nisten, und die 1300 Stimmen, die ihm die Sozialisten darbringen, an.
Es sei nicht mehr die Rede davon, den Weg zur Anarchie zu versperren, es sei auch nicht mehr die Rede von den „Revolutionären im
Kaninchenfell^.
Herriot habe sich zwar Vorbehalten, sich nur dem radikalsozialistischen Parteiprogramm verpflichtet zu fühlen; trotzdem nehme er aber 2 0 0 0 marxistische Stimmen. Es sei aber noch die Frage, ob er überhaupt gewählt werde. Vielleicht würden es die kleinen radikalsozialistischen Händler seines Wahlbezirkes a b l e h n e n , ihre Stimmen mit denen der Jünger Moskaus zu vereinen.
Oer Unterrichtsminister verzichtet.
Paris, 28. April. (DNB.) Der Unterrichtsminister G u e r n u t, ein Radikalsozialist, hat seine Absicht bekanntgegeben, in der Stichwahl am kommenden Sonntag zugunsten seines sozialistischen Mitbewerbers zu verzichten, der im ersten Wahlgang mehr Stimmen als Guernut bekommen hat.
Oalabier bei Sarraut.
Paris, 28. April. (DNB.) Ministerpräsident Sarraut hat am Dienstagvormittag den Vorsitzenden der Radikalsozialistischen Partei, D a l a - vier, empfangen.
©er Aufbau
der Sozialversicherung.
Berlin, 28. April. (DNB.) Die im Reichsgesetzblatt erscheinende 14. Verordnung des Reichsarbeitsministers zum Aufbau der Sozialversicherung führt bei den Landkrankenkassen und landwirtschaftlichen Berufsgenossen- schäften den Führergrundsatz durch und trifft Bestimmungen über die Person des Leiters bei diesen Versicherungsträgern. Die Verordnung enthält weiter Vorschriften über Leiter und Beirat bei allen Trägern der Reichsoersicherung mit Ausnahme der Ersatzkassen der Krankenversicherung, für die bereits eine Sonderregelung besteht. Der Leiter hat alljährlich einen Haushaltsplan aufzustellen. Er bedarf nach Schluß jeden Geschäftsjahres der Entlastung.
Um die verantwortliche Mitarbeit des Beirats bei den Trägern der Reichsoersicherung als Einrichtungen der Selbstverwaltung sicherzustellen, verpflichtet die Verordnung den Leiter, vor der Entscheidung über wichtige Angelegenheiten den Beirat zu hören. Der Beirat muß gehört werden vor Erlaß und Aenderung der Satzung und bei der Feststellung des Haushaltsplanes. Der Beirat hat ferner die Jahresrechnung abzunehmen. Soweit er die Abnahme verweigert, entscheidet die Aufsichtsbehörde. Der deutscheFuristentag 1936
Berlin, 28. April. (DNB.) Der Deutsche Juristenlag 19 3 6 beginnt Freitag, 15. Mai, abends, mit einem Empfang durch den Oberbürgermeister im Rathaus der Stadt Leipzig. Am 16. Mai vormittags wird die Ausstellung „Deutsches Recht" im Alten Rathaus eröffnet. Anschließend erfolgt die feierliche Eröffnung des Juristentages durch den Reichsführer der Deutschen Rechtsfront und des BNSDJ., Reichsminister Dr. Frank, in Anwesenheit des Stellvertreters des Führers, Reichsminister Heß. Für den Nachmittag sind Führungen durch die Stadt, ein Presseempfang und kameradschaftliches Beisammensein vorgesehen.
Die Veranstaltungen des Sonntags, 17. Mai, beginnen am Vormittag mit einem Aufmarsch am Augustusplatz mit anschließender Großkundgebung auf dem Reichsgerichts-Platz. Redner sind Reichsminister Dr. Goebbels und Reichsminister Dr. Frank.
Am Nachmittag finden wissenschaftliche Vorträge über „Das Recht in der Wirtschaft", eine Großkundgebung „Jugend und Recht" und ein Empfang der ausländischen Gäste des BNSDJ. durch Reichsminister Dr. Frank statt.
Am Montag, 18. Mai, tagen die Reichsgruppen. Anschließend werden wissenschaftliche Vorträge über „Rasse und Volk" gehalten. Diesen Tag beschließt ein Festkonzert im Gewandhaus und Festvorstel- Kingen im Opernhaus und im Alten Theater.
Am Dienstag, 19. Mai, wird die Tagung der Reichsgruppen fortgesetzt. Außerdem tagen' die Reichsfachschaften und Reichsberufsgruvpen in der Deutschen Rechtsfront. Es folgen wissenschaftliche Dorträge über „Recht und Gemeinschaft" und „Partei und Staat". Am Abend wird der Deutsche Juristentag geschlossen mit einer feierlichen Kundgebung, auf der Reichsführer Reichsminister Dr. Frank die Schlußansprache halten wird.
Velgische Eindrücke in Warschau.
Warschau, 29. April. (DNB. Funkspr.) Der belgische Ministerpräsident und Außenminister van Zeel and erklärte am Dienstag vor seiner Abreise auf einem Empfang polnischer Journalisten u. a., man müsse in naher Zukunft die Elemente einer dauernden Lösung des Dramas finden, das sich in Europa abspiele. Polen und Belgien seien aus verschiedenen Gründen sozusagen auf paralleler Linie mehr als andere Staaten daran interessiert, daß diese Elemente der Lösung möglichst schnell und sicher gefunden werden. Weiter betonte Minister van Zeeland, daß der weitere Ausbau derwirtschaftlichenAn- naherung zwischen Polen und Belgien der Hauptgegenstand der Unterredungen gewesen sei, die er in Warschau mit dem Außenminister Beck und der polnischen Regierung gehabt habe.
Geheimnisse
um die amerikanischen Flottenmanöver.
Für die Geheimhaltung aller militärischen Einzelheiten der großen amerikanischen Flottenmanöver, an denen insgesamt 450 Flugzeuge und 150 Kriegsschiffe teilnehmen, sind besondere Maßnahmen getroffen worden, die sich nicht nur auf die Vernebelung der eigentlichen Manöverplätze beziehen. Bekanntlich war schon im vergangenen Jahr das Manövergebiet in einem auffallend großen Umkreis von Sperrschiffen umgeben, die kein Schiff in die „Kampfzone" hineinließen. Diesmal hat man sogar die Presse von der Berichterstattung ausgeschlossen, man hat verboten, daß die Mannschaften ihren Angehörigen irgendwelche Nachrichten über die Manöver geben, hat ferner angeordnet, daß selbst der Funkverkehr zwischen der Flotte und dem Marine- Ministerium unterbleibt und hat schließlich unmittelbar vor dem Auslaufen der Flotte sowohl Offizieren wie Mannschaften die Photoapparate abgenommen.
König Fuad von Aegypten gestorben.
Kairo, 28. April. (DRV.) König Fuadl.von Aegypten ist heute um 13.40 Uhr gestorben.
*
In Deutschland ist bekannt, daß König Fuad der Förderung der Wissenschaften und dem Ausbau der Geistesbeziehungen zu allen Ländern sein höchstes Interesse zugewandt hat. Dies gilt namentlich auch für die Beziehungen zu Deutschland, die auch dadurch sich besonders herzlich gestalteten, daß beide Länder sich in wirtschaftlicher Beziehung auf das vorteilhafteste ergänzen. Deutschland hat in den letzten Jahren im ägyptischen Handel in bezug auf Ein- und Ausfuhr mit an der Spitze der mit Aegypten Handel treibenden Länder gestanden. Die Mitglieder der deutschen Kolonie in Aegypten hatten erst in den letzten Tagen Anlaß zu besonderem Danke gegenüber dem König für die großzügige
Unser Bild zeigt links den verstorbenen König Fuad von Aegypten, rechts den Thronfolger
Prinz Faruk. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
und erfolgreiche Hilfe, die bei den Hilfsmaßnahmen zur Auffindung des deutschen Gesandten v. Stohrer in der libyschen Wüste von ägyptischer ebenso wie von englischer Seite entfaltet worden ist.
Die innere Entwicklung Aegyptens ist durch den verstorbenen König auf das erfolgreichste gefördert worden. Besonders großes Interesse wandte er allen kulturellen Belangen seines Landes zu. Namentlich an der hygienischen Hebung des Landes hat er entscheidenden Anteil genommen. Auch der Säuglingspflege und der Fürsorge für Mutter und Kind galt seine ständige Aufmerksamkeit. Schon als Prinz setzte er sich lebhaft für die Gründung einer ägyptischen Universität in Kairo ein. 1925 hatte er die Freude, diesen Wunsch verwirklicht zu sehen. Seine organisatorischen Leistungen auf dem Gebiete der Hygiene und der Medizin sind durch Verleihung des Ehrendoktorgrades zahlreicher europäischer Universitäten anerkannt worden. So nahm er den aktivsten Anteil an den Arbeiten der ägyptischen landwirtschaftlichen Gesellschaft, der Gartenbaugesellschaft, der Entomologischen Gesellschaft, der Geographischen Gesellschaft und vieler anderer kultureller Institute.
Die Nachfolge des verstorbenen Königs geht nach der ägyptischen Verfassung auf den am 11. Februar 1920 geborenen Prinzen Faruk, Emir von Said, über, der nach sorgfältigster Erziehung in Woolwich (England) seinen abschließenden Studien obliegt. Bis zu seiner Großjährigkeit wird verfassungsgemäß ein Regentschaftsrat für ihn die Geschäfte führen, dessen Zusammensetzung verfassungsgemäß vom verstorbenen König testamentarisch festgelegt ist.
Der Tod des Königs fällt in eine sehr bewegte Zeit. Zur Zeit schweben Verhandlungen zwischen Aegypten und England, die eine endgültige Bereinigung der beiderseitigen Beziehungen bringen sollen. Wenn es auch dem König nicht vergönnt war, deren Abschluß mitzuerleben, so kann doch der Hoffnung Ausdruck gegeben werden, daß die mit diesen Verhandlungen angebahnte Entwicklung einen segensreichen Abschluß finden möge, der auch seinerseits zur Gestaltung eines wahrhaften Friedens auch in diesem Teile der Welt beiträgt.
Auch in Deutschland wird das Hinscheiden des Königs mit tiefer und aufrichtiger Trauer empfunden.
Das Beileid des Führet.
Berlin, 28. April. (DNB.) Nach Bekanntwerden des Ablebens Seiner Majestät König Fudads I. von Aegypten hat der Führer und Reichskanzler dem jungen König von Aegypten folgendes Beileidstelegramm gesandt:
„Die Nachricht vom Ableben Ew. Majestät erlauchten Herrn Vaters, Seiner Majestät des Königs Fuad I. von Aegypten, hat mich aufrichtig betrübt. Zugleich im Namen des deutschen Volkes bitte ich Ew. Majestät anläßlich des schweren Verlustes, den das königliche Haus und das ägyptische Volk erlitten haben, meine herzliche Anteilnahme entgegenzunehmen.
Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler."
Außerdem stattete im persönlichen Auftrag des Führers und Reichskanzlers heute nachmittag der Staatssekretär und Ehef der Präsidialkanzlei Dr. Meißner dem hiesigen königlich ägyptischen Gesandten NachLt Pascha einen Beileidsbesuch ab.
Als Zeichen der Trauer um den verstorbenen Herrscher haben die Präsidialkanzlei, die Reichskanzlei, das Auswärtige Amt und der Reichstag ihre Dienstflaggen für heute und morgen auf h a l b - mast gesetzt.
Beileid des engliWen Königs.
London, 28. April. (DNB.) König Edu- a r d VIII. übersandte dem Prinzen Faruk anläßlich des Ablebens seines Vaters ein herzliches Beileidstelegramm. Gleichzeitig ließ er durch das 'Auswärtige Amt und den britischen Oberkommissar in Aegypten seine Anteilnahme den Amtsstellen übermitteln.
Roms Veileid.
Rom, 28. April. (DNB.) Der König von Italien und der italienische Regierungs- ch e s haben anläßlich des Todes von König Fuad herzlich gehaltene Beileidstelegramme abgesandt.
In ihren Nachrufen würdigt die römische Presse die Persönlichkeit des verstorbenen Toten, der, wie „G i o r n a l e d ' I t a l i a" schreibt, unter zuweilen hochdramatischen Umständen die nationalen Forderungen des ägyptischen Volkes vertreten wollte und sich zugleich nach den Notwendigkeiten und Interessen einer anderen Macht richten mußte. Die Geschichte werde einmal
anerkennen müssen, daß Aegypten unter König Fuad wirksame Fortschritte gemacht habe. In den Nachrufen wird ferner an die engen geistigen Beziehungen erinnert, die den verstorbenen König mit Italien, dessen Sprache ihm vollkommen geläufig war, von Jugend an verbunden haben.
Französische Nachrufe.
Paris, 29. April. (DNB. Funkspr.) Die französische Presse widmet dem verstorbenen ägyptischen König ehrende Nachrufe.
Der „Petit P a r i s i e n" schreibt, daß König Fuad I. ein sehr kluger und gebildeter Mann gewesen sei, der sein Volk der westlichen Kultur aufgeschlossen habe. Er selbst soll einmal geäußert haben: „Ich bin ein europäischer König und nicht ein Satrap des Orients". Ihm müsse Aegypten einen großen Teil seiner ungeahnten Blüte verdanken. Seiner Persönlichkeit sei es allein zuzuschreiben, daß sich enge Bande zwischen dem antiken Land der Pharaonen und den modernen Staaten geknüpft hätten. Durch seine Ausstellungen und durch seine Unterstützung, die er allen Wissenschaftlern und Geschichtsforschern angedeihen ließ, verdiene Fuad geradezu den Titel eines „Ludwig XIV. von Aegypten".
Der „Ami du Peuple" hebt seinen langen Kampf hervor, den er für die Unabhängigkeit Aegyptens geführt habe.
Der „F i g a r o" lobt die ruhige Festigkeit des Herrschers und seine Klarsichtigkeit. König Fuad sei es, dank seiner wachsamen und geschickten Diploma- tte, möglich gewesen, allen Intrigen die Stirn zu bieten, die Ungeduldigen zu bezähmen und vor allen Dingen seinem Lande eine gewisse politische Autonomie zu sichern.
Wien, 28. April. (DNB.) Die amtliche Nachrichtenstelle in Wien beginnt jetzt mit der Ausgabe der schon besprochenen Listen der von der Lebe n s v e r s i ch e r u n g s g e s e l l s ch a f t Phönix bestochenen Personen. In der amtlichen Mitteilung heißt es:
Die in der Öffentlichkeit viel genannte Liste wurde bei der Direktion der Lebensversicherungsgesellschaft Phönix vorgefunden und befindet sich in den Händen der Behörden.
Es handelt sich hierbei um eine Liste, bestehend aus 24 Männern, die lückenlos vom Januar 1931 bis zum 17. Februar 1936 geführt wurden. Die Gesamtsumme der darin verzeichneten Beträge beläuft sich auf 2 814 000 Schilling und 7000 tschechische Kronen.
Von dem in der Liste enthaltenen Gesamtbetrag entfallen 600 000 Schilling aus Renumerattonen, Aushilfen und Zuwendungen für Wohlfahrtszwecke an Angestellte der Lebensversicherunqsgesellschaft. Für Pressezwecke wurden ausgegeben 1 098 000 Schilling. Don diesem Betrag entfallen 635 000 Schilling an den Herausgeber der „Sonn- und Montagszeitung", Ernst K l e b i n d e r (Jude). Der verbleibende Betrag verteilt sich auf 5 Jahre und auf mehrere Blätter, unter denen sich keine führende Tageszeitung Oesterreichs befindet.
Ein Betrag von 15 495 Schilling wurde als Darlehen an vier öffentliche Beamte ausgewiesen. Das Disziplinarverfahren wurde gegen diese Beamten eingeleitet. Ein Betrag von 94 329 Schilling ist auf die Guthabenchiffre 0 eingetragen. hierbei liegt der Verdacht vor, daß es sich um eine Summe handelt, die dem Leiter der staatlichen Aufsichtsbehörde über das Versicherungswesen, Sektionschef O ch s n e r, zugekommen ist. Der Jüdische Rationalfonds erhielt 500 000 Schilling. Die erwähnte Liste weist einen weiteren Betrag von 3500 Schilling für jüdisch-nationale Zwecke auf.
In der amtlichen Verlautbarung wird dann behauptet, daß auch an einen angeblichen Nationalsozialisten namens Willi V a ch m n n n über 400 000 Schilling gegeben worden seien. (Ein solcher Willi Bachmann war bislang in Wien gänzlich unbekannt. Die Schriftleitung.)
Die Liste fährt dann fort, die Pfriemer- Heimwehr (Dr. P f r i e m e r war seinerzeit zweiter Bundesleiter der Oesterreichischen Heimwehren und hat später die sog. Steyerische Heimwehr gegründet. Die Schriftleitung) erscheine unter den Geldempfängern in der Zeit vom 3. April 1931 bis 27. Juli 1932 mit 18 000 Schilling. Der Land- b u n d erscheint in der Liste mit dem Betrag von 192800 Schilling. Die Sozialdemokratische Technische Union erhielt ein Darlehen von 300 000 Schilling. Zu Händen Dr. Rintelens ist ausgewiesen ein Betrag von 13 000 Schilling sowie ein weiterer Betrag von 95 000, der ihm im Jahre 1932 von der Kompaß-Bank zugegangen ist. Ein Betrag von vier bis fünf Millionen Schilling, der sich nach den bisherigen Erhebungen etwas erhöhen dürfte, wurde nach den vorgefundenen Belegen für außerordentliche Ausgaben in Prag verwendet.
In der amtlichen Verlautbarung folgen dann die Hamen von Personen, die öffentliche A e m t e r bekleiden. Es wird feflgesiellt, daß im Zusammenhang mit der Phönix-Angelegenheit der Präsident der Bundesbahnen, General der Infanterie V a u g o i n , der bekannte hei- matschuhführer Staatsrat E o r e t h , der Staatsrat und ehemalige Landesverteidigungsminister Generaloberst Fürst' Schönburg-Harte n ft e i n, der Landesleiter der vaterländischen Front in Wien, Oberstleutnant a. D. S eifer f, und schließlich der Präsident der österreichischen Verkehrswerbung, Mitglied des Bun- deswirtichaftsrates, Dr. S t r a f e l l a, ihre öffentlichen Aemler niedergelegk haben.
Hinsichtlich der Beträge, die an Organisationen gegeben wurden, enthält die amtliche Verlautbarungsliste folgende Posten: Der Reichsbund derOe st erreichet (monarchisttsche Organisation) erhielt nach der Verlautbarung im ganzen 9000 Schilling, die O st märkischen Sturm scharen 2000 Schilling und die inzwischen aufgelöste Groß- deutsche Volks Partei 47 000' Schilling als Provision für eine Kollektivversicherung.
Besorgnis in England.
London, 29. April. (DNB. Funkspruch.) Noä dem Tode König Fuads sieht man in ßonbo, der politischen Zukunft Aegyptens mit einiger Besorgnis entgegen. Die der Regjx, rung nahestehenden Blätter sind der Ansicht, bai es König Fuad dank seiner starken diplomatische Fähigkeiten gelungen sei, die innenpolitische Stabilj, töt Aegyptens aufrechtzuerhalten und die nativ, nalistische englandfeindliche Wafd< p a r t e i an der Machtergreifung zu verhindern, ob. wohl er keineswegs ein Freund Englands gewesen sei
„Daily Telegraph" weist auf die bevor, stehenden ägyptischen Parlamentswah. l e n hin, in denen eine Mehrheit für die Wafdpartei gesichert sei, bevor der Regent: schaftsrat überhaupt Gelegenheit haben werde, sich umzusehen. Angesichts der zur Zeit im Gange befindlichen Verhandlungen für ein neues englischägyptisches Abkommen fei diese Aussicht beunruhigend. Man wisse, daß der ägyptische Nationalismus nicht zu Kompromissen be. reit sei. Kompromisse seien jedoch in der gegenmär. tigen Lage unbedingt erforderlich. Der gutr Wille Englands fei vorhanden, wenn das! ägyptische Kabinett davon Gebrauch machen roolle
Die „,M o r n i n g P o ft" ermahnt den jungen König Faruk, daß den Interessen Aegypten- auf seinem Thron am besten durch eine enge unb freundschaftliche Verständigung mit England gedient würde.
Nach Pressemeldungen soll König Faruk be. absichtigen, nach seinem Aufenthalt in Aegypten und nach der Einsetzung des Regentschastsrate, wieder nach London zurückzukehren, um seine- militärischen Studien zu vollenden.
Der Heimatschutz hatte für alle seine Ange« hörigen in allen Bundesländern eine kollektive Um fallversicherung abgeschlossen, wofür ihm ein Regie, kostenbeitrag für die Durchführung dieser Versicherung in Höhe von 5000 Schilling monatlich ausge- zahlt wurde. Die Summe dieser Vergütungen beträgt 95 000 Schilling.
Es ist noch vieles unklar.
Der Eindruck der nunmehr veröffentlichten amtlichen Liste der durch den Phönix-Skandal belaste. : ten Persönlichkeiten ist in hiesigen ausländischen Kreisen unbefriedigend. Man glaubt, daß nicht alles m i t g e t e i 11 wurde, was zur völligen Aufklärung hätte gesagt werden können. Selbst wenn man nur die amtliche Liste zur Beurteilung heranziehen und nicht die sich mit zäher Hartnäckig, feit erhaltenden Gerüchte und inoffiziellen L i st e n , so blieben, wie betont wird, ver> schiedene unaufgeklärte Punkte. Z. B. fei bei den Angaben der für die Presse verausgabten Be- träge über eine Summe von rund 460 000 Schilling nichts Genaueres gefaat. Auch vermisse man die Namen der vier öffentlichen Beamten, die ein Darlehen bekommen hätten. Für noch nicht geklärt hält man auch den Posten von rund 100 000 Schilling, der auf Konto „O" gegangen sei, unb wobei lediglich die Vermutung ausgesprochen werde, daß Sekttonschef O ch s n e r diese bekommen habe.
Als ganz bedenklich betrachtet man den angeblichen Posten für die „Nationalsozialisten", lieber 400 000 Schilling soll ein Bachmann bekommen haben, der nach dem amtlichen Bericht Devisen- und Häuseragent war. Was dazu führte, diesen Mann als Nationalsozialisten zu bezeichnen, ist nicht bekannt. Selbst die amtliche Mitteilung deutet übrigens an, daß es sich hier möglicherweise um rechtmäßige Provisionen handelte.
Ein Nationalsozialist Bachmann ist jedenfalls in Wien nirgends bekannt. Bei den „Natio- nalsozialisten", die darüber hinaus 64 000 Schilling bekommen haben sollen, sind seltsamerweise die Namen verschwiegen. Ferner vermißt man genaue Angaben darüber, wer die „namhaften, zum Teil unsichtbaren Darlehen zu niedrigem Zins- fuß" von den Mitgliedern des ehemaligen Landbundes erhielt. Keine Klarheit gewinnt man auch aus den 4 bis 5 Millionen „außerordentlichen Ausgaben in Prag". Als auffällig werden die Beträge angesehen, die für die O st märkischen Sturmscharen ausgewiesen sind, nachdem politisch weit weniger wichtige Drganifationen weitaus höhere Beträge bekommen haben.
Nachzutragen wäre noch, daß der Landesleitek der Vaterländischen Front in Wien, Oberstleutnant Seifert, seit Oktober 1934 monatliche Zuwendungen in Höhe von 300 und später von 400 Schilling erhalten hat. Er will die Beträge zur Unterstützung notleidender Kameraden verwendet haben.
Echo in Belgrad.
® e.1.3 r a b, 29 2Iprit. (DNB. Funkspruch., Di- m - ° 1 * E a.. sich Mit der gestrigen amtlichen Wiener Veröffentlichung über Verbände, die von nrr' llu h o " i k" Zuwendungen erhielten. Das Blatt bezeichnet es als Ueberrafchung, daß entgegen ÜOh Regierungskreisen früher gemachten Andeutungen m äer amtlichen Liste zwar zahlreiche regte* rungsseindliche Bewegungen und Personen, aber nur einige zum Regime gehörende Persönlichkeiten mit ganz geringen Summen genannt werden. Der 06^01*6116 Dr. Berliner, so sagt das Blatt ironisch habe also großes Glück gehabt, daß er red}t3eitig gestorben sei, da er nach diesen Enthül- lungen olelleicht nicht nur wegen der Unregelmäßig*
bei "Phöiiik", sondern auch wegen Unterstützung illegaler Bewegungen und Organisatio* nen angeklagt worden wäre.
Starke Veachtuug in London.
London, 29. April. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblatter berichten in großer Aufmachung über die Enthüllungen der österreichischen Regie* rung im Zusammenhang mit dem Phönix-Skandal. Dte Tatsache, daß führende politische Per* sonlichkeiten Oesterreichs Bestechungsgeldervon der Phönix erhielten, wird besonders hervorgehoben. „Daily H e r a l d" meldet, daß mit einer K r i s e in der österreichischen Innenpolitik zu rechnen fei. Jedermann itt Oesterreich frage sich, ob die Heimwehr unteX
Die Phönix-Korruption in Oesterreich.
Ein amtlicher Nachweis über die umfangreichen Bestechungen.
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Berlin, 28. Ap Les Reichstagsgebi lag Reichskriegsop NSK0V.-2lus (front". Zu dem gur Zeit in Bett lämpfer erschienen.
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