Elternabend der Gießener Zunomädels
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Die Lehrgänge sind neu besetzt worden mit Lehrkräften, die über hervorragendes Unterrichtsgeschick verfügen, zahlreiche methodische Kniffe mit energischer Lehrweise verbinden und die ihren Stolz dareinsetzen, alle Kursusteilnehmer soweit zu fördern, daß sie innerhalb kurzer Zeit stärkste Fortschritte machen müssen. Bei solch zielbewußter Arbeit, die sich natürlich herumspricht, ist es kein Wunder, daß sich allein im Januar 29 Damen und Herren neu angemeldet haben, die bereits in den Lehrgängen eifrig Mitarbeiten.
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die vor einiger Zeit in den Spielplan aufgenommene Gesellschaftskomödie „Eine Frau ohne Bedeutung" von Oscar Wilde in der Neubearbeitung von Karl Lerbs ist ein solch großer. Schauspielerfolg geworden, daß Intendant Schultze- Griesheim, der auch für die Spielleitung zeichnet, eine nochmalige und letzte Wiederholung dieses Stückes für Sonntag, 2. Februar, angesetzt hat. Mit der Wiederaufnahme dieses Schauspiels in den
all in guter Qualität zu erhalten, sie werden von den großen Fischereihäfen der Küste durch Son- dergüterzüge mit erhöhter Geschwindigkeit in alle Städte gebracht. Man unterscheidet zwei Hauptgruppen, Rundfische und Plattfische. Zu den Rundfischen gehören Schellfisch, Kabeljau, Seelachs, Rotbarsch und Hering. Die bekanntesten Arten der Plattfische sind Flunder, Steinbutt und Heilbutt.
Die Fische enthalten etwa 16 Prozent Eiweiß. Das Fleisch der Fische ist besonders zart, so daß es ehr leicht verdaut und im Magen rasch aufgelöst wird. In vielen Fischen ist Vitamin A reichlich vorhanden: manche Fische enthalten außerdem beträchtliche Mengen von Fett. Der Nährwert vieler Fische kommt dem des Fleisches gleich, der Preis ist aber viel niedriger als der des Fleisches, so daß die Fische zu unseren wertvollsten und billigsten Nahrungsmitteln gehören.
Jede Hausfrau, die sparsam wirtschaften will, sollte es sich deshalb zur Regel machen, in der Woche zweimal mittags ein Fischgericht zu geben. Sie hilft außerdem der deutschen Volkswirtschaft, da zur Beschaffung der Fische keine Devisen nötig sind. Stadtgesundheitsamt Frankfurt a. M.
beit werde dann auch die Mithilfe kommen. Vereint werde es gelingen, die Jugend so zu erziehen, daß die sich ganz als deutsche Jugend fühlt. Frohe Lieder und die schön vorgetragene „Geschichte von den drei Männlein im Walde" beschlossen den ersten Teil des Abends.
Dann boten Volkstänze und Kanongesänge, unter der verständnisvollen Leitung von Erika Wolf, einen weiteren Ausschnitt aus der vielseitigen Arbeit. Viel Freude bereitete auch das Ziehharmonika - Orchester. Mit großer Anteilnahme waren die Kleinen bei der Aufführung des „Rumpelstilzchen" und gaben sich viel Mühe, vor ihren Eltern bestehen zu können. Zum Schluß dankte die Zungmädel Ltntergauführerin Fabian den Eltern für ihre Aufmerksamkeit. Es sollten jeden Monat solche Abende folgen und man werde bemüht sein, mit den Eltern in engere Fühlung zu kommen. Bisher hätten nur sehr wenige Eltern die Geschäftsführung aufgesucht, aber nachdem diese inmitten der Stadt sei, werde der Besuch sicher größer werden.
Eine Ausstellung praktischer Arbeiten werde vorbereitet werden, um auch auf diesem Gebiet den Ernst der Jugend zu zeigen. Ruth Fabian dankte noch einmal allen, die mitgeholfen haben, allen die gekommen waren und gab ihrer besonderen Freude darüber Ausdruck, daß die Obergau-Jungmädel- führerin nach Gießen gekommen war. Mit dem Gruß an den Führer und einem gemeinsamen Lied wurde der Abend beschlossen.
durch die Darbietungen unserer Militärmusiker grüßen.
Zwei Sonderveranstaltungen im Gießener Gtadttheater
Am 1. und 2. Februar bilden SA., SS., NSKK. und NSDSkV. eine gemeinsame Frank gegen die Hof des Winkers. Deutscher, kämpfe mit durch dein Opfer!
hier in Gießen z. B. fei eine Zeitung — er wolle damit nicht etwa nur Lob sprechen, sondern bringe seine Aeberzeugung zum Ausdruck —, die bereits erfreulich weit in diesem Sinne vorgestoßen fei. Wenn man diese Zeitung auf- fchlage und durchsehe, so erkenne man daraus das ernste Bemühen, den starken Willen und die Kraft, im Sinne des Dritten Reiches an den Aufgaben der Zeit mitzuarbeiten und damit dem deutschen Aufbauwerk und dem Wohle des Volkes zu dienen. Diese Arbeit verdiene
Anerkennung.
Sodann wandte sich der Redner mit der Ermahnung an die Berufskameraden, den Arbeitsplatz immer als die w e r t v o l l ft e Stätte im Staate anzusehen, deren Erhaltung eine Verpflichtung gegenüber dem Staate und ebenso eine Verpflichtung zur Betätigung der G e me i n s ch a f t im Beruf und im Volksleben bedeute. In diesem Zusammenhang kam er auch auf die Erhaltung des Tariflohnes zu sprechen, die durchaus keine Selbstverständlichkeit an sich bedeute, aber zu vollem Einsatz aller Kräfte verpflichte. Mit der nochmaligen Ermahnung zur steten Bekundung des Gemeinschaftswillens und zur gegen- seitiaen Treue zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft schloß der Redner seine Darlegungen, die von der Versammlung mit starkem Beifall ausgenommen wurden. Die Versammlung wurde sodann mit dem Gruß an den Führer und mit dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel-Liedes geschlossen.
Generalappell
der Reichsbetriebsgemeinschast Druck in Gießen
Gute Hilfe für das WHW.
Das Wehrmacht-Konzert zum Besten des Winterhilfswerkes, das am Montag, 20. Januar, im Gloria-Palast stattfand, hat nach dem Spendenausweis der Kreisamtsleitung Gießen des WHW. in unserem heutigen Blatte das sehr gute Ergebnis von über 1300 Mark erbracht. Man darf mit Genugtuung diese ansehnliche Beihilfe für das Winterhilfswerk
311 r Feier des 30. Januar — der Berufung unseres Führers zum Reichskanzler, der Geburtsstunde des Dritten Reiches — ist in der Stadtkirche am heutigen Mittwochabend, um 8 Uhr, Got- tesdienst. (Siehe heutige kirchliche Anzeige.) _* Ei n e Siebzigjährige. Am heutigen Mittwoch, dem 29. Januar, kann Frau Marie Lotz Wwe., Bahnhofstraße 22 wohnhaft, in geistiger und körperlicher Rüstigkeit ihren 70. Geburtstag begehen. 6r°u Lotz ist seit vielen Jahren treue Bezieherin des Gießener Anzeigers.
*♦ Preußisch-Süddeutsche Staats- La/UJx o^te Ziehung der 5. Klasse der laufenden Sl™72) ,ßotterie findet vom 8. Februar bis zum 13. Marz statt. Schluß der Erneuerung: 1. Februar. |
Sonntags-Spielplan kommt die Theaterleitung vornehmlich den von auswärtigen Theaterbesuchern geäußerten Wünschen entgegen, denen ein Besuch an Wochentagen nicht möglich war. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß die Vorstellung am Sonntag die letzte Möglichkeit bietet, das Schauspiel zu besuchen. Die Vorstellung ist außer Abonnement und dauert von 19 bis 21.30 Uhr.
Ein weiteres Ereignis für Gießen bietet die Theaterleitung den Besuchern am Montag, 3. Februar, mit dem einmaligen Gastspiel des berühmten Musikclowns Noni, der sich mit feinem Ensemble von etwa 20 Mitwirkenden auf einer großen Deutschland-Tournee befindet. Der in seiner Art einzigartige Clown mit feinem zwölfjährigen Töchterchen Anita, seinem Noni-Orchester und einem bunten Beiprogramm wird einen heiteren Abend gestalten, der kein alltägliches Ereignis ist und noch lange Gesprächsstoff sein wird. Wie überall wird auch in Gießen Noni mit feiner zwölfjährigen Tochter Anita allen eine Stunde fröhlichsten Erlebens geben. Um Noni baut sich ein gutes Rahmenprogramm. Auch der einmalige Gastspiel-Abend Nonis ist trotz der sehr beträchtlichen Unkosten im Preise so angesetzt, daß jeder Theater-, Variete- und Ka- barettfreunb sich diesen seltenen Genuß nicht entgehen zu lassen braucht. Das Gastspiel ist außer Abonnement und dauert von 20 bis 22 Uhr.
385 Stenopraphen und Maschinenschreiber bereiten sich vor!
In den neun Kurzschriftlehrgängen bereiten sich nun 320 Teilnehmer vor. Es besteht begründete Hoffnung, daß sich in den kommenden Äonaten noch eine große Zahl von Volksgenossen anmelden wird, die sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen will, beim großen Leistungsschreiben im Juli mit dabei zu sein. Selbstverständlich ist auch jetzt noch nach Beginn der Lehrgänge eine Anmeldung zur Teilnahme möglich und zu empfehlen. Die Kurz- schriftkurse finden Montags und Mittwochs abends in der alten Pestalozzischule statt.
Auch in den Maschinenschreiblehrgängen wird eifrig gearbeitet. 65 Teilnehmer erlernen die Zehn- Finger-Blindschreibmethode bzw. treiben ihre Geschwindigkeiten immer weiter voran, so daß schon Geschwindigkeiten erreicht wurden, die zwischen 300 und 400 Anschlägen liegen. Die Maschinenschreibkurse finden Dienstags und Freitags abends in der Oeffentlichen Handelslehranstalt, Liebigftraße-Liebig-
Nahrhast und gesund
Seefisch wird in Deutschland nicht gebührend geschätzt. Während in anderen Ländern, in England, Norwegen und Schweden, jeder einzelne 40—50 Wnö (Seefifd) jährlich verzehrt, bekommt in Deutschland nur 12—15 Pfund pro Jahr auf den Kopf der Bevölkerung. Dabei sind die Fänge oft fo reichlich, daß der Seefisch zeitweise zu Schleuderpreisen abgesetzt werden muß, oder gar in die Fischmehlfabriken wandert.
Früher kannte man im Binnenland nur den Stockfisch und den Klippfisch, die sich über weite Strecken transportieren ließen. Beide sind ursprünglich die Fischkonseroen; Stockfisch wird getrocknet, Klippfisch wird erst gesalzen und dann getrocknet'. Bei uns werden diese Fischsorten wenig verwandt, in den südlichen Ländern findet man aber allenthalben Straßenhändler, welche neben Eßkastanien und gerösteten Nüssen auch Klippfische feilbieten.
Infolge Verbesserung der Transportverhältnisse sind in Deutschland heutzutage frische Fische über-
Große Strafkammer Gießen.
Der K. W. und der K. A. aus Großen-Buseck wurden wegen fahrlässiger Tötung vorn hiesigen Schöffengericht zu je einem Monat G e - fängnis verurteilt, da sie es unterließen, in einem von ihnen betriebenen Steinbruck) die nötigen Unfallverhütungsmaßnahmen zu treffen. Dadurch verunglückte im Laufe des vorigen Jahres ein in dem Steinbruch beschäftigter Arbeiter durch herabstürzende Gesteinsmassen tödlich. In der gestrigen Berufungsverhandlung erkannte das Gericht an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von je einem Monat auf je 3 0 0 RM. Geld- ft r a f e. Bei der ©trafausmeffung berücksichtigte öas Gericht, daß dem Verunglückten ein Mitverschulden bei dem Unfall zur Last gefallen ist.
Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde der L. S. aus Butzbach wegen Doppelehe zu 8 Monaten, der E. U. aus Ortenberg wegen Verbrechens nach § 176 Z. 3 StGB, unter Annahme mildernder Umstände zu 8 Monaten und der H. N aus Berstadt wegen versuchter Blutschande zu 1 Jahr Gefängnis unter Anrechnung von 1 Monat 4 Wochen Untersuchungshaft verurteilt.
Amtsgericht Gießen.
Ein Ehepaar aus Alten-Bufeck war durch Strafbefehl mit je 2 RM. Geldstrafe belegt worden da es feine Kuh auf eine der Gemeinde gehörigen Wiese getrieben haben sollte. Gegen den (Strafbefehl legten die Leute mit Erfolg Einspruch ein. In der gestrigen Hauptverhandlung wurden sie von Kosten und Strafe freigesprochen.
. Ein Fuhrmann aus Gießen fuhr auf der Provin- 'tJia“c ®ie&en—Stcinbacf) Holz aus dem Walde ab. Der Angeklagte ließ die Baumstämme auf der neu hergerichteten Straße schleifen, wodurch die
- ^^^digt wurde. Durch Strafbefehl erhielt rr '^^dstrafe. Sein dagegen verfolgter Einspruch blieb ohne Erfolg. 1 a
& Hungen, 28. Jan. Der Oberhessische S ch ä f e r t a g, der seinerzeit in Hungen gegründet wurde, und dessen Veranstaltungen dann lange hier tattfanben, bis in den letzten Jahren das alljährliche Schäferfest an verschiedenen anderen oberhessi- schen Orten abgehalten wurde, soll nun wieder an den Ort seines Entstehens zurückkehren. Wie verlautet, ist beabsichtigt, das S ch ä f e r f e ft, welches früher eine große Anziehungskraft besaß und auch hier stets eifrige Förderung erfuhr, in diesem Jahre wieder in Hungen abzuhalten. Man hofft, daß auch der Landesbauernführer an dem Feste teilnehmen wird.
CanbFtPis Gießen
OO Klein-Linden, 28. Jan. Am Samstag- abend hielt die Nationale Sängerverei« nigung „Eintracht-Harmonie" ihre Jahreshauptversammlung in der Wirtschaft , Zur
•’S Dereinsfiihker Fritz Jung VIII.''be. grüßte die sehr zahlreich erschienenen' Mitglieder und entbot besonderen Willkommengruß dem Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann, ferner Bürger- meifter Fischer und dem Kreiswalter des Sän- gertrelses Gießen, Müller-Gießen. Aus dem Rückblick des Vereinsführers über das verflossene pabr konnte festgestellt werden, daß der Verein seinen hohen Idealen, deutsches Lied und deutsches Volkstum zu pflegen, stets treu geblieben ist und sich immer bereit gefunden hat, bei nationalen Feiern sich in den Dienst der guten Sache zu stellen. Kassenwart Richard Lenz legte die Rechnung vor, die die Genehmigung der Generalversammlung fand. Es wurde beschlossen, die Sing- stunden in nächster Zeit im neu erbauten Schul- iaal der Mädchenfortbildungsschule abzuhalten. Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann und Kreiswalter Müller wiesen im Verlaufe der Aus- spräche auf den hohen kulturellen Wert und die Aufgaben der Gesangvereine hin und munterten zu eifriger Tätigkeit im kommenden Jahre auf. Dem Sieg-Heil auf den Führer und dem gemeinsam ae- ™9CLncn Horst-Wessel-Lied folgte noch der Chor „Mahnung" von Heinrichs, womit die Versamm- ung ihren Abschluß fand. In schöner Volksgemeinschaft wurden dann noch einige frohe Stunden verlebt.
3. Klein-Linden, 28. Jan. Am Sonntag- nachmittag versammelten sich die Mitglieder des Mannergesangvereins „A r i o n" im Gast- baus „Zur deutschen Eiche" zur Jahreshauptver- sammlung Veremsfuhrer Fritz Mülln gedachte zunächst der verstorbenen Vereinskameraden, na- mentluf) des verdienstvollen Gründers und ersten
Don der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft wird uns geschrieben:
Bereits im vergangenen Jahre hat die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft mit den Vorbereitungen für den Gautag, der anläßlich des 75jährigen Bestehens der Ortsgruppe im Juli dieses Jahres in Gießen ftattfindet, begonnen. Die unterrichtliche Vorbereitung wurde seit der ersten Januar-Woche nun in verstärkter Arbeit fortgesetzt. Die Unterrichtskurse, die selbstverständlich den Hauptzweck verfolgen, gute Stenographen für die Praxis heranzubilden, sind dieses Mal in besonderem Maße auch auf das große Leistungsschreiben am Gautag zugeschnitten.
Die Lehrgänge sind neu besetzt worden mit Lehr-
und im Hinblick auf ihre zukünftige Aufgabe müsse allgemein anerkannt werden. Die besondere Aufgabe der parteieigenen Presse sei es, das deutsche Volk immer wieder im Sinne des Nationalsozialismus zu schulen und ihm den Weg zur Gemeinschaft zu zeigen. Neben der parteieigenen Presse stehe aber aud) die Nicht-Parteipresse. Im Laufe der bisherigen Entwicklung seit der Machtübernahme sei eine große Zahl von Zeitungen verschwunden. Dieser Entwicklungsprozeß sei bis heute noch nicht ganz abgeschlossen, es müsse damit gerechnet werden, daß noch diese oder jene Zeitung oder Zeitschrift ebenfalls verschwinde, wenn die Männer, deren Leitung die Zeitung anoertraut sei, es nicht verstanden hätten, das Ideengut des neuen Reiches in sich aufzunehmen und wiederzugeben. Es sei sicher für einzelne Schriftleiter, die 20 und mehr Jahre lang em anderes politisches Denken gehabt haben, 3- B. demokratisch, sozialdemokratisch ober Zentrum, nicht leicht, sich von heute auf morgen inner- lid) umzustellen, um dem neuen Staate durch ihre Zeitung zu dienen. Es sei aber dringend zu wünschen, daß die Schriftleiter sich mit aller Kraft bemühen, ihrer Aufgabe im Dritten Reich nach bester Möglichkeit gerecht zu werden.
Froh gelaunt, wie es die Art frischer Jugend ist, führten die Gießener Jungmädel am Montag ihren Elternabend durch. Der überfüllte Saal des Cafe Leib war ein schöner Beweis für das wachsende Verständnis, das der Jugend entgegengebracht wird. Nach dem Einzug der Wimpel schmetterte eine Sängerschar den Eltern und Gästen einen „Guten- Abend-Gruß" zu. Die
Obergau-Zungmädelführerin Desch
aus Wiesbaden sprach von der großen Freude, mtt der auch die Jungmädel dem Rufe des Führers gefolgt find. Im Obergau Hessen-Nassau sind es 63 000 Junamädel, die hinter dem Hakenkreuzbanner marschieren. Es sollten aber alle Mädel erfaßt und auch in der Hitler-Jugend erzogen werden. Diese Erziehung muß aber mit Schule und Elternhaus zusammen erfolgen. Bei den Hitler-Mädeln seien es vorgeschulte Führerinnen, die die Kleinen betreuen. Auf der Jungmädelschule in Wiesbaden seien sie weltanschaulich und körperlich für ihre Führeraufgabe vorbereitet worden. Außerdem sorgten Wochenendschulungen für eine laufende Vertiefung. Elternabende sollten die Jugend bei Spiel und Arbeit zeigen. Wie ernst die Jugend bei der Sache sei, fei immer wieder ersichtlich. Beim Winterhilfswerk waren sie mit freudigem Herzen dabei und haben Wäsche für die Kleinsten gesammelt. Die Jungmädel wollten auch heute ihren Eltern etwas zeigen von ihrem Können, damit die Eltern auch Anteil gewinnen. Aus dem Verständnis für die Ar-
3n einer stark besuchten Versammlung der Reichsbetriebsgemeinschaft 8 Druck, die am gestrigen Dienstagabend im Saale des Hauses der Deutschen Arbeitsfront in Gießen stattfand, vereinigten sich die Angehörigen des graphischen Gewerbes der Kreise Gießen und Wetzlar, um einen Vortrag von
Pg. Sepp Roeder, Berlin, den Fachreferenten in der Deutschen Arbeitsfront und Verbindungsmann zwischen der Leitung der DAF. zum Handwerk über die Entwicklung und die Lage im graphischen Gewerbe zu hören. Der Vortragende wies einleitend darauf hin, daß in unserer Zeit mehr denn je zuvor der G e m e i n s ch a f ts- ged an ke Gemeingut aller deutschen Menschen und insbesondere natürlich auch im graphischen Gewerbe sein müsse. Dieser Gedanke der Gemeinschaft sollte besonders im graphischen Gewerbe heute eine Selbstverständlichkeit sein. Das ergebe sich auch aus der besonderen Lage dieses Gewerbes, dem aus staatspolitischen Gründen besondere Opfer auferlegt werden mußten, der Gedanke dieser Opfer müsse auch allgemein verstanden werden. Man solle sich nur vor Augen halten, in welcher ungesunden Weise das graphische Gewerbe vor der Machtübernahme durch den Bedarf an Druckerzeugnissen der verschiedensten Parteien für ihre Propaganda (Zeitungen, Zeitschriften, Flugblätter, Wahlaufrufe usw.) aufgebläht gewesen sei. Daraus habe sich ein Zustand ergeben, mit dem man im Hinblick auf die staatspolitischen Notwendigkeiten nicht länger einverstanden sein konnte, der vielmehr eine einschneidende Aenderung erfahren mußte. Lediglich zur Schaffung von Arbeitsplätzen könne niemand die Vielzahl von Parteien zurückwünschen. Im Vordergrund müsse vielmehr als allein maßgeblich der Gedanke der Gesamtheit stehen. In diesem Zusammenhang erinnerte der Redner an ein Wort des Führers vom Jahre 1921, in dem er damals sagte: „Wenn wir an uns denken, brauchen wir gar nicht das Werk zu beginnen. Wir haben nur einen Gedanken: Deutschland! Was mit uns geschieht, ist gleichgültig, wichtig allein ist, daß das Volk
Von dieser Sachlage ausgehend, betonte der Redner erneut das Prinzip der Qualitätsarbeit und der höchsten beruflichen Leistung.
Hur ans der Qualitätssteigerung könne auch eine Steigerung des Auftragseinganges und damit eine Besserung in der wirtschaftlichen
Lage der Betriebe erwartet wsrden.
Der beste Weg zur Gesundung des Gewerbes sei der der Q u a {i t ä t s ft e i g e r u n g und die damit verbundene Auslese der Besten unter den Betrieben.
Zur Lage der Presse bemerkte der Redner, die Bedeutung der parteieigenen Presse auf Grund ihrer Leistungen in der Kampfzeit der Bewegung
Gottesdienst zum 30. Januar.
Stadtkirche Gießen.
Mittwoch, 29. Januar, 20 Uhr: Gottesdienst aus Anlaß der Wiederkehr des Tages der Machtübernahme durch den Führer; Propst Knodt.
30. Januar. Blünzenberg.
19.30 Uhr: Festgottjrskienst, gemeinsam für die Gemeinden Münzenberg und Trais-Münzenberg.
Trais-2Nünzenberg.
19.30 Uhr: Teilnahme am Münzenberger Fest- gottesdienst.
Oberhesien.
Brand in einem Flachslager.
* Bellersheim (Kreis Gieren), 29.Jan. In einem ehemaligen Fabrikgebäude am hiesigen Bahnhof hat die Bäuerliche Hauptgenoffen- schäft ein Lager errichtet, in dem sich u. a. auch etwa 350 Zentner Flachs befanden. Am heutigen Mittwoch sollte mit dem Ausdrusch dieses Flachses begonnen werden. Gestern gegen 22.15 Uhr bemerkte man in dem Lagergebäude Feuer, das sich rasch ausbreitete und das ganze Flachslager, sowie einen Teil des Fabrikgebäudes in Schutt und Trümmer legte. Es wurde sofort Brand st iftung vermutet und nach dieser Richtung hin die Untersuchung eingeleitet. Dabei lenkte sich der Verdacht auf einen Mann, der noch in der Nacht von der Hungener Gendarmerie verhaftet wurde. Im Verlaufe des Verhörs legte der Verhaftete das Geständnis ab, daß er den Brand angelegt habe. Als mutmaßliche Ursache kommt in Betracht, daß der Mann bei der für heute vorgesehenen Druscharbeit nicht mit vorgesehen war.
Historisches aus Steinbach.
-- S t e i n b a ch , 28. Jan. Bei einer durchgreifenden (Erneuerung seines Wohnhauses im Jahre 1913 hat der heutige Altschreinermeister Ernst Nicolaus einen beinschristeten Balken seines Hauses entfernen müssen, weil dieser angefault war. Nach der Pfarrchronik hat der damalige Pfarrer Köhler, dessen Witwe heute in Gießen lebt, als Inschrift festgestellt: „Wo Gott nicht bauet das Haus, So ists mit unsrer Arbeit aus. Anno Domini 1617. Kaspar Herbert bauet mich, Hieronimus Dem aufrichtet mich den 27. Februarius". So wäre dieses Haus das älteste der jetzt noch in Steinbach stehenden Häuser, so schreibt der Chronist und hat sicher recht damit. Durch den großen Brand in Steinbach am 28. Juni 1842, der 48 Scheunen mit den Stallungen und 25 Häuser völlig in Asche legte und noch viele Häuser stark beschädigte, sind viele Zeugen der Vergangenheit vernichtet worden. Auch das Haus Nicolaus, das, wie die meisten Häuser und Scheunen damals, noch ein Strohdach hatte, hatte schon Feuer gefangen, konnte aber gerettet werden. So ist das Haus heute noch der Wohnsitz der Familie Nicolaus. Der erste der Familie ist der schiffenbergische Reiter und nachmalige herrschaftliche Unterförster zu Steinbach. Joh. Daniel Niclas auch Nicol genannt; er erscheint Anfang des 18. Jahrhunderts in den Kirchenbüchern. Seine Herkunft, er ist etwa 1670 geboren, ist noch ungeklärt. Ihm folgten der Sohn Johann Michael, der Enkel Joh. Christoph und der Urenkel Johannes im Amte als Fernewaldförster. Der Sohn des letzteren war Joh. Philipp Nicolaus, er war Schmiede- meister, dessen Sohn ist der obengenannte Ernst Nicolaus senior, der erste Schreinermeister der Familie Nicolaus. Die Vorfahren mütterlicherseits dieses ersten Schreinermeisters waren Schreiner. Sein Großvater Henrich Arnold, dessen Schwiegervater Joh. Henrich Schneider waren ebenfalls Schreiner- meister, so daß das Schreinerhandwerk seit rund 150 Jahren in dem Hause betrieben wird. Die in Gießen ansässigen Familien Nicolaus und derOber- vrstmeister Nicolaus gehen ebenfalls auf den Stamm Nicolaus in Steinbach zurück. Ein anderer Zweig der Familie ist im bayerischen Allgäu an» affig und betreibt in Ronsberg und Günzach große Papierfabriken.
Der oberbessische Schäfertag.
Zur Vermeidung von Mißverständniffen wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß die zweite Verordnung des Reichsarbeitsministers zur Durchführung des Gesetzes über die Einführung eines Arbeitsbuches vom 17. Januar 1936 (Reichsgesetzblatt I Seite 24) sich lediglich auf diejenigen Betriebsgruppen bezieht, die in der ersten Bekanntmachung des Präsidenten der Reichsanstalt vom 18. Mai 1935 genannt sind. Die Verordnung Reichsarbeitsministers gilt demnach noch nicht die jetzt aufgerufenen Betriebsgruppen.


