Großfeuer im Sägewerk Villingen.
bleiben. Der Obermeister führte den Innungsmitgliedern die Verantwortlichkeit der Lehrlingsausbildung vor Augen und betonte, daß es eine Ehren- pflicht eines jeden Handwerksmeisters fei, heute, mehr -knn je, die ihm anoertraute Jugend zu tüchtigen Handwerkern heranzubilden. Die deutsche Jugend müsse mehr lernen als die Jugend anderer Länder, denn nur durch Tüchtigkeit im erwählten Berufe werde man Helfer am Aufbau unseres Vaterlandes. Wer heute nicht die im Berufe benötigten Kenntnisse besitze, wird niemals Meister des Kraftsahrzeughandwerks werden können, denn, so führte der Redner aus, man wisse aus dem eigenen Berufsleben zur Genüge, daß mit der Praxis engstens die Theorie verbunden sei.
Die Jahreshauptversammlung gab einen überzeugenden Eindruck von der erfolgreichen vielseitigen Arbeit der Innung und dem in ihr herrschenden kameradschaftlichen Geist. Demgemäß sprachen auch die Handwerkskameraden e i n st i mm i g ihrem Obermeister, Ernst A ß m a n n , ihr volles Vertrauen aus, nachdem der inzwischen erschienene Kreishandwerksmeister Stüh l er in bekannter Weise zur Vertrauensfrage grundsätzlich Stellung genommen hatte.
Obermeister Aßmann, der während der Stellung der Vertrauensfrage den Saal verlassen hatte, wurde beim Wiedereintritt von den Anwesenden mit Beifall begrüßt. Er dankte für das ihm ent- aegengebrachte Vertrauen und versprach, wie seither, stets mit ganzer Kraft sich einzusetzen zum Wohle des Krastfahrzeughandwerks. Als Bezirks- innungsmeister für Hessen und Hessen-Nassau stehe er in Zweifelsfällen jederzeit den Handwerkskameraden mit Rat und Tat zur Verfügung.
Die inzwischen für Gießen und den Kreis Friedberg fertiggestellten Tarifordnungen wurden den Mitgliedern ausgegeben. In der anschließenden Aussprache beteiligten sich die Innungsmitglieder rege und manche Frage wurde von dem Obermeister geklärt.
Obermeister Aßmann schloß die harmonisch verlaufene Jahreshauptversammlung mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer und Förderer der Motorisierung Deutschlands und auf den Reichshandwerksmeister.
Die nächste Schweinezwischenählung im September.
ZdR. Die nächste Schweinezwischenzählung wird, wie bereits in den letzten Jahren, am 4. September 1936 durchgeführt werden. In Verbindung mit dieser Erhebung sollen die nicht beschaupflichtigen Hausschlachtungen von Schweinen, Bullen, Ochsen, Kühen, Iungrindern und Kälbern, Schafen und Ziegen in jedem der drei Monate Juni, Juli und August erfaßt werden. Außerdem wird die Anzahl der in den Monaten Juni, Juli und August geborenen Kälber festgestellt.
Gießener Ivochenmarklpreije.
* Gießen, 30. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasse A 13, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, ungezeichnete 10, Wirsing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 15 bis 20, gelb 15 bis 20, Erbsen 15 bis 20, Tomaten 30 bis 35, Zwiebeln 10 bis 12, Pilze 20 bis 30, Kartoffeln, neue, % kg 6 bis 7 Pf., 50 kg 5 bis 6 Mark, Frühäpfel, % kg 25 bis 35 Pf., Falläpfel 7 bis 8, ausländische Aepfel 70, Birnen 20 bis 50, Kirschen 30 bis 35, Pflaumen 40 bis 45, Zwetschen 30, Mirabellen 35 bis 45, Pfirsiche 40 bis 50, Brombeeren 35, Heidelbeeren 35, Stachelbeeren 10 bis 18, Johannisbeeren 10 bis 18 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 70, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 35, Einmach- gurken 1% bis 5, Oberkohlrabi 4 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 10, Himbeeren, % kg 25 bis 30 Pf.
** D i e Kameradschaft der Freikorpskämpfer im Reichs-Kyffhäuserbund hielt am Mittwochabend bei Kamerad Greilich im „Löwen", Neuenweg, den zweiten Kameradschaftsabend ab. Kameradschaftsführer Paul Euler ging noch einmal auf die Neuordnung der Organisation der Freikorpskämpfer ein und führte u. a. aus, daß die Freikorpskämpfer es dem Manne, der sie als die ersten Kämpfer des neuen Reiches und die letzten Soldaten des Weltkrieges genannt hat, verdanken, daß sie jetzt als selbständige Kameradschaft in der Dachorganisation des Kyffhäuser-Burrdes bestehen. Er gab eingehende Aufklärung über das Wesen der neuen Kameradschaft, die im Zuge der Vereinheitlichung Anschluß an den Reichs-Kysf- Häuser-Bund gefunden hat. Kamerad Weißen- stein, der stellvertretende Kameradschaftsführer, ging dann auf die Einzelheiten der Organisation ein, die im Zusammenwirken mit der Kreisleitung der NSDAP, aufgebaut wird. Durch die von der Reichsregierung zugesagte spätere Aushändigung des besonderen Abzeichens sei ihnen die Anerkennung ihrer Opfer sicher. Nach einem Ueberblick über den Gang der bisherigen Organisation kennzeichnete Kamerad Weißenstein die neuen Aufgaben und sprach die Erwartung aus, daß die Freikorpskämpfer wie damals auch jetzt wieder die Ersten sein werden, um dem Volke und dem Staate zu dienen, für den sie einstmals gestritten haben. Der Schieß- wart Kamerad Gondner gab dann die Richtlinien für die nächsten Schießübungen bekannt. Der Kameradschaftsführer setzte den jeweils ersten Mittwoch im Monat als Kameradschaftsabend fest. Mit dem Treuegruß an den Führer wurde der Abend durch Kamerad Euler beschlossen.
** Straßensperre. Wegen Ausführung von Straßenbauarbeiten ist die Landstraße Heuchelheim — Atzbach (bis Landesgrenze) mit sofortiger Wirkung für jeglichenVerkehr aesperrt worden. Die Umleitung erfolgt über Kinzenbach.
OerVolksgerichtshof tagten Darmstadt
Lpd. Darmstadt, 29. Juli. Am Mittwoch, 26. August, um 9 Uhr, und an den folgenden Tagen findet, wie die Justizpressestelle Darmstadt mitteilt, vor dem 2. Senat des Volksgerichtshofs Berlin im Londgerichtsgebäude zu Darmstadt gegen den 40 Jahre alten Friedrich L. aus Ludwigshafen und sechs andere Angeklagte die Hauptverhandlung wegen Vorbereitung zum Hochverrat statt. Die Angeklagten sind ehemalige Funktionäre und Mitglieder der nach der Machtübernahme aufgelösten und verbotenen anarchistischen Gewerkschaftsorganisation „F. A. U. D." (Freie Arbeiterunion Deutschlands). Sie haben in der Zeit von 1933 bis 1935 in Mannheim, Ludwigshafen, Offenbach, Darmstadt, Frankfurt a. M. und auch im Ausland versucht, die Ziele ihrer illegalen Organisation durchzusetzen.
* villingen, 30. Juli. In der vergangenen Nacht wurde die Einwohnerschaft unseres Ortes um die Mitternachtsstunde aus dem Schlafe gestört. Im Sägewerk Trapp war auf bisher noch ungeklärte weife Feuer ausgebrochen. Die Flammen fanden reiche Nahrung. Sowohl das Maschinenhaus, wie auch die ältere Sägehalle fielen den Flammen bis auf die Grundmauern zum Opfer. Die Dampfmaschine. Hobelmaschinen. Schärfmaschinen und verschiedene Holzbearbeitungsgeräte wurden zerstört.
Zur Bekämpfung des Brandes erschien sofort die Pflichtfeuerwehr von villingen an der Brandstätte, die Freiwillige Feuerwehr von Nonnenroth traf auch bald ein. die Einwohnerschaft Villingens half mit. und in gemeinsamer Arbeit wurde das Feuer bekämpft. Da das Feuer aber mehr und mehr und trotz eifriger Bemühungen der heimischen Wehren den Charakter eines Grohfeuers anzunehmen drohte, wurde bald nach Mitternacht die Hilfe der kreis- motorfprihe Gießen herbeigerufen. Bereits 15 Minuten vor 1 Uhr konnte die kreismotorsprihe mit einem Teil der Gießener Verufsfeuerwehr die Fahrt nach Villingen antreten. Zwanzig Minuten nach 1 Uhr erschien die kreismotorsprihe am Brandplah.
Sofort wurde mit der Maschine die Brandbe-
LPD. Seligenstadt. 29. Iuli. Das heftige Gewitter, das am Mittwochnachmittag über dem Rhein-Main-Gebiet niederging, hatte neben zum Teil schweren Schäden auf den Feldern und in den Gärten drei Todesopfer zur Folge.
Unweit Seligenstadt werden gegenwärtig auf den wiesen Meliorationsarbeiten ausgeführt, an denen 20 Arbeiter beteiligt sind. Als das Gewitter losbrach. suchten vier von ihnen, die am Waldesrand arbeiteten. Schuh unter einem Erlenbaum. Ihre Kameraden, die etwa 400 Meter von ihnen entfernt beschäftigt waren, hörten plötzlich gegen 13.15 Uhr laute Hilferufe. Als sie herbeieilten, muhten sie feststellen, daß drei ihrer Arbeitskameraden unter dem Erlenbaum vom Blitz getroffen und auf der Stelle getötet worden waren. Der vierte. Hermann Welpe aus Seligenstadt, war vollständig gelähmt und wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht.
kämpfung ausgenommen. Ununterbrochen, zwei Stunden lang, hatte die Kreismotorsprihe wasser zu geben. Die Leitung der Brandbekämpfung übernahm Brandinspektor Lenz (Gießen) in Vertretung des gegenwärtig in Urlaub befindlichen Kreis- feuerwehrinfpektors Bouffier. Bald nach dem Eintreffen der Kreismotorsprihe kam auch eine Motorspritze aus Hungen an und beteiligte sich tat- kräftig an der Bekämpfung des Schadenfeuers.
In gemeinsamer Arbeit und unter ständiger starker Wassergabe konnte das Feuer auf seinen Herd beschränkt und die brennenden Holzstapel abgelöscht werden. Gleichzeitig hatten die Feuerwehren ihre ganze Aufmerksamkeit darauf zu richten. daß die wertvolle, mit vielen Maschinen aus- geftatfete, mit viel Holz angefüllte neue Säge- Halle gerettet werden konnte. Als ein glücklicher Umstand war es zu betrachten, daß der wind günstig stand und fo die neue Halle erhalten blieb.
Der entstandene Schaden ist beträchtlich, wenngleich der Sägewerksbefiher feine Anlagen versichert hat. so ist doch ein erheblicher vertust an deutschem Volksvermügen zu beklagen. Die Gießener Kreismotorsprihe rückte gegen 5 Uhr heute morgen wieder in Gießen ein.
Bei den Toten handelt es sich um die Arbeiter Kilian Müller. Peter wesch und Iosef Höfling. alle aus Seligenstadt. Das Unglück ist um so größer, als es sich hier um junge Familienväter handelt, die neben ihren Frauen kleine und unmündige Kinder zurücklassen.
Schwere Gewitter über dem Maingau.
LPD. Frankfurt a. M., 29. Juli. Frankfurt a. Main und der Maingau lagen am Mittwoch mehrere Stunden lang im Bereich einer ausgedehnten Gewitterfront, die bei schweren elektrischen Entladungen stellenweise wolkenbruchartigen Regen brachte, so daß die Kanalisationen die Wassermassen zum Teil nicht abführen konnten. Die ursprünglich von Ost nach West ziehenden Gewitter kamen dann erneut aus Nordwesten, wobei auch Niederschläge in Gestalt von Hagel beobachtet wurden.
Fertigstellung des Leichenhauses soll auch durch Rohrlegung für eine bessere Abführung des Wassers aus dem Felde und der Anlieger an der Friedhof, straße gesorgt werden.
* Allendorf a. d. Lumda, 30. Juli. Nach einer Polizeiverordnung, die sofort in Kraft getreten ist, ist der Verbindungsweg Allendorf a. d. Lumda — Allertshausen, soweit er in der Gemarkung Allendorf a. d. Lumda liegt, für Lastkraftfahrzeuge jeder Art gesperrt. Zuwider. Handlungen werden bestraft.
* Großen-Linden, 30. Juli. Nach einer neuen Polizeiverordnung über den Straßenverkehr in unserer Gemeinde, die sofort in Kraft getreten ist, ist die Bahnhofstraße zwischen Moltkestraße und Obergasse in der Fahrtrichtung Bahnhof—Frankfurter Straße für Kraftfahrzeuge jeder Art und Fahrräder ge. sperrt; ferner zwischen Obergasse und Frankfurter Straße in der Fahrtrichtung Bahnhof—Frankfurter Straße für jeden Fährverkehr gesperrt. Zuwi- derhandlungen gegen diese Vorschrift sind mit Geld- oder Haftstrafe bedroht.
"Y" Watzenborn-Steinberg, 27. Juli. Gestern nachmittag wurde die hiesige Freiwillige Feuerwehr zu einer Zusammenkunft in den Sitzungssaal der Gemeindeverwaltung einberufen. Kommandant Karl S ch m a n d t verlas die neugeschaffenen Satzungen, die einstimmig gutgeheißen wurden. Der Kommandant sowie Kamerad Bürgermeister Schäfer gaben einige Rundschreiben be- kannt, u. a. auch, daß die hiesige Wehr als eine öffentliche Körperschaft anerkannt sei. Weiter wurde beschlossen, das Jubiläumsfest der Freiwilligen Feuer, wehr Lollar am kommenden Sonntag zu besuchen.
"Y Watzenborn-Steinberg, 28. Juli. Ortsbauernführer Heinrich Schäfer I. hatte die Bauern und Landwirte zu einer Versammlung im Saale „Zum grünen Baum" eingeladen. Der Ortsbauernführer gab Erläuterungen über das Kontingent für unsere diesjährige Ernte und wies nach Verteilung der Marken darauf hin, daß jeder Landwirt feine Lieferung nach Möglichkeit erfüllen müsse. Weiter teilte er mit, daß die Verteilung des fiskalischen Geländes geregelt sei. Daß es noch Landwirte gebe, die Ansprüche auf das Pachtgelände machen, aber mit jedem Juden Geschäfte tätigen, sei höchst bedauerlich. Nach Bekanntgabe verschiedener Anordnungen machte Bürgermeister Schäfer in seinem Schlußwort wichtige Ausführungen über Gemeindeangelegercheiten und schloß nach einer regen Aussprache die Versammlung.
oo Eberstadt, 27. Juli. Aus dem hiesigen neuen Schießstand fand gestern das Kyffhäuser- W e tt schießen der Kriegerkameradschaften Eber- stad t und Holzheim statt. Die Beteiligung war sehr gut. Die Leitung des Schießens hatte Kreis- unterschießwart Schäfer (Dorf-Gill). Nachdem der zur allgemeinen Freude erschienene Landesführer Generalleutnant a. D. Fett (Frankfurt) den neuen Schießstand eingehend besichtigt hatte, begann das Wettschießen. Es schossen die erste Gruppe 466, die zweite 435 und die dritte Gruppe 416 Ringe. Nach diesem Ergebnis besteht die Mög- lichkeit, daß die beste Gruppe an den Ausscheidungs- kämpfen um den Reinhard-Ehrenpreis und den Wander-Ehrenpreis des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser teilnimmt. In seinem Schlußwort sprach der Landesführer seine Befriedigung über das Schießergebnis aus. Besonders hob er die mustergültige Anlage des neuen Schießstandes hervor.
I Nonnenroth, 28. Juli. In vorbildlicher Gemeinschaftsarbeit hat die Kameradschaft Nonnenroth des Reichskriegerbundes Kyffhäuser sich im Sommer 1935 einen neuen Schieß st and geschaffen. Er ift am. Waldeingang links der Straße Nonnenroth—Roth- ges gelegen. Die Wahl des Platzes sowohl, wie bte schießtechnischen Anlagen können als mustergültig bezeichnet werden. Am Sonntag fand das für das ganze Reichsgebiet angeordnete Bundesfchie- ß e n des Kyffhäuferbundes auf unserem neu erbau- ten Schießstand statt, woran sich die Kameradschaften Nonnenroth, Villingen, Röthges und Ober- und Nieder-Bessingen beteiligten. Kurz nach Beginn des Bundesschießens, das gruppenweise durchgeführt wurde, traf überraschend der Bundesführer Hessen, Se. Exzellenz Generalleutnant Fett, zur Besichtigung auf dem Schießstand ein. Er nahm die Meldung des Kameradschaftsführers Rinker entgegen und ließ sich von ihm Bericht erstatten über den Bau der Anlage und über die Pläne zu ihrer weiteren Ausgestaltung. Vor allem soll durch die Er- richtung einer Schießhalle die Benutzung des Schieß' standes auch bei ungünstiger Witterung ermöglicht werden. Der Bundesführer war aber nicht nur zu einer kurzen Besichtigung erschienen, sondern wohnte auch als Kamerad über die Mittagsstunden hinaus bis zum Schlüsse dem Bundesschießen bei. In einer kurzen Ansprache gab er seiner Freude Ausdruck über die guten Schießergebnisse und den vorzüglichen kameradschaftlichen Geist der vollzählig angetretenen Mannschaft, wobei er dem Eifer gerade der älteren Kameraden und ihrer regen Beteiligung am Schießen seine besondere Anerkennung aussprach. Die Freude auf den alten Soldatengesichtern beim Abschied des Gastes bewies, daß Führung und Gefolgschaft im Reichskriegerbund Kyffhäuser in treuer Kameradschaft, die sich gründet auf gegenseitige menschliche Wertschätzung, allezeit treu zusammenstehen werden.
Kreis Büdingen.
0 Nidda, 27. Juli. Alter Sitte gemäß hatten sich am gestrigen Sonntag die 70jährigen des Kirchspieles Nidda, wozu auch die Gemeinden Bad Salzhausen, Kohden, Michelnau und Unter» Schmitten zählen, zu einem Stelldichein dahier em- gefunden. Von den ursprünglich 56 Schulkameraden waren 26 anwesend, 25 deckt der kühle Rasen, fünf waren aus Gesundheitsrücksichten an der Teilnahme gehindert. Man nahm gemeinsam am Vormittags' gottesdienst teil, in dem Pfarramtskandidat Sturm der Jubilare gedachte, und dem anläßlich der Wiedersehensfeier durch Gesang von Fräulein Martha Ludwig und Streichmusik der Geschwi' [ter Ackermann unter Orgelbegleitung ein besonders feierlicher Charakter verliehen wurde. Am Nachmittag traf man sich mit den Angehörigen im Gasthaus „Zum Karlshof" bei Kaffee und Kuchen, um noch einige gemütliche Stunden zu verbringen.
§ Nidda, 28. Juli. Pielfach klagt man zur Zen über Feld- und Gartendiebstähle. Jnsde' sondere hat man es auf Gemüsepflanzen aller Art, sowie auf Dickwurz abgesehen. Es wurden nunmehr deshalb neben dem ständigen Feldschutzpersonal noch zwei im Ruhestand befindliche Eisenbahnbeamte ehrenamtlich mit dem Feldschutz betraut.
= Wallernhausen, 28. Juli. In diesen Tagen ereignete sich am Dorfeingang auf der stark abschus' figen Niddaer Straße ein Derkehrsunsall. Ein Radfahrer, der Maurer Otto Schad von hier, geriet mit seinem Fahrrad gegen einen Kraftwagen, der eben aus einem Hofe herausfuhr. Schad fuhr gegen einen Kotflügel und flog, über den Kühler
Die erste große Schafbockversteigeruna des Landesverbandes der Schafzüchter in Hessen-Nassau, über die wir bereits in unserer gestrigen Ausgabe berichteten, nahm einen für die Züchter und Käufer gleich befriedigenden Verlauf. Die der Versteigerung vorangegangene Prämiierung zeitigte nach dem von Oberlandwirtschaftsrat Dr. W a g - n e r (Gießen) zur Veranstaltung ausgesuchten und zugelassenen Material oute Erfolge der oberhessischen Schafzucht. Die Vatertiere des hier vorgeführten Deutschen schwarzköpfigen Fleischschafes waren hinsichtlich ihrer Formen und Leistungen, namentlich der Wolleistungen, durchweg zufriedenstellend, so daß von den 74 aufgetriebenen Tieren 20 mit Preisen bedacht werden konnten.
Oie prämiierungeergebniffe:
1. Preise erhielten die Tiere folgender Zuchten: Freiherrl. Riedeselsche Gutsverwaltung, Eisenbach, von der ein Tier bereits die Bronzene Medaille des Reichsoerbandes besitzt, zweimal; Ludwig Schudt, Mittelgründau, von dem ein Tier bereits die Silberne Medaille des Reichsoerbandes besitzt; Lehr- und Versuchsgut Selgenhof; Fürstliche Guts- verwaltuna Lich und Otto Rinn, Utphe.
2. Preise erhielten die Tiere folgender Züchter: Heinrich Wicke, Rudlos; Richard Luh, Lang- Göns; Lehr- und Versuchsgut Selgenhof; Wilhelm Gatzert, Niederkleen; Ludwig Schudt, Mittelgründau, dreimal; Karl Müller III., Lang-Göns.
3. Preise erhielten die Tiere folgender Züchter: Lehr- und Versuchsgut Selgenhof; Karl Dieh- mann, Hochelheim; Fürstliche Gutsoerwaltung Lich, zweimal; Heinrich Bach, Lang-Göns; Freiherrlich Riedeselsche Gutsverwaltung, Eisenbach.
Oie Versteigerung
wurde mit einer kurzen Ansprache des neuen Vorsitzenden des Landesverbandes der Schafzüchter in Hessen-Nassau eröffnet, der dem Landestterzucht- direktor Dr. Schneider von der Landesbauernschaft (Frankfurt a. M.) für sein großes Interesse und für die Förderung der Schafzucht dankte und auch dem Tierzuchtinspektor, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner (Gießen), seine Anerkennung für seine Mühe und die Unterstützung der Bestrebungen aussprach. Er schilderte die schwierige Aufgabe der Prämiierung, deren? sich der Sachverständige für
Erfolgreiche Veranstaltung der oberhessischen Gchafzüchter.
Günstige prämiierungsergebniffe. - Flotter Verlauf der Versteigerung.
Oberheffen.
Zuchthaus für einen rückfälligen Oieb.
LPD. Bad Vilbel, 29. Juli. Das Vilbeler Amtsgericht hatte am Dienstag gegen den Angeklagten Albert Heftrich aus Ober-Eschbach zu verhandeln, der dabei ertappt worden war, als er in einem Metzgerladen in Vilbel eine Wurst st a h l. Bei der polizeilichen Untersuchung wurde festgestellt, daß er auch noch in einer anderen Metzgerei einen Wurstdiebstahl ausgeführt hatte. Heftrich ist wiederholt wegen Eigentumdelikten bestraft worden. Außerdem wurde er vor mehreren Jahren wegen Totschlagoer s u ch s an seiner Frau zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht mußte nun, da Diebstahl im Rückfall vorlag, auf ein Jahr Zuchthaus erkennen. Außerdem wurde H. wegen Bettelei zu sechs Wochen Haft verurteilt. Nach Verbüßung der Strafe erfolgt Ueberweisung in ein Arbeitshaus.
die Schafzucht, Landwirtschaftsrat Dr. Sinnen» kohl (Kassel), unterzogen hat und erinnerte nochmals daran, daß jetzt nur noch Vatertiere zur Auktion zugelassen werden, die einen Abstammungsnachweis vorweisen können. Diese Anordnung ist besonders für Hessen sehr zu begrüßen, weil hier noch ein großes Rassedurcheinander vorherrscht und eine Ausrichtung der Schafzucht auf Leistungs - und Qualitätstiere erforderlich ist.
Es ist auch zum letzten Male, daß Lammböcke also jüngere Tiere, zur Versteigerung zugelassen werden. Aus diesem Grunde und weil nun die Vatertiere nur noch auf dem Wege über die Auktionen erworben werden können, ist es angebracht, daß sich die Gemeinden mit gutem Zuchtmaterial versehen, weil manches Schaf aus ihren Herden auf Grund der neuen Bestimmungen a u s gern e r 31 werden muß.
Tierzucht-Inspektor, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner, Gießen, ergänzte die Ausführungen des Vorredners und gab die Zuschüsse bekannt, die 30 v. H. für jeden im Gebiete der Landesbauernschaft Hessen-Nassau bleibenden Bock und außerdem 25, 20 und 15 Mark für die mit dem 1. bzw. 2. oder mit dem 3. Preise ausgezeichneten Tiere betrugen.
Die von Obersekretär Philipp durchgeführte Versteigerung brachte flotte und gute Gebote. Es waren auch Käufer aus der Marburger Gegend, aus Schlüchtern, Biedenkopf erschienen.
Der größte Teil der Tiere blieb in Oberheffen. Den Spihenpreis von 400 Mark erbrachte ein mit dem 1. Preis ausgeftatteter Schafbock der Freiherrl. Riedefelfchen Gutsverwaltung. Cisen- bach. den die Stadt Hungen erstand.
Die niedrigsten Preise von 100 Mark wurden mehrmals bezahlt. Vorwiegend wurden gute Mittelpreise von 150 bis 190 Mark bezahlt. Der Durchschnittspreis betrug 181,80 Mark.
In Anbetracht dessen, daß sehr viele Lammbücke zur Auktion kamen und der Bestand fast völlig den Besitzer wechselte, war der Verlauf zufriedenstellend. An dem Gesamtumsatz von rund 12 0 0 0 Mark ist auch die wirtschaftliche Bedeutung dieser erfolgreichen Veranstaltung der ober- hessischen Schaszüchter ersichtlich.
Landkreis Gießen.
3 Lollar, 29. Juli. Am vergangenen Sonntag besuchte Brigadeführer Schmidt den SA. - Sturm 2/116 beim Sturmdienst auf dem Staufenberger Sportplatz. Der eine Trupp trieb gerade Sport, die beiden anderen beschäftigten sich mit Schießübungen, Entfernungsschätzen, Anschlagsarten usw., als sich der Brigadeführer den Dienst ansah. In seiner Schlußansprache betonte der Brigadeführer, daß er mit den Leistungen des Sturmes sehr zufrieden sei. Mit der Ermahnung an die SA.- Männer, auch weiterhin als politische Kämpfer des Führers ihre Pflicht zu tun, und mit dem Treuegelöbnis auf den Führer endete der Dienst.
<£ Daubringen, 29. Juli. Mit der gegenwärtigen Errichtung eines Leichenhauses auf dem hiesigen Friedhöfe erfüllt die Gemeindebehörde einen lang gehegten Wunsch vieler Einwohner und ein dringendes Bedürfnis; gleichzeitig wird ein Raum für den Leichenwagen, der auch noch angeschafft werden soll, erstellt. Nach der
Drei Arbeiter vom Blih erschlagen.
Bei Meliorationsarbeiten vom Gewitter überrascht.


