Ausgabe 
29.6.1936
 
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GLORIA

Ab heute Montag: Süddeutsche Uraufführung

Der Schmuckkasten unter den deutschen Circusunternehmungen, wegen der beson­deren Eigenart in seiner Programmgestal­tung in allen Ländern Europas gelobt, kommt nach GIESSEN und bringt der Geschäftswelt GELD

Die Direktion erbittet Offerten für größere Mengen gutes Wiesenheu, Stroh, Hafer, Quetschhafer, Kleie, frisch gestempeltes Roß­fleisch, Brenn-, sowie Schmieröle, Sägemehl, usw. Außerdem für leihweise Gestellung von Landauern bzw. Jagdwagen mit Bespan­nung für den großen Festzug.

Gesucht werden außerdem

Möblierte Zimmer

für Artisten und Angestellte, möglichst in der Nähe des Volkshallenplatzes. Preise erbeten Offerten an die Direktion des Circus J. Busch, z. Zt. Euskirchen Rhld.

Eröffnungsvorstellung:

Freitag, den 10. Juli, abends 8 Uhr.

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Erfolge der Teilnehmer unserer engeren Heimat.

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Ob mit der zur See, frohe

Die Reisezeit ist da, und sommerlichen Urlaubsfahrt. Bahn, mit dem Auto oder

befriedigen. Im Sturm waren verschiedene gute Flanken der Außen die einzigsten Lichtblicke.

Schiedsrichter Deibel war äußerst aufmerksam. 1900 II Klein-Linden 5:4.

Dieses Spiel nahm einen torreichen Verlauf. Mitte der zweiten Halbzeit sah es schon nach einem Siege der Gäste aus. Ein kräftiger Zwischenspurt der Platzbesitzer glich die 4:2-Führung jedoch aus und kurz vor Schluß kamen sie noch zum Sieges- treffer.

1900 Alle Herren Lollar Alte Herren.

Die Alten Herren blieben ohne Spiel, da die GäsH wieder nicht zur Stelle waren.

Zum 83. Male Feldbergturnfest

Oie Reichsbundflagge über dem höchsten Taunusgipfei.

Nachstehend geben wir einen Ueberblick über Ergebnisse. Der Auszug aus der Siegerliste bringt aus jeder Stufe die ersten Sieger und anschließend noch die Namen der Preisträger aus unserem

Heimatgebiet:

Männerklasse I (422 Teiln., 373 Sieger): 1. G. Lade, Tgm. Aschaffenburg-Damm, 89 Punkte: 12. H. Meyer, ATV. Marburg, 73 P.: 14. Carl Michels, Tv. 1846 Gießen; Arnold Fehrenbach, Mtv. Gießen, je 71 P.; 15. Gg. Stüssel, ATV.

war; sie hielt sich an die Geschichte des Feldbertz- festes und betonte stark auch die Verbundenheit nut der heimischen Scholle. Die feierliche Siegerehrung am Nachmittag klang aus in einem begeistert auf­genommenen Treuebekenntnis zu Volk und Führer.

So war das Feldbergfest wieder ein Fest der Heimat mit reichem völkischen Erleben, ein Fest wahrer Volksgemeinschaft, ganz so, wie die Väter des Feldbergturnfestes vor nunmehr bald hundert sich die Gestaltung deutscher Turnfeste

Von allerlei Krankheiten unterwegs

Wie schützt man sich gegen Reisekrankheiten?

Don Dr. mei>. 3- Hansen.

SportamtKrast durch Freude".

Heute folgende Kurse: All g em. Körper­schule, Frauen und Manner: Don 19.15 bis 20.30 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg.

Schwimmen für Anfänger, Frauen u n d M ä n n e r. Von 18 bis 19.15 Uhr, Mullersche

Badeanstalt. f

Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen: Don 20.30 bis 21.45 Uhr, Lollar, Kan­tine der Firma Buderus.

Zu diesen Kursen ist keine vorherige Anmeldung erforderlich. Die Anmeldung kann vor Beginn der Hebungsstunde bei dem Sportlehrer erfolgen.

Diese Erscheinungen der Seekrankheit klingen durch allmähliche Gewöhnung oft völlig ab und Die Patienten" sind dann für die Zukunft weitgehend geschützt. Allerdings ist auch das nicht immer der Fall. Es gibt viele Seeleute, die bei stürmischem Wetter regelmäßig wieder erkranken, obwohl sie schon lange Jahre hindurch zur See fahren. Sv ist der berühmte englische Admiral Nelson während ganzen Lebens nie seefest gewesen!

Stunden der Erholung erwarten uns über­all. Oft jedoch wird die Reisefreude durch einen Schatten, der über vielen lastet, ge­dämpft: es ist die Angst vor der See-, Berg- ober Eisenbahnkrankheit. Diese ebenso harmlosen wie unangenehmen Begleit­erscheinungen der modernen Reise sind in letzter Zeit sehr eingehend erforscht worden. Die folgenden Zeilen sollen sich mit ihren Ursachen beschäftigen und zugleich praktische Hinweise geben, wie man diesen unangeneh­menReisekrankheiten" zu Leibe rücken kann.

Die Seekrankheit ist vielen von uns aus eigener Erfahrung nur allzu bekannt fast jeder Seereisende hat schon einmal daran gelitten, denn nach neueren Untersuchungen sind nur etwa 3 v. H. aller Erwachsenen wirklich seefest, wenn man die erste Seereise als maßgebend nimmt. Aeltere Men­schen bleiben von ihr häufiger als jüngere ver­schont; außerdem wird von einigen Wissenschaft­lern behauptet, daß merkwürdigerweise Geistes­kranke unempfindlich gegen die Seekrankheit sind. Geschützt sollen auch Taubstumme, Blinde und Per­sonen sein, die an gewissen Erkrankungen des inne­ren Ohres gelitten haben. Kinder bis etwa zum dritten Lebensjahr sind völlig unempfindlich gegen die Seekrankheit. Dagegen können auch Tiere von diesem Leiden ergriffen werden, besonders emp­findlich sind Pferde und Hunde.

Es ist leider nicht allgemein bekannt, daß das Frekbleiben von der Seekrankheit durchaus kein Zeichen von besonderer Energie und Willenskraft ist, sondern lediglich eine Frage der Veranla­gung und Gewöhnung. Ebenso sicher ist aller­dings, daß Furcht und übergroße Ängstlichkeit be­sonders bei nervösen Menschen das Auftreten der Krankheit beschleunigen, während durch eine gewisse Eneroie der Eintritt der Erkrankung sich zwar hin­ausschieben, aber nicht aufheben läßt. Ein Irrtum ist auch die häufig geäußerte Annahme, daß nur schwächliche Personen von ihr betroffen werden. Im Gegenteil: kräftige Männer fallen ihr oft nach kur­zem Widerstand zum Opfer, während schwächliche Personen nicht selten fast unempfindlich zu sein scheinen.

Marburg; Hans Schubert, ATV. Marburg; Rein­hold Stock, Tschft. Lauterbach; Georg Schwan, Mtv. Gießen je 70 P.; 16. Gerhard Weiß, T. und Spv. Butzbach; Bohnacker, To. Schlitz; Adolf Klm- kel Tv. Lollar; Wilhelm Moos, To.

Punkte; 18. Ernst Decher, Tv. Schlitz; Will'. Munt- zel! To. Lollar,'je 67 P.; A. Michel, T u. Spv. 1860 Marburg; Helmut Großhaus, Tv. Lollar 21. R Sckleifer, To. Braunfels, 64 P.; 22. Hrcy. Stein, Tschft. Lauterbach, 63 23. 0.

Braunfels; Rolf Dollmuller, Tv Schlitz Fritz Guntrum, Tv. Schlitz, je 62 P.; 24 Helmut Diehl, To. Lollar, 61 P.; 25. I. Leßner, T. u. Spo. Butz­bach- Hans Happel, Tv. 1846 Gießen, ,e 60 P., 26. E. Harms, ATD. Marburg, 59 P.; 27..L. Her­bert, To. 1846 Gießen, 58 P.; 29. A. Seipp, Tv. Lollar, 56 P.; 30. R. Biermann, T.u. Spv. Butz­bach, 55 Punkte.

Männerklasse II (108 Teiln., 86 Sieger): 1. A. Fortuna, Tv. Haßloch, 73 P.; 14. ®enLbf' Sportv. 05 Wetzlar, 49 P.; 15. Otto Dietz Tv. Lollar, 48 P.; 16. Otto Köster Tv. L°ng-Gons 47 P.; 18. Adolf Müller, Postspv. Gießen, Fritz Adam,' Tv. Braunfels, je 45 Punkte.

SDlännertlaffe HI (72 Teiln 69 Sieger): 1. H. Will, Tgm. Schwanheim, 67 P., U. Karl Heß, Tv. Braunfels, 57 P.; 12. Hermann Moller, Tschft. Lauterbach, 56 P.; 17. Ernst Sodler, Tschft. Lauterbach, 51 Punkte.

-Miinn-rklaNe IV <95 Teilnehmer 83 S.e° ger): 1. H. Silberreis, Tgm. Unterliederbach, 70 P.. 2. W. Rieke, Tv. Braunfels, 69 P.; 16. Otto Meier, Tgm. Bad-Nauheim, 52 P.

Jugend (272 Teilnehmer, 204 Sieger): L W. Sproß, To. Frankenthal, 96 P.; 4. Fntz Wald- schmidt, Tv. 1847 Wetzlar, 90 Z Helmut Schleenbecker, Tog. Ruttershausen, 86 P.; 14-Willi Berghäuser, Tsp. Wetzlar-Niedergirmes, 78 P.; 22. Fritz Gräser, Tv. Wetzlar, Otto Eger^ Mtv. Gießen, je 70 P.; 25. Karl ©paar, Tvg. Rutters- hausen, Erich Heß, Tv. Braunfels, Karl Reitz, T.-u. Spo. Butzbach, je 67 P.; 31. Fritz Schmidt To. Braunfels, 61 P.; 33. Willi Schreiner, Postsport­verein Gießen, 59 P.; 36. Otto Schüßler, T.-u. Spv.

Butzbach, 56 P.

Die Seekrankheit geht vom Gehirn aus!

Man kann fast überall die Meinung hören, das liebel der Seekrankheit werde vom Magen aus hervorgerufen. Diese Ansicht hat die moderne Wis­senschaft einwandfrei als irrig nachgewiesen. Die Magenstörungen bei der Seekrankheit sind nur sekundärer Natur und kommen durch Reflexüber­tragung vom Gehirn her zustande. Wir wissen heute, daß die Schiffsschwankungen auf dem Weg über das Auge und vor allem über die Gleichge­wichtsorgane des inneren Ohres besonders auf das Kleinhirn wirken und von dort zum Großhirn, das ja alle Sinneseindrücke uns erst bewußt macht, weitergeleitet werden. Don hier aus werden dann Schwindelgefühl, Erbrechen und die anderen Be­gleiterscheinungen der Seekrankheit hervorgerufen. Die modernen Mittel gegen dieses Leiden fußen auf dieser Erkenntnis und haben neuerdings zu Arznei­kombinationen geführt, die hemmend auf diese ab­normen Vorgänge im Gehirn wirken und somit vielfach den besten Erfolg erzielen. Durch derartige Mittel werden unsere Geruchs- unh Sinnesorgane vorübergehend verändert, so daß zum Beispiel Wohlgerüche noch angenehmer, üble Gerüche da­gegen weniger unangenehm empfunden werden. Durch allgemeine Maßnahmen, die ja vielfach un­bewußt ergriffen werden, lassen sich die Symptome der Seekrankheit auch erheblich mildern. So ist der für die Vermeidung der Krankheit günstigste Platz etwa in der Mitte des Schiffes, wichtig ist ferner die horizontale Lage des Körpers, und zwar fo, daß der Körper in Richtung des Schiffsrumpfes liegt, der Kopf nach vorn. Dorzuziehen ist der Aufenthalt in frischer Luft, also an Deck, auch eine regelmäßige Körper­bewegung ist sehr zweckmäßig. Namentlich Spazie­rengehen auf Deck, gymnastische Hebungen und häufiges tiefes Luftholen sind sehr zu empfehlen.

Auf dem höchsten Taunusgipfel, dem Großen Feldberg, wurde Samstag und Sonntag das 83. Feldbergturnfest durchgeführt. Das älteste Bergfest Deutschlands, zugleich das älteste Volks- und Heimatfest der Lande um Main und Rhein, übte roieber seine alte Anziehungskraft aus. Zu ben Wettkämpfern aus den verschiedensten deutschen Gauen kamen wieder Tausende von Feldbergfreun- den als Festbesucher und gaben mit ihrem froh- belebten Zelt- und Lagerleben den bunten Rahmen zu tzen vielseitigen Wettkampfveranstaltungen.

Die Durchführung der reichsbundoffenen volks­tümlichen Wettkämpfe erfolgte auf breitester volks- gemeiyschaftlicher Grundlage. Turner und Sportler, geeint im DRL., traten mit den Kameraden von den Wehrverbänden an, die mit ihren Mannschafts- Wehrkämpfen den Volkssport des neuen Deutsch­lands als ein Ideal alter deutscher Leibesübung im Sinne Fr. L. Jahns überzeugend darstellten.

Das Feldbergfest begann am Samstagnachmittag mit dem spannenden

Mannschaslskamps um das historische Völsungenhorn.

Fünf Vereine waren dazu angetreten. Der Ver­teidiger, Stadt-Sportverein Frankfurt a. M., wurde auch in diesem Jahre wieder einwandfrei und sicher Sieger mit 389 Punkten; es folgen: Turnverein 1817 Mainz, 364 Punkte; Turnverein Fechenheim, 329 Punkte; Frankfurter Turn- und Fechtclub, 301 Punkte; Turnverein 1860 Frankfurt a. M., 287 Punkte.

Eine völkische Feierstunde

gab dem Fest Samstagabend einen stimmungsvollen Austakt. In Gegenwart vieler Ehrengäste hielt G-udietwart Dr. Kahle am brennenden Holzstoß die Feuerrede. Er lenkte die Blicke auf jenes erste Feudi-, das Ernst Moritz Arndt am 18. Oktober 1815 auf dem Feldberg entzündete und zeigte, wie das Feldbergfest immer im Brennpunkt der auf deutsche Einheit und Freiheit gerichteten Bestre­bungen gestanden hat. Wenn wir heute endlich als restlos geeintes Volk um das Feuer versammelt seien, so sei das der großen Tat des Führers zu verdanken. Es fei das Feuer, um das unsere Ge­danken kreisen und unsere Sorgen, daß nichts auf­kommen möge, was seine leuchtende Kraft verdun­keln könne.

Der Festsonnlag

begann in der Frühe mit dem Aufmarsch aller Teil­nehmer auf dem Philipp-Röbig-Platz. Der Führer des Feldbergfest-Ausschusses, Hugo Pfaff, Frank­furt a. M., zeichnete in seinen Grußwarten kurz und treffend die völkischen Wesenszüge des Feldberg­turnfestes und führte weiter überzeugend aus, daß die Geschichte des Festes mit ihrer reichen Heben üeferung allen die heilige Verpflichtung auferlege, sich mit ganzer Kraft dafür einzusetzen, daß Deutsch­lands ältestes Bergfest auch im neuen größeren Bunde, im DRL. ein Hort Jahnschen Geistes bleibe. Freudig begrüßt der Feldbergfest-Ausschuß die Be­teiligung der NS.-Wehrforrnationen an dem Mann­schaftswehrkampf, wodurch die vom Reichssportfüh­rer gewünschte kameradschaftliche Verbundenheit dieser Formationen mit den Mitgliedern des DRL. sinnfällig zum Ausdruck kommt. Dank sagte Hugo Pfaff dem Reichsbundgauführer SA.-Gruppenfüy- rer Beckerle und dem Reichsbundgauobmann und Sportreferenten der SA.-Gruppe Hessen, SA.- Scharführer Hermann Topp, für die tatfäftige Hnterstützung bei der Ausschreibung des Wehr­kampfes.

Dann fliegen unter dem Gesang des Deutschland­liedes und des Horft-Wesfel-Liedes die Flaggen an den Masten hoch, neben der Flagge des Reiches erstmals auch die Reichsbundflagge und die Olym­piaflagge. Unter Leitung des Oberturnwarts des Feldbergfestes, Gausportwart K r a m b (Bad Kreuz­nach), wurden anschließend die vielseitigen Wett­kämpfe reibungslos und bei dem herrlichen Berg­wetter auch mit guten Leistungen durchgeführt.

Bemerkenswert ist, daß erstmals auch die völ­kische Aussprache auf dem Feldberg angesetzt

Auch auf regelmäßige Verdauung vor Beginn einer längeren Seereise ist zu achten. Der an Bord webende Reisende soll weder einen überfüllten, noch einen leeren Magen haben. Man vermeide flüssige Nahruna in größeren Mengen, besonders Bouillon und Tee nehme leicht verdauliche, trockene Speisen in kleinen Mengen zu sich. Kleine Mengen Kognak sind in vielen Fällen recht nützlich.

DieGi senbahn- undAutokrankhett

Die Eisenbahn- und Autokrankheit stellt eine mildere Form der Seekrankheit dar, von der meist nur sehr empfindliche Personen betroffen werden. Hier ist besonders das Schleudern der Wagen in der Kurve ein auslösendes Moment, schlechtes Pflaster, schlechte Federung der Autos oder Eisenbahnwagen sowie das Schleudern bei höherer Geschwindigkeit sind die übrigen Ursachen. Beim Auto spricht man direkt von einerLimou­sinenkrankheit", die, wie der Name sagt, haupt­sächlich beim geschlossenen Wagen auftritt. Der enge Raum, in dem der Fahrgast eingeschlossen ist, besonders aber die vom Motor aus in den Wagen gelangenden Gase werden von vielen Men­schen sehr unangenehm empfunden und lösen ähn­lich wie bei der Seekrankheit Schwindel, Hebel- feit und Erbrechen aus. Frische Luft also Deffnen der Fenster ist hier erstes Gebot! Oft genügt schon ein festes Andrücken des Kopfes an bie Wagenwand oder Bank, um Besserung zu bringen. Besonders günstig wirkt aber die Rückenlage­rung. Außerdem ist es empfehlenswert, die Augen zu schließen, um den Eindruck der vorbeisausenden Landschaft zu unterdrücken. Die modernen Präpa­rate gegen die Seekrankheit leisten auch hier vor Antritt der Fahrt genommen! recht gute Dienste.

Auch das Uebelbefinben im Flugzeug ist in erster Linie durch die gleichen Ursachen bedingt wie die Seekrankheit. Eine besondere Rolle spielen aber in diesem Falle noch die Zentrifugalkräfte, die das Blut im Körper nach einer Seite drängen.

3n 18000 Beter Höhe würde das Vlut kochen!

Die Berg- oder Höhenkrankheit der Men­schen und Tiere ist durch den in der Höhe sinken­den Luftdruck verursacht. Damit ist naturgemäß auch ein Mangel am lebensnotwendigen Sauer- ft o f f verbunden. In 5000 Meter Höhe herrscht nur noch der halbe Luftdruck wie auf Meereshöhe und es steht auch nur noch die Hälfte Sauerstoff zur Atmung zur Verfügung. Von dieser Höhe an ist es schon empfehlenswert, künstliche Sauerstoff­zufuhr einzusetzen, lieber 15 000 Meter Höhe genügt auch die Sauerstoffatmung nicht mehr, weil durch den dort herrschenden geringen Luftdruck der Orga­nismus so abnormen Verhältnissen ausgesetzt ist, daß alle feine Funktionen gestört sind. Wir wissen ja, daß in größeren Höhen das Wasser bei niedri-» gerer Temperatur als 100 Grad zu sieden beginnt. Auf den höchsten Gipfeln der Alpen siedet es be­reits bei 70 Grad. Da auch das Blut in der Hauptsache aus Wasser besteht, unterliegt es natur­gemäß den gleichen Gesetzen und es läßt sich leicht errechnen, daß in 18 000 Meter Höhe das Blut zu sieden beginnen würde. Man kann also der­artige Höhen nur mit Hilfe geschlossener Gondeln erreichen, wie das Prof. Piccard und andere Strato- sphärenfkieger ja auch getan haben.

Wir brauchen aber gar nicht an so große Höhen zu denken, um die Wirkungen von Luftdruck und Sauerstoffmangel am eigenen Leibe demonstriert zu bekommen. Jeder Bergsteiger wird schon an sich selbst erlebt haben, daß sich oft schon bei 1500 bis 2000 Meter Höhe Erscheinungen einstellen, die als leichtere Formen der Bergkrankheit zu betrachten sind. Ebenso wie Menschen erkranken übrigens auch Tiere in größeren Höhen und von zahlreichen Bergexpeditionen sind uns derartige Fälle bekannt. Besonders empfindlich sind Hühner. Wenn sie aus dem Tiefland in die Höhe gebracht werden, leben sie meist nur kurze Zeit, mindestens aber verlieren sie die Fähigkeit zum Eierlegen.

Die Erscheinungen der Bergkrankheit sind recht verschieden. Kurzatmigkeit, Leistungsverminderung, Schwindel und Herzklopfen sind die ersten Anzei- chen. Für Bergsteiger ist Schwindel und Mattigkeit namentlich an exponierten Stellen besonders ge­fährlich. Glücklicherweise tritt auch hier bald eine ausgesprochene Gewöhnung ein und wir wissen aus den Berichten der letzten Himalaya-Expedi- t i o n e n, wie weitgehend sich der Körper an große Höhen gewöhnen kann. In noch größeren Höhen nimmt allerdings die Bergkrankheit rasch bedroh- liche Maß an, und Flieger, die plötzlich auf viele tausend Meter Höhe aufsteigen, sind daher stark ge- fahrdet. Schon in 5000 bis 7000 Meter Höhe ist es manchem Flieger nicht mehr möglich, der Karte zu folgen und in noch größeren Höhen ist die fünft- liche Sauer st offzufuhr unbedingt not­wendig.

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