Jahresfeier und Gemesterschlußappell der Llniversiiät sv < 1 ~ . .. . rrunfbntnm Christianisierung
Die Dekane der Zakvllälen erflatten Bericht
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!ge Gottesfrage zu tun hat. Deshalb sei Theologie am tiefsten bewegt und auf-
Rektor, Dozenten- und Studentenschaft hatten für Samstagoormittag zur Jahresfeier und zum Semesterschlußappell der Ludwigsuni- v e r s i t ä t in die Neue Aula eingeladen. Die Feier begann mit dem Einzug des Senats und der Lehrer, während das Collegium musicum unter Leitung von Univerfitätsmusikdirektor Professor Dr. T e m e s - Dari) aus dem Concerto grosso Nr. 23 von Händel spielte. Nach dem feierlichen Fahneneinmarsch brachte der Akademische Gesangverein den Chor „D alles Lichtes Quell" zum Vortrag. Der Rektor der Landes- unioersität
rechtliche Volkskunde.
Der Dekan der Theologischen Fakultät,
Professor Dr. Haenchen,
sprach von der Tiefenwirkung jeder Revolution, die diesen Namen verdient; auch die Wissenschaft sei zur Auseinandersetzung gezwungen, und jene Wissenschaft besonders, wo es um den lebendigen Menschen geht, die Theologie, die es mit der Antwort auf die ewil m *“ i‘" <"~L r-:
gerade die . , gerufen von der geistigen Wende in unserer Zeit.
Stausee und Nidderkrasttverk.
Das Nidder-Wasserkraftwerk Lißberg wurde 1923 in Betrieb genommen. Es diente zunächst der Aufgabe, mit dem seinerzeitigen staatlichen Braun- kohlen-Kraftwerk Wölfersheim auf das Hochspannungsnetz der Ueberlandanlage der Provinz Oberhessen zum Spitzenausgleich und zur Spannungsoerbesserung parallel zu arbeiten.
Das Nidder-Wasserkraftwerk Lißberg erhält das Betriebswasser aus den beiden Staubecken bei Hirzenhain (mit damals ungefähr 30 000 cbm Inhalt) und im Hillersbachtale (mit damals ungefähr 90 000 cbm Inhalt). Die in diesen beiden Staubecken gesammelten Wassermengen der Nidder und des Hi'llersbaches (mit einem Niederschlagsgebiete von 60 km) werden durch geeignete, geschlossene Werkkanäle aus Eisenbeton (3 km lang) und durch einen Stollen von 700 Meter Länge, der vom Hillersbachtale nach dem Niddertale vor- getrieben wurde, zum Wasserschloß im Niddertale geführt. Das Gefälle dieses geschlossenen Werkkanals ist 1:2500 Meter. Vom Wasserschloße führt eine Triebrohrleitung nach dem unten im Tale gelegenen Nidder-Wasserkraftwerk bei Lißberg, das I im ersten Ausbau zwei Voith-Spiralturbinen von
In der Verantwortung vor Gott und vor unserm Volke müsse heute gelehrt und gearbeitet werden; in allen Fächern unserer Wissenschaft gehe es heute um die Neugestaltung der Theologie; den innigen Zusammenhang zwischen Gottesfragen und Gegenwartsfragen bezeugen eindringlich die im letzten Semester behandelten Themen (Dienst am Volke,
Als erster erstattete der Dekan der Philosophischen Fakultät, II. Abteilung,
Professor Or. Gerthsen,
Professor Dr. Pfähler
dankte nach einer Begrüßung der Gäste, unter denen zahlreiche Vertreter von Staat, Partei und Wehr- macht erschienen waren, allen Männern aus Staat, Partei und Stadt, aus Heer und Wirtschaft, welche die Ludoviciana mit Rat und Tat gefördert haben, deren Verdienst es sei, wenn die Universität heute keine Abbausorgen mehr hege und bis zum Beginn des Wintersemesters sämtliche jetzt noch freien Lehrstühle besetzt zu haben hoffe. An Stelle der früher üblichen wissenschaftlichen Rede sollen in diesem Jahre die Berichte aller Dekane über den Fakultats- aufbau, über Forschung und Lehre und über die besonderen Sorgen jeder einzelnen Fakultät treten.
Stausee- und Strandbad-Einweihung am Hillersbach.
Eine neue Erholungsstätte für Oberhessen.
rung zur Jahresfeier erschienen war, sprach der Dekan der Medizinischen Fakultät,
Professor Or. Ouken,
zunächst über die Probleme und Schwierigkeiten der medizinischen Forschung und über die Forderungen, die von unserer Zeit an ein neues, lebendiges Arzt- tum gestellt werden. Nachdem Professor D u k e n an den Neubau und Ausbau unserer Kliniken erinnert hatte, insbesondere an die Errichtung des Instituts für Erbgejundheitspflege und Erbbiologie, das von Dr. Kranz fast aus dem Nichts geschaffen worden sei, schilderte er im Ueberblick die Entwicklung der medizinischen Lehre und des Artttums bis in unsere Zeit hinein, die auch dem Arzt ihre bestimmten Züge aufprägt: so sei der heutige Arzt ein politischer Mensch (im weitesten Sinne), der sich zur Volksverbundenheit und Volksgemeinschaft bekennt. Das entscheidende Ringen des Arztes in dieser Zeit muß in ihm selbst ausgetragen werden. Wir haben die Gemeinschaft mit unfern Helfern wie mit unseren Kranken zu hüten und zu pflegen. Unser heutiges Arzttum wird nicht im Wissen, sondern im Glauben entschieden.
Der Dekan der Juristischen Fakultät,
Professor Or. Dietz,
Eines der reizvollsten Waldtäler des Vogelsberges ist das Hillersbachtal, das von Lißberg aus sich in mehreren Windungen höher und höher schlängelt. Das Tal, das lange in schier unberührter Stille lag, hat im letzten Jahrzehnt einige Wandlungen erlebt. Im oberen Teil des Tales war ein Stausee angelegt worden, der die Kraftreserve für das Nidderkraftwerk Lißberg zu geben hat. Dieser Stausee war in den letzten beiden Jahren erweitert worden. Es bedurfte dafür umfangreicher Erdbewegungen. Zahlreiche Volksgenossen fanden dabei Verdienst und Brot.
Gleichzeitig mit der Erweiterung des Stauweihers wurde aber auch der Plan gefaßt, ein Strandbad zu schaffen, das nach feiner Lage in der Landschaft eines der schönsten zu werden versprach. Diese Erwartung wurde voll erfüllt. Die Schaffung und Erweiterung des Stausees und die Herrichtung des Strandbades wurden im Auftrag der Pro o i n - zialverwaltung Oberhessen durchgeführt.
Im Zusammenhang mit der Erweiterung der Stauseen im Hillersbach, wie auch im Tal zu Hirzenhain, interessieren sicherlich einige technische Einzelheiten:
bemerkte einleitend, daß die Arbeit der Fakultät im vergangenen Jahre ganz im Zeichen der Erneuerung des deutschen Rechtes im nationalsozialistischen Staate gestanden habe, und sprach dann von den großen Aufgaben, die der Rechtswissenschaft in unserer Zeit zu lösen bestimmt sind. Die Rechtswissenschaft als Rechtserneuerin fei besonders zu einer Neugestaltung im Dienste des Nationalsozialismus und des deutschen Volkes aufgerufen; sie habe das von der Bewegung gefundene und geprägte Rechtsgut aufzunehmen und zu formen. Ein Rückblick auf die von der Fakultät geleistete Arbeit zeigte schon an den Dissertationsthemen, die außerordentlich aktuell genannt werden dürfen, wie hier die Wissenschaft in ihren Jüngern begeisterte Diener am deutschen Recht bewußt ausbildet und erzieht. Besonders erinnert wurde an die Arbeiten des an der Landesuniversität neu errichteten Institutes f""
Professor Or. Pfähler
eine Ansprache, in der er zunächst den bereits vorweggenommenen Dank ber Landesuniversi a den Staat noch einmal persönlich an Mlmsterwk rat Rings hausen und seinen Mitarbeiter, Re- aierungsrat Köhler zum Ausdruck brachte, (ßeb bafter Beifall.) Der Rektor dankte auch den Deka- nen für ihre Berichte über die Arbeit, die unsere Pflicht und unsere Ehre ist, sowie den nunmehr ausscheidenden Mitgliedern der Universität, von de nen der klassische Philolog Proft°r Rudolf Herzog anwesend war. — Der Auftrag deut scher Universitäten, so fuhr Professor Pfähler fort sei eingeordnet in den Gesamtauftrag, den da neue Deutschland heute uns allen stellt; der Auftrag an den Geist sei unterstellt der Begeisterung; der Wille des Führers gebe unserer Arbeit Richtung unb Schwergewicht. Unser Geist starke .ch au- der Begeisterung, daneben starke sich unermüdlich unser Wille als fester Grund all unseres Denkens ünd Tuns Die innere Umschichtung aller F°r- schung in den Fakultäten sei schon in ihren neuen Forschungsbegriffen, ihren Objekten und Fragen klar zu erkennen. Jede Erkenntnis sei mit die er Zeit und in unserem Volke innerlich verbunden: das sei der Sinn unserer recht verstandenen Objektivität. All unsere Geistesarbeck sei m den Aufbruch der Nation hineingestellt. Geist und Begeisterung seien keine Gegensätze. Auch im Verhalt- Nis von Lehrer und Schüler sondern sich die nur Geistigen und die nur Begeisterten immer deutlicher von all jenen ab, die beides, Geist und Begeisterung, in sich vereinen, und erst diese Einheit von beiden weise das Ziel.
Hierauf erfolgte die Ehrung der
Gießener Sieger des ersten wissen- schastlichenHeichSleistungswettkampfes Der Wettkampfleiter Dr. Eckle überreichte den Siegern je ein Exemplar des Buches „Im Kampf gegen die Kriegsfchuldlüge" von Alfred von W e - gerer und erstattete Bericht über das Ergebnis
teilung,
Professor Or. Glöckner,
ging davon aus, daß feine Fakultät zu den ältesten Bestandteilen der deutschen Universität gehöre und recht eigentlich die Gelehrtenfakultät sei; sie stehe stets im Kampfe um ihre Daseinsberechtigung unter der Sonne praktischen Lebens. Auch auf dem Felde gelehrter Forschung gebe es Schlachtfelder, wo der Mann feinen Charakter erprobt. Nach einem Bekenntnis der Treue zu Volk und Vaterland und dem Bekenntnis zur Leistung im nationalsozialistischen Staate erstattete Professor Glöckner Bericht über die in den verschiedenen Disziplinen und Instituten seiner Fakultät im abgelaufenen Semester vielfältig und sehr erfolgreich geleisteten Arbeiten.
Der Dekan der Veterinärmedizinischen Fakultät,
Professor Or. Bolz,
sprach einleitend von den Aufgaben des Tierarztes im nationalsozialistischen Staate, denen, wie mit sprechenden Zahlenbeispielen belegt wurde, eine hohe volkswirtschaftliche Verantwortlichkeit Momme, da ein großer Teil des deutschen Volksvermögens in unserem Tierbestand festgelegt sei. Im Dienste der Nahrungsfreiheit und der Volksgesundheit haben die einzelnen Institute, zum Teil in Gemeinschaftsarbeit, erfolgreich gewirkt. Auf den Gebieten der Nahrungsmittelkontrolle, der Einzeltierbehandlung, des Tierschutzes einschließlich des Tiergasschutzes ist zielbewußt und klar neue wissenschaftliche Arbeit geleistet worden. Auch der Ausbau der Institute, Kliniken und Sammlungen wurde planmäßig betrieben. Nach der Zahl der Studierenden besitze Gießen heute die drittstärkste veterinärmedizinische Fakultät in Deutschland.
Nach einem Zwischenspiel des Collegium musicum (vivace aus dem Concerto grosso Nr. 2 von Händel) und nachdem inzwischen Ministerialrat Ringshausen als Vertreter der Landesregie-
Gießener Reichsleistungskampfes und Jein« Be. ».rfnnosatunNäöe. Die Gießener Universität war
S uppen und in-gesamt 108 Teilnehmern
Re chsleistung-kampf eingesetzt; e- handelte sich um ausgesprochene Gemeinschastsarbeit d,e ,n drei Stusen bewertet wurde, lion den els Gießener Gruvven sind fünf in der zweiten Bewertungsftrrfe Ieaer geworden. Dr. Eckle beglückwünschte di- Sieger namens der Wettkampfleitung und der Deutschen Studentenschaft und dankte ihnen für die bewiesene Einsatzbereitschaft: das Gießener Ergeb- nis stehe wie von der Reichsleitung der Deutschen Studentenschaft ausdrücklich anerkannt wurde, tm meraleich zu den andern Universitäten mit an der Spitze. (Lebhafter Beifall.) Aus den Händen des Wettkampfleiters nahmen dann die folgenden Gruppenleiter der siegreichen Gruppen Ehrengabe und Urkunde in Empfang: Fritz Muller, Fritz Z e i s e w e i s , Heinrich S e l z e r , Wilhelm Schafe r Erich Decker (mit einer Einzelarbeit) und Karl' Eikmeyer. Der Wettkampfleiter richtete hiernach auch Dankesworte an Rektor und Dozenten und an die Männer aus Staat, Partei und Wirtschaft, die das Unternehmen mit Rat und Tat gefördert haben.
Der Rektor Professor Pfähler sprach die Hoffnung aus, daß Gießen beim nächsten Kampf auch einen Reichssieger stellen werde und berichtete zum Schluß über die
Ergebnisse der preisaufgaben für das Iahr 1935/36,
Don denen nur eine bearbeitet wurde: der von der zuständigen Fakultät gut beurteilten Arbeit „Untersuchungen zur Taktik und Strategie der Germanen nach den antiken Quellen" von Hans Georg Gun ° d e l wurde ein voller Preis zuerkannt. Den Diez- Preis erhielt Fräulein Irmgard Schultz für ihre Arbeit „Bildhaftigkeit im französischen Argot". Einen halben Preis der Osann-Beulwitz- Stiftung erhielt Dr. Joachim Weimer für seine Arbeit „Erbcharakterologische Untersuchung einer Familie mit experimentalpsychologischen Methoden". Einen der für sonstige wissenschaftliche Bearbeiter ausgeschriebenen Preise erhielt Dr. Friedrich Manz für seine Arbeit über „Ursachen, Verbreitung und wirtschaftliche Bedeutung der Unfrucht- borteit des Rindes in den Kreisen Wetzlar und Gießen".
Der Rektor beglückwünschte die Sieger herzlich. Mit dem Gruß an den Führer und dem Gesang der Nationalhymnen rofirüe der Festakt geschlossen.
Judentum und Christentum, Christianisierung Deutschlands, Bedeutung der Hugenotten-Auswa derung Entbürgerlichung des Protestantismus).
Anschließend® an bie Rechenschaftsberichte der Dekane hielt der Rektor
seinen Rechenschaftsbericht. Nach einer Einleitung über die beiden Hauptgesichtspunkte im Aufgabenkreis einer Universität wies Professor ©erttjf barauf hin, daß die Philosophische Fakultät, II. S teilung, mit 17 Instituten und nahezu 50 Dozenten die größte der Landesuniversität sei; ein kurzer Ueberblick sei daher fast unmöglich. Doch sei jede der hier geleisteten Arbeiten wichtig und unentbehrlich als ein Stein im Mosaik der Wissenschaft auf dem Wege, unserem Volke zu dienen. Der Fakultät liege allem die Ausbildung von wenigstens zehn verschiedenen Berufsgruppen ob. Nach einem Bericht über die Probleme der Fachgruppen, über die Spezialarbeiten der verschiedenen Institute, die der Fakultät angeschlossen sind, betonte der Dekan die charakterbildenden und erzieherischen Werte der reinen Forschung. Mit kämpfender Jugend kämpfend jung zu bleiben — das sei Deutschlands Forderung an die Professoren in unserer Zeit.
Der Dekan der Philosophischen Fakultät, I. Ab-
Merkwürdige Tatsachen.
Olympia-Kuriositäten aus vier Jahrzehnten.
Bei den ersten Olympischen Spielen zu Athen 1896 gewann der amerikanische Student James Garrett das Diskuswerfen mit einem Wurf von 29,15 Meter. Das Erstaunliche an diesem Olympiasieg ist, daß Garrett nie zuvor einen Diskus in der Hand hatte. Ein Beispiel für vollkommene Körperbeherrschung.
Im Jahre 1900, bei den Olympischen Spielen zu Paris, ereignete es sich, daß die Veranstalter einen Fünfkampf ausschrieben, der nur vier Wettbewerbe umfaßte. Natürlich wurde die Konkurrenz rasch wieder abgeblasen.
In St. Louis 1904 standen 25 leichtathletische Bewerbe auf dem Programm. Alle fünfundzwanzig wurden von Amerikanern gewonnen. Der erstaunlichste Olympiasieg, den je eine Nation errang.
Im Programm zum olympischen Marathonlauf 1908 zu London waren Vor- und Nachname des Italieners Dorando Pie tri vertauscht. Ein schlechtes Omen. Und wirklich wurde Pietri, nachdem er den schweren Lauf als Erster beendet hatte, wegen unerlaubter Hilfeleistung disqualifiziert.
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A. N. Jackson wurde 1912 von der englischen Athletik-Behörde nicht für würdig befunden, die Farben seines Landes in Stockholm zu vertreten. Er fuhr aber heimlich auf eigene Kosten hin, lief... und wurde Olympiasieger über 1500 Meter.
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Beim Speerwerfen 1920 zu Antwerpen verletzte sich der Weltrekordmann M y r r h ä die Hand. Kurz entschlossen nahm er den Speer in die inte Hand und gewann die Konkurrenz mit einem Wurf, der nur wenig unter seiner Welthöchstleistung lag.
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Die Amerikaner hatten den Farbigen Legendre 1924 in Paris nicht für gut genug befunden, die Weitsprungkonkurrenz zu bestreiten. Er durste nur am Fünfkampf teilnehmen und stellte im Rahmen dieser Konkurrenz so nebenbei einen neuen Weltrekord im Weitsprung auf!
In Amsterdam regnete es am zweiten Tag des Zehnkampfwettbewerbes so stark, daß man die Schiedsrichter lange bitten mußte, bis sie, mit
Schirmen bewaffnet, das Feld betraten. Trotz dieses Regens aber stellte der Finne P r j ö l ä einen neuen Zehnkampfweltrekord auf!
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Bei den Olympischen Spielen 1932 zu Los Angeles waren die ZeiMehmer fo begeistert von dem Stabhochsprungduell Miller-Nashida, daß sie die Teilnehmer am 3000-Meter-Hindernis- lauf eine Runde zuviel laufen ließen. Glück- licherweise war auch an der richtigen Marke schon der Finne I s o h o l l o klarer Sieger gewesen.
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Das Jahr 1936 bringt die 11. Olympischen Spiele in Berlin. Olympische Spiele finden bekanntlich alle vier Jahre statt. Multipliziert man die beiden Zahlen (11 X 4) und erhebt sie ins Quadrat, so ergibt sich — 1936.
Erasmus Gerber.
Ein vergessener Bauernsührer.
NSG. Erasmus Gerber ist ein fast vergessener Bauernführer aus den Bauernkriegen. Er gehört zwar nicht in den Mittelpunkt der Bauernbewe- gung, aber er hat doch eine entscheidende Rolle ge« spielt. Sein tragisches Schicksal, das ihn in wenigen Wochen zum Anführer einer gewaltigen Volksmenge und im raschen Sturz zum Märtyrer seiner Uederzeuaung machte, verdient es, der Vergessenheit entrissen zu werden. In den letzten Jahren des großen Bauernkrieges flammt auch im Elsaß die Unruhe aus. Hat die Bewegung zuerst rein wirtschaftliches und politisches Gepräge getragen — man lehnte sich gegen die Willkürherrschast der Fürsten und der Kirche, gegen auferlegte Lasten und Abgaben auf — so wird mit der Ausbreitung der Reformation die neue Lehre immer mehr zum geistigen Inhalt der Bewegung. Ihr gegenüber steht die gewaltige Macht der gesamten Obrigkeit, die in den Unruhestiftern nichts anderes jehen will als „Ketzer".
Es bedurfte nur eines geringen Anlasses, um im Elsaß das im Verborgenen schwelende Feuer zu Heller Flamme anzufachen. Das geschah im Frühjahr 1525 durch die Festnahme einer Anzahl evangelischer Pfarrer. Der Aufstand bricht los. In Dorlisheim, einem Dorf im Bereich der bischöflichen Stadt Molsheim, sammeln sich die Bauern unter Erasmus Gerber. Indem er die friedlichen Absichten der Versammelten betont, sendet er die Botschaft oon diesem Zusammenschluß der Bauern in alle umliegenden Dörfer. Schon nach einigen Tagen be-
setzen die Bauern in einer Starte oon einigen Tausend Manu das Kloster oon Altdorf. Erasmus Gerber und die ihm zur Seite stehenden Bauern- führer nennen sich nun „christliche Regenten" und betonen damit, daß ihre Forderungen von ihrem Glauben an die neue Lehre wahrhaft unterbaut sind. Nach diesem ersten Erfolg überträgt sich die Unruhe auf das ganze Elsaß, und die Regierung erkennt allmählich die Bedeutung der Gegnerschaft. Man leitete Verhandlungen mit Erasmus Gerber ein, der nun glaubt, feine Forderungen ohne großes Blutvergießen durchsetzen zu können. Eine oon ihm oorgeschlagene Aussprache in Molsheim wird von der Regierung zwar angenommen, aber verzögert. Die Landoögte der Regierung gehen inzwischen den Lochringer Herzog An ton um Hilfe gegen diese aufrührerischen Bauern an. Bereits am 6. Mai 1525 bricht dieser mit einem Heer von 30 000 Mann von Nancy auf. Unterwegs erhält er eine Botschaft von Erasmus Gerber mit der Bitte, in die Bruderschaft der Bauern einzutreten und sich dem Evangelium nicht weiter zu widersetzen; er, Erasmus Gerber, wolle weiter nichts als die Freiheit wahren. Der Herzog ließ den Ueberbringer der Botschaft kurzerhand enthaupten.
Je länger die Regierung die angebahnten Verhandlungen ausdehnt und je näher Herzog Anton der Elsässischen Grenze rückt, um so tiefer wird die Erbitterung der Bauern und um so radikaler werden ihre Forderungen. Allmählich gewinnt ihre militärische Stoßkraft an Bedeutung. Erasmus Gerber wird der Führer der ganzen elsässischen Bauernbewegung und seiner Autorität gelingt es, nicht nur Ordnung und Zucht in den Bauernhaufen aufrechtzuerhalten, sondern auch militärische Operationen durchzuführen. Das gesamte Heer, mehr als 20 000 Mann umfassend, sammelt sich unter stmer Führung in Zabern. Hier verschanzt sich Erasmus Gerber und erwartet den heranziehenden Herzog, der schon nach drei Tagen, ehe noch die Verproviantierung des großen Bauernheeres in der etabt möglich war, vor den Toren steht. Der Herzog hat es eilig: es heißt, daß weitere 30000 Dauern vom jenseitigen Rheinufer im Zuzug begriffen feien Bei Nupfstein, östlich von Zabern, trifft er °uf. "en ersten Bauernhaufen. Mit albanischen und it altem fegen Schützen und mit gutem Geschütz ,Cfine ^rvppe£ unter Führung des Prinzen von Guise und des Prinzen von Vaudemond gegen das Bauernlager vor. Der Ueberfall geschah unerwartet, und nur ein Teil der Bauern konnte sich in den befestigten Ort retten. Von dort aus führen sie den Kampf hartnäckig und zäh und verschan
zen sich, als das Dorf gestürmt wird, in der Kirche und in den benachbarten Häusern. Auch als die Truppen des Lothringers Feuer in die Häuser werfen, ergeben sie sich nicht. Sie kommen alle in den Flammen um.
Das ist der Auftakt und auch schon das Ende des Bauernkrieges im Elsaß. Die Einaeschlossenen in Zabern erkennen ihre hoffnungslose Lage. Erasmus Gerber versucht, wie schon einmal, die Stadt Straßburg für eine Vermittlung zu gewinnen, die auch wiederum zur Hilfe bereit ist. Aber Herzog Anton läßt die Straßburger Vermittlung gar nicht erst vor. Die zur Hilfe gerufenen anderen Bauernhaufen erreichen die Bedrängten nicht. Zwei Tage nach der Einschließung Zaberns muß Erasmus Gerber kapitulieren. Die Bedingungen sind hart: der Herzog verlangt Stellung von 100 Geiseln, Abschwörung der lutherischen Irrlehren, wogegen er freien Abzug ohne Waffen, aber mit Beute gewährt. In dichten Reihen ziehen 20 000 Bauern ohne Waffen dahin, nur ein weißes Stäbchen in der Hand als Losung des Friedens. Die Landsknechte des Herzogs aber bringen plötzlich ohne jeden stichhaltigen Grund auf die abziehenden Bauernhaufen ein, drängen einen Teil in die Stadt zurück und metzeln die Wehrlosen nieder. Nur einer kleinen Anzahl gelingt es, zu entkommen. Erasmus Gerber wird, nachdem er auf Schloß Za- bern gefangengenommen wurde, zwischen brennen» Öen Dörfern am Waldrand gehängt. Die elsässische Bauernbewegung ist mit diesem Zusammenbruch beendet. Sie hat bestes Blut gekostet.
Perlenfischerei im Bayrischen Wald.
2Iuf die überraschende Tatsache, daß im Bayerischen Wald gelegentlich noch Perlenfischerei betrieben wird, wird in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" hingewiesen. In den klaren Bergwässern der Waldbäche und des Regenflusses bei Kötzting finden sich noch schwarze oder steinfarbene Perlmuscheln am Grunde des Flusses. Der Fischer kniet im Vorderteil eines langsam dahintreibenden Kahnes ober er watet den klaren Waldbach hinauf und sucht die Muscheln mit einer Muschelgabel. Vorsichtig werden dann die Ränder der Muschel mit der Gabel geöffnet, und sind nur kleine minderwertige Perlen oder gar keine vorhanden, so werden sie wieder ins Wasser geworfen; nur Tiere mit reinen Flußperlen werden erbeutet. Da die Perlen wegen der mangelnden Nachfrage meist unter ihrem Wert verkauft werden müssen, ist der Ertrag der Arbeit sehr gering.


