Deutschlands Weihnachtsgruß an seine Kinder im Ausland.
Oer Stellvertreter des Führers sprach am Heiligabend im Rundfunk.
Berlin, 24. Dez. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, sprach am Heiligabend im Rundfunk zu den deutschen Volksgenossen im Auslande und in der Heimat. Rudolf Heß führte u. a. aus:
Zum vierten Male dringt am Heiligen Abend des Weihnachtsfestes eine deutsche Stimme durch den Aether und sucht die Deutschen überall auf der Welt. Größer und größer ist die Zahl derer draußen geworden, die diese Skimme hören. Und es ist ein so beglückendes Gefühl zu wissen, daß Millionen Menschen gleichen Blutes und gleicher Art am schönsten und innigsten ihrer Feste dieser Stimme lauschen. Wir wissen hier zu Hause, daß ihr alle, wo immer ihr heute sein mögt, ob Glück und Not bei euch sind, ob euch das Gastland zur zweiten Heimat wurde, ob Segen eure Arbeit krönte, ob ihr schwer um eure Existenz kämpft, ob ihr zufrieden auf die Frucht eures Schaffens blicken könnt oder ob euer Schicksal hart ist — wir wissen, daß es kaum einen deutschen Menschen gibt, der sich nicht besonders und gerade heute nach seinem Deutschland sehnt. Nach seinem Deutschland, das glücklich und stolz wäre, euch zu zeigen, daß ein einiges und frohgemutes Volk in Kraft und Frieden, in Sicherheit und Selbstbewußtsein, in Ehren und in Würden diese Weihnacht begeht. Es ist darüber hinaus glücklich, daß abermals Millionen Menschen mehr ihren Lichterbaum im umfriedeten Heim stehen haben und im warmen Hause mit einer frohen Jugend Weihnachten feiern können, die in den Augen und Herzen der Kinder ihren schönsten Widerschein findet.
Unser Glück liegt nicht in materiellen Gütern, sondern es erfüllt uns von innen durch das Bewußtsein, daß wir als Volk unsere Pflicht uneigennützig getan haben vor dieser Generation und vor kommenden Generationen! Wir haben unser können und unsere kraft alle eingesetzt, um den Organismus des deutschen Volkes weiter zu erneuern, die deutsche Arbeit weiter aufzubauen und dem Volk und seinem Schaffen Schuh zu geben durch den deutschen Soldaten. Cr sichert uns den Frieden allein durch sein Vorhandensein. Auch in dieser Stunde hören mit ihren Volksgenossen daheim und draußen viele deutsche Soldaten diesen Worten zu, und sie hören auch das Bekenntnis, für das diese feierliche Stunde weihevoller Anlaß ist. Sie hören das Bekenntnis, daß das deutsche Volk i n d e r Sicherung des Friedens für sich und d i e D e l t eines der erstrebenswertesten Ziele menschlicher Anstrengungen sieht und daß es als größten Wunsch den Wunsch an das Schicksal empfindet, es möge den bedrängten Völkern Friede werden.
Um so inniger hegt es diesen Wunsch, als gerade im zu Ende gehenden Jahre die Bedrohung des Friedens der Welt durch den Bolschewismus zu genommen hat. Aber zum Glück der Kulturvölker hat mit der wachsenden Gefahr auch die wachsende Erkenntnis um sich gegriffen, daß nur dieser Weltfeind es ist, der den arbeitsamen Frieden der Völker, das Glück der Staaten und die Wohlfahrt der Nationen ständig bedroht — hat die Erkenntnis um sich gegriffen, daß Bolschewismus die Zerstörung des Edlen und Guten durch eine Weltrevolution des Niedrigen und Schlechten bedeutet. Einige führende Männer haben die große Gefahr unserer Zeit in ihrer ganzen Tragweite erkannt und haben das Ihre getan, eine Einheit zur Abwehr dieser Ge- fahr zu schaffen. Wir Deutschen danken dem Führer, daß er durch eine Politik der Verdichtung der guten Beziehungen zum faschistischen Italien und durch den Antikominternoertrag mit Japan neue bedeutsame Schritte getan hat zur Sicherung Deutschlands und der Welt vor dem Bolschewismus!
Adolf Hitler Hal uns Deutschen an Stelle des bolschewistischen Zerstörungswillens, der uns bedrohte, ein wahrhaft religiöses Aufbauideal gegeben! Und wir hier in der Heimat wollten, wir könnten euch zeigen, wie es wirksam geworden ist: Die die Schlote einst brachliegender Werke wieder rauchen, wie der Bauer über neugewonnenes Land den Pflug zieht; wir möchten euch die Schiffe zeigen, die auf Stapel liegen oder schon erstanden, um unter der Hakenkreuzflagge den freundschaftlichen Beziehungen der Völker zu dienen; wir möchten euch stolz durch unsere Waffenschmieden führen, die für unsere und euere Sicherheit schaffen; möchten euch auf den Straßen Adolf Hitlers entlangfahren und sagen: Das haben wir unter ihm für Deutschland, für euch und für uns geschaffen!
Unsere Stärke ruht in unserem Glauben und in unserer Treue. Aus Glauben und Treue, die wir der Jugend ins Herz pflanzen, wächst die Zukunft unserer Nation. Wie diese Jugend aussieht, das möchte Euch ebenfalls die Heimat zeigen. Sie möchte Euch zeigen, welch junges Geschlecht heranwächst. Ihr müßtet ihnen in die Augen sehen können, unseren Pimpfen, unseren Hitlerjungen und Mädeln, den SA.- und SS.-Männern, den jungen Kameraden im Arbeitsdienst und in der Wehrmacht — Ihr müßtet sehen können, wie in diesem Volk Jahr um Jahr mehr wieder seine rassische Eigenart in dem Gesichtszug zum Ausdruck kommt, wie es rassisch immer besser wird, ich möchte fast sagen: von Geburt zu Geburt, und Ihr würdet noch stolzer werden auf Eure Heimat. Denn hinter diesen anständigen und edlen Gesichern, in diesen rassisch sauberen Körpern, da wächst in der Einzelpersönlichkeit und in der Gesamtheit e i n seelischer Gehalt unseres Volkes heran, auf den stolz zu sein wir wohl ein Recht und für den dankbar zu sein mir eine Pflicht gegen das Schicksal haben. Wir haben für diese innere Verwandlung unseres Volkes gekämpft, und wir wer- den weiter dafür kämpfen — ein genesenes Vvlk ist der Lohn unseres Kampfes.
In dieser Gemeinschaft gedenken wir heute am Heiligen Abend ganz besonders herzlich all der Deutschen, die auf schwerem Po st en brau-
ßen für Deutschland stehen und ihre Pflicht für Deutschland erfüllen. Wir gedenken der vielen S p a n i e n d e u t f ch e n, die dank des tatkräftigen Eingreifens unserer Marine in Sicherheit gebracht werden konnten, in ihrer Mehrheit aber das schwere Los so vieler Auslandsdeutscher der vergangenen Zeit getroffen hat, ihr meist in schwerer Zeit erworbenes Hab und Gut in der Fremde zurücklassen zu müssen. Und wir gedenken in Trauer der sieben Deutschen, die ihr Leben lassen mußten, nur weil sie Deutsche waren. So wie wir nicht vergessen Wilhelm G u st- loff, der auf seinem Posten blieb, obwohl es ihm zur Gewißheit geworden war, daß die Feinde des neuen Deutschlands seinen Tod beschlossen hatten. Wir wollen zugleich aber nicht vergessen, uns anerkennend jener Gastländer unserer Volksgenossen draußen zu erinnern, die in einem wachsenden Verständnis für das antikommunistische und damit kulturerhaltende Wirken der NSDAP, in Deutschland es den Deutschen draußen nicht erschweren, sich zu den neuen Ideen der Heimat und zu der Organisation zu bekennen, die diese Ideen trägt.
Wir gedenken all der Deutschen, die in der Welt für Deutschland wirken und schaffen. Ich weiß, wieoiele Gedanken der Liebe an diesem deutschesten aller Feste hin- und widergehen. Ich weiß, daß überall, wo der Lichterbaum brennt, in deutschen Menschen mehr noch als sonst das Deutschtum zum Bewußtsein kommt — daß zum Bewußtsein kommt die Liebe zu der Heimat, deren innerstes Wesen dieses Heimatfest hat werden lassen. Ich weiß, wie die Herzen derer heute nacht höher schlagen, die dieses Wesen der Heimat meist unbewußt mit sich hinausgetragen haben in die Weite der Fremde, oder die Herzen derer, die ihr Deutsch
tum in sich wieder entdeckten, das neu aufbrach, weil Deutschland zu einem schöneren und stolzeren Deutschland geworden als je zuvor. Das große neu erstandene Deutschland wünscht all seinen Kindern draußen und in der Heimat ein inhaltsreiches und glück- liches neues Jahr.
Weine deutschen Volksgenossen! Wir alle, die wir litten unter dem Zusammenbruch des Deutschland von einst, die wir litten unter der Entehrung, unter der Schmach, unter der Ohnmacht, unter der Not, die über unsere Heimat gekommen war, wir können das Fest der Deutschen nicht vorübergehen lassen, ohne in tiefster Dankbarkeit des Wannes zu gedenken, der das neue Deutschland, das Deutschland unserer Liebe, unserer Hoffnung und unseres Stolzes werden lieh — des Wannes, der mit einer Hingabe sondergleichen über diesem Deutschland und über dem Wohl und Wehe seiner Kinder herinnen und draußen wacht, dessen Leben aufgeyt in der Sorge um Deutschland. And wir können zugleich nicht Weihnacht feiern, ohne von ganzem Herzen dem höheren zu danken, der den Deutschen in schwerster Not ihren Führer sandte und so sichtbarlich seinen Segen gab. Wir bitten zugleich den göttlichen Lenker der Welten, daß er auch im kommenden Jahre dem Führer und seinem Volke seinen Segen schenken möge. Wir wollen ihm zugleich versprechen, uns seines Segens würdig zu erweisen.
Weihnachtsfeier des Führers
mit seinen Alten Kämpfern.
München, 24. Dez. (DNB.) Der Adjutant des Führers, SA.-Obergruppenführer Brückner, war es, der im Jahre 1930 zum ersten Male in München eine gemeinsame Weihnachtsfeier der ältesten und treue st en Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung anregte. Seit diesem Heiligabend des Jahres 1930 verlebt nun der Führer Jahr um Jahr traditionell die Mittagsstunde des 24. Dezember inmitten seiner alten Münchener Garde. Der große Saal war ganz in frisches Tannengrün gehüllt, die langen Tischreihen liebevoll mit Tannengirlanden und roten Kerzen geziert, und jeder Gast fand an seinem Platz die festlich verpackte Gabe, die ihm der Führer gewidmet hatte. Der Dank an Adolf Hitler fand seinen sichtbaren Ausdruck schon in der Begeisterung, mit der der Führer bei seinem Erscheinen begrüßt wurde. Gauleiter Adolf Wagner sprach im Namen aller, wenn er in herzlichen Worten die Freude der Alten Garde zum Ausdruck brachte. Wie immer richtete der Führer eine kurze, von Herzen kommende und zu Herzen gehende Ansprache an seine alten Mitkämpfer, in der er insbesondere einen Rückblick auf das vergangene Jahr gab und die Aufgaben der Zukunft skizzierte. Immer wieder wurden die Worte des Führers von tosendem Beifall unterbrochen, der sich am Schluß zu einem minutenlangen Jubel steigerte. Als die 1100, längst nachdem der Führer den Saal verlassen hatte, mit ihren Geschenken heimwärts gingen, hatten sie das stolze und beglückende Gefühl, daß die schönste Freude dieses Weihnachtsfestes ihnen wieder die Stunde mit dem Führer war.
KinderbesOerung bei Göring.
Berlin, 24. Dez. (DNB.) Ministerpräsident Hermann Göring hatte die Kinderder ärm- sten Volksgenossen aus den Berliner Bezirken im Alter von 5 bis 11 Jahren wenige Stunden vor dem Heiligen Abend in das Konzerthaus „Clou" eingeladen, um ihnen eine Weihnachtsbescherung zu bereiten, wie sie selbst kühnste Kinderträume nicht erhofften. Liebevoll find die Gaben
aufgebaut. Spielsachen in reicher Abwechslung, warme Kleidung, Unterzeug, auf jedem Platz ein bunter Teller und ein Buch Hermann Görings mit eigenhändiger Unterschrift. An die Eltern, die ie begleiteten, war ebenfalls gedacht worden. Ihnen chenkte der Ministerpräsident einen reich ausge- tatteten „Futterkorb". Bei Kaffee und Kuchen pielte die Kapelle des Regiments Göring Märsche und Weihnachtslieder. Nach Darbietungen des Kinderballetts der Staatsoper leitete Ministerpräsident Göring die Bescherung mit einer Ansprache ein. So wie wir hier, so sagte er, ihr lieben Kinder, heute unter dem brennenden Baum das Fest der heiligen Weihnacht begehen, so begehen es im ganzen deutschen Vaterland überall alt und jung. Sie alle sind glücklich und froh, daß sie dieses Fest friedlich feiern können. Das war nicht immer so. Und wenn ich gerade euch hierher einlud, so deshalb, weil in den schweren hinter uns liegenden Jahren eure Eltern nicht immer einen Gabentisch decken konnten. Deshalb wollen wir helfen, denen Gott das Leben bester gestaltete. Denn es ist unsere Pflicht, zu helfen. Die Liebe eurer Eltern und die Liebe des Führers dankt dadurch, daß ihr anständige deutsche Menschen werdet. „Friede auf Erden" lautet die Weihnachtsbotschaft, und daß wir Frieden haben, das hat allein der Führer vollbracht. Stets müssen wir ihm dafür dankbar sein, daß er uns das Glück brachte, das Weihnachtsfest wieder friedlich feiern zu können. Denkt stets daran, ihr lieben Kinder, daß der Führer es ist, der euch durch mich diese Geschenke zukommen läßt. Diese Gaben, die ihr rings auf den Tischen seht, werden euch freudigen und dankbaren Herzens gegeben zum Fest des Friedens und der Freude.
Dann fetzte der Sturm auf die Tische ein. Der Ministerpräsident und Frau Göring gingen durch die Reihen. Mit Paketen beladen, mit rot glühenden Wangen und strahlenden Augen wurde der Heimweg angetreten. Berlins ärmste Kinder waren in der deutschen Weihnacht nicht vergessen worden.
Mit 44 Mann Sevilla erobert!
General Queipo de Llano erzählt.-Wie er zu seinen Rundfunkansprachen kam.
Don unserem nd.-Miiarbeiier.
Sevilla, im Dezember.
Zu den volkstümlichsten Führern des nationalen Spaniens gehört der General Don Gonzalo Queipo de Llano. Im ganzen Süden, vor allem in Sevilla, wo er fein Quartier hat, gibt es kein Schaufenster, in dem nicht neben den Bildern Francos, des jungen Primo de Rivera und anderer um die nationale Erhebung verdienter Persönlichkeiten der Kopf des Generals Queipo erschien. Punkt 21.15 Uhr schaltet sich der Sender Sevilla ein, und Queipo de Llano ergreift das Wort. Die Redeweise des Generals ist ebenso leicht verständlich wie treffend, und sie ist bei blendender Diktion von unverwüstlichem Humor getragen. Wie oft habe ich es gerade im Norden, etwa in Saragossa oder in San Sebastian, erlebt, daß der Tag angefüllt war mit wilden Gerüchten, daß die Menschen abends in ihren Wohnungen blieben, um die Wahrheit zu hören. Dann kam der Augenblick, wo weit unten aus dem Süden der Aether die ruhige und feste Stimme des Generals Queipo in den Lautsprecher trug, und schon kehrten Zuversicht und Vertrauen zurück.
Nur einmal f)at Queipo de Llano seine Hörer gründlich erschreckt. Da ließ er sich zu gewohnter Stunde mit verstellter Stimme wie folgt vernehmen: Hier Radio Volksfront Sevilla, hier UGT und CMT. hier die KommuniftiLbe Partei Seoil- las —, dann folgte eine kleine ssWse, die angefüllt war mit Lachen, dem Lachen des^enerals, der nun mitteilte, daß er den Roten eine kleine Freude habe bereiten wollen, denn wie er vor einer Stunde durch den Sender Madrid vernommen habe, hätte sich in Sevilla ein Sowjet gebildet und ihn hinter Schloß und Riegel gesetzt!
In spanischen Vorzimmern muß man oft klastische Geduldsproben bestehen, und dann heißt es nicht allzu selten: Kommen Sie doch morgen wieder, heute geht es nicht mehr. Hier genügt eine Visitenkarte, eine kurze Erklärung über den Zweck unseres Kommens, ein Adjutant, Flügeltüren, die sich öffnen, und wir stehen im Zimmer des Generals. Im Hintergrund erhebt sich von einem Schreibtisch eine große Gestalt, energische Augen blicken aus einem Gesicht, das von Grau umrahmt ist, eine schmale, kräftige Hand bietet sich zum Gruß. Queipo de Llano ist in Zivil. Als ich meine erste Frage stelle: „Wie sind Eure Exzellenz auf die Idee der .Chartas* (so werden die Rundfunkreden Queipo de Llanos in Spanien genannt) gekommen?" beginnt der General mit temperamentvoller Geste zu sprechen:
„Der Gedanke, durch das Radio zu sprechen, ist mir in einem Augenblick h ö ch st e r Not gekommen, in einem Augenblick, der vielleicht das Schicksal ganz Spaniens, bestimmt aber den Erfolg unserer Bewegung hier im Süden und damit die Möglichkeit ihrer Ausdehnung nach Norden hin entschieden hat. Als Mitoevschworener Francos hatte ich beim Beginn der nationalen Erhebung, die mich als Generalinfpekteur der Carabineros traf, die Aufgabe, mich der Garnison von Sevilla und damit Andalusiens zu bemächtigen. Bei meinem Eintreffen hier mußte ich feststellen, daß die Regimenter größtenteils nicht in ihren Kasernen waren, weil die Republik im Zuge ihrer bewußten Schwächung der Armee die meisten Soldaten für den Sommer beurlaubt hatte. Was ich vorfand, waren ein paar Offiziere und ganz wenige Leute. Wenn Sie es genau wissen wollen, vier Offiziere und zehn Mann, auf-die ich mich un
bedingt hätte verlassen können. Mit diesen besetzte ich zunächst einmal das Gebäude der Telephon- zentrale von Sevilla.
Wir überlegten hin und her, was zu tun war, Zeit durfte nicht verloren werden, denn schon begannen die Roten, ihre berüchtigten Milizen aufzustellen und zu bewaffnen. Da sehe ich plötzlich auf einem Schreibtisch vor mir dies Mikrophon mit der Aufschrift „Radio Union S. A." — eine Erleuchtung kam mir. Ich mußte versuchen, ob das Radio noch funktionierte. Ich ließ einschalten und sprach ein paar Worte. Aus dem Prüfraum kam die Bestätigung. Jetzt war mein Plan gefaßt. Ich richtete meine erfte Radioansprache an die Bevölkerung von Sevilla. Ich sagte ihnen, daß sich mit Ausnahme von Barcelona im ganzen Land die Garnisonen gegen Madrid erhoben hätten, daß der Sieg unserer Bewegung gesichert sei und daß ich selbst genügend Kräfte zur Verfügung hätte, um jeden versuch, die Ruhe und Ordnung zu stören, mit bewaffneter Hand niederzuschlagen. So sprach ich drei- bis viermal am Tag. So lange, bis die Verstärkungen, die ich aus Marokko angefordert hatte, kamen. Sie langten in einem alten Flugzeug an, ein Offizier und zwölf Legionäre. Ich fuhr sie auf Lastautos den ganzen Tag durch die Stadt, um der Bevölkerung größere Einheiten Legion vorzutäuschen. Diese List hat uns, zusammen mit dem Radio, gerettet. Die Roten blieben eingeschüchtert, und ich hatte Zeit, die politischen Gefangenen zu befreien und die erste bewaffnete gelange zu gründen.
Das Radio hat uns noch weiter geholfen. Durchs Mikrophon warnte ich die Roten von Hueloa und ließ ihrem bolschewistischen Anführer drei Tage vorher — wir hatten noch gar nicht die Macht dazu — Ort und Stunde seiner von mir schon angeordneten Erschießung mitteilen. Der Erfolg war verblüffend. Der Führer der Anarchisten von Huelva bestieg das nächste Schiff und floh, feine im Stich gelassenen Leute wußten nicht ein und aus, die Stadt fiel ohne einen Schuß in unsere Hände.
Wissen Sie, ich habe oft gedacht: Du börft mit dem Sprechen auf. Vier Monate lang, Abend für Abend zu reden, und das nur als Nebenbeschäftigung, denn das Oberkommando und die Zivilregierung nehmen meine Zeit von morgens bis abends in Anspruch, ist etwas viel. Meine Familie, meine Frau drängt mich, das Reden anderen zu überlasten, Mila Astray etwa, der ein Meister des Wortes ist. Aber bann kommen aus Barcelona und Madrid und überall, wo die Roten herrschen, die Leute, denen die Flucht geglückt ist, zu mir und bitten: Hören Sie bloß nicht mit Ihren „Chartas" auf, die sind das einzige, was Millionen von Menschen überhaupt in ihrem Glauben und in ihrer Hoffnung auf ein besseres Morgen noch aufrechterhält. Und dann denke ich, daß die „Charlas" ebensosehr meine Pflicht geworden sind wie die Sorge für die Sicherheit der mir unterstellten Gebiete."
Queipo de Llano erwähnt, daß bei Ausbruch der Erhebung feine gesamte Familie in Malaga in der Hand der Bolschewisten war, daß allen die Flucht geglückt ist, und daß die Roten aus Wut darüber drei Kommunisten, bei denen sich sein Sohn, der heute als Flieger Dienst tut, unerkannt verborgen hatte, erschossen.
Queipo de Llano hat viele persönliche Waffentaten hinter sich. Als junger Kadett nahm er am spanisch-amerikanischen Krieg i n Kuba teil, und es glückte ihm, den berüchtigten, im Solde der Amerikaner stehenden Banditenführer 21 c o ft a gefangenzunehmen und zu töten. Als hoher Offizier nahm er in Marokko an der Befreiung Tetuans teil und rettete wenig später Riquelme, der heute bei den Bolschewisten für vieles Geld gegen seine früheren Kameraden kommandiert. Und hier in Marokko war es, wo Queipo de Llano einen der schwersten Kämpfe seines Lebens austrug. Durch die Nachlässigkeit eines Freundes von ihm war ein vorgeschobener Posten abgeschnitten und von 4000 Mauren umzingelt worden. Queipo de Llano rückte mit 76 Mann aus, um den Ring zu durchbrechen. Sein Vorhaben gelang, er schlug die riesige Uebermacht in die Flucht, aber von seinen Leuten blieben 50 auf der Walstatt. Queipo de Llano wurde eingereicht für den höchsten Orden Spaniens, die „Laureada", das Kreuz von San Fernando, mit dem ein beträchtlicher Ehrensold verbunden ist. Er lehnte die Auszeichnung ab. Er wollte keinen Orden besitzen, den er dem Fehler eines Kameraden verdankte. In seiner Eingabe an das Kriegsministerium schilderte er den Gang der Waffentat in einem Licht, das von seinem Freunde alle Schuld nahm, und rettete ihn dadurch vor dem Kriegsgericht.
Aus aller Wett.
Großfeuer am Potsdamer Platz in Berlin.
Auf der Baustelle der Nord-Süd-8-Bahn unter dem Potsdamer Platz in Berlin entstand am Sonntagabend ein Grobfeuer. An der Brandstelle erschienen während der Bekämpfung des Brandes Reichsminister Dr. Goebbels und Ministerpräsident Göring. Als vorsorgliche Schutzmaßnahme wurde die Gaszufuhr durch die Hermann-Göring- Straße und Voßstraße abgestellt; weiter wurden das frühere Palasthotel sowie das Wertheimhaus an der Ecke Voß- und Hermann-Göring-Straße geräumt. Die beiden ständig auf der Baustelle befindlichen Wachmänner haben sofort nach Ausbruch des Brandes den Schacht verlassen können. Es besteht also keinerlei Gefahr für Menschenleben. Nach dreistündiger Arbeit konnte die Gefahr der Ausbreitung des Großfeuers an der Baustelle der Nord-Süd-8-Bahn am Potsdamer Platz unter Einsatz von 19 Löschzügen beseitigt werden.
Erst nach zweistündigen Bemühungen war es möglich, in den Schacht vorzudringen. Mit Sauerstoffapparaten bekämpften die Feuerwehrmänner m dem Schacht den Brand, während sich die Männer auf der Straße durch Schutzgeräte gegen die dichten Rauchschwaden schützten, lieber 20 Schlauchleitungen stärksten Kalibers sind eingesetzt worden, um das Feuer, das in der Hauptsache in der doppelten Holzverschalung wütete, zu löschen. Im Laufe des Abends trafen an der Brandstelle noch die Reichsminister Frick und v. Eltz-Rübenach, der Generaldirektor der Deustchen Reichsbahn, Dr. Dorpmüller, Obergruppenführer v. I a g o w und der stellvertretende Gauleiter Staatsrat Gör- l i tz e r ein.
Gegen 22 Uhr war die Macht des Feuers vollkommen gebrochen. Der vorzüglichen Zusam-
° An Festfagen besonders wichtig! Rullrich-Salz Tdbl Zotig.


