Wirtschaft.
Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviebaiarkt. Die Nachfrage nach Rindern war in der abgelaufenen Woche nahezu stürmisch. Die vorhandenen 689 (769) Stück Großvieh waren bereits kurz nach Marktbeginn ausverkauft: da auch die Qualität im ganzen gut war, vermochten sich die Preise in sich weiter zu festigen. Bei Kühen zogen sie innerhalb der einzelnen Gewichtsklassen um 2 RM. an. Ochsen, Bullen und nahezu alle Färsen erzielten einheitlich 43 RM., Kühe notierten mit 26—43 gegen 24 bis 43 RM. Ab 1. März ist eine bessere Abgrenzung der einzelnen Qualitäten vorgesehen, auch sollen die Zufuhren — genau wie bei Schweinen — zugeteilt werden, um den Bedarf gleichmäßig au versorgen, was sich am Schweinemarkt bisher sehr gut bewährt hat.
Als gerechter Ausgleich kann es betrachtet werden, daß die Zufuhren an Schweinen eine starke Zunahme, nämlich auf 3847 (3346) erfahren haben. Die Qualität war mitunter nur mittel bis gering, überwiegend konnte sie aber befriedigen. Bei unveränderten Preisen wurde zugeteilt.
Das Geschäft in Kalbfleisch blieb trotz des Monatsendes befriedigend, so daß die 1054 (1090) an- gebotenen Kälber bei mittelmäßigem Geschäftsgang und bei etwas anziehenden Preisen geräumt wurden.
Dagegen war der Absatz für Schafe trotz merklicher Verminderung der Zufuhr auf 100 (206) Stück sehr ruhig, die Preise bröckelten etwa 1—2 RM. ab.
Wochenbericht
vom frankfurter Produktenmarkt.
Auf den südwestdeutschen Märkten war das Angebot in Weizen umfangreich. Die Mühlen, die sich bereits für Februar und März ausreichend ein- geoeckt hatten, sorgen schon für die Monate April und Mai vor, nehmen jedoch möglichst nur gute Qualitäten. Für die schwächere Aufnahmeneigung spricht einmal die wieder nur kleinen Vermahlungsquoten, zum andern das zu wünschen übrig lassende Mehlgeschäft mit; auch haben die Müller noch erhebliche Lagerbestände Infolgedessen des starken Angebots mußten die Forderungen auf den Mühlenfestpreis zurückgesetzt werden, so daß die erhöhte Handelsspanne kaum mehr in Frage kommt. Für Weizen aus Pommern und Mecklenburg gingen die Forderungen unter den Mühlenfestpreis zurück, doch kam es hierin kaum zu Abschlüssen. Anders ist die Laye bei Roggen. Nur die günstig gelegenen Mühlen, besonders an den Wasserstraßen, konnten sich ausreichend eindecken, während die frachtungünstig gelegenen Betriebe Mühe hatten, ihren Bedarf zu erhalten, wobei sie oft die erhöhte Handelsspanne von 6 RM. je Tonne bewilligen mußten. Kontingentfreies Brotgetreide, insbesondere Roggen, wurde sehr zu kaufen gesucht, war aber kaum erhältlich.
Das Geschäft in Braugerste bleibt beendet. Nur feine, eiweißarme Sorten finden zu behaupteten Preisen hin und wieder Interesse. Jnduftrie- gerste war nur wenig angeboten, ferner fehlen weiterhin Zufuhren von Futtergerste; der Verbrauch begnügt sich meist mit Gerstenmehl
Der Hafermarkt hotte auch nur kleine Zufuhren, während der Bedarf lebhaft bleibt; die städtischen Fuhrhalter müssen weiterhin zugunsten der Heeresämter zurllcktreten. Futtermittel sind begehrt, doch werden Kleie, Schnitzel und Oel- kuchen nicht angeboten.. Futter- und Nachmehle haben reichliches Angebot. Ra uh futter blieb ausreichend angeboten, die Preise lagen unverändert.
Mehl ist genügend in den Mühlen vorhanden, das Angebot deckt jeden Bedarf. Teilweise ließen die Umsätze zu wünschen übrig. Das Hauptgeschäft wird in den Sorten 463 und 505 gemacht.
Rhein-Maims^e Börse.
Alittagsbörse schwächer.
Frankfurt a. M., 28. Febr. Bei starker Zurückhaltung setzte die Börse am Aktienmarkt in nicht ganz einheitlicher, aber überwiegend schwächerer Haltung ein. Die Kulisse, die in den letzten Wochen in verschiedenen Papieren vorgekaust hatte, setzte ihre Glattstellungen fort, während Publikumsaufträge als Gegengewicht nahezu fehlten. Besonders am Montanmarkt bestand Angebot, hauptsächlich in den Aktien der Mannesmann AG., die auf die Ankündigung einer nur mäßigen Dividende auf 85,65 bis 85,25 (87) zurückgingen. Ferner ermäßigten sich Verein Stahlwerke auf 85 bis 84,75 (85,50), Buderus auf 94,75 (95,50) und Ilse Genuß auf 127,75 (129), Hoesch mit 91,40 und Rheinstahl mit 116,75 lagen behauptet. IG.-Farben lagen ebenfalls niedriger mit 151,75 bis 151,25 (152,25), schwach waren Deutsche Erdöl mit 108,90 (110,50). Angebot lagen auch in Motorenwerken vor, Daim
ler 100,40 bis 100, später etwa 99,50 (100,65), BMW. 122,25 (123), Adlerwerke Kleyer 99 (99,75). Am Elektromarkt war die Haltung eher etwas freundlicher, Betula plus 0,40, Licht und Kraft plus 0,90, Geffürel plus 0,50 und RWE. plus 0,13 v. H., nur AEG. weiter rückläufig mit 37 (37,25), da man das Ergebnis der heutigen Bilanzsitzung abwartet. Schuckert blieben mit 133 behauptet. Weiter fest blieben Linoleum- und Gummiaktien, Deutsche Linoleum 159,25 (158,50), Conti Linoleum Zürich 158,50 (156,50) und Conti Gummi 181,25 (180). Schiffahrtspapiere bröckelten bis 0,50 vom Hundert ab, auch AG. für Verkehr waren zu 109 zwar unverändert, aber angeboten. Im einzelnen eröffneten Westdeutsche Kaufhof, Reichsbank und Allgemeine Lokal und Kraft unverändert, Ce- ment Heidelberg 0,75, Zellstoff Waldhof 0,13 v. H. niedriger, dagegen Muag 0,50 v. H. fester.
Am Rentenmarkt blieb die Haltung weiter freundlich, da sich Anlageinteresse zeigte. Das Geschäft war allerdings klein. Altbesitz mäßig höher mit 111,25 (111,13), Zinsvergütungsscheine 93,35 (93,30), späte Schulbuchforderungen uno. 97 Geld, Kommunal-Umschuldung 87,30 (87,35). Auslandrenten waren noch unentwickelt.
Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft stark zusammen und Veränderungen von Belang traten nicht ein. Die Kurse blieben auf der ermäßigten Basis widerstandsfähig, zumal kein Angebot mehr vorlag. Auch die später notierten Werte konnten sich verhältnismäßig gut behaupten, freilich überwogen kleine Rückgänge, so bei Metallgesellschaft, Scheideanstalt, Moenus, Felten, Harpener, Otavi Minen und Laurähütte. Am Kassamarkt stiegen Voltohm bei voller Zuteilung auf 95 (92).
Am Rentenmarkt gewannen späte Schuldbücher 0,13 v. H. auf 97,13, dagegen bröckelten Zinsvergütung auf 93,30 nach 93,35 ab. Altbesitz blieben zu 111,25 unverändert. Variable Industrie-Obligationen behauptet; 6proz. Hoesch 104, 4'/2proz. Verein. Stahlwerke 93,25, 6proz. Verein. Stahlwerke 103,50. Das kleine Kaufinteresse für Goldpfandbriefe und Stadtanleihen wurde bei meist unveränderten Kursen befriedigt. Liquidationswerte lagen etwas uneinheitlich. Im Freiverkehr lagen chinesische Werte uneinheitlich: Hukuang 52 (54), ungelöste Tientsin- Pukow uno. 49, altverloste unv. 39,50, neuverloste 45 (44,50) und Kupons 1,65 (1,70). — Tagesgeld war stark gefragt und zog auf 3,50 (3) v. H. an.
Abendbörfe behauptet.
Abgesehen von leichten Rückgängen am Montanmarkt und in den Motorenwerten zeigte die Kurslage an der Abendbörse bei sehr kleinen Umsätzen kaum eine Aenderung. Es zeigte sich mit Rücksicht auf den Wochenschluß stärkere Zurückhaltung, doch wurden von der Kulisse kaum noch Abgaben vorgenommen. Weiter leicht befestigt waren Deutsche Linoleum mit 160 (159,50). auch Conti Gummi mit 181,50 (181,25) nost mäßig höher, Färben-Industrie hielten sich mit 151,13 (151,25) knapp behauptet. Am Kassamarkt stiegen Ludwigshafener Walz- mühle auf 136 (135). Bankaktien blieben zu den Mittagskursen unverändert.
Am Rentenmarkt wurden Altbesitz mit 111,13 (111) etwas höher bezahlt. Im freien'Markt galten Zinsoergütungsscheine 93,30, Kommunal-Umschuldung 87,30 und Späte Schuldbuchforderungen 97,13 bis 97,25. Von fremden Werten stiegen 5proz. Goldmexikaner um 20 Pf. über den Berliner Schluß auf 13.60. Schweiz. Bahn-Anleihen lagen etwas höher, 4proz. SBB. 180,50 (180,25), 3V-proz. Gotthard-Bahn 163,50 (162,50), 3'/-proz. Iura-Simplon 159 (158). Türken blieben von der festen Haltung in Paris unberührt.
U. a. notierten: Altbesitz 111,13, 4'/-proz. Stadt Dresden von 1926 91,75, 6 v. H. Farben-Bonds 126,65, 6 v. H. Kruvp 104,50, 6 v. H. NSU. 103 Br., 5 v. H. Eisenbahn-Bank-Obl. 67, 5 v. H. Gold- merikaner 13,60, 4 o. H. Rumänen 5,25, 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 180,50, 3'/» v. H. Gotthard 163,50, 3V? Iura-Simplon 159, AKU. 51, AEG. 37, BMW. 122, Jul. Berger 123,50, Buderus 94,50, Conti Gummi 181,50, Daimler 99,25, Deutsche Erdöl 109,50, Deutsche Linoleum 160, Deutsche Eisenhandel 118, Licht und Kraft 134,50, Eßlinger Maschinen 91,50, IG. Farben 151,13, Gesfürel 128,50, Goldschmidt 106,40, Harpener 110,50, Holzmann 97,25, Mannesmann 84.75, Mc>"nus 84, Rheinstahl 116, Schuckert 132,50, Südd. Zucker 198, Verein. Stahlwerke 84,50, Ludwigshafener Walzmühle 136, Gebr. Fahr 132. Adca 70,50, Commerzbank 92.75, DD.-Bank 92,25, Dresdner Bank 92,75, AG. für Verkehr 108, Reichsbahn-Vorzugsaktien 122.90, Hapag 16,25.
Frankfurter Obff- und Gemüfemarkf.
Frankfurt a. M., 28. Febr. Das Gemüse- a n g e b o t blieb weiter gut, besonders von Feldsalat, Rotkraut, Svinat, Weißkraut, Winterkohl und Wirsing. Geschäft im allgemeinen befriedigend, nur Feldsalat infolge starken ausländischen Salat
angebots schwer verkäuflich. Preise für Zwiebeln leicht gefallen, dagegen für Feldsalat unverändert (!). Ausländische Erzeugnisse stark angeboten bei rückläufigen Preisen. U. a. notierten: Blumenkohl, Steige 15 Stück 4,25 bis 4,50 (ital.), do. 18 Stück 3,50 bis 4,00 (ital.), Eskarol, Steige 18 bis 32 Stück 1,80 bis 2,50 (ital.), Feldsalat, groß 30 bis 35, klein (Mistbeet) 40 bis 80, Karotten 4 bis 6, gelbe Kartoffeln 50 Kilogramm 3,80 bis 4,00, Kopfsalat, Steige 24 Stück 3,00 bis 4,00 (span.), Schlüpfer 60 bis 80, Lattich 50 bis 60, Lauch 3 bis 8, Rettich 6 bis 12, Rosenkohl 25 bis 28, Rotkraut 7 bis 10, Sellerie 50 Kilogramm 7 bis 11, Spinat 10 bis 15, Schwarzwurzeln 12 bis 22, Tomaten, Steige 20 Pfund 3,50 bis 4,00 (canar.), Weißkraut 6 bis 7, Wirsing 10 bis 14, Winterkohl 5 bis 7, Zwiebeln 8V2 bis 10.
Obst und Südfrüchte: Deutsches Aepfel- angebot gut, in besseren Sorten nachlassend. Geschäft ziemlich lebhaft, Preise im allgemeinen unverändert. Apfelsinenzufuhren reichlich, Geschäft lebhaft, für spanische Drangen Preise etwas gefallen. U. a. notierten: Aepfel I 28 bis 35, II 20 bis 26, III 18 bis 20, Boskop 30 bis 35, Roter Eifer 22 bis 26, Schafsnase 18 bis 20, amerifan. Aepfel (rote) 15,00 bis 17,00 je 40 Pfund, Apfelsinen, blond I2V2 bis 18 (span.), Blut 13 bis 20 (span.), 18 bis 20 (ital.), Bananen, Kiste 25 Pfund 5,00 bis 7,50 (Kamerun), do. 5,50 bis 6,50 (Bras.), amerifan. Birnen, 40 Pfund 20,00, Kranz-Feigen 25 Kilogramm 6,50 bis 7,00, Zitronen, Kiste 300 und 360 5,00 bis 6,50.
Frankfurter Buttermarkt.
Frankfurt a. M., 23. Febr. Wenngleich der Anfall an Butter etwas stärker geworden ist, so reichten die Anlieferungen zur Deckung der Nach
frage nicht völlig aus. Das vorhandene Angebot sowohl aus dem Inland wie aus Holland wird weiterhin zugeteilt. Es notierten in RM. per 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsver- faufspreife an den Kleinhandel): Deutsche Marken- butter 145—148, feine deutsche Molkereibutter 143 bis 145, deutsche Molkereibutter 142, Landbutter 125. Holländische Butter 145—148.
Frankfurter Eiermarkt.
Frankfurt a. M., 28. Febr. Da sich die Nachfrage des Verbrauchs ungeachtet des Monatsendes eher noch verstärkt hat, reichten die Zufuhren an deutschen Eiern zur völligen Bedarfsdeckung nicht aus. Daneben blieben auch die Anlieferungen vom Balkan noch recht klein, während aus Holland und Belgien auch nur kleine Mengen Vorlagen, da diese beiden Länder auch weiterhin in der Hauptsache nach England ausführen. Mit fortschreitender Jahreszeit dürste die inländische Erzeugung eine beachtliche Zunahme erfahren. Es notierten in Pfg. pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsoerkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markeneier: S 974—10, A 874—972, B 874—9, C 73/« bis 872, D 774—8. Holländer, Dänen und Flandern: S 874—972, A 874—9, B 774—872, C 774—8. Bulgaren, Rumänen, Polen und Jugoslawen: A 8, B 772, C 7.
Frankfurter Pserdemarkt.
Am 3. März findet der nächste Frankfurter Pferdemarkt statt. Bei diesem Markt werden auch aus der Tschechoslowakei importierte Pferde zum Verkauf stehen. Das Frühjahrsgeschäft wird, wie üblich, regen Handel und erhöhten Umsatz bei anziehenden Preisen bringen.
Eine interessante Fastnachts-Erinnerung.
Dor 30 Jahren.
]) Harbach, 28. Febr. Die Fastnacht ist vorbei. In unserem Dorfe merkte man kaum etwas davon. Am Fastnachts-Dienstag hatten sich zwar einige Kinder maskiert und trieben auf der Straße ihr Wesen. Auch fand am Abend vorher eine Kappensitzung statt. Das war aber auch alles! Von einem lustigen Fastnachtstreiben und fröhlichen Mummenschanz konnte keine Rede sein.
Ganz anders war es vor etwa 30 Jahren in Harbach. Damals feierte unsere Jugend gründlich und ausgiebig Fastnacht. Schon wochenlang vorher wurden die nötigen Vorbereitungen getroffen. Es galt zunächst einmal, einen kleinen Voranschlag aufzustellen. Dann wurden in Grünberg Kaffee, Zucker, Hirse und sonstige Lebensrnittel gekauft und frisches Fleisch bestellt. Auch wollte der Fastnachtsstaat genäht sein. Vor allen Dingen aber mußte ein Haus ausfindig gemacht werden, in welchem man in der Fastnachtswoche kochen, essen und ungeniert feiern konnte; denn das Elternhaus suchte man in diesen Tagen nur zum Schlafen auf.
Jede Spinn st ubengesellschaft feierte für sich. Am Samstag vor Fastnacht gingen die Mädchen zum „Backspielen", um sich ein Backlos zu sichern; denn Montags wurden gemeinsam die Kuchen für die ganze Woche gebacken. Das Mehl stellten die Mädchen. Es wurde entweder gekauft oder gegen Weizen eingetauscht. Fastnachtskreppel gab es damals nicht. Wenn die Kuchen aus dem Backhaus tarnen, wurden sie von den Bäckerinnen versucht. Sie kochten sich einen guten Kaffee und besprachen dann am Kaffeetisch den Kochzettel und die sonstigen Maßnahmen für die kommenden Tage. Oft wurde aus dieser Besprechung eine kleine Vorfeier, die sich bis Mitternacht ausdehnte.
Der eigentliche Rummel begann am Dienstag. Das traditionelle Gericht für diesen Tag war Hirsebrei, Sauerkraut und Speck. Am Mittwoch gab es Bohnengemüse und Fleisch. Die Ueberreste dieser Abendmahlzeiten wurden jeweils am Mittag des anderen Tages verzehrt. Der Höhepunkt der'Fastnacht war der Donnerstag. Am Nachmittag zogen die Burschen und Mädchen gemeinsam durch das Dorf und fangen frohe Spinnstubenlieder. Die Mädchen trugen dabei eine altüberlieferte Tracht und zwar grüne oder rote Röcke, schwarze Mieder und weiße Schürzen. Ein Teil der Burschen hatte sich maskiert. Besonders beliebt war die Verkleidung als Zigeuner, Schornsteinfeger, Soldat und Metzger. Natürlich durfte auch der übliche Fastnachtsbär nicht fehlen. Mitunter fuhren sogar buntgeschmückte Wagen herum, auf denen Ausschnitte aus dem Berufs- und Eheleben dargestellt waren. Große Heiterkeit erregte immer wieder der Fastnachtskinderwagen. Ein humoristisch veranlagter Bursche lag, als Säugling verkleidet, in einer Kinderchaise, die ja bekanntlich damals sehr geräumig und umfangreich war.
Nach dem Umzug begleiteten die Burschen ihre Mädchen zurück ins Fastnachtshaus. Dann gingen
sie noch einmal durch die Straßen des Dorfes und sammelten Eier, Wurst und Speck. Dieses Gabenheischen wurde von der Bevölkerung nicht etwa als Bettelei empfunden. Im Gegenteil! Man gab gerne und reichlich. Befand sich doch unter der Spinnstubengesellschaft ein Glied der Sippe oder sogar der eigene Sohn. Selbst wenn man keine Angehörigen oder Verwandten dabei hatte, machte man sich eine Ehre daraus, wenn die Burschen mit dem Korbe kamen, und ließ sich nicht lange bitten.
Am Abend gab es dann Kartoffelsalat und Eier- Pfannkuchen mit Wurst und Speck. Dabei wurde kräftig eingehauen. Um so besser schmeckte dann das Bier, das in diesen Tagen in Strömen floß» Für das Getränk hatten die Burschen aufzukommen^ In die übrigen Unkosten teilten sich die Mädcheiu Mitunter hatte jedes 5 bis 6 Mark zu zahlen.
Am Freitagabend war die Fastnacht beendet. Nachdem noch die letzten Ueberreste verzehrt waren, begab sich jeder nach Hause und holte den versäumten Schlaf nach. Am darauffolgenden Sonntag gab es bei Kaffee und Kuchen eine kleine Nachfeier, und man freute sich noch einmal über die schönen Tage.
Jüdischer Hotel- und D-Zugdieb unschädlich gemacht.
Lpd. F r a n k f u r t a. M., 28. Febr. Im Juni wurde in Frankfurt unter verdächtigen Umständen der 27jährige Alexander Joseph angehalten, als er im Begriff war, eine weißgoldene Herrenuhr und ein Paar Monschettenknöpfe zu verkaufen. Man vermutete nicht mit Unrecht, daß die Sachen gestohlen waren, doch beteuerte der in Haft befindliche Mann schriftlich und mündlich seine Unschuld. In langwieriger Arbeit ermittelte die Kriminalpolizei, mit wem sie es zu tun hatte und woher die goldenen Schmuckstücke stammten. Joseph, ein Nichtarier, zählt zu den internationalen Hoteldieben und hat schon ein beträchtliches Strafkonto. Er ist nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich schwer bestraft worden. Die Tätigkeit als Hoteldieb scheint er aufgegeben zu haben, dafür bemühte er sich, Reisende in v-Zügen oder Eilzügen zu bestehlen, was ihm in Frankfurt in mehreren Fällen gelang. Mit einer Bahnsteigkarte ging er zu den Zügen und stibitzte drei Koffer und in einem vierten Fall den Mantel eines Eisenbahn- beamten. Die Schmuckstücke gehörten, wie die Ermittlungen ergaben, einem der bestohlenen Reisenden. Nach ärztlichem Gutachten ist Joseph eine nicht besserungsfähige Person. Das Schöffengericht verurteilte den Rückfälligen zu vi er Jahren Zuchts haus und fünf Jahren Ehrverlust.
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach. mittag geschlossen.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beichlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.
Framiuri a. DL
Senin
Schlußkurs
Schlup«. Abend» börsc
Schlußkurs
Schluß!. Mittagbörse
Oalum
27 2
28 2
27-2
28.2
6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927
100,5
100,5
100,5
100 65
4% Deutsche ReichSanl. von 1934
97,25
97,25
97,25
97 7.5
6'/i% Doung-Anlelhe von 1930 ..
Deutsche Anl..Ablös.»Schuld mit
103
103,25
Auslos.-Rechten ......
111,13
111,13
111,13
111,1
4*/»% Deutsche ReichSpostschahan
Weisungen von 1934, I.....
100
100
100,1
100
6% ef)em.8% Hess. BolkSstaat 1929
(rudAühlb. 102%) ............
98,25
98,25
98,25
98,25
<Vi% ekem. 8% Hessische Landes-
bam Darmstadt Gold R. 12....
6*Ze% ehern. 4*/,% Hess. Landes
96,4
96,4
96,4
—
Hypothekenbank DarmstadtLigm 4Ki% ehern. 8% Darmst. Komm
101,05
101,05
—
—
Landcsb.Goldschuldverichr. R.K
Oberhejse^ Provinz-Anleihe mit
—
—
—
—
Auolos.Wechten ............
Deutsche Komm. Sammelabl. An-
—
leihe (Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank
115
114,75
114,9
114,75
Goldpse. 15 unkündbar bis 1935
96,5
96,5
101,4
5%% ehern. i/2% Franks. Hyp.. Bank-Ligu.»Pfandbriefe......
101,4
6^2% ehern. 4y,% Rheinische
—
Hyp.»Bank»Liqu.-Goldpse.....
4Vt% ehern. 8% Pr. Landespfand.
briefanstalt, Pfandbriefe R. 19
4>/,% etjN*. 7% Pr. Landespfand.
briesanst., Gold Komm. Cbl.VI
101,4
97
101,4
97
101,65
97
101,5
97
97
97
Eteuergutsch. Verrechnung»!. 34-38
108,7
108,7
108J
108J
4% Orsterretchtscye Goldrente...
4,20% Österreichische SUberrente
1.2
8,75
1,2
8,65
29,5
1,2
8,8
29,5
1,25
8,75
4% Ungarische Staatsrente v. 1910
8,6
8,6
8,6
8,65
4y.% desgl. von 1913..........
8.6
8,5
13,6
—
8,75
13,4
6% abgest. Goldmexikaner von 99
13,75
13,65
*% Türkische Bagdadbahn-Anleihe
9,13
9
_
Fiankturt a.M.
Berlin
Lrankfurt a. M.
Serltn
Schlußkurs
Schlußl. Abend- börir
Schlußkurs
Schluß!. Mittag« b5rfe
Schlußkurs
Schluß!. Abendbörse
Schlußkurs
Schluß!. Mittag- börse
< «atum
27-2.
28.2
27-2-
28-2.
Datum
27-2.
28.2
27.2
28.2.
<% veegl. Serie II...........
5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 §14%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vercinh. Rente ..
2 Y*% Anatolier.............
Hamburg-Amerika-Paket .....0
Hcunburg-Südam. Dampfschiff . 0
Norddeutscher Lloyd ........0
A G. für Verkehrswefen Akt. .. 0
Berliner Handelsgesellschaft ... « Commerz, und Privat-Bank ... v
Deutsche Bank und Tisconto-
Gesellschaft................o
Dresdner Bank..............o
Reichsbank ................ z?
A.E.G.......................
Bekula....................
Ele'tr. LleferungSgelellichaft... 5 Licht und Kraft ........... gy
Selten & Guilleaume......... 4
Geielljch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ....... ft
Rhein. Wests. Elektr...........
SchuckeN &(£o.............. ,
Siemens L Halske.............
Lahmeyer L Co...............
Buderus ................. ,
Deutsche Erdöl .........4
Harpener....................
Hoesch Eisen-Köln-Neuessen'" 8 Ilse Bergbau ................
Ilse Bergbau Genüsse........-
Klöcknerwerke ............... #
Mannesmann-Röhre«........0
6,3
9,1
5,3 37,75
16,9
18,75
109
117 92,75
92,75 92,75
187
37,25 140
120 133,75 114,5 128,5
125,25 127,75
133
176 128,25
95,5
110,5 111
91,5
129 86,75
87
6,2
9,05
5,25 37,75
16,25
18,13
108 117,75 92,75
92,25 92,75
187
37
140,4
120
134,5 114,25
128,5 125,5
127,75
132,5
176
128
94,5 108,5 110,5
90,75
127,75
86,25 84,75
6,3
9,13
5,25
37,75
16,75
18,75
109 117,25
92,75
92,75 92,75
187,25
37,4 140,65 120,13 133,75 114,25
129 125,25 127,75
133 176
127,75
96
110 110,75
91,25
161
129
86,65 87,25
9,5
6,3
9,13 5,25 37,8
16
17,75
108,4
117,75
92,9
92,25
92,75
188
37,25 140,65
119,5
134,5
114,13
128,75
125,5
127,5
132,75
176,25
127,9
94,5 110
110,75
90,5 160
128,13
86
85
ManSfelder Bergbau.........I
Kokswerke .................. 6
Rheinische Braunkohlen ..... 12
Rheinstahl .................. 4
Bereinigte Stahlwerke........O
Ltavi Minen ............... 0
Kaliwerke Aschersleben........5
Kaliwerke Westeregeln........5
Kaliwerke Salzdetfurth..... iya
I G. Farben.Industrte.......7
Scheideanstalt...............9
Goldschmidt ................ 5
Rütgerswerke ............... g
Metallgelellschaft............. 4
Philipp Holzmann........... 4
Zementwerk Heidelberg ...... 7
Lementwerk Karlstadt........ 6
Schultheis Patzenhoser .......4
Bku (Allgemeine Kunstseide) .. O
Bemberg................... 5
Zellstoff Waldhof ............6
Zellstoff Aschaffenburg .......O
Dessauer Gas ............... 7
Daimler Motoren............O
Deutsche Linoleum........... 8
Lrenstein & Koppel ..........O
Westdeutsche Kaufhof.........O
Chade.................... 7*/e
Accumulatoren-Fabrik....... 12
Eonti»Gummt............... 8
116,75 85,5
19
152,25 211,75 106,75
120,65
114,13
97,5 129,25
129
51
91
121,5
86
100,65 158,5
31,75 296
180
29,5 90,75
198
132
116
84,5
18,65 128,25
121,5
151,13
211,5
106,4
120,5
97,25
128,5
129
51
91,5
121,4
85
99,25
160
31,75
297
181,5
198
131,75 118,5
219,75 117,13
85,4
18,9 128,25
123,4 183,5
152,4
106,75 120,25
113,9
97,75
99,5
50,9
90,9 120,5
86,4 126,13
100,5
159 77,75 31,75 296,25 173,25
180
29,4
198
132 118,65 218,75 116,25
84,4 18,75 128,25
122 183,5
151,25
106,25 120,75 113,25
97,75
99,25
51 90,25 120,9
86,4 125,25
99,4 159,5
77,5 31,65
298
174 181
29
198
Griüner....................0
Mainkraftwerke Höchst a,M.... 4
Süddeutscher Zucker ........ 10
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2IL
Banknoten.
27.Februar
28. Februar
Amtliche Dotierung
Amtliche
Notierung
Geld
Ärief
Geld
1 Srief
Buenos Htre-.
0,678
0,682
0,678
0,682
Brüssel.....
41,90
41,98
41,90
41,98
Rio de Jan.
0,139
0,141
0,139
0,141
Sofia ......
3,047
3,053
3,047
3,053
Kopenhagen.
54,81
54,91
54,79
54,89
Danzig.....
46,80
46,90
46,80
46,90
London .....
12,275
12,305
12,27
12,30
HeljingforS..
5,41
5,42
5,41
5,42
Paris ......
16,41
16,45
16,415
16,455
Holland ....
168,87
169,21
168,83
169,17
Italien.....
19,76
19,80
19,76
19.80
Japan......
0,712
0,714
0,711
0,713
Jugoslawien
5,654
5,666
5,654
5,666
Oslo..... ;
61,68
61,80
61,66
61,78
Wien.......
48,95
49,05
48,95
49,05
Lissabon ...
11,14
11,16
11,135
11,155
Stockholm...
63,29
63,41
63,27
63,39
Schweiz ...
81,23
81,39
81,23
81,39
Lvanien...
34,01
34,07
34,00
34,06
Prag.......
10,295
10,315
10,295
10,315
Budapest ..
—
Reuyork ...
2,460
2,464
2,460
2,464
Zerltn,28.Februar
Geld
23riei
Amerikanische Roten..............
2,412
2,432
Belgische Roten..................
41,76
41,92
54,53
54,75
Englische Roten .................
12,235
12,275
Französische Roten...............
16,365
16,425
Holländische Roten...............
168,41
169,09
Italienische Roten................
——
—
Norwegische Noten ..............
61,45
61,69
Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling
—
—
Rumänische Noten...............
——
—
63,05
63,31
Schweizer Noten.................
81,05
81,37
33,66
33,80
Ungarische Noten................
$.52 El! b" £,ja«Viette
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Zer Präsident ■Öhler, kennzei ;£n Fertigw. Mr das in einer Arbeit nerfeine Wern werde du e.qne sie sich dam fcire Angedotsmit e* sie durch Mustermesse 1 juhrige Frühjahre glücklichen Zeitpui lungen sei, den E in den letzten 3af unserer Devisenlac Lussuhrüber freulid) das sei, t gerade die auf de intensiven 3 sthrsteigerung ver ften beteiligt cufgabe der Expo, Das Ausland, d.
Ausland, habe f( Sntereffe daran, Mn. Denn Deut tigroarenaus Dorbene deutsche zahlen, die es Las Ausland eher Leipziger Messe h das Ausland sich die deutsche Jndu heraussuchen fönr tauche. Je mehr dellt würden, des is Rohstoffe, d 'ittel zur Derooll 'M Ausland kau Me zusammenge »üteraustau Jie Bedeutung de Mr. C. R. C. "Ifutto.Dlitglieb ajfte für die ar '«würdigen C Se t wünschten r M wieder stc 1!" -chmehm- ™ aitberer zu ei taibnis der SW, jungen wie i errichten aus -J persönlicher A
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