empfangen habe. Der Sanktionsfrage werde nicht | so sehr vom wirtschaftlichen als vom moralischen Standpunkt aus Bedeutung beigemessen. Don Sachverständigen werde erklärt, daß Italien zur Zeit wirtschaftlich betrachtet durch die Sanktionen mehr gewinne als verliere. So hätten z. B. neue Industrien, die bisher gegen den ausländischen Wettbewerb nicht bestehen konnten, einen großen Aufschwung genommen. Nach ausländischen Schätzungen werde Italien die stärkste Wirkung der Sanktionen nicht vor Ablauf weiterer IV2 oder 2 Jahren empfinden. Es sei kein Geheimnis, daß Italien nach wie vor wichtige Waren einführen könne, z. B. aus den latein-amerikanischen Staaten, die beinahe ohne Ausnahme die Sanktionen nicht angewandt hätten. Wenn die Maßnahmen beseitigt würden, dann würde Italien sich wahrscheinlich an den Arbeiten eines vom Völkerbund eingesetzten Ausschusses zur Vorbereitung eines besseren Sicherheitssystems beteiligen. Der Duce verfolge das Ziel, eine breite Verständigung zwischen den europäischen Großmächten herbeizuführen. Ein Beschluß des Völkerbundes, die Sanktionen aufrechtzuerhalten, würde Italien dazu veranlassen, seinen Rücktritt aus dem Völkerbund anzukündigen. Dieser Schritt würde von Einzelabkommen für Gewährleistung der italienischen Sicherheit begleitet sein.
Aus aller Welt.
Briefmarken zum 6. Internationalen Gemeinde-Kongreß.
Die Reichspost gibt zum VI. Internationalen Gemeindekongreß vier Sondermarken zu 3, 5, 12 und 25 Rpf. heraus. Der Entwurf für das Markenblld, der von Professor Richard Klein stammt, bringt sinnbildlich zum Ausdruck, wie die Gemeinde die ihr anoertrauten Volksgenossen betreut. — (Scherl-M.)
Evangelische Woche in Frankfurt a. 7N.
Eine Evangelische Woche wird von dem Reichsausschuß der Deutschen Evangelischen Kirche vom 30. Mai bis zum 2. Juni in Frankfurt a M. veranstaltet. Den Eröffnungsvortrag hält Landesbischof D. Wurm (Stuttgart) Es sprechen ferner u. a.: Missionsdirektor Hartenstein (Basel) über „Das Fragen der Völker nach Gott", Pfarrer D. Eberhard Müller (Berlin) über „Jugend vor der Kirche", Pastor D. Brand (Bethel) über „Den Glauben an den Heiligen Geist", Präses D. H u m- burg (Barmen) über „Biblische Worte", Professor
Das Wundergeschüh -es"
eltkrieges.
Im Ehrenhof des Zeughauses in Berlin wurde ein Modell der „Dicken Berta", wie die 42-cm- Mörser seit ihrem ersten Einsatz im Weltkrieg im Volksmunde hießen, aufgestellt. (Scherl-Bllderdlenst-M.)
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Dr. med. Kundtmann über „Vererbung, Krankheit und Schuld", Pastor A ß m u s s e n über „Die bihlische Lehre von der Erbsünde", Dr. v. T a d - den-Trieglaff über „Den Anteil des Laien am Neubau der Kirche". Sämtliche Veranstaltungen finden in der Matthäuskirche in Frankfurt a. M. statt.
Vollstreckung eines Todesurteils.
Am 28. Mai ist in Torgau der 1902 geborene Otto Reichmeister h i n g e r i ch t e t worden. Reichmeister, der durch Urteil des Schwurgerichts in Torgau vom 3 Dezember 1935 wegen Mordes zum Tode und wegen Sittlichkeitsverbrechens zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, hatte am 22. September 1935 ein siebenjähriges Mädchen in der Nähe von Zahna mißbraucht und dann erdrosselt.
Erdbeben in Argentinien.
Ein Erdbeben, dessen erste, leichtere Stöße bereits am Mittwoch verspürt worden waren, wiederholte sich am Donnerstag in bedeutend verstärkter^ Maße. Die Ortschaft Las Chacras wurde in Trümmer gelegt. Große Schäden wurden auch aus Paso Grande, San Martin und San Franzisko gemeldet. Das Beben verursachte an mehreren Stellen große Felsstürze. Die bisherigen Meldungen berichten jedoch noch nichts davon, daß Todesopfer zu beklagen waren.
Norwegischer Dampfer gesunken.
Der 990 Tonnen große, in Bergen beheimatete Dampfer „Hogstad" ist mit 14 Mann Besatzung
auf der Fahrt von England nach Norwegen in der Nordsee gesunken. Lediglich der in, einem Rettungsboot treibende Kapitän des Schiffes wurde von dem holländischen Dampfer „Westpleine" gerettet. 13 Mann Besatzung dürften ertrunken sein.
Oie Narrenkappe.
Vom Intendanten Lmil Llaar.
Emil Claar war in Frankfurt 25 Jahre lang Jntentant gewesen, als man die Leitung der Oper in die Hände einer anderen Persönlichkeit legte und Claar selber nur noch die Betreuung des Schauspielhauses ließ. Dieser war tief gekränkt und äußerte zu einem Freund: „Also, 25 Jahre hat der Theateraufsichtsrat gebraucht, um festzustellen, daß ich nicht musikalisch bin."
Eines Tages kam der Theaterdiener in Claars Amtszimmer und meldete die Indisposition einer Sängerin mit den folgenden Worten: „Fräulein Z. läßt sagen, sie kann nicht singen." Claar antwortete darauf nur: „Sieht s i e das endlich ein?"
„wache raus!"
Im Berlin der siebziger Jahre geschah es. Da hatte ein eitler Kommissionsrat endlich den ersehnten Orden erhalten. Und selbstverständlich mußte die Auszeichnung auf der Promenade gezeigt werden.
Stolz ging der Herr Kommissionsrat die Linden hinunter, im Knopfloch das blinkende Ordenskreuz. Und als er ans Brandenburger Tor kam und die ganze Wache ins Gewehr trat, da wußte er nicht wie ihm geschah. — Was war er für ein großer Mann geworden: Vor ihm die ganze Wache 'raus! — Er wußte nicht, wie er schnell genug nach Hause kommen sollte, um es seiner Ehehälfte und der Tochter zu erzählen. „Denkt Euch, was mir passiert ist", rief er völlig außer Atem. „Was so ein Orden tut! Ich komme ans Brandenburger Tor, und als der Posten meinen Orden sieht, da ruft er „Rrrr-raus!" — und alle stürzen raus und präsentieren."
Ungläubig schüttelten Mutter und Tochter den Kopf. Das ärgerte den stolzen Ordensträger. Dabei hatte er doch einen Zeugen. Und rief ganz empört: „Wenn Jhr's nicht glauben wollte, fragt M o l t k e, — der kam ganz dicht hinter mir!" Ns.
kleine Zwischenfälle in aller kürze.
„Wie ist denn Ihre Reitstunde verlaufen?" „Im Sande."
*
„Warum schreien Sie denn so? Ich habe den schlechten Zahn ja noch gar nicht berührt!"
„Aber Sie stehen auf meinen Hühneraugen!"
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Durch das Zusammensinken der auf das Festland vorgestoßenen Kaltluft setzte sich bei uns rasch wieder Aufheiterung durch. Trotz kräftiger Sonneneinstrahlung blieb die Temperatur gegenüber den an den Vortagen erreichten Werten erheblich zurück. Die Entwicklung eines kräftigen Südwirbels im Nordseegebiet bei fortgesetztem hohen Luftdruck über dem Ostatlantik läßt aber doch im ganzen freundliche Witterung zu, obwohl für die Folge noch keine starke Erwärmung und auch kein durchaus beständiges Wetter zu erwarten ist.
Aussichten für Samstag: Vielfach bewölkt, aber auch vereinzelt Auftreten kurzer Niederschläge bei westlichen, später auch nordwestlichen Winden.
Aussichten für Sonntag: Weiter bewölkt und wieder etwas kühleres Wetter mit vereinzelten Schauern. •
Lufttemperaturen am 28. Mai: mittags 16,1 Grad Celsius, abends 11,6 Grad: am 29. Mai: morgens 6,1 Grad. Maximum 16,9 Grad, Minimum heute nacht 2,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. Mai: abends 20 Grad; am 29. Mai: morgens 13,5 Grad. — Sonnenscheindauer 8,8 Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder? Dr. Friedrich Wilhelm Länge; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Vf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gulug.
Plötzlich und ganz unerwartet hat mir das Schicksal meine treue Lebensgefährtin
Frau Lisa Zimmer, geb. Schmank mit der ich in 27 jähriger harmonischer Ehe verbunden war, entrissen.
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In tiefer Trauer.
Wilhelm Zimmer und Angehörige
Die Einäscherung fand in der Stille statt — Von Beileids- besuchen bittet man absehen zu wollen
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