Ausgabe 
30.4.1936
 
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Bei den Mannern vom -Sau. aus dem Kopf. ZwanM Jahre war sie, soviel der Arheit wußte er schon. Und ArLeü hatte man auch w.eder.

Fröhliche Geschichten von der Arbeit.

muhte doch einmal sein. Und ...

Und eine

die

Frau i,i

hell Hitler!

Sprenger.

Systems gesetzt werden.

Nicht Einzelfälle regelnd, sondern die großen Grundgedanken als Normen aufstellend, hat das Arbeitsordnungsgesetz mit den hohen idealen An­forderungen, die es an die arbeitenden Menschen stellt, seine Ziele in die Zukunft gesteckt. Es bestand bei der Schaffung des Gesetzes Klarheit darüber, daß noch große Erziehungsarbeit zu leisten sein würde, die das Arbeitsordnungsgesetz voraus-

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Zwei Zchre deutsche Soziawersaffung.

15on Günther Gchelp, Assessor Dr. jur. im Reichs- und Vreußlschen Arbeitsminisserium

Arbeiter und Arbeit stehen im Dritten Reich wie in keinem anderen Staate im Vordergründe. Aeuher- lich findet das auch darin seinen Ausdruck, daß der 1. M a i, der Tag des schaffenden Menschen, zum Nationalfeiertag erklärt worden ist. Bei dieser Be­deutung der Arbeit im Staatswesen war es erfor­derlich, daß mit als erstes das Arbeitsleben eine in feste Formen gegossene Grundordnung aus dem Geiste der nationalsozialistischen Weltanschauung bekam Wenn das deutsche Volk am I.Mai (einen Nationalfeiertag begeht, dann erscheint es ange- bracht, an diese grundlegende Sozialordnung zu ^^wesentlichstes Gesetz dieser Arbeitsverfassung ist das Gesetz zur Ordnung der nativ, nalen Arbeit am 20. Januar 1934 verkündet

Aufruf des Gauleiters zum 1. Mai.

Hoch stehen wir unter dem Eindruck des 29. TNärz, dem Tage, da ein 900366 Volk in unerhörter Einmütigkeit das Bekenntnis seiner wiedergesundenen Kraft und seiner Einheit der erstaunten Welt gezeigt hat.

Zeder Volksgenosse, ob Arbeiter der Stirn oder der Faust, ob Gefolgschaftsmann oder Betriebssichrer, ob Wann oder Frau, alle find Teilhaber an dem Gelingen des grohen Aufbauwerkes unseres Führers. Das Wunder unserer politischen Erneuerung wäre ohne die nationalsozialistische Gemeinschastswee, die sich immer mehr in jedem Herzen Bahn bricht, nie möglich gewesen.

Dankerfüllt und stolz schauen wir zu unserem Führer empor, mit dem gleichen Stolz, wie auch er auf sein geliebtes mutiges Volk sieht. Dieses Vewuhtsein des Stolzes soll Euch schaffende Wenschen am Festtag des deutschen Volkes beseelen, hieraus sollt Ihr schöpfen:

Den Stolz aus Sure Taten!

Den Wut für den Tages- und Schicksalskampf! Die Freude am Dasein!

Gelächter gibt Schwung und Stimmung Arbeit geht noch einmal |o schnell. Da ist die Ge schichte vom grünen Anzug, der lila war und chwarz werden sollte. Lila wurden schließlich vor Gelächter die, die mit dabei gewesen, schwarz wurde Emil? Gemüt, wenn er daran dachte, daß nun ferne

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gesehenen Möglichkeit, Tarifordnungen und Richt- (inten zur einheitlichen Gestaltung der Arbeitsbedm- gungen zu erlassen, ist deshalb noch in erheblichem Umfange Gebrauch gemacht worden.

Große Aufgaben sind nach dieser Richtung hm von den dafür vorgesehenen staatlichen Organen, den Treuhändern der Arbeit, in dieser Zeit bewältigt worden. Als Beauftragte der Reichs- regierung auf dem Gebiete des Soziallebens find von ihnen und den für bestimmte Aufgaben be- stellten Sondertreuhändern nach Beratung in Sach- Verständigenausschüssen die erforderlichen Tariford­nungen und Richtlinien erlassen worden. Als Ga- ranten des Arbeitsfriedens haben die Treuhänder der Arbeit außerdem noch all die vielen anderen Aufgaben zu erfüllen, die ihnen das Arbeitsord- nungsgesetz zugewiesen hat. Sie haben die Tätig­keit der Vertrauensräte überwacht, ungeeignete Vertrauensmänner sind von ihnen abberufen und geeignete dafür eingesetzt worden. Der Erlaß von Betriebsordnungen und ihre Durchführung ist von ihnen sorgsam verfolgt und gefördert worden. Wenn

Grete S....?" ,

Ja, diefe Geschichte ist eigentlich recht kurz. Fünf Jahre lang gingen die beiden schon miteinander, der Oskar M. und die Grete S. Vier davon hätten sie schon unter dem gemeinsamen Namen zurück- legen können, wenn nicht...Ich wollte mich doch nicht von der Ehefrau ernähren lassen. Gewiß, sie hat Arbeit gehabt. Sie hat verdient. Ich war ohne Arbeit, von 1931 bis 1935 im Februar. Wir haben gewartet. Immer gewartet. Eines Tages sahen wir beisammen und besprachen den Unsinn der Tat- suchen. Sollte es so weitergehen, daß Grete in die Fabrik ging und ich auf den Nachweis?!"

Wenn du meine Stellung bekommen könntest, würde ich gerne die Arbeit aufgeben, würde gerne heiraten." Es war nur ein Wunsch, gesprächsweise hingeworfen. Der Gedanke ließ Grete S. nicht los. Sie ging zum Betriebszellenobmann. Ob es nicht zu verwirklichen wäre, daß Oskar M. ihre Arbeit übernehmen könnte, es handle sich doch nur um einen kleinen Mehraufwand an Lohn. Der Be- triebszellenobmann besprach die Anfrage im Der- trauensrat bei Telefunken.Wir hätten einen ahn- liehen Fall", hörte man von einem Arbeitskame- Taben, der Mitglied des Dertrauensrates war und in einer anderen Abteilung arbeitete.Ja, wir eigentlich auch", meinte der Dritte.

Heute vermag man im Personalburo bet Tele- fünfen eine lange Reihe Namen herauszuzahlen, aus Fräulein Grete S. wurde Frau Grete M., aus Lotte K. eine Frau Lotte T. und Gertrud B. ver- wandelte sich bald in Frau Gertrud P. Die Frauen räumten den Männern die Arbeitsplätze em, der Betrieb gab von sich aus einen Ehe-Zuschuß und heute arbeiten die Männer, ihre Frauen sitzen dort, wo sie sich wohler fühlen, im eigenen Haushalt.

Nach Terpentin jedoch nach Terpentin und Oelfarde hat Emil noch drei Wochen darauf ge- duftet. ,

Der unerwartete H0 cht0urlst.

Gerüste haben ihre besondere Anziehungskraft für Nachtschwärmer. Wie erstaunt waren zwei Dachdeckergesellen, als sie eines Morgens nahe beim Schornstein auf dem Dach einen Mann in Mantel und Smoking fanden, der erst nach heftigem Schut- teln aus dem Schlaf geweckt werden konnte. Es dauerte geraume Zeit, bis er sich erinnerte. Um seinen Freunden zu beweisen, daß er noch nüchtern war, hatte er sich in der stillen Seitenstraße in das Gerüst begeben, um dann in lustiger Höhe vor Alkohol und ungewohnter Anstrengung am war- men Schornstein sein Nachtlager aufzuschlagen. Nach einigen Rufen war unten alles im Tran roet- tergezogen, selbst seine Ehefrau hatte vergessen, sich weiter um ihren Mann zu kümmern. Uebrigens war der nächtliche Kletterheld nicht zu bewegen, auf dem gleichen Wege den Abstieg vorzunehmen, sondern zog die Dachluke und anschließend die Treppe vor.

Sie ist sicher nicht leicht, die Arbeit am Gerüst, sie fordert Kerle, die dreißig Meter über dem Erdboden auf einem schmalen Brett ebenso zu Hause sind, wie andere auf dem Bürgersteig. Aber gerade darum erinnern sie sich mit Schmunzeln aller Begebenheiten, die auch hier das Lachen m den gleichförmigen Alltag tragen.

Udo Wolter.

Das hat dem roten Mann gefallen.

Zehn Vollblutindianer, die in einem Reservat­gebiet in Nordquebek leben, hatten kürzlich zum erstenmal Gelegenheit, mit der westlichen Kultur in Berührung zu kommen, indem sie in ein Kran­kenhaus gebracht wurden, und hier gefiel es ihnen so gut, daß sie gar keine Lust verspürten, wieder nach Hause zurückzukehren. Die Indianer wurden in die Stadt gebracht, weil sie an verschiedenen Krankheiten, von Zahnschmerzen bis zur Mandel- entzündung, behandelt werden wollten. Zum ersten- mal machten st- eine Fahrt auf der Estenbahn und sonor in einem Automobil, zum erstenmal Iahen sie eine große Stadt und starrten entgeistert 3U den Wolkenkratzern empor, zum erstenmal schliefen sie wie der weihe Mann im Krankenhaus in einem richtigen Bett. Das wollten die roten Manner nun immer so haben, und man mußte ihnen lange gut i zureden, man muhte sie vor allem damit locken, daß sie wieder im Auto und im $nge fahren wur- . den, bis sie sich endlich dazu bringen ließen, die Heimfahrt zu ihren trübseligen Hütten anzutreten.

und in seinem Hauptteil am 1. Mai 1934 in Kraft getreten. Gerade zwei Jahre sind demnach am 1. Mai 1936 vergangen, in denen dieses Grundgesetz zum weiteren Aufbau des Staates, des Sozial- lebens und der Wirtschaft beigetragen hat.

Welche umwälzende Neuordnung dem deutschen Volke durch die nationalsozialistische Arbeitsverfas­sung gegeben ist, wird erst dann offenbar, wenn man an das hinter uns liegende Sozialsystem des Parteienstaates denkt. Da waren es die von dem Gedanken der Gegensätzlichkeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und von der Idee des Klassen­kampfes ausgehenden Arbeitgeberverbände und Ge­werkschaften, die die Arbeitsbedingungen aushan­delten und um die einzelnen Bestimmungen feilsch-

satzt

Wenn man jetzt durch die einzelnen Betriebe geht, oder an Kameradschaftsabenden teilnimmt, dann wird einem offenbar, daß in den verflossenen zwei Jahren in der Erziehung der schaffenden Menschen zu der Idee der Volksgemein­schaft Großes geleistet worden ist. Neben dem Verdienst der sonstigen Träger der Sozialverfassung ist es besonders der Schulungsarbeit der Deut» ch en Arbeitsfront zu danken, daß das gegenseitige Verstehen zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft und der Gedanke der Betriebs- gerne in schäft als höchstes Ziel im Sozialleben sich bereits weitgehend durchgesetzt hat. In wahrer

Arbeit ist keine Sache, bei der man immer nur die Stirn in ernste Falten ziehen muh. Arbeit ist auch ein fröhlich Ding. Die Man­ner vom Bau wissen ein Liedchen davon zu fingen. Kein sanftes, lächelndes Wiegenlied, auch kein Chanson mit glitzernden Lichtern darin. Nein, aber eine kräftige, handfeste Weise, ein richtiges Landsknechtslied aus lau­ter Werkhumor. Der Spaß ist gelungen warum soll man nicht dröhnend lachen und sich die Schenkel klopfen? Und auf schwan- kern Brett in luftiger Höhe ist man nicht sicherer als auf dem würzigen Boden gut­mütigen Schabernacks.

Rohrbruch mit Liebesglück.

Irgendwo im Land steckt er jetzt, dieser Bau- mann. Steckt dort nicht allein, sondern mit einer hübschen jungen Frau, die er ungefähr fünf Meter über der Erde kennengelernt hat. Fünf Meter über

der Erde! Ganz genau.

Es mag gute drei Jahre her sein, daß diese Eheanbahnung stattfand Baumann hatte gerade wieder Arbeit am Gerüst gesundem Es galt, e,n Haus abzuputzen und das Dach in Ordnung zu bringen Baumann, endlich wieder in d-r Lage sich -in ordentliches Frühstück zu leisten saß mi W be" ersten Stockwerks im Gerüst und hielt stch an seine Schinkenbemmen. Zwei hrpite Kerle wie er, waren mit der Kasseepuue oe ickäftiat die Sonne schien in das Gerüst, alles war Mch und schon, als hinter ihnen plötzlich eine helle Stimme hochging.

Sie laßen dicht neben einem Küchenfenster. Bau- mann war als erster herum und starrte zögernd das Halbdämmer hinter den Scheiben, aus dem dieses Geschrei tarn. Dann b°imrk - -r^was dort innen oor sich ging. Dort lief Wassers W°si-r

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einem soliden See anwuchs.

^b^chok?^ch^Aug'L^ä^ vor chm stand,'dannli-ser sich ein Schrau- benschlüssel geben und stieg eim Em «9' runter zum Hauswart. Nach.kurzer Z für Schaden abgestellt. Das übrige war Arbeit \ den Klempner. .

Daneben jedoch war es noch eine Merige meh. Baumann sah jetzt oft genug m der Nahe des be

Wochenlohn. Trotzdem fand sich ein tapferes Madel bereit, feine Frau zu werden. Vor vier Jahren wurde die Tochter geboren.Auf dem Arbeitsamt wurden Dreher verlangt. Ich habe mich gemeldet, wurde in der Fabrik angenommen. Gewiß, es ist nicht leicht geworden, sich wieder einzuarbeiten. Die Maschinen waren im Jahre 1930 noch einfacher, die Technik ist inzwischen sprunghaft vorgeschritten. Aber man hat Rücksicht auf uns genommen, auf die Neueingestellten. Man hat uns gleich am ersten Tatze gesagt, wir sollten uns ganz langsam wieder m die Arbeit hineinfinden und uns durch einenSchnitzer" nicht enttäuschen lassen. Das ist die ganze einfache Geschichte, wie ich und mit mir ein Dutzend Ar­beitskameraden wieder in Lohn und Arbeit gekom­men sind", sagt der Dreher Walter I. aus Wetzlar, und er meinte, daß diese Geschichte nicht des Aus- zeichnens wert sei, denn sie unterscheide sich in keinem Punkt von der Geschichte hunderttausend anderer Volksgenossen ...

In Oderschöneweide wohnt Oskar M. mit seiner Frau und einem zweijährigen Jungen. Neulich be­kam er Besuch eines lange aus seinem Gesichtskreis entschwundenen alten Front-Kameraden. Fritz W. staunte über die gemütliche Heimstätte des Freun- des:Mensch, du hast wohl reich geheiratet?! Vor vier Jahren oder vor fünf, das weiß man nicht mehr so genau, bist du doch jeden Samstag mit der

brach.

Emil wischte. Allmählich bekam er wieder Sicht. Ein Blick genügte, um zu zeigen, daß hier sämtliche Färbemittel der Welt ausgedient hatten. Gegen die Sturzse der Fensterbretterfarbe, deren Rest, zusam­men mit dem Topf, auf dem Hof lag, kam auch seine Frau nicht an.

Man schaffte Emil, der blinzelnd durch seine grüne Fassade sah, vorsichtig vom Gerüst. Unten auf dem Hof pellte man ihn halb aus und begann ihn mit Terpentin zu reinigen. Alle Fenster des Hofes waren besetzt. Es rourhe ein grandioser Lach­erfolg.

über allgemeine Arbeitsbedingungen einmal keine einhellige Ansicht zwischen Betriebsführer und Ver­trauensmännern erzielt werden konnte und die Ent­scheidung des Betriebsführers mit den wirtschaft­lichen und sozialen Verhältnissen des Betriebes nicht vereinbar erschien, dann hat der Treuhänder der Arbeit darüber zu entscheiden gehabt.

Nicht mehr wegzudenken aus dem deutschen So­zialleben sind die in der Arbeitsoerfassung vorae- sehenen Ehrengerichte, deren Aufgabe es ist, die soziale Ehre des schaffenden Menschen zu schützen.

Schließlich hat auf dem Gebiete des Kündi­gungsschutzes die deutsche Sozialverfassung Erhebliches zur Vertiefung der Gedanken der na­tionalsozialistischen Weltanschauung auf dem Ge- biete des sozialen Lebens beigetragen. Davon aus- gehend, daß Betriebsführer und Gefolgschaft im Sinne des altdeutschen Treudienstvertrages in guten und schlechten Zeiten zusammengehören, ist der Kün­digungsschutz erheblich verstärkt worden. Vor allem haben auch bei der Entscheidung der Frage, ob Du Kündigung für den Gefolgsmann eine unbillige Härte darstellt und deshalb nach dem Arbeitsort)- nungsgesetz widerrufen werden kann, die Arbeits­gerichte einen erheblich strengeren Maßstab ange­legt, als es früher der Fall war.

So hat in den zwei Jahren des Bestehens der deutschen Arbeitsoerfassung ein gewaltiger Ausbau dieses Sozialgebäudes stattge- unden. Auf alle die Durchführungsverordnungen und die sonstigen Gesetze, die als Steine in ben gro­ßen Bau eingefügt worden sind, kann hier nicht em» gegangen werden. Alles hat dazu beigetragen, die Drbnung des deutschen Arbeitslebens weiter zu fördern. Noch bleibt aber auch in Zukunft an Er- ziehungsarbeit und an der gesetzlichen Neuordnung des deutschen Sozialsystems viel zu schaffen. Stolz können wir auf das in den zwei vergangenen Jahren Gewordene zurückblicken. Es wird auch für die Zukunft ein Ansporn sein, auf dem beschrittenen Wege weiter sortzuschreiten!

Betriebsgemejnschaft, wie es das Arbeitsordnungs- aesetz verlangt, steht heute die große Mehrzahl der Betriebsführer an der Spitze ihrer Gefolgschaft und lenkt die Geschicke des Unternehmens. Mit dem Be­triebsführer arbeitet in wirklicher Betriebsverbun­denheit seine Gefolgschaft zusammen, für deren Wohl er nach dem Arbeitsoronungsgesetz zu sorgen hat.

Zur Vertiefung des Vertrauens zwischen dem Betriebsführer und feiner Gefolgschaft haben die Vertrauensmänner ihren Teil beigetragen. Sie haben dem Betriebsführer in allen betrieblichen Fragen beratend zur Seite gestanden. Auch ihr Verdienst ist es, wenn heute die Betriebe echte Schicksalsgemeinschaften geworden sind.

Wie es im Arbeitsordnungsgesetz vorgesehen ist, haben sich die Betriebsgemeinschaften als wichtigste Zellen des Soziallebens in den zwei vergangenen Jahren ihre Gemeinschaftsordnung in Form von Betriebsordnungen gegeben. Aus diesen Betriebsordnungen, die den Eigenheiten des einzel- nen Betriebes gerecht werden, ergeben sich in 23er- binbung mit ben Arbeitsverträgen die Rechte und Pflichten für die einzelnen Mitglieder der Ge­meinschaft. , , ,

Allerdings hat bisher nicht auf lebe überbetrieb­liche Regelung ber Arbeitsbedingungen verzichtet werben können. Das war in ben ersten Jahren bes Wirkens ber Sozialverfassung schon beshalb nicht möglich, weil nach ber Einführung einer solchen

ten. Tarifverträge, die in jeder Beziehung unvoll­kommene Kompromisse waren und die Eigenheiten des einzelnen Betriebes in keiner Weise berücksich- tigten, waren die Ergebnisse von oft monatelangen Verhandlungen. Streik und Aussperrung dienten bei diesen Verhandlungen dazu, ben Gegner in eine Zwangslage zu versetzen unb ihm und damit bem schaffenben Menschen und dem Wirtschaftsleben großen Schaden zuzufügen.

Daß der Nationalsozialismus, von bem Gedanken der Volksgemeinschaft ausgehend, mit diesem Sy­stem, das eine künstlich geschaffene Kluft zwischen Arbeitgeber unb Arbeitnehmer immer weiter auf­riß, von Grund aus brechen mußte, war selbstver­ständlich. Eine vollkommen neue, auf dem Gedanken

Baumann schielte nach dem Fenster, das sich sachte öffnete. Mochten die Kollegen über und unter ihm auch ihre Zicken reißen, er hielt stand Die Pausen brachten nicht mehr Schinkenbemmen allem. Sie brachten noch ein Mädchen an das Fenster. Und Baumann, Troubadour im Gerüst, überlegte, daß dieser Wasserrohrbruch wohl doch mehr als ein geplatztes Rohr, ein überdrehter Hahn gewesen, daß bas Schicksal hier vielleicht...

Man traf sich nach Arbeitsschutz, zufällig natür­lich, einige Male auf bem Hof. Dann zum Tan­zen. Unb dann, nach allerlei Zwischenspiel, fahr­planmäßig auf dem Standesamt. Zwei Kollegen vom Bau waren Trauzeugen. Baumann hat e gute Arbeit in Schlesien gefunden. Baumann hatte eine hübsche junge Frau gefunden.

Was kann einer schließlich mehr von einem ganz gewöhnlichen Wasserrohrbruch verlangen.

Dreißig Groschen fürs Telephon

Emil hatte einen Anzug. Einen Lilaanzug. Der Lilaanzug, ehemals ein Prunkstück, das nun lang­sam zum Alltagsanzug und dann zur Gerustaebeit herabgewandert war, war auch für den Bau nicht mehr ganz einwandfrei. Der Stoff zwar der hielt. Wo Emils Frau kaufte, da kaufte sie gut und für Jahrzehnte. Aber die Flecken! Die Flecken überall! Selbst auf bem Gerüst, auf bem man boch bestimmt nicht verwöhnt war, fiel Emil auf. Etwas mußte geschehen. Unb es geschah m der Form, daß Emils Frau eines Abends einige Pack- chen auf den Tisch legte unb sagte:Morgen wird schwarz gefärbt. Zieh für die paar Tage die aller- ältesten Klamotten an. Einen pikfeinen Anzug be- kommst du wieder, sage ich dir ..."

An diesem Abend hatte Emil Skatabend. Schlaf­trunken stieg er morgens aus dem Bett, zog den Lilaanzug an. Als die Frau es bemerkte, war es zu spät. Emil mußte zum Bau. Der Farbwechsel wurde um einen Tag verschoben.

Auf dem Bau waren nicht nur die Maurer unb Dachdecker allein. Im 3. unb im 4. Stock schwen - ten bie Maler mit ihren Farbtopfen herum. Emil stieg über sie hinweg, in seinen Bereich. Dort oben erzählte er, bah sein Anzug einen neuen Anstrich erhalten würde. Zu lange hatte man ihm mit dem scheckigen Ding auch schon aufgezogen.

In ber Frühstückspause mußte Emil herab. Zum Hauswart unb von bort zu einem verschwiegenen Ort. Als Emil roieber aufstieg, saßen Dort oben Die Maler und pfiffen sich eins. Neben ihnen standen die Farbtöpfe.

Emil griff tapfer unb energisch die Sprossen. Vielleicht, baß er em wenig zu stark gerüttelt hatte, vielleicht, daß da oben ein ßaufejunge von Maler- lebrling ben Topf zu nahe an ben Bretterrand ge- stellt. Emil hörte etwas rauschen. Er sah eine grüne Woge über sich hinwegspulen, horte etwas auf ben Hof klatschen. Unb bann blieb es einen Augenblick still, bis bie Explosion von einem Dutzend Gelächtern jäh und dröhnend m die Stille

Auch der Bauer Arbeiter der Nation.

Der Landesbauernführer zum 1. Mai.

Am lag der nationalen Arbeit steht der Bauet stolz unter den Schaffenden aller Be­rufs st an de in dem Bewußtsein, auf Gedeih und Verderb mit ihnen verbunden zu sein. Er empfindet es mit freudiger Genugtuung, daß die Fremdheit zwischen Stadt und Land, zwi­schen Industriearbeiter und Bauer geschwunden ist vor dem Gefühl der Zugehörigkeit zu einer einzigen Gemeinschaft des ganzen deut­schen Volkes. Die Lebensaufgabe des Bauern im Dienst der Gesamtheit ist der Kampf um die deutsche Nahrungsfreiheit. Deshalb be­geht auch der Bauer diesen 1. Blat in dem Bewußt­sein, Arbeiter der Nation zu sein, und in der Gewißheit, daß seine Arbeit weiterhin eine ge- sagnete sein wird.

gez. Dr. Wagner, W. d. R. Landesbauernführer.

Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertretender Hauptschriftleiter: Ernst Blumschem. Verantwortlich für Politik und für die Bilder in 23er- tretung: Ernst Blumschein; für Feuilleton Vr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschem. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. HI. 36: 10270. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

, Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

Oft ilt bas nicht so einfach mit bem Gelächter. Manchmal kommt J erst -in- -Ute Weile hmter- her, wie bei denen, die ihren Kollegen an einem Taae aeaen breitzigmal vom Gerüst klettern unb wLrV°us?°mm?n I°h°n. 2°d° di-!°r Kl°tt°r°i-n kostet Jochen einen Groschen den er sich ftetsi mm einem Kollegen pumpen mutzte. Er hatte absichtlich alles Kleingelb zu Hause gelassen, er woltte nicht anrufen. Schon wenige Minuten leboch, nachdem er auf hem Bau erschienen, lieh er alles Heldentum beiseite und stand in der Telephonzelle. Die Frau lag in der Klinik in den Wehen. Nach und nach waren alle Kollegen unb Kameraden um ihre flüssi­gen Groschen erleichtert, so daß schließlich sogar der Hauswart herhalten mutzte. Dann, ungefähr nach dem dreißigsten Anruf, erschien Jochen mit strah­lendem «am Gerüst. Alles war glücklich, über, standen Frau unb Junge befanden sich rooblauf. Er hatte sich seinen Sohn ehrlich erklettert. Die drei Mark Telephongelb wurden von allen Groschen­besitzern am Bau bem neuen Sprohlmg als erstes Patengelb verschrieben.

Emil wechselt die Farbe.