Montag, 50. märj 1956
Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für (Sberhesien)
Hr. 76 Drittes Blatt
Unser Gau bekennt sich zum Führer!
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Marine-HI. wirbt mit einem Kriegsschiff-Modell auf dem Kreuzplatz für den Führer.
Wer im Wahlbetrieb einige Erfahrungen besitzt, dem war es gestern vormittag wohl die größte und auch angenehmste Ueberraschung, die so zahlreich eingehenden Meldungen zu beobachten. Noch niemals, seit gewählt wird, sind zu so früher Stunde eine derart große Zahl von Gemeinden gemeldet worden, in denen die Wahlhandlung bereits vollkommen abgeschlossen war.
Der Ort Zimmerschied im Kreis Unterlahn meldete um 9.15 Uhr, Unter-Widdersheim im Kreis Büdingen um 9.20 Uhr, und Moosborn im Kreis Gelnhausen um 9.40 Uhr 100prozentige Wahlbeteiligung. Aber nicht nur einzelne Ortschaften, sondern ganze Kreise konnten bis 12 Uhr oder wenig später bereits hervorragende Ergebnisse melden. Der Kreis Büdingen hatte um 11.50 Uhr bereits 21 von 77 und um 15.30 Uhr 45 von 77 Gemeinden mit restloser Stimmabgabe zu melden. Im Kreis Dieburg hatten bis 12 Uhr in 38 Gemeinden alle Wahlberechtigten ihrer Pflicht genügt.
Bereits um 15 Uhr ließ sich mit Sicherheit feftstetten, daß nahezu in allen Kreisen des Gaugebietes Hessen-Nassau von 50 v. h. aller Gemeinden ein lOOprozentiges Ergebnis vorlag.
Wie überaus stark der Andrang zu den Wahllokalen war, zeigt ein Beispiel: in Steinberg (Kreis Schotten) hatten 20 Minuten nach Wahl- Leginn 85 v. H. der Bevölkerung ihre Wahlpflicht erfüllt.
Auch in den übrigen Ortschaften und Städten war der Anfang gleich groß, so daß vielfach die Wähler bis auf die Straßen und Höfe anstehen mußten und die polizeiliche Schließung die einzige Rettung bedeutete.
Besser als ein Gesamtbericht können Einzelbilder des Wahlsonntags die noch nie dagewesene Be-^ Meisterung zum Ausdruck bringen. Den größten Anteil daran hatten wohl in allen Orten die ä l t e - -st e n Einwohner, die in der Mehrzahl schon in der frühesten Morgenstunde als Erste an der Wahlurne erschienen.
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Ein 70jähriges Ehepaar aus Obersaulheim sollte vom Zubringerdienst abgeholt werden: es erklärte jedoch, noch jung genug zu sein, um für den Führer laufen zu können.
Der älteste Einwohner des Kreises Limburg, der 99jährige Konrad Braun aus E l z wählte mit den Worten: „Ich habe noch Kraft genug, dem Führer meine Stimme zu geben!"
Ein 91jähriger Mann aus Ulfa (kreis Schollen), der feit 1918 sich an keiner Dahl mehr beteiligt hatte, ging heute erstmals wieder zur Urne.
Eine heroische Haltung offenbarte eine Frau im Kreis Offenbach, die um 8 Uhr vormittags entbunden wurde und bereits um 10.30 Uhr ihrer Wahlpflicht genügte.
Ein 73jähriger aus B a ch (Kreis Oberwesterwald) der seit 5 Jahren bettlägerig ist, äußerte den dringenden Wunsch, von der SA. zum Wahllokal getragen zu werden.
Eine Frau, die erst gestern nach Frankfurt a. M. - Eschersheim umgezogen und noch nicht in die Frankfurter Stimmliste eingetragen war, scheute keine Kosten, um doch noch wählen zu können: sie ließ sich per Auto nach ihrem früheren Wohnort Kaiserslautern fahren und konnte dort ihre Pflicht erfüllen.
Aus den Reihen der alten Soldaten, die in der Systemzeit nie von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben, erhielt der Führer besonders aufrichtige Zustimmung. So bekundete der in Weilburg lebende Generalleutnant a. D. G r i e- ben, der 1871 an der Kaiserproklamation in Versailles teilgenommen hatte, durch die Abgabe seiner Stimme seine Verbundenheit mit der Politik des Führers.
Nicht minder einmütig war die Zustimmung des hessen-nassauischen B a u e r n v o l k e s, das sich in
Der 95jährige Herr Muhl in Begleitung von Politischen Leitern auf dem Wege zu, Wahl.
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den meisten Ortschaften bis zum letzten Mann zum Führer bekannte. So erklärte ein Ortsbauernführer sehr launisch: „Bei uns is früh abgestimmt morde, mir hawwe kei Zeit versäume derfe —, mir sin lauter Nationalsozialiste." — Ein anderer berichtet: „Bei uns sin mer mit Musik vors Wahllokal gezoge; bei so eme Fest, geht's ohne Musik net ab."
Rührende Bekenntnisse ihrer Treue zum Führer gaben zwei alte Leutchen im Wahllokal der Ortsgruppe Südend in Frankfurt a. M. ab: die 92- jährige Elise Engel äußerte, daß sie, solange sie lebe, dem Führer dienen wolle; der 79jährige Schwalm, der zum Wahllokal getragen werden mußte meinte humorvoll, daß nach der Wahl das Essen ihm noch einmal so gut schmecken wird.
Rührende Anteilnahme erzwang sich in der gleichen Ortsgruppe ein 86jähriges Mütterchen, das seinem Stimmschein einen Zettel anheftete, auf dem geschrieben stand: „Ich liebe meinen Führer, mehr als mein Leben!"
Ein erschütterndes Beispiel von letzter Aufopferung gab der 99jährige Bäckermeister Wilhelm Kno th auf Frankfurt a. M., dessen letzter Wunsch es war, heute noch einmal seine Stimme abgeben zu dürfen, dann wolle er gern sterben. Heute morgen war er unter den ersten Wählern und heute nachmittag wurde er, nach der Erfüllung seines Wunsches, in die Ewigkeit abberufen.
Und kann die Opferbereitschaft, Hingabe und Pflichterfüllung für den Führer stärkeren Ausdruck finden, als in der Tat eines halbgelähmten in Arheilgen bei Darmstadt, der seit zwölf Jahren nicht mehr die Straßen betreten hat, heute aber feine letzte Kraft zufammenraffte
-und mühsam zum Wahllokal sich schleppte, um ja nicht feine Pflicht zu versäumen.
So zeigen die eingehenden Berichte aus den Ortschaften und Kreisen des Gaues Hessen-Nassau immer wieder das gleiche Bild: in vielen Orten scharte sich die Bevölkerung spontan zusammen, um gemeinsam zum Wahllokal zu marschieren und so einmütig sich zum Führer zu bekennen. Wenn man die bis jetzt vorliegenden einzelnen Ergebnisse betrachtet, so muß man feststellen, daß der Appell des Führers überall stärksten Widerhall gefunden hat.
Telegramm des Gauleiters an den Führer
NSG. Nach Vekanntwerden der Wahlergebnisse aus dem Gau Hessen-Nassau richtete Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger nachfolgendes Telegramm an den Führer:
Wein Führer!
Gau Hessen-Nassau hat am heutigen Tage wahr gemacht, was er bei Ihrem Hiersein versprach, und was im Wahlkampf herausleuchtete. Hessen-Nassau steht wie ganz Deutschland in historisch seltener Einmütigkeit hinter Ihnen, mein Führer. Wir sind stolz, zu Ihrer Gefolgschaft zu gehören und werden mit Ihnen marschieren, wann und wohin Sie auch immer befehlen.
heil!
Sprenger.
Dank des Landesbauernführers
LPD. Frankfurt a. M., 29. März. Landesbauernführer Dr. Wagner hat nach Bekanntwerden des glänzenden Wahlergebnisses folgenden Aufruf an das h e s f e n - n a f s a u i f ch e Landvolk gerichtet:
An das hessen-nassauische Landvolk!
Der restlose begeisterte Einsatz des hessennassauischen Landvolkes für den Führer hat mich mit Stolz und Freude erfüllt. Adolf Hitler
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Die 93 Jahre alte Professorswitwe Frau Streng in Begleitung des Roten Kreuzes nach der Stimmabgabe.
(Aufnahmen [7]: Photo-Pfaff, Gießen.)
sicherte Euch Haus, Hof, Ehre und Frie» den. Eure Stimme sicherte ihm sein Friedenswerk.
Indem ich Euch Bauern und Landarbeitern für diesen Beweis der Einsatzbereitschaft danke, erwarte ich, daß Ihr auch im künftigen Alltag Euch der Treue dieses 29. März bewußt bleibt.
Heil Hitler!
Dr. Wagner, Landesbauernführer.
Erhebendes Bekenntnis der Stadt Gießen zum Führer.
Oer Verlauf des gestrigen Wahltages.-In Gießen 24325 Stimmen für die Liste und damit für den Führer, 334 Stimmen gegen die Liste und ungültig.
Der gestrige Wahltag fand auch in Gießen einen eindrucksvollen Auftakt mit der lieber» tragung des Schlußappells des Führers am Samstagabend aus Köln. Nicht nur in den Wohnungen am eigenen Radiogerät saßen die Volksgenossen, um der weihevollen Stunde in Köln als Hörer über Hunderte von Kilometer hinweg beizuwohnen, sondern auch an den von der Partei für den Gemeinschaftsempfang vorgesehenen Stätten und in zahlreichen Gastwirtschaften hatten sich sehr viele Männer und Frauen eingefunden, um zum letzten Male vor der historischen Abstimmung den Führer zu hören. Die rechte Einfühlung in das unvergeßliche Erleben gab das Glockengeläute, das auch zu den Hörern am Radiogerät ernst mahnend herüber- klanq. Und dann sprach der Führer zu seinem deutschen Volke, das ihm allenthalben mit aufnahmebereitem Herzen und hingebungsvollem Glauben in treuer Verbundenheit folgte. Die ehernen Stimmen der Glocken des Kölner Doms, die im ganzen Reiche sofort das Geläute aller Kirchenglocken auslösten, und der über das ganze Reich zum nächtlichen Himmel mächtig emporbrausende Gesang des Niederländischen Dankgebetes waren auch für unsere Stadt der ergreifende Ausklang dieses Bekenntnisses vor aller Welt, daß Adolf HitlerDeutschland i st und Deutschland Adolf Hitler!
Das NSKK. beteiligte sich am Samstag in starkem Maße an der Propaganda für den großen Wahltag. Unter dem Kommando des Führers der Motorstandarte I/M 147, Obersturmführer Schäfer fuhr die große Wagenkolonne in drei Gruppen m die nähere Umgebung von Gießen. Ueberall in den Ortschaften, die das NSKK. passierte, kündigten Fanfarenbläser des Jungvolks die Auffahrt der Wagen an, die zum Teil prächtig mit Flaggentuch und mit Plakaten geschmückt waren. Auf einem der Wagen sah man das Zeichen der NSKK in einer eindrucksvollen und plastischen Form dargestellt. Nach dem Eintreffen der Wagen in den einzelnen Dörfern sammelten sich die Mannschaften und riefen in disziplinierten Sprechchören zur Wahl auf.
Gegen 17 Uhr traf sich die gesamte Wagenkolonne zu einer großen Kundgebung in Grünberg. Dort hatte sich inzwischen auch die Standartenkapelle der Motorstandarte 147 eingefunden. Viele Einwohner der Stadt fanden sich auf dem Platze der Kundgebung ein. Obersturmführer Schäfer wies in einer kurzen Ansprache auf die Bedeutung des Wahltages hin und forderte die Bevölkerung auf, sich geschlossen hinter den Führer Adolf Hitler zu stellen, lieber Reiskirchen, Großen-Buseck, Alten- Buseck und Wieseck wurde die Rückfahrt angetreten. In unserer Stadt fiel die Wagenkolonne, als sie nach Einbruch der Dunkelheit hier ankam, allge-
Zu unseren Bildern:
Neben st ehend: Eine Gruppe des NSKK. Gießen vor Beginn der Propagandafahrt.
Links unten: Ab- stimmung in den Krankenzimmern der Kliniken.
Rechts unten : Hochbetrieb in einem Wahllokal.
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Die Spitze der langen Autokolonne des Gießener NSKK. bei Reiskirchen.
In Kempten (Kreis Bingen) war es der sehn- lüchtigste Wunsch einer Mutter von zehn Kindern, in Dankbarkeit für die liebevolle Fürsorge, die ihr Inirch die vom Führer geschaffenen Einrichtungen zuteil geworden ist, noch einmal ihm die Hand drucken zu dürfen. Wenn sie es nicht mehr erleben sollte, dann wollte sie wenigstens durch die Abgabe ihrer Stimme das Werk des Führers unterstützen.
In Nackenheim (Kreis Alzey) waren die ersten Wähler an der Urne zwei 90jährige Veteranen.
Eine gebrechliche Frau aus Ern st haus en (Kreis Oberlahn), die die beiden letzten Male nicht zur Wahl gehen konnte, ließ es sich diesmal unter keinen Umständen nehmen, ihre Verbundenheit mit dem Führer zu bekunden.
In Seckbach bei Frankfurt a. M. wurde em Blinder, der zudem noch schwer gelähmt war, ins Wahllokal getragen, wo er laut erklärte, daß er dem Führer seine Stimme geben wird.


