Ausgabe 
30.10.1936
 
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Endlose Kampfe, in den Versammlungen gegen die Kurzsichtigkeit der Zeit, auf den Straßen gegen die von Moskau dirigierten Mörderbanden von Rotfront. Die jüdisch geleitete Polizei verweigert den Nationalsozialisten anweisungsgemäß bald auf diese, bald auf jene Weise jeden Schutz, nimmt ihnen drinnen in ihren eigenen Versammlungen sogar harmlose Taschenmesser weg und weiß doch, daß draußen die Kommunisten schon die Mauser- Pistolen entsichern.Und wo, Herr Hauptmann, dürfen wir nachher die Särge in Empfang neh­men?" fragt ein junger SA.-Mann bei solch einer Polizeiaktion, bei der draußen schon Rotfront auf seine nächsten Opfer wartet.

Nur ein Beispiel von Unzähligen. Die Schlacht in den Pharus-Sälen vom 11. Februar 1927.Die Pharus-Säle? Das war die unbestrit­tene Domäne der KPD. ... die Versammlung zu zwei Dritteln von Rotfront besetzt ..." Auf dem Podium neben dem Gauleiter Dr. Goebbels baumlang der Gau-SA.-Führer D a l u e g e. Lest das alles in den Büchern von Goebbels nach, lest und begreift, was die alten Kämpfer für uns taten! Zehn schwerverletzte SA.-Männer liegen auf dem Podium. Eisern, scheinbar eiskalt die Stimme Da- lueges:Die Versammlung geht weiter! Das Wort hat der Referent! Der Gauleiter schreibt es später nieder:Ich habe nie vorher und nie wieder nach­her unter solchen erregenden Begleitumständen ge­sprochen. .. Am Schluß meiner Rede wurde zum ersten Mal das Wort vom unbekannten SA.-Mann ausgesprochen."

Die Hetze gegen die Braunhemden, genährt von den roten Bonzen und ihren jüdischen Funktionä­ren: geführt nicht etwa nur von derRoten Fahne" und demVorwärts", sondern auch von der ge­samten jüdischen Asphaltpresse, erreicht einen ersten Höhepunkt. Da kommt am 5. Mai 1927 das Ver - b o t der NSDAP, für Berlin und unter Ueberschreitung der Befugnisse des Polizeipräsiden­ten!- auch für Brandenburg. Mit Hilfe einer Bestimmung des allgemeinen Landrechtes aus der Zeit Friedrichs des Großen! Das Verbot dauert bis zum 1. April 1928, also volle e I f Monate. Die Organisation, die erst 1400 eingeschriebene Mit­glieder zählt, scheint zerschlagen, Geschäftsräume, Parteien, Akten, alles beschlagnahmt. Kaum, daß man das kleine Postscheckkonto in letzter Minute vor dem Zugriff hat retten können. Es gibt keinen nennenswerten Geschäftsgang mehr, es gibt keine Beiträge, keine regelmäßige Verbindung mit den Parteigenossen, keine Versammlungen. Aber die Verbotsoerfügung der Polizei hat unmittelbar nach dem Eintreffen auf dem Geschäftszimmer ein SA.- Mann zumAlex" zurückgetragen, er stürmt ein­fach direkt in das Zimmer des Polizeipräsidenten, reißt die Tür auf, wirft ihm seine eigene Verfügung vor die Füße, herrscht ihn an:Wir Nationalsozia­listen weigern uns das Verbot anzuerkennen!" Die Ueberfälle auf Parteigenossen, die den Noten von ihrem Wohnsitz her als solche bekannt sind, sind nicht mehr zu zählen. Aber im August 1927 fahren 700 Männer und Frauen für ein vielfach zusammengehungertes Fahrgeld zum ersten Nürn­berger Parteitag. Jubel der Bevölkerung dort, Vorbeimarsch der 700 Berliner an der Spitze eines Zuges von 65 000 Mann am Führer, von der Bevölkerung mit Blumen überschüttet bei der Rückkehr nach Berlin alle 700 verhaftet, gleich an? dem Bahnsteig, den Fahnenträgern werden die versteckten Fahnen von rohen Fäusten unter dem H "'d aus der Brust hervorgerissen.

Aber das schweißt zusammen. Immer mehr be­kommt es das rote Berlin zu spüren:Trotz Ver­bot nicht Tod!" Der Gauleiter scheint sich zu ver­vielfachen. Da entstehenSparvereine",Kegel­klubs". ..Schwimmvereine". Man hilft sich, irgend­wie muß man durchhalten. Dazwischen immer die Angr'ffe der roten Banditen, die Ueberfälle auf den Gauleiter mehren sich, wiederholt entgeht er mit knapper Not der Ermordung: sein Chamfeur, Albert T o n a f wird in diesen Jahren des Kampfes um Berlin nicht weniger als fünfmal schwer verwundet, der Doktor ist eben immer vornean.

DieseNazis" werden der von Juden, Roten und Schiebern beherrschten Reichshauptstadt immer unbequemer, zumal bann, wenn bei dem Mord an dem Arbeiter Kütemeyer, einem Opfer von Rotfront, die Polizei entgegen dem Befund den Mord einfach leugnet und sogar die von der Par­tei ausgesetzten 2000 RM. Belohnung für die Ent­deckung des Mörders zu plakatieren verbietet. Aber je schärfer die Unterdrückung, um so härter die Energie zum Widerstand. Die Unentwegten er­kennen sich an der kleinen Wolfsangel im Rock­aufschlag.

Nach der Flut von Unflat in den ersten Tagen der Verbotszeit schweigt man sie systematisch tot. Das ist das Gefährlichste! Dr. Goebbels faßt in schmier verzweifelter Lage den Plan zur Gründung des MontagblattesDer Angriff". Mühselig pumpt er sich auf seinen Namen ganze 2000 Mark zusammen:Jedes Geld, das man uns lieh, war in den Kamin geschrieben. Unser Plan war die Ausgeburt einer verwegenen Tollkühnheit" Gewiß, aber nach den ersten schier hoffnungslosen Wochen des Bestehens dieser Zeitung, die von Laien ge­macht wurde, stand es fest: der Versuch, die NSDAP, in Berlin totzuschweigen, war völlig mißlungen. Dafür sorgten die mit einer meister­haften Zielsicherheit geführten ständigen Vorstöße und Enthüllungen desAngriff", von dem sein Herausgeber, Dr. Goebbels, sagen konnte, er ist das einzige Organ in Berlin, das nicht dem Ka­pitalismus hörig war."

Gerade am 30. Geburtstag des Gauleiters, am 29 Oktober 1927, wird das seit vier Monaten be­stehende Redeverbot für Dr. Goebbels über­raschend aufgehoben. Und nun beginnt die große Offensive gegen das rote Berlin, die mit dem Fackelzug vorn 30. Januar 1933 triumphiert!

(Schluß folgt.)

Ministerpräsident (Söring und Stabschef Luhe gratulieren.

Berlin, 29. Okt. (DNB.) Nachdem schon am Vormittag die Reichsleiter Dr. Ley und Amann und mehrere Gauleiter Reichsminister Dr. Goeb­bels persönlich, fast alle übrigen Reichsleiter und Gauleiter telegraphisch ihre Glückwünsche ausge- gesprochen hatten, erschien gegen 13 Uhr Minister­präsident Generaloberst Göring persönlich im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propa­ganda, um seinem alten Kampfkameraden und Gauleiter Dr Goebbels seine herzlichen Glückwünsche zum Ausdruck zu bringen. Kurz darauf kam Stabschef Lutze, um im Namen der gesamten SA. dem Reichspropagandaleiter und Gauleiter zu gratulieren. Ministerpräsident Göring, der längere Zeit unter den anwesenden Gästen in den Festräumen des Propagandaministeriums ver­weilte, war von Staatssekretär Körner begleitet.

Aus der Verbotszeit der Berliner SA.

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Eine Gruppe von Unterführern mit den weißen Hemden, wie sie in der Verbotszeit getragen wurden. Die Verbotsfahne hält Robert Gleuel, der im Kampf um Berlin sein Leben lassen mußte. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Eine Wllionen-SvendeMstlerdank".

Berlin, 29. Okt. (DNB.) Um 11.30 Uhr emp­fing Neichsminister Dr Goebbels die Spitzen des deutschen Kulturlebens im Thron­saal des Propagandaministeriums. Der Vizepräsi­dent der Reichstheaterkammer, Generalintendant Klöpfer, sprach dem Reichsminister den Dank der Schauspieler u a. mit folgenden Worten aus: Wir Schauspieler sind von tiefem Eindruck erfüllt, daß Sie neben ihrer rastlosen Tätigkeit im Dienste des Vaterlandes noch die hohe Aufgabe erfüllen, den deutschen Bühnenschaffenden den Weg zu wei­sen und diesen Weg schirmen und schützen. Ihnen verdankt das deutsche Theater die Wegweisung t u m deutschen Nationaltheater! Unter Ihnen werden, dessen sind wir gewiß, die Wege gefunden, um, in absehbarer Zeit verwirklicht, den Bühnenschaffenden die Unsicherheit des Alters zu nehmen. Ich habe die Ehre, Ihnen als dem Schirm­herrn des deutschen Theaters, seiner Jugend und einer alternden Angehörigen, zum Zeichen der Ver­bundenheit aller am Neubau der deutschen Kultur­schaffenden mit ihrem Führer, folgendes mitzu- teilen: Die Aufgaben der früheren Genossen- chaft der deutschen Bühnenangehöri­gen sind an die Fachschaft Bühne in der Reichs­theaterkammer übergegangen. Die Mittel der Genossenschaft sollen nach wie vor den einzelnen Bühnenschaffenden, zumal den in Not geratenen, zugutekommen. Wir wissen, daß niemand eine herz­lichere Anteilnahme und größeres inneres Ver­ständnis für das Geschick jedes einzelnen unter uns besitzt als Sie, Herr Reichsminister. Der Verwal­tungsbeirat bat daher folgendem Antrag einmütig zu- geftimmf-

mir wissen uns eins mit der gesamten deutschen Schauspielerschak» wenn wir heute, am 29 Oktober, aus den IHlffetn der Genossen­schaft einer

Dr. - Joseph-Goebbels - Stiftung" einen Vermögenswert im Betrage von 200 000 Mark zugunsten alter, nicht mehr berufsfähtaer Bühnenkünstler zuweisen Die Aussübrungsbe- stimmungen über die Verwendung der Stif­tung sind dem Herrn Veichsminsster anheim- gestellt

Reichsminister Dr. Goebbels sprach in einer launigen Ansprache den Künstlern seinen Dank aus für die Anregung und Entspan­nung, die sie dem ganzen schaffenden Volk im Verlauf der Jahre gewährt haben Immer habe die Sorge für die alternden, nicht mehr arbeits­fähigen Künstler ihn beschäftigt. Er habe sich ent- schlossen dieser Sorg" d"»-ch (»ine entscheidende Tat Ausdruck zu geben Dr. Goebbels übergab mit die« fen Worten dem Generalintendanten Klövfer fol­gende Urkunde über die

Cprrtfthinö einer

durch die zwei Millionen Mark für die deutschen Künstler zur Verfügung gestellt werden: , Die Sorge für das Wohlergehen aller Volksgenossen ht eine der vornehmsten Aufgaben des nationalsozia­listischen Staates. Dabei wendet die nationalfozia- listische Staatsführung auch der sozialen Lage her schaffenden Künstler ihre be­sondere Aufmerksamkeit zu. Sie hat der kuliur^llen Leistung wieder Mert und Anerkennung oerschafft. Bei der Kürze der Zeit seit her Machtüb-'rnabm" ist es aber noch nicht möglich gewesen, jede Not in der deutschen Künftlerfchaft zu bannen und eine befriedigende Versorgung für Krank­heit und Alter zu schaffen.

Bis zur Durchführung der von mir vorbereiteten Neuordnung der sozialen Türtorae für M<» deutschen Künstler insbeson­dere der geplanten allgemeinen Altersversor­gung, stelle ich am heutigen Tage eine Spendekünsklerdank" im Betrage von zwei Millionen Reichsmark zur Verfügung. Es ist mein Wunsch, daß durch diese Spende der drückendsten Rot der schassen­den deutschen Künstler nach Möglichkeit ge­steuert wird. Diese Spende wird im Lause eines Jahres vom heutigen Taae ab. und zwar unter der verantwortlichen Mitwirkung der Kunstschaffenden selbst, ausqeschüttet werden.

Zu Treuhändern für die Durchführung der Spende bestelle ich:

1. Für die Bühnenkünstler: den Vizepräsi- benten der Reichstheaterkammer und General-1 Intendanten Eugen Klöpfer, der feinen Auftrag unter Heranziehung des Generalinten­danten Wilhelm Rhode und des Staats- schauspielers Lothar Müthel erledigen soll;

2. für die Filmschaffenden: den Regisseur und Präsidialrat der Reichöfilmkammer Carl Froelich, der unter Heranziehung der Schauspieler Theodor Loos und Rudolf Klein-Rogge tätig sein soll:

3. für die Musikschaffenden: den Präsi- oenten der Reichsmusikkammer Professor Dr. Peter Raabe, der unter Heranziehung von Professor Bruno Kittel und Hugo Rasch arbeiten soll:

4. für die bildenden K ü n st.l e r: den Vize­präsidenten der Reichskammer der Bildenden Künste Professor Ziegler (München), der seinen Auftrag unter Heranziehung des Archi­tekten Professor Gall und des Reichsbeauf­tragten für die künstlerische Formgebung Hanns Schweitzer ausführen soll. Zum ehrenamtlichen Geschäftsführer der Spende Künstlerdank" bestelle ich den Ministerialrat im Reichsministerium für Volksaufklärung und Vravavanda Ihr 0 f f

Generalintendant Klopfer nahm die Urkunde mit tiefbewegten Worten des Dankes der gesamten Künstlerschaft in Empfang. Im Anschluß daran übergab Generalintendant Rohde vom Deutschen Opernhaus dem Minister eine Spende von 10 000 Mark, die das Deutsche Overnbaus für das Winterhilfswerk aufgebracht hat.

Der Glückwunsch des Bührers.

Berlin, 29. Okt. (DNB.) Kurz nach 12 Uhr begab sich der Führer in das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, um Dr. Goebbels feine Glückwünsche zum Gaujubiläum und zu seinem Geburtstag auszusprechen. Aus dem Wege von der Reichskanzlei zu der Dienststelle des Ministers wurde er von den Tausenden die auf dem Wilhelmsplatz dem Standkonzert lauschten, stürmisch begrüßt. Reichsminister Dr. Goeb­bels empfing den Führer im Dorraum und leitete ihn in sein Arbeitszimmer, um hier die Gratu­lation des Führers entgegenzunehmen. Dabei über­reichte der Führer Dr. Goebbels fein Bild in einem prächtigen silbernen Rahmen mit dem Hoheitszeichen und folgender Widmung:

..Dem Manne, der Berlin für das neue Reich eroberte, meinem lieben freunde Dr. Goebbels, in dankbarer Würdigung dieses ge­waltigen Kampfes und all der damit verbun­denen Opfer zum zehnjährigen Gedenktag und zur Geburtstagsfeier in herzlicher Freundschaft und treuer Verbundenheit.

V-rlin. den 29. Oktober 1936.

Adolf Hitler."

Außerdem machte er ihm ein wundervolles G e - mälde, ein Blumenstilleben eines alten hollän­dischen Meisters, zum Geschenk. Begleitet von Dr. Goptzhels und Ministerpräsident Generaloberst Gö­ring b-rnrüßte der Führ"r bann hie 3 0 ältesten Mitkämpfer des Berliner Gauleiters, die im Weißen Saal Aufstellung genommen hatten. Der Führer drückte jedem von ihnen die Hand und dankte ihnen für ihre aufopferungsvolle und ein­satzbereite Mitarbeit, die sie dem Gauleiter zu jeder Stunde geleistet haben. Im großen F-sttsaal be­grüßte her Führer Frau Dr. Goebbels und die stattliche Schar her Gratulanten. Während er sich noch mit den Gästen unterhielt, klangen von draußen die Sprechchöre der Tauende herauf, die immer wieder den Führer und Dr Goebbels zu sehen wünschten. Ihre Gratulationen kleideten sie in Berschen, von denen

Zehn Jahre leitest du den Gau. komm' endlich raus mit deiner Frau!" ein vielbejubeltes Echo fand Auch bei der Rück, kehr in die Reichskanzlei brachte die Menge dem Führer begeisterte Kundgebungen dar.

©o<* (fiouleiferjufrtiäum jm Hunbfunf.

Berlin. 29. Okt. (DNB.) Aus Anlaß des zehn­jährigen Gauleiterjubiläums von Dr. Goebbels sind am 30 Oktober folgende Sendun­gen vorgesehen:

13.00 Uhr bis 1310 Uhr: Reichssender Ber» l i n. Bericht vom Empfang des Gau­leiters Pg. Dr. Goebbels und seiner Mitarbeiter im Berliner Rathaus.

19 .20 Uhr bis 19.30 Uhr: Reichssender Ber- k i n berichtet von der Grundsteinlegung der Dr.-Goebbels-Stiftung im Fried­richshain und von der Kranzniederle» gung am Grabe Horst Wessels.

19 .30 Uhr bis 19.45 Uhr: Reichssender Ber ° lin Schallplatte".

19.50 Uhr bis 20.00 Uhr: Reichssendung Zwi­schenmusik.

20.00 Uhr bis 20.10 Uhr: Reichssendung Nach­richtendienst.

20.10 Uhr bis 20.15 Uhr: Reichssendung Kurz­berichte von ber Verleihung des Gau» Ehrenzeichens an alte Berliner Partei­genossen im Sportpalastkasino durch Reichsminister Dr. Goebbels.

20.15 Uhr bis 22.00 Uhr: Reichssendung Groß­kundgebung im Sportpalast.

Die Glückwünsche der Gau- leilung und des Wnifteriums.

B e r l i n, 29. Okt. (DNB.) Jm Anschluß an die Auszeichnung der 30 alten Berliner Parteigenossen nahm Gauleiter Dr. Goebbels die Glück­wünsche der Gauleitung Groß-Berlin, des Reichsministeriums für Volks auf- klärung und Propaganda, der Reichs­kulturkammer und der hohen Partei- und Staats st eilen zum Gaujubiläum und zu feinem Geburtstag entgegen. Die Vertreter dieser Dienststellen hatten sich unter Führung des stell­vertretenden Gauleiters G ö r l i tz e r und des Staatssekretärs Funk im Festsaal des Reichs- ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda versammelt.

©er stellvertretende (Sauleiter Staatsrat Sörlitzer

begrüßte Dr. Goebbels mit einer Ansprache, in der er u. a. erklärte: Vor zehn Jahren beauftragte Sie der Führer, den Gau Groß-Berlin als Gauleiter zu übernehmen. Die größte Stadt des Reiches war bis dahin vom nationalsozialistischen Kampf um ein neues Deutschland so gut wie unberührt ge­blieben. Heute, nach dem Ablauf von zehn so schweren Jahren und bei dem stolzen Rückblick auf die vielen besiegten Schwierigkeiten und bei den erreichten Leistungen ist es nur recht und billig, wenn mir für einen Tag den stürmenden Schritt anhalten und zum erstenmal wirklich Ge­burtstag feiern im Rahmen des Gaujubi­läums. Wer hätte Ihnen nicht folgen wollen, wenn Sie auf dem Weg in die Gefahr selbst an der Spitze marschierten! Auf dem vordersten Wagen der Lastwagenkolonne, auf der Propagandafahrt durch das röteste Moabit standen Sie! Den ersten Marsch über den roten Wedding führten Sie an, und der erste große Marsch durch Neukölln sah Sie an seiner Spitze. Beim Kampf mit den Kom­munisten am Bahnhof Lichterfelde-Ost waren Sie! Die Sprengung der Ausführung des Memarque- Films im Lichtspieltheater am Nollendorfplatz war Ihr Werk. Und den Demonstrationszug der Zehn­tausende gegen diesen pazifistischen Sudelfilm führ­ten Sie durch den Berliner Westen.

Ich spreche im Namen aller, wenn ich Ihnen Dank sage für alle Last der Sorge und Arbeit, für alle übermenschliche Mühe und Plage, die Sie auf sich nahmen immer zuerst auf sich nahmen, um die rote Hauptstadt des Reiches dem Führer zu erobern. Und nicht zuletzt danken wir Ihnen, daß Sie uns auch in Ihrem hohen Reichsamt blieben, was Sie vorher waren: der treusorgende Gauleiter und der alte gute Kamerad und Vor­kämpfer, eben unser Doktor! Wir danken Ihnen für zehn Jahre schwersten Kampfes um Berlin schwer und inhaltsreich wie sonst wohl 50 Jahre und treten mit Ihnen an den Marsch in das zweite Jahrzehnt komme was kommen mag!"

<5au1eifer Dr. Goebbels

führte feinen alten Kameraden noch einmal die Zeit des Kampfes vor Augen, da sie verleumdet und angegriffen wurden von einer jüdischen Asphalt­presse, da die Polizei Schikanen über Schikanen über sie verhängte und sie sich mit ihrer letzten Energie durchbeißen mußten.Wir sind graben Weges und unbeirrt unsere Bahn wei­ter gegangen und haben Stück um Stück in dieser Hochburg des Marxismus den roten Wider, stand zerbrochen. Wenn wir in dieser Zeit ausge­halten haben trotz Terror und Verbot, so nur des­halb, weil wir die feste Ueberzeugung hatten, e s muß gelingen, weil wir es wollen!" Ich habe es in diesen zehn Jahren immer abge- lehnt, eine gemeinsame Geburtstagsfeier zu be­gehen, in diesem Jahr wollte ich mich jedoch dem nicht entziehen. Doch nicht ich will gefeiert werden, sondern s i e alle sollen gefeiert werden. Es soll die Arbeit gefeiert werden, an die wir die besten Jahre unseres Lebens hingegeben haben, für die wir Gefahren und Todesangst auf uns ge­nommen haben, deretwegen viele unserer Mütter und Frauen geweint und sich gesorgt haben. Was wir in unseren kühnsten Träumen nicht zu hosfen oeroagt haben, ist Wirklichkeit geworden. Eine rote Stadt ist wieder deutsch geworden. Sie haben mir diese zehn Jahre, so schwer sie auch sein mochten, zu den schönsten meines Lebens gemacht! Dafür möchte ich ihnen allen danken und möchte sie aufs neue verpflichten auf unser gemeinsames Ideal, auf unsere Bewegung und unseren Führer, der mich damals mit dieser großen Aufgabe betraute."

Staatssekretär Funk

führte darauf u. a. aus: Was soeben hinsichtlich Ihres Kampfes und Ihrer Arbeit für die Partei und insbesondere für den Gau Groß-Berlin gesagt morden ist, trifft auch für Ihre Tätigkeit a l s M i n i st e r zu: Auch diese Arbeit war ein unauf» Haltsamer Kampf gegen wider st rebende Kräfte, auch im Staatsaufbau haben Sie das, was heute zu imposanter Größe fest begründet und meitumspannend oasteht, aus dem Nichts geschahen. Als ich Sie vor dreieinhalb Jahren in biefem schö- nen, von einem der größten deutschen Künstler ge­schaffenen Haus empfing, da war außer dem Haus eigentlich nichts vorhanden. Man muß sich diese Zustände heute ins Gedächtnis zurückrufen, um zu erkennen, wie gewaltig das Ausbauwerk gewesen ist, das Sie in diesen dreieinhalb Jahren vollbracht haben. Wir, Ihre nächsten Mitarbeiter, wissen, wie es immer wieder Ihrer anfeuernden und mit­reißenden Initiative bedurfte, um der Schwierig­keiten Herr zu werden, die sich uns täglich entgegen» stellten.

So steht das deutsche Propagandaministerium heute da als monumentales Dokument nationalsozialistischer Staatskunst, als die alles umspannende Zentrale der gei- ft i g e n Einwirkungen auf das Volk, als ein wahrhaftes Volksministerium, das ständig fein Ohr am Herzen des Volkes hat utt6 das auch stets das Ohr des Volkes hat. So wird Ihr Werk in die Zeitgeschichte eingehen, so ist es bereits heute Geschichte geworden. Ich bitte Sie als sichtbares Zeichen unseres Dankes und unserer Er-