Ausgabe 
29.4.1936
 
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nisten, und die 1300 Stimmen, die ihm die Sozialisten darbringen, an.

Es sei nicht mehr die Rede davon, den Weg zur Anarchie zu versperren, es sei auch nicht mehr die Rede von denRevolutionären im

Kaninchenfell^.

Herriot habe sich zwar Vorbehalten, sich nur dem radikalsozialistischen Parteiprogramm verpflichtet zu fühlen; trotzdem nehme er aber 2 0 0 0 marxi­stische Stimmen. Es sei aber noch die Frage, ob er überhaupt gewählt werde. Vielleicht würden es die kleinen radikalsozialistischen Händler seines Wahlbezirkes a b l e h n e n , ihre Stimmen mit denen der Jünger Moskaus zu vereinen.

Oer Unterrichtsminister verzichtet.

Paris, 28. April. (DNB.) Der Unterrichts­minister G u e r n u t, ein Radikalsozialist, hat seine Absicht bekanntgegeben, in der Stichwahl am kom­menden Sonntag zugunsten seines sozialistischen Mitbewerbers zu verzichten, der im ersten Wahlgang mehr Stimmen als Guernut bekommen hat.

Oalabier bei Sarraut.

Paris, 28. April. (DNB.) Ministerpräsident Sarraut hat am Dienstagvormittag den Vor­sitzenden der Radikalsozialistischen Partei, D a l a - vier, empfangen.

©er Aufbau

der Sozialversicherung.

Berlin, 28. April. (DNB.) Die im Reichs­gesetzblatt erscheinende 14. Verordnung des Reichs­arbeitsministers zum Aufbau der Sozialversicherung führt bei den Landkrankenkassen und landwirtschaftlichen Berufsgenossen- schäften den Führergrundsatz durch und trifft Bestimmungen über die Person des Leiters bei diesen Versicherungsträgern. Die Verordnung enthält weiter Vorschriften über Leiter und Beirat bei allen Trägern der Reichsoersicherung mit Aus­nahme der Ersatzkassen der Krankenversicherung, für die bereits eine Sonderregelung besteht. Der Leiter hat alljährlich einen Haushaltsplan aufzu­stellen. Er bedarf nach Schluß jeden Geschäfts­jahres der Entlastung.

Um die verantwortliche Mitarbeit des Beirats bei den Trägern der Reichsoersicherung als Ein­richtungen der Selbstverwaltung sicherzustellen, ver­pflichtet die Verordnung den Leiter, vor der Ent­scheidung über wichtige Angelegenheiten den Beirat zu hören. Der Beirat muß gehört werden vor Er­laß und Aenderung der Satzung und bei der Fest­stellung des Haushaltsplanes. Der Beirat hat ferner die Jahresrechnung abzunehmen. Soweit er die Abnahme verweigert, entscheidet die Aufsichtsbehörde. Der deutscheFuristentag 1936

Berlin, 28. April. (DNB.) Der Deutsche Juristenlag 19 3 6 beginnt Freitag, 15. Mai, abends, mit einem Empfang durch den Oberbürger­meister im Rathaus der Stadt Leipzig. Am 16. Mai vormittags wird die AusstellungDeutsches Recht" im Alten Rathaus eröffnet. Anschließend er­folgt die feierliche Eröffnung des Juristentages durch den Reichsführer der Deutschen Rechtsfront und des BNSDJ., Reichsminister Dr. Frank, in Anwesenheit des Stellvertreters des Führers, Reichsminister Heß. Für den Nachmittag sind Füh­rungen durch die Stadt, ein Presseempfang und kameradschaftliches Beisammensein vorgesehen.

Die Veranstaltungen des Sonntags, 17. Mai, be­ginnen am Vormittag mit einem Aufmarsch am Augustusplatz mit anschließender Großkundgebung auf dem Reichsgerichts-Platz. Redner sind Reichs­minister Dr. Goebbels und Reichsminister Dr. Frank.

Am Nachmittag finden wissenschaftliche Vorträge überDas Recht in der Wirtschaft", eine Großkund­gebungJugend und Recht" und ein Empfang der ausländischen Gäste des BNSDJ. durch Reichs­minister Dr. Frank statt.

Am Montag, 18. Mai, tagen die Reichsgruppen. Anschließend werden wissenschaftliche Vorträge über Rasse und Volk" gehalten. Diesen Tag beschließt ein Festkonzert im Gewandhaus und Festvorstel- Kingen im Opernhaus und im Alten Theater.

Am Dienstag, 19. Mai, wird die Tagung der Reichsgruppen fortgesetzt. Außerdem tagen' die Reichsfachschaften und Reichsberufsgruvpen in der Deutschen Rechtsfront. Es folgen wissenschaftliche Dorträge überRecht und Gemeinschaft" und Partei und Staat". Am Abend wird der Deutsche Juristentag geschlossen mit einer feierlichen Kund­gebung, auf der Reichsführer Reichsminister Dr. Frank die Schlußansprache halten wird.

Velgische Eindrücke in Warschau.

Warschau, 29. April. (DNB. Funkspr.) Der belgische Ministerpräsident und Außenminister van Zeel and erklärte am Dienstag vor seiner Ab­reise auf einem Empfang polnischer Journalisten u. a., man müsse in naher Zukunft die Elemente einer dauernden Lösung des Dramas finden, das sich in Europa abspiele. Polen und Bel­gien seien aus verschiedenen Gründen sozusagen auf paralleler Linie mehr als andere Staaten daran interessiert, daß diese Elemente der Lösung möglichst schnell und sicher gefunden werden. Weiter betonte Minister van Zeeland, daß der weitere Ausbau derwirtschaftlichenAn- naherung zwischen Polen und Belgien der Hauptgegenstand der Unterredungen gewesen sei, die er in Warschau mit dem Außenminister Beck und der polnischen Regierung gehabt habe.

Geheimnisse

um die amerikanischen Flottenmanöver.

Für die Geheimhaltung aller militärischen Einzel­heiten der großen amerikanischen Flottenmanöver, an denen insgesamt 450 Flugzeuge und 150 Kriegs­schiffe teilnehmen, sind besondere Maßnahmen ge­troffen worden, die sich nicht nur auf die Vernebe­lung der eigentlichen Manöverplätze beziehen. Be­kanntlich war schon im vergangenen Jahr das Ma­növergebiet in einem auffallend großen Umkreis von Sperrschiffen umgeben, die kein Schiff in die Kampfzone" hineinließen. Diesmal hat man sogar die Presse von der Berichterstattung ausgeschlossen, man hat verboten, daß die Mannschaften ihren An­gehörigen irgendwelche Nachrichten über die Ma­növer geben, hat ferner angeordnet, daß selbst der Funkverkehr zwischen der Flotte und dem Marine- Ministerium unterbleibt und hat schließlich unmittel­bar vor dem Auslaufen der Flotte sowohl Offi­zieren wie Mannschaften die Photoapparate abge­nommen.

König Fuad von Aegypten gestorben.

Kairo, 28. April. (DRV.) König Fuadl.von Aegypten ist heute um 13.40 Uhr gestorben.

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In Deutschland ist bekannt, daß König Fuad der Förderung der Wissenschaften und dem Ausbau der Geistesbeziehungen zu allen Ländern sein höch­stes Interesse zugewandt hat. Dies gilt namentlich auch für die Beziehungen zu Deutschland, die auch dadurch sich besonders herzlich gestalteten, daß beide Länder sich in wirtschaftlicher Beziehung auf das vorteilhafteste ergänzen. Deutschland hat in den letzten Jahren im ägyptischen Handel in bezug auf Ein- und Ausfuhr mit an der Spitze der mit Aegypten Handel treibenden Länder gestanden. Die Mitglieder der deutschen Kolonie in Aegypten hat­ten erst in den letzten Tagen Anlaß zu besonde­rem Danke gegenüber dem König für die großzügige

Unser Bild zeigt links den verstorbenen König Fuad von Aegypten, rechts den Thronfolger

Prinz Faruk. (Scherl-Bilderdienst-M.)

und erfolgreiche Hilfe, die bei den Hilfsmaßnahmen zur Auffindung des deutschen Gesandten v. Stohrer in der libyschen Wüste von ägyptischer ebenso wie von englischer Seite entfaltet worden ist.

Die innere Entwicklung Aegyptens ist durch den verstorbenen König auf das erfolgreichste gefördert worden. Besonders großes Interesse wandte er allen kulturellen Belangen seines Landes zu. Namentlich an der hygienischen Hebung des Landes hat er entscheidenden Anteil genommen. Auch der Säug­lingspflege und der Fürsorge für Mutter und Kind galt seine ständige Aufmerksamkeit. Schon als Prinz setzte er sich lebhaft für die Gründung einer ägyptischen Universität in Kairo ein. 1925 hatte er die Freude, diesen Wunsch verwirklicht zu sehen. Seine organisatorischen Leistungen auf dem Gebiete der Hygiene und der Medizin sind durch Verleihung des Ehrendoktorgrades zahlreicher europäischer Uni­versitäten anerkannt worden. So nahm er den ak­tivsten Anteil an den Arbeiten der ägyptischen land­wirtschaftlichen Gesellschaft, der Gartenbaugesell­schaft, der Entomologischen Gesellschaft, der Geo­graphischen Gesellschaft und vieler anderer kultu­reller Institute.

Die Nachfolge des verstorbenen Königs geht nach der ägyptischen Verfassung auf den am 11. Februar 1920 geborenen Prinzen Faruk, Emir von Said, über, der nach sorgfältigster Erziehung in Woolwich (England) seinen abschließenden Studien obliegt. Bis zu seiner Großjährigkeit wird verfassungsgemäß ein Regentschaftsrat für ihn die Geschäfte führen, dessen Zusammensetzung verfassungsgemäß vom ver­storbenen König testamentarisch festgelegt ist.

Der Tod des Königs fällt in eine sehr bewegte Zeit. Zur Zeit schweben Verhandlungen zwischen Aegypten und England, die eine endgültige Bereini­gung der beiderseitigen Beziehungen bringen sollen. Wenn es auch dem König nicht vergönnt war, deren Abschluß mitzuerleben, so kann doch der Hoffnung Ausdruck gegeben werden, daß die mit diesen Ver­handlungen angebahnte Entwicklung einen segens­reichen Abschluß finden möge, der auch seinerseits zur Gestaltung eines wahrhaften Friedens auch in diesem Teile der Welt beiträgt.

Auch in Deutschland wird das Hinscheiden des Königs mit tiefer und aufrichtiger Trauer emp­funden.

Das Beileid des Führet.

Berlin, 28. April. (DNB.) Nach Bekannt­werden des Ablebens Seiner Majestät König Fudads I. von Aegypten hat der Füh­rer und Reichskanzler dem jungen Kö­nig von Aegypten folgendes Beileidstele­gramm gesandt:

Die Nachricht vom Ableben Ew. Majestät er­lauchten Herrn Vaters, Seiner Majestät des Kö­nigs Fuad I. von Aegypten, hat mich aufrichtig be­trübt. Zugleich im Namen des deutschen Volkes bitte ich Ew. Majestät anläßlich des schweren Ver­lustes, den das königliche Haus und das ägyptische Volk erlitten haben, meine herzliche Anteilnahme entgegenzunehmen.

Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler."

Außerdem stattete im persönlichen Auftrag des Führers und Reichskanzlers heute nachmittag der Staatssekretär und Ehef der Präsidialkanzlei Dr. Meißner dem hiesigen königlich ägyptischen Ge­sandten NachLt Pascha einen Beileidsbesuch ab.

Als Zeichen der Trauer um den verstorbenen Herrscher haben die Präsidialkanzlei, die Reichs­kanzlei, das Auswärtige Amt und der Reichstag ihre Dienstflaggen für heute und morgen auf h a l b - mast gesetzt.

Beileid des engliWen Königs.

London, 28. April. (DNB.) König Edu- a r d VIII. übersandte dem Prinzen Faruk an­läßlich des Ablebens seines Vaters ein herzliches Beileidstelegramm. Gleichzeitig ließ er durch das 'Auswärtige Amt und den britischen Oberkommissar in Aegypten seine Anteilnahme den Amtsstellen übermitteln.

Roms Veileid.

Rom, 28. April. (DNB.) Der König von Italien und der italienische Regierungs- ch e s haben anläßlich des Todes von König Fuad herzlich gehaltene Beileidstelegramme abgesandt.

In ihren Nachrufen würdigt die römische Presse die Persönlichkeit des verstorbenen Toten, der, wie G i o r n a l e d ' I t a l i a" schreibt, unter zuweilen hochdramatischen Umständen die nationalen Forderungen des ägyptischen Volkes vertreten wollte und sich zugleich nach den Not­wendigkeiten und Interessen einer anderen Macht richten mußte. Die Geschichte werde einmal

anerkennen müssen, daß Aegypten unter König Fuad wirksame Fortschritte gemacht habe. In den Nachrufen wird ferner an die engen geistigen Beziehungen erinnert, die den verstorbenen König mit Italien, dessen Sprache ihm voll­kommen geläufig war, von Jugend an verbunden haben.

Französische Nachrufe.

Paris, 29. April. (DNB. Funkspr.) Die fran­zösische Presse widmet dem verstorbenen ägypti­schen König ehrende Nachrufe.

DerPetit P a r i s i e n" schreibt, daß König Fuad I. ein sehr kluger und gebildeter Mann ge­wesen sei, der sein Volk der westlichen Kultur aufgeschlossen habe. Er selbst soll einmal geäußert haben:Ich bin ein europäischer König und nicht ein Satrap des Orients". Ihm müsse Aegypten einen großen Teil seiner ungeahn­ten Blüte verdanken. Seiner Persönlichkeit sei es allein zuzuschreiben, daß sich enge Bande zwischen dem antiken Land der Pharaonen und den mo­dernen Staaten geknüpft hätten. Durch seine Aus­stellungen und durch seine Unterstützung, die er allen Wissenschaftlern und Geschichtsforschern ange­deihen ließ, verdiene Fuad geradezu den Titel eines Ludwig XIV. von Aegypten".

DerAmi du Peuple" hebt seinen langen Kampf hervor, den er für die Unabhängig­keit Aegyptens geführt habe.

DerF i g a r o" lobt die ruhige Festigkeit des Herrschers und seine Klarsichtigkeit. König Fuad sei es, dank seiner wachsamen und geschickten Diploma- tte, möglich gewesen, allen Intrigen die Stirn zu bieten, die Ungeduldigen zu bezähmen und vor allen Dingen seinem Lande eine gewisse politische Autonomie zu sichern.

Wien, 28. April. (DNB.) Die amtliche Nach­richtenstelle in Wien beginnt jetzt mit der Ausgabe der schon besprochenen Listen der von der Le­be n s v e r s i ch e r u n g s g e s e l l s ch a f t Phö­nix bestochenen Personen. In der amt­lichen Mitteilung heißt es:

Die in der Öffentlichkeit viel genannte Liste wurde bei der Direktion der Lebensversicherungsge­sellschaft Phönix vorgefunden und befindet sich in den Händen der Behörden.

Es handelt sich hierbei um eine Liste, bestehend aus 24 Männern, die lückenlos vom Januar 1931 bis zum 17. Februar 1936 geführt wurden. Die Gesamtsumme der darin verzeichneten Be­träge beläuft sich auf 2 814 000 Schilling und 7000 tschechische Kronen.

Von dem in der Liste enthaltenen Gesamtbetrag entfallen 600 000 Schilling aus Renumerattonen, Aushilfen und Zuwendungen für Wohlfahrtszwecke an Angestellte der Lebensversicherunqsgesellschaft. Für Pressezwecke wurden ausgegeben 1 098 000 Schilling. Don diesem Betrag entfallen 635 000 Schilling an den Herausgeber derSonn- und Montagszeitung", Ernst K l e b i n d e r (Jude). Der verbleibende Betrag verteilt sich auf 5 Jahre und auf mehrere Blätter, unter denen sich keine führende Tageszeitung Oesterreichs befindet.

Ein Betrag von 15 495 Schilling wurde als Darlehen an vier öffentliche Beamte ausgewie­sen. Das Disziplinarverfahren wurde gegen diese Beamten eingeleitet. Ein Betrag von 94 329 Schilling ist auf die Guthabenchiffre 0 einge­tragen. hierbei liegt der Verdacht vor, daß es sich um eine Summe handelt, die dem Leiter der staatlichen Aufsichtsbehörde über das Ver­sicherungswesen, Sektionschef O ch s n e r, zuge­kommen ist. Der Jüdische Rational­fonds erhielt 500 000 Schilling. Die erwähnte Liste weist einen weiteren Betrag von 3500 Schilling für jüdisch-nationale Zwecke auf.

In der amtlichen Verlautbarung wird dann be­hauptet, daß auch an einen angeblichen National­sozialisten namens Willi V a ch m n n n über 400 000 Schilling gegeben worden seien. (Ein solcher Willi Bachmann war bislang in Wien gänzlich unbekannt. Die Schriftleitung.)

Die Liste fährt dann fort, die Pfriemer- Heimwehr (Dr. P f r i e m e r war seinerzeit zweiter Bundesleiter der Oesterreichischen Heimweh­ren und hat später die sog. Steyerische Heimwehr gegründet. Die Schriftleitung) erscheine unter den Geldempfängern in der Zeit vom 3. April 1931 bis 27. Juli 1932 mit 18 000 Schilling. Der Land- b u n d erscheint in der Liste mit dem Betrag von 192800 Schilling. Die Sozialdemokratische Technische Union erhielt ein Darlehen von 300 000 Schilling. Zu Händen Dr. Rintelens ist ausgewiesen ein Betrag von 13 000 Schilling sowie ein weiterer Betrag von 95 000, der ihm im Jahre 1932 von der Kompaß-Bank zugegangen ist. Ein Betrag von vier bis fünf Millionen Schilling, der sich nach den bisherigen Erhebungen etwas er­höhen dürfte, wurde nach den vorgefundenen Be­legen für außerordentliche Ausgaben in Prag verwendet.

In der amtlichen Verlautbarung folgen dann die Hamen von Personen, die öffentliche A e m t e r bekleiden. Es wird feflgesiellt, daß im Zusammenhang mit der Phönix-Angelegen­heit der Präsident der Bundesbahnen, General der Infanterie V a u g o i n , der bekannte hei- matschuhführer Staatsrat E o r e t h , der Staats­rat und ehemalige Landesverteidigungsminister Generaloberst Fürst' Schönburg-Har­te n ft e i n, der Landesleiter der vaterländi­schen Front in Wien, Oberstleutnant a. D. S ei­fer f, und schließlich der Präsident der öster­reichischen Verkehrswerbung, Mitglied des Bun- deswirtichaftsrates, Dr. S t r a f e l l a, ihre öffentlichen Aemler niedergelegk haben.

Hinsichtlich der Beträge, die an Organisationen gegeben wurden, enthält die amtliche Verlaut­barungsliste folgende Posten: Der Reichsbund derOe st erreichet (monarchisttsche Organisation) erhielt nach der Verlautbarung im ganzen 9000 Schilling, die O st märkischen Sturm scharen 2000 Schilling und die inzwischen aufgelöste Groß- deutsche Volks Partei 47 000' Schilling als Provision für eine Kollektivversicherung.

Besorgnis in England.

London, 29. April. (DNB. Funkspruch.) Noä dem Tode König Fuads sieht man in ßonbo, der politischen Zukunft Aegyptens mit einiger Besorgnis entgegen. Die der Regjx, rung nahestehenden Blätter sind der Ansicht, bai es König Fuad dank seiner starken diplomatische Fähigkeiten gelungen sei, die innenpolitische Stabilj, töt Aegyptens aufrechtzuerhalten und die nativ, nalistische englandfeindliche Wafd< p a r t e i an der Machtergreifung zu verhindern, ob. wohl er keineswegs ein Freund Englands gewesen sei

Daily Telegraph" weist auf die bevor, stehenden ägyptischen Parlamentswah. l e n hin, in denen eine Mehrheit für die Wafdpartei gesichert sei, bevor der Regent: schaftsrat überhaupt Gelegenheit haben werde, sich umzusehen. Angesichts der zur Zeit im Gange be­findlichen Verhandlungen für ein neues englisch­ägyptisches Abkommen fei diese Aussicht beunruhi­gend. Man wisse, daß der ägyptische Natio­nalismus nicht zu Kompromissen be. reit sei. Kompromisse seien jedoch in der gegenmär. tigen Lage unbedingt erforderlich. Der gutr Wille Englands fei vorhanden, wenn das! ägyptische Kabinett davon Gebrauch machen roolle

Die,M o r n i n g P o ft" ermahnt den jungen König Faruk, daß den Interessen Aegypten- auf seinem Thron am besten durch eine enge unb freundschaftliche Verständigung mit England gedient würde.

Nach Pressemeldungen soll König Faruk be. absichtigen, nach seinem Aufenthalt in Aegypten und nach der Einsetzung des Regentschastsrate, wieder nach London zurückzukehren, um seine- militärischen Studien zu vollenden.

Der Heimatschutz hatte für alle seine Ange« hörigen in allen Bundesländern eine kollektive Um fallversicherung abgeschlossen, wofür ihm ein Regie, kostenbeitrag für die Durchführung dieser Versiche­rung in Höhe von 5000 Schilling monatlich ausge- zahlt wurde. Die Summe dieser Vergütungen be­trägt 95 000 Schilling.

Es ist noch vieles unklar.

Der Eindruck der nunmehr veröffentlichten amt­lichen Liste der durch den Phönix-Skandal belaste. : ten Persönlichkeiten ist in hiesigen ausländischen Kreisen unbefriedigend. Man glaubt, daß nicht alles m i t g e t e i 11 wurde, was zur völligen Aufklärung hätte gesagt werden können. Selbst wenn man nur die amtliche Liste zur Beurteilung heranziehen und nicht die sich mit zäher Hartnäckig, feit erhaltenden Gerüchte und inoffiziel­len L i st e n , so blieben, wie betont wird, ver> schiedene unaufgeklärte Punkte. Z. B. fei bei den Angaben der für die Presse verausgabten Be- träge über eine Summe von rund 460 000 Schilling nichts Genaueres gefaat. Auch vermisse man die Namen der vier öffentlichen Beamten, die ein Darlehen bekommen hätten. Für noch nicht geklärt hält man auch den Posten von rund 100 000 Schilling, der auf KontoO" gegangen sei, unb wobei lediglich die Vermutung ausgesprochen werde, daß Sekttonschef O ch s n e r diese bekommen habe.

Als ganz bedenklich betrachtet man den angeb­lichen Posten für dieNationalsozialisten", lieber 400 000 Schilling soll ein Bachmann bekommen haben, der nach dem amtlichen Bericht Devisen- und Häuseragent war. Was dazu führte, diesen Mann als Nationalsozialisten zu bezeichnen, ist nicht bekannt. Selbst die amtliche Mitteilung deutet übrigens an, daß es sich hier möglicherweise um rechtmäßige Provisionen handelte.

Ein Nationalsozialist Bachmann ist jedenfalls in Wien nirgends bekannt. Bei denNatio- nalsozialisten", die darüber hinaus 64 000 Schilling bekommen haben sollen, sind seltsamerweise die Namen verschwiegen. Ferner vermißt man genaue Angaben darüber, wer dienamhaften, zum Teil unsichtbaren Darlehen zu niedrigem Zins- fuß" von den Mitgliedern des ehemaligen Land­bundes erhielt. Keine Klarheit gewinnt man auch aus den 4 bis 5 Millionenaußerordentlichen Aus­gaben in Prag". Als auffällig werden die Beträge angesehen, die für die O st märkischen Sturm­scharen ausgewiesen sind, nachdem politisch weit weniger wichtige Drganifationen weitaus höhere Beträge bekommen haben.

Nachzutragen wäre noch, daß der Landesleitek der Vaterländischen Front in Wien, Oberstleutnant Seifert, seit Oktober 1934 monatliche Zu­wendungen in Höhe von 300 und später von 400 Schilling erhalten hat. Er will die Beträge zur Unterstützung notleidender Kameraden verwendet haben.

Echo in Belgrad.

® e.1.3 r a b, 29 2Iprit. (DNB. Funkspruch., Di- m - ° 1 * E a.. sich Mit der gestrigen amtlichen Wiener Veröffentlichung über Verbände, die von nrr' llu h o " i k" Zuwendungen erhielten. Das Blatt bezeichnet es als Ueberrafchung, daß entgegen ÜOh Regierungskreisen früher gemachten Andeutun­gen m äer amtlichen Liste zwar zahlreiche regte* rungsseindliche Bewegungen und Personen, aber nur einige zum Regime gehörende Persönlichkeiten mit ganz geringen Summen genannt werden. Der 06^01*6116 Dr. Berliner, so sagt das Blatt ironisch habe also großes Glück gehabt, daß er red}t3eitig gestorben sei, da er nach diesen Enthül- lungen olelleicht nicht nur wegen der Unregelmäßig*

bei "Phöiiik", sondern auch wegen Un­terstützung illegaler Bewegungen und Organisatio* nen angeklagt worden wäre.

Starke Veachtuug in London.

London, 29. April. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblatter berichten in großer Aufmachung über die Enthüllungen der österreichischen Regie* rung im Zusammenhang mit dem Phönix-Skandal. Dte Tatsache, daß führende politische Per* sonlichkeiten Oesterreichs Bestechungs­geldervon der Phönix erhielten, wird besonders hervorgehoben.Daily H e r a l d" meldet, daß mit einer K r i s e in der österreichischen Innenpolitik zu rechnen fei. Jedermann itt Oesterreich frage sich, ob die Heimwehr unteX

Die Phönix-Korruption in Oesterreich.

Ein amtlicher Nachweis über die umfangreichen Bestechungen.

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