Vorsitzenden Wilhelm Reuschling, die in üblicher Weise aeehrt wurden. Aus dem Jahresbericht des Vorsitzenden war zu entnehmen, daß der Verein gegenwärtig 168 Mitglieder zählt, und zwar 45 aktive und 123 passive. Die Mitgliederzahl hat sich gegen voriges Jahr etwas erhöht. Zu Ehrenmitgliedern wurden sieben Sangesbrüder ernannt; es sind dies Fritz Weller IV., August Langsdorf, Friedrich Germer, Kaspar Weller,, Ludwig Weller, Ludw. Volk und Ludw. Weinandt. Die Vereinsrechnung, die einen recht günstigen Stand zeigt, war von den Sangesbrüdern August Adolph und Wilhelm Volk VII. geprüft und für richtig befunden worden, so daß dem Rechner Wilhelm Kehl Entlastung erteilt werden konnte. Die Wahl zum Vereinsführer ergab die einstimmige Wiederwahl des verdienstvollen seitherigen Vereinsführers Friedrich Mülln. Dieser berief als seine Mitarbeiter in den Vorstand: Willi May als Schriftwart und Karl Jung als dessen Stellvertreter, Wilhelm Kehl als Kassenwart und Otto Hahn als dessen Stellvertreter, Fritz Weller als Vereinsdiener und Reinhold Wagner als Sachverwalter. Es wurde noch beschlossen, an neu zu ernennende Ehrenmitglieder, wie seither, Ehren-
s i ch t i g u n
Nachdruck verboten!
7. Fortsetzung.
Der Reichsberufswertkampf ist die Zahresschau der Mehrleistung zum Besten der Ration.
* Leihgestern, 28. Jan. Dieser Tage fand die 61. Hauptversammlung der hiesigen Kriegerkameradschaft bei Kamerad Dern statt. Zu Beginn der recht gut besuchten Versammlung gedachte der Kameradschaftsführer der im letzten Jahre verstorbenen drei Kameraden, deren Andenken in der üblichen Weise geehrt wurde. Hierauf gab er einen Rückblick über das abgelaufene Jahr, würdigte den 18. und 30. Januar als Marksteine in der Geschichte des deutschen Volkes, erinnerte an die Rückkehr des Saargebietes und die Wiedererlangung der Wehrhoheit durch unseren Führer und Reichskanzler. Dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß die Kameradschaft ihre frühere Mitgliederzahl wieder erreicht hat. Der Reichskriegertag in Kassel wurde von 20 Kameraden besucht. Das Schießwesen wird aut gepflegt. Acht Gruppen beteiligten sich am Kyffhäuser-Wettschießen. Sieben bronzene und zwei silberne Ehrennadeln wurden
Vortrag in der „Alten Schule" statt. Die Beteiligung war befriedigend. Bei der Gehöftbesichtigung wurde über die zweckmäßigste Lagerung des Stall- dunges gesprochen. Weiter wurde die Haltung von Fleckvieh als bodenständiges Vieh empfohlen. Bei Neuanlagen von Stallungen wurde die Anbringung von Dunstschächten und Freßgittern als zweckmäßig bezeichnet. Im Verlause des Vortrages in der „Alten Schule" wurde über die bessere Auswertung des Futters und den Anbau von Luzerne, Flachs und Oelfrüchten im Interesse der Erzeugungsschlacht gesprochen. Ganz besonders wurde auf die Notwendigkeit der Schaffung von Grünsutter- und Kartoffelsilo hingewiesen. Der Ortsbauernführer dankte dem Vortragenden und schloß dann in der üblichen Weise.
zwar auf den ersten Anhieb an einen reizenden Herrn, dem die Zimmer sofort gefielen und wir auch. Ich hab ihm auch mächtig die Cour gemacht! Mutti war süß wie immer, hätte nie und nimmer den vorher verabredeten Preis gefordert, wenn ich sie nicht immerfort heimlich auf den Fuß getreten hätte, als wir im Wohnzimmer saßen. Das heißt: ich hoffe, es war ihr Fuß — mir find nachher Zweifel gekommen."
„Aber Grete, was redest du da für einen blühenden Unsinn zusammen", schalt die weiche lachende Stimme durch den Draht. „Was soll denn das heißen mit Vermieten?"
„Daß Doktor — wart mal, hier liegt seine Karte. Also, daß Doktor Franz Richard Goebel ab ersten Februar 1929 bei Frau Margret Mervius als zahlender Gast in die vorderen Prunkgemächer einzieht."
Ein Stirnrunzeln. Die schöne Frau im buntseidenen Kimono drückte den Hörer fester ans Ohr. „Grete, sei jetzt mal endlich ernst, wenn ich bitten darf! Du willst doch nicht sagen, daß Mama Zimmer vermietet?"
Jawohl, holde Schwesterseele, indem die staatlichen Finanzen nämlich eine kleine Aufbesserung nötig haben. Der Doktor ist reizend, sieht stubenrein aus und zahlt gut. Was willst du mehr?'
„Ihr seid in Geldverlegenheit und sagt es mir nicht? Das nehme ich euch direkt übel!"
„Liebes, gutes Elflein, glaubst du, Mutti und ich würden je schwiegersöhnliche Unterstützung annehmen, solange wir einen Finger rühren können? Haben wir Mervius' uns nicht stets nach der jeweiligen Decke gestreckt, du auch früher? Na also! Je weniger der Geldpunkt zwischen Verwandten berührt wird, je wärmer blüht die Liebe zu einander. Mache dir keine Gedanken, wir sind ganz außerm Häuschen vor Vergnügen, Hans hilft alles umräumen, und Mutti hat ihre schönsten Weihnachtsaugen. Uebermorgen darfst du kommen und dir die neue Wohnung ansehen, Mittwoch erfolgt Einzug des Gastes auf der Wartburg. Und jetzt hauche keine weiteren Fragezeichen in den Kasten, denn ich habe keine Zeit mehr, Hans braucht mich. Mutti schickt einen Kuß! Grüß Teddy schön, Adjüs!"
Nein, sowas! Elfriede Stalling war noch ganz benommen von dem Gehörten, als sie ihrem Mann am Tisch gegenllbersaß und zusah, wie er kunstgerecht einen Hasenrücken zerlegte. Aber sie wartete
mit dem Berichten ihrer Neuigkeit, denn Essen war ein feierlicher Akt für Theodor Stalling. Frisch und gepflegt saß er da, hatte ganz rosige Wangen von den Uebungen, die er stets nach dem Bade vor- nahm. Er glänzte geradezu vor Tadellosigkeit.
Was hatte vorhin die närrische Grete noch von Nach-der-Decke-strecken gesagt? Ach ja — die blonde Frau reckte sich ein wenig, ließ den Blick durch den großen, elegant eingerichteten Raum gleiten, der ihr chon manchmal etwas protzig vorgekommen war. Sie hatte es schon gut bei Teddy, man durfte nicht zuviel verlangen, überall blieben Wünsche übrig — Als das Stubenmädchen abgeräumt, das kleine kostbare Mokkaservice auf den Tisch gestellt hatte und Stalling, eine Zigarre zwischen den Lippen, sich behaglich in seinen Stuhl zurücklehnte, brachte Elfriede ihre Neuigkeit vor. Und war ganz überrascht über deren Wirkung. Stalling furchte die Brauen und setzte sich jäh wieder auf.
„Was sagst du, vermietet? Die sind ja verrückt! Wenn sie in Geldnöten sind, können sie sich doch mit mir beraten! Vermieten, ausgerechnet jetzt — was werden denn die Menschen sagen — — das könnte mir gerade passen. Wann hast du Grete ge- sprachen, vorhin? Da will ich doch mal gleich —" Er erhob sich kurzerhand, ging ins Herrenzimmer nebenan und hob den Hörer vom Apparat auf seinem Schreibtisch. Elfriede sah seinen breiten Rücken über die Platte gebeugt. „Er wird zu dick", dachte sie zerstreut, auf seine Worte horchend, „früher hatte er doch nicht dieses Nackenpolster über dem Kragen? Er ißt zu viel — wir werden wieder nach Karlsbad müssen." Es hatte ihr dort wenig gefallen.
Was war nur — die erste Freundlichkeit der Begrüßung war einer unerklärlichen Heftigkeit gewichen. „Aber Teddy, du wirst ja ganz grob!" mahnte sie halblaut. Wenn das die Dienstboten hörten! Warum erregte ihn Mamas Vermietungs» plan so sehr, war doch eigentlich riesig schneidig von ihr, sich allein weiterhelfen zu wollen. Tapfere kleine Mama--o ja, die Mervius' haben schon
ihren Stolz, mein Guter, die brauchen keine Almosen! „Ich muß herausfinden, was im Haushalt und an Garderobe gebraucht wird", sann sie weiter, „von mir lassen sie sich noch am ehesten--
und fuhr zusammen.
(Fortsetzung folgt!)
wg. Großen-Buseck, 28. Januar. Der Gesangverein „Heiterkeit - Sängerkranz" hielt im Vereinslokal Wagner seine Jahreshauptversammlung ab. Vereinsführer Wilhelm Seipp eröffnete die Versammlung. Vereinsrechner
Und was für eine! So etwas gibt's nur in dieser" einzigen Luxusausgabe", erklärte Grete, ihren Arm durch den der Mutter schiebend.
Frau Margrst lachte, ein bißchen verlegen. „Gut, daß du so bescheiden in deinen Ansprüchen bist!"
Gar nicht wahr", widersprach das Mädchen mit freudefunkelnden Augen. „Sie kommen in einen erlauchten Kreis, Herr Doktor, von dessen Allweisheit und -Vermögen Sie noch keine Ahnung haben! Hier wird das Unmögliche möglich gemacht."
„Diese Kunst bitte ich auch mir freundlich bei- bringen zu wollen", erwiderte der Doktor in denu selben Ton, „vielleicht gelingt es Ihnen gar, mich aus den Klauen meiner Waschfrau zu befreien! Sie zerreißt alles schauderhaft und rechnet viel zu hohe Preise, aber ich wagte bisher nicht recht, was zu sagen, — das besorgt sie nämlich selbst ausgiebig.
Auch dafür wird Rat aefunben, gelt, Mutti? Wenn wir in geschlossener Front angreifen, erstickt jeder Widerstand im Keim!"
In heiterer Stimmung trennten sie stch. Und der grauhaarige Mann mit dem feinen Gelehrtenkopf ertappte sich dabei, daß er während des Weites gehens ganz leise vor sich hinpfiff. Es war doch schön zu wissen, daß es auf dieser sorgenbeschwerten Welt noch fröhliche Menschen gab.
9. Kapitel.
„Hallo, hier Grete! Na endlich, du Bummellin- chen, wo hast du nur den ganzen Tag gesteckt. Ich hab schon fünfmal angerufen, muß dir etwas er» zählen." . ,
„Hallo, Gretelein! Ich habe ln der Stadt geluncht, weil Teddy eine große Aussichtsratssitzung hatte, nachher Besorgungen gemacht, und dann waren Frau Bruck und ich im Kino. Ja, und dann tranken wir Tee im Bellevue. Vor einer halben Stunde kam ich nach Hause, bin eben beim Anziehen. Teddy plantscht nebenan unter der Brause und prüftet vor Wonne wie ein Walroß. Was wolltest du mir denn erzählen. Kleines?"
"Um Gotteswillen, Gretel—ist etwas geschehen?"
„Nein, nein — nur — du sollst es als Erste erfahren —" ,
„Gretel, du hast dich verlobt!
I wo warum gleich das Schlimmste denken! Deswegen rief ich noch lange nicht fünfmal an! Was viel Wichtigeres: Vermietet haben wir, und
Bäuerliche uni) städtische Heimkultur
Vortragsabende der NS.-Irauenschast.
Frau Margret neigte erfreut zustimmend den Kopf. Welch klare Augen die Frau hatte, voll wissender Güte und dennoch kinderjung. Selten sah man solche Augen bei den Frauen der Gegenwart. „Darf ich fragen, ob Sie noch weitere Räume vermieten?"
Nein, Herr Dr. Goebel, Sie würden unser erster und einziger Gast sein."
„Umso besser. Gewerbsmäßige Vermieterei ist mir nämlich verhaßt. Seit dem Tode meiner Schwester, die mir jahrelang den Haushalt führte, habe ich mich mit fremder Hilfe weidlich herumgeplagt dann in einer Aufwallung von Ueberdruß den ganzen Hausstand aufgelöst und mich in Pension begeben. Es war auch danach." Ein launiges Lachen Aber hier scheint wieder ein Heim zu locken. Ich gestehe, daß mir Ruhe und Behaglichkeit ziemlich nottun."
„Was an uns liegt, soll von Herzen gern geschehen, daß Sie beides hier finden , sagt Margret Mervius einfach. Irgendwie spürte sie Ges.nnungs- ähnlichkeit bei diesem fremden Manne heraus, dessen ganze Art, sich zu geben, ihr sympathisch war Und sie war dankbar und voll tiefer Freude, die liebvertrauten Räume im Besitz eines Würdigen zu ^Äls sie nach Besprechung der geschäftlichen Einzelheiten im Flur Abschied von einander nahmen, sagte Goebel lebhaft: „Jetzt weiß ich plötzlich, warum Ihr Gesicht mir gleich so vorkam
gnädige Frau, die die ganze Zeit rätselte ich daran herum, kam aber nicht darauf. Da fallt es-mir eben ein, daß Sie die Dame sind, an deren Schulter der junge Mann im Silvestergottesdienst emschlief. Entsinnen Sie sich? Ich saß neben ihm, wollte ihn wecken, aber Sie duldeten es nicht, ließen den armen jungen Kerl ruhig und friedlich weiterschlum- mern. Und da dachte ich bei mir: Das ist gewiß eine Mutter."
erzielt und das Winterhilfswerk durch ein Opfer- schießen unterstützt. An den Fechtverband für Kriegerwaisen wurde als Ertrag einer Sammlung 22,50 Mark abgeführt. An vier bedürftige Kameraden wurden 110 Mark Unterstützung ausgezahlt. Dem Ehrenmitglied Johannes Krämer wurde ein Hin- denburgbild mit einer Widmung des Bundesführers überreicht. Der geschäftliche Teil des Abends schloß mit einem „Sieg-Heil!" auf den Führer urF Reichskanzler.
s Lang-Göns, 28. Jan. Bei der gestrigen dritten Brennholzversteigerung im Gemeindewald, Distrikt Wehrholz, zogen die Preise wieder etwas an. Nur für Reisig fehlte es an Käufern. Es kosteten Buchenscheiter (zu je 2 Raummeter) 18—19 RM., Buchenknüppel 14—16 RM., Eichenknüppel 8—9 RM., Kiefernrundholz 7—9 RM., Wellen je 50 Stück: Buchen 5—6 RM., Eichen 3—4 RM., Tannen 3 RM., Stöcke 3—5 Reichsmark je zwei Raummeter.
y Watzenborn-Steinberg, 29. Jan. Am heutigen Mittwoch begeht Johannes Schmitt, Gießener Straße, in bester- geistiger und körperlicher Freche seinen 8 4. Geburtstag.
I Garbenteich , 28. Jan. Am Sonntag wurde unter allgemeiner Beteiligung der Gemeinde der Schreiner und Landwirt Ludwig Bopp beerdigt. Der Verstorbene hatte ein Alter von achtzig Jahren erreicht und während dieser achtzig Jahre niemals einen Arzt wegen Krankheit in Anspruch genommen. Ein gewiß ganz einzig dastehender Fall, daß ein Mensch in den achtzig Jahren seines Lebens sich steter Gesundheit erfreuen darf, so daß er keinen Arzt nötig hat! Da der Verstorbene an Altersschwäche langsam friedlich einschlief, war eine Inanspruchnahme des Arztes auch in den letzten Tagen seines Lebens nicht nötig, wahrlich ein seltener
Annerod, 28. Jan. Dieser Tag veranstaltete das Amt für Volksbildung im Lokal von Wallbott einen Vortragsabend. Nach der Begrüßung durch Studienassessor Dr. Ham- m e l sprach Studienassessor S z c z e ch - Gießen über
b e r und R. Schmidt für ihre Schießleistungen mit dem bronzenen Ehrenabzeichen aus. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen.
+ Grünberg, 28. Jan. Am Samstag fanb die Generalversammlung der Arbeitskameradschaft der ehemaligen Schüler der Bäuerlichen Werkschule Grünberg statt, an der 80 Kameraden teilnahmen. Ein lehrreicher Filmoortrag von Diplomlandwirt Grünewald zeigte den Arbeitsgang eines neuzeitlich eingerichteten Bauernhofes im Laufe des Jahre. Nach Erstattung des Jahresberichtes und der Rechnungsablage wurde für dieses Jahr eine Besichtigungsfahrt in den östlichen Teil des Bezirkes festgelegt; außerdem wurde den Kameraden der Besuch der Reichsnährstandschau in Frankfurt a. M. empfohlen. In jedem Ort des Bezirkes wurde ein Vertrauensmann bestimmt, dcr die Verbindung zur hiesigen Bäuerlichen Werkschule aufrechterhalten soll, lieber die Aufgaben dieser Vertrauensmänner gab der Leiter der Schule, Landwirtschaftsrat Dr. D i e n st, nähere Erläuterungen. Nach einer Pause schloß sich ein Käme r a dschaftsabend mit Gedichtvorträgen, turnerischen Darbietungen und Tanz an. — Bei der zweiten st ä d t i s ch e n H o l z v e r ft e i g e r u n g, die am Montag im Gasthaus „Rappen" stattfand, kam Holz aus den Forstorten Taufe und Neuwald zum Ausgebot. Trotz der großen Menge des Holzes lagen die Preise durchschnittlich etwas höher, als bei der ersten Versteigerung. Außer den anderen Holzarten kam in der Hauptsache Buchenholz zum Verkauf, von dem folgende Mengen zu den nachstehenden Durchschnittspreisen pro Raummeter verkauft wurden: 511 Raummeter Scheiter mit 7,40 bis 7,90 Mark, 260 Raummeter Knüppel mit 5,40 Mark, 44 Raummeter Stöcke mit 4,80 Mark und 416 Raummeter Reisig mit 60 Pfennig.
CD Lauter, 28. Jan. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt ihre Generalversammlung ab. Der Kommandant eröffnete die Versammlung mit dem Gruß an den Führer. Der Rechner erstattete" den Kassenbericht, der in Ordnung befunden wurde; es konnte ihm Entlastung erteilt werden. Ein Kamerad der Wehr hatte an einem Kurse in Gießen teilgenommen, ein weiterer Kamerad war auf der Führerschule zu Mainz. Die Wehr wurde im vergangenen Jahre nicht alarmiert. Nach Erledigung der Tagesordnung blieben die Karne- raden noch geraume Zeit beisammen.
KrümenlSX«
Nicolai (Großen-Buseck) auf fein 25jähriges Jubiläum als Chorleiter des „Arion" zurückblicken kann, so soll dies Ereignis im Rahmen eines Sängertages der von Herrn Nicolai geleiteten Vereine am 21. Juni 1937 festlich begangen werden. Nachdem der Verein unter Leitung von Chormeister Nicolai noch einige schone Lieder vorgetragen hatte, schloß Dereinssührer Mülln mit dem Bekenntnis der Treue zu Führer und Volk die Hauptversammlung, an die sich noch einige gemütliche Stunden anschlossen.
CO Großen-Linden, 28. Jan. Die Hitler-Jugend hatte die Eltern und die Einwohnerschaft unserer Stadt zu einem Elternabend in die Wirtschaft „Zum Rebstock" eingeladen. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Einmarsch der Fahnen und Begrüßungsmarsch des Spielmannszuges eröffneten den Abend. Scharführer Z y r i a x begrüßte die Eltern. Chorlieder, Sprechchöre und Gedichtoorträge der Hitler-Jugend und des BDM. machten mit der Zielrichtung der Jugend vertraut. Die Jungvolk-Pimpfe trugen durch Kampflieder und Fanfaren-Einlagen zur Verschönerung des Abends bei. Der Spielmannszug füllte die Pausen mit schneidiger Musik. In einem kurzen Theaterstück fand die Not der Memeldeutschen ihren Ausdruck. Der Bund deutscher Mädel machte mit einer Verlosung kleiner Gebrauchsgegenstände viel Freude. Nach einem heiteren Duett, von zwei Hitlerjungen oorgetragen, sprach Gerichtsreferendar Heyd als Vertreter des Bannes 116 über Zwecke und Ziele der Hitler-Jugend. Hitlerjunge Bender schloß den Abend mit einer kurzen Ansprache, in der er zur Opferbereitschaft für die deutsche Volksgemeinschaft aufforderte. Mit dem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer und mit dem Lied der Jugend klang der Abend aus.
das Thema: „Unsere Heimat zur Zeit der Römer und der Völkerwanderung". Der Redner führte in anregender Weise den Zuhörern die Zeit von 50 v. Chr. bis 500 nach Chr. vor Augen. Er schilderte das Vordringen der Römer, den Bau ihrer Befestigungen, den Widerstand der germanischen Völkerstämme und deren Siege zu Ende des 4. Jahrhunderts. Der Redner sprach ferner von den noch vorhandenen Merkmalen (Hügelgräbern) vergangener Zeiten in unserer nächsten Umgebung und schließlich über die Lebensweise unserer Vorfahren. Gleichzeitig gab er Aufschluß über den hohen Stand der Baukunst der Romer. Zum Schlüsse dankte der Stützpunktleiter dem Redner für feine aufschlußreichen Ausführungen. Das dreifache Sieg- Heil auf den Führer Adolf Hitler und das gemeinsam gesungene Horst-Wessel-Lied beschlossen den Abend.
er das Richtige und Artschöne für sich finden. Das trifft sowohl für seine Wohnung als auch für seine Kleidung zU.
Wie Kultur von jedem einzelnen mitbestimmt wird, so muß der einzelne seine Lebensführung, seine Wohnung, Kleidung usw. selbst bestimmen und gestalten. Gerade das Wohnen ist für die Frau ein großes Schaffensgebiet, das ihren eigensten Regungen die Möglichkeit zur Betätigung gibt. Mit einigem Nachdenken und einiger Mutze kann sie viel Schönes und Praktisches schaffen und wird dann erst die richtige Freude an ihrem Eigenheim finden. Oft braucht man dazu nicht viel Zeit und Anstrengung, so daß auch die vielbeschäftigte Frau in solcher Umgestaltung ihrer Wohnung Anregung, Freude und Erholung finden wird.
Die Vortragende sprach dann von den vielen Möglichkeiten einer Neu- bzw. Umgestaltung der Wohnung und zog vor allem diejenigen, die eine Wohnung neu einrichten wollen, in den Bereich ihrer Betrachtungen. Dabei betonte sie das „Wie des Einrichtens, die Voraussetzungen und gab dann viele Anregungen. Die neue Wohnung muß klar und übersichtlich sein und Licht und Lust reichlichen Zugang lassen. Neben den einfachsten und praktischen Möbeln, die ohne Verzierungen, aber doch zweckmäßig sein sollten, verlangen die Tapeten, die dem Licht- und Freudebedürfnis entgegenkommen müssen, und auch die Beleuchtungskörper besondere Beachtung. Der Ausgestaltung, ö. h. der Ausschmückung dienen selbstgefertigte Wirk- und Webwaren. Heute kann man mit geringen Kosten eigene Teppiche, Wandschmuck, ja sogar die Kleidung selbst weben und dabei die Vielfältigkeit der Farben so anordnen, wie sie einem gefallen.
Die Vortragende gab zahlreiche Hinweise und Anregungen für solche Heimausschmückung und unterstützte ihre Worte durch zahlreiche Bilder, die die Wirkung der fertigen Wohnung oder Gegenstände zeigten. Anschließend an die mit reichem Beifall aufgenommenen Vorträge wurden Voranzeigen für die Mütterschulung und das Anlernjahr, sowie Hinweise auf die nächsten Veranstaltungen bekanntgegeben.
Ludwig Scheid gab den Kassenbericht. Die Rechnung wurde in Ordnung befunden, dem Rechner wurde für seine mustergültige Kassenführung Dank gesagt und Entlastung erteilt. Der bisherige 23er- einssührer, der sckn Amt sieben Jahre verwaltete, legte die Dereinsführung nieder. An seine Stelle wurde das seitherige Vorstandsmitglied Ludwig Wagner gewählt, der dem seitherigen Vorsitzenden Dank für seine Arbeit im Dienste des Vereins aussprach. Der übrige Vorstand bleibt in seiner bisherigen Zusammensetzung bestehen. Aus einem Kontrollbericht war zu entnehmen, daß der Besuch der Gesangsstunden als gut bezeichnet werden konnte. Nachdem noch verschiedene Vereinsangelegenheiten ihre Erledigung gefunden Hatten, fand die Versammlung in der üblichen Weise ihren Abschluß.
£ Reiskirchen, 28. Jan. Am Sonntagabend hielt die hiesige Freiwillige Feuerwehr im Saale „Zum Hirsch" ihr Wjnterveranügen ab. Nach dem Eröffnungsmarsch durch die Feuerwehrkapelle unter Leitung von Christian M ö b u s hieß der Kommandant Heinrich Damm die zahlreichen Besucher willkommen. Dann folgte das Theaterstück „Der Schmied von Ruhla", das mit großem Beifall ausgenommen wurde. Die Pausen wurden durch die flotten Märsche der Musikkapelle ausgefüllt. Am Ende des ersten Teiles dankte der Kommandant nochmals den Gästen für ihr zahlreiches Erscheinen, sowie den Mitwirkenden und Gönnern der Freiwilligen Feuerwehr. Im zweiten Teil des Abends folgten Verlosung und Tanz.
ch Ettingshausen, 28. Jan. Die K r i e g e r« kameradschaft Ettingshausen hielt ihre 61. Generalversammlung ab. Kameradschaftsführer Keil gedachte zunächst des verstorbenen Kamera- den Philipp Gerhard. Sodann wurde der Kassenbericht erstattet, der in Ordnung befunden wurde. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der Propagandawart gab sodann einen Rückblick auf das vergangene Jahr. Der Kameradschaftsführer gab einige neue Anordnungen bekannt. Der Kreisschießmeister, Kamerad Klein, Gießen, zeichnete । die Kameraden Philipp Keil V., Heinrich Sch o m-
Zu der NS.-Frauenschaft sprach an zwei Abenden im Gymnasium in der Bismarckstraße Frl. W e st p h a l von der Aliceschule über ein die Frauen besonders interessierendes Thema. Hierzu hatte sie eine reiche Ausstellung von Gegenständen, die unsere Wohnungen schmücken, zusammengetra- gen, um die Möglichkeit zu bieten, den Unterschied zwischen dem, wie es sein könnte, und jenem, wie es nicht sein sollte, leichter kenntlich zu machen. Denn jeder Mensch, so sagte sie, der aus sich etwas Neues gestalten will, braucht Anregung. Auch der Frau geht es bei der Ausgestaltung der Wohnung nicht anders. Das heißt aber nicht, daß sie nachahmen muß, sondern das Beste und Zweckmäßigste herausfinden, um es für die eigenen Verhältnisse zu verwenden. Es paßt eben nicht alles zu dem einzelnen, dafür sind bie Menschen und die gegebenen Voraussetzungen zu verschieden. Der einzelne aber kann es umgestalten und umformen, damit es für seine Verhältnisse paßt und sich auch schön ausnimmt. Frauen haben dabei oftmals eine sehr glückliche Hand. Dabei ist aber zu beachten, daß nicht das Billigste aus den Warenhäusern kommt, sondern das jede Frau sich durch wenige Arbeit mit einfachstem Material oft die ansprechen- sten Gegenstände selbst schaffen kann.
Was wir heute ablehnen, ist die Verdrängung gut bäuerlicher Einrichtungen aus den Bauernhäusern. Wer einmal auf dem Lande sich umschaut und die schönen alten Fachwerkhäuser betritt, der wird oft erstaunt sein, wenn er in ihrem Innern die modernsten Einrichtungen findet, die gar nicht in diese Häuser und gar nicht zu diesen Menschen passen. Es gibt noch wenige Bauern, die die fortschrittliche Technik in zweckmäßig schöner Art mit ihren althergebrachten Einrichtungen zu verbinden wußten. Etwas, was man sowohl auf dem Lande als in der Stadt antrifft, sind die Decken mit den fertigen Mustern. Frauen sollten solche Sachen ablehnen und sich solche Muster selbst schaffen, um zu zeigen, was eigens zu ihnen paßt. Wenn der Bauer seine Anregung aus seiner Heimatkultur herholt, von den Dingen, die seine Vorfahren geschaffen haben, und wenn er diese zweckmäßig für die Gegenwart umformt und umgestaltet, dann wird
urkunden zu verleihen. Der in der Hauptversammlung anwesende Ortsgruppenleiter der NSDAP, sprach dem Verein Dank und Anerkennung für die Mitwirkung bei öffentlichen Feiern aus. Er gab seiner Freude Ausdruck über die schöne Art der Pflege der Volksgemeinschaft in dem Verein. Da im kommenden Jahre Ehrenchormeister Konrad
= Annerod, 28. Jan. Dieser Tage wurde hier unter Führung von Berufsschullehrer Diplomlandwirt S t e i n m a n n - Gießen eine Gehöftbe - g vorgenommen. Anschließend fand ein der „Alten Schule" statt. Die Beteili-
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Homan von H. von Hellermann.
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