leugneten zunächst hartnäckig; erst als man Brod- esser das unwiderlegbare Ermittlungsergebnis vorhielt, legte er ein Geständnis ab. Die Frau Johannesberg leugnet aber trotzdem hartnäckig weiter. Die Untersuchung hat eine bemerkenswerte Parallele zu dem kürzlich in Mainz abgeschlossenen Gift- mordprozetz 'gegen Frau Vogel ergeben. Wie diese, so stand auch Frau Johannesberg mit einer berüchtigten Kartenlegerin in Verbindung. Auf die Frage der Johannesberg, wie lange ihr Mann wohl noch leben werde, gab die Kartenlegerin die gewünschte Antwort: „Der Sarg steht schon dicht am Hause." Frau Johannesberg hat sich vermutlich daraufhin nicht lange besonnen, dem Schicksal nachzuhelfen.
Verurteilte Schwarzhörer.
Im Vierteljahr April bis Juni 1936 sind wegen der Errichtung und des Betriebs n i ch t g e n e h - migter Funkempfangsanlagen 88 Personen verurteilt worden. In 82 Fällen wurde auf Geldstrafen von 3 bis 100 RM. erkannt; vier Personen wurden zu Gefängnisstrafen von 10 Tagen bis zu zwei Wochen 3 Tagen verurteilt. Zwei Jugendliche wurden verwarnt. In einer ganzen Anzahl weiterer Fälle wurden Verfahren gegen Schwarzhörer auf Grund des Straffreiheitsgesetzes vom 23. 4. 1936 eingestellt.
Kunst und Wissenschaft
Neuerscheinungen des Verlages Langen-Vlüller.
Der Verlag Albert Langen-Georg Müller, München, kündigt folgende Neuerscheinungen an: Almanach Ausritt 1936/37. — Paul Alverdes: „Reinhold im Dienst." Novelle. — Erwin Peter Close: „Dominium." Roman aus Schlesien. — Paul Ernst: ,Kaiserbuch", Volksausgabe Band 3, „Die Schwabenkaiser". — Trygve Gulbranssen: „Das Erbe von Björndal." Roman. — Gunnar Gunnarsson: „Der brennende Stein." Novellen. — Knut Hamsun: „Der Ring schließt sich." Roman. — Robert Hohlbaum: „Zweikampf um Deutschland." Roman. — Hanns Iohst: „Die Torheit einer Liebe." Roman. — Curt Lange n b e ck : „Heinrich VI." Deutsche Tragödie. — „Neue bulgarische Erzähler." Herausgegeben und übersetzt von Dr. Dragnewa und Gerhard G e s e m a n n. — „Noldin. Ein deutsches Schicksal." Dargestellt von Franz Rucker. — Erkki Räikkönen: „Soinhufvud baut Finnland." Abenteuer einer Staatsgründung. — Barbara Ring: „Peik." Die Geschichte eines kleinen Jungen. Illustrierte Neuauflage. — Mihail Sado- veanu: „Nechifor Lipans Weib." Roman aus dem Rumänischen. — Ludwig Tügel: „Frau Geste auf Trubernes." Eine Saga. — Josef Weinheber: „Späte Krone." Gedichte. — Ernst Wie- chert: „Wälder und Menschen." Eine Jugend. — Heinrich Zillich: „Zwischen Grenzen und Zeiten." Roman. — „Kleine Bücherei": Elsa B e r n e w i tz : „Die Entrückten." Paul E r n st: „Heitere Welt." Joses H o f m i l l e r : „Bayernbüchlein." Eduard L a ch m a n n : „Der Blutbaum." Joses Weinheber: „Im Namen der Kunst." Hermann Claudius: „Und weiter wachsen Gott und Welt." Hans Grimm: „Des Elefanten Wiederkehr." Hans K l o e p f e r : „Was mir die Heimat gab." E. G. Kolbenheyer: „KlaasP, der große Neutrale." Erwin W i t t st o ck (Titel noch
trag} iit diweut, 4-jerMr..
Ja, meine Damen, das interessiert Sie jetzt bestimmt I Bitte unterrichten Sie sich deshalb bei uns über all die schönen Saisonneuheiten — leicht können Sie mit der Mode „Schritt halten“, bei diesen Preisen:
Flotte Sportmäntel aus modischen Stoifen
48.— 39.51) 29.75 26.- 19.75
Pelzbesetzte Mäntel in kleidsamen, modernen
Formen
78.— öd.— 48.— 39.50 29.75
Frauen-Mäntei
bis zu den größten Weiten
54.- 48.- 39.50 29.75 26.50
Herbstkomplets
Rock u. 8|4 lange Jacke, die beliebte Bekleidung
68.- 54.- 48.- 39.50
CARLNowarK
[JNHABER: CARL HEINZ SCHUÜ ER
6130A
GIESSEN SELTERSWEG 81
Kartoffellieferung.
Für das hiesige Gerichtsgefängnis soll die Lieferung von 250 Zentner guter, gesunder, gelbfleischiger Speisekartofseln — Industrie — vergeben werden.
Die Lieferung hat in Säcken frei Gefängnishof zu erfolgen.
In Frage kommt nur erstklassige, nicht mit der Schippe bearbeitete Ware.
Angebote und Proben sind bis zum Eröffnungstermin 6134V
Donnerstag, den 8. Oktober 1936 vormittags 10 Uhr
auf der Geschäftsstelle der Staatsanwaltschaft — altes Justizgebäude — Zimmer 9, Erdgeschoß, abzugeben. Lieferung kann auch geteilt vergeben werden. Zuschlagsfrist eine Woche.
Gießen, den 25. September 1936.
Der Oberstaatsanwalt beim Landgericht in Gießen.
unbestimmt).
Richard Ganzer:
y
FERTIG UND ß
O)NZ£H MASS
Der Konkursverwalter.
6131D
Geschäfts-Verlegung!
Heute
Vertragslieferant der Heereskieiderkasse
19.30-22.15
0.60 — 3.00 RM.
kliov
[enfte.
laa reEaa]
Stadttheater
Gustav Kilian
Bitte besuchen Sie uns unverbindlich. Unser fachkundiges Personal zeigt Ihnen bereit- willigst alles ohne jeden Kaufzwang I
gelten unsere Anzüge und Mäntel als unbedingt zuverlässig. Man setzt bei ihnen gediegene Verarbeitung, Eleganz des Schnittes u. gute Stoffe voraus — trotz niedriger Preise.
Verlobungs-Anzeigen
liefert Brühl'sche Druckerei
Herren-Anzüge von einwandfreiem Sitz, in mod Streifen und Musterungen, vorbildlich gearbeitet
Sport-Anzüge, die auch im Herbst und Winter gern getragen werden, flott gemustert mit Knickerbocker- oder langen Hosen.
Ulster-Paletots in ruhig. Farben, leicht tailliert, ganz auf Kunstseide.
Moderne Ulster aus guten Stoffen, in lebhaften Farben, mit ausdrucksvoller schöner Abseite.
Edel-Qualitaten in Ulstern und Paletots aus den führend. Spezialfabrik. ..Wisolek“ u. „Aquatite“.
Jünglings-Anzüge und -Mäntel dieses Jahr in besonders großer Auswahl, in allen Modeformen, vielseitigen Farben und Mustern.
Vornehm l Geschmackvoll I Persönlich I Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aus- fOhrungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen BrUhl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251
Im Urteil der Kunden
20.00—22.00
3. Freitag- Miete Erstaufführg. Reims
Drama von Friedr.Bethge. Spielleitung: Th. Haerten.
Preise von 0.65-3.80 RM.
Einige Restposten Seidenstoffe, Spitzenstoffe, Futterstoffe jetzt ganz billig I
Knöpfe, Gürtel, Schließen, Schnallen und Klipse zu Pfennigpreisen aufTischen zum Aussuchen!
Die letzten Stoff-Reste ganz besonders billigl
f3flr6erin<i (Broß-Franklnrt) im neuen Kleide Ab 1. Oktober GASTSPIEL Bernhard Ette mit seinen 16 Solisten. Täglich 16 Uhr Tanz-Tee - 20.30 Uhr Gesellschafts-Tanz. [euoV
Ab 1. Oktober 1936 befinden sich unsere gesamten Geschäftsräume in unserem Anwesen
SELTERSWEG NR. 55
nicht
Aber
zert Sell frau gelai
Verkäufe
Zentralheizung
Buderus-Herz- kessel, 60000 W.- E., Warm Wass., billig abzugeben. Schr. Anfr. unt. 6097Da.d.G.A.
y. r*Q n extra Ax.fr Haarfarbe-
Fl. 1.80 stork Wlederherstell»
Löwen- Drog. Kittinger, Se tersw. 69.
Drog.Winterhoff, KrenzplatzlO. 674oV
Aach nut Teilzahlg. m. 94 Wochenr. ä RM 1.50. Anzahlg.eine Mts.-Rate. Lieferung tret Annahme v. Bedartsd.-Schemen und Altmaschinen. Verlangen Sie sot. unverbindl. Besuch des zuständigen Vertreters, Postkarte genügt, durch
Chi« nifn ^rhnrh Nähmaschinen-Vertrieb Frkft.-M.17 VrVir. Ullö «vnucn Gutleutstr. 1 (dir. am Schauspielhaus)
G. m. b. H.
Gießen, Marktplatz
Chr. Inderthal, Giefien
Wein-Großhandlung und Likörfabrik
•____________ 6129V
Erst Siedler, dann Streckenarbeiter
Alltagserlebniffe junger Deutscher in Kanada.
Don Karl Moeller.
;■ gäG - Dortn i ‘ einen . sich
sehun ’! siebe, i mir I hübsc
mm(
Dit präch zept hing
,,U' qange Mg- §onze und Mtur Darin lieber
„Ur wohl 5porl
„Ni wisser Halter nenbe über beschri dings Aber Hilfen^ wortr gesch'c gleich oen, l jaben Äagegi für N
«3d linnrei vom fällt r Famili Artikel
„Ein gausfr unb M blättert beklebt mir sc wünsch fand i dieser uns üb
Saufe
laufend jedes
Quantum gepflückte SnieiMeii Holland Hammstratze 12.
Der Konkursverkauf
der Firma A. Richter KG. jetzt Plockstraße 11 dauert ab heute Mittwoch
nur noch einigeTage
der ersten Entscheidung. . .
Berichte und Gedichte. — „D i e Deutsche Folg e": „Reden deutscher Dichter an die Jugend."
"Meinst
tz«-»!
i Jeinen ?•Ie btil vfrW
<rob w
‘ie J's 5
Rocky Mountains so schön und fruchtbar, daß man wenig Aufwand zum Leben braucht. Obst und Gemüse sind sehr billig, und da es im Sommer fast nie regnet und sehr warm ist, kann man bequem in den Holzhütten leben, die in den Obstplantagen für die Wanderarbeiter aufgestellt sind. Dorthin zogen sich nun auch die einzelnen zurück und versuchten erstmal, bei den umliegenden Farmern eine Arbeitsstelle zu erhalten. In der einsetzenden Frühjahrssaison kamen denn auch so ziemlich alle unter und bei einem Stundenlohn von 25—30 Cents läßt sich in diesen Gebieten schon auskommen.
Aber die Farmer waren nach den schlechten Preisen der letzten Erntejahre selbst sehr sparsam geworden und beschäftigten nur in der dringendsten Zeit einige Leute. Zwischen den einzelnen Arbeitsperioden gab es deshalb lange Feierzeiten, und Ende Juni zeigte sich, daß vor Beginn der Ernte im Anfang August kaum eine Arbeitsmöglichkeit zu finden war.
So blieb nur der letzte Ausweg: sich bei der kanadischen Eisenbahnlinie als Streckenarbeiter zu verdingen. Diese Arbeit war nun als hundemäßig schwer berüchtigt und dazu schlecht bezahlt. In besseren Zeiten meldeten sich dazu nur Tramps, die sich einen neuen Anzug verdienen wollten, oder eingewanderte Farbige. Aber was blieb uns anderes übrig? Als auf dem Arbeitsnachweis einige Stellen angeboten wurden, meldeten wir uns rasch, bevor auch diese Gelegenheit wieder vergeben war.
Mit einem Trecker wurden wir hinaus auf die enge Strecke zwischen hohen Felsen gefahren. Dort arbeitete eine bunte, zusammengewürfelte Gesellschaft. Die Unterhaltung ging in den verschiedensten Sprachen. Nur der Vormann unterhielt sich mit uns in dem breiigen Amerika-Englisch. „Well boys, ihr seid noch verdammt junge Kinder", begrüßte er uns, „wenn ihr euer Pensum nicht einhaltet, könnt ihr morgen wieder gehen." Und mit einem breiten Grinsen gab er jedem von uns eine Spitzhacke in die Hand, damit wir die Steine zwischen den neugelegten Bohlen zerkleinern konnten.
Im Anfang ging es ganz gut. Aber je höher die Sonne stieg und von den Felsplatten in vermehrter Glut zurückstrahlte, um so mehr quoll der Schweiß aus dem Körper, an dem nur noch eine dünne Leinenhose hing. Wie ein Geier beobachtete uns der Vormann, während er ab und zu einen dreckigen Witz erzählte, über den wir im Innern nur fluchen konnten. Die einzige Ruhepause war das Zigarettendrehen. Die Zeit dafür läßt sich kein Arbeiter in Amerika nehmen, wenn auch nur ein paar Körnchen Tabak in die Papierrollen gewickelt wurden.
Für ffiefe Hundearbeit auf den wie das Höllenfeuer glühenden Strecken gab es 20—25 Cents die
ö I ift '|j !leine at I jl flute R :8 MTedicht ij t oorzuksi i auch die ■ ■' , besonder bas An H schneiden fj Mappe, N Artikel d U nannt." M',Pracht »K „Ni U blaft, da- ■jl wäre, er( [ä verdiente Wnachgelese B>r Ze h iwune ich n. "Gewiß «'"unser fl 'Mng ur M uvd unser H -aben." » Sos gej fQ“ Beuie ?. 3«itun Z^tunq re alten
,4) i e Junge Reihe": Karl — Paul Ernst: „Brunhild", Tragödie. — Joachim ,9. November 1923. Geschichte von der Goltz: „Ein Tagebuch von der Westfront." Sudetendeutschtum, — Robert Hohlbaum: „Stein. Ringen um Deutsch- " ' land." — Ludwig Thoma: „Altbayrische Geschichten." — Gunnar Gunnarsson: „Mikingertreue."
Sehnsucht nach Land und eigenem Herd war seit jeher die stärkste Antriebskraft in der ewigen Wan- derbeweguna der Deutschen. Unsere Vorfahren sind weit aus dem Norden hinunter in den Süden Europas gezogen, und wenig bedeutet dem gegenüber, bei dem heutigen Stande der Technik, eine Ueberquerung des Ozeans, um eine neue Heimat zu finden. Viele Deutsche sind schon diesen Weg Gegangen, weil sie zu Hause keinen Platz mehr fanden. Meist wurden sie gute Bauern unb Handwerker im fremden Land. Aber schwer aenug ist es oft geworden. Von solchem Schicksal ferner Auslandsdeutscher soll dieser Bericht erzählen:
In den Wirrniszeiten nach dem Kriege war ein junger, deutscher Maler nach Kanada gezogen. Nach vielen Jahren rastloser Wanderung durch Prärie und Steppe, Urwald unb Gebirge war er im schönsten Teil des Landes, in der Provinz Britisch- Columbia, dicht am Pazifischen Ozean hängen geblieben. In einem der langen Täler zwischen den verschiedenen Gebirgszügen der Rocky Mountains glaubte er, endlich seinen Plan verwirklichen zu können. Er schrieb begeisterte Berichte und Aufrufe zur gemeinschaftlichen Siedlung nach Deutschland.
Bald waren auch eine Familie unb ein halbes Dutzend junger Burschen herübergekommen, alle mit dem guten Willen, aber wenigen Kenntnissen der Landwirtschaft. Trotzdem erwarb die nun gebildete Gemeinschaftssiedlung „New Port" ein großes Stück Obstland mit einem noblen Farmhaus zum Preis von 20 000 Dollar. Das ganze wurde auf sogenanntes „half crop payment System“ gekauft. Das *heißt, man leistete keinerlei Anzahlung und verpflichtete sich lediglich, die Hälfte des jährlichen Ertrages an den ehemaligen Besitzer abzugeben. Dazu kamen natürlich die Zinsen.
Nachdem man noch die neuesten Maschinen auf Abzahlung gekauft und ein altes Auto eingehandelt hatte, zeigte sich im Herbst, daß die Aepfelsorten, die in dem Garten wuchsen, nur wenig begehrt waren. Man lieferte die große Ernte an die Der- kaufsgenossenschaft ab, durch die der gesamte Absatz aller Farmen geregelt wurde. Geld und Abrechnung sollte es aber erst geben, wenn alles verkauft war, frühestens im Anfang des nächsten Jahres. So begann ein langer, schwerer Winter ohne Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten. Man lebte auf die einfachste Art, oft waren nicht mehr die paar Cents vorhanden, um einen Brief nach Hause zu schreiben.
Durch verschiedene Unglücksfälle und persönliche Schwierigkeiten ging dann doch noch die Gemeinschaft zu Grunde, und jeder der beteiligten Siedler hatte sich durch diesen Versuch einige hundert Dollar Schulden auf den Hals geladen.
Zum Glück ist das Land in den Tälern der
Stunde Länger als einige Wochen hielt keiner dis Schinderei aus. Unsere Körper wurden zwar braun wie die der Neger, aber auch so knochig wie bte der unscheinbaren Japaner, hinter deren winziger Gestalt sich große Ausdauer verbirgt und die deshalb hier die beliebtesten, weil anspruchlosesten Arbeiter sind. v v v
Als der Vormann uns am Ende der Woche den Scheck mit der Löhnung gab, sagte er: „Eigentlich müßte ich ja mit euch unzufrieden sein, denn ihr seid verdammt langweilig. Ich weiß, daß es schwer ist, und ich werde eben dieses farbige Volk desto mehr anspannen müssen. Aber wenn es geht, sucht euch wieder Arbeit in den Gärten. Ich werde von oben kontrolliert, und wenn ich weniger durchdringe als meine Konkurrenten, verliere ich meine Stellung, und das wollt ihr doch nicht, he Boys. All right."
Das hätte er uns gar nicht zu sagen brauchen, denn es war klar, daß wir uns sobald wie möglich bei den Farmern melden würden. Leider erst nach vielen Wochen begann die Aepselernte, die uns nun wie eine Spielerei vorkam. Von den Leitern in den Gärten winkten wir morgens unseren früheren Kollegen zu, die weiter Tag für Tag auf die Strecke fuhren. Es waren fast nur noch Farbige, die bei den Farmern nur in Zeiten größter Arbeiternot angenommen werden. Aber davon war ja zur Zeit keine Rede. Im Gegenteil, in den Straßen des nahen Städtchens lungerten noch viele Arbeitslose herum, die vergeblich auf einen „Job" warteten unö mit Schrecken an den langen Winter dachten, tn dem es in dem reinen Agrarland Kanada keinerlei Beschäftigung gibt.
Wetter belicht
des Reichswelterdienskes Aus^ob-ori Frankfurt
Im Bereiche zusammenfinkender Kaltluft herrschte am Dienstag vielfach heiteres und im allgemeinen trockenes Wetter. Die vergangene Nacht brachte in größerer Ausdehnung die ersten und teilweise recht beachtlichen Strahlungsfröste. Inzwischen ist von Norden her etwas feuchte Meeresluft auf das Festland vorgedrungen, die den nördlicheren Teilen des Reiches leichte Milderung und Schauertätigkeit gebracht hat, die sich bei uns ebenfalls bemerkbar machte. Eine durchgreifende Verschlechterung ist aber vorerst noch nicht zu erwarten.
Aussichten für Donnerstag: Vielfach dunstig oder neblig, sonst wolkig bis aufheiternd, bis auf vereinzelte Niederschläge trocken, aber für die Jahreszeit noch etwas kalt, veränderliche Winde.
Aussichten für Freisag: Vielfach dunstig, sonst noch etwas kühl, zeitweise ausheiternb, veränderliche Winde.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 36 : 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags
15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
Klavier gebraucht, billig zu verkaufen.
Wo. sagt die Geschäftsstelle des Gieß. Anz. [04454 Eis. Wendeltreppe 23 Stufen, für 40 Mk. zu verk. Ebenso Kirchenrock mit Weste u. Hose,sehr gut erhalten. 6135D Ackermann, Mar- barg, Schwanen- allee 37.
Gut erb. weißer kombinierter
Herd
zu verkauf. 0446?
Weißerde 9.
Motor-Bandsäge
Selbstfahrer z. Brennholzschneiden preiswert zu verkaufen. eissD
Friedrich Jäger
Glaubery bei Stockheim.
Weißer filnöeiwagen gut erhalten, zu verkaufen. 04455 Löwengasfe 5 v. | Kaufgesuche | Gevr. Mer (Cocos) 6146D
IWA
u. dergl. z. Auslegen einerTurn- halle zu kaufen ges. Angeb. an Offenti. Handelslehranstalt
Wernerwall 11.
Ilhi
SÄ L-d
Ih $e, ■


