sondern hinzukommt das schlechte Erntewetter. Mit dem Schnitt der So in merger st e hat man zum Teil begonnen. Die Wintergerste steht auf Haufen und mutz bei einigermaßen gutem Wetter eingefahren werden. — Der neuerrichtete Brunnen soll nun bald für das Leitungswasser in Benutzung genommen werden. Wie man erfährt, soll die Hör st-Wessel-Straße kanalisiert werden.
> Garbcnteich, 29. Juli. Am 1. August kann Bäckermeister Karl Stumpf auf ein 40- jähriges Bestehen seiner Brot- und Feinbäckerei zurückblicken. Während dieser langen Zeit hat es Herr Stumpf verstanden, sein Geschäft auf der Höhe zu halten. Ebenso lange ist er Leser seiner Heimatzeitung, des „Gießener Anzeigers".
K Steinbach, 29. Juli. Am 30. Juli feiern die Eheleute Jakob Keßler I. und Katharina, geb. Hermann, das Fest der Silbernen Hoch
zeit. Frau Keßler ist die Lagerhalterin des hiesigen Landwirtschaftlichen Konsumvereins.
* Lich, 29. Juli. Der Meß- und Kanzleigehilfe Karl K l i e h m in Lich wurde unter Berufung in das Beamtenverhältnis zum Kanzlisten im hessischen Landesdienst ernannt.
I Queckborn, 28. Juli. Auch in diesem Jahre wurden von Seiten der Gemeinde wieder größere Chausierungsarbeiten durchgeführt, außer einigen kleinen Stellen im Felde wurde der Brühlweg unterhalb des Wasserwerks neu hergerichtet. Da keine Arbeitslose mehr vorhanden waren, wurden die Arbeiten an kleine Landwirte vergeben. — Bei der ungünstigen Witterung schreiten die Erntearbeiten nur langsam vorwärts, Korn und Gerste sind größtenteils geschnitten und stehen auf Haufen. Bis jetzt konnte allerdings noch keine Frucht eingefahren werden. Die Drescharbeiten wurden wieder an August Höckler zu Höckersdorf vergeben, der in diesem Jahre seit zwanzig Jahren die Ernte unseres Ortes mit zwei Maschinen drischt.
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Rudolf Ismayr spricht den Olympischen Eid.
Reichssportführer von Tschammer und O st e n hat bestimmt, daß Rudolf I s m a y r, der bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 1932 für Deutschland eine Goldmedaille im Gewichtheben erringen konnte, bei den Olympischen Spielen in Berlin den Olympischen Eid spricht.
Ende September: Weltmeisterschafts- Boxkampf Schmeling —Braddock.
Die Verhandlungen für den Weltmeisterschaftskampf zwischen Max Schmeling und Jimmy Braddock sind zwischen den beiden konkurrierenden Veranstaltergruppen abgeschlossen worden. Der Kampfvertrag wurde jetzt unterzeichnet Madison Square Garden und 20. Jahrhundert-Club (Mike Jacobs) haben sich dahin geeinigt, den Kampf gemeinsam durchzuführen. Er soll in den Tagen zwischen dem 2 4. und 3 0. September in Neu- york in der Madison-Square-Garden-Arena stattfinden. Rach dem Welimeisterschaftskampf sind beide Boxer kontraktfrei. Schmeling beabsichtigt, am 6. August nach Neuyork abzureisen.
Ehrung für die SA.-Männer der siegreichen Jacht „Roland von Bremen".
Unter der aus acht Mann bestehenden Besatzung der im Atlantik-Rennen siegreichen Jacht „Roland von Bremen", die den Preis des Führers errang, befinden sich vier SA.-Männer: Obertruppführer Dr. Perlia und SA.-Mann Kroeger der Marinestandarte 15, Bremen, Obersturmführer Jesse, Marinestandarte 90, Danzig, Truppführer Bruening, SA.-Standarte 411, Bremerhaven- Wesermünde, ferner der RSKK.-Obersturmführer Rackwitz von der Motorbrigade 62, Bremen, und Pg. v. Lattner, Bremen. Sofort nach Ankunft der siegreichen Jacht erstattete Gruppenführer
Boehmcker Stabschef Lutze Meldung, der mit folgendem die gesamte SA. ehrenden Telegramm antwortete:
„Ich danke Ihnen für die Meldung von der siegreichen Beendigung des Transatlantik-Rennen? durch die Segeljacht .Roland von Bremen'. Dem Führer der Jacht, SA.-Obertruppführer Dr. Perlia und der Besatzung, Obersturmführer Jesse, Truvp- führer Bruening und SA.-Mann Kroeger, bitte ich meine vollste Anerkennung für ihre vorbildliche sportliche Kameradschaftsleistung zum Ausdruck zu bringen. Gleichzeitig befördere ich die Genannten zum nächsthöheren Dienstgrad. (gez.) Lutze."
Oie deutschen Olympia-Sternflieger unterwegs.
Am Dienstagmittag starteten in ganz Deutschland unsere Olympia-Sternflieger zu ihrem zweitägigen Flug nach der Reichshauptstaot. Bei diesem „Deutschen Sternflug 1936", den der Reichsluftsportführer aus Anlaß der Oympischen Spiele für die Mitglieder seiner Luftsport-Landesgruppen ausschrieb, werden vor allem die Anzahl der angeflogenen Flugplätze, die Geschicklichkeit der Besatzungen, die Gesamtkilometerleistung (mindestens 500 Kilometer) und die Anzahl der je Flugzeug beförderten Personen bewertet. Infolge des zum Teil überaus ungünstigen Wetters in den verschiedenen Gegenden Deutschlands stellte bereits der Dienstagnachmittag hohe Anforderungen an das fliegerische Können der Besatzungen. Von den 154 Teilnehmern fielen, soweit bisher feststeht, drei Besatzungen aus.
Start der internationalen Sternflieger.
Am heutigen Mittwoch starteten von ihren heimatlichen Flughäfen aus die ausländischen Teilnehmer des vom Aero-Club von Deutschland veranstalteten Internationalen Sternsluges. Die Gesamtzahl der endgültig gemeldeten Maschinen beträgt 57, die sich auf die nachstehenden 17 Rationen wie folgt verteilen: Frankreich 10 Flugzeuge, Oesterreich 9, Belgien 6, Polen 5, England, Holland und Ungarn je 4, Schweden und die Tschechoslowakei je 3, Italien 2. Chile, Griechenland, Japan, Jugoslawien, Rumänien, Spanien und die Schweiz je eine Maschine.
England
zum vierten Male OaviSpokal-Sieger.
Fred I. Perry, Englands Weltranglisten-Erster im Tennissport, sicherte am Dienstag seinem Lande zum vierten Male den Besitz des Davispokals, nachdem vorher der Australier Quist durch einen Sieg mit 6:4, 3:6, 7:5, 6:3 noch den Gleichstand des Endkampfes erreicht hatte. Die Entscheidung über Sieg und Niederlage hing also von Fred I. Perry ab, der aber das Vertrauen seiner Landsleute rechtfertigte und den Australier Crawford ohne Satzverlust 6:2, 6:3, 6:3 besiegte, sodaß England mit 3:2 Punkten gewann und den Pokal zum dritten Male erfolgreich verteidigte.
Weitere deutsche Erfolge beim V. Welt-Keglerturnier.
Beim V. Welt-Keglerturnier gab es am Freitagabend einen Länderkampf Deutschland — Schweden auf der l-Bahn, der mit einem knappen aber verdienten Sieg Deutschlands mit 5941:5922 Punkten endete. Bester Einzel-Kegler war der Schwede Lillier mit 835 P., der beste der deutschen Mann
schaft war Kurzenberger mit 788 P. Außerdem gab es einen Länderkampf Deutschland — Belgien auf der Scheren-Bahn über je 50 Wurf in die Vollen und 50 Wurf auf Abräumen. Die deutsche Zehner- Riege erzielte 5523 Holz, während Belgien nur auf 5364 Holz kam. Bester Einzelkegler war Lücking mit 576 Holz, der beste Belgier Peeter brachte es auf 565 Holz.
Auch die Europa-Meisterschaft im Einzelkampf fiel an Deutschland. Als Sieger ging W a ß n e r - Pirna mit 838 Holz hervor. Den zweiten Platz belegte Gehringer-Nürnberg mit 810 Holz vor Richter-Tschechoslowakei mit 798 Holz.
Die letzten Wettbewerbe.
In Anwesenheit des Reichssportführers wurden am Sonntag die letzten Kämpfe des fünften Welt- Keglerturniers in der Deutschlandhalle ausgetragen. Dabei gab es wieder einen deutschen Sieg, durch die B-Mannschaft Gehringer-Nürnberg, Thors-Kassel, N i e h o f f - Wernigerode, Sturm und Dürrheide (Braunschweig) im Fünfer- Mannschaftskampf auf der Asphaltbahn. Mit 2026
Holz gewann die deutsche B-Mannschaft den Curopatz Meistertitel vor der eigenen ^-Mannschaft (1984 Holz) und der Tschechoslowakei mit 1940 Holz.
Auch bei den Frauen war ein großer deutsches Erfolg zu verzeichnen. Auf der I-Bahn wurde int Einzelkampf der Frauen Lindemann-Dresden mit 716 Punkten Weltbeste vor Frau Nies-Berlin (682) und Frau Müller (645 Holz).
Europameister im Fünfer-Mannschaftskampf auf der I-Bahn wurde Belgien mit 2782 Holz knapp vor Deutschland mit 2778.
Im Mannschaftskampf um die Euro, p a m e i st e r s ch a f t auf der I-Bahn siegte Finn« land mit 5848 Holz vor Deutschland mit 5820. 22 Mannschaften traten zum Fünfermannschaftskampf um die Weltmeisterschaft auf der I-Bahn, wöbe! es auch um den Gewinn des Ehrenpreises der Reichsregierung ging, an. USA. siegte mit 4054 Punkten. Den 2. Platz belegte eine weitere amen- kanische Mannschaft mit 4048 P. vor Schweden. Die beste deutsche Mannschaft kam nicht über den 7. Platz hinaus.
Rund um olympische Trainingsstätten.
Unter den amerikanischen Olympiateilnehmerinnen befindet sich Helen Stephens (im Vordergrund), die junge Farmertochter, die als schnellste Frau der Welt den kommenden Tagen mit großen Siegeshoffnungen entgegensetzen darf. — (Schirner-M.)
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Leichtathleten aus alter Welt.
Nur Tage trennen uns noch vom Beginn der Olympischen Spiele, die bereits am 2. August die ersten Entscheidungen in der Leichtathletik bringen. Immer neue Nationen kommen. Und gerade in der Leichtathletik ist das Aufgebot außerordentlich stark, so daß es weiter nicht überrascht, gerade auf den Leichtathletik-Plätzen des Reichssportfeldes Hochbetrieb festzustellen. Es ist ein Kommen und Gehen, von den frühen Morgenstunden bis zum hereinbrechenden Abend. Immer neue Kämpfer tauchen auf. Es gehört tatsächlich schon einige Mühe dazu, sich in diesem Trudel der Länder und Durcheinander der Sprachen überhaupt noch durchzufinden.
Mädchen aus dem Süden.
Sie wirken eigentlich nicht mädchenhaft, die Leichtathletinnen aus Italien, die am Donnerstag erstmalig ohne allzu großen Eifer, aber mit um so größerem Aufsehenerregen auf dem August- Bier-Platz trainierten. Betreuer fanden sich bei diesen hübschen Südländerinnen genug ein. Zum Schluß zählten wir mehr Berater als Beratene. Am härtesten arbeiteten noch die Hürdenläuferinnen, deren Zeiten zwischen 12,5 und 13 Sekunden lagen.
Heimlich waren bereits am Vormittag die kleinen Japanerinnen am Werk. Auf der Aschenbahn übten die drei Sprinterinnen Komia, Punko Nishida und Mitsui aus den Startlöchern. Im Jnnenraum vertrieben sich die Speer- und Diskuswerferinnen mit Lockerungsübungen und einigen Trainingswürfen den Vormittag.
Kanadas Trainer: „Ich kann nichts mehr verbessern!"
Das Training der Ruderer geht jeden Tag nach seit langem feststehendem und ausprobiertem Plan vor sich. Bob Hunter, der Trainer der Kanadier,
wandte sich achselzuckend an uns: „Ich weiß nicht mehr, was ich eigentlich verbessern soll." Es wird ihm nicht nur allein so gehen.
Der Sonnenschein und die ungestörten Ruhestunden im Liegestuhl haben alle, seien es nun die riesigen australischen Polizisten ober die kleinen Brasilianer, in eine Form gebracht, die zu halten, allein genug Umsicht und Kniffe erfordert.
Etwas erstaunt blickte man zum Wasser hinunter, als Tokios Meister-Achter mit sieben Mann vom Steg ging und ohne „Nr. 1" arbeitete. Die Japaner haben ihren Schlagmann aber nicht verloren, ein leichter Grippeanfall zwingt ihn zu einer unfreiwilligen Erholungspause.
57,6 Sekunden für 100 Meter kraul!
Fast unter Ausschluß der Öffentlichkeit hat Matsuzawa, Japans Schwimmtrainer, seine Schützlinge noch einmal einer entscheidenden Prüfung unterzogen. Am Freitagnachmittag kämpften die japanischen Schwimmer im Olympischen Schwimm- Stadion um die Ehre, ihr Land bei den Spielen vertreten zu dürfen. Die Wasser-Temperatur betrug 22,5 Grad, das Thermometer zeigte im Schatten bei bewölktem Himmel 28 Grad, zu kalt war es also kaum. Pusa konnte nicht mitmachen, weil er sich vor etwa zehn Tagen bei der Gymnastik das rechte Armgelenk leicht ausgekugelt hatte. In feiner Abwesenheit gewann Arai die 100 Meter Freistil in 57,6 Sekunden mit Handschlag vor Taguchi. Ueber 400 Meter Freistil gaben sich Makino, Negami und Shimma nicht voll aus; trotzdem kamen sie glatt unter 4:50 Minuten.
Der junge Udo holte sich überlegen mit guten 25 Meter Vorsprung die 1500 Meter in 19:17,4, nachdem er auf den ersten 1000 Meter leicht gebummelt hatte.
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