!tr.25 Drittes Blatt
TIetzener Anzeiger ISeneral-Anzelger für Werhessen) Donnerstag, 50. Januar Mg
Aus der Provinzialhauptstadt.,
Nach der Auflösung der Zwecksparkaffen
NSG. Durch Gesetz vom 13. Dezember 1935 wurden die Zwecksparkassenunternehmungen aufgelöst. Diese Kassen sind dadurch in Liquidation getreten. Die Sparer, die bis dahin ein Darlehen noch nicht erhalten haben, sind von der Leistung von Zahlungen irgendwelcher Art befreit. Ohne Rücksicht darauf, ob ihre Sparbeträge bereits durch sie gekündigt worden sind oder nicht, werden sie ohne Vorrang nacheinander befriedigt. Es können keine Anprüche mehr aus einer Anfechtung oder Nichtigkeit des Sparvertrages aus Terminzusagen usw. geltend gemacht werden.
Das Sparguthaben, das nach Abzug aller vertraglichen Kosten verbleibt, wird auf Ersuchen des Neichsbeauftragten bei nicht verschuldeten Zwecksparunternehmungen von einer öffentlichen Sparkasse zurückbezahlt. Die Rückzahlung erfolgt durch eine Gutschrift auf ein Sparkassenbuch. Diese Spareinlage ist allerdings bis zum 31. Dezember 1936 gesperrt und bis dahin unverzinslich. Sparer, die bereits von dem Zwecksparunternehmen ein Darlehen erhalten haben, müssen selbstverständlich ihre
Deutsche, zeigt abermals Euren bewährten Opferwitten, wenn am 1. und 2. Februar SA., SS., RSKK. und RSDSIB. für das Winterhitfswerk Euer Opfer forderns
Tilgungsraten wie bisher weiterentrichten. Mit der Ausstellung der Sparkassenbücher ist erst in einigen Monaten zu rechnen, da bei den einzelnen Unternehmungen die Klärung der jeweiligen Verhältnisse eine längere Zeit in Anspruch nimmt.
Demnächst wird allen Sparern und Darlehensnehmern ein Rechnungsauszug zur Nachprüfung zugehen. Anfragen über den Stand der Liquidation halten die Abwicklung nur auf und sollen daher unterbleiben. Anträgen auf vorzeitige Rückzahlung der Sparguthaben kann nicht entsprochen werden, da deren Berücksichtigung zu einer unzulässigen Bevorzugung einzelner Sparer führen könnte. Es ist aber Vorsorge getroffen worden, daß die Abwicklung der Zwecksparunternehmen nach Kräften beschleunigt wird.
Bornoiizen.
Tageskalender für Donnerstag.
NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr: Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen) im Haus der Deutschen Arbeitsfront; 21 bis 22 Uhr: Reiten, Reitschule Schömbs. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Postillon von Lon- jumeau". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Einer zuviel an Bord".
Der Spielplan der RS.Kutturgemeinde Gießen, Ring Deutsche Bühne, für Februar.
Am Samstag, 8. und am Montag, 10. Februar, kommen jeweils von 20 bis 22.30 Uhr im Stadttheater als Vorstellungen der NS.-Kulturgemeinde die Tanz- und Schlageroperette: „Die Tanzgräfin" von R. Stolz zur Aufführung. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Kapellmeister Ernst Bräuer. Die Spielleitung hat Paul W r e d e. Tänze: Thery Schultheis. — Samstag, 29. Februar, und Montag, 2. März, jeweils von 20 bis 22 Uhr das Lustspiel: „Krach im Hinterhaus" von M. Böttcher. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen an der Abendkasse. Kartenausgabe für Februar: Für Montag- und Samstagmitglieder am Samstag, 1. Februar, von 17 bis 19 Uhr an der Theaterkasse.
Bezirks-Obstbauverband Gießen.
Am kommenden Samstag, 1. Februar, nachmittags Hauptversammlung im Katholischen Vereinshaus zu Gießen. Die Tagesordnung ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.
Freiwillige für das I/ft 36 in (Ziehen.
Das Infanterie-Regiment 36 in Gießen stellt noch Freiwillige, vor allem aus den Jahrgängen 1911 bis 1914 für Oktober 1936 ein. Aus dem vorigen Jahr gemusterte, aber nicht eingestellte Leute können sich melden. Meldungen spätestens bis zum 31. Januar 1936.
9 Sportomi „Kraft durch Freude",
heule Verlegung von Sporlkurfen!
Die Kurse Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur f ü r Frauen) müssen heute einmalig in das Haus der Deutschen Arbeitsfront, Schanzen st raße 18, von 20 bis 21 und von 21 bis 22 Uhr verlegt werden.
Achtung!
Baltikum- und Freikorpskämpfer.
Die Abwicklungsstelle Gießen, Harnrnstraße 4II des Reichsbundes der Baltikum- und Freikorpskämpfer ist mit Wirkung vom 2 7. Januar 1936 geschloffen. Alle Angelegenheiten der Kameraden betr. „Einsatz für Deutschland" (Urkunde), Paßbilder, Leumundszeugnisse und Auskunft sind in Zukunft an nachstehende Stelle zu richten: Weiterleitungsstelle „Einsatz für Deutschland" Gießen, Harnrnstraße 4II. Euler.
Fahrzeuge der Feuerwehr und Polizei haben Vorrechte.
Die Polizeidirektion Gießen teilt uns folgendes mit: . r , ,r
Es besteht Veranlassung darauf hmzuwelsen, daß den Fahrzeugen der Feuerwehr, Polizei und Rettungsanstalten (Rotes Kreuz) Platz zu machen ist.
Die neue Reichsstraßenverkehrsordnung bestimmt in dieser Beziehung folgendes: Fahrzeuge, die zur Erfüllung ihrer öffentlichen oder dem gemeinen Wohl dienenden Aufgaben freie Bahn brauchen und als solche kenntlich sind (Wegerechtsfahrzeuge) ist Platz zu machen. Wegerechtsfahrzeuge sind u. a. rote Feuerwehrwagen, feldgraue oder buntfarbige Fahrzeuge der Wehrmacht, Mannschaftswagen der Polizei, Rettungswagen (Rote-Kreuz-Wagen), Straßenreinigungsmaschinen und dergleichen. Andere Fahrzeuge sind als Wegerechtsfahrzeuge nur dann anzusehen, wenn sie durch amtlich ausgegebene ober zuqelassene Schilder und Schallzeichen (Glocke oder Hupe mH einer Folge verschiedener hoher Töne) als solche kenntlich gemacht sind.
Es wird erwartet, daß alle Verkehrstellnehmer den Wegerechtsfahrzeugen frühzeitig Platz machen. Diejenigen, die sich an diese Regelung nicht halten wollen, haben mit ihrer Bestrafung zu rechnen.
Oberhesfische und Gießener SA. fährt nach Berlin.
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Die Kameraden der SA., die die Standarte 11 6 bei den heutigen Feierlichkeiten aus Anlaß des Tages der nationalen Erhebung in Berlin vertreten, traten gestern um 22.30 Uhr vom Gießener Bahnhof aus die Reise nach der Reichshauptstadt an. Die SA.- Männer aus den oberhessischen Orten waren mit den Anschlußzügen gekommen, die Kameraden aus der Stadt sanden sich ebenfalls pünktlich im Bahnhof ein, so daß die Vorhalle für kurze Zeit völlig im Zeichen der SA.-Uniform stand. Die Mannschaften, marschmäßig ausgerüstet, mit Mantel und Tornister — auch einige Sanitäter waren dabei — traten kurz vor Abgang des Sonderzuges in der Halle an und begaben sich dann geschlossen zum Bahnsteig. Der Sonderzug, der schon eine stattliche Anzahl Kameraden von Frankfurt brachte, wurde rasch bestiegen und in bester Stimmung traten dann die SA.-Kame- raden die Reise an. Die oberhessische SA. ist mit insgesamt 157 Mann an der Fahrt nach Berlin beteiligt. Von der Gießener SA. fuhren 45 Mann aus den aktiven Stürmen und 25 Mann aus der SA.-Referve mit. Die kommenden Tage in Berlin werden den Kameraden der SA.-Standarte im großen Verband der SA. aus dem ganzen Reiche manches schöne Erlebnis bringen, vor allem werden sie die große Freude haben, vor dem Führer marschieren zu können.
Vor der Abfahrt auf dem Gießener Bahnhof. (Ausnahme: Photo-Pfaff.)
Verschworen in Treue zum Volk!
Das Ist das Ceifroorf unserer Winlerhilssarbett für den Monat Februar. Wir lassen nicht locker in unserem sozialistischen Hilfswerk, weil wir, dem Ruf unseres Führers folgend, unserem Volk in Treue verschworen sind. Und als sichtbares Zeichen für alle die Volksgenossen, die in diesem Kampf mit dem Führer gehen, gibt das Winterhilfswerk im Hlonat Februar allen Spendern ein Abzeichen, das auf farbigem Grund die Wolfsangel trägt, ein Zeichen des Sieges.
Am kommenden Sonntag werden die politischen Soldaten unseres Führers, seine Wanner von der SA.» SS. und vom RSKK. in Gemeinschaft mit dem Rationalsozialistischen Studentenbund wiederum in alle Straßen, Höfe und Häuser gehen, um jeden Deutschen aufzurufen, fein kleines Opfer für unsere große Sache zu geben.
Schließe sich daher keiner aus, sondern stelle auch er unter Beweis, daß er in Treue verschworen zu unserer Volksgemeinschaft zählt.
Die Kreisführung Gießen £ des Winterhilfswerks.
Die Studentenschaft in einer Front mit dem WHW. y
Die ganze Gießener Studentenschaft stellt sich am kommenden Sonntag geschloffen in den Dienst des WHW.
Rachmittags von 12 bis 17 Uhr sammeln die Studenten in ganz Gießen. Am gleichen Abend lädt die Studentenschaft zellenweise 500 bedürftige Gießener Volksgenossen zu einem Abendessen und Kameradschaftsabend ein. Diesen Volksgenossen gehen bis Ende der Woche schriftliche Einladungen zu.
Gießener Bürger! Unterstützt uns in unserer Arbeit und zeigt, daß ihr nach wie vor hinter euren Studenten steht!
Universität im Volk.
Ein schöner Abend der Volksgemeinschaft im Studentenhaus
Der Dozentenfchaftsleiter der Universität Gießen Professor Dr. Hummel und der Studentenschaftsleiter Referendar Friedrich hatten auf den gestrigen Mittwochabend eine große Anzahl Volksgenossen der Universität und der übrigen Bevölkerungskreise unserer Stadt in das Studentenhaus eingeladen. Der Abend sollte, wie der Dozentenschaftsleiter und Kanzler der Universität Professor Dr. Hummel in seinen Begrüßungsworten hervorhob, einen neuen Brauch einleiten, nämlich die Hochschule aus der früheren Abgeschlossenheit herausführen und mitten in die Volksgemeinschaft hinein st eilen, nicht nur in Abenden mit rein fachlichem Inhalt, sondern auch mit Veranstaltungen allgemeiner Art, wie sie gestern in überaus glücklicher Weise zutage traten. Von diesem Gesichtspunkt ausgehend hatten die Veranstalter aus dem Kreise der Universität eine Anzahl Männer der verschiedensten Verufsstellun- gen und Fachgebiete, dazu Angehörige aller Berufe der Gießener Bevölkerung eingeladen, so daß man bei dieser Gelegenheit in der Tat ein vollkommenes und sehr erfreuliches Bild der Volksgemeinschaft aller Schichten und Berufe verwirklicht sah. Professor Dr. Hummel betonte, daß diese Veranstaltung der Beginn eines Brauches sein soll, den die Universität hiermit einführen und in Zukunft pflegen wolle; im Verlaufe des Winters würden mehrere dieser Abende stattfinden und dabei Volksgenossen aller Schichten und Berufe mit den Angehörigen der Universität, ebenfalls aus allen Stellungen und Betrieben, sich vereinigen. Der Kanzler gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch auf diesem Wege ein gutes Kennenlernen aller Volksgenossen und damit eine tiefere Verwurzelung der Universität im Volke erreicht werde.
Die Teilnehmer des Abends — der große Saal des Studentenhauses war voll besetzt — nahmen sodann gemeinsam das Abendessen ein, bei dem es eine Bohnensuppe mit Hammelfleisch und Wurst gab, die ausgezeichnet schmeckte. Dazu und auch hinterher konnte man sich mit einem guten Glas Bier weiter erfrischen. Damit in der Öffentlichkeit keine falsche Meinung entsteht, sei hier ausdrücklich festgestellt, daß jeder Teilnehmer die Kosten seiner Zeche, einschließlich des Abendessens, selbst zu bezahlen hatte.
Nach dem Abendessen hielt der Direktor der Medizinischen Universitätsklinik, Professor Dr. R e i n- w e i n, einen Vortrag über das Thema „Bei Weiß und Rot", in dem er über feine Erlebnisse in russischer Kriegsgefangenschaft vom November 1914 bis Juni 1920 berichtete. Es kann im Rahmen dieses Berichtes auf den Vortrag nicht näher eingegangen werden, da der Raum nicht zur Verfügung steht, der erforderlich wäre, wenn man die Schilderungen des Vortragenden auch nur annähernd wiedergeben wollte. Zufammenfaffend ist zu sagen, daß sich durch die schlichten und deshalb um so eindrucksvolleren Erzählungen des Vortragenden ein erschütterndes Bild der Leiden und Drangsale der gefangenen deutschen Soldaten in den russischen Kriegsgefangenenlagern, aber auch ein ebenso furchtbares Bild der Leiden und der Not großer Teile des russischen Volkes entroüte. Professor
Reinwein hat als junger Krieger im Sanitätskorps der deutschen Armee, bei Brzeziny in der Nähe von Lodz gefangen genommen, Gefangenenlager in den verschiedensten südlichen und östlichen Bezirken Rußlands bis nach Sibirien hinein durch seinen Aufenthalt persönlich kennengelernt und dabei in Gemeinschaft mit den deutschen, österreichischen und ungarischen Kameraden so viele Schrecknisse erlebt, daß vor diesem entsetzlichen Geschehen selbst manche gewaltige Schrecken der Schlachten verblassen müssen und das Wort von der „Bestie in Menschengestalt" unter der russischen Bewachungsmannschaft, später auch unter den Tschechen und den sog. Weißen und Roten Rußlands, die sich mit furchtbarster Leidenschaft bekämpften und dabei auch das primitivste Menschlichkeitsempfinden in einem Meer von Blut und Tränen und
Der Reichsberufswettkampf ist der Beitrag der Jugend zur modernen Arbeitsgesinnung.
Leichen untergehen ließen, zur Wahrheit wurde. Wer Zeuge dieses Tatsachenberichtes war, wird so recht ermessen können, wie glücklich unser deutsches Volk sein kann, daß es vor jenen Schrecken des Krieges und der Auseinandersetzungen der Nachkriegsjahre, dank unserer herrlichen alten Armee und der jungen deutschen Reichswehr mit Hilfe aller im besten (sinne vaterländisch denkenden Menschen, bewahrt geblieben ist, und nunmehr seit der Machtübernahme durch den Führer wieder ein in allen Teilen geordnetes und in guter Aufbauarbeit vor- anschreitendes Leben führen kann.
Der Kanzler Professor Dr. Hummel sprach dem Vortragenden den herzlichen Dank der Zuhörer für den aufschlußreichen Bericht aus. Sodann blieben die Teilnehmer in schöner kameradschaftlicher Unterhaltung weiter beisammen, um schließlich noch einem von der Studentenkameradschaft des Studentenhauses außerordentlich eindrucksvoll aufgeführten Langemarck-Spiel als Zuschauer zu folgen. In dieser Darbietung brachten die Studenten das gewaltige, packende Erleben der jungen deutschen Menschen und Krieger vor Langemarck zum Ausdruck, ein Ausschnitt, der dank der guten Darstellung die Herzen bis ins Innerste erschütterte.
Professor Dr. H u m m e I stellte in feinem Schlußwort mit Recht die beiden Hauptmerkmale der Stunden, das Leiden und Sterben in den Gefangenenlagern und die bis zum letzten hingebungsvolle Bereitschaft deutscher Männer an der Front, besonders in den Blickbereich der Teilnehmer des Abends. Und ebenso mit Recht wies er darauf hin, daß auf den unvergänglichen guten Eigenschaften des deutschen Soldatentums das Freiheits- und Aufbauwerk unseres Führers Adolf Hitler zum Segen des deutschen Volkes und zur Sicherung seiner Zukunft aufgebaut ist. In dankbarer Bereitwilligkeit zu treuer Mitarbeit an diesem Werke wurde am Schlüsse dem Führer und Reichskanzler Gruß und Treuegelöbnis mit dreimaligem Sieg-Heil freudig dargebracht.
Deutsche Gymnastik im Dienste des Winterhilfswerkes. Arn kommenden Sonntag, 2. Februar, veranstaltet der Reichsverband Deutscher Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer e. 23. im NSLB. um 20 Uhr im Cafe Leib einen Abend mit sportlichen Vorführungen aus fast allen Gebieten der Leibesübungen zugunsten des Winterhilfswerkes.
Neben den Mitgliedern des Reichsverbandes wirken noch KdF.-Sportlehrer, Herr Paul Nieren vom Gießener Stadttheater sowie die Kapelle K r^e n^e l mit.^Nach den sportlichen Vorführungen
Schulfeier im Realgymnasium.
Lehrer, Jugendwalter und Schüler des Realgymnasiums feierten gestern den dritten Gedenktag der Machtübernahme. Dabei konnten die Schüler L. Trietsch, F. Röhr und K. Pfeffer durch Oberstudiendirektor Angelberger mit Buchpreisen bedacht werden, die von der Regierung für gute Leistungen beim Wettbewerb für das WHW. verliehen wurden. Assessor A f f feierte die unvergängliche Bedeutung des 30. Januar, die Tatsache der Einigung Volksdeutschlands, den ziel- bewußten Ausbau des Staates in rassischer und politischer Hinsicht, er erinnerte an Saarkampf und erneute Wehrfreiheit. Treuer Gruß an den Führer und die deutschen Lieder beschlossen die Feier.
Der Schalterverkehr bei der post.
Die Post bittet, die folgenden Winke zu beachten und so zur flotten Abfertigung am Schalter beizutragen.
1. Suche von vornherein den richtigen Schalter auf. Hinweisschilder helfen dir dabei.
2. Komme nicht gegen Schluß der Schalterstunden. Wähle die schwächeren Verkehrsstunden (Vormittags und die ersten Nachmittagsstunden), wenn deine Sendungen eine besondere Behandlung erfordern (Ausland, Zollpapiere, Ausfuhrgenehmigungen, Devisenbestimmungen, Kursberechnungen usw.).
3. Trete von rechts an den Schalter heran; mit Vorrang wirst du abgefertigt, wenn du ein Telegramm einlieferst, ein Gespräch anmeldest, ober als Schwerbeschädigter in eigner Angelegenheit einlieferst und einen Ausweis der Fürsorgestelle vorzeigst.
4. Klebe die Marken vor der Einlieferung selbst auf die Sendungen: bei Briefen, Postanweisungen und Zahlkarten bist du dazu verpflichtet.
5. Bereite den Einlieferungsschein vor. Bei Postanweisungen und Zahlkarten hängt er am Formblatt an; für andere Fälle hängen sie im Schalter- raum aus. Benutze — auch bei geringem Postver- kehr — ein Einlieferungsbuch. Der lose Schein geht leicht verloren.
6. Halte dein Geld abgezählt und geordnet bereit, lege bei gleichzeitiger Ein- und Auszahlung von drei und mehr Postanweisungs- oder Zahlkartenbeträgen, sowie beim Einkauf von drei oder mehr verschiedenen Sorten von Wertzeichen eine aufgerechnete Zusammenstellung vor.
Gartenwettbewerb der Landesbauernschast.
Zur Förderung bodenständiger Gartenkultur auf dem Lande schreibt die Landesbauernschaft einen Bauerngartenwettbewerb aus. Zweierlei soll durch den Wettbewerb erreicht werden: einmal, den „Bauerngarten" wiedererstehen zu lassen, den wir als wertvolles kulturgeschichtliches Gut aus der Urgroßväterzeit noch vereinzelt kennen. Was unter diesem Bauerngarten verstanden wird, ist in Nr. 2 der Monatsschrift „Der Gärtner" in einem Aufsatz erläutert. Zum zweiten wird eine wirtschaftliche und sachgemäße Bestellung und Behandlung der Gemüsenutzungsfläche im Garten angestrebt. Die zu dem Wettbewerb gemeldeten Gärten werden im Laufe des Jahres besichtigt und bewertet. Für gute Leistungen, fei es in der Gestaltung des Gartens, fei es in der Bewirtschaftung und dem Pflegezustand, stehen Sachpreise im Werte von 10 bis 50 Mark zur Verfügung. Es kommen auch Gärten kleinsten Ausmaßes in Frage. Mit der Meldung ist keinerlei Verpflichtung verbunden. Meldungen find bis zum 15. April 1936 an die Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Frankfurt a. M. zu richten. Erforderlich ist genaue Angabe des Namens und Wohnortes, sowie der ungefähren Größe des Gartens.
Frauen in der Feuerwehr.
Durch die Entwicklung der Luftwaffe ist nicht nur jede Stadt, sondern auch jedes Dorf gefährdet. Der Gegner muß ein Interesse an der Vernichtung von Vieh, Getreide und Futtermitteln haben, um den Selbstbehauptungswillen des Volkes zu brechen. Dies kann nur verhindert werden, wenn alle Volksgenossen schon im Frieden ihre Aufgabe für die Stunde der Gefahr kennen. Auf dem Lande müssen Frauen und Jugendliche rechtzeitig in der Brandbekämpfung ausgebildet sein. Dann kann im Ernstfall viel Unheil verhindert werden. Der Reichsluftschutzbund ist berufen, aufzuklären und praktische Kenntnisse in seinen Schulungskursen zu vermitteln. Besucht sie! Stellt euch nicht abseits! Die aus der Luft drohenden Gefahren zwingen jeden Deutschen zum Eintritt in den Selbstschutz der Bevölkerung.
Gießener Wochenmarktpreise.
* Gießen, 30. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, inländische, ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 10 bis 15, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 9 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 7 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 35, Feldsalat 70 bis 90, Zwiebeln 15, Meerrettich 30 bis 65, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,30 bis 3,50 Mk., Aepfel, das Pfund 10 bis 30 Pf., Birnen 25, Nüsse 40 bis 50, junge Hähne 90, Suppenhühner 80 bis 85, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 25 bis 45, Salat 35, Endivien 10 bi» 30, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 40 Pf.
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** E i n Siebzigjähriger. Am morgigen Freitag, 31. Januar, kann der Schuhmachermeister Anton Lehr, Marktlaubenstraße 6, in geistiger und körperlicher Frische seinen 70. Geburtstag feiern. Der betagte Mann ist feit 45 Jahren treuer Leser des Gießener Anzeigers.
** Sie Vergebung von Straßenbauarbeiten wird vom Städtischen Hoch- und Tief-


