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Madrid meldet Ruhe in der Hauptstadt.

2JLa drib, 29. Juli. (DNB.) In Madrid herrscht weiterhin Ruhe. Im Stadtinnern ist der Verkehr lebhaft, Straßen- und Untergrundbahnen verkehren wie üblich, die Cafös sind stark besucht, und auch die Kinos sind geöffnet. Der Kraftwagen­verkehr zu privaten Zwecken ist eingestellt, da die beschlagnahmten Kraftwagen den Wach- und Trans­portdienst innerhalb und außerhalb der Stadt vor­nehmen. Auffallend im Stadtbilde sind die zahllosen Krankenwagen, sowie mit der Roten-Kreuz-Fahne ausgerüstete Privatautos, die vom frühen Morgen bis zum Abend zwischen der Kampffront und den Madrider Hospitälern und Lazaretten hin- und her­fahren.

Das Büro des Diplomatischen Korps in Madrid, das zum gemeinsamen Schutz der Interessen der in Madrid ansässigen Ausländer kürzlich gebildet worden ist, erklärt, daß die Regie­rung bemüht bleibe, die Abfahrt eines Sonder- zuges für Ausländer nach Valencia sicher­zustellen.

Bor dem Einmarsch der Nationalisten in Badajos?

Paris, 29. Juli. (DNB. Funkspruch.) Wie Ha- vas aus Lissabon meldet, sollen auf den öffent­lichen Gebäuden in Badajos weiße Fahnen ge­hißt sein. Man erwartet für Mittwoch den Ein­zug der nationalistischen Truppen in Badajos.

Angst vor her Zukunft.

Havas berichtet über eine Unterredung mit dem Führer der spanischen Marxisten.

Paris, 29. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Ver­treter von Havas in Madrid berichtet über eine Unterredung mit dem Marxistenführer und früheren Minister P r i e t o s. Dieser gab zu­nächst die üblichen Erklärungen über die in Madrid Herrscheide Siegeszuversicht ab. Als Beweis, daß die Regierungsstreitkräfte noch nicht mit allem Nachdruck vorgegangen seien, führt er an, daß man von einer Bombardierung des Alkazar-Pa- lastes in Toledo abgesehen habe, um seine Kunstschätze nicht zu gefährden. Daraus scheine heroorzugehen, daß die Nachrichten von der Ka­pitulation des Alkazars, die Dienstag ver­breitet wurden, nicht zutreffen.

Auffallend ist die pessimistische Färbung der weiteren Aeuherungen Prietos. Er sagte u.a.: Sollte der Kampf noch einen Monat dauern, wären die Folgen sehr ernst. Denn aber nicht alles binnen zwei Monaten beendet fei, dann habe man gegenwärtig überhaupt gar keinen Anhaltspunkt mehr, um sich ein Urteil über das dann folgende politische und soziale Leben und über die Beziehungen der gesetzmäßigen Regierung und dem Volk in Waffen zu machen.

Der Vertreter der Agentur Havas in Lissa­bon hatte eine Unterredung mit dem dort einge­troffenen Gil R o b l e s , der ihm zunächst erklärte, er wolle sich in Portugal einige Tage ausruhen, aber nichtvonPolitik sprechen. Im übrigen brachte er auf Befragen seine Bewunderung für das politische Werk Dr. Salazars in Portugal zum Ausdruck und widmete dem toten spanischen General Sanjurjo ehrende Nachrufsworte.

Aufruf der französischen Marxisten.

P a r i s, 29. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der f r a n° zösische Gewerkschaftsoerband C. G. T. hat einen Aufruf veröffentlicht, in dem dazu auf­gefordert wird, die s p a n i s ch e n M a r x i st e n mit allen Mitteln, vor allem Geld zu unterstützen. Ferner veröffentlicht der sozialistischeP o p u - l a i r e" einen Aufruf des Internationalen Gewerkschaftsverbandes und der So­zialistischen Arbeiterinternationale zur Unterstützung der spanischen Volksfrontregierung und zur Bildung eines internationalen Solidaritäts­fonds.

Frankreichs Nugzeuglieserungen.

Heute Abflug nach Madrid?

Paris, 29. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Action Franxaise", die am Dienstag be­richtet hatte, daß die für Spanien bestimmten, aus der französischen Heeresreserve entnommenen 17 Potez-Flugzeuge über den Umweg einer privaten französischen Firma doch an die spanische Volksfront-Regierung geliefert wer­den würden, kündigt für den heutigen Mittwoch den Abflug dieser 17 Flugzeuge vom Flugplatz Montdesir an. Vielleicht werde man die Apparate wieder mit dem französischen Kennzeichen der blau-weiß-roten Kokarde über­malen, damit sie unbemerkt bis an die spanische Grenze gelangten. Sie würden über Pau geleitet. Vielleicht sei auch die Nachricht von der Ueber- wachung der französischen Pyrenäen­grenze durch Flugzeuge in der Presse nur des­halb wiedergegeben worden, um den Eindruck zu erwecken, daß die Flugzeuge für die französische Grenzüberwachung bestimmt seien. Nach Ansicht der Actton Franxaise" soll der Start der 17 Apparate am Mittwoch erfolgen, weil sie dann vor der Kammeraussprache am Freitag schon über alle Berge sein würden.

Spanisches Flugzeug mit Goldsendung

Paris, 28. Juli. (DNB.) In Le Bourget ist am Dienstagoormittag ein dreimotoriges spa­nisches Flugzeug, von Madrid kommend, eingettoffen. Neben vier Fahrgästen befanden sich 1260 Kilogramm Gold in Barren an Bord des Flugzeuges.

De Llano droht mit Abbruch der Beziehungen zu Frankreich.

Paris,28. Juli. (DNB.) DieLiberte" gibt eine Meldung aus guter Quelle wieder, nach der Gene­ral Queipo de Llano die Anhänger der spani­schen Rechtsparteien, die sich augenblicklich in Gibraltar befinden, aufgefordert habe, nach Spanien zurückzukehren und sich der Ar­mee anzuschließen. Zum Schluß seiner Ausführun­gen habe der General angeblich gedroht, sobald die Militärgruppe in Spanien die Macht in der Hand habe, werde sie die Beziehungen zur französischen Regierung abbrechen, da diese der Madrider Regierung Flugzeuge zur Verfügung ge­stellt habe.

Keine englischen Flugzeuge für die Militärgruppe.

London, 29 Juli. (DNB. Funkspruch.) Die britische Lustverkehrs-Gesellschaft British Airways London hat, wie verlau­tet, die Gerüchte in Abrede gestellt, die davon spra­chen, daß vier Flugzeuge, die bereits den Kontinent erreicht hätten, für die Streitkräfte der Mili­tärgruppe in Spanien bestimmt seien. Es handele sich um Ersatzmaschinen, die in Bordeaux gelandet seien, und die für die von der Gesellschaft in Europa beflogene Strecke bereitgehalten würden.

Die Heimkehr unserer Volksgenoffen.

PanzerschiffAdmiral Scheer" in Barcelona eingettoffen.

Berlin, 28. Juli. Das PanzerschiffAd- mi r a l S ch e e r" ist am 28. Juli, 14 Uhr, in Bar­ce l o n a eingetroffen.

Spenden für den Hilfsfonds.

Berlin, 28.Juli. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat für den Hilfsfonds für die geschädigten Spanien-Deutschen einen wei­teren Betrag von 5 0 0 0 0 Mark aus seinen Derfügungsmitteln gespendet.

Zur Verwaltung des Hilfsfonds für die geschädig­ten Spanien-Deutschen hat der Leiter der Aus- landsorganisation der NSDAP. Gauleiter Bohle einen Ausschuß eingesetzt und Gauamtsleiter Fried­helm Bürbach mit der Geschäftsführung beauf- ttagt. Der Sitz des Hilfsausschusses ist Berlin W 35, Tiergartenstraße 4 A (Auslondsorganisatton der NSDAP.), Telephon B 2 (Lützow) 7941.

Inzwischen sind zahlreiche weitere Spenden zugunsten der deutschen Flüchtlinge aus Spanien eingegangen:

Der Reichs- und preußische Minister des Innern Dr. Frick hat die Summe von 10 000 Mark zur Verfügung gestellt.

Die Reichsdeutschen in der Schweiz haben telegraphisch für die Unterstützung ihrer Ka­meraden in Spanien den namhaften Betrag von 12 000 Mark gespendet.

Die Leitung der Auslandsorganisation d e r N S D A P. hat dem Hilfsfonds den Betrag von 10 000 Mark überwiesen.

Der SS.-Gruppenführer von dem Bach-Zelewski- Breslau ließ dem Hilfsfonds als Spende der schlesischen SS. - Männer 1000 Mark zu­geben.

Oberbürgermeister Dr. S t r ö l i n (Stuttgart) (jat dem Hilfsfonds 3000 Mark überwiesen.

Das Hilfswerk derDeutschland".

Paris, 29. Juli. (DNB.) Am Dienstagabend sind in Paris 25 deutsche Flüchtlinge aus Spanien eingettoffen, die um Mitternacht nach Saarbrücken weiterreisten. Es handelt sich um 21 Erwachsene und vier Kinder. Die Deutschen

stammen aus Köln, Berlin, Hamburg, Bayern und Westfalen. Sie waren in San Sebastian und Bilbao ansässig und sind am Sonntag von dem Panzer­kreuzerDeutschland^ abgeholt und auf den DampferKronos" übergesetzt worden, der sie nach St. Jean de Luz brachte.

Die Deutschen berichten, daß die Zeitungsnach­richten über die Ereignisse in San Sebastian nicht übertrieben feien. Die Deutschen haben die unruhigen Tage zumeist in ihren Häusern oder in den Kellern verbracht und waren glücklich, als sie erfuhren, daß der deutsche Panzerkreuzer sie holen werde.

Der Empfang, der den Deutschen auf dem Panzer­kreuzerDeutschland" zuteil wurde, war herzlich und gastfreundlich. Der Panzerkreuzer fuhr Sonntagnacht nach Bilbao, wo er im Morgengrauen ankerte und noch 300 Deutsche an Bord nahm, die er unterwegs auf anderen Schiffen absetzte.

In Paris fanden die ersten 25 deutschen Flücht­linge aus Spanien hilfsbereite Aufnahme. Sie haben in Spanien ihre ganze Existenz verloren.

Jüdische Emigranten hetzen gegen die Deutschen.

Lissabon, 28. Juli. (DNB.) Am Dienstag trafen in Lissabon an Bord des Frachtdampfers Hero" 58 deutsche Flüchtlinge aus Ma­laga, unter ihnen der Ortsgruppenleiter der NSDAP. Stichling ein.

Angesichts der Greuelkaten des roten Pöbels, der alle Macht in Händen gehabt hätte und teilweise von jüdischen Emigranten gegen die Deutschen aufgeheht wor­den sei, mußten die Mitglieder der deutschen Kolonie auf dem im Hafen liegenden Fracht- dampferhero" unter Zurücklassung von hab und Gut flüchten.

Soweit die deutschen Volksgenossen nicht auf der Hero" Unterkunft finden konnten, retteten sie sich auf den deutschen FrachtdampferSaturn", der sich noch im Hafen von Malaga befindet.

Die in Lissabon eingetroffenen deutschen Flücht­linge wurden von der dortigen deutschen Kolonie in Empfang genommen und in den Wohnungen dort ansässiger deutscher Volksgenossen unterge­bracht.

Deutsche Flüchtlinge aus Bilbao.

Hendaye, 28. Juli. (Vom Sonderberichter­statter des DNB.) In St. Jean de Luz kamen lm Laufe des Dienstag vormittag 6 5 Deutsche aus Bilbao an Bord eines deutschen Handels­schiffes an. Sie wurden vom deutschen Konsul in Boroeaux in Empfang genommen. Voraussichtlich werden in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch weitere deutsche Flüchtlingstranspotte aus Spanien in St. Jean de Luz eintreffen.

Die Flüchtlinge erzählten, daß in Bilbao noch völlige Ruhe herrsche, was darauf zurückzuführen sei, daß dort die mit der Volksfront zusammen­arbeitendenbaskischen Nationalisten" für Auf­rechterhaltung der Ordnung gesorgt hätten. Die baskischen Nationalisten", die als streng gläubige Katholiken gelten, haben keine Berührungspunkte mit den Marxisten. Ihr Zusammengehen mit den Marxisten entspringt lediglich dem Wunsch, auf diese Weiseein freies Baskenland" zu schaffen.

Oer Landesgruppenleiter Spanien der NSDAP, in Berlin angekommen.

Berlin, 28. Juli. (DNB.) Unter den deutschen Volksgenossen, die der italienische DampferPrin- cipessa Maria" in Barcelona an Bord nahm, be­fand sich auch der Leiter der Landesgruppe Spa­nien der Auslandsorganisation der NSDÄP. Der Stellvertreter des Führers brachte den Landesgruppenleiter Pg. Hellermann und Pg. Weninger, den Syndikus der Deutschen Han­delskammer in Barcelona, in seinem Flugzeug nach Berlin. Der Leiter der Auslandsorganisation Gauleiter Bohle begrüßte mit mehreren Mitar­beitern der Auslandsorganisation auf dem Flug­hafen Tempelhof die Kameraden aus Spanien und hieß sie in der Heimat herzlich willkommen.

Rolunterkunst der ausländischen Diplomaten.

Hendaye, 28. Juli. (DNB.) Auf einer Kon­ferenz der in St. Jean de Luz befindlichen und in Spanien akkreditierten ausländischen Mis. s i o n s ch e f s wurde der Beschluß gefaßt, den o f f t« zielten Sitz der diplomatischen Ver. t r e t u n g e n auf spanischem Boden in I r u n, nur wenige 100 Meter von der französischen Grenze, gemeinsam in einem zu diesem Zwecke gemie­teten Haus zu errichten. Die deutsche, amerikanische, italienische, norwegische und tschechische diplomatische Vertretungen bezogen dort bereits am Dienstagnach. mittag provisorische Amtsräume. Da Postsendun- aen nach Jrun nicht durchkommen, wird die gesamte Korrespondenz nach Hendaye posllagernd ge. richtet.

Der englische Botschafter befindet sich in 3a, rauz, wo ihm englische Kriegsschiffe zur Versü. gung stehen. Der französische Botschafter will an Bord eines französischen Kriegsschiffes vor San Sebastian bleiben.

Die Deutschen in Madrid und Alicante wohlauf.

Berlin, 28. Juli. (DNB.) Der Auslandsorga, nisation der NSDAP, ist am Dienstag telegraphisch mitgeteilt worden, daß die deutschen Volks, genossen in Madrid wohlauf sind. Eben- falls ist eine Drahtmeldung aus Alicante ein- gegangen, daß es allen Deutschen in Alicante und der Provinz gut geht und sie ihren Geschäften un< behindert nachgehen können.

Ein treffendes Urteil Lloyd Georges.

Wahrheiten werden ungeschminkt vor aller Welt ausgesprochen.

London, 28. Juli. (DNB.) Im Verlauf der Aussprache im Unterhaus ergriff auch Lloyd George das Wort. Er erklärte, der Versail­ler Vertrag sei ein Kompromiß zwischen einer ganzen Reihe widersprechender Forderungen und Ansprüche gewesen. England habe den Mittel­weg eingehalten. Eine der Schwierigkeiten sei der Grundsatz der Selbstbestimmung gewesen. Hieraus seien Danzig und der Korridor zu­rückzuführen und hieran seien auch einige der im Falle Ungarns gemachten Fehler schuld.

Lloyd George wandte sich bann der jetzigen außenpolitischen Lage zu. Er erklärte, wenn die Politik der Regierung überhaupt irgend etwas besage, dann bedeute sie, daß England sich ehrlich und aufrichtig bemühen wolle, dem jahr- hunderte alten Konflikt zwischen Teutonen und Galliern ein Ende zu bereiten. Wenn der Regie­rung dies gelinge, dann werde sie Europa einen unschätzbaren Dienst erwiesen haben.

Jedermann fei bekannt, daß die Abrüstungs­konferenzen nichts anderes darftellten, als ein langes Intrigenspiel der gerüsteten Mächte um die Erhaltung ihrer Suprematie. Er freue sich außerordentlich, daß dieses Kapitel abgeschlos­sen fei und daß ein neuer Anfang gemacht werden solle. Er freue sich auch darüber, daß das Abkommen von Stresa nicht wieder ins Leben gerufen werden solle. Er sei froh, daß

der Einmarsch in das Rheinland und selbst die Befestigung des Rheinlandes als etwas Un­abänderliches angenommen werden. In dem Augenblick, als der f r a n z ö f i f ch-r uffifche Pakt unterzeichnet worden fei, hätten die für die Sicherheit Deutschlands ver­antwortlichen Personen ihre wichtigste indu­strielle Provinz nicht ohne Schuh lassen kön­nen, um so weniger, als Frankreich die gewaltigsten Befestigungen errichtet habe, die jemals die Welt gesehen habe. Hit­ler wäre ein Verräter an seinem eigenen Land gewesen, wenn er angesichts dieser Lage nicht etwas zum Schuhe Deutschlands unter­nommen hätte.

Lloyd George begrüßte hierauf die Erklärung, die Neville Chamberlain kürzlich zur Man­datsfrage abgegeben hat. Er glaube nicht, daß Eden im jetzigen Augenblick weiter hätte gehen können, aber er freue sich, baß nicht bie Türe zugeworfen worben sei. Er wünsche Eben und seinen Freunden für die Fünfmächtekonferenz den besten Erfolg. Er verstehe nicht, warum Frank- reich nicht mit Deutschland zu einer Einigung ge­langen könne. Frankreich habe alles zu gewinnen und nichts zu verlieren. Wenn es Eden gelänge, Frankreich hiervon zu überzeugen, bann werbe er sich unsterblichen Ruhm holen.

Rüstungs-esprechungen -ei Baldwin.

Oie englischen Minister -leiben während der Ferien im Lande.

ßonbon, 29. Juli. (DNB.) Minitterpräsibent B a l b w i n empfing am Dienstagnachmittag im Beisein bes Verteibigungsministers unb ber Chefs ber brei Krieasministerien eine Aborb- n u n g, bie ihm gewisse Mitteilungen über R ü - stungsfragen unb militärpolitische Angelegenheiten in Europa unterbreitete.

Die Aborbnung setzte sich aus Mitgliebern beiber Häuser bes englischen Parlaments zusammen unb mürbe von Winston Churchill, Sir Austen Chamberlain unb Lorb Lloyd geführt. Die Eröffnungserklärung gab Sir Austen Camber - Iain ab. Der Empfang dieser Abordnung ist auf einen Wunsch Winston Churchills zurückzufüh­ren, ber kürzlich eine Geheimsitzung bes Un­terhauses verlangt hatte, was aber von ber Re­gierung mit bem Hinweis abgelehnt worden war, daß sich England nicht im Kriege befinde.

Daily Telegraph" unbTimes befassen sich mit biefen Besprechungen.Times" weist ausbrück- lich auf bie Vertraulichkeit ber Beratungen hin, gibt jeboch ber Ansicht Ausbruck, baß

von den Abgeordneten nichts vorgebracht wer­den konnte, wovon die Regierung nicht bereits Kenntnis gehabt habe.

Daily Telegraph" stellt fest, daß bie Besprechun­gen zwei Stunden gedauert haben. Die Abgeord­neten seien in der Lage gewesen, dem Ministerprä­sidenten Baldwin umfangreiche Informationen über Rüstungsfragen in verschiedenen Ländern Europas zu übermitteln. Die Besprechungen wer­den heute fortgesetzt.

NachNews Chronicle" haben verschiedene Ab­geordnete Anstoß daran genommen, daß von den mit Derteidigungsfragen befaßten Persönlichkeiten nur der Koorbinattonsminister Sir Thomas In- skip zugegen gewesen sei.

Baldwin fei in feinen Antworten äußerst zurück­haltend gewesen.

Bei der Fortsetzung ber Beratung werde jeboch heute vermutlich noch manches zur Sprache kommen.

Der politische Korresponbent berMorning Post" berichtet, baß bie letzte Kabinettssitzung vor ber Parlamentsvertagung für bie Sommerferien Mittwoch vormittag im Downing- ftreet abgehalten würbe.

Es fei nicht zu erwarten, daß irgendeiner der führenden Minister das Land während der Ferien verlaffen werde.

Die Kabinettsausschüsse mürben jebenfalls mährenb bes Monats September mehrfach tagen, menn bie diplomatischen Verhanblungen ausge­nommen mürben, die bie Dölkerbundsversammlung unb bie geplante Fünfmächte-Konserenz vorbereiten sollen.

Aufstellung einer Infanteriereserve in England.

ßonbon, 28. Juli. (DNB.) Kriegsminister Duff-Cooper teilte am Dienstag im Unter­

haus mit, baß er beabsichtige, eine neue Infan- teriereferoe mit einer Anfangsstärke von 17 000 Mann zu schaffen. Die Verpflichtung zur Dienstleistung laute auf sechs Jahre, nach bereit Ablauf bie Reservisten bie Möglichkeit zu einer meiteren Dienstzeit von vier Jahren erhielten. In bie Reserve sollen unverheiratete ßeute im Alter zmischen 17 unb 25 Jahren aus Großbritannien ausgenommen werben. Für das erste Dienstjahr ist eine Ausbildungszeit von 26 Wochen vorgesehen, für alle weiteren Jahre Hebungen von je 14tägiger Dauer. Währenb ber Ausbilbungszeit erhalten bie Reservisten bie gleiche Löhnung roie die ßinien» truppen. Hinzu kommt eine jährliche Prämie in Höhe von sechs Pfund, die nachttäglich ausgezahlt wird.

Einheitliche Altersgrenze für alle Iustizbeamten.

Berlin, 28. Juli. (DNB.) Trotz ber am 1. April 1935 erfolgten Uebernahrne der Rechts­pflege auf das Reich gilt für bie früheren ßanbesjustizbearnten, bie jetzt Reichs­beamte finb, nach wie vor ßanbesbeamten» recht. U. a. war bisher auch bie Dienstalters­grenze ber Beamten in den einzelne^ ßänbern ver­schieben geregelt. So treten bie Richter in Bayern erst mit Vollenbung bes 68. Lebensjahres in den Ruhestanb, in anderen ßänbern mit Vollenbung bes 65. ßebensjahres. Für bie Mitglieber des Reichsgerichts besteht nach dem geltenden Reichs­beamtengesetz insofern eine Sonderregelung, als sie erst mit bem 68. Lebensjahre in ben Ruhestanb tre­ten. Um biefem uneinheitlichen Zustand ein Ende zu machen, hat der Reichsminister der Justtz auf Grund des Art. 5 des Ersten Gesetzes zur lieber« leitung der Rechtspflege auf das Reich vom 16. Februar 1934 die Verordnung vom 27. Juli 1936 erlassen. Nach dieser Verordnung gelten vom 1. Ok­tober 1936 ab für alle Beamten ber Reichsjustizverwaltung einheitliche Bestimmungen über bie Altersgrenze, mit Ausnahme ber Notare, für bie bie bisher maß' gebenben Bestimmungen weiter anzuwenben finb. Die Beamten treten mit Ablauf des Vierteljahres in ben Ruhestanb, bas auf ben Monat folgt, in bem sie bas 6 5. Lebensjahr vollenbet haben. Durch bie sofortige Einführung ber neuen Altersgrenze von 65 Jahren würben jeboch überall da, wo eine große Anzahl von Richtern gleichzeitig ausscheiden wüßte, z. B. beim Reichsgericht unb bei den baye­rischen Gerichten, Schwierigkeiten entstehen. Um diese Schwierigkeiten zu vermeiden, wirb die neue Altersgrenze für Richter, für bie bisher eine höhere Altersgrenze bestand, bis zum Jahre 1939 staffel- weise eingeführt.

LZ.Hindenburg" auf der Heimreise.

Das von Sübamerika heimkehrende Luftschiff H i n b e n b u r g" stand heute, Mittwoch, um 8 Uhr bei Besanxon.