. Die Juden Maximilian Harden, Alfred K e r r, Siegfried Jacob so hn unb Felix Hollänber beherrschten bann von ber Jahrhunbertwenbe ab bie Kritik in Berlin, bazu bie Juben Julius Bab, Kurt Pin- t h u s, Arthur E l o e f \ e r, Stephan Großmann unb Alfreb Polgar. Nach bem Kriege ftnben wir bie folgenben jübifchen Theater-Kritiker in Berlin: Alfreb Kerr, Fritz Engel, Erich Hamburger, Lutz Weltmann, Julius B a b, Kurt Pinthus, Felix H o l l ä n b e r , Richarb W i l b e, Arthur Eloesser, Monty Jacobs, Artur Michel, Max M a r s ch a l k, Erwin N e - r u b a (Rosenberg), Alfreb Klaar (Karpeles), Moritz Loeb, Max Osborn, Norbert Falk, Elise Münzer, Erich Urban, Karl Escher, । Manfreb Georg (Chon), Hayns L u st i g , Rolf : Nürnberg, Paul Marcus, Professor Steinthal, Emil Faktor, Oskar Bie, Julius i Knopf, Max Hochdorf, Ernst H e i l b o r n, • Erwin Hornifch Diese Liste erhebt jedoch ; keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ist viel- , mehr aus bem Bereich ber Musik- unb Filmkritik , noch sehr stark zu ergänzen.
Es ist unmöglich, bas Wirken jebes einzelnen Mitgliedes biefer jübifchen Kritikerclique hier ein- gehenb zu behanbeln. Wes Geistes Kinb sie waren, i das vermögen wenige Beispiele aus den Schriften : ihrer hervorstechendsten Vertreter aufzuzeigen. Ihre 1 völlig egozentrische Einstellung, die in ihrer eigenen Person unb nicht in bem zu besprechenben Kunstwerk bie Hauptsache sah, entwickelte sich zu einer Pest für bas deutsche Theater. Die ernste Kri- 1 tik verschwand vollkommen. An ihrer Stelle trat jüdische Witzelei, die ohne Bedenken um einer Pointe ober eines Kalauers wegen ein Stück totschlug unb einen hoffnungsvollen Dichter unmöglich machte. Die Gefühle aller Kunstschaffenben, bie von biefer Pest nicht angesteckt waren, faßte Hermann ©übermann im Jahre 1902 zu einer Schrift zusammen „Die Verrohung in ber Theaterkritik."
Ministerialrat Bernbt zeigte bann bie völlige Der jubung ber Theaterkritik van ber Jahrhundertwende ab auf, in der es nicht mehr um eine geöieaene und fachliche Beurteilung künstlerischer Leistungen gegangen fei, sondern nur noch um zersetzende jüdische Witze.
„Nehmen wir uns einmal den Juden Siegfried Jakobsohn vor, ber einige Jahre vor ber Macht- ergreifung starb. Bezeichnenb für Jakobsohns Auf- faffung für feine Einstellung zur Kunst ist fein aus echt jüdischem Geist geborener Satz, baß bie Kunst eine Ware sei, die bas Theater verschleißt, lieber Schillers „Wallenstein" wagte Jakobsohn zu schreiben: „Wer es wieder einmal erlebt hat, bem wirst kaum noch den bleichesten Schimmer die Hoffnung auf den finsteren Weg, auf bem er fick mit ber ästhetischen Erziehung Des Menschengeschlechtes abquält". Die nach seiner Meinung mangelnde Jugendlichkeit einer „Minna von Barnhelm" bemängelt er mit echt jüdischer Noblesse mit folgenden Worten: „Fragt diese Mumie, die alle Dünste der Leichenkammer aushaucht, ihren Major, ob er sie liebe, so fährt einem kalter Schrecken durchs Gebein".
Unb bann kommt ber Jube Alfreb Kerr. Ich wiederhole noch einmal ben Satz, ber für seine Geistesverfassung am kennzeichnenbsten ist: „Das Verbienst mancher besprochenen Schauspiele war: Anlaß meiner Kritik zu werben." Kerr veralberte bie deutsche Sprache oft bis zur Unkenntlichkeit unb viele seiner Sätze verraten ben Geisteszustanb eines Geisteskranken. Kerr ist schließlich so weit gegangen, baß er bas Theater als Nebengeräusch ber Kritik bezeichnete. „Dichter haben keine Sprachkraft.
Sprachkraft ist in der Kritik". Typisch ist folgender Satz: „Für den Kritiker bleibt es im letzten Grunde beinahe gleichgültig, ob er von einem rühmenswerten ober schwachen Drama spricht. Das rühmenswerte wie bas schwache sinb ein Vorwanb ... um zu sprechen." Jebes Heldentum ist ihm ein Greuel. So spricht er von „Heldenschafsköpfen". Seine Wünsche drückt er in folgenden Worten aus: „Wenn ich ein Genie wäre (ich habe bloß keine Zeit), würde ich Sturmwind auf die Bühne bringen. Bloß keine Zeit hab' ich. Etwas Lachendes, Schneidendes, daß es klatscht. Götter anulken. Gegen Jehova rübig werden, Apostel kitzeln." Ueber seine eigenen Kritiken sagt er in nicht zu überbietender Ueberheblichkeit: „So weiß ich, daß in diesen Handlungen allen ein Stück äußerster Menschenkunst ist, und sie war nie zuvor in ber Welt". Ich glaube, daß diese Proben genügen werben, um bie gesamte Geistesverfassung jüdischer Kritiker zu kennzeichnen.
Ministerialrat Berndt behandelte bann ben Kampf, der in der Musikkritik im vorigen Jahrhundert um Richarb Wagner unb Anton Bruckner in geradezu beispielloser Form geführt worden sei. Indessen habe Richard Wagner alle seine großen Kritiker überlebt, an bie sich heute kaum noch jemand erinnere.
Am heftigsten sei die Kritik ber Juden an Richarb Wagner gewesen, weil Richard Wagner antisemitische Aeußerungen gemacht habe. In den zeitgenössischen Kritiken über Richard Wagner finbe man u. a. folgenbe musikalische „Fachausbrücke": „Hirnverbrannter blühender Unsinn", „stinkende Musik", „Henker ber modernen Kunst", „Größenwahnsinn unb Gehirnerweichung", „trostloses Getute", „Gequassel unb Gequatsche", „Deliriumsmusik". Die Oper „Rheingolb" wirb als „Hurenaquarium" bezeichnet. „Kaffeemühlen- unb Teekannenmusik", „Kasserollengerassel", „Katzenserenade", „Laubfroschweise", „Lindwurmgebrüll", „Nervenfieber", „Ohrenschinder", „Porzellanscherbeneffekte", „Quallenmusik", „Schafskopf", „Scharlatan", das alles sind Ausdrücke aus einer riesenhaften Fülle von Beschimpfungen, die die Kritik, insbefondere die jüdische Kritik, Wagner widmete.
peinliche Lleberraschung.
Ministerialrat Berndt gab bann ein Beispiel für bie völlige Ahnungslosigkeit gewisser Musikkritiker auf musikalischem Gebiet: „Im Jahre 1926 gab Freberic Lanmond in Mannheim einen Klavier- abenb. Im Programm ftanb Beethovens „Apassio- nata". In Wirklichkeit spielte Lamond in Aenbe- rung seines Programms die „Walbstein-Sonate". Die große Uederraschung bes nächsten Morgens war, baß bie gesamte Presse in Mannheim unb Ludwigshafen wacker bie „Apassionata" kritisierte unb gar nicht gemerkt hatte, daß das Programm geändert worden war. Die Blätter beschrieben mit gleicher „Sachkenntnis" die gar nicht aufgeführte „Appassionata". Die gelehrten Kritiker von Mannheim unb Ludwigshafen konnten also nicht C-dur von f-moll unterscheiden.
„Der Film ist das jüngste Kind der darstellenden Muse. Er wurde zu Anfang mehr artistisch als künstlerisch gewertet unb hat sich als selbständige Kunstsorm eigentlich erst nach bem Weltkriege durchzusetzen begonnen, also zu einer Zeit, als bas Judentum bie letzten Bastionen künstlerischer Betätigung in Deutschland zu erstürmen begann. War bas Filmschaffen selbst zu 90 v. H. unb mehr oerjubet, so mürbe auch bie Filmkritik eine rein jüdische Domäne. Der Verband ber Filmkritiker bestand bis auf wenige Ausnahmen fast nur aus Juben. Daß in biefer Zeit jeber Film verrissen wurde, unb oft nicht einmal einen Verleiher fanb, ber ben jüdischen Filmgeschäftsleuten nicht in den Kram paßte, kann als bekannt gelten.
„Die Kritiker der bildenden Kunst waren bis 1933 gleichfalls vielfach Juben. Das Scheidewasser ihrer Kritik war das Geschäftsinteresse bes ihnen verschwägerten jüdischen Kunsthanbels. Was er glaubte, gut verkaufen zu können, das wurde auch
JlUniflerialraf Berndt:
Ministerialrat Berndt knüpfte an die Verfügung bes Reichsministers für Volksaufklärung unb Propaganda über bas Verbot ber Äunft- kriti k an unb erörterte zunächst bie Bedeutung des Begriffes Kritik" an sich. Er wies barauf hin, daß bisher lanbläufig Kritik als Kunstrichtertum gegolten habe unb nun der Begriff .Kritik" auf bas zurückgeschraubt werden solle, was er nach ber richtigen Uebersetzung bes Wortes aus dem Grie- chischen bedeute: nämlich „unterscheiden" ober „aus- einanbersetzen", aber nicht „entscheiden". Ministerialrat Berndt zeigte dann bie Entwicklung auf, bie, von der Entstehung ber Kunstkritik vor 15 0 Jahren angefangen, zu der heutigen Verfügung geführt habe:
„Kunstkritik in unserem Sinne gibt es erst seit Gottsched und Lessing. Sie ist ein Kind der be- ginnenden Aufklärung, unb es ist bezeichnend, daß das Wort Kritik* erst auf bem Umwege über bie französische Sprache zu uns gekommen ist. So wenig lag also bis bahin dem Deutschen bie Kritik schlechthin. Im gleichen Maße, in dem die Rolle wuchs, bie die Kunstkritiker in der Oeftentlichkeit spielten, wandelte sich die Schaubühne vom Kunsttempel zur Unterhaltungsstätte.
Rückblick auf die Anfänge.
In ben ersten Jahrzehnten der Kunstkritik übten sie schöpferische Kräfte aus, bie selbst der Kunst dienten. Es waren Männer, die durch eigene große Leistungen auf dem Gebiete ber Kunst bereits Anerkennung gefunden hatten, und erst bann dem Gebiete der Kunstkritik sich zuwandten. Lessing, der als ber e r ft e große Kritiker gelten kann, hatte immerhin schon eine Reihe von beachtlichen Werken veröffentlich, als er in Hamburg begann, Theaterkritiken zu schreiben. Ihm ging es barum, bem Theater ben Boben zu bereiten, es zu fördern und für bas Drama zu werben.
Zur gleichen Zeit mit Lessing hat auch Herder eine künstlerische Rezensionstätigkeit ausgeübt und sich auch mit den Ausgaben und dem Wesen ber Kritik beschäftigt. Seine Auffassung vom Begriff Kritik ist eine andere als bie Lessings. Sie ist noch positiver und lehnt im Gegensatz zu Lessing bereits bas Kunstrichtertum ab. Herber fühlte eine gewisse Verpflichtung sowohl dem Dichter, als auch bem Schauspieler unb bem Publikum gegenüber. Er betrachtete ben Kritiker sozusagen als ben Vierten im Bunde. In Berlin führte die Spenersche Zeitung im Jahre 1802 die ständige Theaterkritik ein. Heinrich von Kleist stellte 1810 die Theaterkritik in den Mittelpunkt der von ihm gegründeten „Berliner Abendblätter". Kleist will mit Hilfe ber Theaterkritik zur politischen Meinungsbildung im staatsethischen Sinne bewußt beitragen. Er nennt bie Kritik an einer Stelle bie unschätzbare unb unzertrennliche schwesterliche Begleiterin jeden Theaters, bem es barum zu tun ist, ber Vollenbung auf bem kürzesten unb raschesten Wege entgegenzuschreiten. Er konnte bas sagen, weil so- wohl Theater als auch Kritik nicht die Verfalls- erscheinungen zeigten, die ihr von der Mitte bes neunzehnten Jahrhunderts an in steigendem Maße zu eigen wurde.
Don ben Romantikern haben die Brüder Schlegel, Tieck unb Brentano Theaterkritiken geschrieben. Friedrich Schlegel vertritt einen Standpunkt, ber sehr interessant ist, nämlich: „Poesie kann nur durch Poesie kritisiert werden. Der Dichter nur durch den Dichter." Das bedeutet also eine völlige Ablehnung der berufsmäßigen Kritik ber vielen Unberufenen, die bet kunstkritischen Betätigung bas Grab gegraben haben. Ludwig Tieck verurteilt eine Kritik, die analysieren will, die bas Kunstwerk seziert unb zergliedert, statt es als ©an- zes zu betrachten.
Brentano ist ganz ein Kind seiner Zeit. Auch er war lange als Kritiker tätig. Und wenn er einerseits bie Notwenbigkeit betont, mit Achtung vor fremdem Schaffen an das Kunstwerk heranzu- treten so hat er doch auf der anderen Seite Schillers gesamtes Werk abgelehnt unb mit harten ©orten bedacht. Ludwig Börne, ber richtig Löb Baruch hieß, ist ber erste jüdische Kritiker, ber sich einen Namen machte. Er ist auch ber erste, der bie Kunstkritik auf einen Weg führte, ber allmählich zu einem völligen Verfall führen mußte Seme Kritik ist ebenso wie die seines Rassegenossen Heinrich Heine zersetzend und zerstörend. Die letzten großen Kritiker, die aus ben Gefilden ber Kunst selbst zur Kritik kamen, sind Gustav Freytag, Otto L u d w i g und Theodor F o n t a n e. Die Fontaneschen Kritiken in der „Vossischen Zeitung" in ber Zeit vor und nach der Reichsgründung waren von einer beispiellosen Gewissenhaftigkeit. Fontane selbst hat für seine kritische Tätigkeit den Grundsatz aufgestellt: „Das Schöne zu pflegen, bem Idealen ein Hüter zu sein". Nach Böme kamen die Juden Paul Lindau und Oskar Blumenthal. Sie schoben bie Kritik vollkommen auf bie Ebene bes Persönlichen und machten eine Skandalchronik aus ihr. _______________________
gut kritisiert. Maler und Bildhauer ohne Beziehun- gen, insbesondere ohne Beziehungen zum jüdischen Kunsthandel, hatten keine gute Kritik zu erwarten. Jüdische Künstler hatten Diese Beziehungen über die Synagogengemeinde oder die Logen ohne Einschränkung. Und so sind denn bis 1933 die tollsten Bilder jüdischer Maler zu wahnsinnigen Preisen an die Museen des Reiches, der Länder, der Gemeinden usw. verkauft worden. Der gute deutsche Künstler verhungerte, während für kubistische Schmierereien von Paralytikern Preise gezahlt wurden, bie in die Zehntausende von Mark gingen.
Kritik der Kritik.
Die gesamte Kunstkritik ist seit 1933 genau so wie bie übrige Presse e n t j u b e t worden. Sie würbe dadurch allein noch zu keinem Jbeal. Die Umstellung von der subjektiven Anschauung bes Kritikers zur sozialistischen bes neuen Staates, ber als Maßstab weltanschauliche Werte verlangte, hat sich nur sehr langsam unb vereinzelt vollzogen."
Solange es eine Kunstkritik gibt, gibt es auch eine Kritik ber Kritik. Denn bereits bie erste Kritik hat Widersprüche herausgefordert, und so ist es geblieben bis auf ben heutigen Tag. Es gibt keinen großen deutschen Dichter, ber nicht auch mit der Frage der Kunstkritik sich auseinandergesetzt hätte. Wenn Goethe an einer Stelle gesagt ijabe: „Schlagt ihn tot den Hund! Er ist ein Rezensent!", so habe er doch 1821 an anderer Stelle sich über die Theaterkritik der „Berliner Nachrichten" sehr lobend geäußert, und ben Wunsch ausgesprochen, baß biefe Kritiken einmal gebunben erscheinen möchten. Schiller habe ben Grundsatz aufgestellt, daß ber Kritiker bescheiden aber nicht schüchtern sein solle. Hebbel habe sich über die Kritik in einer Reihe von Briefen weiblich luftig gemacht und ihre Widersprüche aufgezeigt.
Der erste Kritiker, der mit ber jübifchen Nachtkritik brach, war Theodor Fontane, weil sich diese Art von Kritik mit seinem Verantwortungsbewußtsein nicht vertrug. Richard D e h m e l bezeichnet als Hauptmangel aller Kritik sehr richtig den Mangel an allgemeingültigen Maßstäben, ein Mangel, der heute nicht mehr besteht, nachdem zum ersten Male das deutsche Volk eine gemeinsame Weltanschauung hat. Hans P f i tz n e r verlangt: „... Künstler sollen Kritiker werden, Anti- und Selbstkritiker. Das werden die Besten nicht wollen. Und Kritiker sollen Künstler werden! Das werden die meisten nicht können". Max Grube meint, daß die Kritik der Kritik das Kunstwerk selber ist. Und Friedrich K a y ß l e r : „Sollten einmal in Deutschland keine Werturteile mehr, sondern Ratschläge stammverwandten Geistes in der Theaterkritik für den Schauspieler zu lesen sein, dann werde ich mit Freuden Zeitungen lesen, so lange bin ich es nicht imstande". Herrn Thomas Mann ist natürlich die Auswirkung der Kritik egal. Er verlangt nur, daß sie amüsant sein soll.
Denen, die der Meinung sind, daß Kunstkritik keinesfalls entbehrt werden könne, muß ich eins entgegenhalten: Die Geschichte ber Menschheit weist aus allen Jahrtausenden eine Fülle großer Kunst- schöpfungen auf, vor denen wir uns noch heute ehrfürchtig neigen. Und alle diese Kunstschöpfungen bis vor 150 Jahren sind ohne jede Kritik entstanden und haben trotzdem viele Jahrhunderte oder Jahrtausende überdauert. Man denke nur an die Kunst der Hellenen, an den herrlichen Bau ber Akropolis, man denke an bie eblen Verse des Homer ober des Horaz, an die Schöpfungen eines Michelangelo unb ßeonarbo da Vinci. Sie alle entstauben ohne jede Kunstkritik. Wenn heute endgültig ein Strich unter 150 Jahre Kunstkritik gemacht und nach 150 Jahren bes „Ich" auch in ber Kunstbesprechung das „Wir" zum Maßstab genommen wirb, bann wirb es zweifellos an Angriffen auf diese Auffassung nicht fehlen. Man wird vom Maulkorb sprechen, von Polizeimaßnahmen auf bem Gebiete der Kunst, von einem Verbot der letzten Möglichkeit „freier geistiger Betätigung" in Deutschlanb. Diesen ausländischen ober emigrierten Kunstjuben fei hier gleich eines entgegengehalten: Niemand hat schärfer gegen die vom Staate ausgeübte Zensur gekämpft als sie unb ihresgleichen. Sie haben bie staatliche Zensur als Eingriff in die Freiheit bes Volkes ab»
Die Sitzung bes Reichskultursenats während der Rede des Reichsministers für Volksaufklärung unb Propaganba Dr. Goebbels. Am Tisch von links nach rechts: Ministerialrat Hanke, Reichskulturwalter Schmidt-Leonhardt, Staatssekretär Funk, Reichsmtnister Dr. Goebbels, Reichskulturwalter Moraller, stellvertretender Pressechef der Reichsregierung Berndt. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Die zersetzende jüdische Kritik.
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