bauamt im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes ausgeschrieben. Interessenten seien besonders darauf hingewlesen.
Schöffengericht Gießen.
Wegen fahrlässiger Tötung wurde der K. K. aus Beienheim zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte fuhr im Juni vorigen Jahres mit seinem Kraftwagen durch Friedberg. Durch unvorschriftsmäßiges Fahren stieß er mit einem Radfahrer zusammen, so daß dieser tödlich verunglückte.
Der Jude Sally Oppenheimer aus Gießen fuhr am 4. Juli 1935 mit seinem Kraftwagen in Begleitung eines jungen Mannes ins Lumdatal.
Da die Hauptstraße Treis—Allendorf durch Straßenarbeiten gesperrt war, befuhr der Angeklagte einen Feldweg, der über einen unbewachten Bahnübergang führte. Plötzlich nahte ein Zug heran, und es kam zu einem Zusammenstoß, wodurch der1 Wagen beschädigt und der Angeklagte als auch der 'Fahrgast verletzt wurde. Das Gericht erkannte an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat auf 2 0 0 Mark Geldstrafe.
Der W. K. aus Berstadt verletzte mit einem Stock einen in Ausübung seines Dienstes sich befindenden Feldschütz, als dieser eine Frage an den Angeklagten richtete, und bedrohte ihn. Das Gericht verurteilte ihn zu 10 0 Mark Geldstrafe.
Die Veranlagungsrichtlinien für 1935.
Wie im Vorjahr, so hat der Reichsminister der Finanzen auch in diesem Jahr eingehende Veranlagungsrichtlinien zur Einkommen- steuer und Körperschaftsteuer herausgegeben. Diese Veranlagungsrichtlinien beziehen sich auf die Veranlagung zur Einkommensteuer und Körper- chaftssteuer für 19 3 5. Sie werden im Reichsteuerblatt veröffentlicht und können auch durch )en Buchhandel zum Preise von 40 Pf. bezogen werden. Ihre Kenntnis ist für alle Steuerpflichtigen wichtig, die für 1935 zur Einkommensteuer oder Körperschaftsteuer veranlagt werden.
In den Veranlagungsrichtlinien ist die Frist für die Abgabe der Steuererklärungen zur Einkommen st euer, Körperschaft- st e u e r und U m s a tz st e u e r auf den Zeitraum vom 1. bis 2 9. Februar 1936 festgesetzt. Die Vordrucke für die Steuererklärung gehen den Steuerpflichtigen in der Zeit vom 10. bis 31. Januar 1936 zu. Eine allgemeine Verlängerung der Erklärungsfrist über den 29. Februar 1936 hinaus wird nicht stattfinden. In einzelnen begründeten Ausnahmefällen kann jedoch das Finanzamt die Steuererklärungsfrist verlängern, und zwar bei der Einkommensteuer bis zum 30. April
Für die Gewerbetreibenden sind unter den Ausführungen und Anweisungen in den Veranlagungsrichtlinien von besonderer Bedeutung die Anweisungen über die Behandlung der sogenannten kurzlebigen Wirtsch>aftsgüter des Anlagevermögens. Die Liste der kurzlebigen Wirtschaftsgüter gilt bis auf weiteres fort, sie ist nur in einzelnen Punkten ergänzt worden. Gleichzeitig ist für Gewerbetreibende noch klargestellt worden, daß die G e w e r b e st e u e r bei oer Ermittlung des gewerblichen Gewinns abzugsfähig ist. Durchschnittssätze werden für 1935 für nichtbuchführende Gewerbetreibende nicht aufgestellt, sondern, wie bisher, Richtsätze.
Zu erwähnen ist noch, daß mit Wirkung vom 1. Januar 1936 ab Ledige im Alter von mehr als 65 Jahren für die Einkommensteuer nicht mehr als ledig behandelt werden. Sie haben nicht mehr die höhere Einkommensteuer für Ledige, sondern die Einkommensteuer nach den Sätzen für kinderlos Verheiratete zu entrichten. Für die jetzt durchzuführende Veranlagung für 1 935 gilt aber noch die alte Regelung, wonach sie als ledig gelten.
Wichtige Lohnsteuerbestimmungen.
1. Die Arbeitgeber müssen für jeden am 31. Dezember 1935 bei ihnen beschäftigt gewesenen Arbeitnehmer dem Finanzamt die Steuerkarte 1935 mit der vollzogenen Lohnsteuerbescheinigung aus der zweiten Seite derselben übersenden. Die Ueber- sendung hat bis zum 15. Februar 1936 an das Finanzamt zu erfolgen, in dessen Bezirk die Steuerkarte 1936 ausgeschrieben worden ist. Die Steuerkarten dürfen also diesen Arbeitnehmern nicht ausgehändigt werden. Für die im Kalenderjahr 1935 beschäftigten Arbeitnehmer, deren Steuerkarte 1935 dem Arbeitgeber nicht vorgelegen hat, und für die vor dem 31. Dezember 1935 ausgeschiedenen Arbeitnehmer, bei denen die Lohnsteuerbescheinigung auf Seite 2 der Steuerkarte 1935 beim Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis versehentlich nicht ausgestellt worden ist, müssen die Arbeitgeber Lohn- steuer-Ueberweisungsblätter zum gleichen Zeitpunkt an das Finanzamt der Betriebsstätte übersenden. Vordrucke zu Lohnsteuer-Ueberweisungsblättern werden von den Finanzämtern auf Antrag unentgeltlich an die Arbeitgeber abgegeben.
2. Alle Arbeitnehmer, die am 31. Dezember 1935 in keinem Dienstverhältnis standen, sind verpflichtet, die in ihrem Besitz befindliche Steuerkarte 1935 bis zum 15. Februar 1936 bei dem Finanzamt abzuliefern, in dessen Bezirk sie am 10. Oktober 1935 gewohnt haben. |
3. Für Arbeitnehmer, deren Arbeitslohn im Kalenderjahr 1935 den Betrag von 8400 RM. überstiegen haben, sind von dem Arbeitgeber außer der Lohnsteuerbescheinigung auf der Steuerkarte 1935 besondere Lohnzettel auszuschreiben und bis zum 31. Januar 1936 an das für den Arbeitnehmer nach seinem Wohnsitz ^uftänbige Finanzamt einzusenden. Wird der Lohnzettel an die zweite Seite der Steuerkarte 1935 angeklebt, bann erübrigt sich die Ausschreibung der Lohnsteuerbescheinigung auf Seite 2 der Steuerkarte. Vordrucke zu Lohnzetteln werden den Arbeitgebern auf Antrag vom Finanzamt kostenlos geliefert.
Nähere Auskunft erteilen die Finanzämter.
AE>.-Kn'egsopserversorgung e.V.
Ortsgruppe Gießen.
Uebersicht der Zellen und Blocks in der Stadt Gießen.
Zelle Mitte.
Obmann Hammel, Ludwigstraße 21.
Block 1: Obmann Derzbach, Bahnhofstraße 23. Bahnhofstraße, Grabenstraße, Hinter der Westanlage.
Block 2: Obmann Spielmann, Horst-Wessel- Wall 1. Horst-Wessel-Wall, Mühlstraße.
Block 3: Obmann Hahling, Wolkengasse 27. Wolkengasse, Kleine Mühlgasse, Teufelslustgärtchen, Löwengasse, Tiefenweg, Kaplansgasse.
Block 4: Obmann Trautmann, Plockstraße 13 H. Marktplatz, Marktstraße, Mäusburg, Kreuzplatz, Neuenweg, Neuen Bäue, Weidengasse.
Block 5: Obmann Wittstock, Seltersweg 31. Seltersweg, Plockstraße, Johannesstraße, An der Johanne;kirche.
B l o ck 6: Obmann Haas, Bismarckstraße 31. Bismarckstraße, Bruchstraße, Ludwigstraße.
Block 7: Obmann Himmler, Löberstraße 1. Lö- derstraße, Bleichstraße, Hindenburgwall, Alicenstraße, Goethestraße.
Block 8: Obmann Kraus, Seltersweg 67. Neustadt, In Löbershof, Kornblumengasse, Sandgasse.
Zelle Nord.
Obmann Ludwig Becker, Steinstraße 67.
Block 1: Obmann Schäfer, Hammstraße 8. Ga° belsbergerstrahe, Hammstraße, Lahnstraße, Zu den Mühlen.
Block 2: Obmann Julius Jöckcl, Hammstraße 14. Leimenkauterweg, Am Schlachthof, Schützenstraße, Krofdorfer Straße, Öleiberger Weg, An der Hardt.
Block 3: Obmann Albert Merbach, Rodheimer Straße 34. Rodheimer Straße, Hinter den Schießgärten.
Block 4: Obmann Ernst Hosch, Wetzsteingasse 32. Steinstraße bis Dammstraße, Dammstraße, Werner- wall, Kirchstraße, Wetzsteinstraße, Wetzsteingasse, Lindenplatz, Kirchenplatz, Sonnenstraße, Schulstraßc, Neuen Bäue.
B l o ck 5: Obmann Karl Einhäuser, Weserstraße 9. Steinstraße ab Dammstraße, Ederstraße, Weserstraße, Schillerstraße.
Block 6: Obmann Wilh. Fischer, Steinstraße 55. Steinstraße ab Ederstraße, Asterweg, Ederstraße, Wißmarer Weg.
Block 7: Obmann Adolf Wagner, Schottstr. 17. Eteinstraße ab Asterweg, Schottstraße, Asterweg ab Schottstraße.
Block 8: Obmann Ludwig Lich, Landgraf-Philipp-Platz 8. Landgraf-Philipp-Platz, Landqrafen- straße, Hitlerwall, Marburger Straße, Bucking- straße, Wiesecker Weg, Thomastraße.
Block 9: Obmann Wilh. Völpel, Walltorstraße 7. Walltorstraße, Asterweg bis Wernermall, Braugasse, Brandgasse, Senckenbergstraße, Hitlerwall, Marktlaubenstraße, Brandplatz.
Zelle Süd.
Obmann Herbert Kraft, Aulweg 44 (Stellvertreter Alwin Wolf, Aulweg 50.)
Block 1: Th. Erb, Aulweg 50. Heegstrauchweg, Schiffenberger Weg, Erdkauterweg, Sandkauterweg, Gemarkung Schisfenberg, Aulweg.
B l o ck 2: Obmann, Edelmann, Am Riegelpfad 42. Am Riegelpfad, Ludwigstraße von 60 bis 55 bzw. Ende Wilsonstraße.
B l o ck 3: Obmann Morneweg, Am Riegelpfad 90. Liebigstraße.
Block 4: Obmann Wilh. Köhl, Wilhelmstraße 48. Wilhelmstraße, Ebelstraße, Jheringstraße, Günters- graben, Auf der Weißerde, Welckerstraße.
Block 5: Obmann Weber, Frankfurter Straße 109. Frankfurter Straße.
Block 6: Obmann Willi Haas, Crednerstraße 12. Leihgesterner Weg, Bergwerk (Oberhof), Rodthohl, Röntgenstraße, Friedrichstraße, Wartweg, Am Schlangenzahl, Freiligrathstraße, Hofmannstraße, Klinikstraße, Körnerstraße, Gaffkystraße.
Block 7: Obmann Bär, Crednerstraße 12. Crednerstraße, Wetzlarer Weg, An der Margaretenhütte, An den Bahnhöfen, An der Kläranlage.
B l o ck 8: Obmann Peter, Crednerstraße 2*1. Hille- brandstraße, Mittelweg, Glaubrechtstraße, Buchner- straße, Am Steg, Schubertstraße, Händelstraße, Beet- hooenstraße, Hollerweg, Buddestraße.
Zelle Ost.
Obmann Neubauer, Großer Steinweg 11.
Block 1: Obmann A. Götz, Friedensstraße 9. Friedensstraße, Posener Straße, Memeler Straße, Danziger Straße.
Block 2: Obmann Reuter, Hillebrandstraße 7. Hillebrandstraße, Am Kugelberg, Anneröder Weg, Döringstrahe, Georg-Philipp-Gail-Straße, Karl- Vogt-Straße, Kaiserallee, Alter Rödger Weg, Grünberger Straße, Rödgener Straße.
Block 3: Obmann Rademacher, Kaiserallee 55. Kaiserallee, Landmannstraße, Licher Straße, Wolfstraße.
Block 4: Obmann Kimmel, Fröbelstraße 8. Frö- belstraße, Moltkestrahe, Roonstraße, Großer Steinweg, Kaiserallee.
Block 5: Obmann Vogelhöfer, Am Nahrungsberg 8. Gartenstraße, Ludwigsplatz, Bergstraße, Gutenbergstraße, Am Nahrungs'berg, Hessenstraße.
Block 6: Obmann Lipphardt, Stephanstraße 32. Keplerstraße, Henselstraße, Lessingstraße, Goethestraße, Stephanstraße.
Block 7: Obmann i. V. Görres, Ortsgruppenkassenverwalter. Gnauthstraße.
Besondere Beachtung.
Die Beiträge werden vom 1. Februar 1936 ab nur von den zuständigen Blockobleuten kassiert. Mehrmaliger Besuch wegen Abholung des Beitrags ist nicht statthaft, da der Beitrag eine Bringeschuld ist.
Ortsgr.-Obmann: gez.: H a l b r o t h.
F. d. R.: gez.: M o h a u p t, Org.-Obmann.
Der Führer Ehreupate von Drillingen.
LPD. Büdingen, 29. Jan. Bei den vor einiger Zeit auf dem Hofgut Konradsdorf in der Familie des Kutschers Niederer zur Welt gekommenen Drillingen hat der Führer die Ehrenpatenschaft übernommen. Die Familie hatte bereits sieben Kinder.
Lustschuh ist Landesverteidigung?
Es gibt immer noch Volksgenossen, die die Notwendigkeit des Luftschutzes und die Durchführbarkeit eines Selbstschutzes der Zivilbevölkerung bestreiten. Entweder sie kennen die aus der Luft drohenden Gefahren und malen alles schwarz in schwarz, oder ihnen sind die Zusammenhänge nicht geläufig; dann meiifen sie, das Vorhandensein von Fliegern und Flakartillerie genüge zur Abwehr eines Luftangriffes vollauf. Sie gehen von falschen Voraussetzungen aus.
Es gibt heute von der Verdunkelung bis zur Tarnung, von der Dachbodenentrümpelung bis zum Schuhraum, vom Luftschuhhauswart bis zur Laienhelferin eine Fülle von Abwehrmöglichkeiten. die. richtig und sachverständig vorbereitet, einen weitgehenden Schuh auf dem Lande und in der Stadt gewährleisten.
So groß auch die Gefahren sind, die moderne Bombenflugzeuge heraufzuführen vermögen, so mannigfaltig sind doch auch die Aussichten der Abwehr. Wer praktisch seit Jahr und Tag im Luftschutz steht, weiß das. Und die Entwicklung ist keineswegs am Ende. Im Gegenteil! Deutschland hat ja erst vor wenigen Jahren begonnen, sich mit den durch das Militärflugzeug aufgeworfenen Problemen zu beschäftigen. Und es unterliegt nicht dem mindesten Zweifel, daß bei dem allgemeinen Interesse für alle Fragen des Luftschutzes die Abwehr mit der Zeit immer lückenloser werden wird.
Freilich, ohne die Gesamtheit der Bevölkerung ist auf die Dauer nichts Endgültiges zu erreichen. Die Kräfte der Behörden reichen in keinem Falle aus, um die bei einem Luftangriff entstehenden Schäden zu bewältigen, und Fliegerwaffe und Flakartillerie werden im Ernstfall keineswegs immer und überall bereitstehen können.
Es muß deshalb in jedem Haus eine Abwehr- gemeinschaft geschaffen werden, die in der
Stunde der Gefahr den auf sie einstürmenden Aufgaben voll gewachsen ist. Sie kann nicht improvisiert werden. Sie muh im Frieden unter Führung des polizeilich verpflichteten Lufl- schuhhauswartes ausgebildet werden und durch immer wiederholte Hebungen schließlich zu weitgehender Sicherheit gelangen.
Dies alles ist nicht leicht. Viele Eingriffe in häusliche Verhältnisse werden nötig, manche Bequemlichkeit muß geopfert werden — vieles muß geduldet oder unterlassen werden, um dem Wohle der Volksgesamtheit zu dienen. Wir müssen uns alle daran gewöhnen, daß das Flugzeug für die Kriegführung große Umwälzungen mit sich bringt.
keine Stadt und kein Dorf in Deutschland liegt außerhalb der Gefahrenzone. Jeder Landstrich kann in kürzester Frist die Schrecken des
Krieges kennenlernen.
Darauf gilt es sich einzurichten. In einem zukünftigen Kriege feiert das Mittelalter feine Auferstehung. Wie damals bei der Belagerung einer Stadt Frauen und Kinder bei der Verteidigung halfen und oft manches dazu beitragen konnten, ihre Heimat zu retten (vergessen wir nicht Nettel- beck und sein Kolbera in der napoleonischen Zeit!), so muß im Ernstfall das ganze deutsche Volk in Stadt und Land an der Front und in der Heimat einsatzbereit fein. Die nationalsozialistische Staatsführung hat ihre Aufgabe erkannt;
die Luftschuhpflicht für alle Deutschen ist Gesetz:
der Reichsluftschutzbund ist beauftragt, die Schulung der Volksgenossen durchzuführen. Nun liegt es an uns, diese der Landesverteidigung dienende Aufgabe zu erfüllen und die Pessimisten und Besserwisser durch Leistung zu bekehren.
Obecheffen.
Einbruch in Garbenteich.
* Garbenteich, 30. Jan. In der vergangenen Nacht wurde hier beim Gastwirt Becker ein» gebrochen. Der Dieb hatte eine Fensterscheibe eingeschlagen, stieg ein und machte sich dann im Gastraum zu schaffen. Was er alles an sich genommen hat, konnte bis zur Stunde noch nicht genau festgestellt werden. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Gießen sind im Gange.
Landkreis Giehen.
X W i e s e ck , 29. Jan. In einem gutbesuchten Gemeindeabend sprach gestern in der Kirche Pfarrer Trapp (Gießen) im Auftrag des Evangelischen Bundes über das aktuelle Thema: .Deutschglaube oder Christusglaube?" In anschaulicher Weise widerlegte der Redner die Behauptung, das Christentum sei unseren Vorfahren mit Gewalt aufgezwungen worden und habe die germanische Eigenart verdorben. Gegenüber dem christlichen Glauben von'Gott, Christus und Sünde versage der Deutschglaube ebenso, wie gegenüber der Frage: „Wie wollt ihr die Not des Lebens meistern?" Der Christ befinde sich in guter Gesellschaft mit Luther, Ernst Moritz Arndt, Ziethen, Bismarck, Stöcker, Hindenburg, Schlageter u. a. Die Gemeinde antwortete mit. Arndts: „Ich weiß, an wen ich glaube", Dekan Sattler dankte dem Redner und schloß mit Gebet und Vaterunser den Abend.
wg. Großen-Buseck, 29. Jan. In einem dieser Tage im Schulsaal der hiesigen Kochschule abgehaltenen Schulungsabend der NS. - Frauenschaft wurden von der Leiterin Frau Schneider Kochrezepte neuer Art zur Kenntnis gegeben. Die Herstellung der Speisen erfolgt dabei ausschließlich aus deutschen Erzeugnissen. Kostproben überzeugten durch ihre Schmackhaftigkeit. — Bei der ersten Brennholzversteigerung aus dem Gemeindewald wurden durchschnittlich sehr hohe Preise erzielt. Es kam in der Hauptsache Buchenholz zum Verkauf. Es kosteten (je zwei Raummeter): Buchenscheite 17 bis 19 Mark, Buchenknüppel 13 bis 14 Mark, Buchenstöcke 7 bis 8 Mark, Buchenreiser (je fünf Raummeter) 6 bis 7 Mark, Eichenscheite (je zwei Raummeter) 10 bis 11 Mark, Eichenknüppel 8 Mark, Stöcke 5 Mark, Fichtenknüppel 4 bis 5 Mark.
# Mainzlar, 28. Jan. Die hiesige Krieger- und Schützenkameradschaft (im Kysshäu- serbund) hielt am Samstag bei Gastwirt Heinrich Vogel IV. ihre Jahresschlußversammlung ab. Kameradschaftsführer L. Wagner leitete den Abend. Die Rechnungsablage zeigte einen günfti» gen Stand. Der gesamte Vorstand blieb im Amt. Aus der Vereinstätigkeit ist bemerkenswert, daß über 40 v. H. der Mitglieder am Gruppenschießen in Daubringen teilnahmen. Ferner schossen die bronzene Kyffhäusernadel die Kameraden Wilhelm Gpaar, Ludwig Fuchs, Wilhelm Pfeiffer und Heinrich Sauer. Der Jahresschlußappell klang aus mit einem Sieg-Heil auf den Führer. — Die Holzhauerarbeiten im hiesigen Gemeindewald wurden dieser Tage beendet. Geschlagen wurden insgesamt etwa 800 Festmeter.
+ Mainzlar, 29. Jan. Für bas Jahr 1935 verzeichnete das Personen st andsregi st er in unserer Gemeinde folgende Eintragungen: 14 Geburten, 13 Sterbefälle, 10 Eheschließungen, 45 Wegzüge, 64 Zuzüge. Es ergibt sich eine Vermehrung unserer Einwohnerzahl um 20 Personen.
4= 2) a u b r i n g e n , 29. Jan. Unter Führung des Ortsbauernführers Grölz wurde hier eine Entwässerungsgenossenschaft gebildet. Durch Erweiterung des Bettes des Dorflutgrabens und Tieferlegung der Sohle in dem Wiesengelände zwischen Lumda und Lollarer Straße hatte seinerzeit der DAF. die Grundlage ßur Trockenlegung dieses Geländes geschaffen. Die Aufgabe der Geländebe- sitzcr ist es nun, die Wiesen durch Melioration an den Hauptgraben anzuschließen.
* Daubringen, 28. Januar. Der hiesige Kegelklub „Alle Neun" hielt bei Gastwirt Ludwig Schäfer seine Jahreshauptversammlung ab. Nach den Begrüßungsworten gab Dereinsvor- sitzender Otto Lehr zunächst einen kurzen Rückblick über das verflossene Dereinsjahr, dem zu entnehmen war, daß der Verein im Jahre 1935 eine rege Tätigkeit entfaltet hat. Rechner Ernst Weimer gab die Rechnung bekannt, die mit einem erfreulichen Ueberschuß abschloß. Die von zwei Rechnungsprüfern vorgenommene Revision ergab keine Beanstandung, so daß dem Rechner Entlastung erteilt wurde. Man beschäftigte sich dann mit der Dorstandswahl. Otto Lehr wurde einstimmig wie
dergewählt. Er dankte für das Vertrauen und bestimmte den weiteren Vorstand, der sich wie folgt zusammensetzt: 2. Vorsitzender Karl R u d o l s, Rechner Ernst Weimer, Schriftführer Wilhelm Schlienbecker, Beisitzer Heinrich Michel, Joh. Will und Heinrich Karber, Kegelwart Karl Hahn, Vereinskassierer Ernst Schäfer. Im weiteren Verlauf des Abends wurden noch für das am 22. Februar stattfindende Winteroergnügen die Vorbereitungen getroffen. Zum Schlüsse ermahnte Vereinsführer Lehr die Mitglieder, auch ferner den Verein zu fördern. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen.
csd Lollar, 28. Jan. Dieser Tage fand in der „Linde" die Hauptversammlung des Gesangvereins „S ä n g e r v e r e i n i g u n g" statt, die einen sehr starken Besuch aufzuweisen hatte. Nach dem Vortrag zweier Begrüßungschöre fand die Ehrung der im vergangenen Jahre verstorbenen Mitglieder Gerh. Geißler, Heinr. Brusius, Hch. B i e r a u , Hch. Hofmann und Th. Pfaff statt. Im Rückblick auf das vergangene Jahr zeichnete der Vereinsführer Erich Esp'ich ein befriedigendes Bild zielbewußter Aufbauarbeit im Verein. Der Dolksliederabend Anfang 1935 für das Winterhilfswerk stellte sich ebenbürtig neben die andern von der „Sängeroereinigung" gegebenen Veranstaltungen. Beim Gruppenwertungssingen in Wieseck wurde mit einer stattlichen Sängerzahl uneingeschränktes Lob erreicht. Das im November gegebene Konzert war ebenfalls ein schöner Erfolg. Außer diesen Veranstaltungen beteiligte sich der Chor mitwirkend bei nationalen Feiern. Die Sänger, wie auch Chorleiter Meyer (Wieseck), stellten sich stets willig in den Dienst unserer Sängersache. Die Anerkennung für regelmäßigen Singstundenbesuch fand in der Heber» reichung eines kleinen Geschenkes an die betreffenden Sänger ihren Ausdruck. Ein in finanzieller Hinsicht recht erfreuliches Bild erbrachte der Kassenbericht des Kassenwartes Heinrich K o o b. Der Rechnungsbetrag zeigte in Einnahme und Ausgabe die beträchtliche Summe von 1300 Mark. Für die gewissenhafte Durchführung seiner Aufgabe wurde dem Rechner Anerkennung gesagt und ihm Entlastung erteilt. Zur Ergänzung des Vorstandes wurden bestimmt, als zweiter Schriftführer Theodor Pfaff; als zweiter Rechner Ernst Wolf; zu Beisitzern Wilhelm G r o ß h a u s und Adolf H a s s e l b a ch. Eine größere Anzahl langjähriger verdienter Mit- glieder konnte auch in diesem Jahre zu Ehrenmit- gliedern ernannt werden. Unter erstmaliger lieber» reichung eines Ehrenbriefes in geschmackvoller Ausführung, würdigte der Vereinsführer Es pich die Verdienste der Jubiläre an der deutschen Sängersache. Außerdem ehrte die Sängerschar die Kameraden mit zwei ausgezeichnet oorgetragenen Chören. Den Dank der Jubiläre erstattete Ludwig Hofmann V. Für 25jährige Sängertätigkeit erhielten die silberne Sängernadel: Wilh. D e ußi n g, Fritz Hofmann, Ernst K l i n k e I, Karl Seipp und Karl Sundheim. Wie im vergangenen Jahre, so ist wiederum ein Volksliederabend am 7. März in der „Linde" vorgesehen, dessen Reinertrag dem Winterhilfswerk zufließen soll. Der Vereinsführer forderte zum Schluß alle Mitglieder auf, auch für Die Zukunft allen Eifer beizubehalten.
5 L o llar, 28. Jan. Ein Schulungskurs des Reichsmütterdienstes im Deutschen Frauenwerk wird gegenwärtig in unserem Orte abgehalten. Den lehrreichen Ausführungen, die sich über 12 Abende erstrecken, wird großes Interesse entgegengebracht. In Anbetracht der wichtigen Themen, die hierbei im Hinblick auf ihren Nutzen für das gesamte Volk behandelt werden, (Krankenpflege, Säuglingspflege, Nähen, Handarbeit, Kochen) müßte der Kursus von allen jungen Frauen und Mädchen besucht werden, zumal der Unkostenbeitrag nur in geringer Höhe (2 RM. für jede Teilnehmerin) festgesetzt wurde.
£ Allendorf a. d. L d a., 28. Jan. Bei der heute im hiesigen Stadtwalde, Forstorte Rabenauer- straße und Lehmgrube abgehaltenen dritten Holz. Versteigerung waren die Preise gegen die vorhergehenden Versteigerungen etwas niedriger. Es kosteten zwei Raummeter: Eichen-Knüppelholz 7 bis 10 Mark, Kiefern-Knüppelholz 8 bis 9 Mark, Fichten-Knüppelholz 7 bis 8 Mark, je fünf Raum- meter Buchen-Reisholz 2. Klasse 3 bis 5 Mark. __
Am Sonntagabend hielt die hiesige Freiwillige Feuerwehr im schön geschmückten Saale der Wirtschaft Bergen ihr Winteroergnügen ab. Mit einem von der Lollarer Feuerwehrkapelle flott gespielten Marsche wurde die Feier eröffnet. Der 1. Kommandant Kehr hielt eine kurze Begrüßungsansprache, in der er auf die Bedeutung und Wich-


