tigkeit der Feuerwehr hinwies und diese als eine Organisation darstellte, die in Zukunft nicht allein Schadenfeuer zu bekämpfen habe, sondern auch im Luftschutz aktiv mitwirken müsse. Von Mitgliedern der Wehr und einigen jungen Mädels wurden sodann zwei Theaterstücke, ein Vierakter und ein Einakter, gut gespielt, die bei jung und alt ungeteilten Beifall fanden. Die Pausen wurden durch Musikstücke der Kapelle ausgefüllt. Tombolaverlosung und Tanz schlossen sich an und hielten die Teilnehmer bis zum frühen Morgen beisammen. Daß die Wehr bei der hiesigen Einwohnerschaft in hoher Achtung steht, beweist wohl am besten der zahlreiche Besuch der Festlichkeit, denn der Saal war bis zum letzten Platz gefüllt. Sehr angenehm berührte es auch, daß unsere Nachbarwehr von Nordeck durch eine Abordnung bei der Feier vertreten war. Der verbleibende Ueberschuß soll zur Anschaffung von Instrumenten für die im Entstehen begriffene Feuerwehrkapelle Verwendung finden.
/^ Heuchelheim, 28. Jan. Der Gesangverein „L i e d e r k r a n z" feierte in der Turnhalle fein Winterfest. Nach einem einleitenden Marsch der Kapelle K r e n g e l - Gießen und dem Sängergruß des Männerchores begrüßte der Vorsitzende Fritz B e p l e r alle Teilnehmer. Er sprach von dem volksverbindenden Kulturgut des deutschen Liedes und forderte zur eifrigen Unterstützung des deutschen Männergesanges auf. Im Laufe des Abends wechselten sehr gut vorgetragene Chöre unter Leitung des Dirigenten W. Gernhardt, Bad-Nauheim, mit ansprechenden Musikstücken ab. Zur angenehmen Unterhaltung trugen auch zwei Theaterstücke bei. In beiden Stücken lag viel Humor. Die Darsteller ernteten reichen Beifall. Auch ein lustiges Stimmungsterzett wurde von drei Sängern einwandfrei vorgetragen und trug zur Hebung der Stimmung bei. Tanz beschloß den Abend.
u Klein-Linden. 29. Jan. Zur Jahreshauptversammlung des Schützenklubs „Roland", die am Samstagabend im Turnerheim stattfand, hatten sich die Mitglieder in recht stattlicher Zahl eingefunden. Der Äereinsführer, Lokomotivführer Wilhelm Erle, erstattete den Jahresbericht, aus dem zu ersehen war, daß der Verein im verflossenen Jahr eine sehr rege Tätigkeit in der Pflege des Schießsportes entfaltete. Vereinsrechner Heinrich Kendel gab den Rechnungsbericht, der als sehr günstig anzusprechen ist. Mit einem beachtenswerten Ueberschuß kann der Verein ins neue Jahr eintreten. Die Rechnung, deren Führung als mustergültig zu bezeichnen ist, wurde einstimmig genehmigt. Als Mitglieder des Vorstandes berief der Vereinsführer folgende Schützenbrüder: Adam G i e ß l e r als stellvertretenden Vereinsführer, Heinrich Keudel als Kassenwart, Konrad Keudel als Schriftwart, Karl Otto als stellvertretenden Kassenwart und Albert Deibel als stellvertretenden Schriftwart. Zu Mitgliedern des Aeltestenrats wurden Jakob Kopp, Walter Müller und Gottfried B e n d e- r o t h ernannt. Zu Kassenprüfern wählte die Generalversammlung die Mitglieder Wilhelm Germer und Heinrich Adolph. Die neuen Satzungen des Reichsbundes für Leibesübungen, einschließlich der für den Verein besonders zutreffenden Paragraphen, wurden der Hauptversammlung bekanntgegeben. Es wurde noch beschlossen, am 2. Februar eine Familienfeier abzuhalten. Auf dieser soll die Ehrung der dem Schützenklub 25 Jahre angehörenden Mitglieder vorgenommen werden. In seinem Schlußwort ermahnte der Vereinsführer zur Treue und forderte zu r?ger Beteiligung an den geplanten Probe- und Areisschießen auf, um auf diese Weise die Ziele des Schützenbundes, an der Wehrhaftrnachung unseres deutschen Volkes mit aller Tatkraft mitzuarbeiten, zu fördern.
"Y" Watzenborn-Steinberg, 27. Jan. Der hiesige Turnverein „Gut Heil" hielt im „Goldenen Löwen" seine Jahreshauptversammlung ab. Vereinsführer Otto Jung II. gedachte zunächst der Toten des Weltkrieges und der Gefallenen der Bewegung, ebenso der verstorbenen Mitglieder des Vereins R. Ruhl und W. Schäfer. Oberturnwart W. Zipfe streifte im Turnbericht die Siege bei den besuchten Turnfesten und Veranstaltungen. Im Hinblick auf das neue Jahr ermahnte er die Abteilungsführer und alle Turner, sich weiter schaffensfreudig für das deutsche Turnen einzusetzen. Dem Vereinsrechner wurde nach Prüfung der Rechnung Entlastung erteilt. Der KasseNbestand schließt mit einem Ueberschuß ab. Die Mitglieder Gg. Harnisch, W. Euler und K. Harnisch wurden auf Grund ihrer langjährigen Mitgliedschaft zu Ehrenmitaliedern des Vereins ernannt. Die zu Gunsten des 'Winterhilfswerkes durchgeführte Sammlung ergab 6,50 RM. Mit einem „Gut Heil"
auf den Führer und Reichskanzler sowie den Reichssportführer wurde die Versammlung geschlossen.
y~ Watzenborn-Steinberg, 28. Jan. Am Sonntagabend feierte der hiesige Gesangverein „Germania" im Vereinslokal sein 67. Stiftungsfest in Gestalt eines Konzert- und Theaterabends. Nach der Begrüßungsansprache des Dereinsführers Theodor Jung zeigte der Chor unter Leitung seines Ehrendirigenten Georg Harnisch sein gesangliches Können. Einige Volkslieder sowie Chöre modernen Stils zeugten davon, daß im Verein ernste Arbeit geleistet wird. Die gesanglichen Leistungen standen auf hohem Niveau. Die Konzertmusik, die von der Kapelle Krengel (Gießen) ausgeführt wurde, fand überaus reichen Beifall. Das Flötensolo, von Herrn Kehrmann, und das Trompetensolo, von Herrn Schwarz- lose ausgeführt, gefielen besonders. Die Kapelle trug ein gutes Stück zum Gelingen des Abends bei. im zweiten Teil der Veranstaltung kam ein Volks- ftück zur Aufführung, das dank der guten Darstellung als ein voller Erfolg zu buchen war. Sän- gerkreisführer Müller (Gießen) nahm im Auftrage des Vereins die Ehrung verschiedener Mitglieder vor. Aus Anlaß der 25jährigen Mitgliedschaft wurden Georg Fink, Ludwig Heß und Johannes Plank zu Ehrenmitgliedern ernannt. Ferner erhielten Georg Ruckelsh aufen. Joh. Georg Häuser, Jakob Straßheim und Joh. B r ü ck e l für ihre 50jährige Zugehörigkeit zum Verein Anerkennungsurkunden. Am gleichen Tage feierte der noch einzige lebende Gründer des Vereins Balthasar H e ß I. seinen 89. Geburtstag.
* Lang-Göns, 29. Jan. Am Dienstag fand hier im Saalbau Hebbel eine Veranstaltung des B D M. statt, die sehr gut besucht war; auch die Gruppen aus Holzheim und Großen-Linden waren erschienen, außerdem die HI. und das Jungvolk. Der Redner des Abends, Pg. Kurt Büdow, gab seiner Freude über den guten Besuch Ausdruck
und schilderte bann in mehrstündigem Vortrag die Verhältnisse in Deuts ch-Süd-We st afrika, wo er selbst als Jugendsührer gewirkt hat. Er sprach über das Verhältnis der Europäer zu den Negern, erzählte davon, wie die Eingeborenen immer wieder nach Deutschland fragten, und daß sie hofften, sie kämen wieder zu ihrem alten Lande. Man sollte überhaupt nicht von den „ehemaligen" deutschen Kolonien reden, sondern einfach von deutschen Kolonien. Er betonte auch den Unterschied zwischen Ausländsdeutschen und Kolonialdeutschen. Sehr interessant waren die Schilderungen vom Leben der Pfadfindergruppen, von den Abenteuern mit wilden Tieren usw. Weiter wurde berichtet, wie sich dort der Nationalsozialismus nach und nach ausbreitete, bis schließlich die Partei verboten wurde. Der schön verlaufene Abend schloß mit einem Sieg- Heil auf den Führer und dem Lied: „Vorwärts! Vorwärts!"
(D Grüningen, 28. Jan. Am Montag hielt die Ortsgruppe Grüningen der Deutschen Arbeitsfront im Saale des Gastwirts Bender eine öffentliche Versammlung ab. Der stellvertretende Kreis- walter der DAF., Pg. Jung (Gießen), sprach über die Hauptaufgaben der Deutschen Arbeitsfront und legte deren Zwecke und Ziele dar. Besonders betonte er, daß in jebem^ßetriebe Volksgemeinschaft gepflegt werden solle und das Verhältnis zwischen dem Betriebsführer und dem Gefolgsmann von gegenseitigem Vertrauen getragen sein müsse. Zum Schluß richtete er noch einen Appell an die Mitglieder, mitzuhelfen, damit die jetzt noch abseits stehenden Volksgenossen der DAF. beitreten. Nach Beantwortung und Klärung einiger Fragen aus der Versammlung wurde die Versammlung mit dem Treubekenntnis zum Führer geschlossen.
> Holzheim, 28. Januar. Bei der Brotgetreidesammlung für das WHW. wurden in unserem Dorfe 46,14 Zentner Brotgetreide gespendet.
Aus den preußischen Nachbargebieten.
Kreis Detzlar.
(D Krofdorf, 28. San. In der vergangenen Woche fanden hier zwei Filmveranstaltungen statt. Die NSG. „Kraft durch Freude" zeigte am Donnerstag „Schloß Hubertus" mit einigen Beifilmen, am Sonntag traf der Werbewagen der Reichsrundfunkgefe lisch aft ein, der in den Mittagsstunden mit einem Platzkonzert erfreute. Eine anschließende Kinderveranstaltung im Saale von Moos mit werbendem Charakter für den Rundfunk fand bei der Jugend starken Anklang. Der Abend sah einen überfüllten Saal Erwachsener, denen der Ortsgruppenleiter Pg. Schmidt einen Gruß entbot und denen Pg. Steinbach über die Entwicklung und Wichtigkeit des deutschen Rundfunks berichtete. Die folgenden Tonfilmvorführungen vermittelten nicht nur einen interessanten Einblick in den Sendebetrieb von einst und jetzt, sondern zeigten auch die vielseitige Bedeutung des Rundfunks im täglichen Leben. Eine Reihe modernster Empfangsgeräte in allen Preislagen war zur Besichtigung ausgestellt. Von ihnen hörte man in den Pausen Proben ihrer Leistungsfähigkeit. Die Werbeveranstaltung fand ihren Abschluß mit der Verlosung eines Volksempfängers. Das Los fiel auf das glücklichste, indem ein junger Bursche aus einer hiesigen unbemittelten Familie der Gewinner wurde.
△ Krofdorf, 28. Jan. Die feit Mitte November im Gange befindlichen Holzhauerar heilen im hiesigen Gemeindewald sind nunmehr beendet. Es wurden 35 Holzhauer beschäftigt, die die normale jährliche Holzmenge von etwa 1600 Fest- meter hieben. Die erste Versteigerung findet am 31. Januar statt.
(Z W i ß m a r, 28. Jan. Am Sonntag wurde durch die Gaufilmstelle der NSDAP, im Saale von Wolf der Tonfilm „Krach um Jolanthe" gezeigt. Die Filmveranstaltung war sehr gut besucht. — Dieser Tage weilte der Reichsrund- funk-Werbewagen in unserem Orte und gab ein kleines Konzert.
00 Wißmar, 28, Jan. Gestern fand hier ein Hofrundgang unter Leitung des Ortsbauernführers Wagner statt. Als Referent war Direktor Trautmann von der bäuerlichen Werkschule Wetzlar erschienen. Zahlreiche bäuerliche Betriebsführer schlossen sich an. Zunächst wurde die Waldrodung Berghausen eingesehen. Direktor Trautmann gab im Zusammenhang damit praktische
Ratschläge für die Bebauung im ersten Jahre. Beim Hofrundgang wurden Betriebe verschiedener Größen besichtigt. Viele Bauern konnten für ihre gute Hofhaltung belobt werden. U. a. wurde ein Stall besichtigt, in dem sich nur Vogelsberger Höhenvieh befand. Es wurde darauf hingewiesen, daß man allgemein dazu übergehen solle, das hier bodenständige Vieh zu halten, das sich ja auch als Fahrvieh ausgezeichnet eigne. Im weiteren Verlaufe des Rundganges wurden einige Siloanlagen im Gebrauch besichtigt. Allgemein wurde das hochwertige Futter anerkannt, lieber die Einsäuerung sprach der Referent sehr eingehend. Zum Schluß wurde der Gemeinde-Bullenstall besichtigt und das gute Zuchtmaterial gewürdigt. Der Ortsbauernführer dankte Direktor Trautmann für feine Anregungen und den Bauern für die zahlreiche Beteiligung. Er betonte besonders, daß diese Rundgänge nicht dazu da seien, in einzelnen Betrieben zu tadeln, sondern vielmehr dazu, durch Aufklärung manchen Fehler beseitigen zu helfen. Die Hofrundgänge sollen Dienst an der Landwirtschaft darstellen.
<£ Rodheim a.b. Sieber, 28. Jan. Die Gaufilm st eile Hessen-Nassau veranstaltete im Benderschen Saale einen Filmabend, an dem außer dem üblichen Beiprogramm ein Kulturfilm gezeigt wurde, der den ewigen Kampf unserer Volksgenossen an der Nordsee mit dem Meere, sowie einige recht wertvolle Bilder aus dem Leben der Tiefseefauna schilderte. Als Hauptfilm lief „Krach um Jolanthe", dessen unbändige Komik die sehr große Zuschauergemeinde oft zu schallendem Beifall und wahren L^saloen reizte. Am Nachmittag hatte bereits eine Kindervorstellung stattgefunden, die ebenfalls gut besucht war.
i Dutenhofen, 27. Jan. In der Gastwirtschaft „Gambrinus" fand ein Dorfgemein- fchaftsabend der NSG. „Kraft durch Freude" statt. Der Gesangverein, BDM. und die Kapelle E ck a r d t wirkten mit. Schriftsteller R e u- t e r erfreute mit feinen ernsten und heiteren Gedichten. Der Gesangverein brachte verschiedene Lieder zu Gehör, und in gemeinsamem Gesang kam auch das Volkslied zur Geltung. Eine BDM.- Gruppe wartete mit einem Volkstanz auf, der sehr gut gefiel. Dankbar wurden auch die Darbietungen der Kapelle Eckardt ausgenommen, die trotz kleiner Besetzung gute Musikstücke ausgezeichnet wie- bergab. Tanz beschloß den unterhaltsamen Abend.
Einbürgerung von Muffelwild im Lahngebiet.
LPD. Weilburg, 29. Jan. Dor kurzem ist im Tiergarten bei Hirschhausen (Staatsforst Weilburg) M u f f e l w i l b ausgesetzt worben. Von den ausgesetzten Tieren finb bie meisten bereits in bie freie Wilbbahn übergewechselt unb stehen in mehreren Rubeln an verschiebenen Stellen bes Oberlahnkreises. Das Wilb scheint steinige Hänge zu bevorzugen.
Kirche und Schule.
Landkreis Gießen.
5 Steinbach, 27. Jan. Dieser Tage wurde ber Voranschlag ber evangelischen Kirche Steinbach für 1 936 Rj. nach bem Entwürfe bes Vorsitzenden vom Kirchenvorstande angenommen. Die finanzielle Lage der Kirchengemeinde ist infolge der Schuldentilgung — bie Schulb würbe bei ber Renovation ber Kirche 1928 bei ber Bezirkssparkasse ausgenommen — unb bes schlechten Zustanbes bes Pfarrhausbaches, bas erneuert werben muß, immer noch sehr angespannt. Durch sparsames Wirtschaften ist cs trotzbem gelungen, für 1936 eine Senkung ber Religionsge- meinbefteuer herbeizuführen. Die lokale Kirchensteuer würbe burch Beschluß bes Kirchenvorstanbes um 0,50 v. H. bei ber Einkommensteuer unb je V» Pf. auf je 100 Mark bes Grunb- unb Gewerbesteuerkapitals gesenkt.
Rundfunkprogramm
Freitag, 31. Januar.
6 Uhr: Choral, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In ber Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Senbepause. 10.15: Schulfunk. 11: Hausfrau hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozial- bienft. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. An- fchließenb: Nachrichten aus bem Senbebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von Zwei bis Drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Was bringen bie Zeitschriften bes Monats? 15.30: „Ich ftanb auf Berges Halbe ..." Ein Lebensbilb Friebrich Rückerts anläßlich feines 70. Tobestages (31. Januar). 15.45: Dichter aus unserem Gau. Heinrich Ramms lieft. 16: Konzert. 17.30: Bewegliche Plankostenrechnung. Gespräch mit Prof. Dr. Auler. 17.45: Karger Boben — zu wenig Lanb. Eine Fahrt burch bie Eifel. 18: Musik zum Feier- abenb. 19.45: Der Tagesspiegel bes Reichssenbers Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Die Nibelungen. 21.30: Aus brei Serenaben. 22: Nachrichten — Nachrichten aus dem Senbebezirk, 22.10: „Gruß an Emil Strauß". Wilhelm Schäfer spricht zu seines Freunbes siebzigsten Geburtstag. 22.20: Funkbericht vom 7. Internationalen Reit- unb Fahrturnier. 22.30: Sportschau ber Woche. 22.45: Unterhaltungskonzert. 24 bis 2: Nachtkonzert.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten finb ohne Verbindlichkeit ber Schriftleitung.)
W. G. 5. Das Rechtsverhältnis zwischen Haupt- unb Untermieter bilbet ein für sich abgeschlossenes Mißverhältnis, für welches alle Vorschriften über bie Miete Anwenbung finben. Sie müssen sich baher an ben Untervermieter halten, benn biefer hat bie Pflicht, bie Wohnung währenb ber Dauer ber Untermiete in einem zu bem vertragsmäßigen Gebrauch geeigneten Zustanb zu erhalten.
h. D. in £. Auf bie Frage kann in ber allgemeinen Form, in ber sie gestellt ist, nicht geantwortet werben. Es fehlen bie für eine genügenbe Beantwortung notroenbigen Angaben über bisherige Tätigkeit, Eignung, Ausbilbung usw. Grunbsätzlich kann nur gesagt werben, baß bie am 1.3.36 ablaufenbe Frist für bie Stellung eines Antrags auf Ausstellung eines Arbeitsbuches, vor allem für bie bereits in Arbeit Befinblichen gilt.
gegen spröde Haut
Nachdruck verboten!
8. Fortsetzung.
„Na, dann macht, was ihr wollt, in drei Deubels Namen, aber erwartet keine Hilfe von mir, roenn’s schief geht", schrie ber Mann nebenan unb klatschte den Hörer so heftig auf die Gabel, daß alles flirrte. Mit rotem Gesicht kam er zurück, murmelte etwas von „verfluchtem Weibereigensinn" unb goß sich noch im Stehen ein Glas bes schweren Burgunbers ein, ben er gern abenbs trank.
„Nichts zu machen", lachte er gezwungen, bie bestürzte Frage in ben Augen seiner Frau beantwor- tenb. „Meinetwegen können sie nun auf ihre Fasson selig werben, ich wasche meine Hände in Unschuld. Komm, wir wollen hinübergehen."
Schwer ließ er sich im ledernen Klubsessel am Kamin nieder, hinter dessen vergoldetem Gitter künstliche Glut leuchtete, und suchte sich mit etwas unsicherer Hand eine Importe vom Rauchtisch, der daneben stand. r, .
Elfriede Stallings schlanke Gestalt schmiegte sich graziös in den Sessel gegenüber. Wundervoll hob sich der vom Feuerschein rötlich beleuchtete blonde Kopf, bie Perlmutterzartheit der Haut von dem dunkelroten Leder ab, auf dessen Lehnen die Arme wie müde weiße Lilien ruhten. Sie hatte sich ein kleines seidenes Kissen in den Nacken geschoben, sah mit halbgeschlossenen Lidern verträumt in das wärmende Licht und ließ ihren Mann ruhig seine Zigarre rauchen, ohne mit einem Wort das Schweigen zu brechen.
So, wußte fie, kam er am schnellsten über jeglichen Aerger hinweg. Nur keine Fragen stellen! Wozu auch, eine Frau erfuhr doch stets, was sie wissen wollte — unb mehr ...
„Na, Schatzi, eingeschlafen?"
Aha, nun war ber Sturm vorbei. Die junge Frau manbte ben Kopf ein wenig unb lächelte ihren Mann an. Tiefblau, ein wenig fern unb kühl, leuchteten ihre Augen.
„Nein, hoher Herr, nur so ein bißchen vor mich hingeböst. Es war ein ziemlich besetzter Tag."
Seine Blicke streichelten sie selbstzufrieben. War boch ein Glückstag für ihn gewesen, als er bie kleine Elfriebe Mervius kennengelernt hatte. Sie hatte im Sinfoniekonzert neben ihm gesessen, burch ein geschenktes Bittet von bem sonst besuchten vierten Rang in bie Parkettloge verweht, bie Stalling benützte, wenn irgenbein befonberer Anlaß ihn einmal ins Theater trieb. Revuen unb Kabaretts amüsierten ihn weit mehr, besonders seit Elfis blonde Schönheit von allen begafft und bewundert wurde. Theodor Stalling wußte es wohl: Er wurde in feinen Kreisen viel beneidet um diese Frau. Sie war nicht nur schön, sondern auch liebenswürdig und gefügig, in jeder Weise bequem, nur ein bissel zu brav manchmal. Aber wer hatte keine Fehler?
Er sah sie verliebt an, legte bie Zigarre fort unb hielt ihr einlabenb bie Arme entgegen. „Komm mal her zu beinern alten Mann, bu mübes Katzel, unb erzähle, was bu alles getrieben hast, währenb er in ber Generalversammlung schmorte."
Eigentlich verspürte Elfriebe Stalling keinerlei Lust nach Zärtlichkeiten in biesem Augenblick, Teb- bys Grobheit gegen bie Mutter am Telephon hatte sie verstimmt. Außerbem war sie wirklich mübe und saß so herrlich bequem. Aber da sie das Verlangen in seinen Augen sah, ftanb sie auf unb liefe sich lächelnb auf seinen Schafe ziehen unb seine Liebkosungen lächelnb über sich ergehen, ohne sie zu er- roibern, aber auch ohne Abwehr. Gehorsam berichtete sie.
„Mit Meta Bruck? Famos?" Er nickte, schien erfreut. „Ihr seht euch wohl oft?"
„Das nicht gcrabe. Das heißt: sie ruft oft an, forbert mich zu allerlei Sachen auf, aber weißt bu, Tebby — offen geftanben ist mir bie Frau nicht sehr sympathisch. Sie hat so etwas herausforbernb Auffallenbes in ihrem ganzen Wesen, zieht sich extravagant an. Unfeine Menschen mag ich nun mal nicht. Aber —" sofort roieber liebenswürbig ein- lenfenb, ba sie ben Schatten auf ihres Mannes Gesicht bemerkte — „wir kommen ganz gut zusammen aus. Schließlich kann man sich nicht jede Bekannten nach eigenen Wünschen aussuchen.
bin ja auch kein Engel."
„Doch, unb ein sehr kluger bazu", wibersprach er, sie wie ein Kinb in feinen Armen hin unb her miegenb. „Du nimmst bie Menschen, wie sie finb, unb bas ist ein wahrer Segen für mich, benn ein Geschäftsmann muß manchen Verkehr /pflegen. Es ist mir sehr angenehm, daß bu bich mit Meta Bruck gut stellst, und ich bitte dich hiermit, bie Sonne beiner Gnabe ganz besonbers auf Bruck selbst scheinen zu lassen. Das kann mir nämlich sehr viel nützen. Er mag bich gern —"
Elfriebe Stalling löste sich leicht aus ihres Mannes Armen, setzte sich auf unb strich sich bie Haare aus ber Stirn. „Bruck" —" wieberholte sie unangenehm berührt. Unb bachte plötzlich an fein seltsames Gebaren am Silvesterabenb. Wohl hatte er feitbem kein ähnliches Wort mehr an sie gerichtet, aber wo sie ihn auch getroffen, war fie bie Emp- finbung nicht losgeworben, baß seine Gebanken sie -umspannen wie ein unsichtbares Netz. Etwas Lauernbes, Heißes blitzte manchmal aus feinem* Spötterblick, bas sie beunruhigte.
„Haft bu benn geschäftlich mit ihm zu tun?"
Stalling bejahte.
„Bruck hat glänzenbe Beziehungen. Solche Leute können einem heutzutage ungeheuer nützlich sein/
Erschrocken sah bie junge Frau auf. „Teddy, du läßt dich doch nicht in gefährliche Zachen mit bem Menschen ein? Er reift jetzt so oft nach Paris unb Basel, seine Frau sagte es mir unter bem bekannten Siegel ber Verschwiegenheit — was hat er benn ba zu suchen? Tebby, mach nur keine Dummheiten!" ' v . ...
Der lachte, zog bie bang Fragenbe roieber zu sich herab, baß ihr Kops auf seiner Schulter ruhte.
„Nur keine Angst, Schatz, ich bin fein heuriger Hose' Aber nicht wahr, bu benkst bran, bist ein bissel lieb unb nett zu Bruck? Es hängt von ihm als Hauptakt/onär ab, ob ich in ben Aufsichtsrat ber bereinigten Deutschen Margarinewerke gewählt werde. Das wäre ein fettbezahltes Pöstchen. Man muß doch für so eine kleine Frau sorgen, toasZ Sich auf ben Munb neigenb, ber sich allzu fest geschlossen hatte. „Augenblicklich befinde ich ich, im Vertrauen gesagt, ein bissel in ber Klemme. a5 barf aber keine Seele ahnen, verstauben?
Deshalb ärgerte ich mich so über Mutters Vermieterei, bie Leute werben benfen, ich will ober kann
MIOMMMMH.
Roman von H. von Hettennann.
Copyright 1936 by Auswärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68.
ihr nicht genügenb beistehen, unb baß ist mir ge» rabe jetzt fatal. Na, läßt sich nicht änbern, roie’s scheint.
Einen Dickkopf hot beine Mutter, nicht zu knapp. Gottlob, baß bu ben nicht geerbt hast!"
Elfriebe Stalling mußte sich zwingen, auf bie verliebten Tänbeleien ihres Mannes einzugehen, ben noch spät bazukommenben Bekannten ein heiteres Gesicht zu zeigen. Eine unerklärliche Bangig- feit beschwerte ihr auf einmal bas Herz.
10. Kapitel.
„Darf ich Ihnen biefe hanbgemalten Postkarten anbieten — zwei Stück fünfunbzwanzig Pfennig."
Ein neugieriger Blick aus wafferhellen Augen umfaßt das Gesicht des Fragenden.
„Haben Se die selber gemalt?"
,Lawohl."
Ein kurzes Zögern. „Warten Se mal, ich will bloß —" Das blaue Kleid mit weißer Schürze verschwindet — erscheint wieder. „Ich soll nämlich nix an der Tür kaufen," wird flüsternd berichtet, „aber ’nen Groschen hätte ich, kann ich da eine für kriegen? Nee, die mit den Kindern drauf? Malen Se viel? Ach, die is aber auch schön —" Es klingelt drinnen. „Da, schnell, kommen Se mal wieder!"
Höflich dankend greift der Mann an den Hut. Es ist eine mechanische Bewegung, von ber bie Seele nichts weiß. Die hat sich in irgenbeinen Winkel verkrochen unb schämt sich —
„Hanbgemalte Postkarten, bitte?" — Die Tür knallt zu, ehe bas Wort ausgesprochen ist. Merkwür- big, wie bcleibigenb eine solche stumme Geste wirken kann, auch enblose Wieberholung gewöhnt nicht baran.
Wieber, immer roieber, treppauf, treppab wirb basfelbe Sprüchlein hergesagt, es finb harte Zeiten, bas Gelb ist knapp.
Stunben vergehen, ehe eine Mark verdient ist. Dor manchen Türen wirb man stehengelassen wie ein Hunb, weiß nicht, ob gehen, ob warten. Selten begleitet ein freunbliches Wort, ein guter Wunsch bie Gabe.
Langsamer würbe ber Schritt Draus. Er war mübe, bie Beine begannen zu schmerzen. Nur noch bieses eine Haus, bann war es genug für heute.
(Fortsetzung folgt!)


