spannenden Hintergrund, vor dem sich alles abhob.
Angesichts dieser unermeßlichen Landschaft voll Schicksal und Willen wurde es deutlich, daß „Arbeit" etwas Hohes und sehr Tiefes war, etwas, das jede Tat in sich schloß. Und Tat war etwas, das zugleich immer ein Opfer bedeutete.
Wir fühlten es schmerzlich eindringlich, daß jede solche Arbeit dem gleichen Ziele gelten müsse, wenn anders die „Arbeit" sein sollte Jede einzelne Arbeit ohne dieses Ziel mußte ihren Sinn verlieren und dumpf und unfruchtbar werden.
Und unmittelbar vor uns brannte dieses Ziel feurig und unausweichlich. Es war die Front, innerhalb derer die Entscheidung eindeutig ausgekämpft wurde.
Vorher waren wir alle auseinandergefallen, wir Gebildeten, wir Ungebildeten, wir Städter, wir Bauern, wir Kopfarbeiter, wir Handarbeiter. Aber jetzt, gegenüber diesem flammenden Ausbruch, begriffen wir, daß wir allesamt Arbeiter waren. Arbeiter am Werk der Nation. Jetzt marschierten wir zusammen Seele an Seele. Niemand von uns wußte, wer in zwei Stunden noch leben würde. Wir standen unter einem einzigen Befehl. Wir gingen unter ein und demselben Stern. Plötzlich waren wir alle Deutsche.
Was nachher kam: Verwundung, Hunger, Ermattung, Tod — das konnte nur noch eine Bestätigung sein. Es war alles Arbeit, Dienst am Werk, Amt innerhalb einer großen Ordnung.
Dieser zusammengewürfelte Marsch in die gleiche Tat und in das gleiche Opfer hatte den Schritt von uns allen gleichmäßig gemacht. Die Kraft war vervielfältigt. Wer fiel, der fiel. Wer am Leben blieb, der lebte. Dadurch wurde das Werk größer. Wir waren über die Begeisterung und über das Gefühl hinaus. Es herrschte eine sehr überlegene Sachlichkeit.
Abends nach der Schlacht sprach ich in einem Granattrichter mit Friedrich Wolf. Wir stellten beide fest, daß diese „Arbeit" unzerstörbar ist. Es war uns beiden unverbrüchlich gewiß, daß „Arbeit", wenn sie richtig begriffen wird, jegliches Werk, jegliche Leistung ist, die für die Nation geschieht. Gebet, Schuß, Motorbedienung, Dichtung, Befehl, Buchdruck — alles dies war und ist Arbeit. Mochte es nun lieber« oder Unterordnung sein — immer war es Einordnung in eine große Einheit Deutschlands. Auf den einzelnen Menschen kam es dabei weniger an, als dieser einzelne Mensch es vielleicht glauben mochte.
Dann überkam uns der Schlaf im halbverfaulten Stroh, während draußen das Feuer der Front die Schläge einer Arbeit verrichtete, die den Unterbau für die Zukunft zusammenschlug.
Mosaik der Arbeit.
Drei Jahre sozialistischer Aufbau.
Wenn morgen zum vierten Male das Friedensheer der arbeitenden Deutschen aufmarschiert, um den Nationalen Feiertag unseres Volkes festlich zu begehen, und um vom Führer die Parole für den künftigen Einsatz zu hören, dann lohnt es sich wohl, einen kurzen Rückblick auf die Ergebnisse einer dreijährigen Sozialpolitik zu tun und an Hand einiger Beispiele sich zu erinnern, was deutscher Sozialismus in dieser kurzen Spanne von drei Jahren bereits vollbracht hat.
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Deutschland ist das erste Land der Erde, das eine Gemeinschaftsorganisation aller Schaffenden, die Deutsche Arbeitsfront, errichtet und zugleich durch ein Gesetz die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen hat, um eine soziale Selbstverwaltung durchzuführen und die soziale Ehre aller schaffenden Deutschen zu schützen. Die Treuhänder der Arbeit und die sozialen Ehrengerichte sorgen für diese Erziehung zum Sozialismus. Im vergangenen Jahre wurden 204 Anträge auf Einleitung eines ehrengerichtlichen Verfahrens gestellt, davon 162 erledigt, und zwar teils durch Zurücknahme des Antrags (34), teils durch rechtskräftige Entscheidung (128). Insgesamt erfolgten nur acht Freisprüche. Die Ziffern sind nicht sehr hoch, was bereits ein
Beweis für die Durchdringung unseres Volkes mit nationalsozialistischem Gedankengut ist, aber sie zeigen auch, daß es notwendig war, die soziale Ehre unter staatlichen Schutz zu stellen.
Eine bestimmte Urlaubszeit konnten in früheren Jahren, wie auch jetzt noch in den meisten anderen Ländern, die Arbeitnehmer in ihrer Mehrzahl nicht verlangen. Heute ist der Urlaub in allen Tarifordnungen der Treuhänder der Arbeit vorgesehen, und es gibt keinen Fall, in dem nicht ein Arbeiter oder Angestellter seinen gerechten Anspruch auf Urlaub ohne Schwierigkeiten durchsetzen könnte. Das Internationale Arbeitsamt in Genf hat fest- gestellt, daß nicht nur die Zahl der gesetzlich Urlaubsberechtigten in Deutschland doppelt so groß ist, als in anderen Staaten, sondern daß die deutschen Arbeiter durchschnittlich auch einen längeren Urlaub haben, als die Arbeiter in der übrigen Welt.
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Seit 1933 herrscht in Deutschland völliger Wirtschaftsfriede. Es gibt keine Streiks und keine Aussperrungen mehr. Ungeheure seelische und materielle Werte wurden dadurch gerettet. In fast allen anderen Ländern nimmt die Zahl der Arbeitskämpfe zu, und die bolschewistischen Agenten finden dort ein reiches Feld der Betätigung. In Großbritannien hat sich im vergangenen Jahre die Zahl der durch soziale Kämpfe verlorenen Arbeitstage verdoppelt. Sie betrug fast zwei Millionen.
Die Arbeitsbeschaffungspolitik wirkte sich natürlich auch aus in einer Steigerung des Ein k o m - mens. Die Summe der Löhne und Gehälter für die deutschen Arbeiter und Angestellten betrug
1932 = 26,0 Milliarden Mark
1933 = 26,3
1934 - 29,8 1935 - 31,7 Ebenso wuchs die Gesamtsumme des Volkseinkommens, und zwar folgendermaßen:
1933 = 46,5 Milliarden Mark 1934 - 52,5
1935 - 56,0 „ „ (geschätzt)
Wenn diese Zunahme auch fast ausschließlich auf die Vermehrung der Arbeitsstellen zurückzuführen ist, so läßt sich doch nicht leugnen, daß in einigen Arbeitskategorien bereits eine gewisse Erhöhung der Lohn- und Gehaltssätze stattgefunden hat. So dürfte der tatsächliche Stundenlohn der Industriearbeiter und Handwerksgesellen etwa um 3 bis 4 v. H. gestiegen sein. Ebenso wurden die Löhne der Heimarbeiter aufgebessert. Auch sind viele Arbeiter und Angestellte in eine höhere Gehaltsstufe eingerückt, zumal Spezialisten, die wegen ihrer Knappheit über Tarif bezahlt werden. In den Zahlen der Invalidenversicherung kann man die Bestätigung dafür finden, daß der Anteil der niedrigen Einkommen immer weiter abnimmt, während der der mittleren und höheren Einkommen wächst.
Die deutsche Sozialversicherung, die den Arbeiter und Angestellten im Alter und vor Krank
Ehret die Arbeit, achtet den Arbeiter!
Es ist für Millionen heute vielleicht schwer, über den Haß und die Mißverständnisse, die künstlich in der Vergangenheit gezüchtet worden sind, sich nun wieder zusammenzufinden. Es gibt aber eine Erkenntnis, die diesen Weg leicht beschreiten läßt. Es mag einer tätig sein wo immer, er soll und darf nie vergeffen, daß sein Volksgenosse, der, ebenfalls ganz gleich wo immer, so wie er seine pflicht erfüllt, unentbehrlich ist. Daß die Nation nicht besteht durch die Arbeit einer Regierung, durch die Arbeit einer bestimmten Klaffe, durch die Arbeit ihrer Intelligenz, daß sie nur lebt durch die Arbeit aller.
Aus der Zfiebe des Führers vom 1. Mal 1933.
In den Vereinigten Staaten von Nordamerika stieg 1933/34 die Zahl der verlorenen Arbeitstage von 15 auf 19 Millionen.
Das bedeutendste soziale Werk der letzten drei Jahre ist die Arbeitsbeschaffung durch die nationalsozialistische Regierung. Die Kurve ihres Fortschritts sei hier abgelesen am Stichtag des 1. Mai. Es betrug die Ziffer der Arbeitslosen am
1. Mai 1932 - 5,739 Millionen
1. „ 1933 - 5,331
1. „ 1934 - 2,609
1. „ 1935 = 2,230
Die Ziffer des 1. Mai 1936 ist von der amtlichen Statistik noch nicht errechnet worden. Sie wird jedoch weit unter der Zwei-Millionen- Grenze liegen und damit einen neuen Höhepunkt des sozialen Aufschwungs anzeigen. Es ift im übrigen zu bedenken, daß sich in dieser Ziffer, abgesehen von den regelmäßig ausfallenden Saisonarbeitern, noch viele Hunderttausende verstecken, die überhaupt nicht mehr voll arbeitsfähig sind, nicht mehr arbeiten, wollen oder sich im Uebergang von einer Arbeitsstelle zur andern befinden. Kein anderer Staat kann ein derartiges Tempo der Beschäftigungszunahme aufweisen als Deutschland in den letzten drei Jahren.
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heit schützen soll, stand bei der Machtübernahme des Führers unmittelbar vor dem Zusammenbruch. Die Einnahmen sanken, die Ausgaben fliegen. Man zehrte schon von der Substanz. Das Sanierungs- tzesetz vom 7. Dezember 1933 und die weiteren Reformen retteten die Invaliden-, Alters- und Hinter- bliebenenoersicherung. Der Jahresumsatz der deutschen Sozialversicherung betrug 1934 schon wieder 7,1 Milliarden Reichsmark, wobei die Einnahmen die Ausgaben um einige hunderttausend Reichsmark überwogen. Bemerkenswert ist der geringe Aufwand für die Verwaltung. Er beansprucht nur 6,9 v. H. der Einnahmen, ein Unkostensatz, der von keinem anderen öffentlichen oder privaten Unternehmen erreicht wird. Die zwei Drittel der deutschen Erwerbstätigen, die heute als Versicherte von der Sozialversicherung betreut werden, brauchen keine Sorge mehr um die richtige und zweckmäßige Verwendung ihrer Beiträge zu haben.
Eine wichtige Voraussetzung zur Hebung des Wohlstandes des deutschen Arbeiters ist die Schaffung gesunder Wohnungen und die Entvölkerung der städtischen Mietskasernen. Partei und Staat haben deshalb das Werk der Arbeitersiedlungen in Angriff genommen. Im Jahre 1935 wurden allein 26 000 Siedlerftellen durch das Reichsheimftättenamt der NSDAP, und der Deut
Oer Steiger.
Von Paul Ernst.
In meiner Heimat war zu meiner Zeit die reichste Grube der Silbersegen. Von dieser wurde folgende Geschichte erzählt:
Etwa am Anfang des neunzehnten Jahrhunderts hatte sie einige Jahre hindurch immer geringere Erträge gegeben, endlich hörte das Erz ganz auf. Beim Oberbergamt war man überzeugt, daß die Grube abaebaut fei und man beschloß, sie eingehen zu lassen.
Der damalige Steiger Schöll, welcher die Grube unter sich hatte, zog seine Festtracht an mit dem silbernen Hinterlederfchild, dem silbernen Häckel, der verschnürten Puffjacke und dem grünsamtenen Schachthut und ging zum Oberbergamt, um den Herren feine Ansicht vorzustellen. Sie beharrten bei ihrer Meinung; Schöll wurde endlich so erregt, daß er weinte; er war ein alter Mann von über sechzig Jahren, mit einem langen weihgrünlichen Bart, in den die Tränen über die grauen, gefurchten Wangen liefen. Der Berghauptmann war eigentlich nur ein vornehmer Herr, der gar nichts von Bergwesen verstand; er hatte sich auf seine Bergräte verlassen; als er den alten Mann meinen sah, da konnte er es nuht über das Herz bringen, ihn ohne Tröstung fortzuschicken, und so erlaubte er dem Schöll, daß er noch einen Monat lang mit seiner Belegschaft suchen konnte, wo er meinte, daß der Gang sich wiederfinden müsse.
Nach einem Monat war der Gang immer noch nicht wiedergefunden, und nun sollte endgültig Schluß gemacht werden.
Schöll hatte ein Haus, das fünfhundert Taler wert war. Er bekam von einem Verwandten eine Hypothek in der Höhe des Wertes und erbot sich, für fein eigenes Geld weiterzusuchen. Der Berg- hauptmann redete ihm zu, daß er sich an seinen Kindern versündige, aber er konnte ihn nicht von seinem Vorhaben abbringen, denn er sagte, wenn man ihm die Erlaubnis verweigere, dann stürze er sich selber in den Schacht, u^b dann komme fern Blut auf bas Haupt seiner Vorgesetzten.
Auch bie fünfhunbert Taler waren aufgebracht, noch immer war nichts gefunben. Die Bergleute wußten wohl, von wem sie zuletzt ihren Lohn erhalten hatten; sie traten zusammen unb sagten bem Steiger, vierzehn Tage wollten sie jetzt umsonst arbeiten, benn wenn er Opfer gebracht habe, bann wollten sie auch Opfer bringen, unb mehr könnten sie nicht, weil sie kein Vermögen hätten.
Als bie vierzehn Tage um waren, am Samstag, da war noch immer alles fo, wie es gewesen.
Am Sonntag früh fuhr der Steiger Schöll allein in die Grube. Er kam vor Ort, hielt das Eisen an und schlug und bohrte das Schießloch. Dann letzte er es mit der Ladung zu, zündete die Zünd«
schnür an unb ging aus bem Weg. Nachbem bie Sprengung geschehen war, kam er zurück unb räumte auf; ba sah er an einer großen Wanb, bie abgesprengt war, ein Stückchen bes erzführenben Gesteins.
Nun packte er sein Gezäh zusammen unb fuhr roieber zutage. Er ging, wie er war, im Arbeits- anzug, zum Berghauptmann unb melbete ihm, baß ber Gang roiebergefunben fei.
Das Gerücht von bem Fund verbreitete sich, noch während Schöll beim Berghauptmann war, auf unverständliche Weife in der Stadt, bei den Beamten unb ben Bergleuten. Die Menschen in meiner Heimat finb ruhige unb stille Leute; aber nun stauben sie in Gruppen auf ber Straße, rebeten mitein« anber, es füllten sich sogar bie Wirtschaften, benn jeber wollte Neues von bem wichtigen Vorfall wissen. Die Belegschaft ber Grube versammelte sich in ber Wohnung bes Steigers, sie kam von selber; unb als Schöll vom Oberbergamt zurückkehrte, ba erzählte er ihnen alles, was zu sagen war.
Noch an bemfelben Tage war Befahrung. Es stellte sich richtig heraus, baß ber Gang roieber angebrochen war.
Der Berghauptmann fragte ben Steiaer, was er sich als Belohnung wünsche. Schöll sah ihn groß an unb sagte: „Ich habe nichts zu verlangen, ich habe nur meine Pflicht getan. Meine fünfhunbert Taler muß ich wiederhaben, unb bie Belegschaft hat noch ihren Lohn für vierzehn Tage au kriegen, sonst finb für ben Fiskus keine Unkosten.
Oie Schreibmaschine.
Von Werner Lenz.
Schriftzüge, Runen, Zauberzeichen! Seit grauer Vorzeit umwittert sie alle, die bas verwehbare Wort aufzeichnen, ein Hauch bes Geheimnisvollen. Noch im Mittelalter war ber Schreiber, ber bie Schriftunkunbigen beriet unb unterstützte, einer der angesehenster Mitbürger in Stadt unb Lanb. Wie schwer aber auch ber roaffenftarten unb arbeitsharten Hand es gefallen fern muß, ein paar Schriftzüge aneinanberzureihen, bas bezeugt nicht nur bie Tatsache, baß ber große, kluge Gotenkönig Theo- berich zur Unterschrift sich einer Schablone bediente, deren Schriftfugen er ausmalte, sondern auch heute noch ist es für viele grundgescheite Menschen ein rechter Entschluß, einen Brief zu schreiben. Ebenso gewiß aber ist die Erfindung der Schreibkunst als eine der Grundbedingungen für bie Entwicklung unserer hohen Volkskultur zu betrachten. Nicht nur ber augenblicklichen Mitteilung dient ja die Schrift, nicht nur der Belehrung, bem Geschäft, bem Sozialverkehr; fonbern bis in bie fernste Zukunft hinein unb aus weiter Vergangenheit heraus soll sie ein zuverlässiges Zeugnis menschlichen Denkens und Wollens jein. Einige
wichtige ©runbforberungen finb beshalb an bie Schriftniederlegungen urkunblicher, privater, geschichtlicher Art zu stellen: Deutlichkeit, Haltbarkeit, Beschränktheit des Umfanges und Versandfähigkeit. Sehen wir nun alte Schriftzeugnisse an, fo bedauern wir hier die Abwandlung der Schriftzeichen, denn je älter das Schriftstück ift, ie eigenwilliger der Schreiber seinen Federkiel meisterte, desto unklarer ift das Bild der Schrift. Ueberaus geringe Dauerhaftigkeit weifen ulte Wachst^feln und Holzplatten auf. Dauerhaft find Ziegel, Tonplatten, ©ranitfteine, aber leider zugleich auch sehr umfangreich, gewichtig und schwer oersendbar. Pergamente, Seidenstoffe unb beriet Dinge finb überaus kostspielig, auch erforbern sie teure Farben unb Tuschen zu zeitraubender Befchriftungsarbett. Vervielfältigungen gar gab es ehebem nur burch Abschrift.
Allen biefen — kulturgeschichtlich ja sehr reizvollen — Versuchen, bem menschlichen Schreib- bebürfnis unb Mitteilungswunsche zu dienen, wurde zu einem Teil mit der Erfindung desBuchdrucks entsprochen, soweit es sich um Mengen- oeroielfältigung handelte. Die Verbesserung der eigentlichen Schreibmaterialien vollzog sich viel lanasamer, wurde aber — was Schriftkultur persönlichen Gepräges anbetrifft — seit dem ausgehenden Mittelalter prächtig vervollkommnet. Immerhin fehlte dem Kulturmenschen noch ein Mittel, sehr gleichmäßige, also höchst leserliche Typen schnell und in gleichzeitig mehrfacher Niederschrift zu Briefen und sonstigen Dokumenten zusammenzufugen. Dem Bedürfnis kamen verschiedene Erfinder, oder doch Erfindungspläne, entgegen.
Bereits 1741 erwarb ein Engländer Mill ein Patent auf eine mechanische Schreibvorrichtung. 100 Jahre später erfand ein Amerikaner Burk einen Typenschreiber. Beides blieben Versuche. Den Namen einer wenn auch noch so bescheidenen Schreibmaschine verdient — als erste — die Erfindung des deutschen Forstmeisters Karl von Drais aus bem Jahre 1832, ber schon 1817 bas erste Fahrrab, besser „ßaufrab", erfunben hatte. Wenig später zeigte ber Franzose Progrin einen mechanischen Druckschreiber, eine Hebelmaschine, bie für bie Benutzung burch blinde Personen erdacht war. Sie kann — nach der deutschen Erfindung des Freiherrn von Drais — als zweite richtig- gehende Schreibmaschine bezeichnet werden. Die Einrichtung einer verbesserten und weit ausbaufähigen Maschine verdanken wir wiederum einem Deutschstämmigen, dem Tiroler Peter Mitterhofer. Sein Erzeugnis darf man nach den vorgenannten Apparaten als die erste moderne Schreibmaschine betrachten. Ihr Geburtsjahr ist 1864. Die amerikanische „Erfindung", die für die Verbreitung unb Ausgestaltung von hohem Werte würbe, burch Glidden und Sh oles. stützt sich unmittelbar
schen Arbeitsfront gebaut. Weitere 50 000 Siedler- stellen sind in Vorbereitung, außerdem ift der Bau von 8600 Eigenheimen und 11000 Geschoß- Wohnungen teils vollendet, teils sichergestellt.
So fügt sich ein Mosaikstein des sozialistischen Aufbaus an ben anbern. Die einzelnen Teile samt- lich aufzuzählen unb zu beschreiben, ist kaum noch möglich. Es sei nur erinnert an bie Arbeitsdienst» pflicht, bie Leistungen von „Kraft durch Freude" unb „Schönheit der Arbeit", bie Vorschriften zur Lehrlingsausbilbung unb bie Neuorbnung bes Ge- feüenroanberns, ben Reichsberufswettkampf, bie Umfchulungsmaßnahmen, bie Winterhilfe, bas Hilfswerk „Mutter unb Kinb", bie Ehestandsdarlehen, bie NS.-Kulturgemeinde unb all bie vielen anderen Organisationen unb Derbänbe, bie bas soziale Gut ber Nation betreuen unb vermehren. Die Fülle der einzelnen Teile scheint verwirrend, aber um so klarer und schöner tritt das Gesamtbild der s ch a ffenden deutschen Volksgemeinschaft nach unb nach hervor. Im Appell des 1. Mai nimmt es sichtbare Gestalt an.
Wieder ein 1. Mai.
Gespräche mit deutschen Arbeitern.
(Nachdruck, aus auszugsweise, verboten.)
Zum vierten Mal feiern morgen alle Schaffenden im Dritten Reich den „Nationalen Feiertag der Arbeit". Im Zeichen der kameradschaftlichen Unterhaltungen steht dieser 1. Mai. Symbolhaft fast: Tag ber „Kraft burch Freude" soll ber 1. Mai für alle Arbeiter der Stirn und der Faust sein. Für Millionen ift die Erwerbslosigkeit vorbei, fast vergessen wie ein böser Traum. Aus den Reihen dieser Millionen sprechen hier zwei Volksgenossen — sprechen von kleinen Erlebnissen, die bar sind jeder „Pointe", und die doch Schicksale widerspiegeln. Schicksale, die durch Adolf Hitler zum Guten gewendet worden sind.
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Vom zweiten Wochenlohn, den der Dreher Wal- ter I. in W e tz l a r in der Lohntüte der Leitz-Werke vorfand, kaufte er seiner kleinen Tochter Anneliese den großen Ball aus dem Schaufenster an der Ecke. Dieser große gelbrote Ball bedeutet für die kleine vierjährige Anneliese sichtbar den Beweis eines unerhörten Erlebnisses. Viele Monate lang lag dieser große Ball im Schaufenster, und in anderen Schaufenstern sah man ähnliche blaue, grüne und rote Bälle. Vielleicht mögen die einen oder die anderen davon sogar noch größer sein, Anneliese läßt solche Feststellungen heute nicht mehr gelten, ist doch für sie der Ball vom Papa der beste, schönste Ball, den man sich in ganz Wetzlar denken kann. Dies ist die Vorgeschichte des großen Ereignisses in der kleinen Anneliese jungem Leben:
Niemals solange Anneliese schon zu denken vermag, hat sie ihren Vater anders als arbeitslos gesehen. Als ganz normaler Zustand erschien es dem kleinen Mädchen, daß sein Papa immer, wenn es leichthin kleine Sehnsüchte nach schönem Spielzeug äußerte, darauf die Anwort bereithielt: „Später, Anneliese, später, wenn es wieder Arbeit gibtk" Daß dieses „später" eine Art Zeitwort mit unbestimmtem Begriff fein mußte, verstand schon das kleine Kind.
Als ganz normalen Zustand empfand es dir kleine Anneliese, daß die Brotschnitten von Natur aus zwei trockene Seiten aufzuweisen hatten. Daß es Fleisch nur in winzig kleinen Stückchen zu geben schien, daß ein Mäntelchen zwei Seiten besaß, von denen jede einen Winter lang halten mußte.
Seit acht Wochen gehört das Zeitwort „später" für Anneliese und ihren Papa der Vergangenheit an. Seit zwei Wochen weiß das Kind, daß man für bares Geld neue Strümpfe, neue Schuhe, neue Hemdchen kaufen kann.
In den Mitteilungen der Reichsanftalt für Arbeitsvermittlung figuriert das Schicksal des Drehers der Leitz-Werke Walter I. nur als einstellige Ziffer. Im Bewußtsein des Kindes verkörpert der große gelbrote Ball die Wende in feinem kleinen Leben.
Im Jahre 1930 bekam Walter I. den letzten
auf die Mitterhofer-Maschine, die Glidden in Wien kennengelernt hatte.
Auch die sichtbare Schrift, eine wichtige Voraus- setzung für schnelles, zielsicheres Maschinenschreiben, geht wiederum auf einen — in Amerika beheima- toten — Deutschen Wagner zurück. Wir marschieren also in aUeröorberfter Linie auch auf diesem überaus wichtigen Kulturgebiete. Und dem ent- spricht auch die Güte und Schönheit der deutschen Schreibmaschinen, die heute führend auf dem Welt- markte sind. Statistisch ist die Herstellung und der Absatz von Schreibmaschinen deutscher Erzeugung noch nicht fest Umrissen worden, weil die herstellenden Fabriken zumeist auch noch andere feinmechanische Apparate von der gleichen Belegschaft her- stellen lassen. Immerhin wissen wir, daß wir allein die Ausfuhr der deutschen Schreibmaschinen mit Einschluß anderer Büromaschinen auf einen geldlichen Gegenwert von mindestens 80 Millionen Reichsmark ansetzen dürfen. Das ist ein bedeutsames Zeichen der Beliebtheit der deutschen Maschinen, deren Haupteigenschaften Festigkeit, Genauigkeit des Arbeitens und Preiswürdig- kett sind. Ein Arbeiterheer steht nicht nur hinter den Drehbänken und Werktischen, darauf diese Wunderwerke der Technik täglich in Tausenden von Stücken erstehen, sondern auch die Bedienung sichert einem — meist weiblichen — Heerbann an Schreibgehilfinnen Arbeit. Zugleich ist die Schreibmaschine heute unerläßliche Voraussetzung für ein großzügig, gründlich und ordentlich geführtes Büro; weiterhin ift sie zuverlässiger Arbeitskamerad für zahllose kleine Geschäftsleute, Aerzte, Schriftsteller, Berroal- tunqsämter ufro.
Ihre Unentbehrlichkeit verdankt die deutsche Schreibmaschine besonders ihrer stets stärker in Erscheinung tretenden Anpassungsfähigkeit an alle möglichen Aufgaben. Wir haben — und auch hier ist die deutsche Vervollkommnung bemerkenswert und führend — heute neben der Walzenschreibmaschine flachschreibende Buchungsmaschinen, die in bereits gebundene Geschäftsbücher Eintragungen machen, ebenso zuverlässig wie die Hand des Buchhalters, der diese Urkunden des ehrsamen Kaufmannes führt und beschreibt. Wir haben rechnende Schreibmaschinen mit Tabulatortasten, Addier- und Subtrahiereinrichtungen, wir kennen sogar Stenographiermaschinen, Schreibmaschinen mit fremdsprachigen Alphabeten neben Gotisch oder Antiqua; mir fertigen mustergültige elektrische Maschinen an, die Arbeitskraft und Zeit sparen, und geräuscharme Maschinen, die unsere Nerven schonen. Von der schweren Tischmaschine bis zur niedlichen und doch so leistungsfähigen, dauerhaften Reiseschreibmaschine stehen sie uns in langen Regimentern unb Bataillonen zur Verfügung, die unentbehrlichen kleinen Schreibgehilfen des arbeitenden Menschen der Neuzeit.


