Die Vorbereitung der zweiten Wahl in Krankreich.
Nie Kommunisten triumphieren in der Volksfront.
Paris, 29. April. (DNB.-Funkspruch). Am Dienstagabend tagten die verschiedenen Wahlausschüsse der Links- und Rechtsparteien, ebenso die gemeinsamen Wahlausschüsse der in der Volksfront zusammengeschlossenen Parteigruppen, um über die Kandidaturen für den zweiten Wahlgang Beschluß zu fassen.
Wie aus den in der französischen Presse veröffentlichten Berichten der drei großen in der Volksfront zusammengeschlossenen Parteien hervorgeht, scheint die Wahldisziplin der Marxisten in vollem Umfange gesichert zu sein. U. a. heißt es:
Die radikalsozialistische, die sozialistische und die kommunistische Partei hoffen gemein- f a m, daß der Sieg der Parteien der Volks- sammlung nach dem zweiten Wahlgang noch bedeutender sein werde, lleberall dort, wo die Stimmen der Linkswähler auf die Flamen verschiedener Kandidaten die Volkssamm- lungsfront verteilt gewesen sind, müssen sie sich für die Stichwahl auf denjenigen der Kandidaten vereinigen, der im e r st e n Wahlgang die meisten Stimmen erzielte.
Unterzeichnet ist dieser Aufruf von D a l a d i e r, dem Vorsitzenden der radikalsozialistischen Partei, während eigenartigerweise für die fozialistische Partei nicht der Parteiführer L6on Blum, sondern der stellvertretende Generalsekretär S e v e r a c und gleichfalls für die kommunistische Partei nicht der Kommunistenführer C a ch i n, sondern der Generalsekretär T h o r e z unterzeichnet haben.
Außerdem haben die Kommunisten und die Sozialisten noch einen gesonderten Aufruf ihres gemeinsamen Wahlausschusses an die Wählerschaft erlassen, in dem zunächst der Freude Ausdruck gegeben wird über den „großartigen Erfolg der beiden Parteien und damit der Gemeinschaft der Kräfte des Friedens und der Freiheit". Der Aufruf schließt: „So werden die Hoffnungen des Volkes dieses Landes sich verwirklichen, das sich von der Krise und dem Elend und den Gefahren befreien will, die die Reaktion dem Frieden und der Freiheit bringt."
Die Tatsache, daß bei der Stichwahl die Abmachungen der Volksfront, d. y. sämtlicher Parteien der Linken, endgültig in Kraft treten sollen und daß in jedem Wahlbezirk die weniger aussichtsreichen Kandidaten der Volksfront verzichten oder von ihren Parteien selbst zurückgezogen werden, beschäftigt am Mittwochmorgen die Pariser Frühpresse.
Der rechtsstehende „9 o u r" ist der Ansicht, daß es außerordentlich zu bedauern sei, daß der im ersten Wahlgang nicht durchgekommene Bürgermeister von Lyon und Ehrenvorsitzende der Radikalsozialistischen Partei, Herriot, doch den Entschluß gefaßt habe, sich mit Hilfe der Sozialisten u n d K o m m u n i st en in die neue Kammer wählen zu lassen. Mit diesem Entschluß mache er
alle Hoffnungen auf eine nationale Gruppe innerhalb der Radikalsozialistischen Partei zunichte,
die im Verlaufe der letzten Wochen aufgekommen seien, da Herriot scharf gegen eine Reihe von Grundsätzen der Volksfront vor dem ersten Wahlgang aufgetreten sei.
Das „Echo de Paris" ist der Ansicht, daß der automatische Verzicht innerhalb der Volksfront zugunsten des aussichtsreichsten Kandidaten sich praktisch nur auf Ko st en der gemäßigteren Parteien der Volksfront auswirken werde. Alle Hoffnung sei daher für den zweiten Wahlgang verloren.
Der „Petit Parisi en" stellt mit Bedauern
Im Sitzungssaal des Schatzamtes richtete Dr. Ley herzliche Begrüßungsworte an Minister Rossoni und wies darauf hin, daß es ihm bekannt sei, welchen außerordentlichen Anteil Rossoni an der Gewinnung der italienischen Arbeiterschaft gehabt habe. Beiden Regierungsformen — dem Faschismus und dem Nationalsozialismus — sei es gelungen, das Volk durch Vernunft zu gewinnen. Er hoffe, daß der Minister während feines Aufenthaltes in Deutschland recht oft Gelegenheit finden werde, mit den schaffenden deutschen Menschen in Berührung zu kommen. Dr. Ley schloß seine Ausführungen mit einem Sieg-Heil auf Seine Majestät den König von Italien und auf den Duce. Minister R o s s o n t wies nach herzlichen Dankesworten auf die gleichlaufenden Bestrebungen Italiens und Deutschlands hin und hob besonders hervor, daß beide Länder im Kampf gegen den Bolschewismus verbunden seien. Er schloß seine Ausführungen mit einem Gruß an die Führer des neuen Deutschland. Anschließend besichtigte Minister Rossoni die Einrichtungen des Schatzamtes und ließ sich den Aufbau und die Leistungen der Deutschen Arbeitsfront eingehend erläutern.
Der italienische Landwirtschaftsminister Edmondo Rossoni stattete am Dienstag Reichserziehungsminister R u st seinen Besuch ab.
Der Präsident der Akademie für Deutsches Recht, Reichsminister Dr. Frank, dessen kürzlicher Besuch in Italien erfolgreich die deutsch-italienischen Kulturbeziehungen gefördert hat, gab am Dienstagabend in den Räumen der Akademie für Deutsches
fest, daß das Inkrafttreten der Dolksfrontbestim- mungen für den zweiten Wahlgang ein außerordentliches Anwachsen der Vertreter der Zweiten und Dritten Internationale in der neuen Kammer zur Folge haben werde. Die radikalsozialistischen Blätter sind sich in der Beurteilung der Lage nicht ganz einig.
Die Blätter der Zweiten und der Dritten Internationale, der „P o p u l a i r e" und die „H u - m a n i t e", unterstreichen beide bereits den nach ihrer Ansicht feststehenden Sieg der Linksparteien am kommenden Sonntag.
Wie ein Wann würden die Sozialisten und Kommunisten der Wahlparole der Volksfront Folge leisten und über die reaktionäre und faschistische Rechte der Kammer einen Sieg davontragen, der ihnen eine Wehrheit von
70 Sitzen bringen werde.
Die Volksfront, so schreibt das „Journal des D e b a t s", werde nicht mehr von den Radikalsozialisten oder den Sozialisten geleitet, sondern von den K o m m u n i st e n, die ihrerseits vom Willen und der Organisation der Dritten Internationale beherrscht würden.
Die kommunistischen Kandidaten, die heute Frankreich das Glück versprächen, würden morgen Moskau gehorchen.
Der „T e m p s" erklärt ebenfalls, die eigentliche Gefahr für Frankreich bestehe darin, daß
Recht einen Empfang zu Ehren von Exzellenz Rossoni. In der Begleitung des Ministers befanden sich der italienische Botschafter A t t o l i c o und Frau A t t o l i c o , der Botschaftsrat Marchese Diana und Marchesa Diana, sowie der Botschaftsrat Graf Magistrati. Dem Empfang wohnten ferner bei Reichsernährungsminister Darr 6, außerordentlicher Bevollmächtige!: und Botschafter von Ribbentrop mit Gattin, sowie der stellvertretende Präsident der Akademie für Deutsches Recht, Geheimrat Professor Dr. Kis ch.
Erlaß über die Errichtung des Reichssportamies.
Berlin, 29. April. (DNB. Funkspruch.) Im Reichsgesetzblatt wird folgender Erlaß des Führers und Reichskanzlers veröffentlicht:
„Zur Bearbeitung aller Sportfragen wird im Geschäftsbereich des Reichsministers des Innern ein Reichssportamt errichtet. Der Leiter dieser Behörde führt die Bezeichnung Reichssportführer.
Mit der Durchführung des Erlasses, besonders der Abgrenzung der Zuständigkeit des Reichssportamtes, beauftrage ich den Reichsminister des Innern.
Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler.
Der Reichsminister des Innern Frick."
es ausländischen Einflüssen ausge» liefert werde. Die Kommunistische Partei führe die Befehle Moskaus aus. Wenn die Kommunisten sich jetzt vaterländisch und sogar militärisch gebärdeten und wenn sie die Trikolore grüßten, so sei das nur ein Grund mehr zum Mißtrauen. Die nationalen Republikaner Frankreichs müßten daher am Sonntag nur für französische Patrioten stimmen und sich gegen die internationalistischen Sozialisten und Kommunisten aussprechen.
Herriot kandidiert.
Begünstigung durch die Kommunisten.
Paris, 28. April. (DNB.) Herriot hat sich entschlossen, seine Kandidatur zur Abgeordnetenwahl in Lyon auch im zweiten Wahlgang aufrechtzuerhalten. Der örtliche kommunistische Wahlausschuß hat beschlossen, gemäß der Wahlabmachung der Volksfront, den k o m m u n i st i s ch e n Bewerber in Herriots Wahlkreis zugunsten Her- riots aus der Stichwahl zurückzuziehen
Das „Echo de Paris" begleitet den Entschluß Herriots, sich für den zweiten Wahlgang als Kandidaten aufstellen zu lassen, mit ironischen Bemerkungen. Herriot nehme also, so schreibt das Blatt, die 1100 Stimmen, die ihm die K o m m u -
Or. $ricf zeichnet für das Oankopfer.
Berlin, 28. April. (DNB.) Der Reichsminister des Innern und Reichsleiter Dr. Wilhelm Frick zeichnete sich am Dienstagmittag für das D a n k - opfer der Nation ein. Reichsminister Frick wurde von Obergruppenführer von Jagow, Brigadeführer Schwarz, sowie vom Sturmführer empfangen und begrüßte seinerseits in einer kurzen Ansprache den angetretenen Sturm und die Angehörigen des von Kommunisten ermordeten SA.-Mannes Hans Steinberg. Beim Verlassen des Sturmlokals wurde der Minister von der Menge, die sich inzwischen angesammelt hatte, herzlich begrüßt.
Oer Fragebogen im Entwurf fertiggestellt.
London, 28. April. (DNB.) Wie verlautet, hat bas englische Auswärtige Amt den Fragebogen an Deutschland im Entwurf fertiggestellt.
Wie verlautet, hat die belgische Regierung durch ihren Botschafter am Montag keine besonderen Wünsche bezüglich des Fragebogens vortragen lassen. Sie überläßt es der britischen Regierung, die Fragen nach ihrem Ermessen zu stellen.
Oer Völkerbund in Mißkredit.
,7lid)f mehr ein Bund der Völker."
London, 29. April. (DRV. Funkspruch.) Der konservative Lord Queensborough Hal sein Amt als Schatzmeister und Finanzvorsihender des englischen V ö l k e r b u n d s verbandes überraschend niedergelegt. (Er begründet seinen Rücktritt in einem Schreiben mit den Worten: „Der Völkerbund ist. wie ich jetzt erkenne, nicht mehr ein Bund der Völker. Ich kann im Augenblick nicht sehen, daß er als ein wirksames Friedenswerkzeug arbeiten kann."
Der Rücktritt Lord Oueensboroughs von seiner führenden Stellung im Völkerbundsverband hat in London beträckstl^ s Aufsehen erregt Die Völkerbunds- und onsfeindlichen kreise betrachten diese Tat' ’ als einen neuen Beweis dafür, daß das gegenwärtige Völkerbund s- f y st e m und die Sanktionspolitik Schiffbruch erlitten haben.
Kein Aufgeben des Kollektivsystem-Gedankens.
London, 29. April. (DNB.) Der Abgeordnete Mander fragte am Dienstag im Unterhaus, ob die Regierung es nicht für zweckmäßig halte, der französischen Regierung mitzuteilen, daß Großbritannien, falls Frankreich nicht bereit sei, wirksam an einer Unterdrückung des italienischen Angriffes in Abessinien mitzuarbeiten, nicht bereit sei, ein kollektives S y st e m aufrechtzuerhalten, das nur in Einzelfällen arbeite, und daß Großbritannien daher den Völkerbund verlassen und die Locarnoabmachungen kündigen werde. Lord Cranborne verwies darauf, daß diese Frage bereits einmal beantwortet worden sei, und zwar ablehnend. Mander gab sich jedoch hiermit nicht zufrieden. Er wies darauf hin, daß die von ihm vertretene Ansicht von der
großen Mehrheit des britischen Volkes gebilligt werde, was zu stürmischen Rufen: „Nein! Nein!" im Unterhaus führte.
Die Arbeiterpartei hat den Antrag gestellt, am nächsten Dienstag im Unterhaus eine allgemeine Aussprache über die auswärtigen Angelegenheiten stattfinden zu lassen. Dem Antrag wird voraussichtlich stattgegeben werden.
Die Mutmahuncren um Hoare.
London, 28. April. (DNB.) Die Vermutung, daß Sir Samuel Hoare demnächst in der Eigenschaft als Er st er Lord der Admiralität in das Kabinett zurückkehren wird, findet in der Oppositionspresse eine unfreundliche Aufnahme. „Daily Herald" schreibt in einem Leitaufsatz, Hoare sei unerwünscht, weil er das „Verbrechen" des Pariser Friedensplanes niemals zugegeben oder bereut habe. Er glaube immer noch, daß er im Recht gewesen sei, und würde dasselbe noch einmal wiederholen. Seine Wiederaufnahme ins Kabinett wäre ein neuer und ebenso schwerer Schlag für den Namen Englands, wie der Hoare-Laval-Plan.
Die übrigen Blätter halten, obwohl eine amtliche Bestätigung noch nicht vorliegt, an der Annahme fest, daß Hoare demnächst ins Kabinett zurückgerufen würde.
Für China.
Genf, 29. April. (DNB.) Der Ausschuß für die Zusammensetzung des Völkerbundsrates beschloß die Schaffung eines elften nichtständigen Ratssitzes oorzuschlagen, der, vorbehaltlich der Zustimmung der Völkerbundsoersammlung, China zugeteilt werden soll. Außerdem wurde die Beibehaltung des im Jahre 1933 geschaffenen 10. nichtständigen Sitzes, den zur Zeit Portu- g a l innehat, beschlossen, wobei an die Möglichkeit gedacht wurde, ihn im September einem der baltischen Staaten zuzuteilen.
100 Erstes Blatt
186. Jahrgang
Mittwoch, 29. April 1956
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Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Aprilia.
Don unserem E.-Äerichterstatter.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
Rom, 25. April.
3m Gebiet der einstigen Pontinischen Sümpfe ist am 25. April, gleichsam zur Nachfeier des Geburtstages von Rom, von Mussolini feierlich bü Grundsteinlegung von Aprilia vorgenommen werden. Nach Littoria, Sabaudia und Pontinia ist bÜ5 im Wandel von kaum vier Jahren die vierte Sirdlung in dem mit der Trockenlegung neu gewon- ntien Ackerland Agro Pontino. Die Besiedlung utD damit der Anbau von rund 600 Quadratkilo- m-ter fruchtbaren Bodens wird Übers Jahr so gut wir abgeschlossen sein.
Die neue Stadt entsteht an der Straße, die von Rim nach dem nahe gelegenen kleinen Hasen und Sebad A n z i o führt. An der Bahnstrecke Rom— Lllzio soll auch die Bahnstation von Aprilia liegen. Dir Bodensläche für die neue Siedlung ist zunächst mit 30 Hektar angesetzt. Für diesen Siedlungskern wird mit einer Einwohnerzahl von 3000 gerechnet. Dir Stadtplan wurde von einem Schiedsrichteraus- lckuh bei einem Wettbewerb junger italienischer Architekten ausgewählt. Die Pläne mit der Gliederung der Plätze, der baumbestandenen Straßen utb der Verteilung der Haupt- und Amtsgebäude: Kirche, Rathaus, Haus des Fascio, Volksschule, Kaseine der Carabinieri usw. sind aufs genaueste aus- garbeitet. Das Stadtbild der „Frühlingsstadt" soll elmso wie Littoria, Sabaudia und Pontinia den -ist des faschistischen Italien in lebendiger Form 3i n Ausdruck bringen: einfache, klare Linien, über- siatliche Anlagen, ein-, höchstens zweistöckige, flach- dcchige Häuser; auch die Amtsgebäude schlicht, ohne seien überflüssigen „Schmuck", organisch zweckentsprechende und darum schöne Architektur. Die Pläne wrden sofort durchgeführt, so daß man binnen Jahresfrist schon in jenem Gebiet die junge Stadt, bfl5 neue Verwaltungs- und Siedlunaszentrum fin- ben wird, wo bis vor kurzem Krankheit und Fie- birtod unumstritten geherrscht haben.
Schon die düsteren Namen der einst hier ver- ftieut liegenden Gehöfte und Niederlassungen: Stein- ksipferfeld, „Tote Frau", Totenfeld usw. erinnern q- das Grauen und Unheil, dem einst der einsame Wanderer in diesem Sumpfgelände begegnete. Bis Mit zurück ist dieser Landstrich verbunden mit -linklen Blättern der italienischen Geschichte. Hier
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zionlfurt am Main 11686 vru« und Verlag: vruhl sche Universitats-Vuch- und Steindruckerel R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Mengenabschlüsse Staffel B
c-Kiaffe ’r in dem -(befett ließ ! o o b s auf 1,497 km/st )b.
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sand im Jahre 1482 die siegreiche Schlacht Roberts rcn Malatesta gegen den Herzog von Calabrien stctt, die Rom vor der Plünderung rettete. Der liihne Condottiere des Papstes, Malatesta, sollte jedoch die Früchte seines Sieges nicht genießen. Zchn Tage nach der Schlacht starben er und viele lener Soldaten den rühmlosen Fiebertod. In den Nächten, die sie in der malariaverseuchten Gegend in Freien zugebracht hatten, war ihr Blut vergiftet warben.
Aus jüngerer Zeit ist das Grab des ältesten Lahnes des italienischen Nationalhelden Garibaldi, M e n o 11 i, den Nachfahren weniger ein „memento mori“ als vielmehr ein: „Gedenke zu leben und zu schaffen!" Der Sohn Garibaldis hatte selbst in dieser Gegend Siedlungsversuche gemacht und starb als Opfer der Malaria. Er wollte in dem von ihm geliebten Boden auch begraben sein. Sein Grabmal sollte den späteren Geschlechtern ein Mahnruf und Ansporn sein, dies Land von seinem düsteren Fluch zu befreien und ihm die alte Fruchtbarkeit wiederzugeben. In der Tat zeugen die einer sagenhaften Vorzeit angehörenden Ruinen des antiken „Satrico" (oon Satur, Saturicum oppidum, Stadt in fruchtbarem Land) von einem einstigen Reichtum des Bodens. So kehrt auch hier das faschistische Italien zur Stätte der Väter zurück und es mag auch für spätere Zeiten geschichtlich nicht ohne Reiz sein, zu beachten, wie dieser Mahnruf aus dem Munde eines Garibaldi in Mussolini seine Erfüllung gesunden hat.
Nach altrömischem Brauch hat Mussolini bei der 0rünbung von Aprilia mit eigener Hand die Pflugschar geführt, die rings um die neue Siedlung die Scholle aufreißen und damit die Grenzen der neuen (gemeinde in den fruchtbaren Boden eingraben sollte. Freilich geschah das nicht-etwa mit einem antiken Museumsgerät, sondern mit einem hochmodernen Pflug, um auch so altes Brauchtum mit bem tätigen Leben der Gegenwart zu verbinden.
Als Verbindungs- und Knotenpunkt zwischen den wieder fruchtbar gemachten Gebieten im Norden von Rom und denen im Süden der italienischen Hauptstadt wird Aprilia im Lauf der Jahre sicher noch besondere Bedeutung zukommen. Es liegt Rom am nächsten, ungefähr auf der Mitte des dem Sumpf entrissenen unb wieder urbar gemachten Landstriches, der sich von Grosseto im Norden bis herab nach Paestum-Salerno ifn Süden erstreckt unb im Altertum eine fast ununterbrochene Kette oon prunkvollen Lanbsitzen bes kaiserlichen Rom gebildet hat. Nach anberthald Jahrtausenden wird hier wieder blühendes Acker- und Weideland entstehen. Frohe Menschen werden hier wieder bauen, wider säen und ernten, werden Handel und IHan« bei wieder zum Aufblühen bringen und damit das alte Wort vom „Garten Italien" und „bas neue Wort vom „Krieg, den wir bevorzugen nämlich ben friedlichen Krieg gegen die widrigen Elemente, immer wahrer machen als lebendiges Zeugnis des soschistischen Italien.
Oer italienischeMinisterbesuch inBerlin.
Berlin, 28. April. (DNB.) Der italienische Landwirtschaftsminister Rossoni, der zu einem Utägigen Aufenthalt in Deutschland weilt, besuchte am Dienstagnachmittag in Begleitung des italienischen Generalkonsuls S c a r p a das Gebäude des Schatzamtes der Deutschen Arbeitsfront.


