Nr. W Drittes Blatt________________Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Donnerstag, ZO.April 1956
Marschall Petain warnt die Franzosen vor dem Kommunismus.
Der Marschall wünscht eine seelische Gesundung Frankreichs
ein?"
Scharfe Angriffe der italienischen presse gegen England.
Aegypten und der Abessinienkonflikt
Gauwart „Kraft durch Freude", Gaupropagandawalier DAF., Heften-Nassau. NSG. Wie haben sich doch die Zeiten gewandelt.
richtet wie seinerzeit Ras Seyoum und Ras Kassa über die der Heeresgruppe des Ras Mulugeta. Selbst wenn Nassibu sich noch einige Zeit halten, sollte, würde sein Schicksal in dem Augenblick besiegelt sein, in dem Addis Abeba von den Truppen der Nordfront eingenommen wird. Die Truppen, des Generals Graziani rücken trotz verzweifelter Gegenwehr des Gegners vor.
Harrar liegt in einem auf einer weiten Talmulde aufragenden Plateau, etwa 1800 Meter über dem Meer. Die Stadt, die zweitgrößte in Abessinien, hat 45 000 Einwohner, fast durchweg Muselmanen. Städtebaulich weicht sie von allen anderen Ortschaften Abessiniens ab. Noch heute zeigen sich deutlich Spuren einstiger ägyptischer Herrschaft. Mit Diredaua, an der Bahn Addis Abeba—Dschibuti, ist Harrar durch eine brauchbare Straße von 50 Kilometer Länge verbunden. Harrar ist ein wichtiger Handelsplatz besonders für Kaffee, der im benachbarten Tschertsche-Gebiet hervorragende Ernten abwirft. Die Stadt ist ein Erblehen der Dynastie des Negus. Der Vater des Negus hat es verstanden, das Lehnsgebiet zu vergrößern. Ras Nassibu ist besonders als Führer der Jungabesslnischen Partei hervorgetreten. Verschiedene Reisen führten ihn nach Europa, besonders nach Frankreich. Nassibu spricht fließend französisch und italienisch. Militärisch ist er bisher nicht in Erscheinung getreten.
Von dem Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht und dem Handelsvertreter der UdSSR, in Deutschland, K a n d e l a k i, wurde am Mittwoch eine Vereinbarung unterzeichnet, die den gegenseitigen Waren - und Zahlungsverkehr im Jahre 1936 regelt. *
In Rumänien wurde der ehemalige Führer der aufgelösten Eisernen Garde, Corneliu C obre a n u auf Grund eines Haftbefehls des Galatzer Gerichts in der vergangenen Nacht verhaftet.
Kleine politische Nachrichten.
S. M. der König von Schweden nahm während seines Aufenthalts i n B e r l i n mit seiner Begleitung an einem ihm zu Ehren veranstalteten Frühstück des Herrn Reichsministers des Auswärtiges FreiherrnoonNeurath, teil.
„machtvoll gegen den Faschismus, für die 40-Stun- denwoche und für Verteidigung des Friedens zu demonstrieren". Auch der sozialistische „P o p u l a i r e" kündigt für den 1. Mai einen Streik aller Arbeiter an.
Wie hingegen der „Ami du Peuple" meldet, werden sich Kommunisten und Volksfront bemühen, ihre Kundgebungen für den 1. Mai in Ruhe durchzuführen, damit die Wählermassen für den zweiten Wahlgang nicht abgeschreckt würden. Auch werde der Streik nur teilweise durchgeführt werden. Besonders in den öffentlichen Dien st en wie Eisenbahn, Straßenbahn, Untergrundbahn, Post- und Telegraphendienst werde nicht gestreikt werden. Ebenso sei die Lebensmittelversorgung sichergestellt.
Kommunistische Arbeitstosen- hehe in Polen.
Erneut blutige Zusammenstöße.
Warschau, 30. April. (DNB. Funkspr.) Unter dem Einfluß kommunistischer Hetzer ist es am Mittwoch in Polen wiederum zu Zusammen st ößen bei Arbeitslosenkundgebungen gekommen. In Chrzanow (Woiwodschaft Krakau) ver- fuchte eine Menge von etwa 3000 Arbeitslosen und Streikenden die Belegschaften der dortigen Betriebe
durch Terror zur Teilnahme am Streik zu zwingen. Dabei drang die Menge gewaltsam in die Lokomotiofabrik ein, um die Nieder-
Die Kommunisten sind die Hauptgewinner.
Paris, 30. April. (DNB. Funkspruch.) Der „Matin" veröffentlicht auf Grund einer eigenen sorgfältig durchgeführten Berechnung eine statistische Zusammenstellung über die Bewegung der Anhängerziffern der verschiedenen französischen Parteien, wie sie sich nach dem ersten Wahlgang ergeben hat. Danach sind bei der Wahl am vergangenen Sonntag im Vergleich zum Jahre 1932 rund 260 000 Wähler mehr zur Urne gegangen. Aus der Zusammenstellung des „Matin" ergibt sich ferner, immer im Vergleich mit den entsprechenden Ziffern der Wahl im Jahre 1932, daß d i e Radikalsozialistische Partei rund350 000 Stimmenverloren hat. Zu den Verlierern dieses Wahlganges gehören ferner die unabhängig Radikalen mit 112000 Stimmen Verlust und die M a r i n - G r u p p e und die unabhängigen Republikaner, bte über 256 000 Stimmen eingebüßt haben. Auch die Sozialistische Partei ist um rund 80 000 Stimmen zurückgegangen. Die Hauptgewinner des ersten Wahlganges sind die Kommunisten, die ihre Stimmenzahl im Vergleich zu 1932 um über 800 000 erhöhen konnten. Einen Gewinn von 130 000 Stimmen konnte ferner noch die Sozialistische Vereinigung erringen. Auf der Rechten haben die Konservativen 83 000 neue Stimmen gewonnen.
Zu dieser interessanten Wahlstatistik bemerkt der „Matin", daß die schweren Verluste der Radikalsozialisten durch die Haltung der Parteileitung verursacht worden sei, die ihre Anhänger d e r V o l k s- front zugeführt habe. Die radikalsozialrstr- schen Wähler seien nicht revolutionär und ein Teil von ihnen habe es mitderAngst bekommen. Gegen Herriots außenpolitische Linie.
Drouillet wollte den Aegus in Sicherheit bringen
Oer mißglückte Etappenflug nach Abessinien.
so nebenbei.
Tiefe innere Freude und stolze Genugtuung erfüllen an jedem 1. Mai die Herzen der alten Garde der NSBO., der B e t r i e b s p i o n i e r e des Na- tionalsozialismus. Man hat sie leider vielfach ver- qessen. An diesem Tage soll deshalb klar herausgestellt werden, die Riesenorganisation der Deutschen Arbeitsfront wird geführt von der NSBO! Uno das war der Kampf der NSBO., als sie noch eine verlachte und verspottete Minderheit m den Betrieben bildete, sie bejahten den 1. Mai und verneinten den Klassenkampf. Ihr Ziel war von Beginn an das Deutsche Ar beiter tum der Stirn und der Faust. Dieser Begriff fand seine Prägung erstmalig durch die NSBO. und wurde nach Opfern verwirklicht durch die Revolution des 30. Januar und die Gründung der Datschen Arbeitsfront als der Gemeinschaft alUer Schaffenden. Betriebspioniere nannte man ste, denn sie schlugen die Sappen zur Volksgemeinschaft. । Wenn der Arbeiter heute keine Klasse mehr ist, sondern zu seinem Volk zurückgefunden hat, wenn dieses sein Volk Deutschland heißt, — unser unvergängliches Drittes Reich — so danken wir dies dem unbekannten Betriebspionier und vor allem I dem ersten Arbeiter dieses Reiches AdolfHrtlerl Die Arbeitsregelung für den 1. Mai.
Berlin, 29. April. (DNB.) Nach dem Gesetz vom 27. Februar 1934 gilt der 1. Mai als g e s e tz» licher Feiertag. Die an diesem Tage aus- fallenden Arbeitsstunden sind nach dem Gesetz vom 24. April 1934 zu bezahlen. Sie dürfen jedoch nicht durch Mehrarbeit an den Werktagen der gleichen oder folgenden Woche ausgeglichen werden. Dieser Ausgleich dagegen ist zulässig, wenn der Betriebs- führer seinen Betriebsam Samstag, den 2. Mai, schließt, um seinen Gefolgschaftsangehörigen zum Beispiel ein längeres Wochenende zu verschaffen oder um einen gemeinsamen Ausflug zu veranstalten.
Paris, 30. April. (DNB. Funkspruch.l Der Sonderberichterstatter des „Matin" in Rom berichtet seinem Blatte ausführlich über eine Unterredung mit dem französischen Flieger Drouillet, der nach seiner sensationellen Flucht mit einem Dem Negus gehörigen Flugzeug aus Paris in der Nähe von Rom n o t l a n d e n mußte.
Drouillet erklärte, er habe Addis Abeba in vier Etappen erreichen wollen, die er durch Freunde besetzt hatte. Er sei zunächst nach Süden geflogen, und habe auf einem verlassenen Felde in der Gegend von Crau eine Landung an einem vorher bestimmten Platz gemacht, wo Freunde ihn mit Benzin und sonstigen Ausrustungsgegenstan- den erwarteten. Danach wollte er die Insel Kreta erreichen, habe aber aus der Hohe der Insel Elba Störungen in der Oelzu- f u h r gehabt und hätte einen Landungsplatz suchen müssen Deswegen fei er in der Nähe von Rom aus dem Militärflughafen M o n t e c e 11 o gelandet. Kein Mensch hätte ihn bemerkt da er mit stehendem Propeller gelandet sei. Er selbst habe die Wache des Flughafens herbeiholen muffen, die ihn verhaftete. Man habe ihm mitgetellt daß er sich als Kriegsgefangener betrachten solle. Man habe ihm erlaubt, nach Rom zu kommen und verhältnismäßig frei, nur unter kriminalpolizeillcher Bewachung, zu leben.
Drouillet erklärte noch, daß sich der Negus noch in Abessinien aufhalte, aber oon feiner un- erträglichen Umgebung e i n g e f d) l c j - fen werde. Er habe beabsichtigt, den Negus mit seinem Flugzeug in Sicherheit zu bringen Das Mißgeschick, das ihn getroffen habe, mache die Durchführung des Planes zunächst unmöglich und habe somit dem Negus die Möglichkeit genommen, zu entkommen. Drouillet wartet nun die Entschlüsse der italienischen Regierung ab. Es sei noch un^' klärt, ob Italien ihn wieder an die französische Grenze zurückbefördern werde.
Die Verteidigung Harrars.
Ein letztes Widerstandsnest.
Asmara, 29. April. (Funkspruch des Krieas- berichterstatters des DNB.) Während der letzte Akt des Dramas an der Nordfront feinem Abschluß entgegentreibt, versucht Ras Nassibu die Feste Harrar und ihre Umgebung um jeden Preis zu halten. Anscheinend ist Nassibu über die Niederlage der Heeresgruppe des Negus ebenso wenig unter-
Paris, 30. April. (DNB. Funkspruch.) Den zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag hat das „Journal" zum Anlaß genommen, um Marschall Pstain um seine Meinung zu befragen. Nach anfänglichem Sträuben, sich als Militär in die Politik einzumifchen, erklärte Marschall Pstain jedoch, Frankreich sei bedroht. Indem es Moskau die Hand gereicht habe, tue es dies ebenfalls gegenüber dem Kommunismus. Zahlreiche brave Menschen, die sich bisher gegen den Kommunismus gesträubt hätten, seien dadurch ihm zugeführt worden.
Der Kommunismus fei durch den französischsowjetrussischen pakt gleichsam in die Reihen der zulässigen Denkungsarten aufgenommen worden. Frankreich werde wahrscheinlich Gelegenheit haben, dies noch zu bereuen. Er fei aus diesem Grunde besorgt, besorgt um das Wohl des Landes und um die Freiheit des Volkes. Jeder einzelne fei in feinem Recht bedroht, Bürger, Arbeiter und Bauer. Alles, was international fei, fei feiner Ansicht nach unfruchtbar, alles Rationale dagegen nützlich.
Eines der gesündesten Elemente in Frankreich stelle die Feuerkreuzbewegung dar. Sie wolle die Familie erhalten und ihr die notwendigen Lebensmöglichkeiten sichern. Er billige das, da alles seinen Ursprung in der Familie habe. Die Feuerkreuzbewegung befasse sich weiter mit der moralischen und geistigen Vervollkommnung der Jugend. Seit langer Zeit verfolge er selbst das gleiche Ziel. Aus einer Nation ohne Seele könne man nichts machen. Es sei Aufgabe der französischen Lehrer und Professoren, diese zu schmieden. Er verlange von diesen nicht, daß sie aus den französischen Kindern Wissenschaftler machen, sondern Männer und Franzosen müssen sie aus ihnen schaffen.
Auf die Bitte des Vertreters um eine Wahlparole für den kommenden Sonntag meinte Marschall Petain:
Die französische Krise fei keine materielle, sondern rühre daher, daß die Franzosen den Glauben an sich selbst verloren hätten. Dies sei der ganze Grund. Die Franzosen seien wie die Seeleute ohne Steuer und Steuermann. Dagegen müsse man kämpfen. IHan müsse eine neue Mystik finden, eine neue Mystik des Vaterlandes, ohne diese gebe es keine Rettung.
3ntereffante Zahlen des ersten Wahlgangs.
Paris, 30. April. (DNB. Funkspruch.) Die „Action Fran^aise" bezeichnet als Grund für die halbe Wahlniederlage Herriots in Lyon u. a. die Mißstimmung der Lyoner Industrie, die durch die Sanktionspolitik gegen Italien entstanden fei, als deren Verfechter Her- riot stets aufgetreten fei. Er fei auch der Urheber der Formel, „der Pakt, nichts als der Pakt, der aanzr Pakt". Wenn Herriot wieder zur Macht komme, schreibt das Blatt, würde er „seine Grundsätze anwenden und sich bedingungslos der von den extremen englischen Sanktionisten vertretenen Auffassung anschließen. Dies wurde auch bedeuten, daß er schließlich auch alle Folgen einer solchen Politik mit in Kauf nehme wie Krieg gegen den früheren Bundesgen o s s e n Italien!
Paris feiert den 1. M mit Generalstreik.
Paris, 30. April. (DNB. Funkspruch.) Die Zei- tuna des Gewerkschaftsoerbandes „L e P e u p l e veröffentlicht in großer Aufmachung einen Aufruf an alle Arbeiter, Angestellten und Beamte. Danach soll am 1. Mai in ganz Frankreich ein Generalstreik durchgeführt und große Kundgebungen veranstaltet werden, um damit Dem Wun sch d e Arbeiter nach b e s s e r e n L e b e n s b e d i n ° gungen, Freiheit und Frieden Ausdruck zu geben. Die kommunistische „H u m a n 11 e ruft die Anhänger der dritten Internationale zu Befolgung der von dem Gewerkschastsverband erlassenen Streikparole auf. Es gelte am 1. Acai
Rom, 29. April. (DNB.) Nach dem Tode von König Fuad ist in Italien Aegypten in den Vordergrund des Interesses gerückt. So schreibt „Tribuna", das Problem der Unabhängigkeit Aegyptens sei bereits wieder zur Debatte gestellt; es werde ja auch gerade von der englischen Presse unterstrichen. Schon der Antrag auf Schließung des Suezkanals sei eigentlich gleichbedeutend mit der Ablehnung der Unabhängigkeit Aegyptens und mit der Bestätigung „der militärischen Gewaltherrschaft Englands". Das ergebe sich inmitten der mit dem Tode Fuads zusammenhängenden Schwierigkeiten ganz klar. Nachdem das abessinische Unternehmen Italiens vor dem erfolgreichen Abschluß stehe, sei die tatsächliche Lage die, daß Aegypten, zu dem Italien in bestem nachbarlichen Verhältnis stehe, in keiner Weise von Italien bedroht sei, wie das auch wiederholt und kategorisch festgestellt worden sei. Wohl aber liege eine regelrechte und verstärkte militärische Besitzergreifung Englands über Aegypten vor, um aus ihm tm Mittelmeer und an der afrikanischen Küste eine Operationsbasis gegen Italien zu machen. Mit dem Antrag auf Schließung des Suezkanals wolle England über Aegypten wie über eigenes Gebiet verfügen, und zwar nicht nur aus Gründen des eigenen Vorteils, sondern gegen Italien, während doch der Suezkanal durch eine internationale Konvention garantiert fei, an der auch Nichtmitglieder des Völkerbundes interessiert seien.
„Tribuna" wendet sich im übrigen scharf dagegen, daß „die englische Presse die ägyptische Frage als ein ausschließliches Problem des englischen Weltreiches und mit der üblichen Unduldsamkeit gegen jedes Problem anderer Staaten erörtere". England habe den abessinischen Konflikt dazu aus-
_______ ___________ e Vor vier Jahren noch hieß die Parole des legung der Arbeit zu erzwingen. Der Polizei war 11. Mai: „Und willst du nicht mein Bruder fein, es zunächst gelungen,mitHilse von Tränen, so schlag' ich dir den Schädel em!
gas die Ruhestörer zu zerstreuen. Sie sammelten Unb beute beifet bie Tageslosung: „Freut Euch sich jedoch einige Stunden spater wieder in einer K g Lebens!" Welch eine Welt liegt dazwi- Vorstadt von Chrzanow und drangen nach Dem (, । @ine unb eine Gesinnung, Die man Marktplatz zu vor. Polizeipatrouillen wurden da- einfact) nicht mehr begreift. Die uns vollkom- bei mit Steinen angegriffen und 14Poli- men unverständlich ist. Denn wie soll man es ver- zeibeamte erheblich verletzt Nachdem eine W a r - „ . ba& Männer, die tagsüber an der gleichen n u n g s f a l d e ohne Erfolg geblieben war, mutzte Maschine arbeiteten, an ihrem Feierabend zu den die Polizei eine scharfe Salve abgeben, roobet erblttCrften persönlichen Gegnern wurden, weil je- ein Mann getötet und neun verwundet wur- bßr ober irregeleitet bie Lösung der
den. Gegen Abend war die Ruhe in Chrzanow Gesellschaftsordnung grundsätzlich oer- wieder hergestellt. schieden betrachtete. Die politische Zerrissenheit und
Wie die amtlichen Meldungen besagen, hat es . Hoffnungslosigkeit hatte diese Män-
sich bei diesen Unruhen zunächst um eine ©ruppe ner franf gemacht. Bis eines Tages der große von Arbeitern gehandelt, die bei öffentlichen fam u'nb bie Kurpfuscher verjagte, da erwach- Arbeiten beschäftigt waren, und am Dienstag fen° bie(e Männer auch aus ihren Fieberschauern, einen Streik mit der Forderung auf Erhöhung Unb erkannten, daß es nicht nur eine Volksge-
des Arbeitslohnes und Kürzung der Arbeitszeit be- . -b[ in ber ber Ginc auf ben Anderen
gönnen hatte. Für Mittwoch waren A-rhandlun- ^w^-m M, Indern daß eine Betriebs«-,
gen mit den Streikenden angefetzt. Ehe diese Der- " inschaft harte tatsächliche Wirk-
Handlungen beendet waren, schlossen sich Den ötrei= ( j x e i t ist, die den Betriebsführer bis zum kenden Arbeitslose an und infolge Der Wühl- ^h^n Lehrjungen erfaßt, die ein ungeteiltes Gan- arbeit einzelner Kommunisten kam es zu Den Aus- bildet. Und seit diesem Tage, seitdem die schreitungen. In Warschau wurden gestern 5 4 deutsche Arbeitsfront und die NS.-Ge- Kommunisten verhaftet, in deren Besitz ^inschaft „Kraft durch Freude" ihr Wirken be- Aufruse z u Kundgebungen am 1. a 1 Qann, sind aus den Gesprächen des Feierabends gefunden wurden. weltfremde Theorien verschwunden, und zur Er*
örterung steht nur noch die positive Frage: „W e l- chen Standpunkt nehme ich mit meiner Familie und mit meinem Betrieb im Aufbauwerk des Dritten Reiches
' Unter diesem Motto „Freut Euch des Lebens"
genutzt, um Frische Maßnahmen zutreffende ^unsin. Organffaüon in -üesen wären ° In diesen Maßnahmen oerrate sich ge- M° Bi? in°di°"kkinsten'Dmfge°mein!
steigerte Besorgnis der englischen Regierung gegen- ,°tzt °b»°Ichl°ssen. B.11 । Trieben, die über den ägyptffchen Natmaaltzt-n. S.° se °n da u den U^^ A ste vordere^
wurde . sächlich kein Dampfer und kein Omnibus zu be-
Faruk zum König proklamiert. P^iede/in Bewegung. Selbstverständlich gibt es Eine Binder- Uu ßeute, ^dieser .stalltemeinen
jahrrgteit des Königs. Lederfabrik so geschäftstüchtig, sich vor den
Kairo 29. April. (DNB.) Der Thronfolger Unkosten ihrer Maifeier zu drücken, indem der Prinz Faruk wurde am Dienstag unter dem Gefolgschaft em Erinnerungsbandchen Ferstel- Namen Faruk I. zum Königvon Aegypten lungpreis vielleicht 3 Pfennig — für 20 Pfennig pro klamiert. Bis zur Bildung einer verfaf- verkauft wird. Es gibt aber auch.^"^ermeister, sunasmäßigen Regentschaft wird Der Mi- die „wachsam" sind, indem sie durch ihren Verkehrs- nifterrat die konstitutionellen Befugnisse des verein auf ihrem Marktplatz einen großen Rummel Königs im Namen des ägyptischen Volkes wahr- veranstalten und sich an hohen Standgeldern er- nehmen Die auf den 2^ Mai angesetzte N e u - freuen wollen. Zum Gluck war das nur em Fall wähl des Parlaments wird stattfinden. Das Wir find nämlich noch "wachsamer . Herzliches neue Parlament wird voraussichtlich Anfang Ium Vergnügen bereitete uns auch der ^nef eines Be- aum erstenmal zusammentreten. Zur Zeit finden triebsführers, m dem zu lesen stand, daß er am Besprechungen statt, ob Die Regentschaft durch 1. Mai in einem herrlich im ©runen gelegenen, non die letztere Regierung oder durch die neue Volksoer- Wald umkränzten, beliebten Ausflugslokal seine tretung Eingesetzt werden soll. Die Regentschaft ver- Maifeier abzuhalten gedachte wobei er Kaffee und sieht Das Amt des Staatschefs bis zur Mun- Kuchen nebst vorzüglichem Abendbrot und etlichen
digkeit des neuen Königs, die in etwa Gläsern Bier auf feine Kosten verabfolgen wurde.
14 Monaten erfolgen wird. König Faruk I. wird Soweit ist dies Tun löblich! ^a^rt er
am 5 Mai in Alexandrien erwartet. Die deut- fort: „Aus Gründen meiner Weltanschauung m ß
sehen Kolonien Aegyptens haben anläßlich des ich es aber ablehnen, daß anschließend ©efolg-
Ablebens König Fuads Beileidstelegramme gesandt. man nluf) u unb,
angeregt, miteinander tanzen." Er schließt, daß er in diesem Falle, wenn wir auf das Tanzen bestehen würden, jede Verantwortung ablehnen müsse und Dann am liebsten auf Die Maifeier ganz verzichten würde. Entgegenkommend — wie mir find — haben wir uns gerne bereit erklärt, ihn in seiner Verantwortung zu entlasten, indem wir ihm einige Männer zur Verfügung stellen, um zu über- machen, daß zwischen dem männlichen und weiblichen Geschlecht keine alkoholische Ausschreitungen beim Tanzen vorkommen. Mehr Kundendienst kann man wahrhaftig nicht verlangen! — Doch das nur


