Nr. HO Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Montag, 29. Zuni 1936
Die feierliche Weihe -er Gießener Bonifatiuskirche.
Aus derprovinzialhauptstadt.
Oie Buttermilch im Haushalte.
Sie hat viel von Ihrem guten Rufe in den letzten Jahren verloren. Zu Unrecht! Zu unserer Kinderzeit gabs den ganzen Sommer über als Abendmahlzeit Dickmilch und Kartoffeln mit Matte- oder Butterbrot als Abschluß und an den beiden „Leier- t-gen" dann Buttermilch mit Erdäpfeln in der Schale. Und wenn man im Hochsommer halbver- frurftet vom Felde heimkam, wie mundeten dann einige „Schepplöfsel" voll dieses herrlichen Ge- tränkes! Ein neues Geschlecht will nicht mehr so oi-1 von Buttermilch wissen. Mit den Worten: „Da gibt« eine Schleif in den Leib" sucht man sie als minderwertig hinzustellen.. Dabei ist sie doch, wie ein Bauernspruch sagt, wirkliche Arznei, ein Hausmittel im besten Sinne des Wortes.
„Macht frisch das Herz, den Leib uns rein, uns klar den Kopf und auch die Bein — Das merkt euch fein!" >
Zur Winterszeit aar kommt die Buttermilch nur noch in „altmodischen" Haushaltungen auf den Tisch. Wenn dann gebuttert wird, findet sie als Säufutter Verwendung — und die Schweine gedeihen vortresflick bei dieser Kost. Besser wäre es, sie gerade in dieser rohkostarmen Zeit weitgehendst in, Familienhaushalt zu verbrauchen. Der Nährwert der Buttermilch wird leider noch immer unterschätzt. Ihr Gehalt an Milchsäure und mineralischen Salzen macht sie au einem heilsamen Getränk. Sie wirkt verdauungsfördernd und blutreinigend. Bei sieberhaften Erkrankungen vermag sie Krankheitserreger unschädlich zu machen und trägt so zur Beschleunigung der Gesundung bei. Sagt doch der Dolksmund, daß Buttermilch imstande sei, neun Krankheiten zu heilen. Weitere wertvolle Bestandteile sind Eiweiß, Milchzucker und Käsestoff. Darum heißt es:
Was der Mensch noch trinken kann, ist Buttermilch, die nährt den Mann!
Die Verwendungsmöglichkeit der Buttermilch im Haushalte ist aber nicht bloß aus den Rohgenuß beschränkt. Die Buttermilchsuppe ist auch nur noch dem Namen nach befannt Sobald sie einmal auf dem Tische erscheint, roiro sie gerade von Feinschmeckern mehr gewünscht. Daß man aus der Buttermilch auch eine ganz außergewöhnlich zarte Matte (Quart) Herstellen kann, wissen auch nicht viele Hausfrauen. Dabei enthält ein Pfund Matte ebensoviel Eiweiß wie die gleiche Menge Rindfleisch. Gerade als Abendgericht dürfte sie' ob ihrer Leichtverdaulichkeit mehr auf dem Küchenzettel stehen.
Alles in allem: Mehr als seither muß die Buttermilch wegen ihres gesundheitlichen Wertes und auch ihrer Billigkeit zum Volksnahrungsmittel werden. Wie sagt doch so treffend, urwüchsig und schlagkräftig ein Wandspruch in der Bauernstube eines niederdeutschen Erbhofes:
Das Bier gibt Schlag(anfall),
Der Wein gibt Gicht,
Der Branntwein Kupfer ins Gesicht, Der Porter uns das Blut verdickt, Der Grog macht dumm, der Kaffee blind, Der Tee macht unsere Kraft zu Wind. Das, was der Mensch noch trinken kann, ist Buttermilch, die nährt den Mann, Macht frisch das Herz, den Leib uns rein und klar den Kopf und auch die Bein'.
Heimatbiologischer Gang im NSLB., Kreis Giehen
Die biologischen Fachgruppen im NSLB. haben sich die Aufgabe gestellt, unsere Heimat nach der volksbotanischen und nach floristisch-pflanzengeogra- phischer Seite hin näher zu erforschen.
Diesem Zwecke diente ein heimatbiologischer Ausflug des NSLB., Kreis Gießen, der am Samstagnachmittag durchgeführt wurde. Am Biebertalbahn-^ Hof trafen sich die Teilnehmer, eine Gruppe biologischinteressierter Lehrer verschiedener Schulgattun- gen, um unter Führung von Professor Funk von der hiesigen Universität die Flora und Vegetation des oberen Biebertales kennenzulernen. In Bieber, wohin die Biebertalbahn die Teilnehmer brachte, schloß sich noch Studienassessor Echter nacht (Wetzlar), ein besonderer Kenner des Gebiets im oberen Biebertal, der Gruppe an.
Zunächst wurde den kalkhaltigen Abhängen des Biebertals ein Besuch abgestattet. Eine Reihe kalkholder Pflanzen konnte hier festgestellt werden: der deutsche Ziest (Stachis germanicus), die Fiederzwenke, das Perlgras, die in großen Mengen vorkommende Waldrebe (Clematis vitalba), eine Liane unserer Wälder, der Wundklee, das Waldvöglein (Platanthera), rot und weiß, zwei wunderbar blühende Orchideen, die beide unter dem Natur» denkmal-Schutzgesetz stehen. Ferner trafen die Teilnehmer als kalkholde Pflanzen noch an: das Turmkraut, die Haselwurz (Asarum europaeum), den großwurzeligen Storchschnabel am moosreichen Eberstein, eine aus Südeuropa eingewanderte Pflanze, den Roßkümmel u. a. mehr. Professor Funk gab Erläuterungen zu den Funden, verbreitete sich ferner eingehend über das Zusammenleben von Pflanzengenossenschaften, schilderte die Abhängigkeit der Flora vom Standort (auf Halden, Aufbruchstellen) je nach den verschiedenen Jahreszeiten.
Von den vielen Gräsern, die die Teilnehmer zu Gesicht bekamen, seien erwähnt: die verschiedenen Trespenarten, Wiesenschwingel, Wiesenhafer, Wie- senknauel, Schafschwingel, Waldzwenke, Goldhafer, Straußgras, Lieschgras, Flatterhirse, Perlgras und Wiesenkammgras. Auch konnten die Einwirkungen der mannigfachen Arten der Rostpilze auf Blättern der verschiedensten Pflanzen festgestellt werden.
Unter dem Blätterdach der Waldbäume wurden die Reste der Zahnwurz, die schon im zeitigen Frühjahr, bevor noch die Buchen ihr Laub entfaltet hatten, geblüht hatte, gefunden werden, ferner sah man Nest- und Braunwurz, den Giftbaum oder Giftsumach und die aus dem Alpengebiet stammende Bergsockenblume. Sehr stark war auch die gerade im Blühen begriffene Tollkirsche vertreten. Die vielen andern sonst noch vorgefundenen Pflanzen anzuführen, würde zu weit führen.
Am Gebiet des Eberstein, nordwestlich von Bieber, machte Professor Funk an einigen Stellen pflanzensoziologische Aufnahmen. Er machte aufmerksam auf die Abhängigkeit der Vegetation von der Belichtung, von der Bodenart, machte nebenbei auch tierbiologische Beobachtungen, ließ das Vorkommen der einzelnen Pflanzen eintragen und stellte Berechnungen darüber auf. Bei Versuchen derselben Art in späteren Jahren läßt sich dann nachprüfen, wie sich die Vegetation im Lause der Jahre geändert hat.
Bischof Dr. S t o h r von Mainz inmitten der Geistlichkeit. (Aufn. [2]: Pfaff, Gießen.)
Die feierliche Einweihung der erweiterten katholischen Kirche durch den Bischof von Mainz wird über die katholische Kirchengemeinde hinaus ein denkwürdiges Ereignis bleiben. Zahlreiche Katholiken der oberhessischen Diaspora nahmen an dieser Feier teil. Eine bischöfliche Messe im Vereinshaus leitete die Kirchenweihe ein. Anschließend begab sich der Bischof im feierlichen Zuge zum neuen Gotteshaus, begleitet von den oberhessischen Pfarrern und dem Wetzlarer Geistlichen, sowie den Priestern seines Gefolges und einer zahlreichen Volksmenge.
Die Weihe Zeremonien
Am Portal begann mit einem Gebet die eigentliche Weihehandlung. Als äußere Vorbereitung hierfür wurde die. Bereitung des Weihewassers vor- genommen. Dann folgte die Weihe der Kirche von außen. Dreimal umwandelten Priester und Volk betend das Gotteshaus und dreimal klopfte der Bischof mit seinem Stab an das Portal, um Einlaß für den „König der Herrlichkeit" zu verlangen, der ihm beim dritten Male gewährt wird. Während nun der Bischof mit dem Klerus in die Kirche einzog, blieb die Gemeinde im Gebete verharrend vor dem Eingang stehen, wo ihr Kaplan Haenlein die vorbereitenden Zeremonien erklärte, die in dem geschlossenen Gotteshause vor sich gingen.
Unter den rhythmischen Wechselgesängen der Priester hielt der Bischof zum Zeichen der Besitzergreifung seinen Einzug in die Kirche. In geheimnisvoller Zeremonie zeichnete er auf zwei kreuzweise über den Fußboden der Kirche gezogenen Aschenstreifen das lateinische und das griechische Alphabet ein, zum Zeichen dafür, daß Gott, der das Alpha und Omega, der der Anfang und das Ende ist, die
sen Ort in Besitz nimmt. Dieser ursprünglich heidnische Brauch war ein Bannmittel gegen feindliche Mächte bei Besitzergreifung eines Tempels. Mit der Weihe des sogenannten Gregorianischen Wassers wurde der vorbereitende Teil der Kirchenweihe beschlossen, nun begann die Heiligung, die Taufe des Altars, der ja der Mittelpunkt und das Herz des Gotteshauses ist. Nach mehrmaliger Umwanderung des Altars und der Kirche erreichte mit dem eucharistischen Weihegebet diese Weihe der Kirche ihren Höhepunkt.
Nun verließ der Bischof wiederum die Kirche, um in feierlicher Prozession die Reliquien um die Kirche herumzutragen. Unter Einhaltung der Zeremonien trugen hierauf die Priester die Reliquien in die Kirche hinein, gefolgt von der Gemeinde, die zum ersten Male das neue Gotteshaus betrat. Hier folgte dann der Höhepunkt des Weiheaktes durch die Konsekration des Altars, der in Duft und Licht gehüllt wurde zum Zeichen dafür, daß der Heilige Geist herniedergestiegen ist, als die Gralstaube, die verwandelnd über dem Kelche schwebt. Unter den Wechselgesängen der Priester schritt die Handlung ihrem Ende zu.
Erstes feierliches Hochamt.
Zu dem ersten feierlichen Hochamt in der neuge- weihten Kirche hatten sich Pfarrer Bechtolshei - m e r und Kirchenvorstand N o l l, Ratsherr, SA.- Truppführer Rechtsanwalt Krüger als Vertreter des beurlaubten Oberbürgermeisters, Vertreter der Wehrmacht und der Gießener Schulen und andere Ehrengäste eingefunden. Pfarrer G e r l a ch aus Herbstein zelebrierte unter Assistenz in Gegenwart des Bischofs, der von dem Gießener und einem Mainzer Domkapitular umgeben war, das erste hl. Meßopfer. Die Wechselgesänge der Priester und die Mitwirkung des Kirchenchores gaben der Feier eine würdige Umrahmung.
Nachdem der Bischof zum Pfarrhaus geleitet worden war, machte der Kirchenvorftand mit den Ehrengästen einen Rundgang durch das neue Gotteshaus.
Am Nachmittag wurde der Bischof von den Kindern begrüßt, an die er eine kurze Ansprache richtete, später empfing er den Kirchenvorstand, die Lehrer und die Vereinsleitungen.
Das bedeutend erweiterte Gotteshaus wies am Sonntag einen überaus starken Besuch auf. Auf dem festlich geschmückten Altar zelebrierte beim Hochamt der Geistliche Rat Bayer das Meßopfer. Die Festpredigt hielt der Wetzlarer Pfarrer Dr. H o e r e n , der den Firmlingen ernste Mahnungen mit auf den Weg gab. Anschließend teilte der Bischof das Sakrament der Firmung aus.
Bei der Nachmittagsandacht hielt der Bischof eine Ansprache an die Gießener Gemeinde und erteilte ihr den päpstlichen Segen.
Dank an den Bischof.
Mit einer Feierstunde der Pfarrgemeinde unter Mitwirkung des Wetzlarer und des Gießener Kirchenchores und des Gießener Kirchenorchesters wurden die Feiertage beendet. Der Geistliche Rat dankte dem Bischof für seine Mühen und gab der Freude darüber Ausdruck, daß er nicht nur als kirchlicher Oberhirte und Herr, sondern auch als Vater in Christus zu der Gießener Pfarrgemeinde gekommen ist, die ihn lebhaft und herzlich begrüße. Er versicherte ihn der Ehrfurcht, Liebe und des Gehorsams der Gießener Gläubigen und sprach den Wunsch aus, daß er bei der Glockenweihe wiederum
die Gießener Katholiken durch seinen Besuch erfreuen möge.
In gleicher Weise dankte em Sprecher des Kirchenvorstandes der Exzellenz für die Weihehandlung. Als Dolmetsch der Gefühle der Pfarrgemeinde würdigte er trotz aller Abneigung des Geistlichen Rates und Domkapitulars für äußere Ehrungen die großen Verdienste, die er sich als Pfarrer der Gießener Gemeinde durch die Erbauung dieses schönen Gotteshauses erworben hat.
Der Sprecher dankte ganz besonders Baumeister Peter G r o d e für die tatkräftige Mithilfe am guten Gelingen dieses Werkes, den Kirchenchören und ihren Dirigenten, vor allem dem Gießener Chor unter Leitung von Lehrer Klein, für die schöne Ausgestaltung und auch Kaplan Haenlein für seine große Mühewaltung.
In sehr launiger Weise bedankte sich der Bischof für die überaus zahlreichen Beweise der Liebe und Verehrung, die ihm in diesen Tagen hier in Gießen entgegengebracht wurden. Auch er versicherte dem Geistlichen Rat Bayer seine Hochachtung und versprach, ihm seinen Lebensabend in dankbarer Anerkennung verschönern zu helfen. Als Oberhirte drückte er ihm seine Anerkennung für sein priesterliches Wirken und sein bescheidenes Wesen aus.
Allen denen, die sich bereitwilligst in den Dienst der hohen Sache gestellt haben, sagte er herzliche Dankesworte und begründete sein Bemühen, für alle seine Diözesanen nur der Volksbischof bleiben zu wollen. Mit aufmunternden Worten an ihr gläubiges Empfinden verabschiedete er sich von der Gemeinde, die seine Ansprache mit lebhaften Beifallskundgebungen aufnahm.
Eine Visitation der Gießener Schulen am heutigen Montag beschließt den Besuch des Bischofs, der heute nachmittag nach Grünberg weiterfährt, um der dortigen Pfarrgemeinde einen kurzen Besuch abzustatten.
Blick in die Kirche während der Feierlichkeiten.-
k.
r
Den vielen Beobachtungen auf dem sehr lehrreichen heimatbiologischen Ausflug brachten d:e Teilnehmer ein sehr reges Interesse entgegen, so daß der Wunsch ausgesprochen wurde, im Herbst wieder einen solchen Gang, vielleicht in den Vogelsberg, zu unternehmen.
Tagung des NSLB.
Bezirks-Verein Giehen-Land
Am Samstagnachmittaa hatten sich die Mitglieder des NSLB., Gießen-Land, in der Goetheschule versammelt, um einen Vortrag über den Tonfilm zu hören. Rektor Siegfried (Großen- Linden), der Obmann des Bezirkes, begrüßte die Erschienenen, besonders den Vertreter der Hessischen Landesbildstelle, Lehrer L o r tz (Arheilgen b. Darmstadt) und den Vortragenden Dr. H ä u s g e n aus Düsseldorf. Dieser nahm sofort das Wort und gab in klaren, sachlichen Ausführungen ein ausgezeichnetes Bild über die Entwicklung und Technik des Tonfilms Der Vortrag wurde durch Lichtbilder erläutert. Anschließend wurden drei Tonfilme gezeigt, die Vorgeschichte der Germanen", die „Olympi- schen'Winterspiele" und die „Liebe zur Harmonika" (ireffingen). Der Vertreter der Landesbildstelle gab bekannt, daß zu gegebener Zeit alle Kreisbildstellen mit besonderen Geräten für den Tonfilm ausgerüstet würden und dann könnten die Schulen auch diesen Vorführungen beiwohnen. Im übrigen bleibe natürlich der stumme Lehrfilm auch in Zukunft die Hauptsache für die Schulen. Der Tonfilm soll nur ergänzend zum Unterricht gezeiat werden. Nach den Vorführungen sprach Rektor S i e g f r t e d herzliche Dankesworte an die Vortragenden und unterstrich noch einmal die hohe Bedeutung, die dem Film m der Schule zukommt. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer schloß er den ersten Teil der Tagung. An- ckliekend sprach Lehrer R e i n h e i m e r m kurzen Sätzen Über die Wichtigkeit des stehenden Lichtbildes und bat, neben dem Film nicht die Lichtblldapparate lEpidiaskov^ zu veraessen. Den Schluß bildeten qe- schäftliche Mitteilungen über die Teilnahme an der großen Tagung der NSLB. m Bayreuth usw.
Motor-Kucksiaod des OOAC
Am Sonntagvormittag fand bei herrlichstem Sommerwetter die DDAC.-Fuchsjagd der Ortsgruppen Gießen und Bad-Nauheim statt. Erne stattliche Anzahl Kraftfahrer stellten sich dem Starter und um 9 Uhr wurde die Meute auf die Fährte des Fuchses gefetzt. Die Spur führte kreuz und quer durch das Gebiet rund um den tzausberg bei Butz- buch bis nach Brandoberndorf und Usingen Etwa 60 Wimpel wurden von dem Kraftwagenfuchs versteckt k)baf3 die Aufspürung recht lange dauerte. Nur zwei Kraftwagen und einige Motorräder fanden das Ende der Spur etwa um 11.15 Uhr, also dreioiertel Stunden vor dem Abblasen der Jagd.
Der Fuchs hatte sich aber mit seinem Kraftwagen so gut getarnt, so daß es nicht gelang, ihn zu stellen und ihm die grüne Armbinde abzunehmen.
Um 12 Uhr wurde die Jagd durch den Sportleiter der Veranstaltung, Fourier aus Wölfersheim abgeblasen. Er führte die vergeblich Suchenden zu dem nur 10 Meter von der Straße angelegten Versteck, das mit Buschwerk und Farnkräutern angelegt war. Dann vereinigten sich die Teilnehmer im „Hessischen Hof" in Butzbach zum gemeinschaftlichen Mittagsmahl. Dort hatte sich Bürgermeister Dr. Mörschel von Butzbach zur Begrüßung der Gäste eingefunden. Iw Anschluß ergriff der Ortsgruppenleiter der DDAC., Ortsgruppe Gießen, das Wort. Er bearijßte die zahlreich erschienenen Kameraden des NSKK. Dann wurde die Preisverteilung vorgenommen. Den Revierpreis erhielt der Fuchs, dessen Rolle Herr K r i e ck aus Bad-Nauheim gespielt hatte Den 2. Preis erhielt Kamerad Dr. Werner aus Butzbach, den 3. Preis gewann Senor Hui - d o b r o vom Automobil-Club de Chile, der als Gatt an der Npranstaltung teilnahm und den vierten Preis erhielt Herr Marx aus Friedberg. Nach der Preisverteilung gedachte Dr. Kreger (Gießen) des Führers und schloß die Veranstaltung.
(Sinpiennig-Sonderzüae zur Ausftelluna „‘DcufM*idnt)/z.
In der Zeit vom 18. Juli bis 16. August d. I., also bis zum Schlußtag der Olympischen Spiele, findet auf dem gesamten Ausstellungsgelände der Reichshauvtstadt die große Ausstellung „Deutschland" statt, deren Schirmherrschaft der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda übernommen hat. Da Hunderttausende deutscher Volksgenossen während der Olympischen Spiele, also vom 1. bis 16. August, nicht nach Berlin kommen können, werden aus allen Gauen stark verbilligte Sonderzüae am 18., 19., 25. und 26. Juli nach Berlin gefahren. Der Fahrpreis beträgt pro Kilometer 1 Pfennig. Anmeldungen nehmen überall die Gau-, Kreis- und Ortsgruppen-Propagandaleitun- gen entgegen. Durch ihre außergewöhnliche Verbilligung wird es jedem ermöglicht, die Ausstellung ,',Deutschland" und darüber hinaus noch das Reichssportfeld mit seinen gewaltigen Kampfstätten und Bauten zu besichtigen.
Wer das Reichssportfeld vor Beginn der Olympiade gesehen hat, wird am Lautsprecher die Wettkämpfe viel intensiver erleben können. Der Preis für den Besuch der Ausstellung. Besichtigung des Reichssportfeldes einschließlich Führung und Zubringerdienste von den Bahnhöfen zum Reichssportfeld und zur Ausstellung „Deutschland" ist ebenfalls besonders verbilligt und beträgt insgesamt 2,10 RM. Die Anzahl dieser stark verbilligten Sonderzüge ist beschränkt. Bestellung ist deshalb im eigensten Interesse bei den Ortsgruppen der NSDAP, sofort notwendig.
Das erste Opfer der Lahn.
Am gestrigen Sonntag forderte die Lahn ihr erstes Opfer in diesem Jahre. Ein Bäckergeselle, der 19jährige Ludwig Linker aus Feldkrücken im Vogelsberg, der bei einem hiesigen Bäckermeister arbeitet, fuhr gestern zum Baden an die freie Lahn. Der junge Mann, der des Schwimmens nicht kundig war, versank an einer tiefen Stelle und ertrank. Seine Leiche konnte bisher noch nicht geborgen werden.
Äornotizen.
Tageskalender für Montag: Gloria- Palast, Seltersweg: „Die Drei um Christine".
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** Eine Siebzigjährige. Ihren 70. Geburtstag begeht am morgigen Dienstag in außerordentlicher geistiger und körperlicher Regsamkeit Frau Elisabeth Schaub, Hammstraße 16.
** Z w ei Verkehrsunfälle. In der Nacht zum Sonntag ereignete sich in der Marburger Straße ein schwerer Verkehrsunsall. Ein Auto, das mit vier jungen Leuten besetzt war, fuhr von der Karlsruhe in Richtung nach der Stadt, als plötzlich der Fahrer die Herrschaft über das Auto verlor. Der Wagen geriet gegen einen Baum und überschlug sich. Einer der Insassen, der Angestellte Günther, Neustadt 39, erlitt einen Schädelbruch. Die übrigen Insassen kamen mit leichten Verletzungen davon. — Ein zweiter Verkehrsunfall ereignete sich am Sonntagnachmittag in der Ludwigstraße. Hier verunglückte ebenfalls ein Kraftwagen. Die beiden Insassen, ein Mann aus Koblenz und feine Tochter, mußten zur ersten Hilfeleistung in Öre Klinik gebracht werden, konnten aber dann die Fahrt mit der Bahn fortsetzen.
Landkreis Gießen
— Staufenberg, 27. Juni. Bei der hier abgehaltenen G r a s d e r ft e i g e r u n g hat sich ergeben, daß der Preis gegenüber dem Vorjahre stark zurückgegangen ist. Der Stand der Feldfrüchte in unserer Gemarkung ist ausgezeichnet.
Kreis Schotten
* Mittel-Seemen, 28. Juni. Der hiesige Metzger Wilhelm K r o t h fuhr am Samstag mit feinem Motorrad mit einem Auto zusammen und erlitt dabei einen schweren Oberschenkelbruch. Er wurde sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht.
* Unter-Seibertenrod, 27. Juni. Der 16jährige landwirtschaftliche Arbeiter Albert Pfeil von hier zog sich beim Sturz von einem Heuwagen eine schwere Knieverletzung und einen Ellenbogenbruch zu. Der bedauernswerte junge Mann mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden.


