Anschließend wurde noch einmal N o t h zur Frage der Ausschachtung in ein Kreuzverhör Genommen. Der Vorsitzende hielt ihm die Erklärung Weyhers vor, wonach dieser Mitangeklagte ausdrücklich angeordnet haben will, nicht tiefer als 2 Meter unter der untersten Steifenlage auszuschachten. N o t h erwidert darauf: „Solange ich in der Baubesprechung war, ist von einer derartigen Anordnung Weyhers überhaupt nicht die Rede gewesen. Wir hatten uns lediglich zu einigen, nicht tiefer als bisher festgelegt zu gehen. Von einer derartigen zahlenmäßigen Begrenzung ist aber kein Wort gefallen."
Die größte spanische Bierbrauerei von der Belegschaft in Besitz genommen
Madrid, 29. April. (DNB.) Die Arbeiterschaft der größten spanischen Bierbrauerei Aguilar, die aus Protest gegen die nicht nach ihren Wünschen geregelten Personalfragen seit einigen Taaen die Fabrikräume nicht verlassen hat, hat am Mittwoch den gesamten Betrieb selb st in die Hand genommen. Die Brauereiwagen, die die Verteilung innerhalb der Stadt besorgen, fahren unter dem Zeichen UHP (Union der proletarischen Brüder), der Kampfparole der Oktober-Revolutionäre. Die 400 Arbeiter haben einen Ausschuß gebildet, der die Leitung der Fabrik übernommen und den von ihnen aus eigner Machtvollkommenheit enteigneten Unternehmern di? Zahlung einer Rente für Gebäude, Maschinen und die übrigen Einrichtungen sowie einen prozentualen Anteil am Reingewinn in Aussicht gestellt hat. Am Eingang der Fabrik ist ein Schild mit den Worten angebracht: „Bierbrauerei von der Belegschaft in Besitz genommen". Die auf dem Fabrikgelände von der früheren Betriebsleitung angebrachte Aufforderung „Politisieren verboten" ist mit Zetteln „UHP." überklebt.
Oer Träger
des olympischen Feuers.
Der Bürgermeister von Athen auf Besuch in Deutschland.
Der Bürgermeister von Athen Konstantin Kotzias hält sich zur Zeit in Deutschland auf. Ihm ist die ehrenvolle Aufgabe zugefallen, a l s er st er Läufer über die erste Tausendmeter- Strecke die Fackel des olympischen Feuers zu tragen. Er wird also die erste feierliche Handlung ausführen, die am Beginn der olympischen Spiele im Sommer dieses Jahres steht. Wenn er jetzt dem Deutschen Reiche einen Besuch abstattet, so hängt seine Reise unzweifelhaft mit dem großen internationalen sportlichen Ereignis zusammen. Sie ist aber auch der Ausdruck der deutsch-griechischen Freundschaft, die besonders während der Kriegszeit auf eine harte Probe gestellt wurde. Wir wissen, mit welchen Mitteln die Alliierten auf Griechenland drückten, wir wissen auch, daß das griechische Volk während des Krieges trotz der vergiftenden Propaganda des Feindbundes von keinerlei Haßgefühlen uns gegenüber beseelt war. Zwischen Deutschland und Griechenland hat es von jeher herzliche Beziehungen gegeben, sie sind in der Nachkriegszeit aufs neue gefestigt worden. Erst kürzlich konnten bei einem reichsdeutschen Besuch in Athen die Gefühle der Freundschaft weiter vertieft werden. Deutschland ist übrigens für den Bürgermeister Kotzias kein unbekanntes Land. Er hat zwei Jahre in Heidelberg studiert, er hat das deutsche Volk in allen seinen Schichten kennengelernt, er weiß auch, wie stark die Sympathien Deutschlands für die griechische Nation sind.
In Hamburg wurde Bürgermeister Kotzias vom Senat im Rathaus empfangen. Der regierende Bürgermeister Krogmann hieß den griechischen Gast herzlich willkommen. Er wies auf die großen Kulturwerte des alten Griechenland hin, auf die die abendländische Kultur aufgebaut fei. Die Sympathie, die Deutschland für die Kulturwerte Griechenlands hege, beruhe auf ähnlichem Denken und Fühlen. Zum Schluß feiner Ansprache überreichte Bürgermeister Krogmann dem Bürgermeister von Athen ein Exemplar der Bilderhandschrift des Hamburger Stadtrechtes von 1497 als ein Symbol der Verbundenheit Hamburgs mit Athen. Bürgermeister Kotzias überbrachte der Stadt Hamburg einen Olivenzweig von der Akropolis, während er dem regierenden Bürgermeister die Silberne Medaille der Stadt Athen und eine griechische Fahne überreichte. Er schloß mit einem Hoch auf Adolf Hitler, den Schöpfer des neuen Deutschland.
politische Brunnenvergistung zu durchsichtigen Zwecken.
Berlin, 29. April. (DNB.) In den letzten Tagen sind in mehreren ausländischen Zeitungen Meldungen aufgetaucht, die von verstärkten militärischen Vorbereitungen Deutschlands an der österrei- chischen Grenze und im Zusammenhang damit von einer Bedrohung Oesterreichs wissen wollen. Es wurde darin von „einem Einmarsch bewaffneter Legionäre aus Deutschland", von der „Möglichkeit eines neuen Nazi-Ströiches in naher Zukunft", bald nur ganz allgemein von einer „deutschen militärischen Tätigkeit an der österreichischen Grenze" und ähnlichen angeblichen „Beobachtungen" gefabelt.
Es bedarf kaum eines Hinweises, daß es sich bei diesen Meldungen um einen ebenso bösartige n wie plumpen Versuch politischer Brunnenvergistung handelt. Sie kann wiederum als Beweis dafür gelten, daß, während Deutschland es als eine feiner vornehmsten außenpolitischen Aufgaben betrachtet, eine Beruhigung der europäischen politischen Atmosphäre anzustreben und zu schaffen, von anderer Seite in verantwortungslosester Weise der Versuch unternommen wird, Unruhe und Unsicherheit in die europäische Oefsentlichkeit zu tragen.
Wie völlig aus der Luft gegriffen die genannten Lügenmeldungen find, geht übrigens allein schon daraus hervor, daß sie von anderen ausländischen Korrespondenzen, teilweise aber auch von solchen, die diese unwahren Berichte selbst lieferten, nach Ueberprüfung des Sachverhalts bereits in aller Form dementiert werden. Von den an einer Unruhestiftung interessierten Drahtziehern wird hier offenbar damit gerechnet, daß eine Lüge zunächst einmal politisch vergiftend wirkt und, wenn sie dann später entlarvt wird, von ihrem Gift immer noch ein Rest zurückbleibt.
Danzig und die polnische
Der Reichshandwerkerlag 1036 in Frankfurt.
NSG. Im Frankfurter Rathaus fand unter dem Vorsitz des Reichshandwerksmeisters W. G. Schmidt eine abschließende Besprechung zur Vorbereitung des Reichshandwerkertages 1936 statt, an der Vertreter der Partei, ihrer Gliederungen, sowie der Stadt Frankfurt a. M. teilnahmen. Der Reichshandwerksmeister stellte heraus, daß der Reichshandwerkertag 1936 im Gegensatz zum Vorjahr keinen Massenaufmarsch, sondern einen großangelegten Führerappell des Deutschen Handwerks bringen wird. Demzufolge nehmen am Reichshandwerkertag teil: die Landeshandwerksmeister, die Gaubetriebsgemeinschaftswalter, die Reichsfachgruppen- und Reichsfachschaftswalter, die Reichsinnungsmeister, die Kreishandwerksmeister, die Kreisbetriebsgemeinschaftswalter und sonstige Unterführer. Das Handwerk, das über mehr als 100 000 ehrenamtliche Mitarbeiter verfüge, könne natürlich nur eine Auslese nach Frankfurt schicken. Da aber gleichzeitig mehrere große Reichs- innungsDerbänbe (Herren- und Damenschneider, Putzmacher, Friseure usw.) während des Reichshandwerkertages ihre Arbeitstagungen in Frankfurt abhalten, ist mit einer weiteren großen Anzahl von Gästen, vor allem von Obermeistern, zu rechnen; dazu kommt dann noch die Beteiligung des Handwerks aus Frankfurt selbst und der Umgebung, so daß immerhin an die 5 0 0 0 0 Handwerker nach Frankfurt kommen würden.
Im einzelnen ergibt sich in großen Zügen folgendes Programm: Der Reichshandwerkertag wird eingeleitet durch eine Ehrung der Gefallenen der Bewegung und des Weltkrieges. Ein Empfang der deutschen und ausländischen Presse und eine F e st v o r st e l l u n g in der Oper leiten dann zu den eigentlichen Veranstaltungen über, in deren Mittelpunkt eine für die weitere Arbeit der Handwerksführung richtunggebende Rede des Reichshandwerksmeisters stehen wird. Der feierliche Empfang der in diesem
Jahr aus die Wanderschaft geschickten Handwerksgesellen und der Sternfahrer aller Handwerkszweige sowie die Begrüßung jener reichsdeutschen Auslandslehrlinge, die das Handwerk in diesem Jahr zum ersten Male zur Ausbildung in die deutsche Heimat geholt hat, stellen markante Programmpunkte dar. Ein künstlerisch hochstehender Festabend, bei dem führende Persönlichkeiten aus Partei und Staat sprechen werden, vereinigt dann Handwerksführung und -mitglieder mit ihren Gästen in der Festhalle. Ein Höhepunkt bildet die feierliche Meisterfrei- s p r e ch u n g in der Paulskirche, der nachmittags ein großer. Handwerkerfestzug folgt. An den Festzug schließt sich eine Kundgebung auf dem Opernplatz an, und abends veranstaltet das modeschaffende Handwerk eine Schau: „Frisur und Kleid im Wandel der Zei t", die den schöpferischen Gestaltungswillen des deutschen Handwerks unter Beweis stellen soll.
An den daraus folgenden Tagen finden dann große Arbeitstagungen der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk und des Reichsstandes des deutschen Handwerks, sowie Sondertagungen einzelner Fachgruppen und Fachschaften statt. Auch die Reichsinnungsverbände führen ihre Arbeitstagungen durch. Die organisatorische Vorbereitung des Reichshandwerkertages find nahezu beendet. Die Teilnehmer erhalten in den nächsten Tagen bereits ihre Quartierscheine. Die Anfahrt der Besucher ist in Gesellschaftsfahrten organisiert. Die Ausschmückung ist in guten Händen. Blau und gold sind die Farben des deutschen Handwerks — unter diesen Farben wird die Stadt Frankfurt nach Pfingsten stehen.
Zum Schluß der Sitzung dankte der Reichshandwerksmeister der Gauleitung und der Stadt für die wertvolle Förderung und erklärte, daß das Handwerk durch einen guten Besuch und eine ausge- zeichnele Disziplin frohen Herzens feinen Dank ab- statten werde.
Das Echo des Wiener Phönix-Skandals.
Wien, 29. April. (DNB.) Die Zeitungsberichte über den Betrugsprozeß gegen den Jyden Artur Zappler, den Leiter der Filiale West der Phönix- Versicherungsgesellschaft, zeigen, welche ungeheure jüdische Günstlingswirtschaft in diesem Unternehmen geherrscht hat. Während der Verhandlung stellte sich heraus, daß der jüdische, inzwischen durch Selbstmord geendete Generaldirektor des Unternehmens, Dr. Berliner, bereits im Jahre 1931 große Unterschlagungen des Filialdirektors Zappler entdeckt hat. Dennoch hat ihm Berliner — natürlich auf Kosten der arischen Versicherungsnehmer — Verzeihung gewährt, ja noch mehr, er hat ihn in einem Briefe seines vollkommenen Vertrauens versichert und ihm sogar sein Gehalt um 800 Schilling monatlich erhöht. Diele Summe ist allerdings eine Zeitlang zur Abdeckung der veruntreuten Gelder verwendet worden. Als die veruntreute Summe ersetzt war, bezog Zappler aber das erhöhte Gehalt weitem, so daß er schließlich auf einen Jahresbezug von 30 000 bis 40 000 Schilling kam. Er ließ von seinem verbrecherischen Treiben aber trotzdem nicht und unterschlug neuerdings Summen in Höhe von etwa 5 0 0 0 0 Schilling. Als Berliner auf diese neuerlichen Unterschlagungen kam, entließ er zwar Zappler, erstattete aber noch immer keine Anzeige. Erst anläßlich des Zusammenbruches der Phönix entdeckte man in den Büchern diese Verfehlungen, und nun wurde das Strafverfahren eingeleitet, das mit der Verurteilung Zapplers zu 18 Monaten schweren Kerkers endete.
Das christlich-soziale „Neuigkeitsweltblatt" teilt mit, daß sich Regierungsrat Ernst Klebinder, der jüdische Besitzer und Chefredakteur der „Wiener Sonn- und Montagszeitung", der in der Phönix- B-st"chunosliste mit 635 000 Sch'lling erscheint, ins Ausland begeben habe. Das Blatt erklärt dann roeiter, daß in der amtlichen Liste genannte Vsr- fonen, die öffentliche 21 e m t er bekleidet haben, für alle Zeit von der politischen Bildfläche v e r s ch w i n d e n würden. Eine Ausnahme wird nur für General Vaugoin, den Präsidenten der österreichischen Bund"sbahnen gefordert, infolge seiner Verdienste um Oesterreich sei es eine Dankes- pflicht, ihn mit den bisherigen Funktionen wieder zu betrauen.
Oer Eindruck in tfnqorn.
Budapest, 29. April. (DNB.) Die amtliche Veröffentlichung der österreichischen Regierung über die bisherigen Ergebnisse der Untersuchung in der
Phönix-Angelegenheit hat in der hiesigen Öffentlichkeit einen höchst peinlichen Eindruck hervor- gerufen, da man bisher über die außerordentlichen Ausmaße dieses Skandals nur teilweise unterrichtet war. Die Regierungsblätter weisen auf die ungewöhnlich hohen finanziellen Zuwendungen der Phönix-Gesellschaft an jüdische und sozialdemokratische Organisationen in der ganzen Welt hin. Der nationalvölkische „Uj Magyarsag" ist der Meinung, daß der Wiener Phönixskandal und seine neueste Entwicklung von weittragender Auswirkung auf das österreichische politische Leben sein werde. Das Blatt schreibt, die Untersuchung habe noch viele Fragen unbereinigt gelassen, so u. a. die Feststellung, ob die österreichische Phönix-Gesellschaft die deutschfeindliche Hetze im Saargebiet durch Geldmittel unterstützt habe.
Die christlichen Volksvereine gegen Kommunismus undZudmtum.
Wien, 29. April. (DNB.) Die Delegierten der christlichen Volksvereine Wiens hielten ihre erste Versammlung ab. Bürgermeister Schmitz wandte sich gegen den Kommunismus. Wir sehen in Frankreich und Spanien, wohin der Kommunismus führt. Die Menschen, die in den christlichen Volksvereinen mitarbeiteten, wüßten es aus persönlichem Erleben und hätten es nicht vergessen, was sie i n Wien erlebt haben, daß der Kommunismus der Feind sei, und daß kein Schlagwort darüber hin- weatäuschen dürfe.
Minister C z e r m a f kam auf das Echo zu sprechen, das in der Weltpresse des Auslandes Vorträge und Reden über das Judenproblem gefunden hätten. Czermak verwies dabei auf den aggressiven Ton gewisser jüdischer Blätter und sagte, es fei unbillig für eine Minderheit Mehrheits- । rechte in Anspruch zu nehmen. Wir wollen die Juden I nicht angreifen und in ihren eigenen jüdischen Angelegenheiten beschränken. Im Gegenteil, wir wollen ihnen gern in jüdischen Angelegenheiten mehr Rechte, weitergehende Autonomie geben, als sie derzeit besitzen. W'r wollen aber die leider so häufig wahrgenommene Gelegenheit, in unsere christlichen Dinge, die uns wichtig und heilig sind, dreinzureden. nach Möglichkeit beseitigen. Die Zusammenbrüche Basel, Castiglione. Bodenkredit und Kreditanstalt und nun insbesondere die Vhönix- Affäre hätten das Judentum empfindlich geschwächt; ■^ber an diesen Dinaen seien die Christen nicht schuld. Mit dieser Feststellung fand Czermak rauschenden Beifall.
Devisenkontrolle
Danzig, 29. April. (DNB.) In einer von Se- natspräjibent Greiser dem diplomatischen Vertreter der Republik Polen, Minister Dr. Pap6e, überreichten Note, die sich mit den Rückwirkungen der in Polen eingeführten Devisenkontrolle auf die Interessen der Freien Stadt beschäftigt, wird zunächst u. a. der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die polnische Regierung die polnische Devisenkontrolle nicht au Maßnahmen benutzen wird, die einen Rückgang des W a r e n v e r k e h r s von der Freien Stadt Danzig nach Polen nach sich ziehen können. Es wird weiter erwartet, daß Polen dafür Sorge tragen wird, daß die bis zum 26. April 1936 entstandenen und zur Zeit blockierten Danziger Forderungen in Polen auf Antrag der polnischen Schuldner durch Zuteilung der erforderlichen Devisen bzw. verkehrsfreien Zloty zur Bezahlung gelangen.
Die Danziger Regierung ist bereit, den Zloty- Verkehr in Danzig reibungslos aufrechterhalten z u lassen, soweit dies mit den Vorschriften der polnischen Devisenordnung vereinbar ist und den Interessen Polens dient, jedoch nur unter der Voraussetzung, daß der Danziger Gulden entsprechend den bestehenden Abmachungen wieder an der Warschauer Börse amtlich notiert wird. Schließlich wird ausgeführt, daß die seit dem vergangenen Sommer eingeführte Erhebung der Danziger Zollabgaben in Danzig in Zloty durch die Einführung der polnischen Devisenkontrolle überholt sei, da die Beschaffung von Zloty-Noten «nun schwierig werde. Die Danziger Regierung betont daher, daß sie den Zeitpunkt für gekommen halte, daß die Zölle wieder in Danziger Gulden entrichtet werden. Danzig kann mit Befriedigung darauf Hinweisen, daß die vor einem Jahre in Danzig entstandenen währungspolitischen Schwierigkeiten restlos überwunden sind, und daß die Dan
ziger Guldenwährung mit einer Deckung von 70 bzw. 90 v. H. allen Anforderungen gewachsen ist.
Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht.
Im Berliner Bauunglücks-Prozeß wurde die Vernehmung des Heichsbahnrats Weyher fortgesetzt. Er erklärte, daß er das Fehlen der Verschwertungen, der sogenannten Andreaskreuze, festgestellt und ihre Anbringung mehrfach verlangt habe. Auch das Fehlen der U-Eisen als Widerlager für die Steifen will er bemängelt, ihre Anbringung jedoch nicht für so dringlich gehalten haben, daß'deshalb der ganze Baubetrieb hätte stillgelegt werden müssen. Weyher bekannte sich im übrigen zu Noths Theorie über die Gründe- des Einsturzes
Ferner wurde erörtert, wer für die Fortsetzung der Ausschachtungsarbeiten über die zulässige Grenze hinaus verantwortlich ist. Bei diesem Punkt ergaben sich Widersprüche zwischen dem Bauleiter Noth und dem Reichsbahnrat Weyher. Direktor Hoffmann von der Berlinischen Baugesellschaft erklärte, auf der letzten Baubesprechung vor dem Einsturzunglück, die am 16. August im Baubüro in der Hermann-Göring-Straße stattfand, habe er nicht den Eindruck gewinnen können, daß tiefer als zwei Meter unter der untersten Steifenlage ausgeschachtet war. Das habe er erst nach dem Unglück erfahrey.
Vorsitzender: Der „grüne Tisch" des Baubüros stand nur 200 Meter von dem Ort entfernt, wo man sich praktisch über die wirkliche Aushubtiefe hätte unterrichten können. (Zu Hoffmann): Sie gingen doch nach der Besprechung noch an der Baugrube entlang.
Hoffmann: „Von oben her konnte man nicht feftfteüen, wie tief ausgeschachtet war."
Reform des Dölkerbunösraies
Genf, 29. April. (DNB.) Der Ausschuß für die Prüfung der Zusammensetzung des Völkerbundsrates hat die Erhöhung der Zahl der mchtstanvf gen Ratssitze auf 11 beschlossen, und zwar soll der gegenwärtige von Portugal eingenommene Sitz für diejenigen europäischen Staaten bestimmt sein, die keiner der i m Rat bereits vertretenen Gruppen angeboren. Der andere Sitz soll für die Länder des asiatischen Kontinents, und zwar zunächst für China in Betracht kommen, lieber die Dauer dieser beiden Mandate gingen die Meinungen auseinander. Nach englischer Auffassung soll die Dauer wie bei den anderen nichtständigen Ratsmitgliedern drei Jahre be, tragen. Dagegen traten Frankreich, Italien, Rumänien, Spanien und Polen dafür ein, daß die neuen Ratssitze mit Rücksicht auf die in Aussicht genommene baldige grundsätzliche Reform des Völkerbundsrates nur auf ein Jahr besetzt werden sollen, wobei gegebenenfalls von Jahr zu Jahr eine Wiederwahl ohne die feit der Reform von 1926 hierfür notwendigen Formalitäten erfolgen könnte.
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Der englische Völkerbundsverband ist nach einer Meldung der „Mvrning Post" von einer ernsten Krise bedroht. Nachdem der Schatzmeister des Verbandes Lord Queensborough von seinem Amt zurückgetreten war mit der Begründung, daß er den Völkerbund nicht mehr als einen Bund der Nationen und als ein wirksames Friedenswerkzeug betrachten könne, wird jetzt bekannt, daß auch die beiden konservativen Unterhaus-Abgeordneten Sir Eduard Grigg und Major Hills aus dem Vollzugsausschuß des Verbandes ausgetreten sind. Das Blatt meldet schließlich, daß die Geldbeiträge für die Völkerbundsvereinigung erheblich zurückgegan- gen feien und daß mit weiteren 21 u stritte n in naher Zukunft zu rechnen fei.
Vorbereitung eines englisch-sowjetrussischen Flottenabkommens.
London, 30. April. (DNB. Funkfpruch.) Nach Blättermeldungen sind zwischen England und der Sowjetunion Besprechungen über den Abschluß eines zweiseitigen Flottenabkommens nach den Richtlinien des Londoner Flottenvertrages im Gange. Der räterussische Marineattache in London, Kommandant Antsipo Tschuikunshi ist nach Moskau abgereist, um die Weisungen seiner Regierung entgegenzunehmen. Er wird voraussichtlich im Laufe des nächsten Monats mit Verhandlungsvoll- machten nach London zurückkehren. *
AbgewieseneKlageeinerFreimaurerloge
Leipzig, 28. April. (DNB.) Die Große Landesloge der Freimaurer oon< Deutschland, die durch Allerhöchste Kabinetts-- ordre 1899 als juristische Person anerkannt worden war, hatte gegen einen Karlsruher Rechtsanwalt- eine Schadenersatzklage angestrengt. Der' beklagte frühere Logenbruder hatte insbesondere die Zeremonien bei der Blutprobe in feinen Schriften gekennzeichnet. Die Loge verwahrte sich vor allem gegen die in den Schriften des Beklagten aufgestellte Behauptung, daß jeder Neuauizuneh- mende symbolisch das Blut des jüdischen Gründers genießen müsse. Die Klage der genannten Freimaurerloge ging im wesentlichen auf die Unterlassung de r Behauptung, daß ihr Gründer ein Jude gewesen sei.
Das Landgericht Berlin wies die Klage aus sachlichen Gründen ab. Nachdem im Lause des zweiten Rechtszuges die Loge durch Selbstbeschluß s i ch aufgelöft hatte, folgerte das Kammergericht Berlin die Notwendigkeit der Klageabweisung schon daraus, daß dem Liguidator keine Vertretungsvollmacht zustehe. Der Liguidations- zweck fei lediglich oermögensrechtlicher Art und erstrebe wirtschaftliche Ziele. Der Anspruch auf strafrechtlichen Ehrenschutz stehe jedoch — so erklärte das Berufungsgericht — außerhalb der Liguida- tionsaufgabe.
Die gegen dieses klageabweisende Berufungsurteil beim Reichsgericht eingelegte Revision wurde im wesentlichen zurückgewiesen, womit die Loge in allen drei Instanzen unterlegen ist. Die Abweisung der Klage durch das Reichsgericht erfolgte im wesentlichen aus denselben Gründen, die die Vorinstanz ihrer Entscheidung zugrundegelegt hatte. Aus dem vorstehenden Urteil ergibt sich, daß Ansprüche nicht vermögensrechtlicher Art im Liguidationsstadium nicht weiter verfolgt werden können.
Bedingungen:
}cöer Teilnehmer soll diejenige Zrih-Anzeige, die ihm am besten gefällt, auf eine Post
karte kleben (ohne weitere schriftliche Zusätze), den Jlb fenöer genau angeben und adressieren an
1.PREIS
1OOO.-RH
JicmcL Dr. August Oetker... . bete. Pceisausscticelben
3eder Teilnehmer darf nur eine Anzeige einsenüen.
Oie Preise werden ausgelost, und zwar
die Hauptpreise:
1. Preis RM 1000.— 3. Preis Ritt 300.—
2. Preis RM 500.— 4. u. 5. Preis je RM 100.— aus den Einsendungen der am häufigsten gewählten und damit als beste erklärten Anzeige, die Trostpreise:
10 zu RM 50.— 100 zu RM 10.—
25 zu RM 20.— 200 zu RM 5.—
aus den Einsendungen der meistgewählten 3 Anzeigen, die 1OOOO Anerkennungopreise im Werte von fe RM 3.50 aus den Einsendungen der meistgewahlten 6 Anzeigen, immer im Verhältnis zur Zahl der Einsendungen.
Dm ganzen erscheinen 15 //§ritz"-Anzeigen, die letzt» am 16. }uli 1936. Einsendungozeit vom 20. Zuli bis 20. August 1936. Preisverteilung ab 15. September 1936. Oie Auslosung erfolgt unter Aufsicht eines Notars. Ol» Entscheidung ergeht endgültig unter Ausschließung des Rechtsweges. Oie Gewinner werden direkt benachrichtigt.
Bitte aus/chncident


