L*l
Mittwoch. 30. September 1956
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
10 Gebote „Kampf dem Verderb!
Herbst in den Anlagen.
Ein Appell der Landesbauernschast Heffen-Tlaffau.
Die großen, mächtigen Bäume stehen in ihrem
3.
°°n 1895
auf
4.
5.
6.
7.
8.
9. Zeige durch zweckmäßige Resteoerwertung, daß
10.
1. „Kamps dem Verderb" rettet kostbares Volks
vermögen und dient unserer Rahrungssreiheit..
2. Die tüchtige Hausfrau läßt keine Nahrungsmittel verderben?
T)a
ülemorft
iut -iraßenmusik". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: lat C;r verkannte Lebemann".
en und Epinl
rt U.a. notier»
chbohnen 10 bis
durch
Llle diejenigen, welche die Unterstützung
Nachdruck verboten!
■ Fortsetzung.
o5 ist John Herbing. Da vollzieht sich in Hanna
3ronbe9 eine Wandlung. Sie hört auf die Stimme )ie auf liebgewordene Musik, eine feine Röte
Fräulein Gottschalk, nur
viel geholfen hätte es nicht. Jetzt kommen Sie mit
zurückkommt und beißt die als er den flüchtigen Der-
der das Am des des
Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen sowie Versorgungsnetz der Siadt Wetzlar geschaffen. 1. Oktober 1911 übernahm er als Nachfolger Direktors von Stadler, der die Direktion Ueberlandwerks der Provinz Oberhessen in
du eine gute Hausfrau bist! Du sparst damit an Haushaltsgeld.
„Kampf dem Verderb" ist der Erntedank des deutschen Volkes.
,71
1 71
Der Ortsgruppenamtsleiter. Gez.: Schelhorn
als sie mit dem Arzt Zähne fest zusammen, band löst.
„Ganz nett gemacht,
Kaplansgasse 18, zu melden. Die als Beleg 4 die Einkommen- und Mietverhältnisse notwen
ig n Unterlagen sind unter allen Umständen mit oi;ulegen.
Lm 3 0. September: Kaplansgasse, Weiden- cise, Maigasse, Neuenweg, Ludwigstraße.
i Oktober: Bleichstraße, Kreuzplatz, Katha- wngasse, Wolkengasse, Löwengasse, Erlengasse, Lii felslustgärtchen.
2 Oktober: Bahnhofstraße, Grabenstraße, Lö- nitraße, Plockstraße, Selterswcg, Hindenburgwall,
Ortsgruppe Gießen-Mitte.
Vetr. Winterhilfswerk 1936/37.
). Geschäft nith'J TaWft und'
„Schockschwerenot!"
Der Schlauch geplavi! Zum Kuckuck mit dem spitzen Schetter!" Und das ausgerechnet heute, da in 10 Minuten der Termin vor dem Amtegericht (wegen der dreihundert Mark von Tante Emmy) beginnen sollte ... Natürlich, Hase kam zu spät. Der Richter sagte bloß: „Bedaure! Wer nicht zur Zeit erscheint, hat selbst den Schaden!" — Zwar wollte er's nun aus sein Fahrrad schieben, aber da lag der Hase erst recht im Pfeffer: „Die Ausrede gilt nid)t", mußte er hören, „der Weg war wegen Straßenbau gesperrt, die Umleitung stand in der Zeitung!"
Nur einer war wieder ganz ahnungslos: Hase! Er wußte von nichts ...
, 97 ifat 26 bis1 Öhler der Westanlage.
18 bis 5 Oktober : Bruchstraße, Goethestraße, Muhl- b kq Monen W. Neustadt, Horst-Wessel-Wall.
615 0 k Oktober: Alicenstraße, Bismarckstr., Schan-
6. Kapitel.
.Uber um Himmelswillen, Liesel, was ist denn tert?"
^itgeistert starrt Hanna das Mädchen an. Liesel ^^sterbleich hinter ihrem Ladentisch, ihre Lip-
Saifl.
„Guten Morgen Fräulein Brandes. Ich wollte piidj erkundigen, wie Ihnen der Wein bekommen
25 Jahre im Gießener potizeidi"nst.
Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt:
Am 1. Oktober d. I. kann Herr Kriminalsekretär Ludwin M ö b u s auf eine 25jährige Tätigkeit im Polizeiuienst zurückblicken. Nach einer über 6jähri- gen tadellosen Militärdienstzeit, die Herr Möbus beim 2. Garde-Regiment zu Fuß in Berlin und beim Jnf.-Rgt. Graf Barfuß (4. Wests. Nr. 17) in Mörchingen ableistete, trat er am 1. Oktober 1911 als Schutzmann bei der Polizeidirektion Gießen ein. Am 1. Oktober 1922 zur Kriminalabteilung kommandiert und am 1. Juli 1923 zum Kriminalwachtmeister ernannt, konnte weiterhin Herr Möbus nach der zuvor mit gutem Erfolg abgelegten Kriminalsekretärprüfung am 1. April 1929 zum Kriminalsekretär ernannt werden. Gleich hochgeachtet bei seinen Vorgesetzten, wie bei seinen Kameraden, hat Herr Möbus seinen oft nicht leichten Dienst zur vollsten Zufriedenheit seiner Vorgesetzten versehen und darüber hinaus sich auch die Achtung aller Volksgenossen, mit denen er dienstlich zu tun hatte, erworben. Dem allseits beliebten und jederzeit hilfsbereiten Beamten wird für feine weitere Zukunft alles Gute gewünscht.
,'nnenlicht. Die Wiesenanlagen haben sich in den sten Wochen noch einmal mit frischem Grün ge- mückt und sind nun zum Teil überdeckt mit dem gefallenen Laub. Die Anlagen, die Größe der iume und die Ausbreitung der Aeste bis auf den
Kaufe stets die Nahrungsmittel, die Jahreszeit und deutscher Boden dir gut und preiswert bieten.
Wer gepflegte Erzeugnisse kauft, kauft billig und dient deutscher Qualitätserzeugung.
Kaufe Vorräte nur in Ueberschußzeiten. wenn du sie in Küche und Keller vor dem Verderb schützen kannst.
Bewahre deine Vorräte täglich vor ihren Erzfeinden: Schmutz, Hitze, Frost und Feuchtigkeit. Bekämpfe jeden auftretenden Schädling sofort und energisch, denn aus ihm entwickeln sich Millionen neuer Zerstörer.
Die Liebe geht durch den Magen, bereite darum die Mahlzeiten mit Sorgfalt und Verständnis.
Der Führer hat auf dem Reichsparteitag bei der Proklamation des Vierjahresplanes die Bedeutung der Sicherung der deutschen Ernährung klar und deutlich Umrissen. Deshalb ist es selbstverständlich, daß alle Kräfte zur Lösung dieser Aufgabe im Interesse des deutschen Volkes eingesetzt werden.
Die Erzeugungsschlacht des deutschen Landvolkes ist der erste Schritt. Diese systematische Erhöhung der landwirtschaftlichen Erzeugung muß aber tatkräftig von einem Schuh gegen Verderb der Erzeugnisse unterstützt werden.
Der Verderb von Nahrungsmitteln erreicht jährlich die Summe von 1% Milliarden Mark. Für unsere Bedarfsdeckung brauchen wir alle diese Werte. Wir können es uns nicht leisten, deutsches Volksgut aus Unverstand oder Unachtsamkeit zu verschleudern. Darum gibt es nur eines:
Kampf dem Verderb!
hier muh jeder pflichtbewußte Deutsche in vorderster Linie kämpfen. Es kommt dabei auf viele Klein- und Teilerfolge an.
Darum einige Kampfregeln, die helfen sollen, einen allseitigen Erfolg zu erringen
25 Jahre im Dienste der Elettriziiätswirtsthast.
Am morgigen Donnerstag, 1. Oktober, kann der Leiter des AEG.-Jngenieurbüros in Gießen, Oberingenieur Adolf Kurz, auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste der AEG. und damit auch unseres engeren Heimatgebietes zurückblicken.
Oberingenieur Kurz entstammt einem alten sudetendeutschen Geschlecht, das im Sudetenland, dem Altvatergebirge, ansässig ist. Unter seinen Vorfahren befinden sich zahlreiche Angehörige der ehrsamen Tuchmacherkunst: er selbst wurde am 23. April 1884 in Troppau (Oesterreichisch-Schlesien) als Sohn des verstorbenen Schuldirektors Kurz geboren. Nach dem Besuche der Volksschule und des humanistischen Gymnasiums in Troppau kam er zum Studium der elektrotechnischen Wissenschaft nach Darmstadt an die Technische Hochschule, wo er von 1904—1908 als Schüler von Geheimrat Kittler seinem Studium oblag. Er verblieb dann in Deutschland, zuerst im Dienste der Frankfurter Abteilung der Siemens-Schuckert-Werke. Von dort aus baute er u. a. im Jahre 1909 das städtische Elektrizitätswerk Schlitz. Im Jahre 1910 wurden unter f-’iner L»itun" di" elektrischen Anlagen in
0-2! 5$ ii 5 u a ui
11,9 !>
-den, alle im Festgewand des Herbstes, wirken eigenartig und reizvoll, daß sich niemand dem ;uber entziehen kann. Und- dadurch, daß schon die ^tzen einiger Bäume ihr Laub verloren haben, scheinen die Anlagen heller und freundlicher. Dom inften Gelb bis zum dunkelsten Braun sind alle trbentöne vorhanden.
li$t ihr bis in die Stirn.
EEe sagt sofort ja, als er sie zu einer Partie n-iis auffordert. und John Herbing ist sehr be- etigt, als er den Hörer auflegt.
Im so größer ist seine Enttäuschung, als er auf 1 Tennisplatz allein bleibt, und Hanna Brandes telefonisch und ohne Angabe des Grundes □ den Klubwirt entschuldigen läßt.--
hätte er Zeitung gelesen!
Die kündigt so was vorher an, worauf man sich verlassen kann!
pen sind weiß, die Augen schreckensgroß. Beide Hände hat sie dick verbunden. Hanna rennt auf sie zu und bleibt dann stehen, ohne Liefet anzufassen.
„Ich weiß auch nicht — Hanna — ich — ich bin eben ausgeglitten und mit — mit den Händen m — in die kochende Wäsche — ich — ach, bloß nicht davon reden unt) dran denken, mir wird schlecht davon —"
„Da bist du die'ganze Nacht allein gewesen, wie hast du dich denn ausziehen können, — war denn der Arzt da?"
„Ausziehen? Ich habe mich gar nicht ausgezogen — und dann habe ich Brandsalbe draufgeschmiert und zugebunden, Pyramidon hatte ich auch noch — und der Junge hat eben mal allein aus- getragen." Liesel hat schon wieder Tränen in den Augen. Hanna examiniert weiter.
„Und wie hast du denn an mich telefoniert?"
„Der Junge hat mir geholfen, ich konnte ja nicht festhalten. Absagen mußte ich doch, und warten lassen wollte ich dich nicht auch noch."
„Kennst du denn hier jemand, der mal ein bißchen auf den Laden aufpaßt, ich hole jetzt den Arzt und —"
„Ist doch gar nicht nötig, Hanna. Frau Möller von nebenan will mal kommen, ihr Mann hat das Schuhgeschäft an der Ecke," sagt Liesel unsicher. Aber der Gedanke, daß sie sich erst mal hinlegen kann und daß jemand aufpafet, roenn’s »m Laden klingelt, hat etwas wohltuendes. Als Hanna sie durch die Zimmertür schiebt und auf den Sessel am Fenster setzt, sagt sie nicht nein, sie hat auch nichts dagegen, daß Hanna über die Straße springen will, um Frau Möller zu holen und den Arzt zu benachrichtigen. Es ist ihr auf einmal sehr gleich- oültig, ob Kunden kommen ober nicht. Hanna Brandes wird das schon alles regeln. Ihr Vertrauen und die Bewunderung für die einstige Schulkameradin sind unbegrenzt, der Gedanke, daß Hanna dieser Situation auch ziemlich hilflos gegenübersteht, kommt ihr gar nicht. Sie atmet auf,
den Erwerb der Ortsbürgerschaft von Babenhausen. Am 1. April 1919 übernahm er wiederum die in Gießen erneut eingerichtete Vertretung der AEG., die am 1. April 1923 zum Ingenieurbüro umgewandelt wurde. Im Jahre 1922 machte sich Herr Kurz durch Hauskauf in Gießen seßhaft. Sein Arbeitsgebiet erstreckt sich von hier aus über die Provinz Oberhessen, die angrenzenden preußischen Kreise bis in die Gegend von Limburg, das Westerwaldgebiet, Dillenburg, Marburg, Biedenkopf, Treysa und Ziegenhain.
Im öffentlichen Leben unserer Stadt und der Provinz Oberhessen ist Herr Kurz seit Jahren tätig. Von 1926 bis 1934 wirkte er in drei Wahlperioden des Gießener Stadtrats mit. Seit 1933 gehörte er dem im Sommer dieses Jahres aufgelösten Provinzialtag der Provinz Oberheffen an, ferner ist er Mitglied des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen, der als Nachfolger des früheren Provinzialtages die Aufgaben der Provinz Oberheffen weiter zu betreuen hat. Der Bewegung des Führers schloß sich Herr Kurz nach der Rede des Führers in Gießen vom 9. November 1931 an, ein Jahr später, im Dezember 1932, trat er in die SA. ein, wo er zu den Mitgründern des SA.-Reserve-Sturmes 11 gehört. Ferner gehört er seit Februar 1932 zu den Politischen Leitern der Kreisleitung Gießen, wo er gegenwärtig das Amt des Kreiswirtschaftsberaters der Kreisleitung Wetterau führt, nachdem er vorher den NSBDT. (Na- tionalsozialifttschen Bund Deutscher Technik) und das Amt für Technik geleitet hatte.
Bei seinem Wirken in den öffentlichen ehrenamtlichen Dienststellungen ließ sich Herr Kurz allezeit von den Grundsätzen des Gemeinwohls und des selbstlosen Dienstes für die Gesamtheit der Bevölkerung leiten, getreu dem nationalsozialistischen Grundsatz „Gemeinnutz vor Eigennutz". Durch seine Charaktereigenschaften und seine allezeit hilfsbereite Einstellung im Dienste des allgemeinen Wohls sowie durch seine kameradschaftliche Gesinnung hat er sich in weiten Kreisen unserer Volksgemeinschaft hohe Wertschätzung erworben.
Dienstjubiläum in der Veichsinstüve waltung. Glückwunsch des Führers.
Der Gefängnisverwalter bei dem Gerichtsgefängnis in Gießen Josef Guyot blickt am 1. Oktober 1936 auf eine 40jährige Dienstzeit zurück. Aus diesem Anlaß hat ihm der Führer und Reichskanzler seine besten Wünsche ausgesprochen und damit seinen Dank und seine Anerkennung für die dem Reich geleisteten treuen Dienste verbunden.
6,720 5,666 62-01 49-05 11-21 63-62 ii
Friedberg antrat, — und nebenbei bemerkt, in dieser Stellung morgen gleichfalls sein 25jähß^g?s Jubiläum begehen kann — die Leitung des AEG.- Jngenieurbüros in Wetzlar, später in Gießen. Unter der Leitung des Herrn Kurz wurden dann die Hochspannungs-Fernleitungen und Niederspannungsortsnetze des Ueberlandwerkes der Provinz Oberhessen bis etwa in die Gegend von Nidda ausgebaut. Der Ausbruch des Krieges machte auch der beruflichen Tätigkeit des Herrn Kunz damals ein Ende. Im Verbände der österreichischen Armee kämpfte er im 15. Schützenregiment van 19^5 bis 1918 auf den Kriegsschauplätzen in Ostgalizien, Wolhynien und Oberitalien mit, jm Oktober 1918 mußte er, schwer erkrankt, den italienischen Kriegsschauplatz verlassen und nach der Heimat zurück- kehren. Der neuen Wehrmacht des Dritten Reiches gehört Herr Kurz feit einer im Herbst 1935 abgeleisteten Ibbung als Reserveoffizier an.
Im Frühjahr 1919 erwarb Herr Kurz in Babenhausen bei Darmstadt, wo er sich mit der Tochter des damaligen Stadtrechners Grünewald verheiratete, die deutsche Staatsangehörigkeit durch
- i 42,10 0,1*5 3,04 54'S 47^
5,4Ä
Mutti, diese — die schmeckt so gut.
Mutti lächelt, denn Zahnpasta ißt man ja nicht Aber die Zunge ist dennoch stark beteiligt und da ist das milde und wunderbar schöne Aroma der Nivea-Zahnpasta eine gute Hilfe, um auch die Kinder zur Zahnpflege anzuhalten.
— Stadttheater Gießen. Heute abend bet die erste Wiederholung der Komödie „Gustav ; „_t" statt. Ein altmodisches Stück von Harald ritt. Spielleitung: Der Intendant. Anfang 30 Uhr, Ende 22.15 Uhr. Mittwoch-Miete. Vorstellung.
kohlrabi 3 bis 5. i Pfifferlinge 30
i 8, Römischkohß. traut 2H bis 4, i pmat 10 bis 12, !
-n I 10 bis 12, it 2 bis 3, Mir- -
Appell des Reichsernährungsministers im Huni>funf.
Ein Appell des Reichsernährungsministers R. Walter Darre aus Anlaß der Werbeaktion > „Kampf dem Verderb" wird von Staatssekretär Backe im deutschen Rundfunk am 3 0. September in der Zeit von 19.45 Uhr bis 20 Uhr verlesen.
) Herbstastern.
Stille herrscht überall. Kein Dogellied erschallt. ,r leise fallen die gelben Blätter zu Baden. Sie cheln unter unfern Füßen.
Huf der weißen Bank, unter der alten Blutbuche, H es sich gar wundersam. Wir schauen dem liel der fallenden Blätter zu ...
verstohlen lugt die Sonne hinter den Herbst- Iken hervor und malt leuchtende Tupfen auf die esenslächen.
3alb werden alle Blätter abgefallen sein... H.
Dornotizen.
Tageskalender für Mittwoch.
frfctap. .“ bi- 12,20
ai,r Tranen 795
H “"“"«blim. 1
unter. , * Men oon °" 1928 98,50 her.
2 bis 16, Eska- , irotten 3 bis 4, i **
garn (Boß) mit Wft, 1913er $ bD. 10,90), ß (14,90). Ru« ’■ $)• Steg di . deutsche Rente» P gehalten mit
in meine Sprechstunde, ich habe eine wunderbare Lebertransalbe, die Wunder vollbringt." i
Er hilft Liesel Gottschalk vom Sessel auf und ■ geht mit ihr fort. Hanna Brandes bleibt ratlos । zurück, aber zum Glück kommt da Frau Möller und mit ihr eine Kundin.
„So'n armes Ding, die Gottschalk!", jammert sie und bindet sich den weißen Kittel vor. „Jung is se, kein Geld hat se nid) und nu auch das Malheur. Von früh bis spät steckt fe im Laden, feene Hilfe und nu kaputte Hände, die se doch so nötig braucht. — Wat wollense denn, meine Dame?" Sie baut sich hinter dem Ladentisch auf und sieht sich Hanna ungeniert an. „Wollten Sie was kaufen oder —"
„Nein, ich bin mit Fräulein Gottschalk befreundet und eigentlich hier um zu helfen."
„Das ist ja sehr scheen, Fräulein. Dann binden Sie sich mal 'ne Küchenschürze vor und tun Se was in den Kochtopp. Ich paß derweil uff den Laden uff. Länger wie bis zu Mittag kann ich aber ooch nid) bleiben, meine Jähren kommen aus der Schule und haben dann auch mächtigen Kohldampf. Und Sie, Frau Kremer, wat haben Sie denn for Wünsche?"
Hanna Brandes hört noch, daß Frau Kremer Brot braucht, dann macht sie die Tür hinter sich zu. Elf Uhr. Kochen? Was denn und wie denn? Dann steht sie in der kleinen Küche und sieht sich um. Es gibt da nicht viel Topfe und Geschirr in dem winzigen Büfett. So gerade das, was ein einzelner Meistch für fein bißchen Kocherei braucht. Aber alles ist tadellos sauber und steht wohl da, wo cs hingehört, auch die wenigen Vorräte und Zutaten. Kochen! Hanna steht mitten in der Küche, sie denkt an das, was daheim auf dem Tisch steht, aber sie hat wenig Schimmer davon, wie das zustande kommt. Man könnte ja einfach ein ordentliches Eiergericht machen. Salat dazu und Kartoffeln, dazu gehört kein großes Können.
„Na, Fräulein, was machen wir denn? 's ist -gerade niemand im Laden, ick werd' Ihnen ein bißchen auf die Sprünge helfen."
Viel Zutrauen scheint Frau Möller nicht zu dem Besuch zu haben. Mit ihrer weißen Aufmachung und den blitzenden Fingernägeln wird sie nicht weit kommen, sie macht auch so ein verdattertes Gesicht, daß sie einem leid tun kann. Aber ehe sie noch einmal den Mund auftun kann, hat Hanna eine Idee. I
Straße, Marktstraße, Rittergasse, Wagengasse.
7 Oktober: Sandgasse, Mäusburg, Markt- 136 die 4. FolMatz, Tiefenweg, In - ^ershof.
herausgeg^nen ^eldezeit von 15 bis 18 Uhr und 20 t.3 22 Uhr Jm Vordergrund einer »ebeutunt;
Die üblich, enr Ausarbeitung ZU e ieu ßmzelalh,*
hiefer Wirt' Itzoyright 1936 by Aufwärts - Verlag G. m. b. H., len oki [ Berlin SW 68
? Aktie». ü'Men leid,. y^ertDogen i°, 'tiva oln S ■h, I« >- VS
„Das geht alles in Ordnung, Frau Möller. Ich danke Ihnen schön, daß Sie aushelfen wollen. Das andere bringe ich schon in Ordnung: wenn Sie nur auf den Laden aufpassen wollen, wäre ich Ihnen sehr dankbar. Das ist nun etwas, was ich gar nicht verstehe, und Sie sind doch vertraut mit Geschäftsbetrieb. Wenn Sie die Preise nicht wissen, schreiben Sie doch erst mal an, Fräulein Gottschalk muß ja jeden Augenblick wiederkommen, sie sagt Ihnen dann schon Bescheid!"
„Wie Sie meinen, Fräulein," sagt Frau Möller bereitwillig. Sie ist selber vor ihrer Verheiratung fünfzehn Jahre Hausmädchen gewesen und versteht sich auf den Ton, den sie da eben gehört hat. Freundlich, aber bestimmt. Sie geht wieder zum Laden und Hanna zum Telefon.
Das Hausmädchen Friedel in der Binger Straße versteht nicht gleich, was sie soll, und wiederholt was sie gehört hat.
„Ich soll alles einpacken, was Ida gekocht hat, und nach der Augsburger Straße zehn bringen. Ich soll dort bleiben, solange ich gebraucht werde, und Ida soll für den Herrn was anderes kochen. Jawohl, Fräulein Hanna."
Friedel hängt den Hörer auf und steht eine Minute sprachlos. Dann stürzt sie in die Küche und jagt Ida mit ihrer Hast einen gewaltigen Schreck ein.
„Sowas haste noch nicht erlebt, Ida. Was haste denn heute gekocht?"
„Kalbssrikasse mit Reis. Warum willste denn das wissen?" Ida macht große Augen und sonst ein mißtrauisches Gesicht. Friedel ist Hausmädchen, und sie ist Köchin, zwei scharf abgegrenzte Gebiete, es hat also jeder nur bei sich zu tun.
„Dann pack das mal schleunigst ein, das Fräulein kommt nicht nach Hause, und Herrn Doktor kannste was Schnettes braten." Friedel holt mit viel Geklirr ein paar Töpfe aus dem großen weißen Reformküchenschrank und stellt sie auf den weiß gescheuerten Tisch; sie lacht, denn Idas Ge- sicht ist nicht sehr klug. „Da staunste, was? Weißte, wohin ich mit deiner Kochkunst rücke? In di« Augsburger Straße, da is nämlich das Fräulein und macht in Krankenpflege. Wann du mich widersiehst, weiß ich auch nicht, ich bewaffne mid) jetzt mit —"
I (Fortsetzung folgt.)
WHW. 1936/37 in Anspruch nehmen wollen, Angebot do*|[ |sjen gebeten, sich an den Tagen, wie aus nach- sen reichlich, dh ^nbem Plan zu ersehen ist, auf der Geschästs- 1 nitfU< 1 Q -» 11 TM» A f Ä 0 I P A
*-t I
tr. 229 Drittes Blatt
»Sa - ----------
&««£ Ilus Oer Provinzialhauptstadt
ach Sn 8 1
Präs, Bananen/ Mtinb. Linien! rt 6 big 10. ®e.l* ombeeren 20 bis 11 Maronen 2U beeren 26 bis 30,
Tüiläufig. U. a. .6 bis 18, Wirt- 6 bis 7, Gold-! ital, Apfelsinen,
tluf dem Wasser des kleinen Teiches schwimmen i gelben Blätter der umstehenden Bäume. Die len knorrigen Bäume zeigen mit ihren Hellen und । ntlen Farben die ganze Schönheit des Herbstes.
x blaue Himmel spiegelt sich im Wasser.
i Dritten aus dem Wiesengrün leuchten die schönen :aubenanlagen, die noch in voller Blüte stehen, iben einigen Sommerblumen, wie Tagetes, Fuch- i u. a., blühen in vollem Reichtum die Dahlien
|ie mit ihm — er ist der 'Freund des Vaters und iiich nett zu ihr — aber er ist nicht das, was sie »ernißt"---
„Fräulein Hanna — Sie werden am Telefon I «langt!", ruft es da vom Haus her. Sie hat : ein* sonderliche Eile an den Apparat zu kommen inb die Stimme, mit der sie sich meldet, hat keinen
Das alles kommt ihr in den Sinn und beschwert .ns einmal ihren Sinn. Sie spürt den Mangel und mit eine Verhärtung ihres Herzens. Sie weiß. Die verletzend sie sein kann und begreift auch, wie ft ste ihren Vater damit gekränkt hat. Das ist Ml auch der Grund, weshalb sie so wenig zuein- r finden können.
„IZch bin jammervoll allein, ich habe keinen em* Nmschen —" denkt sie verzweifelt, und dabei fällt
K ,hr Paul Laverenz ein — „aber Paul, was soll ■j|j iii mU Ihm __ ar tf+ hoi* h»<« 91rtfpT<> IITlh
105? 55- 47,14 1,345 V»
MenmMen
Vornan von Zlse Schuster.
marft ii ftC5
DE er Unaorn Die großen, mächtigen Baume stehen m Ihrem D'toter -rbstschmuck. Durch die gelben Blätte bringt das
D0h Ißnr ' r. . „w/.v.lirke TM» HRiaf»nnnfnn»n hnhpn firh in hpn
3raune Messe, 10 bis 20 Uhr, in der Volkshalle.
NS.-Lehrerbund, Kreis Gießen, 15.30 Uhr, zung der Gesamtfachschaft 2 (Höhere Schule), rtrag von Professor Dr. Schmied-Kowar- „Die religiöse Lage der Gegenwart" im Sing- u des Realgymnasiums. — Deutsches Frauen- vrt, Abteilung Polkswirtschaft-Hauswirtschaft, 15 Lt- Vortrag ,Kampf dem Verderb" im Ausstel- lllgszelt der Braunen Messe. — Wirtschaftsgruppe A'zelhandel, 16 Uhr Einzelhandelsversammlung im w 4.* ste Leib. — Stadttheater.' 19.30 bis 22.15 Uhr ‘iWr» t'ftao Kilian". — Glona-Palast, Seltersweg: Itart Wenau I; rnfepnnnlGf". _ pirhtfDieIhau5. Babnbofstraße:
di-Aktien.
Dos @e. 9 oer Schacht» Emg. 6<t|wä. «tretn, 6tö)[ isrnrnn 108,25'
JtWn. 1 M.25 (110,50) e lagen niebri» Zuckert 153 5-?5), Deutsche inbeanftalt 278 t 2 v.h. höher


