Ausgabe 
30.7.1936
 
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Mittel

reis-

Aus aller Welt

schönes und gesundes Haar für alle Zukunft.

Nachdruck verboten!

1. Fortsetzung.

Internationaler Kunstflugwettbewerb.

In Rangsdorf bei Berlin begann am Mittwoch der internationale Kunstslugwettbewerb unter Betei­ligung von 14 Piloten mit dem Pflichtprogramm. Willi Stör und Gerd A ch g e l i s errangen bei diesem Teilwettbewerb einen klaren Punktvor- prung. Es folgen der Franzose Fleurquin und der Schweizer Hörning.

Kind durch einen Reihbrettsttft ums Leben gekommen.

Auf dem Altenbreitenfelserhof bei Meisenheim (Rheinprovinz) nahm das 2jährige Pflegesöhnchen der Familie B r o s z e i t einen Reißbrettstift in den Mund. Der Stift blieb im Halse stecken und ver­ursachte eine Blutvergiftung, der das Kind im Krankenhaus erlag.

»Zeugen Jehovas" vor dem Sondergericht.

Bor dem Sondergericht in Mannheim standen sechs Angeklagte, drei männliche, drei weibliche, die in der Bodenseegegend alsZeugen Jehovas" für die Ziele der als staatsfeindlich verbotenen Ernsten B.i b e l f o r s ch e r" durch Verkauf der Bibel und Verbreitung von religiösen Propaganda- Schriften wirkten, die von der Zentrale in Bern ausgegeben werden. Frau Anne Luise Meißner aus Münster wurde beim Schmuggeln der Schrif­ten bei Konstanz ertappt. Das Gericht verurteilte Hermann Dreher aus Sigmaringen und Johann Peter Jünker aus Konstanz zu je acht Monaten, Anna Luise H o f m a i e r aus Konstanz zu vier Monaten (schon einmal einschlägig vorbestraft), die Angeklagte Meißner zu zehn Monaten, Ludwig Eugen Schwab aus Dossenheim zu vier Monaten und Luise Wilderer aus Altenbeuren zu sechs Monaten Gefängnis.

Hinrichtung eines Mörders.

Am 29. d. M. ist der 1902 geborene Anton Landstorfer in Regensburg hingerichtet worden, der am 23. Dezember 1935 vom Schwur­gericht in Regensburg wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehren- rechte verurteilt worden war. Landstorfer, ein schwer vorbestrafter gefährlicher Gewohnheitsver- brecher, gehörte vom Herbst 1932 bis Januar 1935 einer Derbrecherbande an, die durch die Verübung von 16 Brandstiftungen und mehr als 100 Ein­bruchsdiebstählen die Bevölkerung in einem Teil des Bayerischen Waldes in Angst und Schrecken versetzte. In der Reihe dieser Verbrechen hatte er am 26. März 1935 den 17'/- Jahre alten Hilfs- knecht Eduard Santl aus Roßvaidmühle er- mordet.

Vierköpfige Familie durch Pilze vergiftet.

Leider |.. ------------------- - , .

los unserer Volkswirtschaft zugute kommen mußten,

Heiligung mi is hatte Kr!

ler-Platz zur Aufstellung gelangen. Aus diesem Grunde soll die Diehwaage beseitigt und an einer anderen Stelle zum Einbau gebracht werden. Der Kostenooranschlag für das neuzuschaffende Ehren­mal sieht eine Summe von 2700 Mark vor. Die Hoffnung aller unmittelbar an den Vorarbeiten Beteiligten zielt dahin, daß sich die Ortseinwohner rege unterstützend beteiligen.

Kreis Wetzlar.

0 Wißmar, 29. Juli. Der Haushalts­plan unserer Gemeinde, die 2034 Einwohner zählt, schließt für das Rechnungsjahr 1936 im ordent­lichen Haushalt in Einnahme und Ausgabe mit 132411,91 RM. und im außerordentlichen Haushalt in Einnahme und Ausgabe mit 26 950 RM. ab. Die Steuersätze für die Gemeindesteuern sind wie folgt festgesetzt: Grundvermögensteuer I 400 v. H., Grundvermögensteuer II 350 v. H., Ge­werbeertragssteuer 400 v. H., Gewerbekapitalsteuer 400 v. H. des staatlich veranlagten Grundbetrages, Bürgersteuer 500 v. H. des Reichssatzes. Für die Anlage eines Schulgartens sind 500 RM. im Haus­haltsplan eingestellt. Die F ü r s o r g e k o st e n sind von 34000 RM. auf 18000 R M. zurück-

Das Weinland Hessen-Nassau.

Vorbereitungen für das »Fest der deutschen Traube und des Weines 1936*.

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In vorbWer meradj^// egerb-endes 193d m en. (fr ^enroth-^käth' )wG, Me d» 5 mMrtzültig & das für das >undesfchie> erem neu erbau- ie Kameradfchaj- 5 und Ober- und nach Beginn des üfe durchgeW desführer W.

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Gpiridon Louys in Berlin eingetroffen.

Am Mittwoch traf kurz vor Mitternacht mit dem Zuge aus Athen der Sieger des Marathonlaufes bei den ersten Olympischen Spielen im Jahre 1896, Spiridon Louys, in Berlin ein. Auf dem Bahnhof hatten sich zu seiner Begrüßung Majot Dr. Kriekoukis von der griechischen Gesandtschaft und Hauptmann Reichardt vom Organisationskomr- tee eingefunden. Louys überbringt einen Oelzweig aus dem Heimatland der Olympischen Spiele, den er am Tage der Eröffnung dem Führer überreichen wird.

Der Führer spendet 300 000 Reichsmark für die Unwelkergefchädigten in Oberbayern.

Der F ü h r e r und Reichskanzler hat angeordnet, daß zur Linderung der durch das katastrophale Unwetter in Oberbayern entstandenen außerordentlich hohen Schäden seitens des Reiches ein Betrag von 300 000 RM. zur Verfügung gestellt wird.

LZ.Hindenburg" mit den füdamerikanifchen Olympiagästen in Frankfurt.

Das LuftschiffHindenburg" traf am Mitt­woch gegen 11 Uhr mit den letzte nOlyrnpia- Gästen aus Südamerika in Frankfurt ein.

Graf Zeppelin" auf seiner 7. Südamerikafahrt.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist heute früh 1.10 Uhr unter Führung des Kommandanten von

Va.er! Davon ist niemals die Rede gewesen. Ach hätte auch nie den Gedanken aufkommen Haffen. Die Antje heiraten, ja, das will ich. Das märe mein Glück, das ich vom Leben erhoffe -Aber mir können beide arbeiten, die Antje und ich. Du e uns nichts schenken. Wir wollen es uns ver-

>n. Glaube mir, es wäre auch für dich nur ®on Vorteil, wenn die Antje herkäme. Es fehlt eine Drau im Haufe, wie Mutter eine war.

Möglich", antwortete der Vater kurz.Aber «5 ist nicht die Antje, die uns fehlt Bringe mir isine Bauerntochter, die zu uns paßt, und sie soll mir willkommen fein." ..

Die Antje paßt zu mir, Vater. Du kennst sie Raum..." ., . ,

Näher will ich sie auch nicht kennenlernen.

Dann darfst du sie nicht verurteilen!

Aber ich verurteile sie^nicht! Ich verstehe sie deckst gut. Sie wäre schön dumm, wollte sie dich wieder loslassen. Du bist die beste Partie für iie, das weiß sie natürlich. Durch dich käme sie in unsere Familie! Aber das wird nicht geschehen. Ich werde dafür sorgen und aufpassen, das sage ich loir. Solange ich lebe, bleibt biefe .^ntje

toem Hause. Und ich gedenke noch eine ganze Weile lju leben, mein Herr Sohn!"

Ist das dein letztes Wort, Vater.

In dieser Sache ganz gewiß!" Der Alte stemmte -beide Fäuste auf den Tisch. Die Holzplatte knarrte Er sah seinen Sohn mit unsteten Augen an. Hatte loer nun endlich begriffen? fnnn_

Rudolf TerbrÜgge hatte genug. sprang aufi Die Bewegung war noch hastig, J toittiert gewesen. Aber er nahm sich zusammen. Als er zur Tür ging, geschah. bereits langsam, wie wenn er zu einem gewöhnlichen Gang auf- iljeftanben wäre. Er hatte bereits die Klinke in der Hand, als ihn der Ruf des Vaters zuruckhielt.

Meid' hier, Rudolf. Ich habe noch etwas am beres mit dir zu reden." Hinrich Terbrugge nch-

Unbekannte Fracht

Rom IN von Zrani z. Braun.

dem Verderb anheim. r.

* Ruppertenrod, 27. Juli. Der hiesige 38- Mhrige Arbeiter August D öll erlitt an feiner Ar­beitsstelle bei Harbach durch einen Sturz eine Ge­hirnerschütterung und mußte nach Gießen in ärzt­liche Behandlung gebracht werden.

'" Ruppertenrod, 28. Juli. Wie wir kürz­lich berichteten, beabsichtigt unsere Gemeinde ein Pumpwerk für die zusätzliche Wasserversorgung im Hochsommer zu errichten. Die Arbeit ist bereits begonnen worden. Zu diesem Zwecke mußte der Jahrhunderte alte Herzbrunnen verschwin- Len. An seine Stelle kommt ein vier Meter breiter uunt) acht Meter tiefer Schacht, in dem ein elektri­sches Pumpwerk untergebracht wird.

Kreis Alsfeld.

# Oder-Ohmen, 29. Juli. In unserem Orte Äreten gegenwärtig zahlreiche Fälle von Keuch- chusten bei den Kindern auf. Auch aus mehreren Drten der Umgegend wird das Auftreten dieser Krankheit gemeldet.

Kreis Lauterbach.

§ Lauterbach, 29. Juli. Noch in diesem Jahre üwird die Stadt Lauterbach ein neuzeitliches Wichtspielhaus bekommen. Die beiden Inhaber Les bestehenden Kinounternehmens, derLichtspiele Wauterbach", haben die Genehmigung der zuständi- igen Stelle zu einem Neubau erhalten, der in der Wogelsbergstraße errichtet werden soll. Der Neubau Wird mit modernster Inneneinrichtung versehen Werden. Der Saal des Kino-Theaters wird 12X22 Metn messen. Der Neubau bedeutet für die Stadt Wauterbach einen Fortschritt. Mit der Fertigstellung Les neuen Lichtspielhauses ist für den kommenden Winter zu rechnen.

Preußen.

Wißmar schafft ein Ehrenmal für die Helden des Weltkrieges.

<£ Wißmar, 29. Juli. In nächster Zeit wird nud) in unserer Gemeinde ein Ehrenmal für ±ie im Weltkrieg 1914 bis 1918 gefal­lenen Helden erstehen. Der Gedanke der Er- ! Dichtung eines solchen Ehrenmals wurde zwar un­mittelbar nach Kriegsende häufig laut, die damalige Demeindeverwaltuna jedoch zeigte aber für diese brache wenig Interesse. Lehrer Schnorr, der vom Wandrat Grillo in Wetzlar als Denkmalpfleger für verschiedene Orte unseres Kreises eingesetzt wurde, hat sich nun erneut um den Bau eines Kriegerdenkmals bemüht. Mit Unterstützung des Würgermeisters und der Gemeindevertretung sind mun'auch die Vorarbeiten bis zu einem gewissen Wrade gediehen. Die Platzfrage ist gelöst, Entwürfe Lind Kostenooranschläge liegen vor. Am vergangenen Montag fand nun eine Versammlung statt, an der Llle Vereinsführer des Ortes teilnahmen. Es wurde «in Ausschuß gebildet, der sich um die Finanzie- arung des Projektes zu bemühen haben wird. Man Hofft, daß ein erheblicher Teil der entstehenden Ko- ffsten durch freiwillige Spenden gedeckt werden kann. Mr den fehlenden'Teil gab Bürgermeister Kraus seine Zusage der Gemeinde, die allgemein begrüßt Wurde. Das Denkmal soll am oberen Eingang der Kirche zwischen den beiden Linden am Adolf-Hit-

tete sich auf. Plötzlich schien er verwandelt, lieber sein faltiges Gesicht glitt so etwas wie ein Lächeln. Es schien verschmitzt, als habe er eine Ueberraschung bereit.Vielleicht findet die Sache eine Erledigung, anders als du vermutest. Wir werden beide nicht hierbleiben." Er fuhr sich über die Stirn, als wollte er Ueberlegungen, die Worte werden soll­ten, locker machen.

Rudolf blieb stehen, er drehte sich um und sah seinen Vater an.

Komm hierher, setze dich, damit ich nicht zu schreien brauche. Es geht nur dich und mich an, was wir jetzt sprechen wollen." Sein Gesicht bekam Farbe, die Augen nahmen einen anderen Glanz an. Rudolf stellte verwundert die Veränderung fest, während er seinen alten Platz am Tisch wieder einnahm.

Hinrich TerbrÜgge verzog den Mund zu seinem so seltenen Lächeln. Auch er setzte sich. Er zog den Stuhl dicht an den des Sohnes heran.

Ist es dir möglich, einmal einen anderen Ge­danken in deinen Kopf einzulassen als solchen, in dem die Antje die Hauptrolle spiell?" Er legte ihm die Hand auf die Schulter. Wahrscheinlich empfand er die Gebärde als eine Versöhnung, zu­mindest als ein Beiseiteschieben der Dinge, die Vater und Sohn trennten.

Rudolf sah ihn an. Er spürte, daß seine Ant­wort hier gar nicht erwartet wurde. So machte er nur eine Bewegung, die den Vater zum Reden auf­forderte. , .,,

Hinrich TerbrÜgge hatte sich vorher nicht über­legt, wie er das, was er Vorbringen wollte, feinem Sohn sagen würde. So fing er mit einem Umweg an.Kennst du den Händler Pferdeberger?"

3a. Er wohnt in Steele, nicht wahr? Mir ist, als hätte ich ihn neulich auf unserm Hof gesehen.

Der Alte nickte.Er war hier. Ein kluger, erfah­rener Mann. Ein Landsmann. Sein Vater ist nut deinem Großvater ausgewachsen."

Er hat keinen Hof mehr?"

Der Pferdeberger? Nein. Der war klüger als wir und hat rechtzeitig verkauft. Sein Hof lag auch günstiger. Näher an Steele heran, wo sie das Del gefunden hatten. Ich weiß nicht, kann es nicht be­haupten, aber man sagt, imKrug" erzählten sie er habe ein bißchen nachgeholfen. Du verstehst?

Schiller zu feiner siebenten diesjährigen Süd­amerikafahrt nach Rio de Janeiro gestartet. Unter den 20 Fahrgästen sind außer Deutschen acht Na­tionen vertreten. Das Luftschiff hat 250 Kilogramm Post und 700 Kilogramm Fracht an Bord. Kapi­tän von Schiller wird direkten Kurs Rhonetal Mittelmeer nehmen.

Oberst Llndbergh

besucht die Reichssegelflugfchule Rhinow.

Oberst Lindbergh besuchte mit seiner Frau die Reichssegelflugschule Rhinow des Reichsluft­sportführers. In seiner Begleitung befand sich der amerikanische Heeresluftsahrtattache Kapitän K ö - n i g. Die Gäste wurden vom Luftsportführer Oberst M a h n ck e empfangen. Nach einem Rundgang durch Werkstätten und über das Segelfluggelände besichtigte Oberst Lindbergh den Flugdienst. Segel- flugstarts von den verschiedenen Hängen, die bei jeder Windrichtung Flugbetrieb ermöglichen, wur­den vorgeführt. Oberst Lindbergh sprach sich über das Gesehene äußerst anerkennend aus und setzte sich sodann selbst in den Führersitz eines Rhön- Sperbers, um einen ausgezeichnet gelungenen Flug durchzusühren. Nach der Besichtigung sprach der Schulleiter Kyser Gedenkworte für Otto Lilien­thal, der auf diesem Gelände seine ersten Gleit­flüge ausführte und hier gerade jetzt vor 40 Jahren, am 9. August 1896, den Fliegertod starb.

iletzung davon. , , __

L Aus dem oberen Ohmtal, 28. Juli. Mne so reiche Himbeer er nte wie in diesem Hahre war lange nicht vorhanden. Ob im Wald «oder an den Hecken im Feld, überall hangen die sioten Beeren in Massen und können der Derwer- tiung nicht zur Hälfte zugeführt werden, da die ----' für Zuckerbeschaffung bald Einhalt gebieten, fallen somit viele Beeren, die eigentlich rest-

tei zad&n KutdtcUaac. - ist es richtig und wichtig, nicht allein für Sauberkeit zu sorgen, sondern auch für die Gesundheit und Kräftigung des Haares. , , r .

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Die Familie Ferdinand Eberhard in Bacha- rach mittags Pilze, die felbft gesam­melt worden waren. Bei allen Familienangehöri- gen den Eltern, einer erwachsenen Tochter und einem schulpflichtigen Jungen stellte sich wenig später Unwohlsein ein. Es wurden Vergif- tungserscheinungen durch Pilze festgestellt. Der Zustand der Erkrankten, die ins Krankenhaus nach Dingen gebracht wurden, ist sehr ernst. Es muß in diesem Zusammenhang wieder davor ge- warnt werden, ohne Sachkenntnis Pilze im Walde zu sammeln. Ferner ist darauf zu achten, daß an sich nicht giftige Pilze schnell verderben können, wenn sie vor der Zubereitung zu lange aufbewahrt werden.

Metzgerei wegen Schwarzfchlachlnng polizeilich geschloffen.

Durch Verfügung des Oberbürgermeisters wurde in Pirmasens eine Metzgerei vorläufig auf die Dauer von acht Tagen polizeilich geschlos­sen, da der Besitzer schwarz eingeführtes Vieh ge« schlachtet und zum Verkauf gebracht hatte. In einem Falle handelte es sich um ein krankheitsver- dächtiges Stück Rindvieh, das, ohne daß es der ge- schlichen Nachbeschau unterzogen wurde, an die Kundschaft abgesetzt wurde.

an.Laß die Hände von solchen Geschäften, Vater. Was gewinnst du bei dem Verkauf? Du mußt in einer fremden Gegend einen fremden Hof wieder kaufen. Du ernährst nur die Makler, diese Stadt­menschen, die am Telephon ihr Geld verdienen. Ein neuer Hof ist immer ein Wagnis. Wer ver­kauft heute seinen Hof, wenn er das trägt und bringt, was er soll? Du wirst nahezu mit, Ge­wißheit ein schlechtes Geschäft dabei machen!"

Aber ich will doch keinen andern Hof kaufen, Junge!"

Nicht? Ja, Vater..."

Zum Donnerwetter, bin ich nicht alt genug? Habe ich mich nicht lange genug abgerackert, um jetzt ein paar Jahre Ruhe noch verdient zu haben? Ich will in die Stadt ziehen, nach Hannover oder nach Hamburg. Pferdeberger wohnt in Bremen, vielleicht ziehe ich nach Bremen. Ich will noch etwas von meinem Leben haben."

Rudolf TerbrÜgge war wie vor den Kopf ge­schlagen. Schließlich stotterte er:Ja, in die Stadt, Vater... Das Leben in der Stadt ist nicht unser Leben. Wir lind Bauern. Was sollen wir in der Stadt?"

Du brauchst nicht mit. Du bist jung.

Ich dachte gar nicht an mich, Vater."

Du meinst, du kommst zu kurz, wenn der Alte den Hof verkauft? Ich zahle dir dein Erbteil aus. Und den Rest werde ich nicht alle machen, fei ohne Sorge!"

Vater, rede bitte nicht so. Ich denke an dich, wenn ich abrate von diesem in allem so grund­legenden Wechsel. Deine Lebensführung bekäme einen so gewaltigen Knick, daß ich fürchte, du bist nicht mehr in der Lage, in deinem Alter dich um­zustellen."

Hinrich TerbrÜgge lachte auf. Es klang bitter. Zu alt! Immer dasselbe Lied! Ich sollte mich wahrscheinlich lieber gleich beerdigen lassen, damit du tiefer Luft holen kannst!"

Die Luft machst du mir ja nicht streitig."

Aber du mirr

Sie standen beide auf. Es war die Sekunde, da es aller Wahrscheinlichkeit nach zu einem Bruch gekommen wäre, der bei ihrer Veranlagung nie wieder zu heilen gewesen fein würde. Aber ba pochte jemand draußen auf dem Hof gegen Die Fensterscheibe. Fortsetzung folgt.

zig geschlossenes Weinbaugebiet als wichtiges Teilgebiet der gesamten rhein-mainischen Wirtschaft. Damit umfaßt die Landesbauernschaft Hessen-Nassau das größte Weinbaugebiet Deutsch­lands. Die Not der Winzer zwingt hier wie in anderen Gauen dazu, ernsthafte Maßnahmen zu erwägen, die den Weinabsatz zu heben vermögen. Dieses Problem kann nur aus großen, allgemeinen Gesichtspunkten heraus gelöst werden. Das schließt nicht aus, daß die einzelnen Weinbaugebiete für ihre Erzeugnisse werben, aber es darf nicht so sein, daß eins alleine für sich in Anspruch nimmt, den besten Wein zu erzeugen, lieber allen Besonder­heiten muß das Bewußtsein stehen, daß der W i n - zerstand ein wertvolles Glied des deutschen Bauerntums und des deut­schen Volkes ist. Aus einer tatkräftigen Wer­bung hält der Landesbauernführer eine einheitliche, allgemeine Weinkontrolle über das ganze Reich für notwendig. Dann erst kann auch eine Qualitäts­steigerung den Erfolg eines erhöhten Absatzes haben. Es bedarf weiter einer großen Erziehungsarbeit, dem Weingenuß bwi Nimbus des Luxus restlos zu nehmen.

Anschließend sprach der Abteilungsleiter für

Marktaufklärung und Absatzwerbuna im Reichs­nährstand Dr. Schweikart über die Probleme, vor die die Aufklärungsarbeit in den nächsten Ta­gen gestellt sein wird.

gegangen. Für die Unterhaltung der Gemeinde­waage sind im ordentlichen Haushalt 2000 RM. bereitgestellt. Das Steueraufkommen beträgt: Grund­vermögensteuer I 10 000 RM., Grundvsrmögen- fteuer II 13 500 RM., Gewerbeertragssteuer 1000 RM., Gewerbekapitalsteuer 80 RM., Bürgersteuer 3500 RM. Im außerordentlichen Haushaltsplan sind vorgesehen: für den Ausbau von Wirt­schaf t s w e g e n (Notstandsmaßnahmen) 10 950 RM., für Ausführung von Wiesenverbesse­rungsarbeiten im Wißmarbachtal (Not­standsmaßnahmen) 1000 RM. und für den Neu­bau eines F e u e r w e h r - G e r ä t e h a u f e s 6000 RM.

> Frankenbach, 29. Juli. Der Haus­haltsplan unserer Gemeinde für das Rj. 1936 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 53 902,60 Reichsmark ab. Die Steuersätze für die Gemeinde­steuern sind wie folgt festgesetzt: Grundvermögen­steuer I 260 v. H., Grundvermögensteuer II 260 d. H., Gewerbeertragsteuer 500 v. H., Gewerbe­kapitalsteuer 1000 v. H. des staatlich veranlagten Grundbetrages, Bürgersteuer 500 v. H. des Reichs­satzes.

NSG. Die Verantwortlichen für Marktaufklärung und Absatzwerbung, die Hauptschriftleiter der Reichs­nährstandspresse aus dem ganzen Reich und die Bearbeiter dieser Sachgebiete bei den Hauptvereini- aungen, die. auch die Werbung und die pressemäßige Voroereitung desFestes der deutschen Traube und des Weines" durchführen, befinden sich zur Zeit auf einer Rundreise durch die deutschen Wem- baugebiete. Damit wird gleichzeitig eine Reichs- schulung über Marktaufklärung verbunden.

Die Fahrt führte am gestrigen Mittwoch und führt am heutigen Donnerstag durch die Weinbau­gebiete der Landesbauernschaft Hessen- Nassau. Nach einer kurzen Rast in der Winzer­schule Eltville nahm Kloster Eb erb ach die Teilnehmer in seiner idyllischen Ruhe auf. Dort begrüßte Landesbauernführer Dr. Wagner im Namen des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger, sowie im Namen des hessen- nassauischen Landvolkes die Gäste. An dieser histo­rischen Stätte, deren jahrhunderte alte Tradition im Weinbau noch Bauwerke aus karolingischer Zeit beweisen, fei recht der Ort, d e r Menschen zu gedenken, die aus diesem Land ein blühendes Wein­baugebiet geschaffen haben, schon bevor die Römer an den Rhein zogen. Heute wächst hier ein Wein, der zu den deutschen Spitzengewächsen gehört.

Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau kennt heute keine verschiedenen Weinbaugebiete mehr mit ver­schiedenen Interessen, sondern nur noch ein ein»

Nein", gestand Rudolf begriffsstutzig.

Der Vater schüttelte den Kops. Es war nicht ge­wiß, wem die Mißbilligung galt.Die Gesellschaft, die die Höfe kaufte, um dort zu bohren, mußte einen Anhalt haben, daß dort ein Ölvorkommen wahrscheinlich war. Man erzählte mir, der Pferde­berger habe sich das etliche Fässer Petroleum kosten lassen. Sein Brunnen war plötzlich verdorben, das Grundwasser enthielt Petroleum. Begreifst du jetzt?"

Natürlich. Aber man hat doch dann wirklich Del auf seinem Grund und Boden gefunden?"

Gewiß, wenn es nicht das Del war, das er sich noch vorher verschafft hatte... Aber man weiß da nichts Genaues, Rudolf, verbrenne dir nicht den Schnabel daran. Vielleicht haben sie nachher tat­sächlich Del gefunden, und Pferdeberger hat nur das Schicksal ein bißchen zurechtgebogen." Er lachte dröhnend.

Und deshalb dachtest du, wir hätten auch ver­kaufen sollen, Vater?"

Deshalb nicht. Die Sache liegt anders. Pferde­berger war bei mir. Ich will es dir offen gestehen. Er hat mir einen glatten, schönen Vorschlag gemacht. Die Petroleumvorkommnisse in Wietze und Steele scheinen ganz gut zu fein. Die Bohrgesellschaften sind wild darauf, neues, weiteres Land in unserer Ge­gend in ihre Hände zu bringen. Ein Fachmann hat ihnen berechnet, daß die Petroleumader etwa durch unsere Gehöfte hier laufen muß. Der Pferdeberger machte mir einen Verkaufsvorschlag, ein rundes Angebot, Rudolf. Wir hätten ausgeforat."

Wie kommt der Pferdeberger dazu?'

Er ist ein geschickter Mann. Nachdem er ver­kauft hatte, wußte er sich der Gesellschaft unent­behrlich zu machen. Er kannte diese Gegend, diese Landschaft. Er riet den Leuten gut. Heute ist er ihr Vertrauensmann beim Ankauf der Güter."

Natürlich nicht umsonst. Das sähe dem Pserde- berger nicht ähnlich. Er wird daran verdienen.

Der Alte nickte.Sicherlich verdient er dabei. Aber nicht an uns, die wir verkaufen, sondern an der Gesellschaft."

Das sagt er."

Gesagt hat er das nicht. Aber es ist doch ein­leuchtend." .,

Die Gesellschaft wird wissen, wesha b er ÜK un­entbehrlich ist." Rudolf Terbrugge lehnte sich zu­rück. Er sah seinen Vater groß und emdnnglich

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lhinweg, in weitem Bogen auf die Straße. Er erlitt Labei erhebliche wenn auch nicht lebensgefährliche iVerletzungen.

Kreis Alsfeld.

!" Ruppertenrod, 29. Juli. Oberhalb mnferes Dorfes, auf der Straße nach Ober-Ohmen, »ereignete sich ein Unfall. Ein Fuhrwerk aus .Troß-Eichen, das Baumaterial holen sollte, fiel, machdem eine der beiden Zugkühe auf der regen­massen Teerdecke ausgeglitten und gestürzt war, um. Das andere Tier wurde dadurch scheu und rannte iquer über die Straße. Der Wagen stürzte dann die »etwa drei Meter hohe Böschung hinab und über- ischlug sich Ein Mädchen, das auf dem Wagen saß, «kam dabei unter den Wagen zu liegen und konnte mur mühsam befreit werden. Glücklicherweise und iroie durch ein Wunder kam es ohne jegliche Ver-